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Der ÖPNV stirbt einen langsamen Tod

Was ist bloß in Mülheim los? Seit Jahren kommt der städtische Nahverkehr aus den Negativschlagzeilen nicht heraus! Leider geht es dabei nur um das angeblich fehlende Geld. Die Menschen, ihre sozialen und kulturellen Bedürfnisse scheinen keine Rolle zu spielen. Auch die Frage, was eine funktionierende und intakte, lebenswerte und menschliche Stadt ausmacht, ist Nebensache.
Der Deutsche Bahnkunden-Verband e. V. unterstützt nach Kräften und Möglichkeiten die Initivativen zum Erhalt des Bahn- und Busnetzes in Mülheim.
Mülheim gelangt zu trauriger Berühmtheit – über die Landesgrenzen hinweg. Mülheim als Vorreiter für die konsequente Zerschlagung eines einstmals guten ÖPNV-Netzes. Es wird gesagt: „Es ist kein Geld da, es muss weiter gespart werden“. Muss gespart werden, um ein ÖPNV-Netz kaputtzumachen?Geld ist mehr als genügend da – jedenfalls in der Gesamtbetrachtung. Das Land Nordrhein-Westfalen hat 2018 insgesamt 59,2 Milliarden Euro Steuern eingenommen. Das sind nochmals + 6,3 Prozent mehr als 2017. Auch die Steuereinnahmen im ersten Halbjahr 2019 liegen über denen des Vorjahresmonate (wenn auch nicht so üppig). Das Land NRW hat kein Einnahmeproblem, eher ein Ausgabeproblem. Der ÖPNV in Mülheim ist der teuerste im ganzen Ruhrgebiet. 185,00 € hat die Stadt rechnerisch für jeden Einwohner 2018 gezahlt. Und das schon bei 66% Bus-Anteil.
Es gibt Alternativen zu einer Ausdünnung des bereits schon sehr lückenhaften Bahn- und Busnetzes in Mülheim. Stirbt der öffentliche Verkehr in Mülheim, wird die Stadt nicht lebenswerter. Wenn Fahrgäste, wie TramVia, eigene Vorschläge zur Problemlösung machen, ist das ein wichtiges und ernstzunehmendes Zeichen. Warum werden die Vorschläge nicht ernst genommen? Wer mit dem Hinweis auf die hohen Kosten weitere Verschlechterungen im öffentlichen Verkehr begründet, verkennt die Abwärtsspirale, die er dadurch in Gang setzt.
Deshalb ist wichtig, wenn sich Mülheimer Bürger mit Kritik wehren und Gegenvorschläge zur angeblich alternativlosen Stilllegung machen. Geld für den Erhalt und die Sanierung des Bahn- und Straßenbahnnetzes ist genug da. Nur nicht an der richtigen Stelle.
„Die Attraktivität unserer Städte als Orte des Wohnen, des Arbeitens und der Freizeit ist eng mit einem differenzierten, angebotsorientierten und bedarfsgerecht ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verbunden. Dies ist zugleich ein wichtiger Beitrag für mehr Umweltschutz und die Luftqualität in den Städten. Davon werden alle Menschen in Nordrhein-Westfalen profitieren.“ (Antrag der CDU und FDP im Landtag NRW, Drucksache 17/5069). An diesen Worten müssen sich Landes- und Kommunalpolitiker messen lassen.
Wo der Bus erst einmal gestrichen ist und keine Straßenbahn mehr fährt, wird so schnell kein Ersatz kommen. Das Nachsehen haben alle: Fahrgäste, das Personal, die Verwaltung, Besucher, die Wirtschaft.
Deshalb ist die Landes- und Kommunalpolitik aufgefordert, Mülheim wieder auf die Beine zu helfen. Durch eine umfassende und schnelle Entschuldung und die richtigen Weichenstellungen in der Verkehrspolitik. Nicht gegen, sondern mit dem Fahrgästen und dem Personal! Der Deutsche Bahnkunden-Verband sieht in den Bürgervorschlägen eine gute Diskussionsgrundlage, damit „Optimierung“ mehr bedeutet als nur eine alternativlose Abschaffung.

Pressemitteilung zur morgigen Demonstration für den Erhalt des ÖPNV in Mülheim/Ruhr des Deutschen Bahnkunden-Verbandes