DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 05 - Straßenbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Hier befindet sich das Bus-Forum (auch für O-Busse).
Hallo,

gestern sind letztmalig die Triebwagen 401 und 421 auf den Linien 308 und 318 unterwegs gewesen. Eine Abschiedsrunde habe ich mir wegen mehrerer Faktoren "erspart", allerdings bin ich schon als Kind gerne damit gefahren. Die Fahrten durch den Tunnel Gelsenkirchen oder die "Rennstrecke" an der Arena waren damals immer ein kleines Hightlight. Und wie es so ist... Planverkehr findet wenig Beachtung, daher habe ich davon nie so richtig Fotos gemacht. Was aber nicht daran hindert, die letzten beiden Fahrten festzuhalten.


https://w4zfs4h6u.homepage.t-online.de/piwigo/galleries/bus-und-strassenbahn/deutschland/bo_bogestra/401_003.jpg
Bochum-Innenstadt, Schauspielhaus


https://w4zfs4h6u.homepage.t-online.de/piwigo/galleries/bus-und-strassenbahn/deutschland/bo_bogestra/421_003.jpg
Bochum-Innenstadt, Bermuda3eck/Musikforum


Auf dem Weg nach Hause habe ich den Schleifwagen 678 bei seiner Arbeit entdecken können.

https://w4zfs4h6u.homepage.t-online.de/piwigo/galleries/bus-und-strassenbahn/deutschland/bo_bogestra/678_001.jpg
Bochum-Höntrop, Kirche
Schöne Bilder, danke! Mir war gar nicht bewusst, dass die Wagen jetzt doch so schnell schon alle weg sind.
Aber was ist denn mit "E-Haarzopf Erbach" auf dem zweiten Bild? Nach einer kurzen Recherche liegen da ja nichtmal Gleise (auch wenn Google es witzigerweise als "Bahnhof" deklariert). Verwunderlich also, dass der Wagen das überhaupt schildern kann. Oder können die Wagen eine Freitexteingabe? Auf jeden Fall wird sich dann der Fahrer wohl einen Spaß erlaubt haben...
Schöne Fotos, aus den Tunnelanlagen sieht man ja sonst nicht so oft welche. Ich persönlich finde es sehr schade, dass diese Wagen in Deutschland nun nach und nach ausgemustert werden. Ich finde sie rein konzeptionell gut aufgebaut (vor Allem im Gegensatz zu den GT6N/M/S und vor Allem optisch hervorragend schick.

Hoffentlich erhalten sie in Łódź nach und nach deren tolle Farben.
Die Bogestra gelangt ja mit eigenen Bussen bis Essen Haarzopf. Deshalb dürfte das hinterlegt und irgendwie mit anderer Nummer schilderbar sein.

Naja, der Innenraum der Wagen war okay, in Sachen Fahrkomfort trauere ich diesen Gleis fräsen nicht nach. Es werden wohl auch erste Wagen in Lodz ausgemustert, zumindest diejenigen, deren Fahrwerke offenbar in Bochum nicht saniert worden sind.
Zumindest lagen in Haarzopf mal Gleise, nicht nur bis Erbach, sondern noch weiter bis Fängershof. In Erbach befand sich aber eine Zwischenwendeschleife. Bis Erbach wurde nach der Stilllegung der Straßenbahn eine, mittlerweile auch wieder aufgegebene, Spurbusstrecke gebaut.
Und 1994 wurde mit den Neuen der Tunnel am Zoo eröffnet.
Gruß
Ingo

044A--image050.jpg
Hallo Ingo,

Was ein atemberaubendes Zeitdokument mit richtig viel Glück!

Grüße Stephan

ingo st. schrieb:
Und 1994 wurde mit den Neuen der Tunnel am Zoo eröffnet.
Gruß
Ingo

[attachment]
MissFitz schrieb:
Naja, der Innenraum der Wagen war okay, in Sachen Fahrkomfort trauere ich diesen Gleis fräsen nicht nach.
Naja, die EEFs sind wirklich nicht das wahre, aber ich bin dennoch wesentlich lieber mit ihnen gefahren als mit den Variobahnen. Seit die auf der 302 fahren, nutze ich die Linie eigentlich nur noch, wenn ich unbedingt muss, oder eben mit dezenter Widerwilligkeit. Allein schon aufgrund des mageren Sitzplatzangebots. Zu NF6D-Zeiten konnte ich auf dem Weg nach Buer zu 90% sitzen. Als die Variobahnen kamen, nahm die Stehzeit drastisch zu, zumal deren Doppelsitze ja nur doppelt nutzbar sind, wenn man auf Kuscheln steht, und man an anderen Sitzen keinen Platz für Füße oder Knie hat.

Und ich hoffe nach wie vor, dass man nach dem Einsatzende in Lodz einen Wagen wieder zurückholt, wenn schon keiner hier bleibt... hätte der Fahrzeugtyp als einer der ersten Serien-Niederflurwagen eigentlich verdient.

Aber vielleicht habe ich ja Glück, die Varios halten genauso wenig lange und nach ihnen kommt wieder etwas "benutzenswertes" ;-)

Ziele...

geschrieben von: THU

Datum: 14.11.20 18:02

gt670dn schrieb:
Verwunderlich also, dass der Wagen das überhaupt schildern kann.
Soweit ich weiß, haben/hatten Straßenbahnen immer denselben Datensatz drin wie die Busse (ggf. mit kleinen Abweichungen). Zumindest zu Vor-RBL-zeiten, wie das heute genau geht, weiß ich auch nicht.

Aber möglich ist vieles...

https://s12.directupload.net/images/201114/wji6lu3f.jpg

https://s12.directupload.net/images/201114/cag4ibsb.jpg

Übrigens keine gestellten Bilder. Das erste war, als an der Technik gebastelt und jede zweite Variobahn mit falschem, willkürlichen Ziel fuhr, das zweite war ein Fahrer auf der Suche nach dem richtigen Ziel für den Ersatzverkehr auf der 107.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.20 18:03.

Tw 401 auf seinen erstem Metern 1992

geschrieben von: Die Lorenmagd

Datum: 14.11.20 18:34

Huhu zusammen,

irgendwann im Frühjahr / Sommer 1992 unternahm Tw 401 als erster seiner Gattung seine ersten Meter aus eigener Kraft.

Leider ist mein Aufschrieb von damals weg, ich weiß das genaue Datum nicht mehr. Auch die Diascans müssen dank Unschärfe wiederholt werden

Um auf den ersten Metern niemanden zu stören, wurde in der Abstellanlage am Gelsenkirchener Parkstadion hin- und hergefahren.

Dorthin gelangte Tw 401 im Schlepp mittels Kupplungsadapter von Tw 330, gestartet wurde im Btf Gelsenkirchen.
Wer hätte gedacht, das Tw 330 länger im Einsatzbestand bleibt als 401...

43.jpg

49.jpg

50.jpg

39.jpg

40.jpg


Aleksandra grüßt!

Re: Ziele...

geschrieben von: derasselner

Datum: 14.11.20 18:42

Möglich ist scheinbar vieles, bei einer Betriebsstörung habe ich vor einigen Jahren auf der U43 in Dortmund einen NGT8 mit der Beschilderung "Asseln" gesehen. Für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Der Kurs hat am Ende der Zweigleisigkeit (Haltestelle Am Hagedorn) gewendet und ist wieder stadteinwärts gefahren.
"Asseln" war nie eine planmäßige Endstelle und ist ohne Zusatz auch kein Name irgendeiner Haltestelle. So eine Beschilderung habe ich dann auch nie wieder gesehen.

Re: Ziele...

geschrieben von: Kalle Grabowski

Datum: 14.11.20 20:47

derasselner schrieb:
Möglich ist scheinbar vieles, bei einer Betriebsstörung habe ich vor einigen Jahren auf der U43 in Dortmund einen NGT8 mit der Beschilderung "Asseln" gesehen. Für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Der Kurs hat am Ende der Zweigleisigkeit (Haltestelle Am Hagedorn) gewendet und ist wieder stadteinwärts gefahren.
"Asseln" war nie eine planmäßige Endstelle und ist ohne Zusatz auch kein Name irgendeiner Haltestelle. So eine Beschilderung habe ich dann auch nie wieder gesehen.
Ist nicht mit der Bogestra vergleichbar. Das ist einfach nur ein planmäßig nicht verwendetes Zwischenziel, ebenso wie Körne - war beides übrigens auch auf den letzten N8C-Zielfilmen (ab 2002) enthalten.
Tramfreak schrieb:
Schöne Fotos, aus den Tunnelanlagen sieht man ja sonst nicht so oft welche. Ich persönlich finde es sehr schade, dass diese Wagen in Deutschland nun nach und nach ausgemustert werden. Ich finde sie rein konzeptionell gut aufgebaut (vor Allem im Gegensatz zu den GT6N/M/S und vor Allem optisch hervorragend schick
Beim besten Willen, aber diese EEF-Konstruktion des Mittelwagens ist desaströs. Die sind viel zu schnell mürbe geworden, sind extrem schlecht gefedert und auch nicht unbedingt schonend für die Gleise aufgrund ihres ruckartigen Bewegungsverhaltens. Nein, dieses Konzept aus der Frühphase der Niederflurzeit war noch nicht der große Wurf.
CHB schrieb:
Beim besten Willen, aber diese EEF-Konstruktion des Mittelwagens ist desaströs. Die sind viel zu schnell mürbe geworden, sind extrem schlecht gefedert und auch nicht unbedingt schonend für die Gleise aufgrund ihres ruckartigen Bewegungsverhaltens. Nein, dieses Konzept aus der Frühphase der Niederflurzeit war noch nicht der große Wurf.
Mal rein sachlich, bleibt davon denn einer in Deutchland, oder wird diese Episode ausradiert?

Jan Borchers schrieb:
Mal rein sachlich, bleibt davon denn einer in Deutchland, oder wird diese Episode ausradiert?
Von den Bochum-Gelsenkirchenern nicht. Die gehen alle ausnahmslos nach Polen. Ich fand den Fahrkomfort dieser Rappelkisten auch fürchterlich.

Salut,
Inox
Inox schrieb:
Von den Bochum-Gelsenkirchenern nicht. Die gehen alle ausnahmslos nach Polen. Ich fand den Fahrkomfort dieser Rappelkisten auch fürchterlich.
Das wird ja auch einigen Konstruktionen aus den 1950ern nachgesagt und so manches Fahrzeug steht heute hoch im Kurs. Letztlich muss man sich auch Gedanken machen, was man von diesem (Irr-?)Weg historisch erhalten will. Die Auslöschung großer Teile der ersten Niederflurgeneration wäre fraglos ein Fehler. Immerhin hat Bremen mit seinem Konzept hier ja schon vorgeplant.

Was bleibt

geschrieben von: MissFitz

Datum: 14.11.20 23:14

In Düsseldorf gibt es doch einen der Prototypen im historischen Bestand - zwar nicht fahrfähig, aber das geht mit Wagen aus dieser Zeit wohl dauerhaft ohnehin nicht
Jan Borchers schrieb:
Inox schrieb:
Von den Bochum-Gelsenkirchenern nicht. Die gehen alle ausnahmslos nach Polen. Ich fand den Fahrkomfort dieser Rappelkisten auch fürchterlich.
Das wird ja auch einigen Konstruktionen aus den 1950ern nachgesagt und so manches Fahrzeug steht heute hoch im Kurs. Letztlich muss man sich auch Gedanken machen, was man von diesem (Irr-?)Weg historisch erhalten will. Die Auslöschung großer Teile der ersten Niederflurgeneration wäre fraglos ein Fehler. Immerhin hat Bremen mit seinem Konzept hier ja schon vorgeplant.
Erhaltenswert sind sie sicherlich. Hier kommen wir aber an einem Punkt an, an dem die künftigen Museumsstücke 25-35m lang sind und in den meisten Fällen nie mehr fahrbereit sein werden. Sofern kein richtiges Museum vorhanden ist, sondern die Wagen nur in der Abstellhalle parken, muss ein Konzept her, wie ein solches großes Fahrzeug erhalten bleiben soll. Wo soll es stehen?
Das Museum in Bremen ist so groß, dass dort ganze Straßenbahnen hingestellt werden können. Ist das in Bochum auch so?

Re: Was bleibt

geschrieben von: KN58

Datum: 14.11.20 23:28

MissFitz schrieb:
In Düsseldorf gibt es doch einen der Prototypen im historischen Bestand - zwar nicht fahrfähig, aber das geht mit Wagen aus dieser Zeit wohl dauerhaft ohnehin nicht
Düsseldorf hat einen ganzen Betriebshof als Museum. Dort können die vielen Wagen ausgestellt werden. In den Städten, in denen es keine solchen großen Museen gibt, wird eine vernünftige Erhaltung sehr schwierig. Denn es macht keinen Sinn einen Wagen irgendwo einzulagern, wo ihn niemand betrachten kann.

Re: Was bleibt

geschrieben von: THU

Datum: 14.11.20 23:29

MissFitz schrieb:
In Düsseldorf gibt es doch einen der Prototypen im historischen Bestand
Das ist, als würdest du sagen "warum einen M-Wagen erhalten, es gibt doch schon einen GT6".

Betriebsfähig muss ja nicht unbedingt sein. Aber was einmal verschrottet ist, kann man nicht mehr als Ausstellungsstück erhalten, von daher ist ein Standmodell immer noch besser als gar nichts.
Bei der Konzeption, die ich deutlich besser finde als z.B. beim GT6N/M/S betrachte ich vor Allem den sehr aufgeräumten Innenraum mit relativ vielen Sitzplätzen. Der Fahrkomfort in den Endwagen ist m.E. in Ordnung, der ist besser als der in den Combinos aus dieser Zeit. Was die Werkstatt darunter zu schrauben hat, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Und wie gesagt, rein optisch ein absolutes Highlight.
Die Verwendung von EEF ist für mich auch nicht nachvollziehbar, schon die Stadtbahn-2000-Versuchswagen hatten doch eindrucksvoll die völlige Nichteignung dieser Fahrwerke nachgewiesen, und auch der Düsseldorfer T4-B4-Zug mit EEF hat sich beim Tw überhaupt nicht, und beim Bw auch nur mäßig überzeugt. Auch hätte man vielleicht mal die Ergebnisse des Essener Montos-Tw zu Rate ziehen können, da war das gleiche Spiel (bei einem sehr ähnlichen Konzept): als gezogenes Fahrzeug halbwegs sicher im Gleis, aber mit üblem Fahrkomfort, als führendes Fahrzeug mit hoher Entgleisungsneigung und noch üblerem Fahrkomfort und in beiden Fällen ziemlich oberbauverschleißend. Warum ausgerechnet die Düwag so sehr von Prof. Frederichs Konstruktion begeistert war, kann ich nicht nachvollziehen. Die Rheinbahn war nach den Versuchen mit den EEFs übrigens „bedient“, die GT6-NF wurden mit von den äußeren Wagenkästen angesteuerten Lenkachsen bestellt und geliefert. Stimmt nicht, das war Bonn, auch ein „Opfer“ der Stadtbahn-2000-Prototypen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.20 00:24.
THU schrieb:
Und ich hoffe nach wie vor, dass man nach dem Einsatzende in Lodz einen Wagen wieder zurückholt, wenn schon keiner hier bleibt... hätte der Fahrzeugtyp als einer der ersten Serien-Niederflurwagen eigentlich verdient.
Zwei Wagen aus der Bochumer Erstserie von 1992 kamen doch als Tw 500 und 501 nach Halle an der Saale und fahren seit 2014 in Brandenburg an der Havel als Tw 105 und 106. Die Brandenburger erhalten und nutzen offenbar gern Fahrzeuge aus älteren Bauserien, immerhin waren dort die letzten LOWA-Wagen fast bis zum Einsatzende der Gothawagen präsent.
Weitere MGT6D gibt es in Erfurt und Halle, wenn auch die Hallenser nicht von DÜWAG sind.

So long

Mario

Re: Was bleibt

geschrieben von: Kalle Grabowski

Datum: 15.11.20 06:30

MissFitz schrieb:
In Düsseldorf gibt es doch einen der Prototypen im historischen Bestand - zwar nicht fahrfähig, aber das geht mit Wagen aus dieser Zeit wohl dauerhaft ohnehin nicht
Wenn ich mich richtig erinnere, steht bei den BMB außerdem ein EEF als Anschauungsobjekt.
Früherwarallesbesser schrieb:
Die Rheinbahn war nach den Versuchen mit den EEFs übrigens „bedient“, die GT6-NF wurden mit von den äußeren Wagenkästen angesteuerten Lenkachsen bestellt und geliefert. Stimmt nicht, das war Bonn, auch ein „Opfer“ der Stadtbahn-2000-Prototypen.
Stimmt schon, auch die Rheinbahnwagen haben GRPs.

MGT6D Abschied?

geschrieben von: westerwald/lahn/taunus-tf

Datum: 15.11.20 10:03

Danke für deinen Beitrag und die schönen Fotos. Ich bin schockiert, das die modernen Fahrzeuge ausgemustert werden. Inzwischen hat man auch die EEG gut im Griff. Mir gefallen die Fahrzeuge sehr gut. Das nach so einer kurzen Einsatzzeit schon die Ausmusterung bevorsteht, ist schade. Geradezu Geldverschwendung.

Das neue Fahrzeuge wirtschaftlicher sind, als eine Modernisierung der Altfahrzeuge, sollte hinterfragt werden. Schließlich sind die aktuell geltenden Normen so hoch, das Neufahrzeuge immer mehr Eisenbahnfahrzeugen ähneln und damit auch deutlich mehr Gewicht haben, als zum Beispiel MGT6D oder Combino. Und grade bei Straßenbahnen und Stadtbahnen kostet Gewicht Energie, da immer wieder beschleunigt wird. Dazu kommt mit dem Mehrgewicht auch erhöhter Verschleiß hinzu, am Fahrzeug und der Infrastruktur.

Re: Was bleibt

geschrieben von: ferdimh

Datum: 15.11.20 10:40

Ich würde da nicht soo schnell den Kopf in den Sand stecken.
Vor 10 Jahren hat man mir auch erklärt, dass die Erhaltung von frühen elektronisch gesteuerten Wagen (M/NxS, Darmstadt ST10, OEG 82, Pt Frankfurt) völlig undenkbar sei. Jetzt wiederholt sich das Ganze mit Drehstromniederflurkisten (An denen ich zugegebenermaßen persönlich deutlich weniger hänge).
Ich denke aber, dass das ganze machbar ist und getan werden sollte. Als ich angefangen habe, mich für frühe elektronisch gesteuerte Kisten zu begeistern (die damals schon schwer auf dem absteigenden Ast waren), war ich 16 - und verbinde eben so manche Jugenderinnerung mit diesen Fahrzeugen. Warum sollte das für folgende Generationen anders sein?
Die fraglichen Fahrzeuge sind ca. 25 Jahre alt. Aus IT-Sicht also 5fach veraltet. Daraus folgt, dass man schon im Regelbetrieb der Fahrzeuge Vorkehrungen geschaffen haben muss, diese Fahrzeuge überhaupt 25 Jahre alt werden zu lassen. Ein Werkstattmitarbeiter hat mir mal erzählt, dass sie selbstverständlich alte Rechner aufheben, damit man an den älteren Niederflurkisten überhaupt noch an das Diagnoseinterface herankommt. Dieser Weg wird also schon gegangen, und muss lediglich weiterhin gegangen werden - dann wird man das schon hinbekommen.

Bisher hat man es immer geschafft; wo ein Wille und ein Fahrzeug ist, findet sich auch ein Weg. Man muss allerdings (genau wie bei irgendwelchen irgendwo hinterstellten Zweiachsern) damit leben, dass ein Großteil der jetzt aufgehobenen Fahrzeuge nie ein regelmäßig gefahrenes Museumsfahrzeug werden wird.

Da man offensichtlich im Jahre 2020 noch klassische Düwags aus Polen zurückkaufen kann, kann man ähnliche Stunts auch in Zukunft mit Niederflurduewags durchführen. An einem Ex-Polen-MGT6D haben möglicherweise auch noch Modernisierungen stattgefunden, die die Ersatzteilsituation entspannen.
Und: 25 Jahre sind eigentlich kein Alter. Jetzt einen Wagen aus dem Verkehr zu ziehen, um ihn museal zu erhalten, bevor er überhaupt ein ehrwürdiges Alter erreicht hat, erscheint mir irgendwie auch falsch. Das sind effektiv energie- kosten- un arbeitsaufwendig hergestellte potentielle Personenkilometer, die dann einfach nicht genutzt werden.

Re: Was bleibt

geschrieben von: matzehbs

Datum: 15.11.20 10:59

Für mich klingt dieser Fahrzeugtyp nach einem qualitativen und betriebswirtschaftlichen Desaster:

- Rissbildung an den Wagenkästen
- Achsbrückenbrüche
- Anrisse im Fahrwerk
- Beschränkungen der eigentlich vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit
- geplante Nutzungsdauer von 35 Jahren nicht erreicht

Dazu die genannten Nachteile durch die Einzelrad -Einzelfahrwerke (Gleisbeschädigungen , minderwertiger Fahrkomfort vor allem im Mittelwagen)

Ich denke mal, die Bogestra dürfte froh sein, dass sie die Dinger los sind.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.20 11:01.

Re: Was bleibt

geschrieben von: Inox

Datum: 15.11.20 15:48

Kalle Grabowski schrieb:
Wenn ich mich richtig erinnere, steht bei den BMB außerdem ein EEF als Anschauungsobjekt.
Ich meine, dass ist das EEF, welche nach den Testfahrten aus dem RBG-T4 2106 entnommen wurde. Dieser ging dann mit Beiwagengestellen zu einem Gelsenkirchener Biergarten und wurde wohl inzwischen zerlegt.

Salut,
Inox

Re: Was bleibt

geschrieben von: KN58

Datum: 15.11.20 17:15

ferdimh schrieb:
Ich würde da nicht soo schnell den Kopf in den Sand stecken.
Vor 10 Jahren hat man mir auch erklärt, dass die Erhaltung von frühen elektronisch gesteuerten Wagen (M/NxS, Darmstadt ST10, OEG 82, Pt Frankfurt) völlig undenkbar sei. Jetzt wiederholt sich das Ganze mit Drehstromniederflurkisten (An denen ich zugegebenermaßen persönlich deutlich weniger hänge).
Ich denke aber, dass das ganze machbar ist und getan werden sollte. Als ich angefangen habe, mich für frühe elektronisch gesteuerte Kisten zu begeistern (die damals schon schwer auf dem absteigenden Ast waren), war ich 16 - und verbinde eben so manche Jugenderinnerung mit diesen Fahrzeugen. Warum sollte das für folgende Generationen anders sein?
Unmöglich ist das natürlich nicht, aber sehr unwahrscheinlich. Die frühen elektronisch gesteuerten Wagen haben eine überschaubare Elektronik, die sich reparieren lässt. Das wird bei moderneren Wagen eine Stufe schwieriger.

Elektronikkarten für die Steuerungen können auch nachgebaut werden. Wenn der Wille, das Geld und vor allem die technische Dokumentation da sind, dann ist auch das möglich. Ein gewaltiges Problem werden die Programme sein, die beispielsweise auf EEPROMs geschrieben sind. Sind die Daten weg, dann ist es vorbei.
Entscheidet sich ein Museum für den fahrfähigen Erhalt dieser Wagen, dann sind viele Vorkehrungen zu treffen. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber es müssen unbedingt ALLE technischen Unterlagen gesichert bzw. kopiert werden. Alle. Nicht nur die Schaltpläne der Fahrzeugelektrik, sondern auch die Schaltpläne der elektronischen Bauteile und die Aufzeichnungen über die Programme, die auf den Steuerungen einprogrammiert sind. Ohne diese Unterlagen ist der Wagen bei einem größeren elektrischen Defekt verloren. Da kann nicht mehr wie früher das Kabel nachverfolgt werden, um die Funktion nachzuvollziehen. Auch müssen von den Programmen auf den Steuerungen der Fahrzeugelektronik und von den Diagnosesoftware Sicherungskopien erstellt werden.
Das Museum benötigt zudem über ausreichend Lagerfläche für Ersatzteile. Gemeinsam mit der Erhaltung des Wagen müssen unbedingt Teile besonders von der Elektronik besorgt werden.


Bei der Erhaltung solcher Wagen muss ganz anders herangegangen werden. Das werden die Museen schaffen, die sich das zum Ziel setzen. An den vielen Restaurierungsprojekten verschiedener Vereine sehen wir, wie gut und ehrgeizig sie sein können.
Aber es ist nunmal nicht damit getan, den Wagen ohne Vorplanung hinzustellen und darauf zu hoffen, dass das schon irgendwie klappt.
Aber ich finde, dass auch eine Erhaltung in nicht fahrfähigem Zustand viel Erlebnis bieten kann. Eine solche Straßenbahn muss kein totes Objekt sein, nur weil die Antriebstechnik nicht mehr instandsetzbar ist. Dazu muss nur der Umrichter, der aus der Oberleitungsspannung die 24V-Gleichspannung und das 400V-Drehstromnetz erstellt, funktionsfähig sein. Oder ein Ersatzgerät (auf dem Markt gibt es viele solcher Geräte) auf das Dach gebaut werden. Dann kann der Straßenbahn wieder Leben eingehaucht werden, indem zumindest die Beleuchtung, Türen, Heizlüfter und Spielereien wie die Klingel funktiosfähig und erlebbar sind.


Bei all den Möglichkeiten befürchte ich aber, dass es in den meisten Fällen einfach nur durch das Platzproblem scheitern wird.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.20 17:19.
der weiße bim schrieb:
THU schrieb:
Und ich hoffe nach wie vor, dass man nach dem Einsatzende in Lodz einen Wagen wieder zurückholt, wenn schon keiner hier bleibt... hätte der Fahrzeugtyp als einer der ersten Serien-Niederflurwagen eigentlich verdient.
Zwei Wagen aus der Bochumer Erstserie von 1992 kamen doch als Tw 500 und 501 nach Halle an der Saale und fahren seit 2014 in Brandenburg an der Havel als Tw 105 und 106.
Kleine Korrektur, sie heißen 104 (ex 500) und 105 (ex 501).
Aber ansonsten ist es genauso.

In Brandenburg hat man ja vor wenigen Jahren mit einer Sanierung der MGT6D-Flotte begonnen. Davon werden denke ich auch die beiden Fahrzeuge profitieren.

Re: Was bleibt

geschrieben von: M. Müller

Datum: 16.11.20 10:30

ferdimh schrieb:
Vor 10 Jahren hat man mir auch erklärt, dass die Erhaltung von frühen elektronisch gesteuerten Wagen (Pt Frankfurt) völlig undenkbar sei.
Der Pt hat, wie auch schon der U2, einen mechanischen Unterflur-Doppelnockenfahrschalter (SIMATIC), der recht einfach elektronisch und mit Schützen (Klappertechnik) angesteuert wird.

Das Problem war immer die Schützentechnik, die regelmäßig bewegt werden muss. Das ist nichts Neues.
Der Rest sind althergestellte Platinen mit mehr oder weniger ordentlich abgebogenen Widerständen und Dioden und sonstige große Teilen.

Nun muss man sich halt überlegen, wie man diese Technik als Museumswagen am Laufen halten kann.

Aktuell sind die 3 Pt in Planeinsatz. Die 3 U2 nicht. Man wird sehen.......



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.11.20 10:31.
Jan Borchers schrieb:
CHB schrieb:
Beim besten Willen, aber diese EEF-Konstruktion des Mittelwagens ist desaströs. Die sind viel zu schnell mürbe geworden, sind extrem schlecht gefedert und auch nicht unbedingt schonend für die Gleise aufgrund ihres ruckartigen Bewegungsverhaltens. Nein, dieses Konzept aus der Frühphase der Niederflurzeit war noch nicht der große Wurf.
Mal rein sachlich, bleibt davon denn einer in Deutchland, oder wird diese Episode ausradiert?
Nun ja, den sehr ähnlichen 6NGTW in Kassel wird ja gerade noch ein zweites Leben geschenkt...

Gruß

Thrax
Moin,
Zitat:
Mal rein sachlich, bleibt davon denn einer in Deutchland, oder wird diese Episode ausradiert?
Quasi baugleiche Wagen gibt es noch in Mülheim/Ruhr (4 Wagen, davon 1 Ersatzteilspender), Oberhausen (6 Wagen, stationiert in Mülheim), Brandenburg (6 Wagen, davon 2 ex Halle/S., welche seinerzeit aus der Bochumer Lieferserie "abgezweigt" wurden) sowie Erfurt (4 Wagen). Leicht modifizierte Schwesterfahrzeuge gibt es noch in Erfurt (12 Wagen, Einrichtungsbauart) sowie Halle/S. (60 Wagen, zusätzliche Türen im Führerstand, z.T. mittlerweile neue Antriebssteuerung von Cegelec). Die meisten Wagen für die ostdeutschen Betriebe wurden nicht bei der DUEWAG (end)montiert.
Die ähnlichen Wagen für Bonn, Rostock, Düsseldorf, Heidelberg und erst recht Leipzig und Kassel (letztere sehe ich als Vorläufertyp an) sind allenfalls entfernte Verwandte mit meist anderen Fahrwerksbauarten und Abmessungen.
1418



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.11.20 17:59.
@1418: und was ist mit Rostock?

Straßenbahn-Begeisterter aus Krefeld! Favorit: Düwag M8C ;)
Meine eigene, ausführliche Website zum Nahverkehr in Krefeld: [strassenbahn-bus.de]
Meine Bahn und Busvideos: [www.youtube.com]
Meine DSO-Fotobeiträge:
[www.drehscheibe-online.de]
StraßenbahnFanBobo2003 schrieb:
@1418: und was ist mit Rostock?
Verschobene Türen im Endwagen und dadurch Rampe statt Stufe zum Hochflurbereich.
Zitat:
Verschobene Türen im Endwagen und dadurch Rampe statt Stufe zum Hochflurbereich.
Sowie jeweils einene Einfachtür an den Wagenenden. Also insgesamt deutliche Abweichungen von der Original-Konstruktion.
1418
Optisch ernsthaft baugleich dürfte nur die Handvoll Wagen in Mülheim und Oberhausen sein. Denen in Brandenburg an der Havel fehlt schon mal die vollwertige Scharfenbergkupplung, die doch ein ziemlich bildprägendes Detail ist. Die Kasseler Wagen sehen für mich bei weitem nicht so schmissig aus wie die knuffigen Meterspurer, da sind ganz andere Proportionen an der Front vorhanden. Dazu kommt noch die hässliche Asymmetrie.

Vollkommen außen vor sind bislang die Heidelberger geblieben.

Optisch die Steigerung der M/N-Wagen

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 17.11.20 09:21

Noch kantiger, noch geradliniger, mehr rechter Winkel geht kaum ;-)
Trotzdem, oder gerade deswegen, nicht unelegant. Bei den RNV-Schuhkartons hat man das nicht so elegant hinbekommen, obwohl vom gleichen Hersteller. Das EEF darf wohl getrost als grandiose Fehlentwicklung eingeordnet werden, warum man sich in Kassel da noch eine Ertüchtigung antut, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Ob man mit den Kisten in Polen dauerhaft glücklich wird? Ich habe da so meine Zweifel, aber da geht es wohl eher darum die EU-Richtlinien zur Barrierefreiheit zumindest teilweise zu erfüllen, ohne die vorhandenen Mittel für die Anschaffung allzusehr überzubeanspruchen, und man hat ja auch (noch) ausreichende Werkstattkapazitäten um den Mehraufwand zu händeln. Eine betriebsfähige Erhaltung als Museumsfahrzeug wird sich wohl kein Verkehrsbetrieb antun, wer ein angeschlossenes Museum mit ausreichend freien Gleismeter hat, mag sich so ein Teil vielleicht als Ausstellungsstück hinstellen, aber da Museumbestände systembedingt die Tendenz haben, sich immer mehr zu vergrößern, ist so ein 30m-Fahrzeug natürlich ein ziemlicher „Platzfresser“.

Re: Optisch die Steigerung der M/N-Wagen

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 17.11.20 17:00

Früherwarallesbesser schrieb:
Noch kantiger, noch geradliniger, mehr rechter Winkel geht kaum ;-)
Grade vorn doch genau eben nicht, außer in Heidelberg mit dem M-Wagen-Bug. Und die "Rhein-Neckar-Ableger" haben die Front doch eigentlich übernommen, nur etwas breiter.
Und was große, gebogene Scheibe im Sommer heißt, muss ich ja nicht erklären.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
Tramfreak schrieb:
Optisch ernsthaft baugleich dürfte nur die Handvoll Wagen in Mülheim und Oberhausen sein. Denen in Brandenburg an der Havel fehlt schon mal die vollwertige Scharfenbergkupplung, die doch ein ziemlich bildprägendes Detail ist.
Die haben die Erfurter Zweirichter doch auch.

Der Optik sind übrigens die unter dem C-Teil verbauten Fahrwerke egal.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Optisch die Steigerung der M/N-Wagen

geschrieben von: ngt8c

Datum: 17.11.20 17:12

Auch ich verstehe nicht, warum man in Kassel diese Wagen nochmals aufgearbeitet hat. Ok, 23 neue Fahrzeuge sind zur zeit nicht unbedingt finanzierbar bzw. bei Beginn des Retrofits finanzierbar gewesen. Vollends auf Unverständnis meinerseits stösst die Planung, die Bombardier NF Wagen austauschen zu wollen. Gerade die Wagen machen auf mich eigentlich einen sehr stabilen eindruck, die ein Retrofit gut vertragen würden. Auch hier wäre, sollten die Planungen so durchgeführt werden, gerade mal 27 Jahre Einsatzzeit gegeben. Finde ich persönlich eigentlich als zu wenig, gerade beim System Schienenbahn.

Der schönste Düwag ....
.. kam von WEGMANN
Mal der Versuch einer Zusammenfassung, bitte ergänzen:

Brandenburg - EEF

keine Anzeichen für Ersatz - oder hat sich Brandenburg der Neuwagensuche der anderen dortigen Betriebe angeschlossen?
ich könnte mir eher vorstellen dass sich Brandenburg noch mehr Tw zB aus Halle dann sichert

Bochum - EEF

Ende

Bonn - "Losräder"

Über Probleme gab es nie viel zu lesen.
Über Unzufriedenheit aber doch.
Und nun kompletter Ersatz.
Ist es ähnlich Düsseldorf oder was ist der Unterscheid der auch eine andere Entscheidung herbeigeführt hat?

Düsseldorf - "Losräder"

So ganz zufrieden ist man mit der Erneuerung nicht?
werden alle Tw modernisiert?

Erfurt- EEF

Nachfolger gesucht und gefunden.
Warum?
Gab es doch Probleme?
Habe nie davon gehört.

Halle - EEF

Aktuell werden Nachfolger per Ausschreibung gesucht.
Warum?
Gab es doch Probleme?
Habe nie davon gehört.

Heidelberg - EEF

Die neue große RMV Flotte gibt mir Rätsel auf.
Sollen alle älteren Nf Tw MA/LU/RHB/HSB abgelöst werden?
Oder bleiben die M8CNf und MGT6D in HD (oder werden nur zuletzt abgelöst)?
Habe noch nie von Problemen gehört?

Kassel - EEF

Die Modernisierung läuft noch?
Aber nicht alle Tw?
Sollten nicht direkt auch einige Tw ausgemustert werden?

Leipzig - Kleinraddrehgestelle

Keine Anzeichen des Ersatz oder sollen die weiteren neuen tw mehr als Tatra ablösen?
Habe noch nie von Problemen gehört?

Mülheim Oberhausen - EEF

Müssten eigentlich ersetzt werden.
Gibt aber doch keine Ausschreibung etc die das abdecken würde?

Rostock - EEF

Kein Ersatz geplant?
Habe noch nie von Problemen gehört?

"Nachfolger"

Die Multigelenker MA/LU/RHB wurden ja beschafft weil es keine 4teiligen MGT6D geben konnte.
Sind von der Kopfform ja auch "ähnlich".
Sind wohl von der Konstruktion auch "hin"?
Ist dieses "Verrechnen" bei den MGT6D, bei den Multigelenkern und den Combinos ca "gleich"?
tim76 schrieb:
(...) oder hat sich Brandenburg der Neuwagensuche der anderen dortigen Betriebe angeschlossen?
Ja, hat man. Brandenburg soll vier Wagen aus der festen gemeinsamen Bestellung (Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Cottbus) erhalten. Optional kommen nochmal acht hinzu. Damit sollen aber m.W. die KTNF6 ersetzt werden. Die ureigenen vier MGT6 werden derzeit modernisiert, mittlerweile ist der vierte Wagen in der Mache.

tim76 schrieb:
Die neue große RMV Flotte gibt mir Rätsel auf. Sollen alle älteren Nf Tw MA/LU/RHB/HSB abgelöst werden?
Ja.
Tramfreak schrieb:
tim76 schrieb:
(...) oder hat sich Brandenburg der Neuwagensuche der anderen dortigen Betriebe angeschlossen?
Ja, hat man. Brandenburg soll vier Wagen aus der festen gemeinsamen Bestellung (Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Cottbus) erhalten. Optional kommen nochmal acht hinzu. Damit sollen aber m.W. die KTNF6 ersetzt werden. Die ureigenen vier MGT6 werden derzeit modernisiert, mittlerweile ist der vierte Wagen in der Mache.

tim76 schrieb:
Die neue große RMV Flotte gibt mir Rätsel auf. Sollen alle älteren Nf Tw MA/LU/RHB/HSB abgelöst werden?
Ja.


Besonders die 6 Fahrzeuge der OEG, die "Variobahnen V6" 117-122 machen immer wieder große Probleme. Die werden wohl zu den ersten gehören, die rausfliegen.
Korrossionsprobleme begleiten diese Karren schon von Anfang an, und auch die sonstige Technik, eben die einer Splittergattung, ist immer wieder für unangenehme Überraschungen gut.
Abgesehen davon, daß sie wegen der Breite von 2,5m nicht überall eingesetzt werden können, so ist die Fahrdynamik eher als träge zu bezeichnen- man ist eigentlich immer am "rudern", hinterherzukommen.
Auf rutschigen Schienen nahezu nicht "manierlich" fahrbar, selbst für geübte Fahrer.
Wer mal einen Dienst von 8,5 Stunden auf so einer Bandscheibenfräse hinter sich hatte, der weiß was ich meine...

Die Heidelberger Nf-Tw der ersten Generation mit den EEF sind auch ganz schön fertig, es hat sich am REKO-haften Fahrverhalten der Mittelwagen bis heute nichts verändert,
auch diese Fahrzeuge haben große Korrosionsprobleme- vor einigen Jahren ist auch mal ein EEF auf gerader Strecke desintegriert. Die einseitige "Entgleisungsspur" sah schon bizarr aus.

[www.fingers-welt.de]<--- BITTE BEACHTEN! Bilder vom Treffen 2019 sind jetzt anschnur!
http://up.picr.de/34056767tg.gif
An Röhren kann man sehen, wenn sie gehen. Und auch riechen, wenn sie siechen.
In Kassel sind zwei Wagen inzwischen beim Bender gelandet, 452 soll wohl zur Feuerwehrschule Kassel gelangen, 463 ist abgestellt und teilzerlegt.

Siehe: [tram-kassel.de]

Der schönste Düwag ....
.. kam von WEGMANN
tim76 schrieb:
Heidelberg - EEF
Die neue große RMV Flotte gibt mir Rätsel auf.
Sollen alle älteren Nf Tw MA/LU/RHB/HSB abgelöst werden?
Oder bleiben die M8CNf und MGT6D in HD (oder werden nur zuletzt abgelöst)?
Habe noch nie von Problemen gehört
rnv bitte.
Mit der ersten Bestellung von 80 Skoda-Artic-basierten RNT2020 werden nicht alle NF-Wagen der ersten Generation abgelöst werden können, immerhin soll ja auch die Flottenstärke um einige Fahrzeuge erhöht werden. Zunächst werden sicher die verbliebenen Hochflurfahrzeuge den (Linien-)dienst quittieren - 3 RHB-Züge in MA/LU und 8 OEG-Gt8.

Danach kommen die NF-Wagen dran, es gibt 69 GT6N/ET8N, 6 OEG-Variobahnen und 12 MGT6D. Davon werden voraussichtlich einige der 69 Wackelkisten am längsten überleben, einfach aufgrund ihrer großen Stückzahl - obwohl dies mit Sicherheit technisch eine viel üblere Konstruktion als die MGT6D ist, allerdings mit recht gutem Komfort für die Fahrgäste und mit Klimaanlagen. Die OEG-Variobahnen sind mittlerweile recht störanfällig und bei Werkstatt und Fahrpersonal gleichermaßen unbeliebt (ich persönlich fahre sie immer noch ausgesprochen gern). Wie der Einbügler schon erwähnt hat, wird man diese Wagen wohl bei Auslauf der HUs als erste abstellen. Die MGT6D liegen "so zwischendrin". Bei etwa der Hälfte der Flotte wurden die Wagenkästen inzwischen aufwändig saniert, sodass sie noch einige Zeit überleben könnten. Dummerweise werden die wenig zuverlässigen und fassungsschwächsten Wagen - die M8C-NF aus Heidelberg - wohl auch recht lange überleben müssen, weil da offenbar nöch Fördergelder drauf sind.

Eine vollständige Ablösung der ersten Generation NF-Wagen und der M8C wird es erst geben können, wenn man auch die vereinbarten Optionslieferungen der RNT2020 bestellt.

tim76 schrieb:
"Nachfolger"
Die Multigelenker MA/LU/RHB wurden ja beschafft weil es keine 4teiligen MGT6D geben konnte.
Sind von der Kopfform ja auch "ähnlich".
Sind wohl von der Konstruktion auch "hin"?
Auch davon wurden mittlerweile die meisten Wagen einer Wagenkastensanierung unterzogen (Korrosion, Fensterrahmen, Angriffspunkte für Dämpfer, Fußboden usw.) Die wesentlichen Negativpunkte sind geblieben: das Gewackel aufgrund der miserablen Fahrwerks- und Dämpferkonstruktion und der um ein vielfaches höhere Verschleiß an Radreifen, Dämpfern und am Gleis, auch gegenüber anderen Multigelenkwagen wie den Rhein-Neckar-Variobahnen. Und obwohl gerade die GT6N/ET8N hohe Ausfallquoten wegen Elektronikstörungen und vor Allem Türstörungen haben (die vergleichsweise dünnen Türblätter verziehen sich gern, und das bei jeder Witterung) sind sie beim Fahrpersonal ausgesprochen beliebt (bei mir nicht).

tim76 schrieb:
Ist dieses "Verrechnen" bei den MGT6D, bei den Multigelenkern und den Combinos ca "gleich"?
Ich weiß jetzt nicht genau, was Du mit "Verrechnen" meinst. Aber man hat wohl in den 1990ern allerorten versucht, die Straßenbahn neu zu erfinden und dabei alle bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen in den Wind geschlagen, nur um die Wagen irgendwie niederflurig hinzukriegen. Insofern gibt es wohl keine Fahrzeuge aus dieser Generation, die nicht irgendwelche bauartspezifischen "Gebrechen" aufweisen.

Für die Bogestra freut es mich, dass man die Politik offenbar davon überzeugen konnte, kein Geld mehr in die MGT6D zu stecken und die Fahrzeuge durch Neubauten zu ersetzen (und die MGT6D noch einer guten Zweitverwertung zuführen konnte). In Lodz gibt's sicher mehr Reserven und macht es sich auch (noch) nicht so negativ bemerkbar, wenn mal ein Fahrzeug einige Zeit in der Werkstatt steht. Auf jeden Fall ist man mit den Wagen dort recht zufrieden.

Mit den Stadler-Variobahnen hat man in Bochum nun eine recht einheitliche Flotte, was der Fahrzeugwartung und Ersatzteilhaltung sicher zugute kommt. Leider hat man mit diesem Fahrzeugtyp hinsichtlich Fahrwerkskonstruktion und dem verbauten und recht kleinen Innenraum wohl auch nicht gerade etwas Tolles und Zukunftsweisendes gekauft. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.20 09:45.
Lokleitung schrieb:
Leider hat man mit diesem Fahrzeugtyp hinsichtlich Fahrwerkskonstruktion und dem verbauten und recht kleinen Innenraum wohl auch nicht gerade etwas Tolles und Zukunftsweisendes gekauft.
Stammtischgerüchte besagen, die einzigen Personen im Bogestraland, die sich über diese Fahrzeuge freuen, säßen im Vorstand. Entspricht sicher nicht ganz der Wahrheit, aber wundern würde es mich auch nicht ;-)

Befürchtungsweise sind die Dinger ja genauso schienenfreundlich wie die EEF-Fahrwerke. Und das in dreifacher Menge pro Bahn.