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Die CTS hat ihre Gesellschaftsform identitätswahrend gewandelt, damit gewisse Vorschriften nicht mehr greifen.

"Hauptzweck sei es, zukünftige Konzessionsverträge an die CTS ohne europaweite Ausschreibung als »In-House-Vergabe« unmittelbar abschließen zu können"

Würde ich selber dort arbeiten, fände ich das spontan vermutlich nicht schlecht. Es sei denn jemand weiß von Nachteilen für die Belegschaft zu berichten. Von den ÖPNV-Ausschreibungen in Deutschland war ich auch noch nie ein großer Fan.

[www.bo.de]


Ach so, Frage vergessen: Wäre das hier bei uns auf Stadt/Kreis/Landesebene auch so einfach möglich? Vorausgesetzt der lokalpolitische Wille wäre da?

Gruß, Olaf

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.05.19 17:13.
Alibizugpaar schrieb:
Ach so, Frage vergessen: Wäre das hier bei uns auf Stadt/Kreis/Landesebene auch so einfach möglich? Vorausgesetzt der lokalpolitische Wille wäre da?

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein und die AKN Eisenbahn haben das im Hamburger Bereich in Form von AG zu GmbH realisiert, dürfte sicher auch anderenorts passiert sein.

Gruß
Jan
Alibizugpaar schrieb:Zitat:
Ach so, Frage vergessen: Wäre das hier bei uns auf Stadt/Kreis/Landesebene auch so einfach möglich? Vorausgesetzt der lokalpolitische Wille wäre da?
Das ist in Deutschland nicht notwendig. In Frankreich sind die meisten Verkehrsunternehmen entweder lokale Ableger internationaler Verkehrskonzerne oder - wie bislang in Strasbourg* - Mischunternehmen, d.h. an ihnen sind sowohl die Städte, Agglomérations, Départements und Regionen als auch internationale Verkehrskonzerne beteiligt. In Strasbourg hat man nun die privaten Anteilseigner aus der CTS herausgedrängt. In Deutschland sind hingegen fast alle Verkehrsbetriebe vollständig in kommunaler Hand. Daher stellt sich hier die Strasbourger Problematik i.d.R. nicht. (Einen Vergleichsfall gibt es aber auch in Deutschland mit Görlitz.)

* Bislang war die Situation in Strasbourg die folgende: 76,5% der Unternehmensanteile der CTS gehörten der Stadt, der Agglomération und dem Département, weitere 5,8% gehörten dem städtischen Elektrizitätsunternehmen und einem staatlichen Finanzinstitut. Private (v.a. Veolia Transdev) hielten 14,7% der Unternehmensanteile.
Hallo,

Görlitz ist als Vergleich aus meiner Sicht nicht geeignet, da hier die Stadt eine neue Gesellschaft gegründet hat und die Konzession, Mitarbeiter + Fahrzeuge etc. an diese neue Firma übergegangen sind.

Die RVD passt aus meiner Sicht besser. Hier hat die OVPS die DB Anteile übernommen und im Nachgang die Kommunalen Anteile ebenfalls.
Wären auch "grenzüberschreitende" kommunale Beteiligungen (hier also der Stadt Kehl) denkbar?
Die Stadt Kehl ist von der Entwicklung der CTS jetzt ja immer mitbetroffen. Sollte sie dann nicht auch gleich mit am Tisch sitzen?
Marienfelde schrieb:
Wären auch "grenzüberschreitende" kommunale Beteiligungen (hier also der Stadt Kehl) denkbar?
Die Stadt Kehl ist von der Entwicklung der CTS jetzt ja immer mitbetroffen. Sollte sie dann nicht auch gleich mit am Tisch sitzen?
Konzessionsinhaber für den deutschen Streckenabschnitt der Tram ist m.W. die Stadt Kehl, oder genauer gesagt der städtische Eigenbetrieb Technische Dienste Kehl (TDK). Die CTS fährt als Subunternehmer. Insofern hat die Stadt Kehl als Auftraggeber schon einiges mitzureden.

Sie ist natürlich letztlich an die CTS als Auftragnehmer gebunden, da es ja wenig Sinn machen würde, den deutschen Streckenabschnitt von jemand anderem befahren zu lassen (und dafür auch erst einmal ein Betriebshof gebaut werden müsste).

Nach meinem Eindruck läuft der Betrieb aber recht zuverlässig und problemlos, mal von den üblichen Störungen durch Demonstrationen abgesehen, die es in Straßburg als Sitz des Europarats und des Europäischen Parlaments besonders oft gibt. Jedenfalls habe ich noch nicht gehört, dass die Stadt Kehl unzufrieden mit der Leistungserbringung durch die CTS wäre.

Zur Frage einer Beteiligung der Stadt Kehl an der CTS noch ein paar Gedanken aus der Praxis:

Hierfür wäre sicherlich ein enormer Papierkrieg erforderlich, einschließlich Klärung schwieriger internationaler Rechtsfragen und viel Arbeit für Übersetzer. Im Endeffekt hätte die Stadt Kehl dann vielleicht 5 % Anteil an der CTS, also letztlich trotzdem kaum etwas zu sagen.

Bei dem, was in den Gremien der CTS dann so besprochen wird, würde letztlich maximal 5 % Kehl betreffen. Kehl wird ja nur von einer CTS-Linie berührt, und die CTS betreibt neben dem Stadtverkehr in Straßburg auch noch Überlandlinien durch ihre Tochtergesellschaft CTBR (Compagnie des Transports du Bas-Rhin). Mitarbeiter der Stadt Kehl mit sehr guten Französisch-Kenntnissen oder einem Simultan-Übersetzer neben sich müssten hier also viel Zeit investieren, und das meiste würde Kehl gar nicht betreffen.

Zusammengefasst wäre also hoher Aufwand mit wenig Mehrwert zu befürchten. Ich denke, da wird man lieber bei der bisherigen Lösung bleiben.

Wobei die Stadt Kehl übrigens an der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Straßburg Habitation Moderne SAEML beteiligt ist. Unmöglich ist eine solche Beteilung also auch wieder nicht.

Vielleicht wäre eine CTS-Beteiligung für die Stadt Kehl noch etwas interessanter, wenn die CTS auch das Kehler Stadtbusnetz betreiben würde. Aktuell fährt hier aber die SWEG, und das ist wahrscheinlich auch die bessere Lösung. Auch für die CTS ist es ja mit zusätzlichem administrativem Aufwand verbunden, international tätig zu sein.

Gruß
X73900



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 20:38.
Die inhouse-Vergabe in großen Städten ist in .de die Regel, in .fr dagegen die Ausnahme. Nur RTM/Marseille war immer städtisch, die RATP ist staatlich.

Andre frz. Städte machen das oft so, dass die gesamte Hülle inkl. Corporate Identity und Fahrzeuge kommunal ist, die Betriebsdurchführung dagegen ausgeschrieben wird.
Hauptmann Mumm schrieb:Zitat:
Die inhouse-Vergabe in großen Städten ist in .de die Regel, in .fr dagegen die Ausnahme.
Eine Inhouse-Vergabe wäre in Frankreich ja auch fast immer mehr als fragwürdig, da dieses Verfahren doch wohl in erster Linie kommunale Betriebe schützen soll. Lokale Filialen internationaler Großkonzerne zu schützen, wäre m.A.n. schon eher pervers.

Hauptmann Mumm schrieb:
Zitat:
Nur RTM/Marseille war immer städtisch
Jein. Was die RTM betrifft, stimmt es. Aber der Betrieb der neuen Straßenbahn wurde ursprünglich an ein neues Konsortium aus RTM und einem privaten Partner übertragen. Der private Partner ist nur dann sehr schnell wieder ausgestiegen.

Hauptmann Mumm schrieb:
Zitat:
die RATP ist staatlich.
Wobei die RATP aber eben gerade kein "kleines" schützenswertes staatliches Unternehmen ist, sondern selbst ein Global Player ist, der im Ausland bei verschiedenen Straßenbahn- und U-Bahn-Netzen die Ausschreibung für die Betriebsdurchführung gewonnen hat.
Bernhard Martin schrieb:
Hauptmann Mumm schrieb:Zitat:
Die inhouse-Vergabe in großen Städten ist in .de die Regel, in .fr dagegen die Ausnahme.
Eine Inhouse-Vergabe wäre in Frankreich ja auch fast immer mehr als fragwürdig, da dieses Verfahren doch wohl in erster Linie kommunale Betriebe schützen soll. Lokale Filialen internationaler Großkonzerne zu schützen, wäre m.A.n. schon eher pervers.

Wäre als inhouse-Vergabe gar nicht möglich, da kein "inhouse".

Bernhard Martin schrieb:
Hauptmann Mumm schrieb:
Zitat:
die RATP ist staatlich.
Wobei die RATP aber eben gerade kein "kleines" schützenswertes staatliches Unternehmen ist, sondern selbst ein Global Player ist, der im Ausland bei verschiedenen Straßenbahn- und U-Bahn-Netzen die Ausschreibung für die Betriebsdurchführung gewonnen hat.

Hier wäre auch keine inhouse-Vergabe zulässig, denn ein Unternehmen, welches Verkehre per inhouse-Vergabe erhält, darf sich an Orten außerhalb seiner Eigentümer-Gebietskörperschaft nicht am Wettbewerb beteiligen. Bei der RATP auch noch zusätzlich, weil sie nicht der Gemeinde Paris gehört - wobei sich das sicher lösen ließe.

http://www.fahrzeuglisten.de/signlogo.php

Stuttgart 21 Schluss!
" Im Endeffekt hätte die Stadt Kehl dann vielleicht 5 % Anteil an der CTS, also letztlich trotzdem kaum etwas zu sagen."

Ich denke es ist klar, daß Kehl zu unwichtig ist. Die drei Stationen wäscht Strasbourg betriebsplanerisch nebenbei einfach mit ab. Das fällt überhaupt nicht ins Gewicht.

Gruß, Olaf

(,“)
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