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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Hallo in die Runde!

Das lange Ausbleiben von Nachrichten über Fortschritte beim Ausbau des Berliner Straßenbahn-Netzes waren an dieser Stelle schon Thema [www.drehscheibe-online.de] und haben auch den befürchteten handfesten Hintergrund: Es gibt neue Verspätungen wie in der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung vom 12.11.2020 nachzulesen ist [www.berliner-zeitung.de]

Jetzt gibt es neue Termine, die hier zusammengefasst seien:

Adlershof II: Q3/21 (wie geplant!)
Berlin-Hauptbahnhof - Moabit: Q3/22
Ostkreuz: Q4/22 ...["Endgültige Festlegungen wird der Planfeststellungsbeschluss enthalten, der laut Senat nun für Juni 2021 erwartet wird. Dagegen darf dann aber noch geklagt werden."]
Mahlsdorf: Start des Genehmigungsverfahrens(!) im März 2021
Pankow-Heinersdorf - Blankenburg: 2026
Warschauer Str. - Hermannplatz:
2027/28
Alex - Potsdamer Platz: 2028
Moabit - Jungfernheide: "Anfang der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre"
Spandauer Netz (Gartenfeld, Heerstraße, Falkenhagener Feld): 2029, 2029 und 2035

Also schon wieder Verzögerungen: "Doch die Verwaltung sieht die Schuld nicht bei sich."
Natürlich nicht. Siehe auch: [www.drehscheibe-online.de]

Die Opposition hat ohnehin andere Pläne und "werde gespannt verfolgen, wie der Senat mit diesem Projekt scheitern wird." (Zitat aus Berl. Zeitung über Herr Friederici, CDU zum Projekt Warschauer Str. - Hermannplatz).

Hätte gerne etwas anderes über dieses Thema geschrieben...
Aber wenn's so wenigstens weiter geht und hoffentlich nach der nächsten Wahl nicht alles anders kommt: Immerhin!

MfG,
InterRailer26+


Edits:
Fehlerreduktion, Formatierung angepasst, Zitat präzisiert.



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.20 21:15.
Sie sollten statt konkreten Jahreszahlen "in 2 Jahren", "in 5 Jahren" etc. schreiben. Dann muss man das nicht jedes Jahr ändern.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Zitat
Also schon wieder Verzögerungen: "Doch die Verwaltung sieht die Schuld nicht bei sich."
Natürlich nicht. Siehe auch: [www.drehscheibe-online.de]

wenn diese ganzen Nimbys die Straßenbahn zum Ostkreuz durch eine massive Anzahl an Einwendungen und möglicherweise später auch Klagen verzögern, ist vollkommen egal ob rot - Schwarz (immerhin bis 2016 im Amt) RRG oder irgend eine andere Koalition im Senat das sagen hat


Zitat
Pankow-Heinersdorf - Blankenburg: 2026
Warschauer Str. - Hermannplatz: 2027/28
Alex - Potsdamer Platz: 2028
Moabit - Jungfernheide: "Anfang der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre"
Spandauer Netz (Gartenfeld, Herrstraße, Falkenhagener Feld): 2029, 2029 und 2035

die CDU als Straßenbahn hasser werden wohl dafür sorgen das, wenn überhaupt nur Pankow-Heinersdorf - Blankenburg als Straßenbahn gebaut wird
alles andere wird verhindert

es liegt an uns Wählern, ob wir wollen das der ÖPNV ausgebaut wird, oder lieber die CDU den Autofahrern weiter in den @#$%& kriecht
einen U Bahnausbau sehe ich auch unter der CDU, wenn überhaupt nur in max 1-2 kleinen Verlängerungsprojekten, wahrscheinlich U3 oder U8 mehr wird da auch nicht kommen
...ich möchte dazu den link in meinem Hauptbeitrag nochmal ausbreiten [Achtung Wiederholung!], weil es evtl. doch nicht en vogue ist sich 2x weiter zu klicken.

In einem Leser-Kommentar des [ Berliner Tagesspiegels ] beschrieb ein user "Mopshase12" die Situation bzgl. des Ausbaus von Radwegen in der Stadt.
Radwege wie Straßenbahnen sind ein Eingriff in die bestehende Struktur und man darf in 1. Näherung davon ausgehen, dass beide Vorhaben auf den gleichen Widerstand stoßen.
Hier der Kommentar von eben jenem Zeitungs-Kommentator:

Zitat
Leider ist der große Haken an der Rechnung die Verwaltung in den Bezirken. Letztere verweisen immer gerne darauf, dass sie keine Planenden finden. Sie kommen aber nicht darauf, dass das eventuell an den Arbeitsbedingungen und der fehlenden politischen Rückendeckung liegen könnte.

Ich kenne mehrere Radverkehrsplaner in den Bezirken, die inzwischen allesamt gekündigt haben und zu SenUVK gegangen sind. Das hatte aber nichts mit der Bezahlung zu tun, sondern damit, dass ihnen systematisch Steine in den Weg gelegt wurden. In zwei Fällen erfolgte die Kündigung zusätzlich wegen Mobbing im Amt durch Vorgesetzte, von denen sich die eine als (Zitat:) "Vertreterin der diskriminierten Autofahrer" sieht.

Grade in den mittleren Führungsebenen herrscht eine ziemliche Allein"herrschaft", die oft unter Unkenntnis oder Billigung der Amtsleitungen und Bezirksstadträt:innen abläuft. Übrigens auch in den Bezirken mit grünem Verkehrsressort. Da werden Planungen kassiert, wenn sie fast fertig sind auf Null gesetzt, nur für die Schublade zugelassen, per Dienstanweisung planerische Abwägungsentscheidungen so verändert, dass die Abwägung rechtswidrig wird (weshalb dann das Ganze ebenfalls leider leider nicht umgesetzt werden kann) und so weiter. In einem Randbezirk, der besonders gut darin ist, zu jaulen, man hätte kein Personal, ist die offene Haltung der mittleren Ebene sogar, dass zwar geplant werden darf und soll - die Umsetzung darf aber immer nur winzige Projekte betreffen, damit man etwas vorweisen kann, es dürfen aber keinesfalls große Maßnahmen oder gar ganze Straßenzüge überplant werden. Zulässig sind einzig und allein Minimaßnahmen ohne räumlichen Zusammenhang und ohne Auswirkungen auf den Modal Split.

Das gehört ebenfalls zur Wahrheit dazu und wird leider bisher überhaupt nicht thematisiert.
#

Noch ein Auszug und Gedanke dazu:
"per Dienstanweisung planerische Abwägungsentscheidungen so verändert, dass die Abwägung rechtswidrig wird (weshalb dann das Ganze ebenfalls leider leider nicht umgesetzt werden kann)"

Unter dem Aspekt sollte man sich nochmal die ein oder andere Wiederholung von Planungen ansehen. Wurde die Tramstrecke Berlin-Hauptbahnhof - Moabit nicht durch eine unzureichend berücksichtige Änderung in den Ampelphasen (die Züge könnten alle 5 statt alle 10min fahren) ein zweites Mal durch den Planungsprozess geschickt? Damit lässt sich natürlich auch das ein oder andere Jahr 'gewinnen' und wer weiß, vielleicht ist ja dann schon eine andere Koalition am Ruder...

Es wird Abteilungen und Mitarbeiter geben, die mit aller Kraft und Sorgfalt für ihren Auftrag arbeiten. Ich erinnere mich, seinerzeit mit einem Senatsmitarbeiter (damals der einzige für die Berliner Straßenbahn, wie ich später erfahren sollte) über den Bau der Wendeschleife in Adlershof unterhalten zu haben: Er bestätigte mir auch, dass es alles viel zu lange dauert und versicherte mir, dass an der Umsetzung gearbeitet wird so dass alles noch rechtzeitig fertig wird. Rechtzeitig bevor der Hauptuntersuchungstermin 1995/6 der letzten 2-Richtungs-Rekowagen ran ist und der gesamte Streckenzweig Köpenick - Adlershof unbefahrbar würde. Dass wir heute auf die pünktliche Inbetriebnahme von Adlershof II hoffen können hing damals, wie der gesamte Streckenast ins WISTA Gelände, an einem wesentlich dünneren Faden und man kann gar nicht genau sagen, wie dünn der war...

Und es muss irgendwo Mitarbeiter geben (siehe Zitat oben), bei denen die Präferenzen weit anders liegen. Leider müssen bei einem Infra-Projekt alle an einem Strang ziehen sonst wird es nichts... und wir sollten bei unserem Engagement an alle denken!

MfG vom
InterRailer26+



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.20 11:14.
Seidi schrieb:
ZitatZitat:
Pankow-Heinersdorf - Blankenburg: 2026
Warschauer Str. - Hermannplatz: 2027/28
Alex - Potsdamer Platz: 2028
Moabit - Jungfernheide: "Anfang der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre"
Spandauer Netz (Gartenfeld, Herrstraße, Falkenhagener Feld): 2029, 2029 und 2035

die CDU als Straßenbahn hasser werden wohl dafür sorgen das, wenn überhaupt nur Pankow-Heinersdorf - Blankenburg als Straßenbahn gebaut wird
alles andere wird verhindert
Warschauer Straße - Hermannplatz könnte ich mir auch noch vorstellen, könnte man doch damit wunderbar die Grünen an der Nase durch den Ring führen, wenn ihre Klientel protestiert ("Ihr seid doch für Straßenbahnen?"), ohne auf allzugroßen Hauptstraßen Straßenbahnen anlegen zu müssen.

Abgesehen davon: so ganz Straßenbahnhasser scheint die CDU in Berlin ja auch nicht zu sein. Unter ihr wurden in den 90ern schließlich die Straßenbahnstrecken zum Virchow-Klinikum, zur Guyotstraße, Alex I und die direkte Anbindung des Bahnhofs Friedrichstraße gebaut und Alex II vorbereitet (letzteres wurde dann von einem rot-roten Senat erstmal abgesagt und verschoben). So viel mehr haben die SPD-geführten Senate seitdem auch nicht zustande gebracht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Hallo def,

zu Deiner Feststellung
Zitat
Warschauer Straße - Hermannplatz könnte ich mir auch noch vorstellen, könnte man doch damit wunderbar die Grünen an der Nase durch den Ring führen, wenn ihre Klientel protestiert ("Ihr seid doch für Straßenbahnen?"), ohne auf allzugroßen Hauptstraßen Straßenbahnen anlegen zu müssen.
die Anmerkung, dass sich wohl genau auf diesen Sachverhalt das Zitat des Herr Friederici bezog:
Dort kann das eigene (grüne) Klientel seine volle Unterstützung demonstrieren. Ob das gelingt? Die erste Bürgerbeteiligung Stand 29.112018 hat sich da nicht so vielversprechend gelesen [mein.berlin.de] .
Ein ähnliches Problem hat ja die selbsternannte Partei Der Straßenbahnen: Die Tram Verlegung von Krankenhaus Köpenick in das Allende Viertel würde an ihrer Wählerschaft vorbeiführen. Und schwupp ist nirgends mehr von diesem Projekt zu lesen - die Züge fahren weiterhin fernab und leer zu einer idyllisch im Wald gelegenen Wendeschleife...

Auch korrekt: Mit Blick auf die 90/00er Jahre ist die Bilanz unter der CDU besser als die der Nachfolgerregierung. Sie dürfen aber nicht die extra in Berlin veranstaltete regionale Finanzkrise vergessen: die Schwierigkeiten der Bankgesellschaft Berlin führte Anfang der 2000er Jahre zu einer Haushaltsnotlage - da werden Projekte generell aufgeschoben, unabhängig von der regierenden Farbe. Zwischenzeitlich wurde ein Bündnis Straßenbahn (SPD, PDS, Grüne) gegründet, bildet aber nur einen Teil des Meinungsspektrums innerhalb der teilnehmenden Parteien ab. Seitens CDU wurde derweil auch schon mal gegen die Tram Verlängerung nach Moabit wg. Verfahrensfehlern interveniert.

So verschwimmt die klare Linie wer wofür ist. Wichtig ist an dieser Stelle viel mehr, dass alle Ideen abgebildet werden. Sonst müssen sich erst neue Parteien gründen und sich dieser Ideen annehmen...

Beste Grüße,
InterRailer26+



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.20 18:50.
Die CDU hat im Verkehrsressort seit Jahren nichts zu melden. Es ist RRG die nichts gebacken bekommen in Berlin!

Frank aus der Prignitz
____________________________________________________

Eisenbahn ist für mich Freizeit, nicht Lebensinhalt!

Tillig-Elite und Weinert-MeinGleis haben vorbildorientiert keine Herzstücke - Weisheiten eines Spielbahners
... überhören. Denn die braucht man bei Straßenbahnplanungen überhaupt nicht.
traktionsumrichter schrieb:
... überhören. Denn die braucht man bei Straßenbahnplanungen überhaupt nicht.
Bürgerrechte ignorieren nur um eine Strassenbahn durchdrücken zu können?

Frank aus der Prignitz
____________________________________________________

Eisenbahn ist für mich Freizeit, nicht Lebensinhalt!

Tillig-Elite und Weinert-MeinGleis haben vorbildorientiert keine Herzstücke - Weisheiten eines Spielbahners
InterRailer26+ schrieb:
(...)

Die Opposition hat ohnehin andere Pläne und "werde gespannt verfolgen, wie der Senat mit diesem Projekt scheitern wird." (Zitat aus Berl. Zeitung über Herr Friederici, CDU zum Projekt Warschauer Str. - Hermannplatz).

(...)
Hier ist Oliver Friederici eine ihn ganz besonders disqualifizierende Äußerung geglückt. Es geht hier immerhin um die Wiederaufnahme des ÖV auf einer für die kleinräumige Erschließung zwischen Friedrichshain, SO 36, dem Neuköllner Norden und dem Hermannplatz eigentlich seit der Nachkriegszeit fehlenden Verbindung.

Die Berliner CDU war verkehrspolitisch schon einmal besser aufgestellt, der Hinweis auf Alexander Kaczmarek (heute "Berlin-Beauftragter" der Bahn, der seinerzeit für diese Strecke eintrat) sei mir erlaubt. Heute besteht der "Beitrag" der Berliner CDU für diese Strecke darin, Planungsleistungen im Landeshaushalt für diese Strecke streichen zu wollen (was selbstverständlich erfolglos war).

Hinsichtlich der Entwicklung des Oberflächenverkehrs der BVG ist die Berliner CDU in ihrer derzeitigen Verfassung kaum bündnisfähig, wie sich auch an diesem Beispiel zeigt,

meint Marienfelde.
Seidi schrieb:Zitat:
wenn diese ganzen Nimbys die Straßenbahn zum Ostkreuz durch eine massive Anzahl an Einwendungen und möglicherweise später auch Klagen verzögern, ist vollkommen egal ob rot - Schwarz (immerhin bis 2016 im Amt) RRG oder irgend eine andere Koalition im Senat das sagen hat
Die Nimbys sind zwar ein Problem und es gibt sie fast überall. Das eigentliche Problem ist doch der sehr spezielle Berliner Umgang mit ihnen: Sich die Einwände von Bürgern anhören und sie zu prüfen, ist guter Grundsatz demokratischer Planungskultur. Aber Querulanten Jahre lang zu verhätscheln, mit ihren Scheinargumenten gute Planungen immer weiter zu verschlimmbessern, bis eigentlich für alle Verkehrsteilnehmer unbefriedigende Scheinlösungen herauskommen, das wird so nur in Berlin praktiziert. Diese abstruse Planungspraxis müsste schnellstmöglich beendet werden und Berlin sollte sich stattdessen endlich an jene Planungspraktiken anpassen, die im Rest der Republik Standard sind und demokratischen Grundsätzen vollauf genügen.

Seidi schrieb:
Zitat:
es liegt an uns Wählern, ob wir wollen das der ÖPNV ausgebaut wird, oder lieber die CDU den Autofahrern weiter in den @#$%& kriecht
Und welche Partei sollte man dann Deiner Meinung nach in Berlin wählen?
- Die CDU mit Sicherheit nicht.
- Die FDP mit Sicherheit nicht.
- Die AfD mit Sicherheit nicht.
- Eine mögliche neue "Corona-Partei" mit Sicherheit auch nicht.
- Die SPD? Die steht doch gerade für die Berliner o.g. Planungsunkultur und für eine Politik, die sich mit niemandem anlegen will. Also keine ÖPNV-Bevorzugung, denn das täte ja den armen Autofahrern weh. Eigene Gleiskörper braucht man aus dem gleichen Grund nicht. Straßenbahnen können ja im allgemeinen Straßenverkehr mitschwimmen bzw. im Stau stehen.
- Die Linke? Die hat zwar mal in Berlin behauptet, die "Partei der Straßenbahn" zu sein, in der Realität unterscheidet sie sich aber nicht mehr groß von der SPD. Und man sollte nicht vergessen, dass es genau diese Partei ist, die seit vielen Jahren die Anbindung des Allendeviertels an das Köpenicker Straßenbahnnetz verhindert, weil dort viele ihre Wähler wohnen, denen man ja nicht zumuten kann, dass sich die Lage (noch nicht einmal die Anzahl!) ihrer Parkplätze ändert...
- Die Grünen? Die haben doch eindrucksvoll gezeigt, dass sie entgegen ihrer langjährigen Bekundungen nicht den Ausbau des Straßenbahnnetzes forcieren wollen, sondern sich primär um die Radfahrer kümmern wollen.
- Wer bleibt dann noch übrig? Irgendwelche Splitterparteien wie die Piraten?

Im Übrigen sollte man auch zwei grundsätzliche Probleme nicht aus dem Auge verlieren:
- Bei Wahlen wird nicht allein über die Verkehrspolitik abgestimmt.
- Politiker und Parteien können vor der Wahl das eine behaupten/versprechen. Nach der Wahl sind rechtlich nicht daran gebunden. Sie können sogar das genaue Gegenteil von dem tun, was sie versprochen haben.
Hallo InterRailer26+,

danke für Deinen hervorragenden und lesenswerten Beitrag!

Leider ist selbst innerhalb Berlins vielen nicht klar, welche Macht und Einflussmöglichkeiten die Bezirke haben.

Das wird bei diesem Thema überdeutlich, aber zum Beispiel auch aktuell bei der teils unzulänglichen Umsetzung der Corona-Regeln.

Viele Grüße
Manuel
Hallo Leute,

ich möchte nach einer Archivsuche mit etwas mehr Zeit nochmal auf einige aufgeworfene Punkte antworten:

Einwände gegen Moabiter Verkehrsbauten kommen weit entfernt aus Zehlendorf und Staaken!:
Siehe DSO vom 17.07.2019 in [www.drehscheibe-online.de]

Zwei Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhaus (MdA), Heiko Melzer [CDU] und Oliver Friederici [CDU] aus Staaken und Zehlendorf, machen sich über den Tramausbau in Moabit so ihre Gedanken:

"Das Gutachten liege dem Planfeststellungsunterlagen aber nicht bei – ein „formaler Fehler“, so die CDU-Kritik. „Zudem wird in der Begründung von 2014 eine Taktzeit von 10 Minuten zugrunde gelegt“, sagt Melzer. Die BVG gehe aber jüngst von einem 5- bis 7-Minuten-Takt aus. „Das ist nicht nur ein Widerspruch, sondern auch ein sachlicher Fehler, weil so kein Nachweis erbracht werden kann, dass die Tram an den Kreuzungen nicht doch den Autoverkehr behindert.“"
Zitat aus [www.morgenpost.de] inzwischen lieder hinter einer Bezahlschranke.

Planunterlagen wurden bereits 2019 ausgelegt:
Siehe DSO vom 11.10.2019 in [www.drehscheibe-online.de]

@Bernhard Martin
In dieser Legislaturperiode wurde ein neuer Nahverkehrsplan beschlossen - auch für die Tram:
Siehe DSO vom 04.03.2019 in [www.drehscheibe-online.de]
Dort S. 237 in [www.berlin.de]

MfG, InterRailer26+
Frank Schönow schrieb:
traktionsumrichter schrieb:
... überhören. Denn die braucht man bei Straßenbahnplanungen überhaupt nicht.
Bürgerrechte ignorieren nur um eine Strassenbahn durchdrücken zu können?
Du fährst doch sowieso nur Auto, oder?
Frank Schönow schrieb:
Die CDU hat im Verkehrsressort seit Jahren nichts zu melden. Es ist RRG die nichts gebacken bekommen in Berlin!
Hast du dafür Belege?
InterRailer26+ schrieb:
Hallo Leute,

ich möchte nach einer Archivsuche mit etwas mehr Zeit nochmal auf einige aufgeworfene Punkte antworten:

Einwände gegen Moabiter Verkehrsbauten kommen weit entfernt aus Zehlendorf und Staaken!:
Siehe DSO vom 17.07.2019 in [www.drehscheibe-online.de]

Zwei Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhaus (MdA), Heiko Melzer [CDU] und Oliver Friederici [CDU] aus Staaken und Zehlendorf, machen sich über den Tramausbau in Moabit so ihre Gedanken:

"Das Gutachten liege dem Planfeststellungsunterlagen aber nicht bei – ein „formaler Fehler“, so die CDU-Kritik. „Zudem wird in der Begründung von 2014 eine Taktzeit von 10 Minuten zugrunde gelegt“, sagt Melzer. Die BVG gehe aber jüngst von einem 5- bis 7-Minuten-Takt aus. „Das ist nicht nur ein Widerspruch, sondern auch ein sachlicher Fehler, weil so kein Nachweis erbracht werden kann, dass die Tram an den Kreuzungen nicht doch den Autoverkehr behindert.“"
Zitat aus [www.morgenpost.de] inzwischen lieder hinter einer Bezahlschranke.

Planunterlagen wurden bereits 2019 ausgelegt:
Siehe DSO vom 11.10.2019 in [www.drehscheibe-online.de]

@Bernhard Martin
In dieser Legislaturperiode wurde ein neuer Nahverkehrsplan beschlossen - auch für die Tram:
Siehe DSO vom 04.03.2019 in [www.drehscheibe-online.de]
Dort S. 237 in [www.berlin.de]

MfG, InterRailer26+
Wäre das denn so schlimm, wenn die Tram den Autoverkehr behindern würde? Ein paar Minuten mehr als Google Maps anzeigt muss jeder Autofahrer sowieso in seiner Zeitplanung mit einplanen. Gerade in einer Großstadt wie Berlin.
traktionsumrichter schrieb:
Wäre das denn so schlimm, wenn die Tram den Autoverkehr behindern würde? Ein paar Minuten mehr als Google Maps anzeigt muss jeder Autofahrer sowieso in seiner Zeitplanung mit einplanen. Gerade in einer Großstadt wie Berlin.
Für überzeugte Autofahrer IST das schlimm. Also ein prima Argument, um unerwünschte Straßenbahnpläne in die Tonne zu kloppen.
Danke, dass Du nochmal den weiteren Zusammenhang durch die Verlinkung mit den Beiträgen von letztem Jahr hergestellt hast. Da muss man sagen:die Verwaltung hat geschlampt und die ideologischen Gegner der Straßenbahn haben ihre Hausaufgaben gemacht und das Projekt um ein Jahr verzögert, indem sie mit dem Finger drauf gezeigt haben. Das kann man Leuten, die aus ihrer Haltung nie einen Hehl gemacht haben ("ÖPNV nur, wenn er dazu dient, den Pöbel von der Fahrbahn runterzubekommen"), kaum vorwerfen. Eher muss man am guten Willen oder der Tauglichkeit einer Verwaltung zweifeln, die so elementare Fehler macht.
Und zur Frage, warum die Tram nicht den Autoverkehr auf Alt-Moabit ausbremsen soll: Das ist ja das ganze Dilemma mit der SPD und ihrer (Nicht-)Verkehrspolitik. Die Trassenuntersuchungen favorisierten ganz klar eine gradlinige Führung der Strecke über Alt-Moabit. Fahrzeit, Baukosten und so ziemlich alles sprach dafür. Unter dem fadenscheinigen Grund, dass mehr Passagiere zum Gerichtshauptgebäude wollen, wurde jedoch entgegen der Gutachten die Linie zum Zickzack über Rathenower und Turmstraße verdammt. Der einzig plausible Grund ist, dass man die viel stärker vom Autoverkehr beanspruchte Straße Alt-Moabit, auf der die Feinstaubwerte überschritten wurden, weiterhin für die Autofahrer uneingeschränkt erhalten wollte.
Und das ist leider das Grundproblem mit der (Nicht-)Verkehrspolitik des Senates, an der alle drei Parteien in unterschiedlichem Maße schuld sind. Die SPD hatte schon im Koalitionsvertrag mit Diepgen den Formelkompromiss festhalten lassen, dass 80% ÖPNV in der Stadt angestrebt werden sollte, zugleich aber "bestehender Verkehr möglich" gemacht werden sollte. Die CDU hielt sich natürlich nur an der zweiten Hälfte des Satzes fest, die SPD fiel ihr nie in die Parade. Wowereit schließlich setzte gegen erheblichen Widerstand die Verlängerung der Autobahn zum Treptower Park durch, bei Schienenverkehr bremste er bekanntlich. Aktuell wehrt sich die SPD gegen die Zielsetzung einer Citymaut in ferner Zukunft, schlägt hingegen das 365-Euro-Jahresticket vor. Faktisch setzt sie hingegen eine Erhöhung der Abopreise durch. Die grüne Verkehrsenatorin verfährt leider in Teilen ähnlich. Auf die EU-Feinstaubauflagen folgt eine Fahrbeschränkung auf teilweise nur 50 Metern der Straßen mit überschrittenen Grenzwerten, obwohl jeder weiß, dass man so niemanden zur Erneuerung seines Fuhrparks oder zur Vermeidung einer Fahrt bringt, sondern lediglich die Abgase in eine andere Straße verlagert, wenn überhaupt.
Insofern: schöne Ziele konnte man schon immer in Berlin in Programme schreiben. Diese Ziele auch realistisch durchzusetzen und sich dabei auch auf Konflikte mit den Ewiggestrigen einzulassen, die am besten durch brauchbare Ergebnisse gelöst werden, darin mangelt es noch bis heute.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
traktionsumrichter schrieb:
Frank Schönow schrieb:
Die CDU hat im Verkehrsressort seit Jahren nichts zu melden. Es ist RRG die nichts gebacken bekommen in Berlin!
Hast du dafür Belege?

Die Zusammensetzung der letzten Senate von Berlin sind öffentlich.

Frank aus der Prignitz
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Eisenbahn ist für mich Freizeit, nicht Lebensinhalt!

Tillig-Elite und Weinert-MeinGleis haben vorbildorientiert keine Herzstücke - Weisheiten eines Spielbahners
traktionsumrichter schrieb:
Frank Schönow schrieb:
traktionsumrichter schrieb:
... überhören. Denn die braucht man bei Straßenbahnplanungen überhaupt nicht.
Bürgerrechte ignorieren nur um eine Strassenbahn durchdrücken zu können?
Du fährst doch sowieso nur Auto, oder?

In Berlin nicht, da man ja nie weis ob man einen Parkplatz bekommt da wo man hin will.

Frank aus der Prignitz
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Eisenbahn ist für mich Freizeit, nicht Lebensinhalt!

Tillig-Elite und Weinert-MeinGleis haben vorbildorientiert keine Herzstücke - Weisheiten eines Spielbahners
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