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Die rumänische Stadt Timișoara hat sich bei der Beschaffung von 16 (+24) Niederflurtrams für den türkischen Hersteller Bozankaya entschieden. Es werden fünfteilige Multigelenker mit Batteriebetrieb.

[www.bozankaya.com.tr]
Multigelenker und Batteriebetrieb - na Mahlzeit...... Mit zwei Fehlentscheidungen in die Zukunft - irgendwie schade, am Scheideweg in die Zukunft nicht den wahrlich reichen Erfahrungsschatz aus Resteuropa zu analysieren und in die eigenen Entscheidungen einfliessen zu lassen. Aber, wie es so schön heisst: jedes Kind muss erst selbst auf die heisse Herdplatte langen, damit es glaubt, dass man das besser nicht tut....

Nachdenkliche Grüße, Tss

Re: (RO:Timișoara) Niederflurtrams kommen von Bozankaya

geschrieben von: PL

Datum: 11.07.19 11:09

Die Firma macht einen guten Eindruck. Eigentlich ist das wohl ein Alstom-Fahrzeug (Salzgitter), die Ingenieure firmieren halt jetzt groß-europäisch. Ein ehem. Würzburger Waggon- und Brückenbauer firmiert jetzt den ausgegliederten Brückenbau auch südeuropäisch. Solaris ist auch nichts Anderes. Wenn Timisoara ordentlich Fördergelder für die Batterietechnik findet kann man damit leben.

Aber der Preis - der ist schon heftig. 2 Mio € für einen 30m-Wagen - Lohnkostenniveau Anatolien?


Grüße aus Wü

TW 239




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.19 11:13.
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Multigelenker und Batteriebetrieb - na Mahlzeit...... Mit zwei Fehlentscheidungen in die Zukunft - irgendwie schade, am Scheideweg in die Zukunft nicht den wahrlich reichen Erfahrungsschatz aus Resteuropa zu analysieren und in die eigenen Entscheidungen einfliessen zu lassen. Aber, wie es so schön heisst: jedes Kind muss erst selbst auf die heisse Herdplatte langen, damit es glaubt, dass man das besser nicht tut....
Wieso Fehlentscheidungen? Multigelenker bewähren sich genauso wie Batterieantrieb. Oder hast du eine Glaskugel, die dir genau sagt, was in Zukunft richtig und was falsch sein wird?
psst, Multigelenker gelten in diesem Forum als extrem bäh, überlange Schüttelrutschen, Gleisfräsen, generelle Fehlentscheidung. Seien wir froh, dass wir hier keine legistlativen Vollmachten haben, sonst dürfte auf das Design von Multigelenkern die Todesstrafe stehen ;-)

Schauma mal, wie sich die Bahnen machen. Der Gleiszustand ist ja nicht unbedingt der beste. Es gibt ja Welten Unterschied zwischen den Citadis-Multigelenkern (für Neubaunetze konzipiert) und dem Combino (für Bestandsnetze entworfen), der Combino gewinnt das Rennen ganz klar (wie ich hier in Melbourne zu jedem beliebigen Zeitpunkt am eigenen Leib erfahren kann). Die Linzer Cityrunner (der 1. Generation) sind nach 10 Jahren Alterung auch ganz fürchterlich. Hoffen wir, dass sich die Fahreigenschaften eher am Combino orientieren. Und schade, dass nicht Astra in Arad gewonnen hat, die GTxN von dort dürften mit solchen Gleisen eher klar kommen...

Bin außerdem schon gespannt, wie sich die Kaff-Wagen von Budapest nach etwas Alterung machen werden. Bisher sind sie ja ganz komfortabel...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
Hallöle,

ein reiner, also fahrleitungsloser Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen. Der Text auf der Homepage von Bozankaya lautet auch:

«Die Tram können mit Batterieantrieb mehr als 60 km fahren und bieten mehr Flexibilität bei Baustellen oder Störungen der Fahrleitung.» (The trams can run on battery power for more than 60km, offering more flexibility in case of repairs or other disruptions to the electric network.)

Ich finde dies sehr sinnvoll. Ob es diese Batterie-Technik bei Alstom schon irgendwo im Betrieb gibt, ist mir nicht bekannt. Wesentlich wichtiger ist, wie es mit der Qualität der technischen Fertigung und der Elektronik dieses türkischen Herstellers aussieht.

Was die Multi-Gelenkbauweise betrifft: vielleicht bewirkte die Analyse des «wahrlich reichen Erfahrungsschatz aus Resteuropa» (O-Ton Tss) die von Temesvar getroffene Entscheidung?

Man wird sehen...

Viele Grüsse,
Hubert.

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Re: (RO:Timișoara) Niederflurtrams kommen von Bozankaya

geschrieben von: T3R.PV

Datum: 11.07.19 18:04

Hubert G. Königer schrieb:
Hallöle,

ein reiner, also fahrleitungsloser Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen. Der Text auf der Homepage von Bozankaya lautet auch:

«Die Tram können mit Batterieantrieb mehr als 60 km fahren und bieten mehr Flexibilität bei Baustellen oder Störungen der Fahrleitung.» (The trams can run on battery power for more than 60km, offering more flexibility in case of repairs or other disruptions to the electric network.)

Ich finde dies sehr sinnvoll. Ob es diese Batterie-Technik bei Alstom schon irgendwo im Betrieb gibt, ist mir nicht bekannt. Wesentlich wichtiger ist, wie es mit der Qualität der technischen Fertigung und der Elektronik dieses türkischen Herstellers aussieht.

Was die Multi-Gelenkbauweise betrifft: vielleicht bewirkte die Analyse des «wahrlich reichen Erfahrungsschatz aus Resteuropa» (O-Ton Tss) die von Temesvar getroffene Entscheidung?

Man wird sehen...

Viele Grüsse,
Hubert.
Dabei unterschlägst du aber den Rest des Absatzes:

Zitat:
This also allows Timisoara, the European Capital of Culture in 2021, to extend tram lines without having to construct additional catenary lines – an attractive option for historical city centres.
"Das erlaubt es Timisoara, der Europäischen Kulturhauptstadt 2021, Straßenbahnlinien zu erweitern ohne zusätzliche Oberleitungen zu verlegen - eine attraktive Option für historische Stadtkerne."

Man hat den planmäßigen Batteriebetrieb also schon auf dem Schirm.

Alle wollen zurück zur Natur. Aber keiner zu Fuß.

Die echte Seite über die Chemnitzer Straßenbahn: [www.strassenbahn-chemnitz.de]

Re: (RO:Timișoara) Niederflurtrams kommen von Bozankaya

geschrieben von: 4076

Datum: 11.07.19 19:32

sepruecom schrieb:
Die Linzer Cityrunner (der 1. Generation) sind nach 10 Jahren Alterung auch ganz fürchterlich. Hoffen wir, dass sich die Fahreigenschaften eher am Combino orientieren.
Gruss, sepruecom
Das sehe ich genau umgekehrt. Die Linzer Cityrunner der 1. Generation laufen nach 15 Jahren Einsatz noch immer vorzüglich. Ja wenn die Räder am Ende und die Schienen verriffelt sind, dann können sie auch ordentlich lärmen (das erlebte ich kürzlich in Budapest bei den Siemens-Bahnen weitaus ärger > Donnerwalzen). Die Fahreigenschaften des Combino sind bei Gleisbögen nicht berauschend.
vermutlich eher der Preis. Temesvár ist eine ziemlich arme Stadt, und wenn man sich den Fahrplan auf der Internetseite so anschaut wird einem Übel. Die Stadt hat etwa eine halbe Million Einwohner, dennoch fahren die meisten Straßenbahnlinie tagsüber nur etwa alle 20 Minuten, zu den Hauptverkehrszeiten sind die Takte näher am 15-Minuten-Takt . Das sind nicht die Ferienfahrpläne, nein, man fährt täglich so (ZL-S: Schultage, ZL-V: Ferientage). Teile des Netzes werden derzeit aus Fahrermangel nicht bedient. Das für eine Stadt mit einer halben Million Einwohner... Duisburg-Niveau, wenn nicht darunter...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
Es sind eher 300.00 Einwohner.
Und die Straßenbahn erreicht davon nur einen Teil, vielleicht die Hälfte.

Die Takte beim Obus sind allerdings auch nicht besser.

Pay the fare or pay the price.
LUAS
Bozankaya ist auch ein Zulieferer von Stadler, siehe u. A. hier: [www.zughalt.de]

Die Bozankaya-Eelektrobus-Marke Sileo ist auch schon einigermaßen verbeitet in Deutschland.
PL schrieb:
Die Firma macht einen guten Eindruck. Eigentlich ist das wohl ein Alstom-Fahrzeug (Salzgitter), die Ingenieure firmieren halt jetzt groß-europäisch. Ein ehem. Würzburger Waggon- und Brückenbauer firmiert jetzt den ausgegliederten Brückenbau auch südeuropäisch. Solaris ist auch nichts Anderes. Wenn Timisoara ordentlich Fördergelder für die Batterietechnik findet kann man damit leben.

Aber der Preis - der ist schon heftig. 2 Mio € für einen 30m-Wagen - Lohnkostenniveau Anatolien?


Grüße aus Wü
Sehr wahrscheinlich liegt es an der Batterie, welche den Fahrzeugpreis so stark nach oben zieht. Solche Batterien sind nunmal nicht (oder noch nicht) zum Schnäppchenpreis zu haben. Von daher sind 2 Mio. € für einen solchen 30m-Wagen - auch im europäischen Vergleich zu anderen Herstellern - ein absolut fairer Preis.
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Multigelenker und Batteriebetrieb - na Mahlzeit...... Mit zwei Fehlentscheidungen in die Zukunft - irgendwie schade, am Scheideweg in die Zukunft nicht den wahrlich reichen Erfahrungsschatz aus Resteuropa zu analysieren und in die eigenen Entscheidungen einfliessen zu lassen. Aber, wie es so schön heisst: jedes Kind muss erst selbst auf die heisse Herdplatte langen, damit es glaubt, dass man das besser nicht tut....

Nachdenkliche Grüße, Tss
Falls Timișoara mit EU-Geldern nicht nur die Beschaffung der neuen Fahrzeuge sondern gleich die gesamte Schieneninfrastruktur erneuert und finanziert bekommt, könnte das mit Multigelenker gut kommen. Aber ich stimme dir voll zu: Mit dem Einsatz von Multigelenker und dazu noch mit Batteriebetrieb, was zusätzliches Gewicht und höhere Radlasten bedeutet, werden die Gleisanlagen nunmal stärker beansprucht als bei einem Drehgestellwagen.
In der Diskussion wurde immer wieder behauptet, dass der Gleiszustand in Timisoara eher schlecht wäre. Wenn man allerdings nicht nur Rumänienklischees bemüht, sollte man wissen, dass Timisoara in den 1990er und 2000er Jahren zwei Drittel seines Streckennetzes grundlegend saniert hat. Seit ca. 15 Jahren ist diese Sanierung jedoch leider weitgehend zum Erliegen gekommen.

Haben die Schreiber diese Fakten berücksichtigt? Wenn ja, hat sich der Zustand der sanierten Strecken in den letzten 15 Jahren derart verschlechtert?