DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 05 - Straßenbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Hier befindet sich das Bus-Forum (auch für O-Busse).
Seiten: 1 2 3 All Angemeldet: -

Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: gebuerer

Datum: 10.01.21 23:23

Hallo zusammen,

gerade habe ich in den Funke Medien folgenden Artikel entdeckt:

Sparen auf Kosten der Rentner

Kurz eine Beschreibung dazu, die Rentner sollen in Zukunft halt 10 Euro für ihr Ticket bezahlen was nur im BoGeStra Land gilt.

Mein Leserbrief dazu:

Lohnbestandteil und indirekter Rentenraub

Die einseitige Kündigung der Vereinbarung ist ein Rentenraub wie bei der RAG und der Deputatkohle. Leider kann man den betroffenden Kollegen nur raten, einen Widerspruch einzulegen und zur Gewerkschaft oder Anwalt für Arbeitsrecht zu gehen. Das ist leider immer eine Einzelfallentscheidung, aber wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

Bei der Vestischen gab es vor Jahren auch mal die Diskussion darüber und man hat es Anders gelöst.

Sorry auch wenn es sich so wenig anhört, darf man sich diesen erworbenen Lohnbestandteil nicht abkaufen lassen.


Ich weiß das in dem Forum hier kritische Äußerungen nicht gerne gesehen werden aber hoffe das dieser Beitrag nicht unter der Zensur fällt.

Nette Grüße

der Gebuerer
......ZEHN Euro für einen Monat - mir kommen gleich die Tränen......

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: sepruecom

Datum: 11.01.21 00:22

Jetzt haben also die Jungen ihre Karriere aufs Spiel gesetzt, damit die Rentner und Alten nicht massenhaft im Krankenhaus qualvoll ersticken müssen, und man regt sich über 10 Euro auf? Bei denen, die jetzt arbeitslos geworden sind, dürften sich die Beträge über ihre Lebenszeit auf zehntausende Euro aufsummieren!

Irgenwo müssen in diesen Zeiten alle Opfer bringen, das betrifft eben auch die Rentner. Mit 10 EURo hält sich die Problematik ja noch in engen Grenzen (auch wenn es sich für einzelne "kleine Rentner", deren Rente an der Armutsgrenze ist, natürlich stärker auswirkt).

Noch vor 70 Jahren waren die Renten so bemessen, dass die Familie die Alten unterstützen MUSSTE (weil sie "per Entwurf" nicht gereicht hat). Teilt man die 10 EUR auf die Kinder auf, dürfte sich die Belastung in bezahlbaren Grenzen bewegen, spendet jedes Kind 10 Euro im Monat, dann hat der Rentner sogar was davon...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.21 01:49.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 11.01.21 01:54

gebuerer schrieb:
Hallo zusammen,

gerade habe ich in den Funke Medien folgenden Artikel entdeckt:

Sparen auf Kosten der Rentner

Kurz eine Beschreibung dazu, die Rentner sollen in Zukunft halt 10 Euro für ihr Ticket bezahlen was nur im BoGeStra Land gilt.

Mein Leserbrief dazu:

Lohnbestandteil und indirekter Rentenraub

Die einseitige Kündigung der Vereinbarung ist ein Rentenraub wie bei der RAG und der Deputatkohle. Leider kann man den betroffenden Kollegen nur raten, einen Widerspruch einzulegen und zur Gewerkschaft oder Anwalt für Arbeitsrecht zu gehen. Das ist leider immer eine Einzelfallentscheidung, aber wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

Bei der Vestischen gab es vor Jahren auch mal die Diskussion darüber und man hat es Anders gelöst.

Sorry auch wenn es sich so wenig anhört, darf man sich diesen erworbenen Lohnbestandteil nicht abkaufen lassen.

Ich weiß das in dem Forum hier kritische Äußerungen nicht gerne gesehen werden aber hoffe das dieser Beitrag nicht unter der Zensur fällt.

Nette Grüße

der Gebuerer
Mir kommen gleich die Tränen...

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 11.01.21 02:11

Man sollte das Ganze vielleicht auch im politischen Kontext betrachten - und der ist in NRW seit 2017 strikt auf Kürzungen im Sozialbereich und Begünstigungen der Reichen ausgerichtet: Eine der ersten Maßnahmen der CDU/FDP-Landesregierung war die Ausschaltung der sehr erfolgreichen Wuppertaler Steuerstrafanwaltschaft. Ein weiteres Vorhaben der ersten Regierungsmonate war die ersatzlose Streichung des Sozialtickets. Das konnte zwar abgewendet werden, das Thema kommt aber sicherlich wieder auf die Tagesordnung. Herr Laumann, angeblich ein Vertreter des linken CDU-Flügels, lässt ein Gesetz ausarbeiten, das das Urteil des Bundesverfassungsgericht, dass Hartz IV-Leistungen nicht auf Null gekürzt werden dürfen, in NRW außer Kraft setzen und genau diese Maximalsanktion wieder ermöglichen soll. Und Laumann geht noch weiter. Den Arbeitslosenhilfevereinen, die Betroffenen helfen, fehlerhafte Leistungsbescheide anzufechten, soll die Arbeit massiv erschwert oder sogar unmöglich gemacht werden. Die verlinkte Meldung passt m.A.n. gut in diesen Kontext.

sepruecom schrieb:Zitat:
Irgenwo müssen in diesen Zeiten alle Opfer bringen
Das sagt der gesunde Menschenverstand und ein funktionierender moralischer Kompass. Es ist aber nicht die Realität. So brauchte z.B. Familie Quandt auf keinen Cent ihrer BMW-Dividende verzichten und hat wie gehabt ihre Milliarde kassiert. Die CDU hat sehr früh ihre Forderungen präsentiert, dass der Soli auch für die Superreichen abgeschafft werden muss und schnellstmöglich zur "schwarzen Null" zurückgekehrt werden soll. Auch der Rüstungsetat soll trotz der Corona-Belastungen nicht gekürzt werden. Es müssen eben gerade nicht alle Opfer bringen und man sollte sich keine Illusionen machen, dass diese Politik nach der Bundestagswahl deutlich verschärft werden wird.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Tramfreak

Datum: 11.01.21 08:25

gebuerer
Ich weiß das in dem Forum hier kritische Äußerungen nicht gerne gesehen werden aber hoffe das dieser Beitrag nicht unter der Zensur fällt.
Kommt das hier tatsächlich vor? Dass eine kritische Beleuchtung von Aspekten des ÖPNV einfach gelöscht wird? Ist mir bislang noch nicht aufgefallen.Vermutlich hat mal wieder wer den Begriff "Zensur" mit "Konter" verwechselt. Bei einer Wortwahl wie "Rentenraub" durchaus im Rahmen des Möglichen. Aber das allein ist vermutlich auch schon Zensur.

sepruecom schrieb:
Irgenwo müssen in diesen Zeiten alle Opfer bringen, das betrifft eben auch die Rentner. Mit 10 EURo hält sich die Problematik ja noch in engen Grenzen (auch wenn es sich für einzelne "kleine Rentner", deren Rente an der Armutsgrenze ist, natürlich stärker auswirkt).
Da hier ja irgendwie von "Pensionären" die Rede ist und von Rentnern, die höchstwahrscheinlich auch eine Betriebsrente von der BoGeStra erhalten, nehme ich an, dass es diese Härtefälle eher weniger gibt.

sepruecom schrieb:
Noch vor 70 Jahren waren die Renten so bemessen, dass die Familie die Alten unterstützen MUSSTE (weil sie "per Entwurf" nicht gereicht hat).
Wie es mutmaßlich in den meisten Ländern immer noch so ist.

Bernhard Martin
Es müssen eben gerade nicht alle Opfer bringen und man sollte sich keine Illusionen machen, dass diese Politik nach der Bundestagswahl deutlich verschärft werden wird.
Ich sehe eigentlich nur Leute aufgestellt, die noch weiter vom Leben des Großteils der hier lebenden Leute entfernt sind als derzeit. Gruselig.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.21 08:27.
Hallo in die Runde,

die generelle Frage ist doch, was von lebenslangen Gratis-Leisungen zu halten ist.
In die selbe Kerbe hauen die Flatrate-Tickets und Tarife. Nicht nur beim Webprovider.
Und mit etwas Abstand auch Aktienbeteiligungen. Wenn der Laden pleite geht ist Job und Notgroschen gleichzeitig weg. Selten dämlich.

Ein Beispiel aus dem oberen Preissegment:
American Airline hatte in den 1980er Jahren ein USD 250'000,- Ticket verhöckert mit dem man den Rest des Lebens zum Air-Traveller hätte werden können. Aber irgendwann versuchte man die Inhaber eines solchen Tickets wieder loszuwerden... vgl.
[www.wiwo.de]

Jedes dieser Angebote krankt daran, dass es bis in ferne Zukunft versprochen wird ohne das man vorhersehen kann,
welche Bedingungen dann zu erfüllen sind und welchen Aufwand das nach sich zieht.
Am Ende muss der Steuerzahler wieder ran:
Die Bahn wurde privatisiert und die Beamtenrenten - Verpflichtungen! - verstaatlicht.
Extrembeispiel ist Atommüll - heute produziert, in x100'000 Jahren zu lagern und zu bewachen. Preisfrage: Was kostet die Lagerung von 1 Tonne Atommüll im Jahr 102'021 ? Ist auch egal, diese Verpflichtung ist nun auch verstaatlicht. Toll das Ganze!


Die Folge sind unverhältnismäßige Bürden für die Betreiber, Steuerzahler oder eben enttäuschte Kunden und Mitarbeiter auf der anderen Seite.


Ein paar Schlussfolgerungen und Vorschläge:
- Eine Berufswahl sollte nicht danach erfolgen, weil man irgendetwas gratis lebenslang mitbenutzen kann
- Gratistickets sollten zeitlich, mengenmäßig begrenzt sein
- Flatrate Angebote sind mindestens durch ein Flatrate-95 (%) Konzept zu ersetzen. Man bezahlt immer einen Anteil mit, um die Kosten nachzuvollziehen und, wo möglich, die Rush Hour zu vermeiden.
- Gegen die Enttäuschung im BoGeStra Land: Bestimmt fahren hier auch mehr Züge weiter, als für die derzeitigen Fahrgastzahlen notwendig. Man macht das u.a., um die gefährdetsten Mitmenschen, die über 70...80jährigen zu schützen. Für dieses Über-den-Bedarf Angebot sind EUR 10,- pro Monat fair. Ehrlicher aber für die Betroffenen nicht unbedingt gesünder wäre, ohne EUR 10,- Zuzahlung und ohne Überangebot mit vollen Zügen zu fahren.

In diesem Sinne: nicht ärgern!

Weiterhin gute Fahrt und bleibt gesund.
InterRailer26+

P.S.:
Was mich manchmal stört: Wenn man in einem halbvollen Großraumwagen der Bahn fährt und der Einzige ist, der sich ein Ticket kaufen muss...



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.21 12:47.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Nord_süd_bahn

Datum: 11.01.21 13:59

Ich bin erstaunt, daß es dort solche Regelungen überhaupt noch gibt.
Da kommen woanders die Rentner nicht mit 10 EUR weg....

MfG die Nordsüd S-Bahn

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 12.01.21 01:14

Türen schließen selbsttätig schrieb:
......ZEHN Euro für einen Monat - mir kommen gleich die Tränen......
275.000 € pro Jahr mir kommen gleich die Tränen. Das sind Peanuts für so ein Unternehmen.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: TheDemon

Datum: 12.01.21 08:25

MrEnglish schrieb:
Türen schließen selbsttätig schrieb:
......ZEHN Euro für einen Monat - mir kommen gleich die Tränen......
275.000 € pro Jahr mir kommen gleich die Tränen. Das sind Peanuts für so ein Unternehmen.
Das sind mehrere Arbeitnehmer, die man damit bezahlen kann. Bzw. nicht entlassen muss.

Und wenn ich lese, das 2.400 Mitarbeiter 2.300 Rentner die Freifahrten finanzieren, dann ist das schon ein erhebliches Missverhältnis. Die Regelung stammt vermutlich aus einer Zeit, wo man mit 65 in Rente und mit 68 in die Kiste gegangen ist.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Ruhri

Datum: 12.01.21 09:11

Ich hoffe mal, dass alle auch verstanden haben, um welche Rentner und Pensionäre es geht, die jetzt diese besagten zehn Euro abdrücken müssen. Es sind tatsächlich nur jene, die zu aktiven Zeiten für die Bogestra gearbeitet haben. Alle anderen Ruheständler empfänden Zehn-Euro-Monatstickets als Schnäppchen.

Aber klar ist, dass der eine oder andere Klage einreichen wird, um an seinen gewohnten Deputat-Fahrschein zu kommen. Da bleibt dann abzuwarten, was die einzelnen Instanzen entscheiden werden.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Ringbahner4

Datum: 12.01.21 10:51

Hallo,
warum bekamen die Mitarbeiter und Rentner solche Vergünstigungen, weil im öffentlichem Dienst schlechter als in der "freien Wirtschaft" gezahlt wird.
Das ist auch bei der Eisenbahn so und finde es eine Frechheit, die zur während der Berufstätigkeit gemachten Versprechen einseitig zu brechen.
Weiterhin müssen wir Eisenbahner seit Jahren Steuern auf unsere Freifahrten zahlen, damit sind es eigentlich keine Freifahrten mehr.
Dafür brauchen Reiche keine Vermögenssteuer mehr zahlen und Reiche Deutsche steuern im Ausland.
Was ist denn aus der angeblichen "sozialen Marktwirtschaft" geworden? Das soziale wird vergessen und bei heutigen Lieferzeiten fühlt man sich wie in der "DDR Planwirtschaft".
Die Reichen werden immer reicher und beteiligen sich schon lange nicht mehr an der Finanzierung des Sozialstaates, dafür zahlen alle abhängig Beschäftigten immer mehr Steuern und Abgaben und finanzieren so den Sozialstaat fast alleine.
Wir abhängig Beschäftigten müssen immer mehr in die Rentenkasse einzahlen und bekommen dafür viel weniger Rente wie die letzten Generationen.
Da muß man den Menschen, welche beide deutsche Staaten nach dem Krieg aufgebaut haben nicht noch die Annehmlichkeiten nehmen.
Man hat eben in 30 Jahren schon vergessen, wie sich ein Volk gegen Politikerwillkür wehren kann.
MfG Ringbahner

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: TheDemon

Datum: 12.01.21 11:34

Ringbahner4 schrieb:
Hallo,
warum bekamen die Mitarbeiter und Rentner solche Vergünstigungen, weil im öffentlichem Dienst schlechter als in der "freien Wirtschaft" gezahlt wird.
Das ist auch bei der Eisenbahn so und finde es eine Frechheit, die zur während der Berufstätigkeit gemachten Versprechen einseitig zu brechen.
Weiterhin müssen wir Eisenbahner seit Jahren Steuern auf unsere Freifahrten zahlen, damit sind es eigentlich keine Freifahrten mehr.
Dafür brauchen Reiche keine Vermögenssteuer mehr zahlen und Reiche Deutsche steuern im Ausland.
Was ist denn aus der angeblichen "sozialen Marktwirtschaft" geworden? Das soziale wird vergessen und bei heutigen Lieferzeiten fühlt man sich wie in der "DDR Planwirtschaft".
Die Reichen werden immer reicher und beteiligen sich schon lange nicht mehr an der Finanzierung des Sozialstaates, dafür zahlen alle abhängig Beschäftigten immer mehr Steuern und Abgaben und finanzieren so den Sozialstaat fast alleine.
Wir abhängig Beschäftigten müssen immer mehr in die Rentenkasse einzahlen und bekommen dafür viel weniger Rente wie die letzten Generationen.
Da muß man den Menschen, welche beide deutsche Staaten nach dem Krieg aufgebaut haben nicht noch die Annehmlichkeiten nehmen.
Man hat eben in 30 Jahren schon vergessen, wie sich ein Volk gegen Politikerwillkür wehren kann.
MfG Ringbahner
Also sind alle, die nicht bei der BoGeStra gearbeitet haben, Reiche?

Und 10 € sind nicht sozial für ein Monatsticket?

Und was soll diese armeslige Drohung am Ende? Das ist das geistige Niveau von Donald Trump - und auchs eine Worte, um die Masse anzustacheln

Komm mal auf den Boden der Tatsachen zurück

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Ruhri

Datum: 12.01.21 12:33

Ringbahner4 schrieb:
Hallo,
warum bekamen die Mitarbeiter und Rentner solche Vergünstigungen, weil im öffentlichem Dienst schlechter als in der "freien Wirtschaft" gezahlt wird.
Im öffentlichen Dienst, dem ein Unternehmen wie die Bogestra ja angegliedert ist, hat man aber zumindest eine gute Wahrscheinlichkeit, dass man bis zum Erreichen des Ruhestands keine Zeiten der Arbeitslosigkeit und Umorientierung zu erwarten hat. Als ich vor Jahren mal einen Termin bei einem Rentenversicherungsträger zwecks Rentenkontenklärung gehabt habe, bin ich auf eine in etwa gleichaltrige Dame getroffen, die von ihrem Job ein wenig gelangweilt war. Ich habe sie auf diese Vorteile hingewiesen, und in der Tat hatte sie sich das so nie klargemacht. Und tatsächlich war meine Prognose, dass ich meinem damaligen Arbeitgeber nicht in Rente gehen würde, völlig korrekt, denn ich war seitdem gezwungen, mir eine neue Stelle zu suchen.

Zitat:
Das ist auch bei der Eisenbahn so und finde es eine Frechheit, die zur während der Berufstätigkeit gemachten Versprechen einseitig zu brechen.
Weiterhin müssen wir Eisenbahner seit Jahren Steuern auf unsere Freifahrten zahlen, damit sind es eigentlich keine Freifahrten mehr.

Tja, die Bundesbahn wurde aufgrund eines einhelligen politischen Konsenses in eine privatwirtschaftlich organisierte Firma umgebaut. In der freien Wirtschaft gibt es aber in der Regel gar keine besonderen Vergünstigungen. Gipfel der Ungerechtigkeit, und den gibt es meiner Meinung nach auch bei der Deutschen Bahn: Es wird mit zweierlei Maß gemessen. In irgendwelchen nachgelagerten Urenkelfirmen gelten die höheren Standards der Konzernmutter und deren Töchtern natürlich nicht mehr.

Zitat:
Dafür brauchen Reiche keine Vermögenssteuer mehr zahlen und Reiche Deutsche steuern im Ausland.

Es gibt da halt so einige Parteien, die sich von den entsprechenden Lobbyisten gerne haben überzeugen lassen, zwecks vermeintlicher Stärkung der Wirtschaft die Steuergesetzgebeung und auch deren Umsetzung genau so zu gestalten, wie es sich heutzutage darstellt. Erinnert ihr euch noch an die angekauften Steuersünder-CDs und die (mittlerweile aufgelösten) Ermittlungsabteilungen, die mithilfe dieser Daten viel Geld haben eintreiben können? Damals haben sich einige Politiker öffentlich mehr darüber Sorgen gemacht, wie die Bundesrepublik Deutschland dastehen könnte als dass die bestehenden Gesetze konsequent umgesetzt würden.

Zitat:
Was ist denn aus der angeblichen "sozialen Marktwirtschaft" geworden? Das soziale wird vergessen und bei heutigen Lieferzeiten fühlt man sich wie in der "DDR Planwirtschaft".
Die Reichen werden immer reicher und beteiligen sich schon lange nicht mehr an der Finanzierung des Sozialstaates, dafür zahlen alle abhängig Beschäftigten immer mehr Steuern und Abgaben und finanzieren so den Sozialstaat fast alleine.

Na ja, von "Planwirtschaft" kann man nun wirklich nicht sprechen. Im Gegenteil hält sich der Staat aus viel zu vielen Dingen heraus. Der "schlanke Staat" wird propagiert, denn die Wirtschaft könne das sowieso alles viel besser organisieren. Die These, den Reichen möglichst wenig Geld abzuknöpfen, damit die in die Wirtschaft investieren und für Arbeitsplätze sorgen, ist zwar längst als Irrglaube entlarvt, aber das Geld fließt natürlich weiter, um sie auch in Zukunft in geltende Politik umzusetzen.

Zitat:
Wir abhängig Beschäftigten müssen immer mehr in die Rentenkasse einzahlen und bekommen dafür viel weniger Rente wie die letzten Generationen.

Na ja, nicht alle. Viele verdienen so wenig, dass sie überhaupt nichts abgeben können. Das ist politisch natürlich auch so gewollt.

Zitat:
Da muß man den Menschen, welche beide deutsche Staaten nach dem Krieg aufgebaut haben nicht noch die Annehmlichkeiten nehmen.

Dir ist aber schon klar, dass wir über weniger als 3000 Menschen sprechen, ja? Und das Unternehmen, dass jetzt die Zusatzleistung herunter fährt, wäre rein privatwirtschaftlich schon seit vielen Jahren insolvent. Den Eigentümern werden übrigens seit vielen Jahren von der "großen Politik" viel zu hohe Lasten auferlegt ohne adäquate Gegenfinanzierung.

Zitat:
Man hat eben in 30 Jahren schon vergessen, wie sich ein Volk gegen Politikerwillkür wehren kann.
MfG Ringbahner

Tja, mal sehen? Was könnte man tun? Ach ja, man könnte sich bei den nächsten Wahlen einmal genau überlegen, welche guten und welche schlechten Entscheidungen welche Partei eigentlich seit dem letzten Mal und auch davor umgesetzt hat. Und Parteien, die groß sind in Ankündigungen, den nicht so reichen Menschen helfen zu wollen, dann aber doch nur den Reichen ihre Steuervorteile garantieren, mithin also reinen Ankündigungsweltmeistern, sollte man dann vielleicht eher nicht die Stimme geben, oder?

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: kmueller

Datum: 12.01.21 13:05

Bernhard Martin schrieb:
sepruecom schrieb:Zitat:
Irgenwo müssen in diesen Zeiten alle Opfer bringen
Das sagt der gesunde Menschenverstand und ein funktionierender moralischer Kompass. Es ist aber nicht die Realität. So brauchte z.B. Familie Quandt auf keinen Cent ihrer BMW-Dividende verzichten und hat wie gehabt ihre Milliarde kassiert. Die CDU hat sehr früh ihre Forderungen präsentiert, dass der Soli auch für die Superreichen abgeschafft werden muss und schnellstmöglich zur "schwarzen Null" zurückgekehrt werden soll. Auch der Rüstungsetat soll trotz der Corona-Belastungen nicht gekürzt werden. Es müssen eben gerade nicht alle Opfer bringen und man sollte sich keine Illusionen machen, dass diese Politik nach der Bundestagswahl deutlich verschärft werden wird.
Vorschlag:
Nachdem der Staat 9 Mrd. an die Lufthansa verschenkt hat, kriegen die Bezieher niedriger Renten dort Freiflüge. Das kostet die Lufthansa gar nichts, denn sonst würden diese Leute gar nicht fliegen und der betreffende Platz bliebe frei.

Sobald die DB Corona-Entchädigungen bekommt, gilt dasselbe im ICE.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: TheDemon

Datum: 12.01.21 14:18

kmueller schrieb:Vorschlag:
Zitat:
Nachdem der Staat 9 Mrd. an die Lufthansa verschenkt hat, kriegen die Bezieher niedriger Renten dort Freiflüge. Das kostet die Lufthansa gar nichts, denn sonst würden diese Leute gar nicht fliegen und der betreffende Platz bliebe frei.

Lufthansa: 140.000 Beschäftigte und vor der Krise ein grundsätzlich gesundes Unternehmen

Bogestra: 2.300 Beschäftigte und schon seit Ewigkeiten auf Zuschüsse angewiesen

Toller Vergleich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 14:19.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Ringbahner4

Datum: 12.01.21 23:59

Hallo Ruhri,
ich danke dir für die Ergänzungen.
Das die Städte und deren Verkehrsbetriebe finanziell ausgeblutet werden um der Autolobby unverständliche Zugeständnisse gemacht werden ist leider Tatsache.
Bei der letzten Krise gab es vom Bund eine Abfrackprämie für PKW, aber nicht für Straßenbahnen und Busse. Durch geförderte Neufahrzeuge hätten die Verkehrsbetriebe Strom und Werkstattkapazitäten sparen und auf neue Niederflurfahrzeuge umstellen können. Anstatt PKWs zu subventionieren, die nur Privatpersonen Vorteile bringen wären diese Finanzspritzen aus Steuermitteln für den ÖPNV und die Allgemeinheit besser gewesen.
Ich nehme immer mein Wahlrecht wahr, meine Stimme haben Parteien der Groko noch nie bekommen.

Zu den Behauptungen des Teufels werde ich lieber nichts antworten, das ist nicht mein Niveau.
Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und falle bestimmt nicht auf solche Demagogen rein.

Gruß vom Ringbahner

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: TheDemon

Datum: 13.01.21 08:32

Ringbahner4 schrieb:
Zu den Behauptungen des Teufels werde ich lieber nichts antworten, das ist nicht mein Niveau.
Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und falle bestimmt nicht auf solche Demagogen rein.

Gruß vom Ringbahner
Das Niveau-Limbo hast du begonnen.

Und wieder machst du einen auf Trump: Du bist das selbst erklärte Opfer.

Vielleicht siehst du es nicht. Um so wichtiger ist es, es dir zu sagen

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: Ruhri

Datum: 13.01.21 08:59

Ringbahner4 schrieb:
Hallo Ruhri,
ich danke dir für die Ergänzungen.
Das die Städte und deren Verkehrsbetriebe finanziell ausgeblutet werden um der Autolobby unverständliche Zugeständnisse gemacht werden ist leider Tatsache.
Bei der letzten Krise gab es vom Bund eine Abfrackprämie für PKW, aber nicht für Straßenbahnen und Busse. Durch geförderte Neufahrzeuge hätten die Verkehrsbetriebe Strom und Werkstattkapazitäten sparen und auf neue Niederflurfahrzeuge umstellen können. Anstatt PKWs zu subventionieren, die nur Privatpersonen Vorteile bringen wären diese Finanzspritzen aus Steuermitteln für den ÖPNV und die Allgemeinheit besser gewesen.
Ich nehme immer mein Wahlrecht wahr, meine Stimme haben Parteien der Groko noch nie bekommen.

Zu den Behauptungen des Teufels werde ich lieber nichts antworten, das ist nicht mein Niveau.
Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und falle bestimmt nicht auf solche Demagogen rein.

Gruß vom Ringbahner

Du heulst da den falschen Baum an. Ausgeplündert werden viele Städte NRWs etwa durch den Aufbau Ost, mit dem Städte verpflichtet wurden, Schulden zu machen, um das Geld in den Osten zu schicken. Dieses Geld wurde dort nicht nur dazu verwendet, die marode Infrastruktur zu sanieren, die es hierzulande auch nötig gehabt hätte, sondern auch dazu, Firmen von hier wegzulocken. Außerdem legen Bund und Land zuweilen Sozialprogramme auf, die dann von den Städten umzusetzen sind. Das hilft dann zwar den ärmeren Menschen direkt, nur werden die Gelder nach einem unausgegorenen Schlüssel bereit gestellt. Mit anderen Worten: Es reicht nicht, und die Städte mit vielen Anspruchsberechtigten müssen Geld ausgeben, dass sie nicht haben und dass ihnen von höherer Stelle nicht zur Verfügung gestellt wird. Gerade die Bundespolitik sonnt sich in den von ihr beschlossenen Wohltaten und den angeblich voll durchfinanzierten Programmen, ignoriert aber die Nöte der unterfinanzierten Städte vollständig.

Übrigens halte ich die meisten derzeitigen Oppositionsparteien im Bundestag auch nicht wirklich für geeignet, sich mit den Nöten ärmerer Menschen zu befassen. Ohne jetzt aber Parteinamen zu nennen: Schaut euch ganz genau an, wer behauptet, etwas zu tun, und wer wirklich etwas tut, in der Vergangenheit getan hat oder zumindest über plausible Konzepte verfügt. Viele quatschen meiner Erachtens immer nur den gleichen Müll, der schon früher nicht funktioniert hat.

Oder stellt euch mal eine andere Frage: Welche Parteien stellen ihre Parteiprogramme über das Staatsinteresse, welche sind bereit, auch davon abzuweichen? Nur weil die Parteiideologen es behaupten, muss es ja nicht für den Staat gut sein, nicht wahr?

Aber zurück zu den Bogestra-Rentnern: Ein 10-Euro-Monatstickets wäre für die allermeisten Ruheständler immer noch ein Superangebot. Aber klar, wenn man vorher gar nichts hatte zahlen müssen, ist das natürlich eine deutliche Verschlechterung.

Re: Corona und ihre Blüten als Kostenfaktor

geschrieben von: kmueller

Datum: 13.01.21 14:53

TheDemon schrieb:
kmueller schrieb:Vorschlag:
Zitat:
Nachdem der Staat 9 Mrd. an die Lufthansa verschenkt hat, kriegen die Bezieher niedriger Renten dort Freiflüge. Das kostet die Lufthansa gar nichts, denn sonst würden diese Leute gar nicht fliegen und der betreffende Platz bliebe frei.

Lufthansa: 140.000 Beschäftigte und vor der Krise ein grundsätzlich gesundes Unternehmen

Bogestra: 2.300 Beschäftigte und schon seit Ewigkeiten auf Zuschüsse angewiesen
Toller Vergleich
Die Lufthansasubvention läuft nach diesen Zahlen auf (bisher!) etwa 65000.-EUR pro Beschäftigten hinaus. Nach einer Aufstockung der Renten für alle um diesen Betrag könnten sich die Rentner ohne Probleme Bogestra-Tickets leisten.

Die Umwelt würde sich auch freuen.
Seiten: 1 2 3 All Angemeldet: -