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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Und noch drei Fragen:

1. War der 156 eigentlich als Museumswagen vorgesehen, oder ist der nur "irgendwie übriggeblieben"?

2. Darf der 2156 im aktuellen Zustand nach Bad Dürkheim?

3. Hat der 1020 eine Chance, auch wieder in den Linienverkehr zu kommen?
Die Mannheimer und Ludwigshafener Düwags wurden alle mit offenen Glühbirnen als Innenbeleuchtung und grünen Kunstledersitzen geliefert.

Die Schlussleuchten waren einfach waagrecht in der Mitte angeordnet, 1x rot als Schlusslicht und 1x gelb als Bremslicht. Darüber eine kleine rechteckige Rückfahrleuchte in weiß (die Prototypen 312-317 hatten ab Werk runde Rückfahrscheinwerfer). Der frontale Scheinwerfer war einfach mittig angebracht, zu Anfang mit breitem Aluminiumring eingefasst, später mit dünnerem Ring aus Stahlblech. Ausnahme waren die 20 Typ Mannheim und die sieben VBL-Gt8 des Baujahrs 1971, die mit in der Mitte zusammengefassten Doppelscheinwerfern geliefert wurden. Beidseitig des A- und B-Wagenteils waren doppelte Blinkleuchten des Düwag-Standardtyps angebracht. Die Rollbänder wurden durch Handkurbeln betätigt (außer beim Typ MA, dort ab Werk elektrisch).

Stromabnehmer waren unterschiedlich - die Wagen von 1958 bis 1960 wurden offenbar mit normalen Scherenbügeln geliefert, die späteren teilweise mit den schmalen zweibeinigen Scherenstromabnehmern. Offenbar hat man gelegentlich gebrauchte Bügel an Düwag geliefert, um Neuanschaffungen zu sparen. Es gibt jedenfalls Belege dafür, dass Wagen mit vierbeinigen und mit zweibeinigen Scherenstromabnehmern am selben Tag geliefert wurden. Die Wagen aus 1967 und die Typ MA wurden alle mit den schmalen Bügeln geliefert, die Achtachser von 1971 dann wieder mit normalen Scheren. Die Stromabnehmer wurden fröhlich durcheinander getauscht. Nur der 378 hatte ab ca 1978 einen Einholmbügel, den der Hersteller offenbar mal zur Probe nach MA geschickt hatte.

Die ersten Scheinwerferumbauten auf zwei auseinanderliegende Doppelscheinwerfer erfolgten schon in den 1960ern, als einige Wagen für den RHB-Betrieb ausgerüstet wurden.

In LU wurde ab Ende der 1970er Indusi und IMU nachgerüstet, ohne sonstige Änderungen.

In MA wurde etwa ab 1981 der Generalumbau angefangen neben Indusi und IMU wurden elektrisch Rollbänder eingebaut, doppelte, auseinanderliegende Frontscheinwerfer und doppelte Brems- und Rückleuchten, zunächst weiterhin rot und gelb. Die beiden Doppelblinker pro Seite wurden in vier einzelne aufgelöst und davon jeweils zwei weiter Richtung Front und Heck angebracht. Fahrerpulte wurden nicht verändert, die Innenbeleuchtung blieb als Glühbirnen. Die Umbaureihenfolge war von den jüngsten bis zu den ältesten Wagen rückwärts, ohne die genaue Nummernfolge einzuhalten. Wagen 312-317 wurden nicht mehr umgebaut. Bis ca. 1985 waren alle Wagen durch. Einige hatten schon zuvor nach Unfällen die doppelten Scheinwerfer oder Rückleuchten erhalten.

In Lu wurde erst ab ca 1985 mit den Umbauten angefangen. Scheinwerfer und Rückleuchten analog zu MA (außer den 1971er Achtachsern, die die mittigen Doppelscheinwerfer behalten haben). Blinker wurden nicht verändert. Die elektrischen Rollbänder waren selbstverständlich eine andere Bauart als in MA, die Innenbeleuchtung wurde durch Leuchtstoffröhren ersetzt. Die Fahrerpulte wurden erneuert (außer 156). Nur in den 1971er-Achtachsern (außer 156) wurden für die Fahrgastsitze durch Systemsitze mit orangefarbenem Bezug ersetzt. Die 1960 gebauten Wagen (101-115) wurden nicht mehr umgebaut, und auch von den späteren Serien blieben einige unangetastet (120, 122, 127, 130, 131, 132, 133 und 152 wenn ich mich richtig erinnere).

Irgendwann hat man auch angefangen, die gelben Abdeckungen der Bremsleuchten in MA und LU durch rote zu ersetzen, aber das wurde nie konsequent durchgezogen.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr

1.) Sowohl als auch. Die örtlichen Vereine hätten natürlich gerne einen Düwag als Museumswagen gehabt. In Zeiten, in denen dieses Ziel eher in weiter Ferne schien, haben einige Leute darauf geachtet, dass der „originalste“ (und technisch nicht schlechte) immer unter Dach stand, immer technisch okay bleibt und aus ihm keine Teile geplündert wurden. Als 2018 dann einiges verschrottet wurde, durfte der 156 ganz bewusst als möglicher Museumswagen verschont werden.

2.) Entzieht sich meiner Kenntnis. Ich nehme mal an, dass man ihn wie die 1967er-Achtachser ausrüsten wird, bevor er in Betrieb geht.

3.) das ist noch eine große Baustelle. Bis der mal vielleicht wieder fährt, besteht mit absoluter Sicherheit kein Bedarf mehr für Kurbelwagen im Linienbetrieb.

Und der 1020 ist genau das beste Beispiel dafür, welch gigantische Fehler man machen kann, wenn man aus solchen Gründen wie „nicht sinnlos historische Substanz zu vernichten“ den vermeintlich „historischeren“ Wagen als Museumsstück auswählt, ohne Rücksicht auf Rost- und Kabelschäden, anstatt einen „nicht ganz so historischen“, im Grunde aber betriebsfähigen Wagen (damals der 1019) am Leben zu halten und nach und nach in den Zustand zu versetzen, den man haben möchte. Und diese Fehler hat ausdrücklich nicht die rnv gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 22:16.
Wo ich das gerade lese:
Ich vermisse in letzter Zeit (nicht nur, aber auch) bei der IGN Berichte über den Vereinsbetrieb.
Was ich mir generell wünschen würde, wäre, wenn es gelänge, mehr über die tatsächlichen Absichten und passierte Arbeiten zu sprechen.
Der 1020/Ein ET12 und der 501 sind als Exoten meiner Meinung nach sehr viel erhaltenswürdiger. Gerade beim 1020 würde ich mir sehr wünschen, wenn man das noch irgendwie hinbekommt. Aber man hört... wenig. "Der Wagen wurde zerlegt. Es wurden hier bröselige Kabel festgestellt und da dies und da jenes und dann und dann wird wieder daran gearbeitet" wäre unglaublich schön zu hören. Ich weiß, dass das recht viel verlangt ist, nach einer Vereins-Schraub-Sitzung auch noch was darüber zu schreiben - Ich war aber mal sehr neidisch, dass man sowas bei der IGN einfach hinbekommen hat.

Die Entscheidung, den "schlechteren" Wagen aufzuheben, kann sich, wenn man es am Ende hinbekommt, auch lohnen:
Ein Wagen, der jetzt eine Pinsel-HU gerade noch bekommt, ist in 8 Jahren dann auch ernsthaft fällig. Der Wagen, der von Grund auf in Ordnung gebracht wurde, gibt danach deutlich länger Ruhe.
Im Fall des ET12 wäre ein Wagen, der jetzt noch 8 Jahre schafft, vermutlich besser gewesen. Der Wagen gewinnt in den Jahren einiges an Historizität, die Reparaturen wieder "einfacher" macht.
Eine Aufwendige Aufarbeitung für den Liniendienst ist aber tendenziell der beste Fall. Dann musste man sich nämlich einfach um gar nichts kümmern.
Da vorhin die Frage nach den Sitzen aufgekommen ist, kommt hier eine Aufnahme aus dem Inneren des 156 von vor Weihnachten 2020. Die Perspektive ergab sich dadurch, dass nur mein Fotoapparat in den Wagen geklettert war, ich selbst aber nicht.

https://abload.de/img/img_3925hsjd4.jpg

Dann kam der Zwölfachser 1020 zur Sprache. Hier eine Aufnahme des 156 und des 1020 (bzw. eines Teils des 1020), die zufällig nebeneinander standen. Rechts im Hintergrund steht der 1018.

https://abload.de/img/img_391939jcc.jpg

Der Blick auf 1020 und 156 von der anderen Seite:

https://abload.de/img/img_3924obk22.jpg


Damit die Front des 1020 noch etwas zur Geltung kommt, hier eine Aufnahme vom 14.08.2020 (links im Bild der 1018)

https://abload.de/img/img_3468xskq9.jpg
Erst mal vielen Dank für die Antworten.

Lokleitung schrieb:
1.) Sowohl als auch. Die örtlichen Vereine hätten natürlich gerne einen Düwag als Museumswagen gehabt. In Zeiten, in denen dieses Ziel eher in weiter Ferne schien, haben einige Leute darauf geachtet, dass der „originalste“ (und technisch nicht schlechte) immer unter Dach stand, immer technisch okay bleibt und aus ihm keine Teile geplündert wurden. Als 2018 dann einiges verschrottet wurde, durfte der 156 ganz bewusst als möglicher Museumswagen verschont werden.

Also mit Absicht "irgendwie übriggeblieben". Ist ja auch gut. Jedenfalls sieht er im neuen Lack auch richtig gut aus - und schön, dass er seine Scheinwerfer behalten durfte.

Lokleitung schrieb:
2.) Entzieht sich meiner Kenntnis. Ich nehme mal an, dass man ihn wie die 1967er-Achtachser ausrüsten wird, bevor er in Betrieb geht.

Einige der Achtachser waren ja zu Reserve- bzw. Veranstaltungsverstärkerzwecken RHB-tauglich. Es waren meines Wissens nicht alle, und ich weiß auch nicht, ob es dieses Kriterium überhaupt noch gibt.

Brauchen wird man es eher nicht. Wenn es auch weiterhin Fahrten der Altbauzüge nach Bad Dürkheim gibt, wird man dafür wohl weiterhin eher 38 m als 27 m nehmen.

Lokleitung schrieb:
3.) das ist noch eine große Baustelle. Bis der mal vielleicht wieder fährt, besteht mit absoluter Sicherheit kein Bedarf mehr für Kurbelwagen im Linienbetrieb.

Und der 1020 ist genau das beste Beispiel dafür, welch gigantische Fehler man machen kann, wenn man aus solchen Gründen wie „nicht sinnlos historische Substanz zu vernichten“ den vermeintlich „historischeren“ Wagen als Museumsstück auswählt, ohne Rücksicht auf Rost- und Kabelschäden, anstatt einen „nicht ganz so historischen“, im Grunde aber betriebsfähigen Wagen (damals der 1019) am Leben zu halten und nach und nach in den Zustand zu versetzen, den man haben möchte. Und diese Fehler hat ausdrücklich nicht die rnv gemacht.

Schade, der würde da gut reinpassen.
kaufhalle schrieb:
Erst mal vielen Dank für die Antworten.
Gerne.

kaufhalle schrieb
Einige der Achtachser waren ja zu Reserve- bzw. Veranstaltungsverstärkerzwecken RHB-tauglich. Es waren meines Wissens nicht alle, und ich weiß auch nicht, ob es dieses Kriterium überhaupt noch gibt.

Brauchen wird man es eher nicht. Wenn es auch weiterhin Fahrten der Altbauzüge nach Bad Dürkheim gibt, wird man dafür wohl weiterhin eher 38 m als 27 m nehmen.
Ja, eben, es waren nur die vier Achtachser des Baujahrs 1967, die 1970 bzw. 1981 aus Sechsachsern umgebaut wurden (148-151). Möglicherweise wird der 156 ja entsprechend nachgerüstet, wenn man ihn jetzt sowieso anfassen muss. Das würde die Disposition der Fahrzeuge einfacher machen. Aber wie gesagt, ich weiß es nicht.

kaufhalle schrieb
Schade, der würde da gut reinpassen.
Klar :)

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

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Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 09:38.
War der 1019 also vom Zustand her um einiges besser, oder wie kann ich es verstehen?

Straßenbahn-Begeisterter aus Krefeld! Favorit: Düwag M8C ;)
Meine eigene, ausführliche Website zum Nahverkehr in Krefeld: [strassenbahn-bus.de]
Meine Bahn und Busvideos: [www.youtube.com]
Meine DSO-Fotobeiträge:
[www.drehscheibe-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 09:57.
Mal ganz unabhängig von den Querelen: Von mir vielen Dank an die Verantwortlichen dafür, dass diese Fahrzeuge wieder eingesetzt werden! :)

Anderswo leider undenkbar. :(

Salut,
Inox
Prinzipiell hast Du Recht. Aber nicht nur die ET12 sind einzigartig, auch die Gelenkbeiwagen EB6 wurden nur für die RHB gebaut.

Das Thema 1020 könnte man lange diskutieren, aber eigentlich führt es zu nichts, alte Geschichten aufzuwärmen. Um nach vorn zu schauen: zur Aufarbeitung des 1020 bedarf es extrem viel Arbeit und Geld. Der Wagen gehört weiterhin der rnv und die hat „das Sagen“.

Die IGN ist durch die sich nun schon extrem lange dauernde Aufarbeitung des HSB 44 stark belastet. Auch diese Verzögerungen entstanden aus Gründen, die der Verein nicht zu vertreten hatte. Wenn der Wagen irgendwann mal fertig ist - und auch das dauert noch - wird sich zeigen, was als Nächstes ansteht.

Immerhin wurde der HSB 218 a.k.a Schöneiche 43ll zurückgeholt und somit hoffentlich gesichert.

Ich persönlich könnte mir als nächstes Projekt den Typ Mannheim 455 / Helsinki 154 vorstellen.

Der 501 gehört weiterhin der rnv und ist in einem üblen Gesamtzustand. Wenn er mit einigermaßen vertretbarem Aufwand betriebsfähig zu machen gewesen wäre, dann hätte man ihn sicher jetzt dem 156 vorgezogen. Und so sehe ich diesen Wagen in den nächsten zehn Jahren bestenfalls als „Standmodell“.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr

Teilweise. Er war ja Anfang der 1980er Jahre mal teilweise ausgebrannt, und einige Wagenteile wurden damals bei Düwag neu aufgebaut und waren daher von der Substanz an vielen Stellen deutlich besser als der 1020.

Aber genau das war der Grund, warum er damals von einigen Fuzzys abgelehnt wurde, weil in den Zwischentüren eckige statt abgerundete Fensterrahmen eingebaut waren und weil die Seitenverkleidungen statt aus echtem Holz aus Resopal waren.

Aber er hatte eine gültige, recht frische Hauptuntersuchung. Man hätte die vorgenannten Kleinigkeiten im Laufe der Zeit alle ändern können, nahm aber lieber den 1020, der fast nur noch aus Rost bestanden hatte.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:14.
Ich find es positiv, das man mit diesen Fahrzeugen versucht eine Stabilisierung bzw. Ausweitung des Angebot an Fahrten für die Kunden zu erreichen.

Ich bin erstaunt, welchen Aufwand und welche Mühe man sich dabei bei der rnv gibt.

Ob das Fahrzeug dabei in historisch einwandfreiem Zustand ist, das ist für mich als Kunde unerheblich. Ich freue mich, wenn die Bahnen fahren
ferdimh schrieb:
25,26,31: Erhalten als Fahrleitungsenteisungswagen und als eiserne Reserve. Mittlelfristig werden wohl 25 ud 31 in den Liniendienst zurückkehren. Ein Wagen bleibt als Museumstriebwagen.
25 und 31 kehren in den Liniendienst zurück? Das ist aber interessant. Bis jetzt wusste ich nur von einem morgendlichen Schülerkurs von Eberstadt nach Alsbach und wieder zurück. An welche Einsätze denkt man für die Wagen 25+31 denn?

Gruß, Gambrinus!
Zitat:
An welche Einsätze denkt man für die Wagen 25+31 denn?
Das ist (mindestens mir) zur Zeit nicht bekannt.
Man hat hier vielfältige Möglichkeiten, schließlich ist mit Beiwagen sehr weitreichender Einsatz möglich. Unklar ist nur die Einsatzmöglichkeit auf der 3, da dort Haltestellen umgebaut wurden.
ferdimh schrieb:
Zitat:
An welche Einsätze denkt man für die Wagen 25+31 denn?
Das ist (mindestens mir) zur Zeit nicht bekannt.
Man hat hier vielfältige Möglichkeiten, schließlich ist mit Beiwagen sehr weitreichender Einsatz möglich. Unklar ist nur die Einsatzmöglichkeit auf der 3, da dort Haltestellen umgebaut wurden.
Warum sollen die beiden Wagen denn überhaupt wieder in den Liniendienst zurückkehren? Mir ist gerade kein Grund präsent, warum man überhaupt über eine Rückkehr in den Liniendienst nachdenkt.
Sind sehr viele Neufahrzeuge zurzeit außer Betrieb oder ist der Planbedarf aus irgendeinem Grund gestiegen?

Gruß, Gambrinus!
Es gibt offensichtlich dauerhaften Wagenmangel. Zu den Ursachen kann ich nicht soo viel sagen, aber es sind seit 2007 schleichende Angebotsverbesserungen passiert und Angebotsverschlechterungen zurückgenommen worden (Hier sei z.B. die Umstellung der Linie 3 von 6x+4x auf Solo-8x-Tw zu nennen). Der Fahrzeugmehrbestand durch die ST14 wird von den Verlängerung an den Enden des Linienbündels 6/7/8 bis 2011 schon zur Hälfte aufgefressen. Auf der 3 können (konnten? mir wurde mal zugetragen, dass es mittlerweile ginge, ich habe es aber nie erlebt) keine 12x-Züge eingesetzt werden - dafür passten 2007 die 6x+4x Züge sowohl an die Haltestellen als auch auf die Auslastung der Linie. Die folgende Umstellung auf einen dichteren Takt band, wenn ich mich richtig erinnere, ein Fahrzeug mehr.
Daraus würde folgen, dass seit 2011 der Fahrzeugbestand ähnlich knapp ist, wie vor der Beschaffung der ST14. Seitdem haben wir neun Fahrplanwechsel erlebt, bei denen das Angebot wohl eher nicht gekürzt wurde.

Mein Zeitgefühl ist dank Corona etwas kaputt, aber es gab in der näheren Vergangenheit eine Umstellung des Fahrplans, um einen Kurs einzusparen. Gleichzeitig sind auf der Linie 3 Verstärkerkurse als Buskurse ausgewiesen, und diese sind auch regelmäßig als Busfahrten anzutreffen. Zeitweise war auch noch die Linie 1 eingestellt.
Gleichzeitig zeigen meine Beobachtungen eine hohe Quote länger ausfallender ST13. Hier sind eigentlich immer Fahrzeuge für den Zeitraum eines halben Jahres nicht zu sehen.
Generell vermute ich, dass man sich hier, wie auch in vielen anderen Betrieben, mit der langfristigen Verfügbarkeit der (damals)Neufahrzeuge verrechnet hat, die sich nach einigen Jahren auf dem Niveau der Fahrzeuge, die sie ersetzen, einzupendeln scheint. In der Regel kommt es dabei auch mal zu einem Unterschwinger: Um 2010 waren die ca. 20 Jahre alten ST12 schrecklich unzuverlässig - jetzt scheint es die ST13 zu treffen. In Rhein/Neckar und Frankfurt sieht es ja nicht viel anders aus.
Ich hoffe daher, dass man sich, wenn denn tatsächlich mal ST15 kommen, daran erinnert, und Altfahrzeuge als eiserne Reserve aufhebt. Dass man tatsächlich mal genug Fahrzeuge beschafft, bin ich schon nicht mehr bereit zu glauben; Vorrat für Angebotsausweitungen erscheint wohl kurzfristig Blödsinn.

Re: Geht es hier eigentlich noch um [MA/LU] ?

geschrieben von: E44 1152

Datum: 15.01.21 10:07

Wenn nicht, dann mache doch einfach einen eigenen Beitrag mit DEINEM Thema auf.

Danke.

E44 1152
ferdimh schrieb:
Es gibt offensichtlich dauerhaften Wagenmangel. Zu den Ursachen kann ich nicht soo viel sagen, aber es sind seit 2007 schleichende Angebotsverbesserungen passiert und Angebotsverschlechterungen zurückgenommen worden (Hier sei z.B. die Umstellung der Linie 3 von 6x+4x auf Solo-8x-Tw zu nennen). Der Fahrzeugmehrbestand durch die ST14 wird von den Verlängerung an den Enden des Linienbündels 6/7/8 bis 2011 schon zur Hälfte aufgefressen. Auf der 3 können (konnten? mir wurde mal zugetragen, dass es mittlerweile ginge, ich habe es aber nie erlebt) keine 12x-Züge eingesetzt werden - dafür passten 2007 die 6x+4x Züge sowohl an die Haltestellen als auch auf die Auslastung der Linie. Die folgende Umstellung auf einen dichteren Takt band, wenn ich mich richtig erinnere, ein Fahrzeug mehr.
Daraus würde folgen, dass seit 2011 der Fahrzeugbestand ähnlich knapp ist, wie vor der Beschaffung der ST14. Seitdem haben wir neun Fahrplanwechsel erlebt, bei denen das Angebot wohl eher nicht gekürzt wurde.

Mein Zeitgefühl ist dank Corona etwas kaputt, aber es gab in der näheren Vergangenheit eine Umstellung des Fahrplans, um einen Kurs einzusparen. Gleichzeitig sind auf der Linie 3 Verstärkerkurse als Buskurse ausgewiesen, und diese sind auch regelmäßig als Busfahrten anzutreffen. Zeitweise war auch noch die Linie 1 eingestellt.
Gleichzeitig zeigen meine Beobachtungen eine hohe Quote länger ausfallender ST13. Hier sind eigentlich immer Fahrzeuge für den Zeitraum eines halben Jahres nicht zu sehen.
Generell vermute ich, dass man sich hier, wie auch in vielen anderen Betrieben, mit der langfristigen Verfügbarkeit der (damals)Neufahrzeuge verrechnet hat, die sich nach einigen Jahren auf dem Niveau der Fahrzeuge, die sie ersetzen, einzupendeln scheint. In der Regel kommt es dabei auch mal zu einem Unterschwinger: Um 2010 waren die ca. 20 Jahre alten ST12 schrecklich unzuverlässig - jetzt scheint es die ST13 zu treffen. In Rhein/Neckar und Frankfurt sieht es ja nicht viel anders aus.
Ich hoffe daher, dass man sich, wenn denn tatsächlich mal ST15 kommen, daran erinnert, und Altfahrzeuge als eiserne Reserve aufhebt. Dass man tatsächlich mal genug Fahrzeuge beschafft, bin ich schon nicht mehr bereit zu glauben; Vorrat für Angebotsausweitungen erscheint wohl kurzfristig Blödsinn.
Vielen Dank für den ausführlichen Text! Bin sehr gespannt, was sich demnächst in Darmstadt bzgl. Altwagen-Einsatz so tun wird und hoffe auf interessante Berichte diesbezüglich!

Euch allen einen schönen Abend!

Gruß, Gambrinus !
Ich finde es gut das sie den Fahrzeuge noch ein zweites Leben schenken. Aber man konnte statt den 2156 den 501 restaurieren, da er Barrierefrei im Mittelteil ist. Vill. folgt er auch mal.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.21 12:47.
Vielleicht hast Du ja gelesen, was ich etwas weiter oben geschrieben habe...

Zitat Lokleitung
Der 501 gehört weiterhin der rnv und ist in einem üblen Gesamtzustand. Wenn er mit einigermaßen vertretbarem Aufwand betriebsfähig zu machen gewesen wäre, dann hätte man ihn sicher jetzt dem 156 vorgezogen. Und so sehe ich diesen Wagen in den nächsten zehn Jahren bestenfalls als „Standmodell“.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr

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