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Zur vermutlich großen Überraschung aller ist Hyundai Rotem für die Lieferung von 123, inklusive Optionen gar bis zu 213 topmoderne Niederflurtrams ausgewählt worden. Es wäre das erste Mal überhaupt, wo sich die Koreaner bei Straßen- und Stadtbahnfahrzeugen in Europa durchsetzen. Unter der Voraussetzung daß der Vertrag definitiv besiegelt werden kann, hat Hyundai zugesagt einen Fabrikationsstandort in Polen für den polnischen und europäischen Markt aufzubauen.

Allerdings ist mit Einspruch der Vergabe von Seiten des polnischen Platzhirsches PESA zu rechnen. Sollte es allerdings zum Vertragsabschluss zwischen Warschau und dem koreanischen Hersteller Hyundai Rotem kommen, wäre das die zweite polnische Stadt nach Olsztyn die Straßenbahnen eines Herstellers ausserhalb Europas bekommt. In Olsztyn setzte sich Durmazlar durch. Es gibt erste Fotos, die zeigen, wie die neuen Warschauer Trams von Hyundai Rotem aussehen werden. Demnach werden die neuen Niederflurtrams fünfteilige Gelenkwagen mit echten Drehgestellen an den Wagenenden. Also vergleichbar mit dem Skoda Forcity Plus in Bratislava. Auf den Fotos sieht man welch wahre Raumwunder die Hyundai-Bahnen sein werden.

[www.transport-publiczny.pl]

Edit: Link durch einen anderen Link ersetzt, da mehr Bilder der neuen Bahnen zu sehen.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.02.19 18:14.
Hyundai - meine Straßenbahn. (Den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen)

Das sieht vom Design her ja sehr vielversprechend aus. Bin gespannt. Danke für den Link
light.rail_transit schrieb:
Auf den Fotos sieht man welch wahre Raumwunder die Hyundai-Bahnen sein werden.
Aber sonst ist alles gesund? Also wenn ich im GT6 nahezu alle Sitze ausbaue (oder gar nicht erst welche einbaue, so wie es bei den neuen Bahnen offenbar der Fall sein wird), ist darin auch viel Platz. Dabei ist mir auch vollkommen egal, wer die Bahnen baut, ich bin immer wieder überrascht, dass in Polen Straßenbahnen immer noch auf Massentransport ausgelegt werden, selbst die neuesten.
matzehbs schrieb:
Hyundai - meine Straßenbahn. (Den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen)

Das sieht vom Design her ja sehr vielversprechend aus. Bin gespannt. Danke für den Link

Bitte, bitte. :-)

Hinzufügen möchte ich noch folgende Info:

Von den 123 Fahrzeuge werden davon

85 fünfteilige achtachsige Zweirichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
18 fünfteilige achtachsige Einrichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
20 dreiteilige sechsachsige Einrichtungsbahnen mit 24 Meter Länge

Also wird es auch Dreiteiler geben.

Die Offerte von Hyundai Rotem hat in Warschau sowohl preislich als auch technisch mehr überzeugt als PESA. In beiden Kriterien hat Hyundai Rotem die bessere Bewertung erzielt.

Tramfreak schrieb:
light.rail_transit schrieb:
Auf den Fotos sieht man welch wahre Raumwunder die Hyundai-Bahnen sein werden.
Aber sonst ist alles gesund? Also wenn ich im GT6 nahezu alle Sitze ausbaue (oder gar nicht erst welche einbaue, so wie es bei den neuen Bahnen offenbar der Fall sein wird), ist darin auch viel Platz. Dabei ist mir auch vollkommen egal, wer die Bahnen baut, ich bin immer wieder überrascht, dass in Polen Straßenbahnen immer noch auf Massentransport ausgelegt werden, selbst die neuesten.

Wenn sogar ein Rollstuhl zwischen den Radkästen durchpasst, dann ist die Hyundai-Bahn sehr wohl ein Raumwunder. Wie viele Niederflurtrams gibt es, wo ein Rollstuhl zwischen die Radkästen durchpasst? Bestimmt ist die Anzahl sehr überschaubar.

Je breiter die Bahnen, desto weniger ist das ein Wunder. Je schmaler der Rollstuhl, desto weniger ist das ein Wunder. Ab der 2,40-Meter-Straßenbahnklasse dürfte es da diverse Beispiele geben. Allerdings bauen manche Hersteller für manche Städte mehr als zwei Sitzplätze nebeneinander, und dann kann es natürlich sein, dass trotz ausreichendem Abstand zwischen den Radkästen trotzdem kein Rollstuhl durch die ganze Bahn fahren kann.
Wenn der Asiate in Polen baut ist es ein Europäer.

Die 1+1 Bestuhlung, die bei der früheren direktverbindungsfeindlichen Linienführung Sinn machte, hat siehe Foto sehr breite Bereiche bis zum Fenster. Bei 2+2 ist der Durchgang versperrt...
Die Kosten pro Platz müssen astronomisch sein.
ingo st. schrieb:
(...) sehr breite Bereiche bis zum Fenster. Bei 2+2 ist der Durchgang versperrt...
Die Kosten pro Platz müssen astronomisch sein.

Die breiten Bereiche, unter denen sich die Technik verbirgt, haben vor Allem die PESA-Multigelenkwagen sehr oft. Aber die Kosten pro Platz, die werden minimal sein - so wie ich das einschätze, bewirbt man die Bahn bestimmt bei 30 Metern mit "Platz für 300 Personen". Davon 30 auf Sitzplätzen.
light.rail_transit schrieb:
Von den 123 Fahrzeuge werden davon

85 fünfteilige achtachsige Zweirichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
18 fünfteilige achtachsige Einrichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
20 dreiteilige sechsachsige Einrichtungsbahnen mit 24 Meter Länge

Wozu brauchen die denn so viele ZR-Fahrzeuge?

Ist doch interessant, wenn ein weiterer Player in Europa auf der Bühne erscheint.
Die Entscheidung für Hyundai-Rotem wäre interessant, aber ich habe Bedenken, ob ein Hersteller mit so wenig Erfahrung in dem Bereich tatsächlich halten kann, was er verspricht. Denn die PESAs laufen angenehm über die schlechte Gleislage in Warschau, ich war wirklich sehr überrascht und habe meine kritische Meinung zu PESA schnell revidiert. Hyundai-Rotem muss sich dahingehend erst beweisen.

Der einzige Punkt, der mir an den ersten Visualisierungen nicht so ganz gefallen mag, sind diese seltsam dicken und geschwungenen Griffstangen im Türbereich. Aber ich habe die Hoffnung, dass die Warschauer Verkehrsbetriebe so einen "Schnick-Schnack" aus Kostengründen streichen lassen.

metr0p0litain schrieb:
Die Entscheidung für Hyundai-Rotem wäre interessant, aber ich habe Bedenken, ob ein Hersteller mit so wenig Erfahrung in dem Bereich tatsächlich halten kann, was er verspricht.
Ja, Hyundai-Rotem ist noch vergleichsweise neu auf dem Markt, hat aber neben diversen Lokomotiven, Fern und Regionalzügen im Joint-Venture Eurotem auch schon Straßenbahnen für die Türkei (Antalya & Izmir) gebaut.

Ich gehe davon aus, dass die neuen Wagen für Warschau auf diesen Erfahrungen aufbauen werden bzw. die Wagen in der Türkei als Referenz herangezogen wurden.
KT4D-Freak schrieb:
metr0p0litain schrieb:
Die Entscheidung für Hyundai-Rotem wäre interessant, aber ich habe Bedenken, ob ein Hersteller mit so wenig Erfahrung in dem Bereich tatsächlich halten kann, was er verspricht.
Ja, Hyundai-Rotem ist noch vergleichsweise neu auf dem Markt, hat aber neben diversen Lokomotiven, Fern und Regionalzügen im Joint-Venture Eurotem auch schon Straßenbahnen für die Türkei (Antalya & Izmir) gebaut.
Das stimmt, aber beide Netze sind neu entstanden. Antalya wurde 2009 eröffnet und Izmir 2017. Die Gleisgeometrie wird die Fahrzeuge sicherlich nicht in der Weise beanspruchen, wie es in Warschau zu erwarten ist.

Zitat:
Das stimmt, aber beide Netze sind neu entstanden. Antalya wurde 2009 eröffnet und Izmir 2017. Die Gleisgeometrie wird die Fahrzeuge sicherlich nicht in der Weise beanspruchen, wie es in Warschau zu erwarten ist.
Es sind Multigelenkwagen, da stellt sich die Frage, ob das Netz die Fahrzeuge oder die Fahrzeuge das Netz beansprucht. 🤣
light.rail_transit schrieb:
Zitat:
Wenn sogar ein Rollstuhl zwischen den Radkästen durchpasst, dann ist die Hyundai-Bahn sehr wohl ein Raumwunder. Wie viele Niederflurtrams gibt es, wo ein Rollstuhl zwischen die Radkästen durchpasst? Bestimmt ist die Anzahl sehr überschaubar.
Wozu muss ein Rollstuhl zwischen den Radkästen durch? Das finde ich die falsche Priorität. Das erkauft man sich mit raumfüllenden Technikkisten, die nur wenige Einzelplätze zulassen. Ein Stehplatzwunder wird der Wagen vielleicht - ein Komfortwunder garantiert nicht.
ingo st. schrieb:
Wenn der Asiate in Polen baut ist es ein Europäer.
Jep, stimmt! 👍
Mit dem Bau einen Fabrikationsstandortes in Polen wird Hyundai Rotem zu einem europäischen Player.

Kalle Grabowski schrieb:
light.rail_transit schrieb:
Von den 123 Fahrzeuge werden davon

85 fünfteilige achtachsige Zweirichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
18 fünfteilige achtachsige Einrichtungsbahnen mit 33 Meter Länge
20 dreiteilige sechsachsige Einrichtungsbahnen mit 24 Meter Länge

Wozu brauchen die denn so viele ZR-Fahrzeuge?

Ist doch interessant, wenn ein weiterer Player in Europa auf der Bühne erscheint.


Das kann ich Dir leider nicht beantworten, weil ich die Gegebenheiten vor Ort nicht kenne. Allgemein lässt sich jedoch ein Trend zu den Zweirichtungsbahnen beobachten. Aus betrieblicher Sicht sind ZR-Fahrzeuge viel flexibler einsetzbar und sind zweifelsohne im Vorteil. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb die Nachfrage an ZR-Fahrzeuge gestiegen ist. Dennoch muss man sich als Verkehrsbetrieb fragen, ob ZR-Bahnen betrieblich wirklich auch notwendig sind. Denn, einerseits sind sie teurer und andererseits geht es dann immer auf Kosten von Sitzplätzen. Zusammgefasst: ZR-Bahnen = Vorteile für einen Verkehrsbetrieb; ER-Bahnen = Aus Fahrgastsicht klar im Vorteil.

Bisher hat Warschau nicht wirklich den Bedarf von ZR-Wagen. Wenn man aber anschaut, wie sich das Netz in den letzten Jahren ausgebreitet hat (scheibchenweise 2-3 km/Jahr) haben ZR-Wagen den Vorteil, dass man sich aufwendige, ggf. temporäre Wendeschleifen/Gleisdreiecke sparen kann, wenn man ZR-Wagen verwendet. Dann kann man mit einem einfachen (oder ggf. doppelten) Gleiswechsel ganz einfach eine Endstelle bauen, die man dann im nächsten Jahr wieder um einen oder zwei Kilometer verlängern kann, ohne wieder Platz für eine Schleife zu brauchen...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle

„Hamsterbacke“ 2.0?

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 11.02.19 07:22

Die Anordnung der Radsätze und Wagenteile erinnert mich an die Düsseldorfer „Hamsterbacken“, auch wenn wohl, zumindest die Abbildungen lassen das vermuten, keine Kleinraddrehgestelle zum Einsatz kommen. Das Design ist natürlich Geschmackssache, aber diese zerklüfteten und aggressiven Fronten scheinen bei Schienenfahrzeugen derzeit der letzte Schrei zu sein. Der Innenraum ist natürlich arg stehplatzlastig, aber man darf nicht vergessen, dass in Polen die PKW-Dichte noch weit hinter dem EU-Durchschnitt liegt, und die Wagen zu den HVZ auch entsprechend voll sein werden.

Re: „Hamsterbacke“ 2.0?

geschrieben von: light.rail_transit

Datum: 11.02.19 19:14

Früherwarallesbesser schrieb:
Die Anordnung der Radsätze und Wagenteile erinnert mich an die Düsseldorfer „Hamsterbacken“, auch wenn wohl, zumindest die Abbildungen lassen das vermuten, keine Kleinraddrehgestelle zum Einsatz kommen. Das Design ist natürlich Geschmackssache, aber diese zerklüfteten und aggressiven Fronten scheinen bei Schienenfahrzeugen derzeit der letzte Schrei zu sein. Der Innenraum ist natürlich arg stehplatzlastig, aber man darf nicht vergessen, dass in Polen die PKW-Dichte noch weit hinter dem EU-Durchschnitt liegt, und die Wagen zu den HVZ auch entsprechend voll sein werden.


Jep, genau so isses! An den Wagenenden werden die fünfteiligen Hyundai-Bahnen angetriebene Drehgestelle in normaler Größe haben und dazwischen zwei Gelenkwägelchen mit Fahrwerk (ebenfalls in normaler Größe) und zwischen den beiden Gelenkwägelchen eine Sänfte. Auch die Skoda-Bahnen Forcity Plus T29 und T30 Bratislava sind so aufgebaut. Wie die fünfteiligen, meterspurigen Skoda-Bahnen in Bratislava werden auch die fünfteiligen, normalspurigen Hyundai-Bahnen für Warschau ne Fahrzeuglänge von 33 Meter und fünf Doppeltüren haben.

Ob in Warschau wie in Bratislava zusätzlich zu den angetriebenen Drehgestellen in den Endwagen auch eines der beiden Fahrwerke in den kurzen Gelenkwägelchen angetrieben sein wird, weiss ich nicht.

Re: „Hamsterbacke“ 2.0?

geschrieben von: UK

Datum: 11.02.19 19:43

light.rail_transit schrieb:
Früherwarallesbesser schrieb:
Die Anordnung der Radsätze und Wagenteile erinnert mich an die Düsseldorfer „Hamsterbacken“, auch wenn wohl, zumindest die Abbildungen lassen das vermuten, keine Kleinraddrehgestelle zum Einsatz kommen. Das Design ist natürlich Geschmackssache, aber diese zerklüfteten und aggressiven Fronten scheinen bei Schienenfahrzeugen derzeit der letzte Schrei zu sein. Der Innenraum ist natürlich arg stehplatzlastig, aber man darf nicht vergessen, dass in Polen die PKW-Dichte noch weit hinter dem EU-Durchschnitt liegt, und die Wagen zu den HVZ auch entsprechend voll sein werden.

Jep, genau so isses! An den Wagenenden werden die fünfteiligen Hyundai-Bahnen angetriebene Drehgestelle in normaler Größe haben und dazwischen zwei Gelenkwägelchen mit Fahrwerk (ebenfalls in normaler Größe) und zwischen den beiden Gelenkwägelchen eine Sänfte. Auch die Skoda-Bahnen Forcity Plus T29 und T30 Bratislava sind so aufgebaut. Wie die fünfteiligen, meterspurigen Skoda-Bahnen in Bratislava werden auch die fünfteiligen, normalspurigen Hyundai-Bahnen für Warschau ne Fahrzeuglänge von 33 Meter und fünf Doppeltüren haben.

Ob in Warschau wie in Bratislava zusätzlich zu den angetriebenen Drehgestellen in den Endwagen auch eines der beiden Fahrwerke in den kurzen Gelenkwägelchen angetrieben sein wird, weiss ich nicht.
Dann wären nicht die Düsseldorfer NF 8/10 und NFU sondern die Karlsruher GT6/8-70 D/N der bessere Vergleich.

Seiten: 1 2 All

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