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[DU] Frage zu einem Gegenstand im Führerhaus der Stadtbahn

geschrieben von: KN58

Datum: 04.02.20 19:55

Guten Abend,

da das Thema zu dem schweren Unfall in Duisburg beendet wurde, ich aber eine Frage habe, stelle ich sie nun hier.
Ursprüngliches Thema: [www.drehscheibe-online.de]

Zu Foto Nummer 4 habe ich eine Frage: [img.waz.de]
[www.waz.de]

Unten rechts befindet sich in einem braunen Kästchen ein Gegenstand, den ich nicht genau erkennen kann. Da er sich im Führerstand befindet und das Kästchen offensichtlich mit einer Plombe versehen ist, muss es sich um einen wichtigen Gegenstand handeln.
Was ist das denn? Welchen Zweck hat der Gegenstand?
Mahlzeit,


also ein Plombe kann ich nicht erkennen. Der Gegenstand ist aber eine schlichte rot abblendbare Handlampe. Der kleine rote Knuppel den man an diesem Objekt vorn links sehen kann ist der Schieber für die rote Blendscheibe, Mitte rechts ist der oben angeordnete Drehschalter zum Ein- und ausschalten der Lampe. Ich nehme an das diese Lampe für die Tunnelstrecken zur Pflichtausrüstung gehört.


Viele Grüße
Sebastian Woelk
Rechts oben am Blechgehäuse (nicht die Lampe, sondern ihr Halter zur Aufbewahrung) sehe ich einen schwachen grauen Punkt, den ich als Plombe gedeutet habe. Vielleicht ist es auch nur eine Schraube, um das Gehäuse zu schließen.

Eine schlichte rote Handlampe ist das? Danke, das macht sogar Sinn im Tunnel bei Totalausfall des Wagens.
Übrigens, es handelt sich um den Wagen 1009.
weiss jemand ob er instandgesetzet wird ?
die Fotos sahen so schlimm aus wie am 28.11.2014 der Rheinbahn 4212 am Südpark..

Straßenbahnen und Busse aus Krefeld! [strassenbahn-bus.de]
--- ich liebe die M8C's in Krefeld ---
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Liste von meinen Foto-Beiträgen auf DSO Straßenbahn-Forum:
[www.drehscheibe-online.de]
Sebastian Woelk schrieb:
Mahlzeit,


also ein Plombe kann ich nicht erkennen. Der Gegenstand ist aber eine schlichte rot abblendbare Handlampe. Der kleine rote Knuppel den man an diesem Objekt vorn links sehen kann ist der Schieber für die rote Blendscheibe, Mitte rechts ist der oben angeordnete Drehschalter zum Ein- und ausschalten der Lampe. Ich nehme an das diese Lampe für die Tunnelstrecken zur Pflichtausrüstung gehört.

Diese Lampe ist bei allen(?) Düsseldorfer und Duisburger Fahrzeugen Ausrüstungsgegenstand.
Dies ist die Handlampe die Du in dem Kasten gesehen hast. Wurde / wird auch noch bei der Bundeswehr benutzt. Und ja, diese sind in der Halterung verplombt (Diebstahlschutz)
BW-Bundeswehr-Taschenlampe-Handlampe-mit-Tarn-Grun-Rotlicht-_57.jpg
Drahtschleifer schrieb:
Dies ist die Handlampe die Du in dem Kasten gesehen hast. Wurde / wird auch noch bei der Bundeswehr benutzt. Und ja, diese sind in der Halterung verplombt (Diebstahlschutz)

Das weiße Licht und den roten Schieber für rotes Licht kann ich deuten. Der weiße Schieber wird das Licht bloß anders streuen. Aber ist der grüne Schieber auch in Verwendung oder ist er nur dabei, weil das ein Standardprodukt aus dem Handel ist?
1. Verwendung als Signallampe: ROT = STOP/HALT, Grün = Fahrt

2. Verwendung als Notlampe bei ausfall der Zugbeleuchtung: Weiß = Zugspitze, Rot = Zugschluß

Pro Fahrzeug sind zwei dieser Lampen an Bord.
Drahtschleifer schrieb:
1. Verwendung als Signallampe: ROT = STOP/HALT, Grün = Fahrt

2. Verwendung als Notlampe bei ausfall der Zugbeleuchtung: Weiß = Zugspitze, Rot = Zugschluß

Pro Fahrzeug sind zwei dieser Lampen an Bord.
Warum sollte jemand, der zu fuß im Tunnel unterwegs ist, einem anderen Zug einen positiven Fahrtbegriff zeigen wollen/können/dürfen? Als tragbarer Notfallgegenstand, um einem anderen Zug einen Nothalt zu signalisieren ist logisch, weiß als Taschenlampe macht auch Sinn, aber grün...?

Grüße
hsimpson schrieb:
Drahtschleifer schrieb:
1. Verwendung als Signallampe: ROT = STOP/HALT, Grün = Fahrt

2. Verwendung als Notlampe bei ausfall der Zugbeleuchtung: Weiß = Zugspitze, Rot = Zugschluß

Pro Fahrzeug sind zwei dieser Lampen an Bord.
Warum sollte jemand, der zu fuß im Tunnel unterwegs ist, einem anderen Zug einen positiven Fahrtbegriff zeigen wollen/können/dürfen? Als tragbarer Notfallgegenstand, um einem anderen Zug einen Nothalt zu signalisieren ist logisch, weiß als Taschenlampe macht auch Sinn, aber grün...?

Grüße

Diese Lampen sind nicht nur für die Verwendung im Tunnel gedacht, sondern auch an der Oberfläche bei Tag und bei Nacht.
Diese Lampen sind ein Standardprodukt. Als Kind hatte ich auch zwei. Schaffner (zumindest) in (Süd-) Bayern haben diese ebenfalls verwendet, um ihren Zügen ein Abfahrtssignal zu geben. Die Dinger haben halt einen grünen und roten Schieber (sowie den mittigen vom Bild, den meine Exemplare wie auch die DB-Schaffner-Exemplare nicht hatten).

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
Ob der Wagen hergerichtet werden kann oder nicht, wird Dir jetzt noch keiner sagen können. Da wäre höchstens aus zwei mach einen ne Option.

Die Handlampe dient auch als Signallampe.
Du kannst sie mit rotem Licht kreisend bewegen, das ist ein Notsignal, fordert zum Halten auf und nennt sich Sh3c.
Wie schon geschrieben, sind das Standardlampen, die schon seit Jahrzehnten bei der Bundeswehr verwendet werden.

Grün und rot für den Fahrzeugeinweiser in der Dunkelheit, der weiße Schieber in der Mitte ist eine Verdunkelungsblende.
Schiebt man die hoch, fällt durch einen Schlitz nur noch Licht nach unten

Gruß Thomas,
der Technicus Medicinalis mit der Lizenz zum Kurbeln
Interessant das die Taschenlampe in der DDR fast genauso aussah. Ich hatte seinerzeit wie jeder Eisenbahner der DR auch so ein Teil.


DDR Narva 3-Farb-Taschenlampe
StraßenbahnFanBobo2003 schrieb:
Übrigens, es handelt sich um den Wagen 1009.
weiss jemand ob er instandgesetzet wird ?
die Fotos sahen so schlimm aus wie am 28.11.2014 der Rheinbahn 4212 am Südpark..
Moin.

Der Unfall war gestern, wenn ich das richtig interpretiert habe; und möchtest du bereits gestern wissen, ob das Fahrzeug ins. gesetzt wird? Vllt. ein bissl früh?

"I love it when plan comes together!"

George Peppard / Hannibal Smith - A-Team

Schaut doch mal vorbei:
[www.mec-loerrach.de]
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Hallo StraßenbahnFanBobo2003,
früher [TM] wurden ähnliche Schäden wieder behoben, z.B. bei den Rheinbahn-Triebwagen 2614 oder 2615 (da sogar zweimal) in den 1970ern, die bei den Frontalzusammenstößen auf der 12 ein ähnliches Schadbild aufwiesen. Es ist ja ein Stahlaufbau, das ist reparabel, der oben verbogene Wagenkasten lässt sich wieder geradeziehen. Bei den Triebwagen 2614/15 wurde die Front völlig neu gefertigt. 2615 ist heute als 2965 immer noch bei der Rheinbahn (oder Linie D ?) unterwegs.
Auch 3032 und 3044 sahen nach dem Auffahrunfall auf der K-Bahn nicht viel besser aus.

Es immer nur eine Frage der Kosten und im Zeitalter der Bilanzen und Ausschreibungen eine Frage des Restwertes.
Und genau deshalb wird dir niemand heute oder morgen deine Frage seriös beantworten können.
-707

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: EKAI

Datum: 05.02.20 11:15

707 schrieb:
Hallo StraßenbahnFanBobo2003,
früher [TM] wurden ähnliche Schäden wieder behoben, z.B. bei den Rheinbahn-Triebwagen 2614 oder 2615 (da sogar zweimal) in den 1970ern, die bei den Frontalzusammenstößen auf der 12 ein ähnliches Schadbild aufwiesen. Es ist ja ein Stahlaufbau, das ist reparabel, der oben verbogene Wagenkasten lässt sich wieder geradeziehen. Bei den Triebwagen 2614/15 wurde die Front völlig neu gefertigt. 2615 ist heute als 2965 immer noch bei der Rheinbahn (oder Linie D ?) unterwegs.
Auch 3032 und 3044 sahen nach dem Auffahrunfall auf der K-Bahn nicht viel besser aus.
3032/3044 waren allerdings fast nagelneu. Wann hatte denn 2615 einen zweiten schweren Unfall? Oder meinst du Juli 2011 mit dem PKW als 2965?

EKAI
Ich weiß zwar nicht, warum das Thema beendet wurde (habe nur den Ursprungsbeitrag gesehen), aber gut.

Angeblich soll sich ein Betonklotz auf dem Gleis befunden haben, wodurch 903/42 entgleiste und der Fahrer in der Fahrerkabine eingeklemmt wurde.

Ich wünsche dem Fahrer und allen Verletzten gute Besserung.

Viele Grüße
Moritz
Ich bedanke mich bei euch allen für die vielen Antworten. Dass jeder Wagen mit solchen Lampen ausgestattet wird, hätte ich nie gedacht. Aber man lernt ja nie aus.
... Bei Tageslicht wurden Fähnchen in den Farben rot, grün und gelb genutzt. Bei Dunkelheit diese Lampen. Eingesetzt wurden sie bei den Drückfahrten, oder bei Rangierfahrten. Wie das mit den neuen Wagen aussieht, kann ich leider nicht sagen.

Peter Bosbach

Peter Bosbach - Wuppertal

http://www.die-schwebebahn.de/logo/gtw72.gif
Im Juni 2014 - 15 Jahre - [www.schwebebahn-wtal.de] - 1999 - 2014

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: 707

Datum: 06.02.20 00:55

Hallo EKAI,
2615 war an beiden Frontalzusammenstößen auf der 12 beteiligt, April 1970 mit 2614 zwischen damals Eckamp und Hubertushain und gerade repariert Dezember 1971 ungefähr dort, wo heute der Europaring die Strecke kreuzt (damals Nähe Station Mädchenheim) mit einem Zweiachserzug.
Klar waren diese Bahnen wie auch 3032 und 3044 recht jung, mir ging es nur darum zu belegen, dass die Schäden reparabel sind.
Es wurden aber auch gegen Ende der Einsatzzeit der GT8 solche schweren Schäden repariert. Etwa nach einem Unfall der 701 auf der Berliner Allee bei einem missglückten Wenderich eines Zementmischers. Daher: die Schäden sehen schwer aus, sind bei den damaligen Stahlwagen reparabel, wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll und vielleicht auch notwendig ist, z.B. wenn man auf kein Fahrzeug verzichten kann.
-707

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: EKAI

Datum: 06.02.20 09:01

707 schrieb:
2615 war an beiden Frontalzusammenstößen auf der 12 beteiligt, April 1970 mit 2614 zwischen damals Eckamp und Hubertushain und gerade repariert Dezember 1971 ungefähr dort, wo heute der Europaring die Strecke kreuzt (damals Nähe Station Mädchenheim) mit einem Zweiachserzug.
Klar waren diese Bahnen wie auch 3032 und 3044 recht jung, mir ging es nur darum zu belegen, dass die Schäden reparabel sind.
Es wurden aber auch gegen Ende der Einsatzzeit der GT8 solche schweren Schäden repariert. Etwa nach einem Unfall der 701 auf der Berliner Allee bei einem missglückten Wenderich eines Zementmischers. Daher: die Schäden sehen schwer aus, sind bei den damaligen Stahlwagen reparabel, wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll und vielleicht auch notwendig ist, z.B. wenn man auf kein Fahrzeug verzichten kann.
Hallo 707, ich wollte nicht gegenargumentieren mit meinem Hinweis auf den Neuzustand von 3032/3044 sondern nur gegenüberstellen, dass 1009 der DVG schon dem Ende seiner Nutzungszeit ziemlich nahe gekommen ist. Das wird neben der technischen Machbarkeit sicher auch eine Rolle spielen.

Bist du sicher mit dem zweimaligen Zusammenstoß des 2615? Am 13.12.1971 war der Zusammenstoß nähe "Mädchenheim" mit Tw 358, der Fahrer kam damals ums Leben. Am 23.04.1970 Nähe "Eckkamp" war meiner Meinung nach 2315 beteiligt (und 2614).


Edit: Buchstaben ergänzt

EKAI




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.02.20 09:01.

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: Der 1bügler

Datum: 06.02.20 12:14

Ich möchte darauf hinweisen, daß es wohl nicht "nur" bei einer Reparatur der Front bleiben könnte.
Mir ist ein Unfall (woanders) bekannt, bei der der beteiligte Düwag Gt8 im vorderen Bereich schwer beschädigt wurde. Augenscheinlich war "nur" vorne der Großschaden,
durch den Aufprall, der Wagenkasten war jedoch kaum sichtbar derart gestaucht, daß die Drehkränze des Trieb- und des folgenden Laufgestells irreparabel
verformt waren. Man sah in der Seitenwand "nur" eine Falte. Totalschaden.

http://s1.directupload.net/images/140414/ukfaan2k.jpg

Wat ei wrait ßer ebav is friee from ße liver away.

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: Linie 8

Datum: 06.02.20 12:44

Die Unfallangaben von 707 zu 2615 sind richtig. Er war bei beiden Unfällen auf der 12 beteiligt. Beim ersten Unfall mit 2614, bei dem zweiten mit 358 (ich war nach beiden Unfällen vor Ort).

Der 2315 war damals im Btf. Heerdt stationiert und kam somit auf der 12 nicht zum Einsatz. Vom 2315 ist mir nur ein schwerer Unfall mit einem Lastwagen auf der Heerdter Landstraße als Linie 16 am 29.12.1969 bekannt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.02.20 12:45.

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: EKAI

Datum: 06.02.20 13:14

Du hast es schon richtig korrigiert, die Betriebsnummer stammt vom User 707, nicht von mir.

Jetzt wundere ich mich allerdings über den zweiten Satz, denn am 21.06.1976 gab es einen schweren Unfall mit einem Lastwagen auf der Heerdter Landstraße (Ecke Heesenstraße), allerdings mit Tw 2319. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.

EKAI

Re: [D] Größere Reparatur

geschrieben von: StraßenbahnFanBobo2003

Datum: 06.02.20 14:13

7 Jahre Unterschied, da kann einiges an Unfällen an der selbigen stelle passieren...

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StraßenbahnFanBobo2003 schrieb:
Übrigens, es handelt sich um den Wagen 1009.
weiss jemand ob er instandgesetzet wird ?
Meiner vermutung: Wird verschrottet.
Ausser der zerstörten Stirnfront sind der Rahmen vermutlich auch beschädigt.
Ein alter Wagen mit solche schäden lohnt es sich nicht zu reparieren.

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
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Es gab da doch mal die beiden Beteiligten im Tunnel-Auffahrunfall (1001 und 1019??), und einen (?) nach vorzeitig abgebrochener Aufarbeitung bei FTD in Dessau ausgemusterten Tw? Genaues wissen die Duisburger hier:
Sind davon evtl. noch Endsegmente und Drehkränze übrig? Dann könnte man diese "Reste" vielleicht für einen reparierten "Tw 1009" verwerten. Sofern auch das nicht noch zu viel Aufwand bedeutet.

Eine Aufarbeitung DIESES Kastens käme m.M.n. einem völlig unwirtschaftlichen Neubau in Einzelanfertigung (gibt's noch iwo die Fertigungslehren?) gleich. Wir wissen jedoch nicht, inwieweit auch die Mittelteile C und D des 1009 gestaucht wurden. Das Schadensbild reicht dem optischen Eindruck nach bald an das des Rheinbahn-Tw 3232 mit Aufprall an den Tunnelpfeiler nach Achsbruch heran (08.08.1990, exakt 10 Jahre vor dem Tunnel-Crash des 4001 ...).

1009: Bei angenommenem Aufprall mit V= 50 km/h, Verzögerungs- = Deformationsweg s= 1,2m, Leermasse 35,4 t:
(Anlage 2 zu § 36 BOStrab v.16.12.2016; an Newtons Physik hat die Novellierung 2019 der BOStrab nix geändert ;-))
Verzögerung a = [50² / (3,6² * 2 * 1,2)] = 80,4 (m/s²), ca. 8-fache Erdbeschleunigung!
Kraft des Aufpralles = 35400 kg * 80,4 m/s² = 2845 kN, also etwa "285 Tonnen".

Du hast Recht: Abzüglich aller Unsicherheiten - "200" oder "250" würden auch reichen: Da ist ganz sicher noch mehr als "nur" der Bereich vor dem ersten Drehgestell zerstört worden. Hoffentlich (im Interesse einer Reparatur) lief das NFl-D-Teil nicht direkt dahinter ...
EDIT: Typangabe im Betreff, Asche auf mein Haupt ...

Der Unglaeubige Thomas




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 16:51.
Könnte man mit den beiden "Mittelteilen" zwei andere Tw verstärken und somit die Kapazität erhöhen oder gibt es dann Probleme mit der Fahrzeugsteuerung oder der Infrastruktur?

EKAI
EKAI schrieb:
Könnte man mit den beiden "Mittelteilen" zwei andere Tw verstärken und somit die Kapazität erhöhen oder gibt es dann Probleme mit der Fahrzeugsteuerung oder der Infrastruktur?
Ich denke da wurde man der obergrenze dür nicht angetriebene Mittelteile überschreiten.
Es ist ja sowieso ein klassischer Düwag-Triebwagen, mit Antrieb nur in die Enddrehgestelle.
Als GT12 wurde sie wahrscheinlich zu lahm. Die Wagen sind ja eigentlich nur als GT8 ausgelegt, die dann später in GT10 erweitert wurde.

MFG
Morten aus Dänemark

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Hm, (Achtung, Totalspekulatius eines Ortsfremden, der um seine falsche Typbezeichnung oben um Entschuldigung bittet!) ich wills jetzt nicht extra nachkucken, ob das NFl-D-Teil vorn oder hinten lief. Wenn das 10 Jahre jüngere D-Teil relativ gering beschädigt geblieben wäre, könnte man dafür ein etwas älteres, rostigeres HFl-C-Teil eines anderen Tw 'rausschmeissen und durch dieses nachgenutzte D-Teil ersetzen. Das ist m.E. der prinzipielle Vorteil eines Gelenk-Tw, dass man passende(!) Segmente tauschen und Ausfallzeiten minimieren kann. Oder, Du hast völlig Recht, wie damals die ex-Duisburger türlos-Mittelteile in Essen zur Kapazitätserweiterung (von 6xZR zu 8xZR) nutzen kann. Das NFl-D-Teil ist übrigens mit 7,0 m Drehmittenabstand 80 cm länger als das das HFl-C-Teil mit 6,2 m. Dieser "2x teilniederflurige" oder "treppauf-treppab-Niederflurwagen" sollte schon noch in die Haltestellen passen.

Länge Haltestellen usw. ist hier im Thema DVG-Neuwagen bereits diskutiert worden (DSO-Link einfügen). Jetzt einen "GT12-NC-DU" zu "stricken" würde evtl. die Infrastruktur wie auch das Beschleunigungs- und elektrische Verzögerungsverhalten der Basisfahrzeuge (waren mal konzeptionell und gelieferte Achtachser!) überfordern. Und ein zusätzliches HFl-C-Teil sollte man nicht mehr als "Verbesserung" verkaufen; wäre m.E. anno 2020 Kundenverarschung. Daher oben meine Hoffnung, ob es wenigstens das D-Teil weiterverwendbar überlebt hat ... hätte.

Dasselbe hätte jedoch bereits für die drei anderen genannten / gemeinten GT10NC-DU gegolten, mit deren (deutlich neueren) D-Teilen man den NFl.-Anteil der verbliebenen Flotte diskret, weil erstmal nur geringfügig hätte erweitern können, zu Lasten rauszuwerfender älterer HFl-C-Teile. Macht die DVG aber leider nicht, vielleicht aus gutem Grund (Korrosion, "treppauf, treppab" usw.), vielleicht auch nur, "weil mit Anteil Niederflur die Anzahl der Probleme für die Werkstatt steigt" (so war mal ein DVG Werkstattmensch in der örtl. Presse *angeblich* zitiert worden, als sich die "Variobahn" noch - nach ihrem Testeinsatz in Potsdam "wieder mal" - auf DVG-Gleisen tummelte und auf Einsätze wartete; der Typ hatte, wenn korrekt wiedergegeben, offenbar den Sinn und Zweck von "Strassenbahn" jenseits einer öffentlich-rechtlichen "Bruder-Johannes-ABM" völlig aus dem Blick verloren). Wissen wir alles nicht. Dennoch: Bei Gelegenheit D-Teile für C-Teile eintauschen: Hätte was, wäre zudem eine "no-frills" Lösung. Zusätzliche C-Teile woher auch immer einsetzen m.M.n. nicht.

Der Unglaeubige Thomas
Die C-Teile beinhaltet auch teile der Technik, u.a. der Stromabnehmer (!) sodass sie nicht einfach durch ein D-Teil ersetzt werden können.

MFG
Morten aus Dänemark

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NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg
1001 und 1019 sind zu einem intakten 1001 zusammen gesetzt worden. Er fährt auch schon seit längerem.
Die Wagen passen im Tunnel ja jetzt schon kaum an die Steige, mit Verlängern ist da nix.
Jou, danke auch MSS für den Hinweis, wäre halt zu prüfen, ob "80 cm länger" und Umsetzen der Ausrüstung ins "neue" D-Teil möglich wären. Die Fahrzeugsteuerung "MICAS" von ABB lag im Neuzustand in den Gelenkportalen von A- und B-Teil. Für das Unterflur montierte "Gekröse" wäre halt "etwas weiter oben" oder "neben den Treppen" innen Platz zu schaffen, wobei es bloss nicht "teuer" werden oder zu Lasten der Fahrgäste gehen darf. Tragen die schlanken Säulen des D-Teiles eine Dachmontage zumindest des Stromabnehmers (der ist sch...schwer, nix mit "wegtragen für Omis Grosswaschtag"), des Blitzschutzes, des Hauptschalters und der Eingangsglättung?

OK, ich nehme an, dass aus dem Rest von 1001 & 1019 mindestens noch ein D-Teil übrig war/ist? Sozusagen "zum Üben", um aus dem NFl-D-Teil mit den Innereien des alten C-Teiles ein "neues NFl-C-Teil" zu stricken? Ich mein, die Messlatte der Möglichkeiten hat die DVG mit dem erfolgreichen Umbau des Tw 1000 bereits selbst ziemlich hoch gehängt.

OK, wenn im 1009 das D-Teil jedoch irreversibel verzogen sein sollte, was aufgrund einer Kollision jenseits der Prüfkraft von europäischen Vollbahnfahrzeugen sehr gut möglich ist, kann man sich diese Erörterungen auch glatt sparen. Vermutlich dann "Exitus" :-(. Allenfalls den anderen Endkasten vllt. für andere Reparaturen aufbewahren?

Der Unglaeubige Thomas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 16:58.
Der Ungläubige Thomas schrieb:
Jou, danke auch MSS für den Hinweis, wäre halt zu prüfen, ob "80 cm länger" und Umsetzen der Ausrüstung ins "neue" D-Teil möglich wären. Für das Unterflur montierte "Gekröse" wäre halt "etwas weiter oben" oder "neben den Treppen" innen Platz zu schaffen, wobei es bloss nicht "teuer" werden oder zu Lasten der Fahrgäste gehen darf. Tragen die schlanken Säulen eine Dachmontage zumindest des Stromabnehmers (der ist sch...schwer, nix mit "wegtragen für Omis Grosswaschtag"), des Blitzschutzes und des Hauptschalters?

OK, ich nehme an, dass aus dem Rest von 1001 & 1019 mindestens noch ein D-Teil übrig war/ist? Sozusagen "zum Üben", um aus dem NFl-D-Teil mit den Innereien des alten C-Teiles ein "neues NFl-C-Teil" zu stricken? Ich mein, die Messlatte der Möglichkeiten hat die DVG mit dem erfolgreichen Umbau des Tw 1000 bereits selbst ziemlich hoch gehängt.

OK, wenn im 1009 das D-Teil jedoch irreversibel verzogen sein sollte, was aufgrund einer Kollision jenseits der Prüfkraft von europäischen Vollbahnfahrzeugen sehr gut möglich ist, kann man sich diese Erörterungen auch glatt sparen. Vermutlich dann "Exitus" :-(. Allendfalls den anderen Endkasten vllt. für andere Reparaturen aufbewahren?
Und welchen Vorteil sollte ein auf diese Weise aufwendig zu schaffender Einzelgänger bringen? Viel Aufwand, dass ein Wagen von ca. 40 einen größeren NF-Anteil hat?

Alle wollen zurück zur Natur. Aber keiner zu Fuß.

Die echte Seite über die Chemnitzer Straßenbahn: [www.strassenbahn-chemnitz.de]
Im Grunde finde ich es ja völlig okay, wenn man seiner Fantasie hier im Forum mal freien Lauf lässt.
Die Antwort auf alles lautet aber: DVG!
Früher konnten die umbauen wie kein anderer Betrieb, aber diese Zeiten sind bekanntlich lange vorbei.

Davon ab ist es unbegreiflich, wie der Vorstand die Fahrzeugmisere völlig unbeschadet überstehen konnte. Denn neben den Unfallwagen stehen ja auch noch einige kaputt gerostete Wagen rum. Auf der 901 ist kein Ende des SEV in Sicht - und das seit Jahren.

In Duisburg nutzt wirklich nur der den ÖPNV, der nicht anders kann - oder unerschrockene Idealisten.
Da hast Du mit Deiner zweifelnden Frage zweifelsohne Recht.
Sofern überhaupt ein solcher Umbau (Nfl-D-Teil zu Nfl-C-Teil als Ersatz für Hfl-C-Teil) gelänge, wäre der rein "flottenstrategische Wert" (klingt Sch....e, nach Kaiser Willem) v.a. der eines Umbau-Prototyps. Wenn nämlich entweder Neuwagen nicht alle GT10NC-DU ersetzen können oder die Flotte dann noch immer kapazitätsmässig "auf Kante genäht" ist, könnte man so aus den neuesten oder besterhaltenen GT10-NC-DU sowie D-Teilen auszumusternder GT10-NC-DU einige (20?) Zehnachser mit höherem Niederfluranteil "stricken" für eine aus Mangel an Neuinvestitionen verlängerte "Restlaufzeit" der alten Schätzchen, jedoch mit dem Attribut eines höheren Niederfluranteils (barrierearm, schnellerer Fahrgastwechsel, ..., jüngeres Durchschnittsalter) auch dieser "Altwagen". Maximal für noch 15 Jahre, dann müsste auch sowas auf den Schrott und Neuwagen als Ersatz her.
Wirtschaftlich und technisch durchrechnen müssen das zugegeben andere. M.E. wurden die "alten Schätzchen" als GT8NC-DU erst ab 1986 geliefert und 1996/97 mit den D-Teilen zu GT10NC-DU verlängert. Bis zum 40.Jubi wäre es also noch ein wenig hin. Und wenn dereinst die letzten A&B-Kästen mit ca.45 sowie C&D-Umbaukästen mit 38 Jahren zum Schrott gehen würden, wäre das - entsprechnde Benutzbarkeit der Dinger im Regel- und Verstärkungsbetrieb vorausgesetzt - bereits ein Erfolg.
Elektrisch wären tatsächlich Stromabnehmer, dessen Antrieb, Hauptschalter, Eingangsdrossel, Kondensator, Verkabelung 750V aufs D-Teil oben drauf zu setzen, vielleicht räumlich etwas entzerrt, damit der Momentenverlauf rund um die Türportale im zulässigen Bereich bleibt. MICAS liegt in A&B-Teilen neben den Gelenken; ich weiss nicht, was seither dazu gekommen sein mag. Stammt aus alten Skizzen und Beschreibungen, v.a. der (inzwischen) "Loseblattsammlung" von M.Pabst "Strassenbahnwagen Bd.2 - Niederflur- und Stadtbahnwagen", S.90-91. Definitiv nicht die Quelle für Ingenieursgutachten, doch für meine vorläufige Meinung.
Als erklärter "Outsider" werde ich mich aber nicht mehr zur sonstigen Motivationslage des btfd. Betriebes und der Stadtverwaltung äussern.

Der Unglaeubige Thomas




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.20 17:22.