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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Liebe Leute,
diese Frage könnte man natürlich genau so gut im allgemeinen Forum stellen, mein Faible ist aber nun mal die "kleine Bahn", die Straßenbahn, Stadtbahn, U-Bahn. Und da stellt sich mir bei den ganzen medienwirksamen Diskussionen um die wirtschaftlichen Folgen von Corona natürlich seit einigen Tagen die Frage: Was hat das wohl für Auswirkungen auf dringend benötigte Modernisierungsvorhaben, Ausbaupläne und auf die hohle Worthülse "Verkehrswende"?

Bei mir hier in Köln platzt der Nahverkehr aus allen Nähten und es gab zahlreiche Stränge zu diesen Themen, bei denen immer wieder die Frage aufkam, wie realistisch welche Idee denn hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten letztendlich sei. In anderen Städten ist das teils nicht anders, im Ruhrpott z.B. ist es wohl teilweise ja noch schlimmer.

Wenn die Wirtschaft jetzt wochenlang oder monatelang auf Halbmast flattert und die Regierung ungekannte Summen Neuverschuldung in die Wirtschaft pumpt, wie realistisch ist es dann noch, auf Verbesserungen im Nahverkehr zu hoffen?
Ist es noch wahrscheinlich, dass das Scheinvorhaben "Verkehrswende" mehr wird als eine Floskel, die niemand ernst meint?
Muss man die Hoffnung auf bessere Bezuschussung des ÖPNV und seiner Projekte jetzt komplett begraben?
Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass die Renaissance der Straßenbahn dadurch jetzt komplett an Deutschland vorbeizieht?
Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass die marode Infrastruktur und die überalteten Fahrzeugparks jetzt erst recht noch weiterrosten bis sie wirklich auseinanderfallen?
Ist es nicht eher wahrscheinlich, dass Ausbau- und Neubauprojekte jetzt gänzlich auf Eis / ad acta gelegt werden?

Ich seh schwarz. Wie seht Ihr das?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.03.20 23:38.
Hallo,

wie wird denn Wirtschaft angekurbelt? Doch wohl doch auch mit einem guten Teil Bauprojekte. Also, gerade dann haben die Dinge eine Chance als Wirtschaftsmotor umgesetzt zu werden. Denn die Verkehrswende bleibt ja nicht stehen wegen so einem dahergetröpfeltem Virus. Man merkt in den letzten Monaten eine Verschiebung des Bwewusstseins pro ÖPNV. Wüsste nicht warum sich das auf einmal ändern sollte.

Also mal nicht so schwarz sehen!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.20 00:03.
Ich meine die Frage sich mit diesem Thema zu beschäftigen kommt deutlich zu früh. Keiner weiß was sein wird, wie lange es noch dauert usw. Ich traue mir auch nicht zu einzuschätzen, zu welchem Termin man sich diese Diskussion auf Wiedervorlage packen soll. Eventuell zum Ende des Jahres 2020?

Und ganz pauschal angemerkt: Wenn ich sehe was in Köln in den vergangenen 20 Jahren alles NICHT verbessert wurde (Stadt- wie Regioverkehr), dann denke ich wäre es auch in den nächsten 10 Jahren nicht gekommen. Also egal ob mit oder ohne Corona, macht auf absehbare Zeit keinen Unterschied.

Gruß, Olaf

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Neue Bahnfahrzeuge? System Bananenreife: Ware reift beim Kunden!
Alibizugpaar schrieb:
Ich meine die Frage sich mit diesem Thema zu beschäftigen kommt deutlich zu früh. Keiner weiß was sein wird, wie lange es noch dauert usw. Ich traue mir auch nicht zu einzuschätzen, zu welchem Termin man sich diese Diskussion auf Wiedervorlage packen soll. Eventuell zum Ende des Jahres 2020?

Und ganz pauschal angemerkt: Wenn ich sehe was in Köln in den vergangenen 20 Jahren alles NICHT verbessert wurde (Stadt- wie Regioverkehr), dann denke ich wäre es auch in den nächsten 10 Jahren nicht gekommen. Also egal ob mit oder ohne Corona, macht auf absehbare Zeit keinen Unterschied.
Köln hatte im Gegensatz zu anderen Städten wenigstens Pläne die hoch hinaus gingen. Dass man nach dem Millionengrab NSS nur noch auf Sparflamme baut war abzusehen. Andere Betriebe haben noch Netze aus den 90ern, da steht Köln deutlich besser da.


Und ich denke gerade mit der durchschnittlichen Planungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit in dieser ganz unbürokratischen Bundesrepublik ist jetzt tatsächlich ein angemessener Zeitpunkt diese Frage zu stellen, denn wenn man jetzt anfängt zu planen könnte man vielleicht gerade so die erste Schwelle oder den ersten Oberleitungsmast setzen wenn Corona nur schon 2 Jahre in der Vergangenheit liegt.
Ich glaube, dass man in der Politik verständlicherweise jetzt ganz andere Sorgen hat, als die Verkehrswende! Die sollte man auf Eis legen. Abgesehen davon hat sich schon etwas gewendet, individueller Verkehr wird wieder empfohlen! Und ob man die Milliarden abshbar noch haben wird, ist sehr fraglich!
userCman schrieb:
Ich glaube, dass man in der Politik verständlicherweise jetzt ganz andere Sorgen hat, als die Verkehrswende! Die sollte man auf Eis legen. Abgesehen davon hat sich schon etwas gewendet, individueller Verkehr wird wieder empfohlen! Und ob man die Milliarden abshbar noch haben wird, ist sehr fraglich!
Für den Moment mag das stimmen. Wir haben nun mal gerade jetzt eine Ausnahmesituation. Werd deshalb die Förderung des ÖPNV an sich in Frage stellt hat sie nie wirklich unterstützt. Denn die meisten grundsätzlichen Verkehrsprobleme werden sich nicht ändern. Es mag sicherlich das eine oder andere auch bisher strittige Projekt verzögert oder gar ganz aufgegeben werden. Aber sobald die normalen Geschäfte wieder öffnen werden auch die Züge und Busse wieder voll sein.
Ich hatte ja eine ähnliche Frage auch schon vor ein paar Tagen im allgemeinen Forum gepostet.. und habe auch die Befürchtung geäußert, dass das jetzt die Leute wieder Richtung eigenes Auto leitet. Man kann wirklich nur hoffen, dass es keinen langfristigen Effekt hat, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass viele sich jetzt eher wieder mit ihrem Auto bestätigt fühlen und dabei bleiben. Man kann sich ja schön darauf berufen, dass das viel sicherer ist. Ich finde auch, dass man mit dem öffentlichen Verkehr ein Bauernopfer gefunden hat. Man hätte mit dem gleichen Tag wo man die Leute gewarnt hat, Bus und Bahn zu nutzen, auch vor Supermärkten warnen müssen, bzw. dort entsprechende Maßnahmen umsetzen, was man aber bis heute nicht flächendeckend umgesetzt hat. Was soll am Einkaufen im vollen Supermarkt anders sein als im vollen Zug!?

Und was auch noch erschwerend hinzukommt ist die Autoindustrie. Wenn es dann wirklich Preisnachlässe oder Anreize für neue Autos gibt, wird es keinen Halt mehr in der Bevölkerung geben.

Also als Fazit könnte ich mir schon vorstellen, dass das Virus dazu führt, dass die Leute die es sich leisten können, erstmal beim Auto bleiben. Und wir generell in der Verkehrswende erstmal um Jahre zurückgeworfen sind.

Andererseits wäre es aber von der Regierung grob fahrlässig das Thema jetzt schleifen zu lassen, sonst haben wir dann durch den fortschreitenden Klimawandel das gleiche Drama wie jetzt irgendwann in der Zukunft wieder, nur mit dem Unterschied, dass dann solche Maßnahmen nichts mehr bringen.

Viele Grüße
userCman schrieb:
Ich glaube, dass man in der Politik verständlicherweise jetzt ganz andere Sorgen hat, als die Verkehrswende! Die sollte man auf Eis legen. Abgesehen davon hat sich schon etwas gewendet, individueller Verkehr wird wieder empfohlen! Und ob man die Milliarden abshbar noch haben wird, ist sehr fraglich!
Gerade jetzt vollzieht sich eine Verkehrswende in den Großstädten. Positiv ist, wie viele plötzlich Fahrrad
fahren. Viel Autoverkehr ist wegen Home Office, diesem gigantischen spontanen Digitalisierungsschub, einfach entfallen. Der ÖPNV geht stark zurück, wird aber in den Großstädten mittelfristig wieder anlaufen (müssen). Viel Verkehr wird wiederkehren, wenn die Büros, Schulen, Geschäfte etc. wieder öffnen. Die Frage ist, werden sich Menschen aus Angst lieber ans Steuer setzen? Werden sie Fahrrad fahren? Werden sie wieder Arbeit haben? Werden Arbeitgeberverbände per Lobbyarbeit versuchen, das Arbeitsrecht zu ändern, um mehr Menschen zu Hause arbeiten lassen zu können? Was wird mit dem ÖPNV?

I've got a thing about trains! [www.youtube.com]

Wir dürfen nicht verlernen, andere Meinungen anzuhören und auszuhalten.
Kölnbahner schrieb:
hohle Worthülse "Verkehrswende"?
Davon abgesehen, dass Hülsen per Definition hohl sind - was stört dich daran? Ich finde, es gibt genug Bestrebungen, den Begriff inhaltlich zu füllen (um bei deiner Bildsprache zu bleiben).

I've got a thing about trains! [www.youtube.com]

Wir dürfen nicht verlernen, andere Meinungen anzuhören und auszuhalten.
Wie die umfangreichen Investitionsprogramme in der Praxis aussehen werden, wissen wir noch nicht. Es wird sicher nicht so werden, dass da Geld in den Rachen angeblich kurz vor der Pleite stehender Firmen geworfen wird, welches die dann nach Gutdünken ausgeben können. In einer Welt, wo man durch den Handel mit Wertpapieren (deren Preis oft in keinem Verhältnis zum realen Wert des Unternehmens steht) deutlich mehr verdienen kann als mit Investitionen in Entwicklung und Produktion, ist das sicher reizvoll. Aber das wäre kein funktionierendes Förderprogramm. Also wird Geld für staatlich verantwortete - oder mitgeförderte - Projekte ausgegeben werden. Das kann der Wohnungssektor genauso sein wie die Bildung, das Gesundheitswesen, der weitere Ausbau digitaler Netze oder eben der Verkehr. Ein anderer Ausgabenbreich wird die Forderung werden, dass ein gewisser Teil der Produktion lebenswichtiger Produkte (z.B. Medikamente) in Zukunft nicht in China oder Indien stattfinden sollte. Doch wird der Aus- oder Aufbau solcher Produktionskapzitäten nicht ohne Staatsknete gehen.
Auf der anderen Seite ist die momentane Lage ein wunderbarer Testlauf für das Homeoffice, das in Deutschland bislang recht exotisch war. Von daher gehe ich davon aus, dass die Pendlerzahlen zurück gehen. Ich weiß nur nicht in welchem Umfang.
Gernot schrieb:
Von daher gehe ich davon aus, dass die Pendlerzahlen zurück gehen.
... was dann die eigentliche ökologisch orientierte Verkehrswende wäre. Der ÖV hat im Moment schlechte Karten, die Massenleistungsfähigkeit wird gerade nicht mehr gebraucht und auf eher ländlichen Relationen ist das temporär eingeschränkte Fahrtenangebot ungeeignet, die Pendlermobilität sicherzustellen. Um so länger die aktuelle Lage dauert, festigt dies Mobilitätsverzicht (Heimarbeit) und/oder stärkt die individuelle Mobilität (Fahrrad/Pkw/zu Fuß).
Noch als Ergänzung zu meinem Beitrag, ich glaube aber man darf auch nicht zu pessimistisch sein.
Denn eigtl. lassen sich die Platzverhältnisse in Bus/Bahn ja auch schön vergleichen mit Kino/Theater/Konzert/Kneipe/Fußball- bzw. Sportevent/usw. Und all diese Sachen wird es mit Sicherheit auch in Zukunft geben. Also dürfen wir mit großer Zuversicht auch darauf hoffen, dass im Nah- und Fernverkehr wieder der Normalzustand eintreten wird.

Hoffen wir einfach, dass es die Unternehmen so gut wie möglich überstehen.
143 239-2 schrieb:
Ich finde auch, dass man mit dem öffentlichen Verkehr ein Bauernopfer gefunden hat. Man hätte mit dem gleichen Tag wo man die Leute gewarnt hat, Bus und Bahn zu nutzen, auch vor Supermärkten warnen müssen, bzw. dort entsprechende Maßnahmen umsetzen, was man aber bis heute nicht flächendeckend umgesetzt hat. Was soll am Einkaufen im vollen Supermarkt anders sein als im vollen Zug!?

Deshalb hat man die Umerziehung ja auch im Supermarkt jetzt schon vollzogen, man darf dort nur noch mit limitierten (!) Wagen umherfahren.
143 239-2 schrieb:Zitat:
Ich hatte ja eine ähnliche Frage auch schon vor ein paar Tagen im allgemeinen Forum gepostet.. und habe auch die Befürchtung geäußert, dass das jetzt die Leute wieder Richtung eigenes Auto leitet. Man kann wirklich nur hoffen, dass es keinen langfristigen Effekt hat, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass viele sich jetzt eher wieder mit ihrem Auto bestätigt fühlen und dabei bleiben. Man kann sich ja schön darauf berufen, dass das viel sicherer ist. Ich finde auch, dass man mit dem öffentlichen Verkehr ein Bauernopfer gefunden hat. Man hätte mit dem gleichen Tag wo man die Leute gewarnt hat, Bus und Bahn zu nutzen, auch vor Supermärkten warnen müssen, bzw. dort entsprechende Maßnahmen umsetzen, was man aber bis heute nicht flächendeckend umgesetzt hat. Was soll am Einkaufen im vollen Supermarkt anders sein als im vollen Zug!?
Die ÖPNV-Lobby kann das aber auch ganz geschickt nutzen, wenn sie sich nicht allzu doof anstellt: "Wir müssen die Kapazitäten erhöhen, damit Busse und Bahnen weniger voll sind!" Das kann heißen: mehr Busse und Bahnen. Der Ersatz von Bussen durch Bahnen, Ausbau von Strecken, damit mehr und/oder längere Bahnen fahren können usw.

Vielleicht kommt man ja auch mal vom Auslastungsdogma weg, und vor allem von der aktuellen Berechnung der Auslastung, derzufolge ein Fahrzeug erst voll ist, wenn alle Sitzplätze belegt sind und vier Personen pro Quadratmeter stehen. Ergebnis: in der öffentlichen Wahrnehmung ist selbst ein augenscheinlich gut ausgelastetes Fahrzeug (ein Großteil der Sitzplätze belegt) schlecht ausgelastet, und die MIV-Lobby kann wieder rumheulen, wieviel Geld die leeren Busse und Bahnen doch kosten. Die Zeit nach der Krise wäre eine einmalige Möglichkeit, diese Erhebungsmethodik und die Bedeutung, die der Zahl zugeschrieben wird, in Frage zu stellen. Ein - aus meiner Sicht anders zu ermittelnder - Auslastungsgrad sollte natürlich ein Indikator für wirtschaftlichen ÖPNV sein, aber eben nur: ein Indikator.

Ich kann mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Auslastungsdogma sich in diversen Verkehrsbetrieben und Aufgabenträgern schon so festgesetzt hat, dass diese in den letzten Wochen über Gebühr und überstürzt Einschränkungen einführten, die dann zu vollen Zügen oder Bussen geführt haben. Hängen eigentlich diverse Boni am Auslastungsgrad?

Zitat
Und was auch noch erschwerend hinzukommt ist die Autoindustrie. Wenn es dann wirklich Preisnachlässe oder Anreize für neue Autos gibt, wird es keinen Halt mehr in der Bevölkerung geben.

Also als Fazit könnte ich mir schon vorstellen, dass das Virus dazu führt, dass die Leute die es sich leisten können, erstmal beim Auto bleiben. Und wir generell in der Verkehrswende erstmal um Jahre zurückgeworfen sind.

Andererseits wäre es aber von der Regierung grob fahrlässig das Thema jetzt schleifen zu lassen, sonst haben wir dann durch den fortschreitenden Klimawandel das gleiche Drama wie jetzt irgendwann in der Zukunft wieder, nur mit dem Unterschied, dass dann solche Maßnahmen nichts mehr bringen.
Bei der Verkehrswende müssen wir eh eher von Jahrzehnten als von Jahren ausgehen. Wer sein ganzes Leben nur Auto gefahren ist, wird es auch weiterhin tun, der hat jetzt nur eine andere Ausrede (bisher: "Ist so dreckig!", "Ist so gefährlich!", nun "Corona!!!!11!!!"). Man muss bei jüngeren Generationen ansetzen, damit dort gar nicht erst die Gewohnheit entsteht, immer mit dem Auto zu fahren.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
143 239-2 schrieb:
Ich hatte ja eine ähnliche Frage auch schon vor ein paar Tagen im allgemeinen Forum gepostet.. und habe auch die Befürchtung geäußert, dass das jetzt die Leute wieder Richtung eigenes Auto leitet. Man kann wirklich nur hoffen, dass es keinen langfristigen Effekt hat, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass viele sich jetzt eher wieder mit ihrem Auto bestätigt fühlen und dabei bleiben. Man kann sich ja schön darauf berufen, dass das viel sicherer ist.
Das Auto ist nicht sicherer, das ist ein Trugschluss, wie viele Autofahrer sterben jedes Jahr bei Verkehrsunfällen? 2019 waren es 3059, hinzu kommen tausende schwerverletzte mit Langzeitfolgen.
Die österreichische Regierung hat bereits angekündigt, nach der Gesundheitskrise vor allem "grüne" Massnahmen zu fördern. Vielleicht folgt Deutschland diesem Beispiel. Es ist aber zu befürchten, dass die Autolobby sich stärker durchsetzt.
143 239-2 schrieb:Zitat:
Noch als Ergänzung zu meinem Beitrag, ich glaube aber man darf auch nicht zu pessimistisch sein.
Denn eigtl. lassen sich die Platzverhältnisse in Bus/Bahn ja auch schön vergleichen mit Kino/Theater/Konzert/Kneipe/Fußball- bzw. Sportevent/usw. Und all diese Sachen wird es mit Sicherheit auch in Zukunft geben.
Gerade Einschränkungen von Großveranstaltungen oder die allgemeinen Abstandsregeln könnten aber noch länger andauern, und dann hat man in Analogie auch im ÖPNV ein Problem.
JanH schrieb:
143 239-2 schrieb:Zitat:
Denn eigtl. lassen sich die Platzverhältnisse in Bus/Bahn ja auch schön vergleichen mit Kino/Theater/Konzert/Kneipe/Fußball- bzw. Sportevent/usw. Und all diese Sachen wird es mit Sicherheit auch in Zukunft geben.
Gerade Einschränkungen von Großveranstaltungen oder die allgemeinen Abstandsregeln könnten aber noch länger andauern, und dann hat man in Analogie auch im ÖPNV ein Problem.

Fragt sich, warum in Autos heute noch jeweils mehr als eine Person sitzen dürfen?
Zitat:
Fragt sich, warum in Autos heute noch jeweils mehr als eine Person sitzen dürfen?

Ich denke mal da hast du zum einen das Thema Familie/Hausgemeinschaft, was ja in Ordnung ist.

Und ansonsten stimmt es natürlich, wird aber halt schwer bzw. unmöglich zu kontrollieren sein.
gt670dn schrieb:
Zitat:
wie wird denn Wirtschaft angekurbelt? Doch wohl doch auch mit einem guten Teil Bauprojekt
Wobei man nur das bauen kann, was durchgeplant und genehmigt ist.
Vor der aktuellen Krise gab es einen großen Engpass an:
- Planern (vorrangig Ingenieure)
- Personal in den Genehmigungsbehörden
- Bauarbeiter

Insofern geht es eben nicht so schnell... DB musste beispielsweise einige Baustellen absagen, weil die Baufirmen abgesprungen waren - war nicht lukrativ genug.

Normalerweise würde ich dir recht geben: Man nutzt die Krise, um dem Baupersonal Arbeit zu schaffen und die Infrastruktur voran zubringen: Nur es mangelt ja weiter an Personal - insbesondere wenn dies erkrankt ist...

Zudem sieht man im Moment eher den Mangel am Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur (schnelles Internet, Mobilfunk, etc.) - natürlich im selben Bundesministerium beheimatet.

gt670dn schrieb:
Zitat:
Denn die Verkehrswende bleibt ja nicht stehen wegen so einem dahergetröpfeltem Virus. Man merkt in den letzten Monaten eine Verschiebung des Bewusstseins pro ÖPNV. Wüsste nicht warum sich das auf einmal ändern sollte.
Wenn du dir die Wahlprognosen anschaust, siehst du, dass derzeit andere Themen und andere politische Strömungen vorne stehen. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass nach der Krise eine andere Richtung eingeschlagen wird.

Zudem: Durch die aktuell massiv abgesunkene Verkehrsmenge kann man auch eine saubere Luft erleben - damit erscheint der Leidensdruck durch das krisenbedingten Herunterfahren des Verkehrs - weniger relevant zu sein, zumindest für die erste Erholungsphase.

Zudem eines zur Klarstellung: "Verkehrswende" ist eine Worthülse, sondern ein gesellschaftlicher Transformationsprozess - ähnlich wie der Demografische Wandel ein solcher ist. Die Verkehrswende hat damit charakteristische Eigenschaften:
1. Energiewende - insbesondere in der Antriebstechnologie: Übergang zu regenerativen Energieträger.
2. Mobilitätswende - das ist einerseits die Vermeidung unnötiger Verkehrsbewegungen, wozu HomeOffice beitragen kann (natürlich nicht im aktuellen Maße aber bereits ein HomeOffice-tag bei all jenen, die es heute könnten, wäre schon eine massive Veränderung) und zugleich der massive Wechsel vom Individualverkehr auf den öffentlichen Massenverkehr - ich hatte dazu mal die Zahl von nur noch 1/3 MIV gegenüber heute im Hinterkopf. Das lässt sich natürlich mit der bestehenden aber auch mit der geplanten Infrastruktur nicht umsetzen.
Manche Technologien - bspw. autonomes Fahren im MIV - wirke hierauf sogar hinderlich.

gt670dn schrieb:
Also mal nicht so schwarz sehen!
Aus Gewohnheit bin ich Pessimist. Der Optimist weiß nicht, wie schön es für einen Pessimisten ist, wenn er sich mal irrt.
Das heißt aber: Das Schlimmste befürchten und für das Beste dennoch oder gerade deswegen hinarbeiten.

Persönlich erwarte ich kaum Unterschiede im individuellen Verhalten. Vielleicht eine leichte Steigerung von Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen. Aber keinen wirklich maßgeblichen Wandel. Anders könnte dies bei den Produktionsstätten von krisenrelevanten Produkten aussehen - also bspw. Medizinische Versorgung.

Im Übrigen kristallisieren sich jetzt die potentiellen Kanzlerkandidaten heraus - und diese stehen nicht ernsthaft für eine Verkehrswende.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Auswirkungen von Corona auf die "Verkehrswende"

geschrieben von: bahamas

Datum: 27.03.20 12:33

143 239-2 schrieb:
Zitat:
Fragt sich, warum in Autos heute noch jeweils mehr als eine Person sitzen dürfen?
Ich denke mal da hast du zum einen das Thema Familie/Hausgemeinschaft, was ja in Ordnung ist.
Und ansonsten stimmt es natürlich, wird aber halt schwer bzw. unmöglich zu kontrollieren sein.

Gerade dass Familien noch gemeinsam im Auto fahren dürfen, wird dafür sorgen, dass uns Corona noch lange erhalten bleiben wird. Ansonsten hätte "die Kurve" schon längst abfallen müssen. Es dürfte auch kein Problem sein, zu kontrollieren, wo mehr als eine Person im Auto sitzt.

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