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25 Jahre Karlsruher Modell - jetzt auf dem Rückschritt?

geschrieben von: PL

Datum: 05.03.19 17:52

Im Stadtverkehr 3 / 19 wird mal wieder über den "Prellbock" lamentiert, den Dieter Ludwig vor seine "Gelben Bähnchen" gesetzt bekommen hat.

Sieht man sich Karlsruhe m.E. genauer an, so erkennt man die Schiefe der Aussage. Das Netz 7b in Ba-Wü mit den Langläufern wurde aufgestellt, weil der Betrieb der Zweisystemer - wie der Autor richtig schreibt - auf längeren Strecken nichts bringt. Sie sind mittlerweile einfach zu teuer. Das große Netz war zwar den Freunden des Hauses als Fortschritt an sich verkauft worden, hatte doch - bei Licht betrachtet - vor allem den Zweck, auf wirtschaftlich akzeptable Stückzahlen für die Zweisystemer zu kommen.

Der eigentliche Erfolg des Dieter Ludwig liegt woanders: 41 Strecken und - verlängerungen in seinen ca. 41 Dienstjahren vom Schaffner über die Studentenzeit bis zum Unruhestand geschafft. Nachfragestarke Strecken nicht erst seit Mitbenutzung noch im PV befahrener Strecken geschaffen, sondern durch Neubau auf konsequenter Trassenfreihaltung unter Mitbenutzung alter Streckenstücke die bereits abgebaut aber nicht entwidmet waren (S2 Nord), noch vorhanden aber nicht mehr befahren waren (S1 Nord) und einer Bauherrenstärke die ihresgleichen suchte. Das schafft ein Dorfbürgermeister zwar immer mit Links, aber so eine typische Straßenbahnverwaltung? Da kann es noch das Zitat zu den Erfahrungen mit der S1 Nord geben: "Am Viermorgen habe ich den lebendigen Lärmschutzwall den Siedlern persönlich vertraglich zugesichert. Ich durfte zuvor jedes Schlafzimmer besichtigen." Planung macht man nicht am Grünen Tisch, sondern draußen im Garten und auf dem Dorffest.

Derzeit kämpfen die VBK / AVG auch nicht mit dem "bösen Land" oder der "bösen Bundesbahn", sondern haben den Kampf gegen "die Autolobby" also "den Einzelhandel" verloren. Die Kombilösung verlangt neue Fahrzeuge. Damit geht die Flotte aus 60 Hochflurigen GT6 und GT 8 von 1983 bis 1989 im bekannt guten badischen Erhaltungszustand auf den Schrott. Hätte man auch noch Schrottpreis dafür erhalten - 60 Wagen sind 1/3 der Gesamtflotte und damit sehr viel Geld.

Wir dürfen nicht außer acht lassen, wo die wahren Probleme im ÖPNV liegen. VBK / AVG haben auf die ihnen über das normale Maß hinaus zustehende Art Ihres dazu beigetragen, daß das Schiff auf Kurs bleibt. Möge insb. die Zeit bis 1989 den selbsternannten Schlaumeiern ein Maßstab sein.



Grüße aus Wü

TW 239
Naja man darf aber dabei auch nicht außer acht lassen dass künftig Regionen z. B. um Mühlacker überhaupt nicht mehr direkt an die Karlsruher Innenstadt angeschlossen sind. Ich wage zu bezweifeln ob das dem Karlsruher Einzelhandel besser tut.

Leider hat man es Anfang der 90er Jahre versäumt die an sich sehr gelungenen Fahrzeuge der AVG mit Niederflur- bzw Mittelflurmittelteilen zu versehen. Denn so wäre eine Laufzeit bis 2035 auch noch realistisch gewesen.

Die Wagen von Vossloh sind zwar im Vergleich zu Wettbewerbsfahrzeugen der heutigen Zeit durchaus, bieten aber dennoch nicht den bisherigen Premium-Komfort wie ihre Vorgänger.

Dabei werfe ich mal die Frage in den Raum wieso in Karlsruhe Fahrzeuge für den Einsatz im Tunnel aus Brandschutzgründen keine Polstersitze mehr haben dürfen, hingegen in Stuttgart (im selben Bundesland) selbst jedoch bei Neufahrzeugen.

Richtig so, AVG raus aus Württemberg!

geschrieben von: Interregio

Datum: 05.03.19 19:00

Volle Zustimmung, so toll das ausgedehnte AVG-Netz auf den ersten Blick auch anmuten mag, als Eisenbahn-Ersatz taugen die gelb-roten Straßenbahnen definitiv nicht. Es ist einfach unwirtschaftlich jeweils große Teile der elektrischen Ausrüstung umsonst mitzuschleppen, von den Anschaffungskosten ganz zu schweigen. Besonders die Einsystemlinie S9 war mir schon lange ein Dorn im Auge, das war von Beginn an Unsinn und eine Verschwendung von Fahrzeugkapazitäten.

Kein Mensch fährt jedenfalls von württembergischen Orten wie Heilbronn, Bietigheim-Bissingen, Vaihingen an der Enz, Mühlacker, Freudenstadt oder gar Herrenberg in die badische Fußgängerzone zum Einkaufen, das war schon immer ein Märchen. Und die wenigen die es dennoch tun, wären sicher froh nicht eineinhalb Stunden in einer Straßenbahn ohne Klo verbringen zu müssen, die steigen lieber einmal am Karlsruher Hbf aus einem halbwegs bequemen Regionalzug in die Straßenbahn um.

Im Grunde genommen sollte die Kappung des Netzes sich also umgefähr an der früheren Landesgrenze orientieren, die historischen Verkehrsbeziehungen, sprich hüben nach Karlsruhe und drüben nach Stuttgart, gelten im großen und Ganzen nämlich immer noch. Es wird also höchste Zeit, dass sich die AVG auch von Freudenstadt zurückzieht, das bringt doch so alles nix. Und auch eine Abtrennung des Heilbronner Netzes sollte aus meiner Sicht überlegt werden, das Heilbronner Netz ist ja nun schließlich auch "erwachsen" und könnte gut und gern eigene Fahrzeuge und eine eigene Betreibergesellschaft vertragen. Und Durchläufe von Öhringen nach Karlsruhe braucht eigentlich auch kein Mensch.

Viel interessanter wäre es nochmal das Thema innerstädtische Stadtbahn Baden-Baden anzugehen. Da hätten die Zweisystemer nämlich, analog zu Bad Wildbad, auch am peripheren Linienende ihre absolute Berechtigung.

Das die bequemen Hochflur-Einsystemer auf der S1/S11 komplett verschwinden finde ich allerdings auch sehr schade, zumindest für die Verstärker Ettlingen <> Neureut hätte man sie ja noch länger einsetzen können, so alt sind sie ja nun wirklich noch nicht. Dafür aber mit das bequemste auf deutschen Straßenbahnschienen. Wenn ich es recht verstehe sollen aber auch die 35 Hochflur-Zweisystemer (GT8-100C/2S) bis zur Tunneleröffnung komplett verschwinden, richtig?

Re: Richtig so, AVG raus aus Württemberg!

geschrieben von: Samba Tw 303

Datum: 05.03.19 19:25

Die neusten ET2010 verfügen allerdings über Toiletten und auch die älteren Wagen wären damit ausrüstbar.

Tatsächlich verfügt Karlsruhe immer noch über einen besseren Branchenmix als Heilbronn oder Baden-Baden😉

Re: Richtig so, AVG raus aus Württemberg!

geschrieben von: kossmann

Datum: 05.03.19 20:45

Interregio schrieb:
Im Grunde genommen sollte die Kappung des Netzes sich also umgefähr an der früheren Landesgrenze orientieren, die historischen Verkehrsbeziehungen, sprich hüben nach Karlsruhe und drüben nach Stuttgart, gelten im großen und Ganzen nämlich immer noch. Es wird also höchste Zeit, dass sich die AVG auch von Freudenstadt zurückzieht, das bringt doch so alles nix. Und auch eine Abtrennung des Heilbronner Netzes sollte aus meiner Sicht überlegt werden, das Heilbronner Netz ist ja nun schließlich auch "erwachsen" und könnte gut und gern eigene Fahrzeuge und eine eigene Betreibergesellschaft vertragen. Und Durchläufe von Öhringen nach Karlsruhe braucht eigentlich auch kein Mensch.
Du findest es also gut, das jemand der z.B von Zaisenhausen nach Heilbronn will oder von Gemmingen nach Bretten zukünftig wieder in Eppingen umsteigen muß ? Genau das wird die Folge dieser Kleinstaatsdenke sein. Denn die Langläufe sind eben nicht für den Fernverkehr entstanden sondern um eben solche Verbindungen regelmäßig anbieten zu können.
Guten Abend Interregio,

ich halte es im nunmehr 67. Jahr des Bestehens von Baden-Württemberg für mehr als befremdlich und auch bedauerlich, derart engstirnige Denkweisen veröffentlicht sehen zu müssen, welche letzten Endes auch an den realen Gegebenheiten überall da draussen im Lande vorbei gehen. Kleinliche Ressentiments sollten eigentlich in einem erfolgreichen Bundesland keinen Platz haben. Dazu darf ich dich dann leider auch noch der mangelhaften historischen Kenntnisse bezichtigen, sehr vieles von dem was Du vermutlich, deinen Äusserungen folgend als ur-Württembergisch einsortieren würdest, kam erst aufgrund der kriegerischen Aktivitäten eines unternehmungslustigen Franzosen namens Napoleon zu deren Herrschaftsgebiet, oftmals nicht gerade erfreut. Damals hielt man dort vermutlich Stuttgart mehr für einen Reizhusten als für alles andere (und, sorry, liebe Stuttgarter, bei euren heutigen Luftwerten könnte man das aktuell fast wieder glauben...). Wo kommt eigentlich württembergische Engstirnigkeit her, war doch gerade der letzte König Wilhelm II. ein für seine Zeit und seine Verhältnisse ein mehr als liberaler Monarch..?

Genug des historischen Diskurses, hin zur AVG Karlsruhe. Im Sinne des ursprünglichen Thementitels hat die AVG tatsächlich ein Stück weit von dem einst besonderen Zauber in der erbarmungslosen Mühle des Alltages verloren, ob unwiederbringlich muss die Zu(g)kunft uns erst noch zeigen. Der Name Dieter Ludwig ist hier natürlich schon gefallen, bleibt die AVG doch auf Zeit ihres Bestehens mit dessen Namen verbunden, und der angesprochene Zauber des Karlsruher Modells wurde möglich, weil mit ihm jemand die Geschicke lenkte, der sein ganzes Lebenswerk, sein ganzes Herzblut, seine Leidenschaft und letztlich leider auch seine Gesundheit dafür in jahrzehntelanger Arbeit geopfert hat. Derartige Menschen sind Ausnahmen, ihr Wirken sollte daher von Nachfolgern nicht gedankenlos abgewertet werden, vor allem dann nicht, wenn die Nachfolger letztlich für die vorgefundenen Fußstapfen zu leicht geraten sind. Damit soll übrigens ausdrücklich keine Wertung der aktuellen AVG-Geschäftsführung verbunden sein, nachdem jetzt die Zeit der großen Umbauten in Karlsruhe so sachte in Richtung Zielgerade einschwenkt, werden die beiden Herren genug damit zu tun haben, das von verschiedenen Seiten wie auch unter anderen auch ausgabemüden Kommunen angeschlagene Schiff wieder in ruhiges, gleichmäßiges und zuverlässiges Fahrwasser zu bringen. Meine besten Wünsche dazu, auf dass es gelingen möge.

In diesem Sinne kann man auch dem Land immer nur wieder zurufen, hier nicht vorschnell und nur unter Kostengesichtspunkten zu handeln. Denn das "Karlsruher Modell" wird noch mehr als nur gebraucht, es sollte sich der Diskurs also mehr darum drehen, wo Ausbauten notwendig (oder schon viele Jahre überfällig) sind und wo man zukünftig noch Möglichkeiten zur Erweiterung sieht. Diese Kritik am Land Baden-Württemberg erfolgt übrigens unter ausdrücklicher Würdigung der sonstigen, zahlreichen richtigen Schritte in der SPNV-Politik. Und deshalb bin ich auch überzeugt, dass zum Karlsruher Modell 2025, 2030 und 2040 allen Seiten dienende Lösungen möglich sind, auch ohne bedauerliche Überheblichkeiten einzelner Landesteile über andere.

Für die hier ebenfalls angesprochenen und ja zum Teil auch zeitnah bereits zur Umsetzung anstehenden Änderungen auf Residenz-, Kraichgau- und Murgtalbahn gibt es letztlich unterschiedliche Bewertungen und Anregungen: Während die S5 östlich Pforzheim Hbf immer nur ein Notbehelf war, um auf der Strecke wenigstens halbwegs attraktiven Nahverkehr anbieten zu können, ein richtiger Ausbau auf Stadtbahn-Standard und Stadtbahn-Takt ist ja niemals erfolgt0, muss im Kraichgau und auch an der Murg der Blick differenzierter ausfallen. An der Murg stellt sich für mich zuallererst die Frage, ob es wirklich so viel kosteneffizienter ist, ein eingeführtes Konzept gegen eine letztlich kleine Serie speziell ausgelegter Fahrzeuge zu tauschen, die man dort aufgrund der Gegebenheiten unweigerlich braucht. Im Kraichgau wirkt der angedachte Ersatz der S4-Eilzüge wie "zu kurz gesprungen", denn damit werden am Ende des Tages wirklich nur zahllose Fahrgäste unnötig mit Umstiegen und Wartezeiten ("zurück aus der Zukunft!") verärgert. Egal ob dies Studenten aller Art sind, neben der exzellenten Uni Karlsruhe werden ja auch in Heilbronn die Studenten mit laufendem Campus-Ausbau immer mehr, Berufs- oder Freizeitverkehre: nicht nur die unterschätzte Zahl der "Durchfahrer" zwischen den beiden Städten, auch und gerade die Bereiche zwischen den beiden Mittelzentren Bretten und Eppingen füllen die Eilzüge mit Fahrgästen in die Innenstädte doch sehr erheblich. Kein Wunder kommt von dort auch die stärkste kommunale Kritik am jetzt ersonnenen Konzept, welches den Charme einer "Discount"-Lösung hat und nichts verbessert. Nein, wenn das Land hier etwas bwegen und eine schnelle Städteverbindung etablieren möchte, dann bitte auf dem Niveau des "Kraichgau-Sprinter", welche (nach Ausbau) in Karlsruhe einerseits ideale Anschlüsse zum/vom Fernverkehr in/aus Richtung Freiburg/Basel sowie auf/vom Pfalz-RE in Richtung Landau/Neustadt (Weinstraße) hat sowie andererseits in Heilbronn ideale Anschlüsse zum/vom RE von/nach Crailsheim und Mannheim. Das im Stundentakt "on Top" zum S4-Angebot aus Lokalverkehren und Eilzügen: dann wäre etwas erreicht!

Karlsruher Modell, was sonst? Nun, sinnvolle Pläne gibt es ja wahrlich noch genug, von der S11-Verlängerung nach Straubenhardt angefangen über die "Querspange Ettlingen" für Züge von Rastatt über Malsch über die Anbindung des Baden Airpark, und, und, und... - machen, machen, machen!

Wir sehen aufgrund des notwendigerweise knapp gehaltenen Abrisses also: Bedarf und Möglichkeiten wären genug gegeben, es braucht nur noch die mutige Politik, die mit Augenmaß, aber auch Wille, Verstand und Leidenschaft gestalten will und auch kann.

Oh, und last but not least: Eine veritable Schnapsidee war auch die vorgetragene Abspaltung des "Heilbronner Teils" in ein eigenes Netz, am besten noch mit einem eigenen Betreiber, denn das hieße wirklich Know-how ungenutzt lassen und teure Doppelstrukturen (Verwaltung, Fahrzeuge, Werkstätten und vieles mehr) für nichts und nochmals nichts schaffen zu wollen. Prost!

Bitte steigt aus diesem Beitrag jetzt vorsichtig aus, beachtet die Höhe der Bahnsteigkante, und: Der Zug hält nur bei Bedarf!


Schöne Grüße aus Heilbronn
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !
Samba Tw 303 schrieb:
Dabei werfe ich mal die Frage in den Raum wieso in Karlsruhe Fahrzeuge für den Einsatz im Tunnel aus Brandschutzgründen keine Polstersitze mehr haben dürfen, hingegen in Stuttgart (im selben Bundesland) selbst jedoch bei Neufahrzeugen.
auch in Karlsruhe dürften besser gepolsterte Sitze im Tunnel verwendet werden, sofern sie brandschutztechnisch zugelassen wären. Leider hat man hier gespart, was vor allem die Pendler auf den Stadtbahnlinien schmerzt (besonders am Hintern), die wie ich 2 Jahre lang jeden Tag mindestens eine Stunde in einem AVG-Fahrzeug verbringen

Re: Richtig so, AVG raus aus Württemberg!

geschrieben von: gt670dn

Datum: 06.03.19 00:12

Interregio schrieb:
Zitat:
Das die bequemen Hochflur-Einsystemer auf der S1/S11 komplett verschwinden finde ich allerdings auch sehr schade, zumindest für die Verstärker Ettlingen <> Neureut hätte man sie ja noch länger einsetzen können, so alt sind sie ja nun wirklich noch nicht. Dafür aber mit das bequemste auf deutschen Straßenbahnschienen. Wenn ich es recht verstehe sollen aber auch die 35 Hochflur-Zweisystemer (GT8-100C/2S) bis zur Tunneleröffnung komplett verschwinden, richtig?
Da hast du was durcheinander gebracht. Die GT8-80C werden erst mit Tunneleröffnung komplett verschwinden - vorher braucht man sie noch zur HVZ wegen der "Umleitung" über die Rüppurer Straße, die ja einen längeren Linienweg als durch den Tunnel darstellt und so zusätzliche Fahrzeuge bindet die man ab dem Tunnel nicht mehr braucht.
Die GT8-100C/2S werden aber - wenn auch nicht alle - auf der S31/S32 nach Tunneleröffnung ihre letzten Jahre abfahren - woanders kann man sie schließlich dann nichtmehr einsetzen.
tramfanpaul schrieb:
Samba Tw 303 schrieb:
Dabei werfe ich mal die Frage in den Raum wieso in Karlsruhe Fahrzeuge für den Einsatz im Tunnel aus Brandschutzgründen keine Polstersitze mehr haben dürfen, hingegen in Stuttgart (im selben Bundesland) selbst jedoch bei Neufahrzeugen.
auch in Karlsruhe dürften besser gepolsterte Sitze im Tunnel verwendet werden, sofern sie brandschutztechnisch zugelassen wären. Leider hat man hier gespart, was vor allem die Pendler auf den Stadtbahnlinien schmerzt (besonders am Hintern), die wie ich 2 Jahre lang jeden Tag mindestens eine Stunde in einem AVG-Fahrzeug verbringen
Und warum sind diese in Stuttgart auch bei Neuwagen zugelassen (im selben Bundesland)? Für mich klingt die offizielle Begründung wegen Brandschutz leider nicht plausibel 🙄.
PL schrieb:Zitat:
Die Kombilösung verlangt neue Fahrzeuge. Damit geht die Flotte aus 60 Hochflurigen GT6 und GT 8 von 1983 bis 1989 im bekannt guten badischen Erhaltungszustand auf den Schrott. Hätte man auch noch Schrottpreis dafür erhalten - 60 Wagen sind 1/3 der Gesamtflotte und damit sehr viel Geld.
Es schmerzt mich immer wieder zu sehen, wenn heutzutage bewährte, funktionierende und wie in diesem Fall auch noch gepflegte Fahrzeuge für solchen modernen Plastikkram Platz machen müssen, wo es die Fahrgäste nicht halb so bequem haben und die mit Sicherheit auch nicht so lange halten werden. Leider symptomatisch für die Wegwerf-Gesellschaft und Hauptsache, ein paar realitätsfremde Manager können sich wieder gegenseitig auf die Schultern klopfen.

Re: 25 Jahre Karlsruher Modell - jetzt auf dem Rückschritt?

geschrieben von: cs

Datum: 06.03.19 18:32

Samba Tw 303 schrieb:
tramfanpaul schrieb:
Samba Tw 303 schrieb:
Dabei werfe ich mal die Frage in den Raum wieso in Karlsruhe Fahrzeuge für den Einsatz im Tunnel aus Brandschutzgründen keine Polstersitze mehr haben dürfen, hingegen in Stuttgart (im selben Bundesland) selbst jedoch bei Neufahrzeugen.
auch in Karlsruhe dürften besser gepolsterte Sitze im Tunnel verwendet werden, sofern sie brandschutztechnisch zugelassen wären. Leider hat man hier gespart, was vor allem die Pendler auf den Stadtbahnlinien schmerzt (besonders am Hintern), die wie ich 2 Jahre lang jeden Tag mindestens eine Stunde in einem AVG-Fahrzeug verbringen
Und warum sind diese in Stuttgart auch bei Neuwagen zugelassen (im selben Bundesland)? Für mich klingt die offizielle Begründung wegen Brandschutz leider nicht plausibel 🙄.
Ich möchte ja nicht behaupten, dass das daran liegt, dass Karlsruhe in Baden liegt und Stuttgart in Württemberg, aber ausschließen kann ich es auch nicht.
Wenn ich heute einen Talent 3 zum Preis eines Zweisystemers bekomme, ist klar was sich "rechnet".
Ludwigs Vermächtnis ist, das man aufgrund der animierte Nachfrage überhaupt über Gefäßgröße wie Talent 3 nachdenkt.
Dazu gehört eben nicht nur eine Rosinenstrecke sondern eine Netzentwicklung. "steigt das Einzelne, gewinnt das Ganze"

Die längste Fahrt im Netz ohne Umsteigen liegt glaub ich bei 3 Stunden, aber das machen nur Freaks.
ingo st. schrieb:
Die längste Fahrt im Netz ohne Umsteigen liegt glaub ich bei 3 Stunden, aber das machen nur Freaks.
Der längste mir bekannte Durchlauf mit 03:22 h und 3 Liniennummern (S81, S5, S6) ist S 85571 Schopfloch (b. Freudenstadt) 06:00 - Bad Wildbad Kurpark 09:22.
Start und Ziel liegen dabei ca. 32 km Luftlinie auseinander während der Zug dafür 145,5 km zurücklegt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.19 20:02.
KBS 710.1 schrieb:
ingo st. schrieb:
Die längste Fahrt im Netz ohne Umsteigen liegt glaub ich bei 3 Stunden, aber das machen nur Freaks.
Der längste mir bekannte Durchlauf mit 03:22 h und 3 Liniennummern (S81, S5, S6) ist S 85571 Schopfloch (b. Freudenstadt) 06:00 - Bad Wildbad Kurpark 09:22.
Start und Ziel liegen dabei ca. 32 km Luftlinie auseinander während der Zug dafür 145,5 km zurücklegt.
Streng genommen sollte der aber nicht zählen da es unmöglich ist diese Strecke im selben Fahrzeug zurückzulegen. Irgendwo zwischen Freudenstadt und Pforzheim muss man einmal in den hinteren Wagen umsteigen. Übrigens war dies bis zur Linienumstellung im Dezember 16 der einzige Zug mit 3 Linienwechslen. S41 -> S31 -> S5 -> S6, da die S31 erst ab Freudenstadt definiert war.
Die Karlsruher sind Opfer ihres eigenen Erfolgs - Ludwig hat das System bis an die (und teilweise über die) Grenze ausgereizt. Es gibt - v. a. im täglichen Verkehr - nichts Bestechenderes als direkt vom Umland in die Stadt fahren zu können, dass war ja Ludwigs Credo. Dass das auch betriebswirtschaftliche Grenzen hat, ist klar. Noch dazu kommt jetzt, dass es Ludwig als Chef nicht mehr gibt und die Performance der Nachfolger - allerdings nur aus der Ferne betrachtet - bei Weitem nicht so gut scheint (gibt ja einen ähnlichen Fall im Salzburg nach dem Abgang von Gunther Mackinger). Auch die Tunnellösung (und deren Kostenexplosion) für die Innenstadt mag jetzt zur "Schieflage" beitragen, wie auch die Probleme bei den Neufahrzeugen. Denke trotzdem, dass Karlsruhe weiterhin eine Vorzeigestadt ist und es auch bleibt.

W.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.03.19 07:57.
KBS 710.1 schrieb:ingo st. schrieb:
ingo st. schrieb:
Die längste Fahrt im Netz ohne Umsteigen liegt glaub ich bei 3 Stunden, aber das machen nur Freaks.
Der längste mir bekannte Durchlauf mit 03:22 h und 3 Liniennummern (S81, S5, S6) ist S 85571 Schopfloch (b. Freudenstadt) 06:00 - Bad Wildbad Kurpark 09:22.
Start und Ziel liegen dabei ca. 32 km Luftlinie auseinander während der Zug dafür 145,5 km zurücklegt.
S 85189 von Herrenberg nach Menzingen sollte gut 160 km zurücklegen.

Bin mit User "Zweisystemer" weder verwandt noch verschwägert.

Vollste Zustimmung! (o.w.T)

geschrieben von: tram

Datum: 11.03.19 19:34

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Noch Fragen Kienzle?

https://www.nomegatrucks.eu/deu/service/download/no-mega-trucks-logo.jpg
....Zitat:
Ich möchte ja nicht behaupten, dass das daran liegt, dass Karlsruhe in Baden liegt und Stuttgart in Württemberg, aber ausschließen kann ich es auch nicht.
Zitat:
Was willst du damit sagen?

Siehe Beitrag vom nachdenklichen Stromrichter!

Noch Fragen Kienzle?

https://www.nomegatrucks.eu/deu/service/download/no-mega-trucks-logo.jpg

Re: 25 Jahre Karlsruher Modell - jetzt auf dem Rückschritt?

geschrieben von: cs

Datum: 11.03.19 21:54

tram schrieb:
....Zitat:
Ich möchte ja nicht behaupten, dass das daran liegt, dass Karlsruhe in Baden liegt und Stuttgart in Württemberg, aber ausschließen kann ich es auch nicht.
Was willst du damit sagen?
Eigentlich nichts, außer, dass für die Genehmigungen bei Straßenbahnen meines Wissens die Regierungspräsidien zuständig sind, und da könnten die Entscheidungen im RP Karlsruhe durchaus anders als im RP Stuttgart ausfallen.
Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Wo kommt eigentlich württembergische Engstirnigkeit her, war doch gerade der letzte König Wilhelm II. ein für seine Zeit und seine Verhältnisse ein mehr als liberaler Monarch..?
Welche württembergische Engstirnigkeit meinst Du? Mir ist die noch kaum begegnet, aber vielleicht kenne ich nur die "falschen" Württemberger?
cs schrieb:
Eigentlich nichts, außer, dass für die Genehmigungen bei Straßenbahnen meines Wissens die Regierungspräsidien zuständig sind, und da könnten die Entscheidungen im RP Karlsruhe durchaus anders als im RP Stuttgart ausfallen.
Die technische Aufsicht ist für ganz B-W auf das RP Stuttgart konzentriert

http://heiko-jacobs.de/jacobs/bremerhaven/bilder/ende/zeiles.jpg

Re: 25 Jahre Karlsruher Modell - jetzt auf dem Rückschritt?

geschrieben von: cs

Datum: 12.03.19 00:31

Mueck schrieb:
cs schrieb:
Eigentlich nichts, außer, dass für die Genehmigungen bei Straßenbahnen meines Wissens die Regierungspräsidien zuständig sind, und da könnten die Entscheidungen im RP Karlsruhe durchaus anders als im RP Stuttgart ausfallen.
Die technische Aufsicht ist für ganz B-W auf das RP Stuttgart konzentriert
Danke! Wieder was dazugelernt.