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Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Zentauri

Datum: 11.06.19 12:01

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:Zitat:
Ja, es ist eine große Gruppe. Aber es sind keine guten Zahler. Andere Kundengruppen zahlen mehr und bekommen keine eigene Verbindung.
Das magst du sehen. Effektiv sind Studenten bei Verkehrsverbünden sehr beliebt:

1. Die Uni bezahlt immer - und zwar im Voraus!
Das tun alle anderen Abobesitzer, JobTicket-Nutzer und Schüler auch. Nicht für ein halbes Jahr, sondern immer nur für einen Monat, aber eben im Voraus.

Black Eyed schrieb:
2. Gegenüber normalen Auszubildendentarifen - an denen sich die Semestertickets kalkulatorisch anlehnen - besteht durch das Solidarprinzip eine einfachere Möglichkeit einen attraktiven Preis zu bilden.
Auszubildende zahlen deutlich mehr als etwa 20 EUR im Monat - und haben einen deutlich eingeschränkten Gültigkeitsbereich. Für das Stadtgebiet Köln kostet ein Aboticket für Auszubildende rund 60,70 EUR. Selbst Bundesfreiwilligenleisten müssen diese 60,70 EUR zahlen.

Black Eyed schrieb:
3. Studenten fahren nicht nur in der Hauptverkehrszeit und in den Hauptlastrichtungen, sondern auch am Tagesrand
Das betrifft andere Arbeitnehmer aber auch: Krankhausmitarbeiter, Polizisten, Rettungsdienst etc. Und die zahlen auch noch alle mehr Geld für die teilweise deutlich schlechtere Anbindung.

Black Eyed schrieb:
4. Die Uni übernimmt den Vertrieb, damit entfallen deutliche Kosten für Personal, Versand und Kommunikation und nicht zuletzt: für Mahnwesen und Inkasso!
...
Das gleiche gilt für alle Arbeitgeber, die das Jobticket anbieten. Auch hier läuft die Kommunikation nicht über den Verkehrsbetrieb.


Black Eyed schrieb:
Zudem vergisst du hier einen eklatanten Punkt: Andere Kundengruppen fahren nicht so berechenbar (Wohnort/WG, Zeitlagen) gleichartig zur einem Punkt (Unistandorte), sondern räumlich und zeitlich gestreut von den Wohnorten zu den Arbeitsplätzen.
Das Argument gilt doch auch für alle großen Arbeitgeber!?

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 11.06.19 21:19

Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
1. Die Uni bezahlt immer - und zwar im Voraus!
Das tun alle anderen Abobesitzer, JobTicket-Nutzer und Schüler auch. Nicht für ein halbes Jahr, sondern immer nur für einen Monat, aber eben im Voraus.
Stimmt nicht ganz:
- JobTicket-Nutzer (nein, aber richtig: der Arbeitgeber) -> insofern teilweise ja
- Schüler (nein, da zahlen es die Eltern), aber: Schüler, die über den Schulwegkostenträger Fahrkarten bekommen. Die betrifft aber nur die Schüler, die a) die Mindestdistanz überschreiten und b) nicht in die Oberstufe, Berufsschule, Hochschule oder sonstige vergleichbare Schule gehen. Diese Schüler sind primär im ländlichen Raum zu finden, wo die Schulwege weiter sind. Und auch hier gibt es verschiedene Bezahlfomren, monatliche Raten, Einmalzahlung, exakte Rechnungen usw. -> insofern nur in begrenztem Ausmaß relevant
- Autobesitzer: NEIN. Zum Autobesitz muss man keine Jahreskarte des VRS besitzen....

Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
2. Gegenüber normalen Auszubildendentarifen - an denen sich die Semestertickets kalkulatorisch anlehnen - besteht durch das Solidarprinzip eine einfachere Möglichkeit einen attraktiven Preis zu bilden.
Auszubildende zahlen deutlich mehr als etwa 20 EUR im Monat - und haben einen deutlich eingeschränkten Gültigkeitsbereich. Für das Stadtgebiet Köln kostet ein Aboticket für Auszubildende rund 60,70 EUR. Selbst Bundesfreiwilligenleisten müssen diese 60,70 EUR zahlen.
Du hast es nicht verstanden!

Es geht nicht um den Auszubildenden, sondern um DIE Studentenschaft. Ausnahmsweise passt hier der Artikel als Gesamtgruppenbeschreibung sehr gut. Denn unter Studenten sind jene, die teilweise Rad fahren, die laufen, die Autofahren ebenso vorhanden, wie jene die kurze, mittlere oder lange Strecken fahren.

Das nennt sich eben Solidarprinzip: Alle müssen zahlen, egal ob sie fahren oder nicht. Der Nicht- oder Seltenfahrer subventioniert dabei den Viel- bzw. Langstreckenfahrer.

Als Beispiel: Hätten wir eine Gruppe von 5 Studenten, wovon die ÖV-Fahrkartenkosten eigentlich betragen würden 0 € (da Autofahrer), 0 € (da Radfahrer), 25 € (da Radfahrer, der im Winter Stadtverkehr fährt), 50 € (da Student, der in der Stadt kurze Strecken fährt) und 100 € (da Student täglich lange pendelt) - so gäbe das im Schnitt 175 € Fahrgeldeinnahmen. Diese teilen sich aber über all 5 Studenten auf: 35 € pro Student.

Student 1 und 2 müssen also 35 € zahlen, obwohl sie keine Leistung in Anspruch nehmen, Student 3 zahlt 10 € mehr, Student 4 zahlt 25 € weniger und Student 5 zahlt 65 € weniger.

Insofern basiert es nur auf dem Auszubildendentarif, hat aber sowas enthalten, wie Modal Split, reale Fahrkosten, Transportkosten (gebündelt ist besser als flächig, v.a. auf dem Land, dazu die Frage ob dadurch auch Schwachlasten wirtschaftlicher werden), Entfall Vertriebs-/Mahnkosten und Inkassokosten., usw.


Die meisten JobTickets sind ähnlich kalkuliert!

Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
3. Studenten fahren nicht nur in der Hauptverkehrszeit und in den Hauptlastrichtungen, sondern auch am Tagesrand
Das betrifft andere Arbeitnehmer aber auch: Krankhausmitarbeiter, Polizisten, Rettungsdienst etc. Und die zahlen auch noch alle mehr Geld für die teilweise deutlich schlechtere Anbindung.
Dafür gibt es:
a) JobTickets
b) 9-Uhr-Tickets
c) Sozialpassfahrkarten für ALG II-Bezieher usw.

Im Übrigen sind unter Polizisten und Krankenhausmitarbeitern durchaus auch Gutverdiener, bspw. Chefärzte...


Zentauri schrieb:Black Eyed schrieb:
Black Eyed schrieb:Zitat:
Zudem vergisst du hier einen eklatanten Punkt: Andere Kundengruppen fahren nicht so berechenbar (Wohnort/WG, Zeitlagen) gleichartig zur einem Punkt (Unistandorte), sondern räumlich und zeitlich gestreut von den Wohnorten zu den Arbeitsplätzen.
Das Argument gilt doch auch für alle großen Arbeitgeber!?
Ja und die haben meist JobTicket-Verträge mit guten Konditionen... warum wohl!?

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Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Zentauri

Datum: 12.06.19 00:12

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
1. Die Uni bezahlt immer - und zwar im Voraus!
Das tun alle anderen Abobesitzer, JobTicket-Nutzer und Schüler auch. Nicht für ein halbes Jahr, sondern immer nur für einen Monat, aber eben im Voraus.
Stimmt nicht ganz:
- JobTicket-Nutzer (nein, aber richtig: der Arbeitgeber) -> insofern teilweise ja
Das ist nun Erbsenzählerei. Ob nun der Nutzer oder ein anderer Kostenträger im Voraus zahlt. Fakt ist: Das Verkehrsunternehmen bekommt das Geld im Voraus.

Black Eyed schrieb:
- Schüler (nein, da zahlen es die Eltern), aber: Schüler, die über den Schulwegkostenträger Fahrkarten bekommen. Die betrifft aber nur die Schüler, die a) die Mindestdistanz überschreiten und b) nicht in die Oberstufe, Berufsschule, Hochschule oder sonstige vergleichbare Schule gehen. Diese Schüler sind primär im ländlichen Raum zu finden, wo die Schulwege weiter sind. Und auch hier gibt es verschiedene Bezahlfomren, monatliche Raten, Einmalzahlung, exakte Rechnungen usw. -> insofern nur in begrenztem Ausmaß relevant
Auch hier Erbsenzählerei: Ob nun die Schüler zahlen oder deren Eltern oder die Kommune zahlt, spielt für das Unternehmen keine Rolle. Das Geld kommt im Voraus für den ganzen Monat.

Black Eyed schrieb:
- Autobesitzer: NEIN. Zum Autobesitz muss man keine Jahreskarte des VRS besitzen....
Von Autobesitzern hat keiner etwas gesagt. Ich sprach von Abobesitzern wie z. B. Senioren, Auszubildende oder reguläre Abotarife.

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
2. Gegenüber normalen Auszubildendentarifen - an denen sich die Semestertickets kalkulatorisch anlehnen - besteht durch das Solidarprinzip eine einfachere Möglichkeit einen attraktiven Preis zu bilden.
Auszubildende zahlen deutlich mehr als etwa 20 EUR im Monat - und haben einen deutlich eingeschränkten Gültigkeitsbereich. Für das Stadtgebiet Köln kostet ein Aboticket für Auszubildende rund 60,70 EUR. Selbst Bundesfreiwilligenleisten müssen diese 60,70 EUR zahlen.
Du hast es nicht verstanden!

Es geht nicht um den Auszubildenden, sondern um DIE Studentenschaft. Ausnahmsweise passt hier der Artikel als Gesamtgruppenbeschreibung sehr gut. Denn unter Studenten sind jene, die teilweise Rad fahren, die laufen, die Autofahren ebenso vorhanden, wie jene die kurze, mittlere oder lange Strecken fahren.

Das nennt sich eben Solidarprinzip: Alle müssen zahlen, egal ob sie fahren oder nicht. Der Nicht- oder Seltenfahrer subventioniert dabei den Viel- bzw. Langstreckenfahrer.
Selbst diejenigen Studenten, die sonst vielleicht mit dem Rad oder Auto fahren oder sonstwie zur Uni kommen, sollen hin und wieder einmal das Ticket nutzen. Einfach weil es da ist und schon bezahlt. Ich glaube, dass die Anzahl derjenigen Studenten, die das Ticket gar nicht nutzen, verschwindend gering ist. Gibt es dazu offizielle Zahlen?




Black Eyed schrieb:
Die meisten JobTickets sind ähnlich kalkuliert!

Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
3. Studenten fahren nicht nur in der Hauptverkehrszeit und in den Hauptlastrichtungen, sondern auch am Tagesrand
Das betrifft andere Arbeitnehmer aber auch: Krankhausmitarbeiter, Polizisten, Rettungsdienst etc. Und die zahlen auch noch alle mehr Geld für die teilweise deutlich schlechtere Anbindung.
Dafür gibt es:
a) JobTickets
b) 9-Uhr-Tickets
c) Sozialpassfahrkarten für ALG II-Bezieher usw.

Im Übrigen sind unter Polizisten und Krankenhausmitarbeitern durchaus auch Gutverdiener, bspw. Chefärzte...
Was hat das Einkommen jetzt mit dem Leistungspreis zu tun? Ich wüsste nicht, dass der Unternehmensberater mehr zahlen muss als der Paketzusteller. Zudem verdienen Polizisten und Krankenschwestern so wenig gar nicht. Daher finde ich diese beiden Berufsgruppen auch nicht als gutes Beispiel für Geringverdiener.

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
Zudem vergisst du hier einen eklatanten Punkt: Andere Kundengruppen fahren nicht so berechenbar (Wohnort/WG, Zeitlagen) gleichartig zur einem Punkt (Unistandorte), sondern räumlich und zeitlich gestreut von den Wohnorten zu den Arbeitsplätzen.
Das Argument gilt doch auch für alle großen Arbeitgeber!?
Ja und die haben meist JobTicket-Verträge mit guten Konditionen... warum wohl!?
Wo fangen für Dich gute Konditionen an? Polizisten in Köln müssen für das Jobticket 54 EUR zahlen, Krankenhausmitarbeiter der städtischen Kliniken liegen etwas drüber. Weit weg von den 20 EUR für Studenten. Könnte natürlich daran liegen, dass nur relativ wenig Mitarbeiter wirklich ein Jobticket haben und daher der Gesamtpreis, der für alle zu zahlen ist, nur auch wenige umgelegt werden muss. Das kann ich leider nicht beurteilen.

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 12.06.19 00:53

Zentauri schrieb:
Zitat:
Das ist nun Erbsenzählerei. Ob nun der Nutzer oder ein anderer Kostenträger im Voraus zahlt. Fakt ist: Das Verkehrsunternehmen bekommt das Geld im Voraus.
Nein. Das ist erheblich.
Ein Abonnement eines Einmalzahlers kann immer leicht zum Mahnfall werden. Ein Arbeitgeber ist dagegen eine gute Bank. Dessen Zahlungsausfall ist extrem selten.
Umgekehrt bin ich schockiert, wie viele Mahnfälle in einer üblichen Stadt vorkommen... das ist extrem viel Arbeit und geht durchaus ins Geld.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Auch hier Erbsenzählerei: Ob nun die Schüler zahlen oder deren Eltern oder die Kommune zahlt, spielt für das Unternehmen keine Rolle. Das Geld kommt im Voraus für den ganzen Monat.
Auch hier: Es ist keine Erbsenzählerrei, es ist ein erheblicher Unterschied!

Mal beispielhaft: Der Schulwegkostenträger schickt eine Datei mit mehreren hundert Datensätzen (für jeden Schüler einen). Dies wird dann ins Vertriebssystem eingelesen und gedruckt oder sonstwie beschrieben (elektrisch bspw.).
Bei einem Schüler muss jeder Datensatz einzeln in eine Datenbank eingeklimpert werden. Das kostet also pro Datensatz locker eine Minute und länger. Dagegen ist ein Datenimport fast ohne irgendwelche Arbeit machbar.

Dann kommen die Informationen dazu, wie bspw. Datenänderungen erfolgen, welche Informationen postalisch versendet werden müssen usw.
Die Zahlungen müssen organisiert werden usw.

Das ist beim Schulträger viel einfacher organisiert. Zahlt der mal nicht, so "rufe ich einfach den Kreis an und bekomme am nächsten Tag die Überweisung der Rechnung - vollständig" (so eine Vertrieblerin)...

Es gibt eben qualitative Unterschiede zwischen Großkunden und Einzelkunden, der zeigt sich dann aber auch in der Preiskalkulation. Wo man weniger Aufwand pro Bestellung hat, kann man auch etwas mehr Rabatt gewähren.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
- Autobesitzer: NEIN. Zum Autobesitz muss man keine Jahreskarte des VRS besitzen....
Von Autobesitzern hat keiner etwas gesagt. Ich sprach von Abobesitzern wie z. B. Senioren, Auszubildende oder reguläre Abotarife.
Ok, du meintest Abobesitzer, da habe ich mich verlesen - das tut mir leid. Dennoch sind das qualitativ erhebliche Unterschiede. Es wäre schön, wenn solche Themen wie Mahnwesen und Inkassofällen nicht nötig wären. Die Praxis zeigt leider etwas gänzlich anderes

Nur ein Abobesitzer ist vertrieblich leider etwas ganz anderes als ein Großkunde. Das will ich dir gerade aus der Praxis heraus beibringen....
Ein Abonnementkunde (Einzelkunde) kann eben durchaus zum Zahlungsausfall und somit zum Mahnfall werden und erzeugt damit viel mehr Aufwand. Pro Kunde muss mindestens eine (jährliche) Benachrichtung über die folgenden SEPA-Lastschriftverfahren erfolgen. Beim Großkunden erfolgt aber schnell eine Rechnung auf Zehntausend (und mehr) Einzelabonnements... Bei Studenten kann man sich ja mal die Anzahl der Studenten einer Universität oder Hochschule anschauen, das ist ein guter Richtwert. Und dann weiß man, welche Ersparnis man übertragen auf die einzelnen Fahrkarten erzeugen kann.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Selbst diejenigen Studenten, die sonst vielleicht mit dem Rad oder Auto fahren oder sonstwie zur Uni kommen, sollen hin und wieder einmal das Ticket nutzen. Einfach weil es da ist und schon bezahlt. Ich glaube, dass die Anzahl derjenigen Studenten, die das Ticket gar nicht nutzen, verschwindend gering ist. Gibt es dazu offizielle Zahlen?
Ja durchaus. Dennoch fahren sie so selten Bahn&Bus, dass dies in der Kalkulation berücksichtigt ist. Glaub mir mal, Semesterticket- und JobvTicketpreiskalkulationen sind schon sehr allumfassend geplant.


Zentauri schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
Die meisten JobTickets sind ähnlich kalkuliert!

Zentauri schrieb:
Zitat:
Das betrifft andere Arbeitnehmer aber auch: Krankhausmitarbeiter, Polizisten, Rettungsdienst etc. Und die zahlen auch noch alle mehr Geld für die teilweise deutlich schlechtere Anbindung.
Dafür gibt es:
a) JobTickets
b) 9-Uhr-Tickets
c) Sozialpassfahrkarten für ALG II-Bezieher usw.

Im Übrigen sind unter Polizisten und Krankenhausmitarbeitern durchaus auch Gutverdiener, bspw. Chefärzte...
Was hat das Einkommen jetzt mit dem Leistungspreis zu tun? Ich wüsste nicht, dass der Unternehmensberater mehr zahlen muss als der Paketzusteller. Zudem verdienen Polizisten und Krankenschwestern so wenig gar nicht. Daher finde ich diese beiden Berufsgruppen auch nicht als gutes Beispiel für Geringverdiener.
Warum verweist du dann, dass sie alle mehr Geld für schlechtere Anbindungen ausgeben. Beim Ausbildungstarif spielt es eine Rolle, dass es hier nicht um einen Vollverdiener geht, sondern um Schüler, Studenten und Auszubildende. Diese haben vorrangig den "Beruf" des Lernens. Etwaige Jobs haben entsprechend nur die Qualität eines Ferien- oder Gelegenheitjob oder eben eine Ausbildungsjobs. Dass sie somit nicht in der Lage sind, den Regelpreis selbst zu finanzieren ist eine gesamtgesellschaftlich anerkannte Tatsache, dementsprechend gibt es hierfür ja Fördermittel und entsprechend sozialverträglich niedrigere Preise. ÖV ist eben auch eine Daseinsvorsorgemaßnahme.
Zudem ist dort - auch aus den finanziellen Gründen heraus - der Autobesitz geringer bis hinunter zu 0 (bei Minderjährigen ohne Führerschein). Da gibt es in der Schulgesetzgebung auch interessante Paragraphen zur Schülerbeförderung. Somit haben Schulen daher ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen, was sich in dem Angebot widerspiegelt.


Eine Gegenfrage: Gönnst du Schülern und Studenten kein gutes ÖPNV-Angebot?
Du weißt hoffentlich schon, dass Bildung der wesentliche Rohstoff Deutschlands ist und dass man ÖV-affine Gewohnheiten schafft, wenn man entsprechend Schüler und Studenten direkt ans ÖV-Nutzen gewöhnt.


Zentauri schrieb:
Black Eyed schrieb:Zitat:
Ja und die haben meist JobTicket-Verträge mit guten Konditionen... warum wohl!?
Wo fangen für Dich gute Konditionen an? Polizisten in Köln müssen für das Jobticket 54 EUR zahlen, Krankenhausmitarbeiter der städtischen Kliniken liegen etwas drüber. Weit weg von den 20 EUR für Studenten. Könnte natürlich daran liegen, dass nur relativ wenig Mitarbeiter wirklich ein Jobticket haben und daher der Gesamtpreis, der für alle zu zahlen ist, nur auch wenige umgelegt werden muss. Das kann ich leider nicht beurteilen.
Genau das kenne ich so.

1. Wenn alle Mitarbeiter ein JobTicket annehmen, auch wenn sie es nicht brauchen, sinkt der Gesamtpreis für die Mitarbeiter.
Ich kenne hier die Kalkulation, dass der JobTicket-Vertrag mit dem Arbeitgeber einen Preis pro Mitarbeiter kennt. Die Anzahl muss der Arbeitgeber dann melden - unabhängig von der Anzahl der ausgegebenen JobTickets!
Und klar wird der Modal Split und die Kostenstruktur von Zeit zu Zeit erneut ermittelt und der Preis angepasst. Dennoch lässt sich mal ganz pauschal durchspielen, was passiert wenn der Anteil an Mitarbeitern mit Tickets steigt oder sinkt... der Arbeitgeber aber dennoch denselben Preis zahlt.

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Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Zentauri

Datum: 12.06.19 13:46

Bevor wir uns hier weiter im Kreis drehen: Mahnwesen und Inkasso war erst Dein vierter Punkt, auf den ich dementsprechend eingegangen bin. Vorkasse war der erste Punkt und der gilt für fast alle Nutzergruppen.

Jeder mag seine Rabatte bekommen, Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber, Senioren etc. Man muss nur aufpassen, dass die Schere nicht irgendwann zu weit auseinanderklafft.

Warum JobTicket-Nutzer soviel mehr zahlen sollen als Studenten und das bei teilweise deutlich schlechterer Anbindung, erklärst Du jedenfalls nicht. Und warum Studenten Anspruch auf eine umsteigefreie Verbindung zum Deutzer Bahnhof haben auch nicht. Ich bleibe dabei, dass es sinnvoller wäre, die Linie 9 im 5-Minutentakt Richtung Braunsfeld fahren zu lassen und die Linie 7 im 5-Minutentakt zur Universität und jeden zweiten Zug dann weiter nach Sülz fahren zu lassen. Dabei sollten die Linien 1 und 9 getrennt von der Linie 7 geführt werden, um eine ausreichende Kapazität der Infrastruktur zu haben und Störungen nicht zwischen den Linien 1/9 und 7 zu übertragen.

Den Studenten sollte dafür am Bahnhof Süd ein vollwertiger S-Bahnhaltepunkt eingerichtet werden. Dann dürfte für alle was dabei sein.

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 12.06.19 21:14

Zentauri schrieb:
Zitat:
Bevor wir uns hier weiter im Kreis drehen: Mahnwesen und Inkasso war erst Dein vierter Punkt, auf den ich dementsprechend eingegangen bin. Vorkasse war der erste Punkt und der gilt für fast alle Nutzergruppen.
Ja. Aber auch die Vorkasse, wie du sie nennst - ich sage eher Zahlung zum/im ersten Vertragsmonat - kann ausfallen. 1x Zahler unterscheiden sich darin nicht von 12x Zahlern.
Sicher sind hier nur Barzahler, die auch "bar" bezahlen und nicht per Kreditkarte oder ähnliches und organisierte Großabnehmer, wie eben Arbeitgeber, Universitäten und Schulämter.
Also hierin kein Unterschied zwischen jobTicket und gesetzlich auszugebenden Schülerfahrkarten (der Schülerbeförderung) und natürlich Semestertickets.


Zentauri schrieb:
Zitat:
Jeder mag seine Rabatte bekommen, Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber, Senioren etc. Man muss nur aufpassen, dass die Schere nicht irgendwann zu weit auseinanderklafft.
Magst du so sehen. Es gibt aber qualitative Unterschiede zwischen den Gruppen:

- Schüler/Studenten -> gesellschaftlich und damit auch juristisch mit Ausgleichszahlungen verankert. Ziel ist eben, dass sich Bildung lohnt und dass man Familien nicht noch mehr belastet. Hinzu kommt, dass die Schüler U18 nicht selbständig Autofahren können. Und dass die Menge an Studenten eben mit den entsprechenden Takten der Vorlesungszeiten erhebliche Verkehrsbelastungen - auch im Ruhenden Verkehr - erzeugen würden.

- Senioren sehe ich durchaus kritisch, auch wenn ich weiß, dass Rente/Pensionen niedriger sind. Hier ist aber ein anderes gesellschaftliches Ziel zu verstehen: Senioren aus dem Auto herauszubekommen. Zudem fahren Senioren meist zu anderen Zeiten als Berufspendler. Soweit ich es gehört habe, war somit eine günstigere Kalkulation sehr wohl sinnig, zumal die Fahrkarte - dank Altersüberprüfung - nicht übertragbar ist. Der Quersuubventionsbetrag (von anderen Zeitkarten) war demnach marginal.

-Sozialpass-Inhaber: Ja hier gibt es teilweise gewaltige Subventionen, da Hartz IV nur einen geringen Anteil für Verkehrskosten vorsieht, deren Höhe selbst mit den Subventionen meist überschritten wird. Die Subvention kommt aber glücklicherweise eben nicht aus dem Verkehrstopf sondern aus dem Sozialhaushalt.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Warum JobTicket-Nutzer soviel mehr zahlen sollen als Studenten und das bei teilweise deutlich schlechterer Anbindung, erklärst Du jedenfalls nicht.
Habe ich!
1. Arbeitnehmer haben i.d.R. ein geregeltes Einkommen, das deutlich höher liegt, als die Aushilfsjobs, die studentische Kräfte neben dem Studium (als Hauptarbeit) nebenher erledigen müssen, um sich ein Leben in der Großstadt überhaupt leisten zu können.
2. Der Parkdruck einer Universität ist extrem hoch auf kleinem Raum.
3. Die Verkehrsmenge kommt in kurzen Zeiträume (vor Vorlesungsbeginn hin bzw. nach Vorlesungsende weg), ist somit durch ein Massenverkehrsmittel recht gut abwickelbar. Arbeitnehmer fahren in sehr breiten Zeitkorridoren.
4. Gesellschaftspolitische Förderung der Schulausbildung. Dabei kommen teilweise auch ganz andere Kalkulationen heraus, wenn man überlegt dass einige Studenten in der vorlesungsfreien Zeit bei der Familie sind und damit keinerlei Sonderleistungen benötigen.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Und warum Studenten Anspruch auf eine umsteigefreie Verbindung zum Deutzer Bahnhof haben auch nicht.
Das kann ich als Nicht-Kölner nicht. müssen Kölner machen, die u.a. die Verkehrsströme der Studenten und die Netzverbindungen, die Standorte der Universitäten und Wohnheime viel besser kennen.
Daher gehe ich auch nicht weiter auf deine Vorschläge ein. Das können im Übrigen Kölner Studenten viel besser berurteilen als ich.

Ich frage mich dennoch immer noch, wieso du so einen Groll gegen Studenten hier pflegst, der durch deine Formulierungen herauskommt.

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Rainald Grebe - Sachsen

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Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Gauron

Datum: 12.06.19 22:52

Jedes mal, wenn ich um die mittagszeit "aus versehen" nach Kalk fahre, habe ich absolutes Unverständnis gegenüber der Politik. Autoverkehr reduzieren, Öpnv attraktiver machen bla bla... Dabei wird dann aber fast nur über die entfernte Zukunft philosophiert, ohne wirklich was zu bewirken. Es ist aber nunal so, dass auch heute schon in der NVZ die Bahnen voll sind. Gegen 12-15 Uhr in der 1/9 rrh steht man meist so dicht gedrängt, dass man bspw an der TH wirklich nur beschwerlich mitkommt. Und das in beide Richtungen. Das ist einfach kein attraktiver Nahverkehr.
Dabei ist in dieser Zeit durchaus die Kapazität da öfter zu fahren.

Anderes Thema die kurze 9 in der HVZ, die einfach viel heiße Luft befördert, weil sie in Deutz endet und dort noch den Betrieb behindert. Wir reden hier von zu wenig Kapazität und jeden Tag fährt da eine Linie, verglichen mit dem Rest, leer durch die Gegend..

Anstatt man da mal kurzfristig ansätzt und Fahrzeuge/Personal/Abstellflächen nachsteuert, philosophiert man lieber über neuen Tunnel/oder doch kein Tunnel/längere Bahnen/doch nicht so lange Bahnen etc.

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 12.06.19 23:05

Gauron schrieb:
Jedes mal, wenn ich um die mittagszeit "aus versehen" nach Kalk fahre, habe ich absolutes Unverständnis gegenüber der Politik. Autoverkehr reduzieren, Öpnv attraktiver machen bla bla... Dabei wird dann aber fast nur über die entfernte Zukunft philosophiert, ohne wirklich was zu bewirken. Es ist aber nunal so, dass auch heute schon in der NVZ die Bahnen voll sind. Gegen 12-15 Uhr in der 1/9 rrh steht man meist so dicht gedrängt, dass man bspw an der TH wirklich nur beschwerlich mitkommt. Und das in beide Richtungen. Das ist einfach kein attraktiver Nahverkehr.
Dabei ist in dieser Zeit durchaus die Kapazität da öfter zu fahren.

Anderes Thema die kurze 9 in der HVZ, die einfach viel heiße Luft befördert, weil sie in Deutz endet und dort noch den Betrieb behindert. Wir reden hier von zu wenig Kapazität und jeden Tag fährt da eine Linie, verglichen mit dem Rest, leer durch die Gegend..

Anstatt man da mal kurzfristig ansätzt und Fahrzeuge/Personal/Abstellflächen nachsteuert, philosophiert man lieber über neuen Tunnel/oder doch kein Tunnel/längere Bahnen/doch nicht so lange Bahnen etc.
100% Zustimmung in allen Punkten.
Die 1 und 9 sind in Kalk übrigens auch abends und am Wochenende so voll, dass es ab Höhenberg/Vingst nur noch Stehplätze gibt.
Meinst Du, die KVB käme auf die Idee da abends oder sonntags 'ne zusätzliche Bahn hin zu schicken.
Die samstäglichen Verstärker fahren auch mal ein paar monate nicht.

Besonders nervig samstags/sonntags wenn der FC spielt. Dann kommt man schon ab Höhenberg nicht mehr rein und das 2 stunden lang. Wenn die Bahnen dann die Leute am Bahnsteig stehen lassen und in Deutz 'ne KVB-Info-Person da ist, dann kommt auf die Frage "Warum setzen Sie nicht mehr Bahnen ein?" auch noch die pampig-dumme Antwort "Das tun wir ja ab Neumarkt".
- Joh, ab Neumarkt. Und wie kommen die Leute zum Neumarkt?
Rischtisch, mit den überfüllten Bahnen, oder mit dem Auto. Aber nu ja nicht mehr Bahnen fahren lassen, dann wenn es einfach geht...

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Zentauri

Datum: 12.06.19 23:55

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Jeder mag seine Rabatte bekommen, Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber, Senioren etc. Man muss nur aufpassen, dass die Schere nicht irgendwann zu weit auseinanderklafft.
Magst du so sehen. Es gibt aber qualitative Unterschiede zwischen den Gruppen:

- Schüler/Studenten -> gesellschaftlich und damit auch juristisch mit Ausgleichszahlungen verankert. Ziel ist eben, dass sich Bildung lohnt und dass man Familien nicht noch mehr belastet. Hinzu kommt, dass die Schüler U18 nicht selbständig Autofahren können. Und dass die Menge an Studenten eben mit den entsprechenden Takten der Vorlesungszeiten erhebliche Verkehrsbelastungen - auch im Ruhenden Verkehr - erzeugen würden.
Es besteht aber das Risiko, dass potentielle JobTicket-Kunden aus Kostengründen mit Semestertickets fahren - einfach weil es deutlich billiger ist. Dass es das gibt und auch gemacht wirde, war ja vor einigen Wochen mal Thema in der lokalen Presse.


Black Eyed schrieb:
- Senioren sehe ich durchaus kritisch, auch wenn ich weiß, dass Rente/Pensionen niedriger sind. Hier ist aber ein anderes gesellschaftliches Ziel zu verstehen: Senioren aus dem Auto herauszubekommen. Zudem fahren Senioren meist zu anderen Zeiten als Berufspendler. Soweit ich es gehört habe, war somit eine günstigere Kalkulation sehr wohl sinnig, zumal die Fahrkarte - dank Altersüberprüfung - nicht übertragbar ist. Der Quersuubventionsbetrag (von anderen Zeitkarten) war demnach marginal.

-Sozialpass-Inhaber: Ja hier gibt es teilweise gewaltige Subventionen, da Hartz IV nur einen geringen Anteil für Verkehrskosten vorsieht, deren Höhe selbst mit den Subventionen meist überschritten wird. Die Subvention kommt aber glücklicherweise eben nicht aus dem Verkehrstopf sondern aus dem Sozialhaushalt.
Auch das sehe ich kritisch. Wenn ALG II Beziehern immer mehr Vergünstigungen eingeräumt werden, besteht die Gefahr, dass Menschen nicht arbeiten, einfach weil sie mit Arbeit nicht mehr mehr Geld haben als mit. Ich kenne da Fälle, so die Bezieher sagen, dass sie aus diesem Grund nur ein paar Stunden im Monat arbeiten und so wenig Geld verdienen, dass es auf die Bezüge nicht angerechnet wird. Gingen sie regulär arbeiten, müssten sie für die ganze Familie aufkommen, die Miete selber zahlen, es fallen etliche Vergünstigungen weg. Sie hätten netto kaum mehr Geld zur Verfügung.


Black Eyed schrieb:
Zitat:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Warum JobTicket-Nutzer soviel mehr zahlen sollen als Studenten und das bei teilweise deutlich schlechterer Anbindung, erklärst Du jedenfalls nicht.
Habe ich!
1. Arbeitnehmer haben i.d.R. ein geregeltes Einkommen, das deutlich höher liegt, als die Aushilfsjobs, die studentische Kräfte neben dem Studium (als Hauptarbeit) nebenher erledigen müssen, um sich ein Leben in der Großstadt überhaupt leisten zu können.
Anders wird ein Schuh draus. Akademiker und Menschen mit Abitur schreiben sich trotz Vollzeitjob in der Uni ein und erhalten ein kostengünstiges Semesterticket. Menschen ohne allgemeine Hochschulreife mit einem Job im Niedriglohnsektor zahlen mehr als dreimal so hohe Gebühren für die Nutzung des ÖPNV. Auch nicht richtig gerecht.

Black Eyed schrieb:
Ich frage mich dennoch immer noch, wieso du so einen Groll gegen Studenten hier pflegst, der durch deine Formulierungen herauskommt.
Ich hage keinen Groll gegen Studenten. Aber ich teile nicht die Meinung, dass die Linie 9 unbedingt von Königsforst nach Sülz fahren muss. Ich halte Königsfort - Braunsfeld (und ggf. weiter nach Frechen) für betrieblich sinnvoller. Dann kann man auf das Ein- und Ausfädeln in Deutz und am Neumarkt mittelfristig verzichten. Es müssten nur zwei weitere Gleise her - wie auch immer man das lösen möchte.

Eine Entflechtung der Linien halte ich für wichtiger als umsteigefreie Verbindung zwischen zwei beliebigen zufällig ausgesuchten Punkten.

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 13.06.19 00:09

Zentauri schrieb:
Zitat:
Es besteht aber das Risiko, dass potentielle JobTicket-Kunden aus Kostengründen mit Semestertickets fahren - einfach weil es deutlich billiger ist. Dass es das gibt und auch gemacht wirde, war ja vor einigen Wochen mal Thema in der lokalen Presse.
Ja, leider ist dem so. Missbrauch gibt es aber nicht nur hier. Wenn es striktere Konditionen für die Erfüllung eines Studiums gäbe (bspw. Nachweis von Ableistung/Teilnahme zumindest eines Seminars pro Semester oder Langzeitstudiengebühren), könnte dieser Missbrauch spürbar abnehmen.

Zentauri schrieb:
Zitat:
Auch das sehe ich kritisch. Wenn ALG II Beziehern immer mehr Vergünstigungen eingeräumt werden, besteht die Gefahr, dass Menschen nicht arbeiten, einfach weil sie mit Arbeit nicht mehr mehr Geld haben als mit. Ich kenne da Fälle, so die Bezieher sagen, dass sie aus diesem Grund nur ein paar Stunden im Monat arbeiten und so wenig Geld verdienen, dass es auf die Bezüge nicht angerechnet wird. Gingen sie regulär arbeiten, müssten sie für die ganze Familie aufkommen, die Miete selber zahlen, es fallen etliche Vergünstigungen weg. Sie hätten netto kaum mehr Geld zur Verfügung.
Das ist ein allgemeines Problem bei sehr niedriger Bezahlung. Aber hier muss ich eben klar sagen, dass die für ÖPNV zur Verfügung stehenden Mitteln meist dem ALG II-Bezieher nicht ausreicht, eine entsprechende subventionierte Fahrkarte damit überhaupt zu bezahlen. Ergo: der Satz für ÖPNV ist eigentlich nicht praxistauglich. Zudem: Sozialpass-Fahrkarten gibt es nicht in jeder Stadt/Region...
Subventionierte Produkte sind dabei natürlich personengebunden, teilweise auch weiter eingeschränkt gegenüber den regulären nicht-subventionierten Produkten.

Man muss sich aber auch nichts vormachen: Viele ALG II-Bezieher sind nicht nur arbeitslos sondern viel mehr arbeitsunfähig - bspw. aus gesundheitlichen Gründen. Das widerspricht auch etwas dem Gedanken, jene die für gleich niedrige Löhne (bspw. Aufstockern) einen zusätzlichen Anreiz zu geben. Aber dies ist auch eine höchst komplizierte Thematik.


Zentauri schrieb:
Zitat:
Ich hage keinen Groll gegen Studenten.
Es wirkte halt so, dass du den Studenten das Semesterticket nicht gönnst.

Zentauri schrieb:
Aber ich teile nicht die Meinung, dass die Linie 9 unbedingt von Königsforst nach Sülz fahren muss. Ich halte Königsfort - Braunsfeld (und ggf. weiter nach Frechen) für betrieblich sinnvoller. Dann kann man auf das Ein- und Ausfädeln in Deutz und am Neumarkt mittelfristig verzichten. Es müssten nur zwei weitere Gleise her - wie auch immer man das lösen möchte.

Eine Entflechtung der Linien halte ich für wichtiger als umsteigefreie Verbindung zwischen zwei beliebigen zufällig ausgesuchten Punkten.
Hier ist halt die Frage, wie sehr die betrieblichen Zwänge die verkehrlichen Ströme abdecken Das war ja so mein Gedanke - aber das kann und will ich eben nicht bewerten.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Zentauri

Datum: 13.06.19 00:34

Black Eyed schrieb:
Zentauri schrieb:
Zitat:
Es besteht aber das Risiko, dass potentielle JobTicket-Kunden aus Kostengründen mit Semestertickets fahren - einfach weil es deutlich billiger ist. Dass es das gibt und auch gemacht wirde, war ja vor einigen Wochen mal Thema in der lokalen Presse.
Ja, leider ist dem so. Missbrauch gibt es aber nicht nur hier. Wenn es striktere Konditionen für die Erfüllung eines Studiums gäbe (bspw. Nachweis von Ableistung/Teilnahme zumindest eines Seminars pro Semester oder Langzeitstudiengebühren), könnte dieser Missbrauch spürbar abnehmen.
Es ist kein Missbrauch, da dies nicht verboten ist. Es ist nicht der eigentliche Zweck des Tickets, aber es gibt kein Ausschlusskriterium.

Re: Linienkonzept Ost-West in Köln

geschrieben von: Linie21

Datum: 13.06.19 19:25

Kölnbahner schrieb:
Zitat:
Meinst Du, die KVB käme auf die Idee da abends oder sonntags 'ne zusätzliche Bahn hin zu schicken.
Auf die Idee sind die bestimmt schon gekommen, aber solange das nicht bezahlt wird, wird es halt auch nicht gemacht.

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