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VBZ: Gelenkseilbahnkabine im ersten Fahrgasteinsatz

Mit vier Jahren Verspätung kam das beim Volk teilweise bereits als Seilbahn- oder Telefonkabine titulierte erste neue VBZ-Tram des Bombardier-Konzern in den ersten planmässigen, nicht aber fahrplanmässige Ersteinsatz mit Fahrgästen. Vorgesehen war der Einsatz auf der Zürcher Tramline 11 Auzelg - Rehalp. Abgeliefert sind zur Zeit drei Wagen, 3-5 sollen noch dieses Jahr folgen, so Gott will!
In Inseiderkreisen wird dies sehr bezweifelt. Deshalb unverständlich, dass die VBZ nun noch auf den Segen des am bisher einzigen Tramdebakel in der VBZ-Geschichte schuldigen Verkehrsrates des Verkehrsverbundes hofft, welcher den Kredit sprechen muss, um noch mehr Fahrzeuge bestellen zu können.

Böse Zungen machen glaubhaft die Aussage, dass man nun eine Vorzahlung leiste, um die Finanzierung der Wagenkästen und Unterlieferanten durch Bombardier zu ermöglichen! Zudem versprach die Firma eine schnellere Lieferung dieser Fahrzeuge! Wer’s glaubt, bezahlt!

Dass das Äussere tatsächlich einer einfach konstruierten Seilbahnkabine entspricht, ist nicht von der Hand zu weisen, Seilbahnkabinen von z. B. Gangloff (heute ein Teil der Calag Carrosserie Langenthal AG) sehen durchaus besser und futuristischer aus. Selbst, wenn man Verständnis hat für rationelle Arbeiten, so kann man von der Farbgebung mehr erwarten. Schwarz gefärbte Fensterpartien sind eher ein Hinweis von wenig Fahrzeugpflege, weil man dort den Schmutz nach Reinigung nicht erkennen kann. Das Fahrzeug kommt dunkel und düster daher, obwohl im oberen Wagenkastenteil wiederum zu viel Weiss dominierend wirkt. Gleich wie bei den 2000er (und den SZU-Be 8/8), fehlt oben ein blaues Band, zudem sollte das Schwarz gegen Weiss getauscht, die Stadtzürcher Farben so wiederum die Zugehörigkeit deutlicher erkennbar machen.

Viel elektronischer Schnick-Schnack werden den Tramunterhalt noch teurer machen, als jener der Cobra, welches auch im Unterhalt als teuerstes Tram der VBZ-Flotte gilt. Leuchtstreifen in den Türen mit grün, rot und violett sollen Betriebszustände der Türen darstellen, desgleichen im Innern über den Türen Signallampen. Das Gepfeife beim Türschliessvorgang ist der Internationaltät der wohl grenzüberschreitenden VBZ zuzuschreiben!

Das Fahrzeuginnere ist eine Weiterentwicklung des Cobras der Serie 3001-3088 und lässt Grosszügigkeit aufkommen, zudem eine gute Durchsicht durch das ganze Innere ermöglichen. Zur Zeit ist das Fahrzeug heller, sprich: Kaltlichtweiss! Die Holzsitze sind primitiver als jene der früheren Karpfen- und Mirages-Wagen, besitzen keinen Sitzraum, so dass man bei schnell gefahrenen Kurven wohl bald neben dem Sitz am Boden hockt! Ergonomie conta Design - Letzere hat gewonnen. Haltestangen für in den Gängen stehende Beförderungsfälle sind rar gesegnet und der Wagenboden fast durchgehend, aber mit Rampen und Sitzen auf erhöhten Podesten ausgerüstet.

Weichen und Kreuzungen machen sich mit Lärm und Rüttelbewegungen im Innern bemerkbar, zugegeben: Etwas weniger als beim Twindexx-Triebzug. Das Fahrzeug ist aber sicher im Innern ruhiger als das Cobra! Zumindest jetzt noch . . .

Jetzt hoffen die Stadtzürcher auf eine endlich notwendige Aufhebung der Restriktionen im Fahrplanbetrieb der VBZ, insofern dieVBZ-Kader nicht schon wieder in der Schnelle die zu ersetzenden Fahrzeuge wieder ins Ausland verscherbeln, und man wie derzeit, nicht mal genügend Fahrzeuge sowie eine nicht existente Reserveflotte hat!
Diesen Montag wurde einer Cobra, durch einen Diktator der Landstrasse mit seinem Lastwagen in der Badenerstrasse beim Rückwärts aus einer abzweigenden Seitenstrasse fahrend, die ganze Seitenwand aufgeschlitzt - Schaden mehrere 100 000 Franken, Fahrzeug wohl ein Jahr ausser Betrieb, Kasten und elektrische Ausrüstung demoliert. Was nützt da die Klage des VBZ-Direktor, wenn man es zulässt, dass keine Reserve vorhanden ist?


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4964-uszjd5.jpg

Bild 1:
Das Erscheinen am Ersttag mit Fahrgastbeförderung an der Haltestelle Laubiweg im Quartier Unterstrass in Richtung Bahnhof Oerlikon fahrend.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4966-u2jjv8.jpg

Bild 2:
Das Fahrzeuginnere wurde vom Cobra-Tram übernommen.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4968-u68kng.jpg

Bild 3:
Sicht nach hinten mit einer Einstiegspartie, sowie mit einem der wenigen Bildschirme an der Decke. Diese sind aber eindeutig zu weit auseinaderliegend montiert und deshalb aus Distanz kaum lesbar.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4969-u1wk6i.jpg

Bild 4:
Türeinstiegspartie mit Klapptritt.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4970-uowj6n.jpg

Bild 5:
Türpartie mit schliessender Tür und Klapptritt sowie geschlossener Tür.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4971-usyks1.jpg

Bild 6:
Endpartie des Fahrzeuges = Frontpartie ohne Scheinwerfer . . .


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4978b-vlkto.jpg

Bild 7:
Der 4001 kommt aus der Schlaufe Auzelg für die Rückfahrt in die ZW.
Die weiterführenden Gleise führen die Glattalbahn nach Stettbach.


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4981b-6wk7i.jpg

Bild 8:
Die Türe ist geschlossen!


https://abload.de/img/2020-10-15-dsc_4986b-fdjoq.jpg

Bild 9:
Auch der Wagen 4002 war unterwegs, hier bei der Rückfahrt nach Personaleinschulung beim Lochergut im Bereich des Depots Kalchbreite/Elisabethenstrasse.

Den Führerstand habe ich mir noch nicht angeschaut, zumal er dauernd durch Begleiter und Kunden belagert worden ist . . .! Wird aber sicher noch folgen.

Urs Nötzli
Danke für die interessanten Fotos!

Eine Frage zu Bild 5: Ist der Klapptritt bei geöffneter Tür waagrecht, oder bildet er eine schräge Rampe? Im ersteren Fall würde ich mich dann fragen, wozu es ihn überhaupt gibt, im zweiteren Fall könnte er zwar "fahrendem Volk" (Rollstuhlfahrern, Kinderwagen) die Einfahrt erleichtern, wäre aber für gehende Personen eine üble Stolperfalle.

Zu Bild 3: Den Stellplatz auf der Türseite anzuordnen, ist ja wohl vollkommen idiotisch. Mit einem Kinderwagen kommt man da nur mit umständlichen Rangierbewegungen hin, und jeder steht jedem im Weg. Wenn das Tram in dem Moment schon wieder anfährt, dann wird es richtig lustig. Zwei Kinderwagen in der winzigen Ecke unterzubringen, wäre schon vollends illusorisch.

Vielleicht hätte man sich mal anderswo nach brauchbareren Lösungen umschauen können. Aber heute muß ja jeder alles noch mal neu erfinden - mit entsprechenden Resultaten...

Gruß
Klv
Hallo allerseits,

leider folgt auch man hier der Unsitte, die seitlichen Linien-/Zielanzeigen in die Fenster zu integrieren, obwohl in den Seitenwänden oberhalb der Fenster ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Aufgrund der riesigen Ausmaße, wird dadurch auch ein Teil des Durchblicks durch das Fenster verbaut. Schön ist allerdings, dass man hier weiße LED's für das Ziel und farbige für die Linie gewählt hat.
Im Gegensatz zum Siemens Avenio Bremen, sind die Anzeigen beim Zürcher Fahrzeug aber sehr groß dimensioniert und durch die weißen Umrandungen auch schnell zu finden. Das ist beim Bremer Avenio wesentlich schlechter gelöst, da die Anzeigen viel zu klein und durch die leicht getönten Scheiben und die gelben LED's schlecht lesbar sind. Wenn man nicht weiß, wo sie sich befinden, findet man sie auf den ersten Blick auch nicht.

Gruß aus Bremen
Dietmar



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.20 07:25.
Dietmar Krebs schrieb:
leider folgt auch man hier der Unsitte, die seitlichen Linien-/Zielanzeigen in die Fenster zu integrieren, obwohl in den Seitenwänden oberhalb der Fenster ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Aufgrund der riesigen Ausmaße, wird dadurch auch ein Teil des Durchblicks durch das Fenster verbaut. Schön ist allerdings, dass man hier weiße LED's für das Ziel und farbige für die Linie gewählt hat.
Im Gegensatz zum Siemens Avenio Bremen, sind die Anzeigen beim Zürcher Fahrzeug aber sehr groß dimensioniert und durch die weißen Umrandungen auch schnell zu finden.

Wesentlich weniger schön ist allerdings, dass nicht die gesamte zur Verfügung stehende Breite für die Zielanzeige genutzt wird.
Danke an Urs Nötzli für die ersten Eindrücke. Die Inhalte teile ich zum Teil nicht, da klingt typisches Schweizer Verhalten "alles schlechtreden was nicht von Stadler gebaut wird" durch.
Für die um 4 Jahre verspätete Inbetriebnahme kann Bombardier nichts, Schuld daran sind jene, welche das Ausschreibungsverfahren und die Auftragsvergabe lange boykottiert haben. Bei Bombardier Wien läuft die Produktion auf Hochtouren, über 130 qualifizierte Mitarbeiter wurden von Opel übernommen.
Das Flexity-Tram wird im Unterhalt nicht teuer sein, da die Kosten im Servicevertrag klar festgelegt sind.
Die Gestaltung des Innenraums ist eine Weiterentwicklung des Flexity Basel. Die Sitze sind durch ihre Formgebung bequemer als so manche Polstersitze.
Das Aussendesign finde ich toll, mal was anderes.

Die ausklappbaren Klapptrittbretter haben sich beim Cobra bewährt.
Kinderwagen-Stellplätze auf der Türseite gibt es auch anderswo und funktionieren problemlos.
Die seitlichen Zielanzeigen sind deshalb in den Fenstern integriert, weil eine Norm die maximale Höhe über SOK vorschreibt.
4076 schrieb:
Die seitlichen Zielanzeigen sind deshalb in den Fenstern integriert, weil eine Norm die maximale Höhe über SOK vorschreibt.
Hallo 4076,

um welche Norm handelt es sich dabei?
Gilt diese nur in der Schweiz, oder grundsätzlich weltweit für Schienenfahrzeuge mit Personenbeförderung?
Seit wann gilt diese Norm?

Sollte die Norm älter als 1973 sein, müssten alle Fahrzeuge der Bremer Straßenbahn AG, die zwischen 1973 und 2012 von Wegmann, AEG/Adtranz/Kiepe und Bombardier gebaut wurden, gegen diese Norm verstoßen. Andere Hersteller von Straßenbahnen für andere Städte, haben auch in dieser Zeit seitliche Anzeigen eingebaut, die sich gut sichtbar oberhalb der Fenster befinden.

Gruß aus Bremen
Dietmar
Zitat:
Das Flexity-Tram wird im Unterhalt nicht teuer sein, da die Kosten im Servicevertrag klar festgelegt sind.
Ich melde da ein paar Zweifel an.
- Läuft der Servicevertrag in alle Ewigkeit?
Wenn nein: Wann endet er? Was passiert danach?
- Garantiert der Servicevertrag auch Lieferzeiten?
Wenn nein, hat man in 20 Jahren doch das Problem, dass irgendein exotisches Teil zur Aufarbeitung beim Hersteller auf (gefühltes) Nimmerwiedersehen verschwindet und entsprechend die Verfügbarkeit leidet. Ähnliches gilt, wenn Teile, die durch eher häufigen Ausfall auf sich aufmerksam machen, plötzlich nicht mehr verfügbar sind (Teile von Antriebssteuerungen, die theoretisch nie ausfallen scheinen dafür prädestiniert zu sein).
Wenn ja, was passiert, wenn die Garantie nicht eingehalten wird?
- Eben das Gleiche gilt für die generelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen - nicht dass man plötzlich im Regen stehen gelassen wird
Das Verkehrsunternehmen ist hier einfach potentiell der Bittsteller.

Generell werden sich die Hersteller hier nicht viel nehmen. Der Unterhalt von einer fahrbaren Rechenzentrale ist über übliche Lebensdauern generell und immer ein Problem, wenn die Serien nicht so groß sind, dass man Technik wirtschaftlich nachentwickeln lassen kann.
Dieses Problem braucht - meiner Meinung nach - aber eine grundsätzliche Lösung und nicht Schelte auf einzelne Hersteller.
Danke Urs für den ausführlichen und bebilderten Bericht aus Zürich.

Bleibt zu hoffen, dass sich mit der Inbetriebnahme der ersten neuen Trams die Engpässe in der Flotte endgültig beseitigen lassen und die knappe Wagensituation nach Ausmusterung aller Mirages den Verantwortlichen bei den VBZ eine Lehre für die Zukunft ist.

Der Innenraum gefällt mir eigentlich ganz gut, wirkt hell und aufgeräumt. Interessant dass die grünen Applikationen an den Rändern der Wagenübergänge scheinbar nur in eine Richtung angebracht sind. Wobei ich auch nicht verstehe, wieso es hier grün sein muss. Blau würde doch viel eher zum Design von Stadt und Verkehrsbetrieb passen.

Die Aussenoptik finde ich in der Tat auch nicht ganz glücklich, speziell die Kopfform. Wirkt sehr klobig und obendrein langweilig, der Vergleich mit (speziell den alten deutschen) Telefonzellen ist da durchaus passend. Vielleicht hätte man den Kunden beim Aussendesign ähnlich viel Mitsprache wie beim Thema Sitze geben sollen...

Die grossen Anzeiger sind eine tolle Sache, schade das man sie nicht in die untere Hälfte der weissen Dachkante integriert hat, die ohnehin schon riesengross ist. Immerhin ist damit dann künftig mehr Fläche für Dachlängswerbung pro Tram vorhanden, fast schon im Ausmass von Vollwerbung. Aber die Zürcher sind für ihre Liebe zur Verkehrsmittelwerbung ja ohnehin bekannt, ein Schelm wer hier also an Absicht denkt... ;-)
@Krebs: Um welche Norm es sich genau handelt, kann ich nicht beantworten, mir wurde es jedenfalls so auf Anfrage mitgeteilt.

@ferdimh: Die VBZ sind einige der wenigen Verkehrsbetriebe, wo die Werkstätte noch über eigenes Know-how verfügt. Wartungs- oder Serviceverträge werden in der Regel über die gesamte Lebensdauer abgeschlossen, diese beinhalten auch die Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Über die Ersatzteilversorgung wird man sich keine Sorgen machen müssen, der Fahrzeugtyp "Flexity 2" ist weit verbreitet.

@Düwag: Heute bestehen viele Normen, zudem sind Auflagen des (Seh-)Behindertengesetz zu erfüllen. Vieles was Sinn macht (grüne Wandverkleidung) ist nicht für Jedermann eindeutig. Was die Aussenwerbung an den Wagen betrifft ist bekannt, dass in Zürich nur eine geringe Anzahl von Wagen beklebt werden darf.
Grüezi,
selbst nach Aussagen von VBZ-Mitarbeiter ist die VBZ nicht mehr in der Lage, alles im Griff zu haben. Leider haben zuviele Manager und Berater die Zentralwerkstätte die Maschinen, Lehren und Vorrichtungen sowie Mitarbeiter entzogen. Fahrmotoren wickeln, könnten sie noch, engagiertes und fachkundiges Personal wäre vorhanden, aber deren Werkzeug usw. hat man ihnen entwendet. Bandagen auf den Radsätzen aufziehen ist so eine Sache: Induktionsöfen oder Flammringe benötigt man dazu, ist aber nicht mehr vorhanden. Trotzdem hat man an mehreren historischen Fahrzeugen, so dem Märlitram 1208, solche mittels Schweissbrenner von Hand erwärmt, mit der Konsequenz, dass bis hinein zur Achse alles blau anlief! Jeder anständige Metaller wird sich hier die Hand an den Kopf reichen und ungläubig diesen schütteln. Habe mir das Märlitram mit diesen Radsätzen letzten Winter angeschaut, nachdem ich Bilder der blauen Radsätze erhielt! Welche Qualität haben solche Sitze, nach welcher ISO-Norm und zwar nicht nur den zwischen dem Radkörper und dem Radreifen, sondern auch dem Innersten mit der Achse?

Der Abbau geht weiter, alte Meister und höhere Mitarbeiter klagten schon längere Zeit, dass sie die ihnen eigentlich aufgetragenen Arbeiten nicht mehr erledingen können. Dafür nimmt die Meute derer zu, welche von Bombardier zur VBZ wechseln, oder von dieser Firma dort entsendet werden. Grossreparaturen können nicht mehr vom eigenen Personal durchgeführt werden. Das Cobra, welches an der Albisriederstrasse durch einen Lastwagen aus den Schienen und in die dortige Friedhofsmauer geworfen wurde, hat man nach Bautzen zur Reparartur gesandt und wurde nach der Ablieferung in Zürich als "lausige Arbeit" abgehandelt, so dass eine zusätzliche Revision nötig wird. Scheinbar kann die Firma nicht mal die von ihr gebauten Fahrzeuge richtig reparieren!

Zurück zum Zürcher Flexity: Die Designerin wollte unbedingt keine Stomlinienform analog Basel! Warum wohl haben Fahrzeuge mehrerer Hersteller eine Fahrzeugfront mit einer tiefen Schnauze? Der Grund liegt darin, dass man aus Sicherheitsgründen europweit nach Versuchen und Tests zur Ansicht gelangte, dass bei Unfällen mit Passanten, vorab auch Kindern, der Kopf später an der Front aufschlägt als der Körper und somit ein Überleben sichern helfen oder zumindest schwere Kopfverletzungen minimiert werden! Und Zürich lässt eine Designerfront am Fahrzeug anbringen, welche zu vermehrten Todesfälle führen wird. Europaweite Empfehlungen wurden beim Flexity schnöde auf die Seite geschoben, um den Gestaltungswillen Weniger gerecht zu werden: Verloren hat hier der Sicherheitsgedanke gegen Designerfürze! Diese Front ist ein Mörderwerkzeug!

Die Designerin wollte keine Haltestangen über Kopfhöhe in den Gängen anordnen, genau dies betrachten Viele als äuserst notwendig, Einige musste sie denoch akzeptieren, Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird man nach den ersten Stoppunfällen solche nachrüsten müssen.
Direkt über den Sitzlehne gibt es eine - zumindest nach dem Zürcher "Tages-Anzeiger" ganz ausserordentliche Spezialität an der horizontalen Haltestange - einen Kleiderhaken, welcher meine Gemahlin sofort als Handtaschenhalter erkannte. Nur - dem ist nicht so, dass ist ein Kleiderhaken - wohl mit dem Zweck, dass die Jacke zusätzlich den Reinigunsmitarbeitern der VBZ mithilft, den Boden zu reinigen!

Die von mir kritiserten, primitiven Holzsitze sind keine Schalensitze, welche infolge der Sitzmulde zumindest ein seitliches Wegrücken verhindert, sondern flach wie ein Brett! Ich habe nichts gegen Holzschalensitze, wie dies frühere Tramgenerationen hatten, der Volksentscheid - nach einer fragwürdigen Befragungsmethode - hatte wohl bei den Befragten
die Erinnerung an jene Sitze, dazu gebracht, solche zu unterstützen.
Zudem, die Sitze sind teils auf erhöhtem Podesten angeordnet, wie vielfach auch bei Niederflurautobussen der Fall ist, und man dann weit hinuntersteigen muss, zudem zumindes hinter dem Führerstand noch mit einem Tritt zur vordersten, schmalen Türe veredelt! Wiederum zwei Unfallmöglichkeiten mehr . .

Es ist bekannt - übrigens auch bei den Probefahrten im vergleichbaren Fahrgasteinsatz aller Anbieter festgestellt und kritisiert - der mangelnde Stauraum an beiden Fahrzeugenden, wo umständebedingt vor allem Velofahren, Kinderwagen und gegebenen Falls noch Rollstühle im letzten Moment eingefahren werden!

Nein - ich will nicht Stadler über das Klee loben, denn auch Giruno und Traverso haben noch Probleme, welche ich nicht *vernütigen" will, stamme ja selber auch aus der Folge MFO - BBC -ABB bis Bombardier, habe sogar Inbetriebsetzer dort, welche ich als Lehrlinge in unserem Bahnbetrieb ausbildete. Ich kritisiere nicht Bombardier allein, sondern auch den Besteller VBZ, dessen Wünsche ja im Pflichtenheft festgehalten wurden. Wenn ich solche lese, stehen mir die Haare zu Berge, weil das bestellende Unternehmen - betrifft nicht nur die VBZ - die Wünsche aller Abteilungen des Unternehmens einfach als weihnachtliche Wunschliste ohne klare interne Entscheide, einfach so als Pflichtenheft, den Interessenten in die Hand drückt. Betrachte dies als Nötigung, weil der zur Lieferung Ausgewählte dann noch beim Besteller klären muss, was überhaupt gewollt ist!

Allerdings hört man von den KTU's, dass der Stadler-Service eben besser ist, man schneller reagiert und sofort Massnahmen vorschlägt und Personal vor Ort entsendet! Auch das Einhalten der Liefertermine wird gerühmt - hier können Konkurrenten tatsächlich noch dazulernen!

Hoffe, nächste Woche meinen zweiten Augenschein nehmen zu können und vor allem ein Kurve befahren zu können, wo das damals vorgestellte Bombardiertram meines Erachtens sehr schlecht abgeschnitten hat - denke da auch an eine Berner-Tramserie, wo dies auch so war, das vorgestellte Modell nicht dem Gelieferten entsprach und Kurvengeschwindigkeit heruntergesetzt werden mussten . . .

Urs
4076 schrieb:
Wartungs- oder Serviceverträge werden in der Regel über die gesamte Lebensdauer abgeschlossen, diese beinhalten auch die Verfügbarkeit der Fahrzeuge.

Woher will man denn die Lebensdauer kennen? Wer kann denn wissen, wann Ersatz beschafft werden kann (von Verzögerungen bei der Realisierung mal ganz abgesehen - soll ja mitunter vorkommen)? Man kann also den Vertrag nur für einen bestimmten Zeitraum abschließen, der wahrscheinlich kürzer als die reale Nutzungsdauer ist (da man sonst u. U. die Wartung für Fahrzeuge bezahlt, die gar nicht mehr da sind). Dann muss man aber für die Restlebensdauer entweder nachverhandeln (und dabei aufgrund der Zwangslage draufzahlen) oder die Wartung doch noch selbst organisieren.

Re: [CH](ZH): VBZ: Flexity-Trams im ersten Fahrgasteinsatz

geschrieben von: 4076

Datum: 18.10.20 11:25

@Nötzli: Ich teile deine Verschwörungstheorien nicht, der Fahrzeugtyp "Flexity 2" ist in mehreren Städten im Einsatz, das Innenraumkonzept hat sich bewährt (auch in den über 1100 von Alstom gebauten Citadis-Trams befinden sich die Sitze über den Fahrwerken auf Podeste). Auch die Stirnfront entspricht natürlich der Crash-Norm. Das Design stammt übrigens vom Schweizer Unternehmen "Milani Design" in Thalwil.
Stadler war ein gutes Unternehmen, ist aber vermutlich zu schnell gewachsen. Zuletzt hörte und lies man oft, dass Fahrzeuge mit zahlreichen Mängel ausgeliefert wurden, die Kunden sich zum Teil vom Hersteller in Stich gelassen fühlten bei der Mängelbehebung. Nicht umsonst gab es einen Wechsel an der Führungsspitze.
Bekanntlich sind die Anrainer der Appenzeller Bahnen auf die Barrikaden gestiegen, weil ihnen das Kurvenkreischen der neuen Tango-Trams den Schlaf raubte. Aber in Valencia scheint Stadler ordentliche Trams zu fertigen.

@Kaufhalle: Du scheinst noch nie einen Wartungsvertrag gelesen zu haben, denn dann wüsstest du, dass in Regel Verträge über 26 Jahre abgeschlossen werden mit entsprechenden Verlängerungsoptionen.
4076 schrieb:
@Kaufhalle: Du scheinst noch nie einen Wartungsvertrag gelesen zu haben, denn dann wüsstest du, dass in Regel Verträge über 26 Jahre abgeschlossen werden mit entsprechenden Verlängerungsoptionen.
Hast du wenigstens ein Beispiel dieser unzähligen Wartungsverträge mit einer Laufzeit von 26 Jahren?