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Re: Nur schmunzeln...

geschrieben von: M6D

Datum: 23.03.20 11:11

Ursprünglich ging es ja um den "historischen" Kontext, warum Gotha keine Neuwagen beschafft hat. An eine ältere Diskussion dazu kann ich mich nicht erinnern. Und bis auf viel Besserwisserei und die Tatsache, dass manche Leute die Antwort offenbar kennen, aber lieber Popcorn essen oder ihr Wissen für sich behalten, ist nicht viel passiert.

Wäre also abschließend festzuhalten, dass einer Neuwagenbeschaffung scheiterte, weil die Finanzierung nicht gesichert war?
Das Straßenbahn Magazin schrieb im Jahr 2000 sinngemäß: "Sechs Wagen kaufen und einen Wagen bezahlen? Aber auch das Geld für einen Wagen muss da sein ..."

Re: Nur schmunzeln...

geschrieben von: Lokleitung

Datum: 23.03.20 11:50

Eben.
Popcorn...


Mit dem Kauf von Neuwagen wäre es ja nicht getan. Man muss ja auch Einsatzmöglichkeiten für die Fahrzeuge schaffen.
Und dabei denke ich zuallererst an die Stromversorgung, die sich in einem städtischen Netz mit relativ kurzen Speisestrecken sicher viel leichter verstärken lässt als bei einer relativ langen Überlandstrecke, wie das bei der THWB der Fall ist.
und das ewige Gejammere mit "sooo wenig Niederflur" kann ich auch nicht mehr hören. Für den Personenkreis, der auf Niederflur angewiesen ist, reicht das Mittelteil sicher aus.

Immerhin sind ja immer noch 39 Variobahnen aus Helsinki auf dem Gebrauchtwagenmarkt verfügbar und zu "geeigneter" Zeit wäre es sicher auch möglich gewesen, aus Bochum gebrauchte MGT6D zu erwerben.
Es wird aber sicher gute Gründe geben, warum dies eben nicht geschehen ist und warum man den Fahrzeugen aus der Schweiz - trotz der sicher nicht einfachen Umbau- und Zulassungsprozeduren - den Vorzug gegeben hat.

Mir fielen da ein
- günstiges Angebot
- sehr guter Fahrzeugzustand
- bewährte Technik
- genügsame Gleichstrommotoren, die auch mit etwas weniger Spannung problemlos zurechtkommen
- Drehgestelle, die den Verschleiß an Radreifen und Gleisanlage in Grenzen halten
- keine rumpeligen Radnabenmotoren
- keine Einzelradfahrwerke mit hohem Verschleiß und hoher Achslast
- keine stromfressende Elektronik, die zwar möglicherweise rückspeisen könnte (was auf der Überlandstrecke aber auch nur von begrenztem Nutzen ist), aber sehr intolerant gegenüber abfallender Netzspannung ist und die nach 20-25 Jahren sicher auch erneuerungsbedürftig wäre

Ein einzelnes Neufahrzeug hätte sicher genausoviel gekostet wie die Schweizer Auswanderer zusammen, die sicher so lange den Dienst verrichten können, bis irgendwann einmal gute Niederflurwagen auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich sind.
Insofern hat Gotha alles richtig gemacht.


PS. Zum Thema "vorbildlich" und dann gerade die Erwähnung von Dessau und Halberstadt:
in Halberstadt hat man es mit dem Kauf der Leoliner wohl auch richtig gemacht, denn hätten sie die Neuwagen nicht gekauft, dann wäre die Straßenbahn dort sicher auch schon eingestellt.
Andererseits steht die Strab dort auch weiterhin auf der Kippe. Möglicherweise kann Gotha dann irgendwann in der Zukunft mal günstig die Mini-Leoliner kaufen.... :-)

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 11:58.

Re: Nur schmunzeln...

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 23.03.20 23:55

M6D schrieb:
Ursprünglich ging es ja um den "historischen" Kontext, warum Gotha keine Neuwagen beschafft hat. An eine ältere Diskussion dazu kann ich mich nicht erinnern. Und bis auf viel Besserwisserei und die Tatsache, dass manche Leute die Antwort offenbar kennen, aber lieber Popcorn essen oder ihr Wissen für sich behalten, ist nicht viel passiert.

Nun ja, es geht um Gotha. Da laufen die Diskussionen immer so. Hat vielleicht was mit den Diskussionsteilnehmern von dort zu tun.

Lokleitung schrieb:
Mit dem Kauf von Neuwagen wäre es ja nicht getan. Man muss ja auch Einsatzmöglichkeiten für die Fahrzeuge schaffen.

Ich würde da in erster Linie an die vorhandenen Linien 1, 2 und 4 denken, ohne einen Kollateralnutzen auf den Linien 3 und 6 ganz auszuschließen. Hast Du andere Vorstellungen?

Lokleitung schrieb:
Und dabei denke ich zuallererst an die Stromversorgung, die sich in einem städtischen Netz mit relativ kurzen Speisestrecken sicher viel leichter verstärken lässt als bei einer relativ langen Überlandstrecke, wie das bei der THWB der Fall ist.

Und wie kommst Du darauf, dass da ein Problem wäre? Es gab mal eins. Aber wo KT4D-Doppeltraktionen fahren können, gibt es definitiv keins mehr.

Lokleitung schrieb:
und das ewige Gejammere mit "sooo wenig Niederflur" kann ich auch nicht mehr hören. Für den Personenkreis, der auf Niederflur angewiesen ist, reicht das Mittelteil sicher aus.

Das ist eine ziemlich verächtliche Sichtweise. Wer mobilitätseingeschränkt ist, soll gefälligst die Notsitze zwischen den Kinderwagen nutzen? Wo soll sich denn eine Gruppe oder Familie hinsetzen, von denen einer auf den Niederflureinstieg angewiesen ist? Unten? Geht nicht.

Pseudoniederflurwagen mit Niederflur nur zwischen Drehgestellen mit normalem Drehzapfenabstand sind Krücken. Das war eine Lösung für Umbauten und als man es noch nicht besser konnte. Aber seit etwa 30 Jahren kann man es besser.

Lokleitung schrieb:
Mir fielen da ein
- günstiges Angebot
- sehr guter Fahrzeugzustand
- bewährte Technik
- genügsame Gleichstrommotoren, die auch mit etwas weniger Spannung problemlos zurechtkommen
- Drehgestelle, die den Verschleiß an Radreifen und Gleisanlage in Grenzen halten
- keine rumpeligen Radnabenmotoren
- keine Einzelradfahrwerke mit hohem Verschleiß und hoher Achslast
- keine stromfressende Elektronik, die zwar möglicherweise rückspeisen könnte (was auf der Überlandstrecke aber auch nur von begrenztem Nutzen ist), aber sehr intolerant gegenüber abfallender Netzspannung ist und die nach 20-25 Jahren sicher auch erneuerungsbedürftig wäre

Ach ja, ein Haufen Banalitäten. Und der übliche Drehgestellfetischismus ist auch wieder dabei.

Lokleitung schrieb:
Ein einzelnes Neufahrzeug hätte sicher genausoviel gekostet wie die Schweizer Auswanderer zusammen, die sicher so lange den Dienst verrichten können, bis irgendwann einmal gute Niederflurwagen auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich sind.

Nun, das wird nicht so einfach, da auf dem Gebrauchtmarkt nur das landet, was anderswo weggeschmissen wird. Daher weiß man nicht, wann da mal was angeboten wird - und auch nicht, ob Gotha dann was abbekommt. Die BLT-Wagen sind zudem schon ziemlich alt.

Lokleitung schrieb:
Insofern hat Gotha alles richtig gemacht.

Kurzfristig gesehen ja, weil sie damit pro forma Niederflur bei ein paar mehr Umläufen anbieten können. Aber die Restlebensdauer ist begrenzt, man wird die Wagen im Bedarfsfall nicht nachbeschaffen können, und die Frage von Neuwagenbeschaffung bleibt aktuell.

Re: Behauptungen

geschrieben von: 217 055

Datum: 24.03.20 13:24

kaufhalle schrieb:Lokleitung schrieb:
Lokleitung schrieb:Zitat:
Und dabei denke ich zuallererst an die Stromversorgung, die sich in einem städtischen Netz mit relativ kurzen Speisestrecken sicher viel leichter verstärken lässt als bei einer relativ langen Überlandstrecke, wie das bei der THWB der Fall ist.
Und wie kommst Du darauf, dass da ein Problem wäre? Es gab mal eins. Aber wo KT4D-Doppeltraktionen fahren können, gibt es definitiv keins mehr.
Bist Du Dir da sicher?
Relativ starke Einspeisung und nahezu konstante Spannung in der Oberleitung sind nun nicht das selbe.
Eine KT4D-Traktion fährt auch, wenn beim Anfahren die Spannung erheblich absinkt, bei modernen Systemen hingegen schaltet das Fahrzeug ab.
Das eindrücklichste Beispiel dafür war (oder ist?) in Sosnowiec die Linie 27 auf ihrem Außenast, wo bei Anfahrt des eigenen oder eines in der Nähe befindlichen anderen Fahrzeugs die rotierenden Umformer nahezu zum Stillstand kamen. Die Konstal-105Na sind genauso eingerichtet wie KT4D ohne große Modernisierungspakete - die können also hohe Spannungseinbrüche vertragen.


kaufhalle schrieb:
Zitat:
Kurzfristig gesehen ja, weil sie damit pro forma Niederflur bei ein paar mehr Umläufen anbieten können. Aber die Restlebensdauer ist begrenzt, man wird die Wagen im Bedarfsfall nicht nachbeschaffen können, und die Frage von Neuwagenbeschaffung bleibt aktuell.
Und welche der heute aktuellen Fahrzeuge kann man nach 10 Jahren noch nachbeschaffen? Das ist ja teilweise nicht mal nach 5 Jahren noch möglich.
Fakt ist und bleibt, je einfacher ein Fahrzeug aufgebaut ist, um so langlebiger kann es sein, wenn das Grundgerüst robust ausgeführt wurde (z. B. nicht aus Aluminium besteht).

Re: Behauptungen

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 24.03.20 22:43

217 055 schrieb:
Bist Du Dir da sicher?
Relativ starke Einspeisung und nahezu konstante Spannung in der Oberleitung sind nun nicht das selbe.
Eine KT4D-Traktion fährt auch, wenn beim Anfahren die Spannung erheblich absinkt, bei modernen Systemen hingegen schaltet das Fahrzeug ab.
Das eindrücklichste Beispiel dafür war (oder ist?) in Sosnowiec die Linie 27 auf ihrem Außenast, wo bei Anfahrt des eigenen oder eines in der Nähe befindlichen anderen Fahrzeugs die rotierenden Umformer nahezu zum Stillstand kamen. Die Konstal-105Na sind genauso eingerichtet wie KT4D ohne große Modernisierungspakete - die können also hohe Spannungseinbrüche vertragen.

Man hatte in Gotha wie auch bei anderen Straßenbahnnetzen der DDR erhebliche Probleme mit der Stromversorgung, weswegen auch keine KTD4-Doppeltraktionen eingesetzt werden konnten. Das wurde inzwischen behoben, und ich würde mal davon ausgehen, dass das ordentlich gemacht wurde. Seitdem können eben auch Doppeltraktionen fahren. Die Behauptung, für neue Niederflurwagen müsste die Stromversorgung ausgebaut werden, ist somit ohne jegliche Evidenz.

217 055 schrieb:
Und welche der heute aktuellen Fahrzeuge kann man nach 10 Jahren noch nachbeschaffen? Das ist ja teilweise nicht mal nach 5 Jahren noch möglich.
Fakt ist und bleibt, je einfacher ein Fahrzeug aufgebaut ist, um so langlebiger kann es sein, wenn das Grundgerüst robust ausgeführt wurde (z. B. nicht aus Aluminium besteht).

Und was hat das miteinander zu tun? Wer es nicht genau weiß, könnte annehmen, dass Gotha weitere Be 4/8 aus Basel (oder eher Oberwil) übernehmen könnte. Schließlich sind da noch etliche. Vielleicht kann man dem BLT auch noch einen oder zwei aus dem Kreuz leiern. Aber den möglicherweise erhofften längerfristigen Nachschub wird es nicht geben. Die vorhandenen Be 4/8 werden noch gebraucht, eine Ersatzbeschaffung ist noch nicht unterwegs, somit werden weitere Be 4/8 erst zu einem Zeitpunkt verfügbar sein, wenn es keinen Sinn mehr macht. Bei Neuwagenbeschaffungen plant man, was man braucht und finanzieren kann und regelt weiteren möglichen Bedarf mit Optionen. Das ist somit besser steuerbar.

Zur Langlebigkeit jüngerer Fahrzeuge gibt es noch keine ausreichenden Erfahrungswerte. Bei den Be 4/8 kann man aber vernünftigerweise nur noch von einer begrenzten Restlebensdauer ausgehen, mehr als 16 Jahre dürften nicht mehr drin sein.

Re: Behauptungen

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 25.03.20 06:20

kaufhalle schrieb:
Man hatte in Gotha wie auch bei anderen Straßenbahnnetzen der DDR erhebliche Probleme mit der Stromversorgung, weswegen auch keine KTD4-Doppeltraktionen eingesetzt werden konnten. Das wurde inzwischen behoben, und ich würde mal davon ausgehen, dass das ordentlich gemacht wurde. Seitdem können eben auch Doppeltraktionen fahren. Die Behauptung, für neue Niederflurwagen müsste die Stromversorgung ausgebaut werden, ist somit ohne jegliche Evidenz.

Moin,


wo hast Du denn diese Weisheit her? Selbstverständlichnsind zu DDR-Zeiten in Gotha bereits Doppeltraktionen aus KT4D unterwegs gewesen. Da gibt es auchngenügend bildhafte Belege dazu. Auch hat die Thüringerwaldbahn vor 1990 bereits bei mehreren Baustellen KT4D-Verbände Heck an Heck gekoppelt eingesetzt. Deine Formulierung "Das wurde inzwischen behoben [...]" klingt sehr verdächtig danach als wenn man das erst in den letzten Jahren gemacht hat. Die Verbessering der Stromversorgung war eine Grundbedingung für den Einsatz der KT4D, das muss also folglich bereits bis 1981 passiert sein. Die o.g. Heck
-an-Heck-Traktionen kamen auf jeden Fall bei Gleisbauarbeiten in der Gartenstraße Mitte der 1980iger Jahre und bei Gleisbauarbeiten in der Leinefelder Straße zum Einsatz.

KT4D-Traktionen kommen wieder seit Emde der 1990iger Jahre zum Einsatz. Diese wurden nach der Modernisierung der KT4D mit Umbau auf Kiepe-Steuerung für bestimmte Umläufe mit hohem Fahrgastaufkommen an Schultagen eingesetzt. Nach meiner düsteren Erinnerung kamen nach der Übernahme der ersten 6 KT4D aus Erfurt zeitweise sogar 2 Doppeltraktionen zum Einsatz.

Viele Grüße
Sebastian Woelk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.20 06:21.

Re: Behauptungen

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 25.03.20 08:42

Sebastian Woelk schrieb:
wo hast Du denn diese Weisheit her? Selbstverständlichnsind zu DDR-Zeiten in Gotha bereits Doppeltraktionen aus KT4D unterwegs gewesen. Da gibt es auchngenügend bildhafte Belege dazu. Auch hat die Thüringerwaldbahn vor 1990 bereits bei mehreren Baustellen KT4D-Verbände Heck an Heck gekoppelt eingesetzt.

Im Normalbetrieb gab es sie nicht, "selbstverständlich" ist da gar nichts. Nicht umsonst hat man die Beschaffung der KT4D dann eingestellt. Was man mal zeitweise praktiziert hat und was problemlos dauerhaft möglich war, sind ganz unterschiedliche Dinge. Die KT4D waren in der Regel als Einzelwagen auf den Linien 2 und 2E (wo längere Züge eh nicht möglich waren wegen der Ausweiche Reuterstraße) unterwegs und auf Linie 4 in doppelt gefahreren Umläufen (also quasi als Verstärker) und für Fahrten außerhalb der HVZ und in der HVZ entgegen der Lastrichtung.

Sebastian Woelk schrieb:
Deine Formulierung "Das wurde inzwischen behoben [...]" klingt sehr verdächtig danach als wenn man das erst in den letzten Jahren gemacht hat.

Es wurde in den 90er Jahren gemacht. Seitdem gab es ja auch die regulären Einsätze von Doppeltraktionen. Und seitdem sollte es auch keine Bedenken gegen Neuwagen geben. Genau das war hier das Thema.

Sebastian Woelk schrieb:
Die Verbessering der Stromversorgung war eine Grundbedingung für den Einsatz der KT4D, das muss also folglich bereits bis 1981 passiert sein.

Das schließt sich ja nun in keiner Weise aus.

Sebastian Woelk schrieb:
Die o.g. Heck
-an-Heck-Traktionen kamen auf jeden Fall bei Gleisbauarbeiten in der Gartenstraße Mitte der 1980iger Jahre und bei Gleisbauarbeiten in der Leinefelder Straße zum Einsatz.

Bei solchen Baustellen hat man eh reduzierten Betrieb, da kann man auch mal eine KT4D-Doppeltraktion einsetzen.

Sebastian Woelk schrieb:
KT4D-Traktionen kommen wieder seit Emde der 1990iger Jahre zum Einsatz. Diese wurden nach der Modernisierung der KT4D mit Umbau auf Kiepe-Steuerung für bestimmte Umläufe mit hohem Fahrgastaufkommen an Schultagen eingesetzt. Nach meiner düsteren Erinnerung kamen nach der Übernahme der ersten 6 KT4D aus Erfurt zeitweise sogar 2 Doppeltraktionen zum Einsatz.

Eben, nach dem Ausbau der Stromversorgung in den 90er Jahren war es dann regulär möglich.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.20 12:59.

Re: Behauptungen

geschrieben von: 1418

Datum: 25.03.20 14:32

Moin,
so war es. Wenn in den Jahren vor dem Ausbau der Stromversorgung ein einzelner (!) KT4D (als Vor- oder Nachzug zu einem G4-Zug unterwegs war, dann ging in den Gothas das Licht fast aus und der Umformer blieb fast stehen, wenn der Fahrer (m/w/sonstwas) des KT4D auf das Fahrbedal trat. Wenn gebaut wurde und eine KT4D-H+H-Traktion allein im Abschnitt war, war das zu händeln. Im Stadtgebiet war die Stromversorgung stabiler, daher war der Einsatz der KT4D im Stadtgebiet auch besser möglich.

Anekdote aus Leipzig: Auf Strecken mit Mischverkehr Tatra/Gotha und suboptimaler Stromversorgung (z.B. Tatra-5 und Gotha-16 nach Lößnig) machten sich die Tatrafahrer gern mal einen Spaß daraus, Die Personale vorausfahrender oder entgegenkommender Gothas zu ärgern. Wenn beide Wagen beim Anfahren waren, ließ der Tatrafahrer das Fahrpedal schnipsen. Der plötzliche Spannungsanstieg beim schlagartigen Wegfall des hohen Anfahrstroms des Tatras brachte den links im Dach über dem Fahrerstand des Gothas befindlichen Automaten zum Auslösen. Es gab (besonders bei Dunkelheit sichtbar) einen kurzen Lichtblitz (Abreißfunken) und anschließend einen zeternden Gothafahrer und einen breit grinsenden Tatrafahrer.

MfG 1418

Re: Behauptungen

geschrieben von: michah

Datum: 26.03.20 10:17

Gibt es denn schon ein Gerücht, ab wann die Schweizer Bahnen in den Linienbetrieb gehen?

Re: Behauptungen

geschrieben von: Ronny Quaß

Datum: 26.03.20 11:30

Mahlzeit,

Gerüchte braucht keiner. Es hat vor einigen Tagen einen sehr großen Schritt voran gegeben, was die Inbetriebnahme betrifft. Es hat die längste Zeit gedauert. Wenn es losgeht, dann informiere ich Euch auf diesem Sender.

VG

Ronny Quaß
Gothaer Straßenbahnfreunde e.V.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.03.20 11:30.

Re: Behauptungen

geschrieben von: michah

Datum: 26.03.20 22:19

Machst Du Dich des Geheimisverrats schuldig, wenn Du etwas ungefähre Informationen Preis gibst? Es ist ja keine Prtotypenentwicklung.

Re: Behauptungen

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 26.03.20 22:37

Moin,


ich kann Ronny absolut verstehen wenn er hier keine exakten Informationen einstellt! Wie sicherlich nahezu jeder weiß ist Ronny mit im Gothaer Verein, als Organisator der Sonderfahrten hat er auch gute Kontakte.

Aber so wie sich hier manche zum Thema Gotha äußern und alles durch den Kakao ziehen muss man nicht alle Details veröffentlichen. Ich habe auch weitergehende Informationen, manchmal bekommt man nur ein Bild geschickt. Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte. Und wenn ich auf einem solchen Bild einen bestimmten Arbeitsfortschritt sehe dann habe ich eben weitergehende Infos. Aber ich mag die hier auch nicht teilen, eben weil alles zerredet wird. Für manche User hier sind die Kollegen der Thüringerwaldbahn ja alle per DE und ganz pauschal, dumm, faul, unmotiviert und was weiß ich noch alles.

Und wenn Ronny schreibt das sich ein großer Schritt in Richtung Zulassung getan hat dann hat er einen Anlass dazu. Keine Ahnung wann der Schritt bekannt ist, mir aktuell noch nicht, ich frage aber auch nicht nach.

Viele Grüße in der Hoffnung das nicht immer alles aus Gotha mit dummen Kommentaren abgetan wird.

Viele Grüße
Sebastian Woelk

Re: Behauptungen

geschrieben von: kami

Datum: 27.03.20 20:53

Sebastian Woelk schrieb:
Ich habe auch weitergehende Informationen, manchmal bekommt man nur ein Bild geschickt. Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte.
Die Information der TWSB war, dass in der zweite Hälfte 2019 eine Zulassung vorliegen und die Jungfernfahrt von zwei Fahrzeugen erfolgen soll: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,8724262,8724262#msg-8724262. Hier sagen Fakten mehr als ein Bild: Ankündigung nicht eingehalten. Alles andere hätte überrascht - leider!

kaufhalle schrieb:
Wer mobilitätseingeschränkt ist, soll gefälligst die Notsitze zwischen den Kinderwagen nutzen?
Wenigstens muss bzw. kann derjenige nicht zahlen. Oder wurde inzwischen tatsächlich so neumodischer Kram wie Fahrscheinautomat eingebaut und nicht mehr nur durch den Fahrer kassiert?

Re: Behauptungen

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 28.03.20 01:27

kami schrieb:
Die Information der TWSB war, dass in der zweite Hälfte 2019 eine Zulassung vorliegen und die Jungfernfahrt von zwei Fahrzeugen erfolgen soll: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,8724262,8724262#msg-8724262. Hier sagen Fakten mehr als ein Bild: Ankündigung nicht eingehalten. Alles andere hätte überrascht - leider!


Wenigstens muss bzw. kann derjenige nicht zahlen. Oder wurde inzwischen tatsächlich so neumodischer Kram wie Fahrscheinautomat eingebaut und nicht mehr nur durch den Fahrer kassiert?
Mahlzeit Kami,


keine Ahnung ob Du seinerzeit meinen Beitrag zum Jubiläum gelesen hast, ich gebe das aber gerne nochmal wieder was ich dort schon geschrieben habe. Zu den Betriebshofführungen wurde zu den Be 4/8 eine ganze Menge gesagt. Unter anderem das man eine Verbreiterung der Trittstufen vorgenommen hatte, die ausgeführte Lösung fand aber nicht die Zustimmung der Aufsichtsbehörde. Also musste das wieder zurückgebaut werden. Das da mal was war hat man gesehen, das da nichts mehr dran war hat man auch gesehen.

Also stöbere bitte nicht nur in Beiträgen von 2018 und verurteile nicht die Kollegen in Gotha das sie ihre Ankündigungen nicht eingehalten haben. Außerdem haben sie das nicht fix zugesagt sondern es als erklärtes Ziel ausgegeben. Mir ist nicht bekannt wie der Krankenstand im Winter 2018/19 in Gotha war. Es könnte aber Einschränkungen gegeben haben die einen völligen Stillstand der Arbeiten über wenige Tage bis hin auch mal zu 2 oder 3 Wochen mit sich bringen. Ich kenne keine Zahlen! Bist Du Dir auch sicher das alle Lieferanten sofort lieferfähig waren? Wenn ich mir etwas aussuche und bestelle bekomme ich es manchmal umgehend, ein Bauteil für den Umbau eines GT8 in H0 habe ich im Januar 2019 bestellt und habe es immer noch nicht. Mehrfach wurde ich vertröstet "aktuell noch nicht da, aber dann und dann werden wir liefern können..." Jedenfalls habe ich meinen GT8 in H0 nach wie vor nicht einmal angefangen weil ich keinen Bastelsatz liegen haben möchte. Hast Du dort Informationen? Du darfst auch gerne in Beiträgen von 2019 stöbern damit Du weitergehende Informationen hast.

Es konnte im Herbst 2018 auch niemand ahnen wieviele Unfälle es an den im Linienbetrieb eingesetzten Fahrzeugen gibt und wie umfassend die Schäden sind. Ich habe keine aktuellen Zahlen, hier und da habe ich aber was aufgeschnappt von dem ein oder anderen Unfall. Blickpunkt Straßenbahn vermeldet dann was wenn es deswegen größere Einschränkungen oder eine längere Abstellzeit gibt.

Mit den beiden vorherigen Absätzen solltest Du nun sehen das es Kleinigkeiten sind die über den Fortgang eines solchen Projektes entscheidend sein können. Es wäre schön wenn Du sowas in Zukunft berücksichtigst. Es wird sich hier aufgeregt das Diskussionen zum Thema Gotha immer so ablaufen. Ist es ein Wunder wenn immer nur draufgeschlagen wird und jede noch so kleine Information hergenommen wird um damit herauszustellen das doch in Gotha alle unfähig wären, die die ausnahmsweise mal nicht unfähig sind haben dann keinen Bock und wenn dann doch mal einer fähig ist und Bock hat, dieser Fall dürfte nach Darstellung mancher Leute offensichtlich nur einmal in 22 Jahren eintreten, dann ist kein Geld da. Mit Verlaub, dieses Bashing ist einfach nur abartig!

Der Rostocker Beiwagen 857 ist am 18.11.2013 in Kassel angekommen. Immerhin am 26.08 2016, also fast 3 Jahre später hat er erste Testfahrten der neuen Bremsanlage unternehmen dürfen. Und jetzt erzähle uns bitte nicht das dort ja mehr zu tun war wegen neuer Bremsanlage und so... Der Beiwagen ist auch wesentlich kleiner als so ein dreiteiliger Gelenktriebwagen. Da sind mir keine Vorwürfe bekannt das die KVG in den Augen der selbsternannten DSO-Experten unfähig und unwillig sei. Mutet schon komisch an...

Ronny Quaß hat es geschrieben das ein entscheidender Schritt erfolgreich beendet wurde. Mir reicht diese Info aus, da muss ich nicht weiter jammern und schimpfen. Wenn Ihr euch einfach mal ein bisschen zusammennehmen würdet dann gäbe es durchaus auch mehr Informationen. Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole, wieso sollte ich auch auf mir herumschlagen lassen wenn ich euch was verrate was ich weiß? Nö! Dann behalte ich meine Informationen für mich und freue mich das es Stück für Stück weiter geht.

Und was die Geschwindigkeit der Arbeiten allgemein anbelangt - wo ist beim Auto der Rückwärtsgang? Wie wird er bedient? Genau! Mal ist er vorne links, mal ist er hinten rechts. Mal muss man einen Ring hochziehen um die Sperre zu überwinden, mal muss man den Schaltknauf runterdrücken und mal hast gar einen PKW mit Automatikgetriebe. Vielleicht brauchen die Arbeiten einfach länger weil die Kollegen in der Gothaer Werkstatt auch mal das Werkzeug vor die falsche Klappe legen um dann festzustellen na uns, das Bauteil ist ja ganz woanders. Das hat nichts mit "Nicht können" oder "Null Bock haben" zu tun sondern einfach mit fehlender Erfahrung. Wir reden immerhin vom ersten Fahrzeug dieses Typs der im Umbau ist. Bei den folgenden Fahrzeugen wird es wohl, so keine sonderbaren Schäden auftreten wohl etwas schneller gehen.


Also einfach mal einen Gang runterschalten und lässig Luft holen.

Viele Grüße aus dem nächtlichen Weil am Rhein, wenige Kilometer von der alten Heimat der 6 Basler Wagen.
Sebastian Woelk

Also in Zukunft bitte einfach mal mit Kritik etwas zurückhalten. Das unterbindet meinerseits dann auch eine solche Aussage das ich kein Popcorn mehr reinbekomme. Und das gilt für alle bekannten Waldbahnbasher.
kaufhalle schrieb:
westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
Die Schweizer Wagen aus Basel wurden unwissend und ohne Beratung bestellt. Für technisch versierte Fachmenschen war bekannt das es nicht einfach ist, diese Fahrzeuge einzusetzen
Ach ja? Und warum? Und wo kann man Stellungnahmen "technisch versierter Fachmenschen" zu diesen Problemen nachlesen - wohlgemerkt vor dem Kauf? Hinterher wissen es alle besser. Vor allem die gewerbsmäßigen Besserwisser auf DSO.

westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
Aktuell sind die Fahrzeuge aus Basel, ein finanzieller Fehlkauf für Gotha. Deutschland ist eben nicht die Schweiz. Sinnvoll ist die Fahrzeuge wieder abzustoßen.
Und wohin? Verkauf als Schrott? Um dann wieder mit KT4D weiterzumachen?
Bereits vor dem Kauf gab es begründete kritische Stimmen. Aber in Gotha dachte man sich das die Zulassung kein Problem ist, da die Schweiz in Europa liegt. Nur wurde vergessen das die Schweiz nicht zur EU gehört und damit ganz andere rechtliche Bedingungen herrschen. Und das wußte man bereits vor dem Kauf!
PL schrieb:
Ist ja ganz nett, darüber nachzudenken die Hallenser Prototypen erstanden zu haben. Aber EEF-Fahrwerke auf einer Überlandstrecke? Wie lange soll das halten?

Wenn die Baseler Wagen keine gute Idee waren, dann wohl weil sie am Ende ihrer Laufbahn sind. Mit generellen Aufarbeitungen kennen wir uns ja in Würzburg gut aus - das geht nicht zum Preis von ein paar Topf Farbe und frischen Polstern.



Grüße aus Wü
Deine Aussage verstehe ich grade nicht. In Halle und anderen Städten wird mit MGT6D und NGT6D täglich auf Überlandstrecken und U-Bahn Strecken gefahren, ohne Probleme. Aber du beweist jetzt sicher das Gegenteil?

schrieb:

schrieb:

schrieb:
Aber in Gotha dachte man sich das die Zulassung kein Problem ist, da die Schweiz in Europa liegt. Nur wurde vergessen das die Schweiz nicht zur EU gehört und damit ganz andere rechtliche Bedingungen herrschen.
Unsinn - vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages waren die entscheidenden Stellen involviert und der grobe Ablauf abgestimmt. Dies wird entsprechend gerade abgearbeitet.

Das Thema war dabei nicht, dass die Schweiz nicht zur EU gehört, sondern... Jetzt können sich die Experten mal mit ihrem Wissen beweisen.

Für alle Genießer habe ich noch ein Foto:
https://up.picr.de/38110598vy.jpg
Foto: Wolfgang Schreiner(+), Sammlung (c) Gothaer Straßenbahnfreunde e.V.

Ich wünsche allen eine coronafreie Zeit, bleibt gesund!

Viele Grüße
Ronny



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.03.20 09:35.
westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
kaufhalle schrieb:
westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
Die Schweizer Wagen aus Basel wurden unwissend und ohne Beratung bestellt. Für technisch versierte Fachmenschen war bekannt das es nicht einfach ist, diese Fahrzeuge einzusetzen
Ach ja? Und warum? Und wo kann man Stellungnahmen "technisch versierter Fachmenschen" zu diesen Problemen nachlesen - wohlgemerkt vor dem Kauf? Hinterher wissen es alle besser. Vor allem die gewerbsmäßigen Besserwisser auf DSO.

westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
Aktuell sind die Fahrzeuge aus Basel, ein finanzieller Fehlkauf für Gotha. Deutschland ist eben nicht die Schweiz. Sinnvoll ist die Fahrzeuge wieder abzustoßen.
Und wohin? Verkauf als Schrott? Um dann wieder mit KT4D weiterzumachen?
Bereits vor dem Kauf gab es begründete kritische Stimmen. Aber in Gotha dachte man sich das die Zulassung kein Problem ist, da die Schweiz in Europa liegt. Nur wurde vergessen das die Schweiz nicht zur EU gehört und damit ganz andere rechtliche Bedingungen herrschen. Und das wußte man bereits vor dem Kauf!

Ja, das wusste man. Auch in Gotha. Deswegen waren die nötigen Anpassungen auch von Anfang an einkalkuliert.

Im übrigen waren die BLT-Triebwagen auch zuvor schon in der EU im Einsatz, nämlich auf dem Abschnitt Flüh - Leymen - Rodersdorf (jeweils ausschließlich Flüh und Rodersdorf in Frankreich gelegen). Allerdings ist das eine Eisenbahnstrecke.
westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:Zitat:
Deine Aussage verstehe ich grade nicht. In Halle und anderen Städten wird mit MGT6D und NGT6D täglich auf Überlandstrecken und U-Bahn Strecken gefahren, ohne Probleme. Aber du beweist jetzt sicher das Gegenteil?
Schau einfach zur Bogestra, da sieht man wie es nicht klappt. Ansonsten hätte man sich ja in Gotha dort für einen typenreinen Fahrzeugpark bedienen können, was man zum Glück nicht tat.


westerwald/lahn/taunus-tf schrieb:
Zitat:
Bereits vor dem Kauf gab es begründete kritische Stimmen. Aber in Gotha dachte man sich das die Zulassung kein Problem ist, da die Schweiz in Europa liegt. Nur wurde vergessen das die Schweiz nicht zur EU gehört und damit ganz andere rechtliche Bedingungen herrschen. Und das wußte man bereits vor dem Kauf!
Straßenbahnen sind auch in der EU nicht einheitlich genormt. Auch gibt es anders als bei der Eisenbahn keine allgemeingültige nationale Zulassung sondern wird diese i.d.R. auf ein bestimmtes Streckennetz erteilt. Natürlich wäre es einfacher ein Gebrauchtfahrzeug zu beschaffen, dass zumindest dem nationalen Regelwerk bereits entspricht. Den Zulassungsprozess spart das allerdings nicht ein. Und weshalb man sich im konkreten Fall nicht in Deutschland bedient hat, wurde denke ich umfangreich erörtert.

Seiten: 1 2 All

Angemeldet: -