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[K] Kölner Stadt-Anzeiger beklagt

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 03.11.19 14:42

Kölner Behörden verschleppen Verkehrswende weiter

und dabei geht es nicht um Straßenbahn (incl. Stadtbahn) und Bus, sondern um Seilbahn und Wasserbus.

Wer sind die Behörden? Oder ist es nur das Verkehrsdezernat?
Was nützt mich die Seilbahn - wenn die 4 zwischen Dünnwald und Grünstraße überläuft?
Jo, ich künnt mittem Bus op Stammheim anfahren und ab da abheben ...
Oder mittm Wasserbus.

Ich könnt mir aber auch en Loch innet Knie bohren ....

Dabei ist die Stadtverwaltung mit der Stattverwaltung beschäftigt. Alle Kapazitäten, die auffm Markt sind, werden für den "Doppelbeschluss" gebunden - also ober- und unterirdische Lösung auf der Ost-West-Achse als Leistungsphase 2 - Vorplanung, die beide gemeinsam zu beplanen sind. Nix Mehrkapazität - nur der Langzugtraum auf 2 Linien.

Und so bleibt neues auf der Strecke - Neu-Brück, Gürtelstrecke verlängern, Entlastung für den Deutzer Hafen und Mülheim Süd.
Aber, das interessiert den Stadt-Anzeiger überhaupt und gar nicht.

Also, nur ein klitzeklitzekleines Verkehrswendchen

Re: [K] Kölner Stadt-Anzeiger beklagt

geschrieben von: Tramateur

Datum: 03.11.19 15:14

Keine Ahnung weshalb die Koblenzer Seilbahn immer als "Vorbild" herhalten muss. Sie ist in keinerlei Verkehrsverbund integriert, recht teuer und für mein Empfinden eher eine touristische Attraktion. Anders sieht es z. b. bei den Dresdner oder Stuttgarter Bergbahnen aus.

Vorbild Koblenz

geschrieben von: HLeo

Datum: 03.11.19 16:44

Da der Kölner Weltbürger nur die Rheinseilbahn kennt, kann die Koblenzer Seilbahn als technisches Beispiel dienen, um zu zeigen, wie eine zeitgemäße Seilbahn aussehen kann.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.11.19 16:44.

Re: Vorbild Koblenz

geschrieben von: Gernot

Datum: 03.11.19 18:13

HLeo schrieb:
Da der Kölner Weltbürger nur die Rheinseilbahn kennt, kann die Koblenzer Seilbahn als technisches Beispiel dienen, um zu zeigen, wie eine zeitgemäße Seilbahn aussehen kann.
Wie auch immer das Ding aussieht, wird es die Kölner Verkehrsprobleme nicht lösen können. Von der städtebaulichen Problematik ganz zu schweigen.

Mir denken alle viel ze koot

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 03.11.19 18:32

Wipperführt, Hauptort des nördlichen oberzwergischen Kreises will - seiner Eisenbahn von der Schwarzer Hand des Nullivers beraubt - nun eine Hängebahn bauen.
Schreibt der Kölner Stadtanzünder in seiner Plus-Ausgabe.

Schäbbisch Gläbisch - eine sich selbst überhöhende Gebäudeansammlung im Strundetal - will mit der CargoCap die Güter durch das Erdreich schießen. Den Zucker dem Krüger innen ... Zuckerbunker.
Falls der nicht nach Euskirchen sowieso umsiedeln sollte - so als Pfeifer und Langen, nachdem der Alte nicht mehr unter uns weilt.

Bauen mir doch dat CargoCap von der Wupper an den Rhein und lassen in den Röhren eine Seilbahn fahren.
Sozusagen für schwindelige Nicht-Schwindler

Probleme lösen?

geschrieben von: HLeo

Datum: 03.11.19 18:36

Gernot schrieb:
... Wie auch immer das Ding aussieht, wird es die Kölner Verkehrsprobleme nicht lösen können. Von der städtebaulichen Problematik ganz zu schweigen.

Ja, das ist klar. Aber auch wenn man über untaugliche Dinge diskutiert, sollte man wenigstens eine halbwegs realistische Vorstellung davon haben.


Die Frage war ja, warum Koblenz als "Vorbild" dienen soll.

Re: [K] Kölner Stadt-Anzeiger beklagt

geschrieben von: Oepeenvau1971

Datum: 03.11.19 19:50

Und wieder ein Grund sich mit Köln und seiner dauerhaften Polemik nicht mehr oder weniger zu beschäftigen.
Was die Politik und die Medien nicht zerreden oder an Stuß hervorbringen ergänzen "wir" hier im Forum.

Re: Probleme lösen?

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 03.11.19 19:51

HLeo schrieb:
Gernot schrieb:
... Wie auch immer das Ding aussieht, wird es die Kölner Verkehrsprobleme nicht lösen können. Von der städtebaulichen Problematik ganz zu schweigen.
Ja, das ist klar. Aber auch wenn man über untaugliche Dinge diskutiert, sollte man wenigstens eine halbwegs realistische Vorstellung davon haben.


Die Frage war ja, warum Koblenz als "Vorbild" dienen soll.
Ich frage mich eher, warum nicht die anderen Millionenstädte als Vorbild dienen dürfen, wie man eine funktionierende U-Bahn/Schnellbahn anlegt...

Re: Probleme lösen?

geschrieben von: Gernot

Datum: 03.11.19 21:03

Kölnbahner schrieb:
Ich frage mich eher, warum nicht die anderen Millionenstädte als Vorbild dienen dürfen, wie man eine funktionierende U-Bahn/Schnellbahn anlegt...
Das wusste man mal. Nimm die Ost-West-Strecke: In den 1980er Jahren hat man die rechtsrheinisch komplett fertig gestellt. Bis auf einige wenige Bahnsteigverlängerungen könnte man schon jetzt 90 m lange Züge von Bensberg, bzw. Königsforst bis zum Heumarkt fahren lassen. Die Haltestelle Frankfurter Str. sollte man dringend aufpeppen, aber sonst sind da keine großen Investitionen nötig. Auch auf der Venloer Str. oder den Ringen zwischen Zülpicher und Ebertplatz ist gut zu sehen, wie eine funktionierende Schnellbahn in Köln aussehen kann.
Inzwischen sind wir jedoch an einem Punkt, wo viele davon ausgehen, dass der weitere Ausbau zur Schnellbahn auch ohne weitere Tunnel zu bewerkstelligen sei. Ich glaube nicht, dass das geht. Dazu hat das Netz noch zu große Abschnitte mit klassischem Straßenbahnstandard. Ein paar weiße Linien auf der Fahrbahn und einige Vorrangschaltungen an den Ampeln reichen nicht aus, um aus einer Straßenbahn eine Schnellbahn zu machen. Erst recht nicht, wenn man irgendwann die 90 m Zuglänge erreichen möchte, die in den Tunnelstrecken möglich sind und bei weiter steigenden Fahrgastzahlen auch benötigt werden. Und so befürchte ich, dass man noch auf viele Jahrzehnte stückelt, Dauerprovisorien anlegt und versucht, mit dem vorhandenen Murks einigermaßen zu leben.
Aber das hat in Köln lange Tradition: Im Mittelalter war Köln eine sehr reiche Stadt und dazu noch die drittgrößte Europas nach Paris und London. Dann kam der Beginn der Neuzeit und man hat so ungefähr alles verschlafen, was an Entwicklungen geschah. Das ging los mit der Reformation und dem damit verbundenen Aufstieg des Bürgertums. In Köln hielt man an der mittelalterlichen Herrschaft der Zünfte fest. Die Kölner Universität entwickelte sich zu einem Zentrum der Rückständigkeit, die Stadt verweigerte sich so ungefähr allem, was eine moderne Stadt des 17. oder 18. Jahrhunderts ausmachte. Die wenigen Touristen, die es so etwa ab 1750 nach Köln verschlug, waren über die dreckige und rückständige Stadt entsetzt und froh wenn sie in die Nachbarstädte Bonn und Düsseldorf kamen. Der einzige Lichtblick in deiser Zeit war der 30jährige Krieg. Die freie Reichsstadt Köln hat mit großzügigen Zahlungen alle Heere davon abgehalten, die Stadt zu belagern oder zu erobern. Dafür blühte die Waffenherstellung, die man gewinnbringend an alle kriegführenden Mächte verkaufte.

Re: [K] Kölner Stadt-Anzeiger beklagt

geschrieben von: fdlkkbf

Datum: 03.11.19 21:37

Moin zusammen,

Ich kann immer wieder nur sagen, das hat jeder selbst in der Hand.

Jede Stadt bekommt die Regierung, die sie gewählt hat.

Sprich: Nächstes mal das Kreuz da setzen, wo sich dementsprechend was tut.

Wer ist "wir"?

geschrieben von: HLeo

Datum: 03.11.19 21:49

Oepeenvau1971 schrieb:
Und wieder ein Grund sich mit Köln und seiner dauerhaften Polemik nicht mehr oder weniger zu beschäftigen.
Was die Politik und die Medien nicht zerreden oder an Stuß hervorbringen ergänzen "wir" hier im Forum.


Wer ist "wir"?

Schon seit Jahren sehe ich, dass, wenn hier von Köln die Rede ist, alsbald sehr wenige - aber immer die selben - Leute ihre allmählich bekannten Privat-Grundsatzdiskussionen wiederholen.

Ich halte es jetzt für zwecklos, diesen erlauchten Kreis durch Beiträge argloser Interessierter zu stören.

Re: Probleme lösen?

geschrieben von: Strizie

Datum: 03.11.19 22:28

Kölnbahner schrieb:
Ich frage mich eher, warum nicht die anderen Millionenstädte als Vorbild dienen dürfen, wie man eine funktionierende U-Bahn/Schnellbahn anlegt...
Das wichtigste für Köln wäre in erster Linie ein separates engmaschiges Straßenbahnnetz im Zentrum, welches dort die heutigen Stadtbahnlinien entsprechend entlastet und auch neue Gebiete direkter erschließt.

Anschließend kann man hingehen und das heutige Stadtbahnnetz entsprechend ausbauen bzw. ins Umland verlängern.

Den Wasserbus halte ich für sinnvoll. Ich kenne etliche Arbeitnehmer welche aus Flittard und Stammheim kommen aber in Niehl/Riehl arbeiten. Das sind alles Pendler welche mit dem Auto oder umständlich mit dem Stadtbahn via. Mülheimer Brücke derzeit fahren müssen. Ein Wasserbus kombiniert mit ÖPNV-Anschlüssen (Quartiersbuslinien) würde einen erheblichen Teil des Pendlerverkehrs verlagern. Das gilt natürlich auch für den Kölner Süden. Eine Seilbahn dagegen würde insbesondere den Domanblick verschandeln. Davon abgesehen dürfte das wesentlich teurer werden als der Wasserbus.

Der nächste Punkt welcher mich ärgert ist der generelle 20 Minuten-Takt bei etlichen Quartierbuslinien in Köln. Nicht überall gibt es zwei Buslinien welche das ganze auf einen 10 Minuten-Takt verdichten.

Dazu kommt dann noch, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen die Kölner Buslinien immer an der Kölner Stadtgrenze regelrecht verenden anstatt diese zum nächsten Knoten zumindest teilweise durchzubinden.

Einfach eine Pförtnerampel aufzustellen ist nicht die Lösung der Probleme und nur mit Ost-West U-Bahn, Nord-Süd U-Bahn und S-Bahn Westring wird man die Verkehrsprobleme in Köln nicht lösen. Das sind eher Projekte welche schon jetzt aktuell fertiggestellt sein müssten und nicht erst in 20-40 Jahren.

Re: Probleme lösen?

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 06.11.19 22:07

@ Gernot: Tja, man wusste es mal, aber man hat es wieder verdrängt, verschlampt, vernachlässigt und verspart.
Vielleicht sollte man sich mal wieder auf die Tugend der 1970'er besinnen. Es braucht in Köln nicht nur einen städtebaulichen Masterplan, sondern auch einen verkehrstechnischen Masterplan - und einen, der drauf achtet, dass dieser dann eingehalten und umgesetzt wird.
Naja, Legislaturperioden dauern gerade mal einen Bruchteil der heutigen Planungs-, Bau- und Umsetzungszeiten.
Frau Armlänge Reker wird nächstes Jahr wahrscheinlich nicht wiedergewählt, sie hat nix bewirkt, erst recht nicht von dem, was sie verändern wollte oder sollte - und der Mitleidsbonus der Wähler ist jetzt auch verjährt.

Wie soll das irgendwann mal besser werden in Köln mit dem Verkehr?
Ehrlich gesagt, ich habe die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Re: Probleme lösen?

geschrieben von: Gernot

Datum: 07.11.19 00:04

Kölnbahner schrieb:
@ Gernot: Tja, man wusste es mal, aber man hat es wieder verdrängt, verschlampt, vernachlässigt und verspart.

Verspart ist schon der richtige Ausdruck. Aber damit steht Köln nicht alleine da. So gegen 1990 begann in fast allen deutschen Großstädten ein Vierteljahrhundert weitgehender Baustopp. Vergleiche mal in welchem Tempo die Tunnelabschnitte in den Jahren 1970-90 eröffnet wurden und dann guck mal, wie viel von 1995-2015 realisiert wurde. Den Vergleich kann man genausogut aber auch auf München übertragen, das ist ähnlich deprimierend. Nur dass die Münchener in der Zeit vorher mehr Tunnelkilometer bauen konnten. Die mussten sich die Landesgelder auch nur mit Nürnberg teilen und nicht mit Düsseldorf, Duisburg, Bonn, Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Dortmund, Bielefeld, Herne...

Zitat:
Vielleicht sollte man sich mal wieder auf die Tugend der 1970'er besinnen. Es braucht in Köln nicht nur einen städtebaulichen Masterplan, sondern auch einen verkehrstechnischen Masterplan - und einen, der drauf achtet, dass dieser dann eingehalten und umgesetzt wird.

Daran hakt es in Köln von Anfang des Stadtbahnbaus an. Ständig neue Prioritäten, was zu dem heutigen stetigen Wechsel führt. Ein super Beispiel ist die Linie 9: Von Königsforst bis hinter den Vingster Ring gut ausgebaute ehemalige Vorortstrecke, dann Tunnel, bzw. separat geführte Stadtbahn bis Heumarkt. Vom Heumarkt bis zum Mauritiussteinweg Straßenbahn, immerhin auf eigenem Gleiskörper aber trotzdem mit viel Querverkehr auf Füßen und zwei bis ca. acht Rädern. Und ab da bis kurz vor die Endhaltestelle in Sülz klassische Straßenbahn wie in den 1950ern, nur mit Bahnsteigen und längeren Zügen. Auch bei den Linien 1,3,4,5,7,12,13,15 und 18 hast du alles dabei: Vom Tunnel über gut ausgebaute oberirdische Abschnitte, Strecken auf eigenem Gleiskörper bis hin zur Straßenbahn, die bestenfalls mit zwei weißen Linien vom sonstigen Verkehr getrennt ist.
Bei der 16 fehlt nur die Straßenbahn ohne eigenen Gleiskörper. Bleibt also nur die 17 als einzige Linie mit komplett durchgängigem Stadtbahnstandard. Und das alles 56 Jahre nach Beginn des U-Bahnbaus!
Statt des ganzen Gestückels hätte man besser den Stadtbahnausbau einer Strecke durchziehen sollen und dann die nächste begonnen. Dazu kommen noch so blöde Sachen wie auf der Neusser Str., wo man aus finanziellen Gründen den Tunnel etwa 2 km und drei U-Bahnhöfe früher enden ließ als ursprünglich geplant. Die Rampe Mollwitzstraße ist ein 45 Jahre altes Dauerprovisorium und wird damit nur noch von der provisorischen Rampe Barbarossaplatz übertroffen. Die ist schon 50 Jahre alt.

Zitat:
Naja, Legislaturperioden dauern gerade mal einen Bruchteil der heutigen Planungs-, Bau- und Umsetzungszeiten.
Frau Armlänge Reker wird nächstes Jahr wahrscheinlich nicht wiedergewählt, sie hat nix bewirkt, erst recht nicht von dem, was sie verändern wollte oder sollte - und der Mitleidsbonus der Wähler ist jetzt auch verjährt.

Wie soll das irgendwann mal besser werden in Köln mit dem Verkehr?
Ehrlich gesagt, ich habe die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Gibt es denn eine akzeptable Alternative zu Frau Reker? Ich wüsste derzeit keine. Die SPD als einzige ernstzunehmende Oppositionspartei liefert regelmäßig Personalskandale, auch trotz mehrfachem Wechsel der Führungsebene. Die Zeiten der absoluten Mehrheit mit Sympathieträgern als OB wie Burauen sind schon lange vorüber. Und dass Verwaltungen nur sehr schwer zu reformieren sind, ist ja nichts neues. Da sitzen leider viele Leute, die den Job in der Verwaltung gewählt haben, weil sie gerne einen ruhigen, aber sicheren Posten haben wollen.