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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Silli schrieb:
Synthetisch hergestellte Kraftstoffe sind aber in der Regel reiner als herkömmliche Kraftstoffe, sodass sie sauberer verbrennen. In sofern würden sie auch helfen, die Luft sauberer zu bekommen. Funktionierende Filteranlagen könnten ebenso helfen, aber da mangelt es anscheinend am politischen Willen, diese durchzusetzen. Stattdessen schraubt man an den Grenzwerten für die Prüfstandsfahrt, was irgendwie sinnfrei ist, da die dort ermittelten Werte selten mit der Praxis zu tun haben. Das Ganze dann hin bis zu extra Aufwand, um die Zahlen auf den Papier sauber zu bekommen, anstatt die Forschung darauf zu konzentieren, die Werte in der Praxis abzusenken. Umweltspur scheint ein Begriff in Düsseldorf für kombinierte Rad-Bus-Spuren zu sein, laut [rp-online.de] stehen diese aber schon wieder vor dem aus. Schade eigentlich, denn Rad und ÖV sollten in den Städten durchaus Vorrang genießen, da sie nicht wertvollen Platz für Parkplätze benötigen, der gerade in Städten knapp ist.
Ja, das hatte ich oben ja auch schon mal erwähnt gehabt. Trotzdem würden sich Geruchsbelästigungen natürlich nicht vermeiden lassen. Aber die bestehenden Grenzwerte hätte man in der Tat mit brauchbaren Verfahren überprüfen können statt auf manipulierbare Teststandmethoden zu setzen.

Aber genauso müsste sichergestellt sein, dass nicht unter dem Deckmantel von Klima- und Umweltschutz an der Einhaltung von Luftschadstoffwerten geschraubt wird und es andernorts zu Klima- und Umweltschäden kommt.

Zitat:
Man könnte aber auch batteriebetriebene Fahrzeuge ans Netz hängen, die dann laden, wenn zu viel Strom da ist. Die meisten PKW stehen ohnehin 23 von 24 Stunden am Tag ungenutzt herum. Anfangen könnte man mit den Strommengen, die jedes Jahr ins Ausland verklappt werden, zum Teil sogar gegen Bezahlung. Aber deutsche Energiepolitik kennt traditionell keine Konzepte, da wundert es dann auch nicht, dass die deutschen Strompreise die höchsten der Welt sind.

Das ändert aber nichts daran, dass große Strommengen irgendwohin transportiert müssen, wo sie bislang nicht gebraucht wurden. Der Leitungsbau wäre nicht unproblematisch. Und übrigens wird der Strom, den Deutschland ins Ausland exportiert, dort natürlich auch ge- und verbraucht. Mit anderen Worten: Die bisherigen Abnehmer müssten stattdessen Strom auf anderem Wege herstellen, und das hätte dann wieder dieselben Konsequenzen.

Übrigens: 23 Stunden Stillstand hin oder her, aber ich möchte nicht die Klagen der E-Autofahrer hören, wenn überraschenderweise das Laden dann doch nicht geklappt hat.

Zitat:
Der Strom für Raffinerie und co. ist aber auf dem gleichen Weg entstanden. Der Vorteil von Strom ist natürlich, dass er sich mit hohen Wirkungsgraden über die Leitungen übertragen lässt, was ein Grund ist, warum die Bahnen bereits früh auf elektrische Zugförderung umgestellt haben. Nachteil von Strom ist natürlich, dass seine Speicherung nicht trivial ist, wobei in den letzten Jahren durchaus erhebliche Fortschritte gemacht wurden. Über mangelnde Reichweite meines Stromers kann ich mich jedenfalls nicht beklagen. Ladesäulen gibts auch in adequater Menge zum aktuellen Bestand. Das konnte Carl Benz über Tankstellen jedenfalls nicht behaupten, aber die sind ja auch mit der Zeit gewachsen. Die Brandgefahr eines Elektroauto ist nach aktuellen Stand 1:45, d.h. Verbrenner-PKW brennen 45 mal häufiger, als ihre elektrischen Pendants. Da aber über jedes brennende Elektroauto berichtet wird, entsteht in der Bevölkerung ein anderes Bild, weil die 15000 Autos, die jedes Jahr einfach so abbrennen, natürlich keine Schlagzeile wert sind. Was natürlich stimmt, dass Erfahrung beim Löschen fehlt und dieses auch nicht so trivial ist. Die KFV Segeberg ist da auf eine geniale Idee gestoßen, statt tausende Liter Wasser tut es ihrer Erfahrung nach auch eine simple Löschdecke: [www.kfv-segeberg.org]

Grüße
Silli

Tja, aber über große Strecken verliert sich halt doch ein Gutteil des Stroms sinnlos als Wärme, und Batterien können bei weitem nicht so viel Energie speichern wie ein simpler Kraftstofftank.

Was die Brandgefahr angeht, so brennen natürlich Verbrenner häufiger als Stromer, aber es gibt ja auch viel mehr davon. Nur wenn sie dann brennen, reicht in der Regel ein einziges Tanklöschfahrzeug, um ein Auto mit Verbrennungsmotor zu löschen. Bei einem Batterieauto reicht das bei weitem nicht aus. Neulich hat eines sogar, nachdem es bereits als gelöscht galt, einen Tag später weitergebrannt. Du hast aber recht, dass Wasser eher nicht die Lösung sein wird. Mich würde nicht wundern, wenn demnächst rotlackierte Kipplaster mit Blaulicht auf dem Dach des Führerhauses durch die Gegend führen. Womöglich würde man so ein Teil dann "Sandlöschfahrzeug" nennen.

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: bauigel

Datum: 12.01.21 15:05

DTD schrieb:
Unendlich Straßenbahnen wird nicht gehen, so lange Voraussetzung für eine Förderung ein unabhängiger Fahrweg ist.

Das ist aber zwischenzeitlich nicht mehr so strikt Voraussetzung. Wobei straßenbündiger Gleiskörper weiterhin die Ausnahme (auch auf das konkrete Bauprojekt bezogen) sein muss und es dann noch eine sehr stichhaltige Begründung braucht, um dafür Geld zu bekommen.

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: Ruhri

Datum: 12.01.21 16:39

bauigel schrieb:
Das ist aber zwischenzeitlich nicht mehr so strikt Voraussetzung. Wobei straßenbündiger Gleiskörper weiterhin die Ausnahme (auch auf das konkrete Bauprojekt bezogen) sein muss und es dann noch eine sehr stichhaltige Begründung braucht, um dafür Geld zu bekommen.

Ja, das mit dem unabhängigen bzw. besonderen Gleiskörper als Voraussetzung für die Förderfähigkeit ist Legendenbildung. Die neue Strecke der Bogestra in Bochum-Langendreer verläuft zu einem großen Teil straßenbündig, ist aber nichtsdestotrotz gefördert worden.
Silli schrieb:
Man könnte aber auch batteriebetriebene Fahrzeuge ans Netz hängen, die dann laden, wenn zu viel Strom da ist. Die meisten PKW stehen ohnehin 23 von 24 Stunden am Tag ungenutzt herum.
Das bringt auf Langstrecken leider nichts. Eine Kollegin von mir hat davon mal berichtet, weil ihr Mann einen vollelektrischen Dienstwagen hat und sie so ab und zu mal zur Verwandtschaft fahren. Da gibt es in einem Ort eine einzige Ladesäule versteckt auf einem Innenhof. Andere Säulen - bei manchen Anbietern gehäuft - kassieren zwar, geben aber keinen Strom raus. Mancherorts sieht es so aus, als hätte man die Säulen wegen der Förderung gebaut, aber nie gepflegt. Etwas Vorbereitung und Planung von Alternativen ist also schon erforderlich.

Andererseits hätte das Auto bei sinnvoller Nutzung überwiegend den Zweck, vom abgelegenen Dorf zur nächsten Einkaufsmöglichkeit oder zum Arzt zu fahren, da reicht die Reichweite locker und in diesen Lagen hat man auch mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Stellplatz am Haus als in der Großstadt. Die Post fährt ja teilweise elektrisch. Wahrscheinlich ginge das auch für die meisten regionalen Handwerker, Lieferdienste und Entsorgungsbetriebe. Auf dem Bau müsste man für ausreichend Strom sorgen, dann stelle ich mit einen elektrischen Bagger auch angenehmer als einen Diesel vor.

Auch wenn man mal mehr vom Getränke- oder Baumarkt holen muss, der Facharzt etwas weiter entfernt ist usw., sehe ich die elektrische Reichweite noch als völlig ausreichend an. Beim Familienurlaub kommt es darauf an, es müsste sich aber machen lassen. Bei besonderen Anwendungen kann es schwierig werden, so sehe ich bei längeren Einsätze von Polizei, Feuerwehr und THW größere Probleme. So eine Feuerwehrpumpe kann man nicht mal eben aus der Steckdose speisen.

Silli schrieb:
Die KFV Segeberg ist da auf eine geniale Idee gestoßen, statt tausende Liter Wasser tut es ihrer Erfahrung nach auch eine simple Löschdecke: [www.kfv-segeberg.org]
Die Kameraden schreiben nicht, dass es ohne Wasser geht. Die Löschdecke wird eher als Hilfsmittel für die unmittelbare Gefahrenabwehr dargestellt, das zwar Rauch- und Brandausbreitung verhindert, aber keine nennenswerte Löschwirkung hat ("nicht wirklich gelöscht"). Was man dann mit dem Auto macht - brennend auf den Abschleppwagen oder vor Ort wie bei E-Autos üblich in einen mobilen Tank ziehen und fluten - bleibt offen. Der Vorteil ist, dass man Zeit gewinnt, um mit wenig Personal die endgültige Lösung vorbereiten und anwenden zu können.

Elektroautos mit U-Bahnen zu vergleichen, ist ohnehin wenig zielführend. Bei vernünftiger Anwendung haben beide einen ganz anderen Einsatzbereich. Eine U-Bahn bringt zwischen den Dörfern nichts (außer im Sinne von unabhängig von anderen Verkehrswegen) und die Verkehrsleistung von U-Bahnen bekommt man in Innenstädten mit PKW nicht bewältigt. Schließlich schafft eine U-Bahn pro Stunde mehr Personen als die meisten Hauptstraßen Fahrezeuge pro Tag.

Gruß,
Sven

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: esTranvia

Datum: 12.01.21 17:56

Wenn ich die Beiträge lese, habe ich das Gefühl, ich bin im falschen Film . Es geht den meisten ja offensichtlich gar nicht um Schienenverkehr, sondern um Autoverkehr. Vielleicht sollte das Straßenbahn Forum in Pkw Forum ungenannt werden. Keiner hat offenbar Interesse daran,den automobilen Irrsinn zu stoppen, um unsere Städte wieder lebenswert gestalten zu können. Und wie in allen Bereichen, hilft nur der Griff ins Portemonnaie. Autofahren muss deutlich teurer werden. Auch wenn ich mich wiederhole. Die Straßenbahn ist die Zukunft der Städte. Und kostet im Übrigen nur 1/10 einer U-Bahn, von den Unterhaltungskosten ganz zu schweigen.

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: sepruecom

Datum: 13.01.21 02:24

Nein, die U-Bahn ist die Zukunft des Stadtverkehrs. Zumindest überall dort, wo große Fahrgastmengen transportiert werden müssen. Außerdem hat sie durch ihre unterirdische Führung einen Geschwindigkeitsvorteil (Kreuzungsfreiheit). In die meisten bestehenden inneren Städte lassen sich nunmal schlecht Hochbahnanlagen für Kreuzungsfreiheit integrieren. Das höhere Fassungsvolumen einer U-Bahn ist in bestimmten Situationen ebenfalls von großem Vorteil.

Nein, der Bus ist die Zukunft des Stadtverkehrs. Gleise und Fahrzeuge sind teuer, und es lohnt sich nicht, einen Quartiersbus im 20-Minuten-Takt durch eine Straßenbahn zu ersetzen.

Ja, die Straßenbahn ist die Zukunft des Stadtverkehrs, für mittelgroße Fahrgastmengen. Überall dort, wo es zu wenig Fahrgäste für eine U-Bahn, aber zu viele für einen reinen Busverkehr gibt. Die Straßenbahn hat nunmal den Vorteil der Zugbildung, dieser sollte auch genutzt werden.

Wie du siehst, hat jedes Verkehrsmittel ihren eigenen Verwendungszweck. Selbst die vielgescholtene Seilbahn mag in einigen Situationen berechtigt sein, auch wenn sie in Deutschland in den meisten Fällen fehl am Platze ist. Dogmatisch an einem Verkehrsmittel festhängen (dabei ist es egal, ob U-Bahn, Stadtbahn, Straßenbahn oder Bus) ist unsinnig, da sie die örtlichen Gegebenheiten nicht berücksichtigt und eher ein Ausruck von "Hobbyisten-Einstellung" ist als von realistischer Verkehrspolitik.

Und ja, leider verweigern sich viele Politiker den Vorteilen der Straßenbahn. Diesen ein "Tram-Taliban"-Konzept vor die Füße zu legen ist aber genau so Quatsch, damit überzeugt man niemanden, man wird nur als "dieser Tram-Fanatiker da" abgestempelt. Die Wahrheit liegt nunmal in der Mitte, egal ob wir von Bus, Tram oder U-Bahn reden...

Man denke mal an München ohne U-Bahn, die Stadt wäre extrem aufgeschmissen. Selbst Nürnberg (das ja eine vergleichsweise kleine Stadt ist) fährt seinen 100-Sekunden-Takt entlang der U2/U3-Stammstrecke nicht zum Spass, sondern aus Bedarfsgründen (die U1 mit ihrem 3-Minuten-Takt und 80-Meter-Wagen dürfte wohl auch den Bedarf haben). Auch das würde mit einer Straßenbahn nicht wirklich machbar sein. Hamburg dagegen ist ein Extrembeispiel der anderen Seite, hier wäre ein ergänzendes Straßenbahnnetz dringend von Nöten. Allerdings weigert sich die Stadtpolitik (sowie auch ein nennenswerter Teil der Bevölkerung). Das Argument "ersetzen wir das Busnetz komplett durch eine Straßenbahn" würde aber dennoch nicht zum Ziel führen und die Kosten extrem erhöhen...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
esTranvia schrieb:
Wenn ich die Beiträge lese, habe ich das Gefühl, ich bin im falschen Film . Es geht den meisten ja offensichtlich gar nicht um Schienenverkehr, sondern um Autoverkehr. Vielleicht sollte das Straßenbahn Forum in Pkw Forum ungenannt werden. Keiner hat offenbar Interesse daran,den automobilen Irrsinn zu stoppen, um unsere Städte wieder lebenswert gestalten zu können. Und wie in allen Bereichen, hilft nur der Griff ins Portemonnaie. Autofahren muss deutlich teurer werden. Auch wenn ich mich wiederhole. Die Straßenbahn ist die Zukunft der Städte. Und kostet im Übrigen nur 1/10 einer U-Bahn, von den Unterhaltungskosten ganz zu schweigen.
Ja, das mag richtig sein. Aber eine U-Bahn amortisiert sich bei entsprechendem Fahrgastaufkommen auch wieder recht schnell. Hierbei bitte nicht nur über die Fahrgasteinnahmen, sondern auch über die ersparten externen Kosten beim Auto an der Oberfläche nachdenken. Mit einem guten ÖV-Netz geht meist auch eine City-Maut einher, weshalb auch hier Einnahmen generiert werden können.
Man stelle sich mal vor, London würde von heute auf morgen seine U-Bahnen dicht machen und die Congestion Charge abschaffen. Dann würde das Auto da weite innerstädtische Landstriche verwüsten ;)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 10:31.

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: esTranvia

Datum: 13.01.21 14:42

Die Straßenbahn kann sehr gut zur ökologischen Verkehrswende beitragen, wenn man es ernst meint. Nämlich dann, wenn man dem Autofahrer Platz wegnimmt und diesen Platz der Straßenbahn widmet. Wir brauchen keine anderen Autos,sondern weniger. Mit Vorrangschaltungen kann die Tram der Ubahn schon was abgewinnen. Zumindest in den meisten Städten. Schon mal in Toronto gewesen oder in Melbourne, die Stadt mit dem weltweit größten Tramnetz?

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: Ruhri

Datum: 13.01.21 15:38

esTranvia schrieb:
Die Straßenbahn kann sehr gut zur ökologischen Verkehrswende beitragen, wenn man es ernst meint. Nämlich dann, wenn man dem Autofahrer Platz wegnimmt und diesen Platz der Straßenbahn widmet. Wir brauchen keine anderen Autos,sondern weniger. Mit Vorrangschaltungen kann die Tram der Ubahn schon was abgewinnen. Zumindest in den meisten Städten. Schon mal in Toronto gewesen oder in Melbourne, die Stadt mit dem weltweit größten Tramnetz?
Mir fällt da etwas ein, was die Bogestra kommuniziert hatte, als die erste Teilstrecke bis zum S-Bahnhaltepunkt Langendreer eröffnet worden ist: Die Straßenbahn solle als "Verkehrsquirl" dienen. Gemeint war wohl damit, dass die Autos sich brav hinter den Zügen einzureihen und an Haltestellen auch zu warten hätten, zumindest dort, wo ein überholen schwer oder gar nicht möglich ist. So etwas schafft dann natürlich auch immer Möglichkeiten für den kreuzenden Verkehr.

Straßenbahn statt U-Bahn!

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:10

Auch wenn es im Artikal kaum erwähnt wird:

Die Studie auf die sich der BUND bezieht (und die auch vom BUND vorgestellt wurde) vergleicht U-Bahnnen mit Straßenbahnen. Einige Amortisierungszeiten darus:

U-Bahn (Berlin U9 Nord): 109 Jahre
U-Bahn (Berlin U6 TXL): 230 Jahre
Straßenbahn Schotter oder Rasenoberbau: 8,4 Jahre
Straßenbahn Rillengleis auf fester Fahrbahn in Asphalt: 9,1 Jahre

Für Details siehe
[www.stadtfuermenschen.org]

Entsprechen forder auch der BUND Frankfurt Straßen- statt U-Bahnen zu bauen:
[www.bund-frankfurt.de]

Und das ist ja nur der Kohlenstoffdioxidaspekt. U-Bahnen kosten in Bau und Betrieb / Instandhaltung auch ca das 10-fache von Straßenbahnen; bei gegebenen Budget kann man also für den ÖPNV mit Straßenbahnen viel mehr erreichen.

Re: Laut Bund sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:16

Jochen-1958 schrieb:
Man muss die U-Bahn mal ins Verhältnis zu etwas setzen - Quadratmeter umbauter Raum zu einer Straße mit gleicher Kapazität...
Der Vergleichsmaßstab ist hier eher nicht die "Straße" (mit welchem Verkehrsmittel überhaupt - Bus? Fußgänger? Radfahrer? E-Roller?), sondern die Straßenbahn.

Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:18

sepruecom schrieb:
Nein, die U-Bahn ist die Zukunft des Stadtverkehrs. Zumindest überall dort, wo große Fahrgastmengen transportiert werden müssen. Außerdem hat sie durch ihre unterirdische Führung einen Geschwindigkeitsvorteil (Kreuzungsfreiheit). In die meisten bestehenden inneren Städte lassen sich nunmal schlecht Hochbahnanlagen für Kreuzungsfreiheit integrieren. Das höhere Fassungsvolumen einer U-Bahn ist in bestimmten Situationen ebenfalls von großem Vorteil.

Die U-Bahn verliert aber ihren Geschwindigkeitsvorteil durch kurze Haltabstände. Da erscheint mit eine S-Bahn (wo nötig auch im Tunnel) mit hoher Geschwindigkeit und größeren Haltabständen sinnvoller. Und die Zubringer- / Feinverteilungsfunktion kann die Straßenbahn klimafreundlicher (Faktor 20) und kostengünstiger (Faktor 10) übernehmen.

Re: Die Irrtümer des BUND

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:23

nozomi07 schrieb:
Von der Unsitte, irgendeine Nichtmeldung zu posten, nur um seinen unreflektierten Senf dazuzugeben, mal abgesehen.

E-Autos[…]
Da gibt es keine "Irrtümer des BUND". Der BUND fordert mehr Straßen- statt U-Bahnen. Die Elektroautos wurden erst hier im Forum in die Diskussion gebracht.

Re: Hallo holub! Neues Jahr, gleicher Mist.

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:25

401/402 schrieb:
hessenbahner schrieb:
Schaut euch doch mal den Namen, das Registrierungsdatum, und die bisherigen Beiträge des Users an.

Schön wie einige wieder mal über sein Stöckchen gesprungen sind. Antworten werden von ihm sicher nicht kommen.

9 Antworten innerhalb von 30 Minuten...
Ganz deiner Meinung.

Ausgangsbeitrag gelesen, aufs Userprofil geklickt und geschaut, ob er seit heute Morgen nochmal auf seinen eigenen Beitrag geantwortet hat. Natürlich nicht. Warum auch? Es holubt mal wieder.
Ein guter Troll kann durchaus eine Bereicherung für ein Forum sein, und Anstoß zu interessanten Diskussion geben. Auch die Haltung von Hofnarren ist nicht sinnlos.

Re: Die Irrtümer des BUND

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:29

Fastrider schrieb:
Gernot schrieb:
Diese oft angeführte These bezweifle ich. In meiner Heimatstadt Köln hat nur ein Bruchteil der Tunnelkilometer dazu geführt, dass an der Oberfläche mehr Platz für die Autos ist. Der so gewonnene Raum kam meist den Fußgängern, Radfahrern und ein paar neu gepflanzten Bäumen zugute. Die Zahl der Fahrspuren blieb aber meist gleich. Höchstens dass die Autos sich die Spur nicht mehr mit der Straßenbahn teilen müssen, was aber für beide Seiten Vorteile hat.
In München ist es auch so. Es sind in erster Linie Strecken im Strassenraum verschwunden. Von der Kapazität könnte der Verkehr weder mit Tram noch mit Autos bewältigt werden. Tram müsste teilweise im 20s-Takt fahren.

Dennoch sollte man sich fragen, ob statt der U-Bahn nicht eine Kombination von S-Bahn und Straßenbahn sinnvoller gewesen wäre- Erstere ist schneller als die U-Bahn, letztere viel billiger (und durch die oberirdischen Haltestellen ist der Zugang schneller). Ich sehe wenig Raum für die U-Bahn als Verkehrsmittel dazwischen.

Re: Laut Bund sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 13.01.21 19:33

Käfermicha schrieb:
Die Kritik dass die Bauindustrie bei der CO2 Produktion liefern muss ist durchaus berechtigt.

Das zum Anlass zu nehmen Bauprojekte in Frage zu stellen ist es aber nicht. Das ist wie mit Fliegen. Verzicht ist keine Lösung, wir brauchen technische Lösungen.
Ersatz durch Alternativen kann eine Lösung sein: Schienen-HGV statt Kurzstreckenflügen. S- und Straßenbahnen statt U-Bahnen.
NBStrecke schrieb:
Auch würden sich die stark steigenden Staub-Konzentration aufgrund diverser Flächen-Bombardements kühlend aufs Weltklima auswirken, so der Schund. Optimal wäre ein nuklearer Winter nach einem kleinen Atomraketen-Scharmützelchen.
Leider lässt sich der Klimawandel nicht so einfach umkehren. Der nukleare Winter würde nur wenige Jahre dauern, aber die erhöhte Kohlenstoffdioxidkonzentration bliebe uns dennoch für viele Millionen Jahre erhalten.
Silli schrieb:
Nebenbei bemerkt: Nur ein Teil der Energie von Flüssigtreibstoffen wird überhaupt im Verkehrssektor verbraucht, ein nicht unerheblicher Teil landet in der Ölheizung, die man auch durch eine Wärmepumpe mit erheblich niedrigeren Verbrauch ersetzen könnte.
Für Ölheizung gebaute Heizungssysteme (mit Radiatoren) benötigen oft hohe Vorlauftemperaturen. Bei hohen Vorlauftemperaturen sind Wärmepumpen recht ineffizient. In den meisten Fällen lässt sich eine Ölheizung also nicht durch eine Wärmepumpe ersetzen. Meist ist es am sinnvollsten bei einer Heizung mit Brenner zu bleiben (z.B. Gas oder Pellets).

Re: Die Irrtümer des BUND

geschrieben von: sepruecom

Datum: 14.01.21 03:37

bedenkt man die Zahl der Stammstrecken der U-Bahn (3) sowie die Zahl der potentiellen Anschlussstrecken für die S-Bahn (die auch dann nicht höher wäre, wenn statt der U-Bahn zwei oder drei weitere S-Bahn-Stammstrecken durch die Stadt gebaut worden wären), ist das kein sehr zweckmäßiger Vorschlag. Vor allem ist die Münchner U-Bahn auch sehr gut ausgelastet. Es sind keine überdimensionierten Tunnelbauwerke, in denen alle Jubeljahre mal ne Bahn vorbei kommt (die U-Bahn von Palma de Mallorca kommt hier in den Sinn), sondern ein U-Bahn-Netz, das seit Jahren am Rande ihrer maximalen Kapazität balanciert (zumindest zu den Hauptverkehrszeiten und besonders der Frühspitze).

Davon abgesehen hat die S-Bahn in den meisten Städten (Berlin und auch Hamburg sind hier eher die Ausnahmen) vor allem die Bedeutung, Fahrgäste aus den Vororten hereinzuschaufeln. Es ist ja schön und gut, dass so eine 210-Meter-S-Bahn knapp doppelt so viel Fassungsvermögen hat wie eine 120-Meter-U-Bahn, aber die Bahnen kommen bereits gut ausgelastet in der Stadt an. Dadurch würde der Vorteil der längeren Züge ebenfalls verloren gehen, da diese bereits gut gefüllt an der Stadtgrenze ankommen würden. Und (für den Fall, dass der Haltestellenabstand innerhalb der Stadt U-Bahn-mäßig verringert würde), würden auch Fahrzeitgewinne stark zurück gehen, und damit das Gesamtsystem unattraktiver werden.

Es gibt sicherlich Beispiele für überdimensionierte/fehlplatzierte U-Bahn-Netze, München gehört da aber ganz sicher nicht dazu. Da kann man noch so sehr versuchen, zu argumentieren, ich fürchte, das führt zu nichts. Fakt ist, München wäre ohne seine U-Bahn aufgeschmissen, der Beweis ist täglich (außerhalb Corona-Zeiten) zu den Verkehrsspitzen zu beobachten.

Und es hilft auch nicht dem System Straßenbahn, wenn man versucht, ihr vollkommen überdimensionierte Aufgaben zuzuordnen. Damit landet man schnell in der "Tagträumer-Ecke", aus der man nicht so einfach rauskommt und auch nichts produktives erreichen kann.

Andererseits ist es ebenfalls klar, dass München neben der U-Bahn auch weitere Straßenbahnstrecken braucht. Letztendlich wäre fast das gesamte Metrobus-Netz Straßenbahnwürdig, plus ein paar andere, "normale" Buslinien.
Aber auch die U-Bahn braucht eine U9-Spange, vielleicht eine weitere Spange Hauptbahnhof - Kolumbusplatz und langfristig vielleicht sogar eine dritte Spange Max-Weber-Platz - Hauptbahnhof. Mit den letzten beiden Spangen könnte man außerdem den überlasteten Streckenabschnitt Hauptbahnhof - Marienplatz entlasten, da die "städtischen" Umsteiger eine solche Spange (die idealerweise über Marienplatz geführt werden sollte) benutzen könnten. Zur Eröffnung der S-Bahn wollte man ein Monopol auf diesen Streckenabschnitt für die DB haben, aber die Zeiten haben sich geändert, und die S-Bahn-Stammstrecke ist mindestens genau so chronisch überlastet wie die bestehenden U-Bahn-Strecken. Da würde ein Parallelverkehr nicht schaden...

Gruss, sepruecom

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Re: Laut BUND sind alle U-Bahnen schlecht fürs Klima

geschrieben von: sepruecom

Datum: 14.01.21 03:50

Jaha, Melbourne mit seinem größtenteils im Straßenplanum befindlichen Netz ist ein wirklich tolles Beispiel. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist im Bereich von 13-15 km/h (Vergleich München: ca. 20 km/h), und die Bahnen stehen dauernd im Stau. Den Investitionsstau möchte ich ebenfalls erwähnen: Nur knapp 40% des Fuhrparks ist niederflurig. Für mich als "Straßenbahnromantiker" ist das natürlich total super, für die Mutter mit Kinderwagen oder der Rollator-Oma nicht so. Den unteridischen Modal Split für den ÖPNV (der irgendwo im Bereich von 10% für alle Verkehrsmittel zusammen liegt) möchte ich gar nicht erwähnen (Hoppla). In München liegt dieser bei über 30%.

Ansonsten hat die Bahn eine massive Wirkung auf die Möglichkeit, ohne Auto in der ("inneren") Stadt zu leben, und ist nicht zuletzt auch deswegen so beliebt. Aber eine dringende und weitgehende Modernisierung ist dennoch notwendig, um sie gut in die Zukunft zu führen.

Toronto ist auch so eine Sache: Abgesehen von der außerordentlich aggressiven Fahrweise der Fahrer werden auch gerne "short-turns" verwendet, um den Fahrplan bei den zahlreichen Verzögerungen zu stablisieren (auch in dieser Stadt ist ein Großteil des Netzes im Straßenplanum). Ein nomineller 3-Minuten-Takt ist auf dem Papier recht schön, durch short-turns kann es aber schnell dazu kommen, dass mal ne halbe Stunde gar nichts kommt. Bei den Wintertemparaturen Torontos nicht sehr angenehm, im "Windchill" auf die Bahn zu warten. Immerhin hat die Stadt ihren Fuhrpark durchgehend modernisiert und ist nur noch mit Niederflurwagen unterwegs.

Gruss, sepruecom

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