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Hallo!
Der Betrieb der Cargotram wird zum kommenden Jahresende (22./23. Dezember) eingestellt. Link zum Artikel mit Bezahlschranke
Grund sind Produktionsumstellung, veränderte Abläufe in der Logistik und das Alter der Bahnen. Die DVB überlegt, die "Köpfe" der Bahnen zu Arbeitswagen umzubauen.

Tschüss
Der granitschädel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.10.20 11:58.
Ich spendier mal ein Link ohne Bezahlschranke.

Tag24 Artikel ohne Bezahlschranke

Gibt ja mehrere Zeitungen in Dresden.

MfG Matthias

Re: Betriebseinstellung Cargotram Dresden zum Jahresende

geschrieben von: 1418

Datum: 17.10.20 21:40

Moin,
Zitat:
Grund sind Produktionsumstellung, veränderte Abläufe in der Logistik und das Alter der Bahnen.
20 Jahre alt sind die Wagen. Bei der vergleichsweise geringen Laufleistung ist das eigentlich nichts. Und wenn man aus den Wagen noch Dienstfahrzeuge machen kann, können sie ja soooo abgeritten nicht sein.
Vor 20 Jahren war man auch noch soweit, daß man LKW-Transporte in der Stadt vermeiden wollte (aus [de.wikipedia.org] ):
Zitat:
Weil die Route direkt durch die Stadt verläuft und man den Transport der Bauteile mit Lkw vermeiden wollte, entschied man sich für den Bau von zwei Güterstraßenbahnzügen. Diese waren nach einem Beschluss des Stadtrats[2] nun Auflage für die Nutzung des Produktionsstandortes Gläserne Manufaktur, nachdem es bereits massive Proteste gegen eine innerstädtische Belieferung mittels Lkw gegeben hatte.
Und nun? Feiert man dort dann Batterie-LKW oder hat VW die Stadt "weichgekloppt" (LKW-Logistik zugelassen oder Werk schließen)? Veränderte Abläufe in der Logistik - zum Schreien.

Kopfschüttelnd
1418
1418 schrieb:
(LKW-Logistik zugelassen oder Werk schließen)
Mein Tipp: es wird nicht auf ODER hinauslaufen, sondern auf UND.
Es war damals eine Imageoffensive, die Geld kosten durfte. Geld, das möglicherweise irgendwann nicht mehr da ist.
Mal mit aller Nüchternheit betrachtet war die CarGoTram nie ökologisch und ökonomisch schon gar nicht sinnvoll, sondern nur eine Auflage zum Betrieb der Manufaktur und eine nette Spielerei der damaligen Zeit. Den Ressourcenaufwand für den Bau der Fahrzeuge und entsprechender Infrastruktur an beiden Endstellen sowie den Betrieb der Fahrzeuge berücksichtigt, hat man wohlmöglich die selbe, wenn nicht sogar eine schlechtere Ökobilanz als für eine direkte LKW-Belieferung. Nur die CO2-Bilanz des Betriebes zu betrachten wäre zu kurz gedacht. Aber das dürfen andere aufs Komma ausrechnen.

Der Autobahnanschluss Dresden-Südvorstadt war bei Inbetriebnahme der Manufaktur bereits im Bau, wurde wenig später eröffnet und liegt von der Manufaktur nahezu auf 100m identisch entfernt, wie die Autobahn Abfahrt Dresden-Altstadt vom Logistikzentrum. Die Einfallstrassen sind auch nahezu ähnlich angelegt, eine Durchquerung des innersten Zentrums wäre nur in den ersten 2-3 Jahren nötig gewesen, wenn überhaupt, hätte man später ein Logistikzentrum in A17-Nähe gebaut.

Dennoch war es ein gutes Imageprojekt, aus Strassenbahnfansicht sowieso, welches seine Zeit jedoch nun leider hinter sich hat. Die wenigsten Kunden des gefloppten Phaetons haben den Wagen vor Ort abgeholt. Über die vielen LKW und Autotransporter, welche die fertigen Fahrzeuge AUS der Manufaktur auf die Autobahn und in die Welt gebracht haben, hat übrigens nie jemand ein Wort verloren...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.10.20 01:56.
Das klingt nach Einsatz von Gigalinern.
Mal gespannt wann die erste Ausnahmegenehmigung zum Einsatz von Volumen-Roadtrains kommt, die zwar keine Tonnage aber Masse befördern dürfen.

Auch bei EDEKA werden zwischen den Logistikzentren inzwischen Gigaliner eingesetzt, einen habe ich sogar am Stadtrand von München gesehen. Da kann man nur hoffen, das kein Disponent auf die dumme Idee kommt, einen Gigaliner im Umlaufplan eines Filial-Beliefer-LKW einzusetzen, nur weil der eigentlich vorgesehene LKW kurzfristig ausgefallen und kein anderes Verteilerfahrzeug verfügbar ist.

Danke für die Meldung

geschrieben von: schoki41

Datum: 18.10.20 11:36

Hallo Granitschädel,
danke für die Meldung. Da muss ich wohl doch noch einmal dringend - sofern C. es erlaubt - nach Dresden, zumindest einmal eine Bahn sichten.

Hier gibt es Fahrzeiten - kann wer sagen, ob diese noch stimmen?
[www.drehscheibe-online.de]

schoki41
T4D 222 998-7 schrieb:
Mal mit aller Nüchternheit betrachtet war die CarGoTram nie ökologisch und ökonomisch schon gar nicht sinnvoll, sondern nur eine Auflage zum Betrieb der Manufaktur und eine nette Spielerei der damaligen Zeit. Den Ressourcenaufwand für den Bau der Fahrzeuge und entsprechender Infrastruktur an beiden Endstellen sowie den Betrieb der Fahrzeuge berücksichtigt, hat man wohlmöglich die selbe, wenn nicht sogar eine schlechtere Ökobilanz als für eine direkte LKW-Belieferung. Nur die CO2-Bilanz des Betriebes zu betrachten wäre zu kurz gedacht. Aber das dürfen andere aufs Komma ausrechnen.

Der Autobahnanschluss Dresden-Südvorstadt war bei Inbetriebnahme der Manufaktur bereits im Bau, wurde wenig später eröffnet und liegt von der Manufaktur nahezu auf 100m identisch entfernt, wie die Autobahn Abfahrt Dresden-Altstadt vom Logistikzentrum. Die Einfallstrassen sind auch nahezu ähnlich angelegt, eine Durchquerung des innersten Zentrums wäre nur in den ersten 2-3 Jahren nötig gewesen, wenn überhaupt, hätte man später ein Logistikzentrum in A17-Nähe gebaut.

Dennoch war es ein gutes Imageprojekt, aus Strassenbahnfansicht sowieso, welches seine Zeit jedoch nun leider hinter sich hat. Die wenigsten Kunden des gefloppten Phaetons haben den Wagen vor Ort abgeholt. Über die vielen LKW und Autotransporter, welche die fertigen Fahrzeuge AUS der Manufaktur auf die Autobahn und in die Welt gebracht haben, hat übrigens nie jemand ein Wort verloren...
Genau so, ob man es bedauert oder nicht..... Wenn die Fahrzeuge eine Zukunft haben sollen, dann könnte sie vielleicht in einer ähnlichen Funktion liegen wie das Sperrmüll- /Sondermülltram in Zürich:

[www.stadt-zuerich.ch]

So etwas ist aber betrieblich sehr schwierig und auch da ist die Ökobilanz eher zweifelhaft. Es gibt halt einfach mal Anwendungen, wo die Straße klar im Vorteil ist.....
Du vergisst aber, dass das Logistikzentrum zwei Gleisanschlüsse hat, einen für die Straßenbahn aber auch einen für die Vollbahn. Ich weiß zwar nicht wie sehr der konkret genutzt wurde, aber generell nutzt die Autoindustrie sehr gerne die Bahn für ihre Logistik, nicht nur für die Auslieferung der Neuwagen.
Hallo.

Bedauerlich ist es schon, dass die Cargotram nicht mehr laufen soll. Es ist eine Alternative zum LKW-Lieferverkehr und ich selber hatte die Hoffnung, dass auch andere Großstädte so etwas einführen bei größeren Firmen im Kern der Stadt und bei nahezu gleichen Liefermengen. Auch wenn das nur der symbolische "Tropfen auf dem heißen Stein" ist, wäre es gut gewesen, wenn es weiter ausgebaut würde anstatt einzustellen.

Ob ich das noch erleben darf, dass der LKW-Verkehr mal wieder deutlich abnimmt zugunsten des weit umweltfreundlicheren Schienentransports? Es muss ja nicht jedes Paket wieder auf die Schiene, aber größere Gebinde gehören meiner Meinung nach bei einiger Entfernung auf die Bahn!

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich
meister-röhrich schrieb:
Hallo.

Bedauerlich ist es schon, dass die Cargotram nicht mehr laufen soll. Es ist eine Alternative zum LKW-Lieferverkehr und ich selber hatte die Hoffnung, dass auch andere Großstädte so etwas einführen bei größeren Firmen im Kern der Stadt und bei nahezu gleichen Liefermengen. Auch wenn das nur der symbolische "Tropfen auf dem heißen Stein" ist, wäre es gut gewesen, wenn es weiter ausgebaut würde anstatt einzustellen.

Ob ich das noch erleben darf, dass der LKW-Verkehr mal wieder deutlich abnimmt zugunsten des weit umweltfreundlicheren Schienentransports? Es muss ja nicht jedes Paket wieder auf die Schiene, aber größere Gebinde gehören meiner Meinung nach bei einiger Entfernung auf die Bahn!

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich
Joa, Meistäärr (Sorry , den konne ich mir jetzt nicht verkneifen:-) ). Natürlich muss der Gütertransport auf die Schiene verlagert werden. Die ineffiziente Straßentransport ist ökologisch ein Alptraum. Aber das ist natürlich ein Riesenthema. Da müssten jede menge Hürden überwunden werden und Denkweisen geändert werden. Hab so das Gefühl die Gesellschaft ist noch nicht reif dafür. Aber je mehr wir wieder zu Effizienz und umweltfreundlichen Handeln gezwungen werden, desto mehr kann die Schiene ihr Potential ausschöpfen. Von daher glaube ich, wir werden es noch erleben.

Re: Fahrzeiten

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 20.10.20 18:48

Guten Abend,

Diese Fahrzeiten müßten noch stimmen.

Es gab Zeiten, wo VW in den Herbstferien Werksferien gemacht hat (bzw. das Land Sachsen seine Herbstferien an den VW-Werksferien ausgerichtet hat), aber im Moment ist das offenbar nicht so.

Grüße,
Jan B.

schoki41 schrieb:
Hallo Granitschädel,
danke für die Meldung. Da muss ich wohl doch noch einmal dringend - sofern C. es erlaubt - nach Dresden, zumindest einmal eine Bahn sichten.

Hier gibt es Fahrzeiten - kann wer sagen, ob diese noch stimmen?
[www.drehscheibe-online.de]

schoki4

Re: Fahrzeiten

geschrieben von: schoki41

Datum: 20.10.20 20:47

Hallo Jan,
danke dir. Hoffentlich schaffe ich es...

schoki41

Wikipedia sagt ...

geschrieben von: kabelschmidt

Datum: 21.10.20 06:49

Zitat 1418
20 Jahre alt sind die Wagen. Bei der vergleichsweise geringen Laufleistung ist das eigentlich nichts.
Zitat Wikipedia
Eine Besonderheit ist, dass bei den Fahrzeugen generalüberholte Triebdrehgestelle von bereits ausgemusterten Tatra-Straßenbahnen verwendet wurden
Es dürften zwar noch weitere Drehgestelle vorhanden sein, aber das Generalüberholen kostet wieder Geld.

kabelschmidt

Re: Fahrzeiten

geschrieben von: Norbert-in-Sibirien

Datum: 21.10.20 10:33

Gestern fuhr die Cargotram trotz Herbstferien.

Re: Betriebseinstellung Cargotram Dresden zum Jahresende

geschrieben von: Acela

Datum: Gestern, 21:54:58

MrEnglish schrieb:
aber auch einen für die Vollbahn.
selbiger hat nie einen Zug gesehen und inzwischen wachsen stattliche Birken im Gleis. Das Problem ist wohl, das der Anschluss aus Richtung Ablaufberg kommt und da dort inzwischen alles tot ist, nicht mehr genutzt werden kann...

Re: Betriebseinstellung Cargotram Dresden zum Jahresende

geschrieben von: Gernot

Datum: Heute, 09:23:49

matzehbs schrieb:
meister-röhrich schrieb:
Hallo.

Bedauerlich ist es schon, dass die Cargotram nicht mehr laufen soll. Es ist eine Alternative zum LKW-Lieferverkehr und ich selber hatte die Hoffnung, dass auch andere Großstädte so etwas einführen bei größeren Firmen im Kern der Stadt und bei nahezu gleichen Liefermengen. Auch wenn das nur der symbolische "Tropfen auf dem heißen Stein" ist, wäre es gut gewesen, wenn es weiter ausgebaut würde anstatt einzustellen.

Ob ich das noch erleben darf, dass der LKW-Verkehr mal wieder deutlich abnimmt zugunsten des weit umweltfreundlicheren Schienentransports? Es muss ja nicht jedes Paket wieder auf die Schiene, aber größere Gebinde gehören meiner Meinung nach bei einiger Entfernung auf die Bahn!

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich
Natürlich muss der Gütertransport auf die Schiene verlagert werden. Die ineffiziente Straßentransport ist ökologisch ein Alptraum. Aber das ist natürlich ein Riesenthema. Da müssten jede menge Hürden überwunden werden und Denkweisen geändert werden. Hab so das Gefühl die Gesellschaft ist noch nicht reif dafür. Aber je mehr wir wieder zu Effizienz und umweltfreundlichen Handeln gezwungen werden, desto mehr kann die Schiene ihr Potential ausschöpfen. Von daher glaube ich, wir werden es noch erleben.
Solange die LKW nur einen sehr kleinen Teil ihrer Folgekosten über Steuern und Maut selbst tragen müssen und viele Fahrer aus Niedrigstlohnländern kommen dürfen sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels. Denn bis dahin ist der LKW für den Auftraggeber meist die kostengünstigere Variante. Auch haben mit Daimler-Benz und Volkswagen die größten europäischen LKW-Hersteller ihren Sitz in Deutschland und können somit die Lobbyarbeit hierzulande eifrig pflegen. Und ob der LKW wirklich die ineffizientere Variante gegenüber der Schiene ist? Weniger ökologisch sicherlich, doch solange ein sehr großer Teil der Absender und Empfänger größerer Frachtmengen keinen Gleisanschluss vor der Tür hat, habe ich da meine Zweifel. Aber leider wurde bei der Neuanlage von Gewerbegebieten in den letzten Jahrzehnten meist nur auf den kurzen Weg zur Autobahn geachtet, während ein möglicher Gleisanschluss von den Planern und den genehmigenden Aufsichtsbehörden als überflüssig angesehen wurde. Und wo aus früheren Zeiten noch ungenutzte Gleise liegen, werden die gerne entfernt, überbaut usw..
Denkbar ist allerdings, dass mittelfristig für die letzten paar Kilometer vom Logistikzentrum am Stadtrand bis zum Empfänger/Absender der Waren auf umweltfreundlichere Alternativen gewechselt wird. Das verbessert aber nur die Situation in den dichtbesiedelten Vierteln der Großstädte, nicht die Gesamtlage