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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Heute folgt der letzte reguläre Teil der frühzeitlichen Liniengeschichte der elektrischen Straßenbahn in Dresden. Dabei begeben wir uns erneut in den Dresdner Osten und widmen uns je einer roten und gelben Ergänzungslinie, deren Nummern seit nunmehr weit über einem Jahrhundert aus dem Linienrepertoire der Dresdner Straßenbahn verschwunden sind: „27“ und „30“.


Linie 27: Schillerplatz - Ludwig-Hartmann-Straße - gelbe Wagen

Die ab 1906 als Linie 27 bezeichnete Verbindungslinie vom Schillerplatz nach Neugruna zur Ludwig-Hartmann-Straße wurde bereits am 19.November 1893 als Teil der zweiten elektrischen Straßenbahnlinie in Dresden und ersten der Tramways Company von Blasewitz (Straßenbahnhof Neugruna) nach Laubegast eröffnet. Da man der englischen Gesellschaft eine Elektrifizierung auf Dresdner Stadtgebiet verwehrte, konnte der eigentlich geplante und viel direktere Anschluss nach Tolkewitz und Laubegast vom Pferdebahnhof Striesen aus erst 1899 verwirklicht werden, wobei die ursprüngliche Linie bis zur Ludwig-Hartmann-Straße zurückgezogen wurde.

Bereits 1896 erfolgte eine Verlängerung in Blasewitz zum Schillerplatz, vermutlich gleichzeitig wurde das Stromversorgungssystem von Dickinson-Rolle, im Dresdner Netz ein Unikum, auf die üblichen Bügelstromabnehmer umgestellt.


Unverkennbar aus zeitgenösssischen Pferdebahnwagen abgeleiteter elektrischer Triebwagen der Linie Blasewitz - Laubegast im ursprünglichen Zustand mit Dickinson-Rolle und Triebwagen 250 mit Beschilderung der späteren Linie 27. Bei letzterem handelt es sich um einen kleinen „Kummer-Wagen“ mit dem unverkennbaren Wellenfahrtgestell.

https://abload.de/img/linie274rkie.jpg


Fahrplan und Linienverlauf 1905[/b] der Linie 27 - „ABC“. 1907 wurde aus der bis dahin selbstständigen Linie eine Antenne der Linie 1, die nunmehr alternierend Loschwitz und Neugruna anfuhr; die Nummer 27 hat es seitdem in Dresden nie wieder gegeben.

https://abload.de/img/li27a1kos.jpg


Ihren Ausgangspunkt hatte die kurze Verbindungslinie am Schillerplatz in der Tolkewitzer Straße, wo auch die nur bis Blasewitz fahrenden Zwischenwagen der späteren Linie 1 endeten. Auf dieser Aufnahme, wohl kurz nach der Jahrhundertwende entstanden, sehen wir einen abfahrbereiten Zug in Richtung Plauen. Bei dem einzelnen Triebwagen im Hintergrund könnte es sich um den die Fortführung zur Ludwig-Hartmann-Straße bedienenden Anschlusswagen oder auch einen Standtriebwagen der Hauptlinie handeln.

https://abload.de/img/linie27schillerplatzibj6q.jpg


Blick aus der Tolkewitzer Straße zum Schillerplatz. Diesmal sehen wir den Endpunkt aus südlicher Richtung mit einem umgesetzten und abfahrbereiten Zug der späteren Linie 1. Die Gleise im Vordergrund führen weiter nach Neugruna und wurden bis 1907 separat bedient - der Anschlusswagen scheint auf der Aufnahme schon „weg“ zu sein.

https://abload.de/img/linie27tolkewitzerstr83k0b.jpg


An der Ecke zur Dampfschiffstraße (heute: Fuchsstraße) befand sich um 1900 das Restaurant „Zum Grünen Kranz“ eines gewissen Herrn Zwiebel. Wir können nur mutmaßen, ob zwischen dem sehr sprechenden Namen des Inhabers und der kulinarischen Ausrichtung des Angebots ein inhaltlicher Zusammenhang bestand. Auf jeden Fall zeigt sich auf der etwas pixeligen Aufnahme links ein Straßenbahnwagen, den wir wohlwollend unserer Linie 27 zuordnen können.

https://abload.de/img/linie27zumgrnenkranzy5kmt.jpg


1893 nahm die elektrische Linie ihren Anfang am Straßenbahnhof Neugruna, wobei anzunehmen ist, dass die vordem am Schillerplatz endenden Pferdebahnwagen (die Gleise bis zum Bahnhof waren anfänglich nur Betriebsstrecke) hierhin verlängert wurden. Wohl 1894/95 entstand das Foto vor dem 1872 erbauten Bahnhof mit einer äußerst spannenden Fahrzeugpräsentation: Links ein schwerer Decksitzwagen der noch nicht elektrifizierten Linie Blasewitz - Böhmischer Bahnhof, mittig zwei elektrische Triebwagen der Laubegaster Linie, die noch über ein Warnschild am Perron und Dickinson-Rolle verfügten, in der rechten Toreinfahrt ein weiterer Pferdebahn-Decksitzwagen und ein Vehikel mit der Wagennummer „1“ - wohl dem ältesten Arbeitswagen der Dresdner Straßenbahn überhaupt.

https://abload.de/img/linie27strbfneugruna3dmjqv.jpg


Wenig geändert hatte sich am Straßenbahnhof nach der Jahrhundertwende - außer, dass jetzt rein elektrisch und mit Lyrastromabnehmern gefahren wurde. Ganz links sehen wir einen der kleinen Triebwagen der Ursprungsausstattung von 1893, mittlerweile umgerüstet auf Bügelstromabnehmer und zaghaft modernisiert. Offenbar war er immer noch auf seiner Stammstrecke im Einsatz.

https://abload.de/img/linie27strbfneugruna272j78.jpg


In den ersten Betriebswochen war die neue elektrische Bahn der ganze Stolz der noch englischen „Gelben“ Gesellschaft. Neben allerlei am Endpunkt posierendem Personal interessieren uns natürlich die Wagen: Triebwagen 150 und sein Bruder zeigen unverkennbar, dass sie aus Pferdebahnkästen entstanden sind, selbst die etwas verstärkten Achshalter erinnern noch an die hippomobile Traktion. Da man der dörflichen Bevölkerung offenbar nicht zutraute, ohne vorgespanntes Pferd die Annäherungsrichtung der Straßenbahnwagen zu erkennen, mussten riesige rot-weiße Warnschilder für Abhilfe sorgen. Und es gab in der ersten Zeit sogar Beiwagenbetrieb, der sich aber aufgrund der bescheidenen Beförderungsleistung schnell als unnötig erwies.

https://abload.de/img/linie27neugruna5gkxr.jpg


Ein drittes Bild zeigt den Straßenbahnhof in den 1910er Jahren, also nach Abschluss unseres Betrachtungszeitraumes. Dennoch habe ich es hier aufgenommen, aus mehreren Gründen:

Erstens erkennt man hier gut die Ausmaße der Hallen des Ursprungsgebäudes und den Wasserturm im Hof, zweitens den zu 1893 kaum veränderten Gleiszustand: eingleisig und in unbefestigter, geschlämmter Fahrbahn. Auch der ungewöhnliche Oberleitungsmast stammt noch von der Rollenstromabnehmer-Anlage und erhielt eine Verlängerung des Auslegers, um die ursprünglich in Seitenlage gezogene Oberleitung für den Bügelbetrieb in der Gleisachse unterbringen zu können.

Und schließlich: Der eingesetzte Triebwagen 840 mit Ziel „Schillerplatz“ zeigt keine Liniennummer: 1910 feierte die „27“ noch einmal als „Fiddschl-Linie“ ohne offizielle Nummer für einige Jahre eine Wiederauferstehung, bevor sie wieder in der „1“ und ab 1928 in der „16“ aufging.
(Deutsche Fotothek)

https://abload.de/img/linie27strbfneugrunai0koo.jpg


Anstelle des direkten Weges über die Tolkewitzer Straße zum Wasserwerk und weiter nach Laubegast nimmt die Straßenbahn noch heute einen eigentlich als Provisorium gedachten Umweg über die Ludwig-Hartmann-Straße. Der Grund war rein kommerzieller Natur: Es wäre fast fahrlässig gewesen, auf der ohnehin wenig lukrativen Dorflinie einen der wichtigsten potenziellen Anlaufpunkte, nämlich den Tolkewitzer Johannisfriedhof, rechts liegen zu lassen. Auf der Aufnahme der „Ludwigsburg“ erkennen wir zwar keine Straßenbahn, dafür rechts aber das Haltestellenschild der Ende der 1910er Jahre aufgelassenen Haltestelle „Ludwig-Hartmann-Str./Ecke Tolkewitzer Str.“.

https://abload.de/img/linie27ludwigsburge5ji4.jpg


In den ersten Betriebsjahren war die Ludwig-Hartmann-Straße noch faktisch unbebaut. Erst zaghaft sprossen die Villen, die heute diesen Abschnitt säumen. Man beachte die zerfurchte Straßenoberfläche, während ein elektrischer Triebwagen vor dem damals einzigen Haus der Straße zum Foto Aufstellung genommen hat. Gut erkennbar sind auch die sehr kurzen Mastausleger und damit die seitliche Lage der Oberleitung.

https://abload.de/img/linie27ludwighartmanna0jxc.jpg


Beheimatet waren die Wagen der Linie ab 1899 offenbar auch in Tolkewitz - zumindest auf diesem Foto aus den Jahren 1899 oder 1900 ist im Hintergrund ein kleiner Triebwagen erkennbar, der eindeutig die Seitenbeschriftung für unsere Linie trägt. Die Wagen im Vordergrund besitzen die grüne Beschilderung der ehemaligen, elektrifizierten und nach Laubegast verlängerten Pferdebahnlinie Schäferstraße - Striesen. (Archiv DVB)

https://abload.de/img/04990lej14.jpg


Und so sahen die Wagen der Ursprungsausstattung zum Ende ihrer aktiven Betriebszeit um 1920 aus. Bis zuletzt behielten sie die runden „Pferdebahn“-Plattformen ohne Verglasung. Triebwagen 508, ex „gelb“ 150, ist in diesem Beitrag insgesamt dreimal abgebildet…. (Archiv DVB)

https://abload.de/img/01359fdkiw.jpg






Linie 30: Altmarkt - Altenberger Straße[/b] - rote Wagen

Die Linie 30 wurde erst Mitte 1905 in Betrieb genommen und ersetzte die Zwischenwagen der späteren Linie 2 zum Altmarkt - außerdem übernahm sie den neuen Streckenast vom Barbarossaplatz durch die Augsburger Straße zur Altenberger Straße, dem letzten Streckenneubau der Deutschen Straßenbahngesellschaft. Die Linie hatte nur eine kurze Halbwertszeit, denn schon 1909 wurde sie mit der „22“ zu einer durchgehenden Verbindung Hainsberg - Plauen - Altenberger Straße vereinigt.


Zug der Linie 30, bereits mit städtischen Nummern und Sommerbeiwagen.

https://abload.de/img/linie30m7j1t.jpg



Fahrplan und Linienverlauf 1905 - „ABC“.

https://abload.de/img/li30inkuv.jpg


Fahrplan 1908.

https://abload.de/img/fahrplan301908bjjim.jpg


Ausgangspunkt der Linie 30 war die „rote“ Umsetzanlage auf dem Altmarkt. Nur sehr kurz bestand für die neue Linie hier noch Unterleitungsbetrieb - die Kästen der unterirdischen Stromzuführung waren teilweise bis zum Umbau des Altmarkts in den 2000er Jahren noch erkennbar und wurden leider abgeräumt.

Hinter dem aus mehreren Häusern zusammengesetzten Kaufhaus Renner, einer der großen Dresdner Handelsinstitutionen, versteckt sich die Kreuzkirche am Eingang der Kreuzstraße - durch die noch wenige Jahre vorher das Pferdebahngleis der „Gelben“ führte. In der Platzmitte thront die „Germania“.

https://abload.de/img/linie30altmarkt88jx4.jpg


Eine ähnliche Perspektive zeigt einen Zug der Linie 30 bereits kurz vor dem Abbiegen in die König-Johann-Straße. In beiden Postkarten scheint der Rathausturm nachträglich hineinretuschiert, denn die Motive selbst scheinen älter zu sein.

https://abload.de/img/linie30altmarkt2cxjc5.jpg


Blick nordwärts in Richtung Neumarkt, mit der Frauenkirche im Hintergrund. Gleich zwei Züge begegnen sich an der Einfahrt des Endpunkts. Ganz rechts daneben die seit 1896 ungenutzten Gleise der „Gelben“ von und zur Kreuzstraße.

https://abload.de/img/linie30altmarkt4fakme.jpg


Auf dem Pirnaischen Platz herrscht nach 1905 Hochbetrieb. Gleich zwei Züge der Linie 30 begegnen sich vor dem „Kaiserpalast“ - Im Hintergrund die heute mindestens dreimal so breite Grunaer Straße. (Deutsche Fotothek)

https://abload.de/img/linie52330pirnplatz5ojmv.jpg


Wir überspringen den schon vielfach abgebildeten Stübelplatz und begeben uns gleich zum Fürstenplatz in der Johannstadt, wo wir einen Zug der Linie 30 beim Abbiegen aus der Canalettostraße antreffen. Wie ein grünes Band führt die Fürstenstraße (Fetscherstraße) südwärts und geht nahtlos in den Großen Garten über. Trotz schwerer Kriegszerstörungen ist der Fetscherplatz heute nach Lückenbebauungen der 1990er Jahre wieder als geschlossenes Platzensemble erlebbar, eine Seltenheit in den abgeräumten Vorstädten der Altstadt.

https://abload.de/img/linie30frstenplatz26aj7d.jpg


Blick in die Dürerstraße. Der Straßenbahnwagen ist auf dem Abschnitt zwischen Fürstenstraße (Fetscherstraße) und Huttenstraße unterwegs und hat gerade die große Striesener Blockumfahrung verlassen. Die Erlöserkirche im Hintergrund ist heute ebensowenig mehr anzutreffen wie die meisten der sichtbaren Häuser.

https://abload.de/img/linie30drerstra0jxq.jpg


Am Barbarossaplatz zweigte die Neubaustrecke zur Altenberger Straße von der Bestandsstrecke der Linie 2 nach Blasewitz ab. Ein Triebwagen der Linie 30 ist gerade aus der das landwärtige Gleis aufnahmenden Markgraf-Heinrich-Straße (Rosa-Menzer-Str.) gekommen und biegt in die Augsburger Straße ein, der er bis zum Ende folgen wird. In der Gegenrichtung wird die Augsburger Straße nahezu schnurgerade komplett durchfahren. Der Barbarossaplatz ist seit 1950 straßenbahnfrei.

https://abload.de/img/linie30barbarossaplatuxjew.jpg


Die Linie 30 endete in der Altenberger Straße nördlich der Kreuzung mit der Schandauer Straße, wo sie auf die „gelben“ Linien 19 und 21 traf. Eine Gleisverbindung scheint, so verrät die Postkarte, ursprünglich nicht bestanden zu haben.

https://abload.de/img/linie30altenbergerstr0gk8p.jpg


Ein weiterer Blick in die Altenberger Straße, wohl schon zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Noch sind die Wagen der nunmehrigen Linie 22 rot lackiert, aber es liegen bereits die betrieblich eigentlich nicht nötige Doppelkurve in Richtung Tolkewitz und der eingleisige Abzweig in die Schandauer Straße, über das später der Schleifenverkehr am Endpunkt Altenberger Straße abgewickelt wurde. Auch nach Stilllegung der verlängerten Augsburger Straße 1948 blieb der Endpunkt selbst zunächst noch als Betriebsstrecke bestehen. Nicht zu verwechseln ist er mit der südlichen Umsetzanlage in der Altenberger Straße jenseits der Kreuzung; dort endete die Linie 10 bis 1966.

https://abload.de/img/linie30altenbergerstrlpk0k.jpg


Damit beschließe ich diese Reihe, werde aber beizeiten wenn gewünscht noch eine Ergänzung geben, in der ich z.B. die Linienführungen mit Haltestellen nachliefere. Außerdem denke ich an eine Ergänzung um die Vorortsbahn nach, die offiziell natürlich nicht zur Städtischen Straßenbahn gehörte.

Schönes Wochenende!


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Hallo,

wie...was...letzter Teil??? weitermachen :-)

Wieder ein sehr interessanter und informativer Beitrag. Vielen Dank dafür.
sprühwagenkiller schrieb:
Hallo,

wie...was...letzter Teil??? weitermachen :-)

Wieder ein sehr interessanter und informativer Beitrag. Vielen Dank dafür.
Antonstädter schrieb doch: der letzte reguläre Teil der frühzeitlichen Liniengeschichte der elektrischen Straßenbahn in Dresden. Vielleicht gibt es ja auch noch einen irregulären Teil? Oder er wechselt von der frühzeitlichen Version ind die nächste Zeitversion? ;-)

Aber es stimmt, es ist wieder ein sehr interessanter und informativer Beitrag geworden, Hut ab und allen Respekt dafür.

Mit freundlichen Grüßen aus Augsburg

Walter König

Webmaster der FdAS-Homepage
Nachdem diese Beitragsreihe nun ihr reguläres Ende gefunden hat, möchte ich an dieser Stelle ebenso meinen gebührenden Dank für diese äußerst interessante und informative Zeitreise zum Ausdruck bringen und meinen Respekt für die investierte Arbeit in die Aufbereitung der zusammengetragenen Informationen und historischen Aufnahmen zu dieser aufschlußreichen Bildreihe zollen. Ich habe sie von Beginn an mit sehr großem Interesse verfolgt.

Da ich selbst auch von Zeit zu Zeit die Internetseiten der SLUB (Deutsche Fotothek) u.a. nach Bildnissen der Dresdner Straßenbahn durchstöbere, war mir die eine oder andere Aufnahme bekannt. Persönlich finde ich die Zeit um die 1920er Jahre, als die städtischen bzw. MAN-Wagen den Wagenpark der Dresdner Straßenbahn ergänzten, auch äußerst interessant. Dazu finden sich ja auch unzählige interessante Aufnahmen in der Bildersammlung der SLUB.

Da wir gerade bei den 20er Jahren sind, möchte ich kurz auf das Vorwort dieses Teils eingehen.

antonstädter schrieb:
einer [...] Ergänzungslinie, deren Nummer(n) seit nunmehr weit über einem Jahrhundert aus dem Linienrepertoire der Dresdner Straßenbahn verschwunden (ist): „30“.
Die angegebene Zeitspanne gilt für die 30 nicht.
Für ziemlich kurze Zeit sollte im Jahr 1927 noch einmal die Liniennummer 30 im Dresdner Liniennetz in Erscheinung treten, nämlich in Form einer Eillinie zwischen dem Hauptbahnhof und dem Straßenbahnhof Freital, bevor diese wiederum in der Stammlinie aufging, nach nur acht Einsatzmonaten!
Wie ich schon schrieb, äußerst interessant, sicherlich auch für einen Fahrzeugzeichner. ;-)

Viele Grüße vom Eingang des Plauen'schen Grundes, den für kurze Zeit auch eine Straßenbahnlinie 30 durchfuhr.
Silvio Kopte schrieb:
Nachdem diese Beitragsreihe nun ihr reguläres Ende gefunden hat, möchte ich an dieser Stelle ebenso meinen gebührenden Dank für diese äußerst interessante und informative Zeitreise zum Ausdruck bringen und meinen Respekt für die investierte Arbeit in die Aufbereitung der zusammengetragenen Informationen und historischen Aufnahmen zu dieser aufschlußreichen Bildreihe zollen. Ich habe sie von Beginn an mit sehr großem Interesse verfolgt.


Moin

Dem Dank und den weiteren Ausführungen möchte ich mich anschließen. Auf den alten Bildern kann man so herrlich die Details betrachten. Werbung, andere Beschilderungen, Bäume, Parks, überhaupt das ganze Umfeld. Macht Spaß

Gerne mehr davon!

Gruß Ralph
Hallo Antonstädter!
Wieder ein toller Beitrag! Danke dafür! Nun noch eine Frage dazu:
Welche Funktion hatte der Turm im Straßenbahnhof Neugruna? Für eine "Pförtnerloge" war der Aussichtsplatz wohl ungewöhnlich hoch oben.
Mit besten Grüßen
Carsten Dietrich Brink
82131 Gauting
Die Eillinie 30 ist mit durchaus geläufig,

Siehe da:

Allerdings betrachte ich dieses Experiment nicht wirklich als dauerhafte reguläre Linienführung. Darum Asche auf mein Haupt...
...
Hallo, dazu weiß ich leider nix. Ich denke, es wird vielleicht das Chefbüro gewesen sein? Da konnte man doch die Untergebenen doch so gut überwachen...
Lieber Antonstädter,

auch ich möchte dir meinen Dank für diese Beitragsserie aussprechen. Die heutige Situation am Barbarossaplatz haben wir mit der Nase auf der Straße, zur Suche nach Relikten, gerade bei einem Spaziergang in Augenschein genommen. Und nun sehe ich diesen Beitrag, der den Blick zurück erlaubt. Auch am Barbarossaplatz finde ich deine Aussage zum Fürstenplatz, bezüglich der Erhaltung der Porportionen, übertragbar. Übrigens kommt am Fürstenplatz, wie ein Blick in die Stadtpläne von damals und heute zeigt, die abbiegende Straßenbahn aus der Nicolaistraße.

Erstaunlich finde ich auf den Bildern die leeren Straßen. Autos fehlen natürlich aber es sind auch meist nur wenige Menschen und kaum Fuhrwerke, gezogen von Menschen oder Pferden zu sehen. Vielleicht ist das auch ein Blick in die Zukunft?

Auf dem Bild mit <Triebwagen 840> am Straßenbahnhof Tolkewitz zähle ich bei dem Triebwagen hinter den Bäumen sieben Fenster. Irre ich mich da?

Gruß Bernd
Hallo Bernd,

stimmt natürlich, es ist die Nicolaistraße, auch heute noch...

Der TW im Straßenbahnhof Neugruna (den Du sicher meinst) hat in der Tat sieben Fenster - es sollte sich um einen ehem. Pferdebahn-Decksitzwagen der Serie 70-89 handeln, Umbauten aus den originalen Conti-Wagen von 1872, oder 37/38 von 1880, alle bei Starbuck in Birkenhead gebaut. Ist mir so noch gar nicht aufgefallen...
... klar, Neugruna und danke für die Info zu dem siebenfentrigen Wagen.

Re: [Dresden] Pferdebahnhof Neugruna

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 11.10.20 19:46

Guten Abend,

antonstädter schrieb:
Hallo, dazu weiß ich leider nix. Ich denke, es wird vielleicht das Chefbüro gewesen sein?...
Das glaube ich auch, aus einem simplen Grund: So ein Pferdebahnhof bestand zum großen Teil aus Stall mit allem, was dazugehört, insbesondere auch dem entsprechenden "Duft". Ein Büro so weit oben hatte schlicht und einfach mehr Zugang zu frischer Luft.

Grüße,
Jan B.