DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 05 - Straßenbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Das Busforum (auch O-Busse) befindet sich hier.
Links bitte mit kurzer Erklärung zum verlinkten Inhalt versehen, andernfalls werden diese entfernt.

[DO] Neues vom Betriebshof Nette

geschrieben von: ArbTW980

Datum: 07.01.19 22:12

Schnabend Forengemeinde,

na, gut reingekommen in´s neue Jahr? - Wir auch, nachdem die Weihnachtsgeschenke gekrallt, die Sektkorken geknallt und die Böller verhallt waren, setzten wir schon in den ersten Tagen des Jahres 2019 unbeirrt zwei unserer guten Vorsätze um.

Vorsatz 1 - Lager-Instandsetzung am TW 173: Er quietscht, nachdem er ca. 400 Meter gefahren ist, unser Triebwagen Nr. 173 (Herbrandt Bj. 1914/1918). Schon im Jahr 2017 hatten wir die bronzene Gleitlagerschale des Wagenkasten-Lagers auf Flur II rechts ausgebaut und für € 350,-- im Dortmunder Fachbetrieb ausschleifen und hohnen lassen - ohne Erfolg! Schuld ist wohl das dahinter innen liegende, motorseitige Gleitlager, dessen Ausfall zuviel Gewicht auf das äußere Wagenkastenlager bringt. Aber komm mal da dran! Da gibt´s nur eine Möglichkeit: Achse und Motor müssen raus und hierzu der ganze Wagen hoch!

TW 173 fliegt 050119.jpeg
TW 173 in der Versuchsanordnung - Der Wagen schwebt mit entspannten Blattfedern bereits 2 cm über Schienenoberkante

In den kommenden Tagen wird der Motor II abgekabelt, der Motor unterfüttert und seine Aufhängungen gelöst, dann die Achsbefestigung abgeschraubt und schließlich der restliche Wagen ausreichend hochgekurbelt
Auch an anderen Fahrzeugen ging es etwas voran: Am Henschelbus wurden weitere aufgearbeitete Zierleisten befestigt, am Großraumwagen Türen zusammengebaut und Alu-Dachrinnen geschliffen und poliert.

Vorsatz 2 - Gleisbau: Da sind wir auf Gleis 6208 der benachbarten Werkbahn Union in den letzten Tagen erheblich vorangekommen. Seit Mitte 2018 sind wir ja auch für diese Werkbahn beauftragtes EIU. Mithilfe unseres O&K MH-S 2-Wege-Baggers konnten wir am vergangenen Mittwoch schonmal eine erste Überschotterung des Gleises auf dem südlich der Franziusstraße gelegenen DoMiG-Gelände in einen (provisorischen) Bahnübergang verwandeln.

IMG_5154.JPG
Der frisch zugeflogene Grabenräumlöffel im ersten Einsatz - Inzwischen ist die Querung neu abgerüttelt und der Gleisbereich wieder vollständig passierbar.

Dann ging es richtig zur Sache: ca. 75 Meter hinter diesem Bereich hatte im Laufe der zurückliegenden Jahre eine wilde Querung das Gleis unpassierbar gemacht. Schutt, Asphalt, Beton, etc. waren über viele Jahre durch Schwerlastverkehr zu einer steinharten Masse verbacken worden, die wir mit unserem "Spielzeugbagger" nicht hätten beseitigen können, also...

IMG_5160.JPG
...musste schwereres Geschütz aufgefahren werden. Ein nicht ganz so kleiner Japaner im Einsatz

Schließlich war auch dieses Hindernis aus dem Weg geräumt, der Rest waren die berühmten "Peanuts", so dass sich der 2-Wege-Bagger am Freitag schonmal etwas im "Schönmachen" über konnte und das Lichtraumprofil auf der westlichen Gleisseite abgezogen hat.

IMG_5205.JPG
O&K-Bagger beim Aufräumen auf der DoMiG - auch die Gleismitte wird in den kommenden Wochen gereinigt.

Nun ist es wieder befahrbar, das Werkbahngleis 6208 auf der DoMiG aus Richtung HSP-Gelände. Nach Prüfung von Profilfreiheit, Spur, Schienen und Schwellen und ggf. notwendiger Instandsetzung erfolgt als nächstes die Nachmeldung als "in Betrieb". Je nach Erfordernis kann es nämlich sein, dass in den kommenden Monaten noch Abbruchmaterial von HSP mit Güterwaggons auf die DoMiG verbracht wird.

Wenn schließlich absehbar ist, dass kein Güterverkehrsinteresse mehr besteht, wird das Gleis 6208 rechtlich von der Werkbahn abgetrennt und zur Museums-Infrastruktur umgewidmet. Dann könnten erste Besucherzüge vom Mooskamp durch unser erstes "Tunnelstück" unter der OWIIIa (Mallinckrodtstraße) bis zur Brücke über die Huckarder Straße rollen.

Aktuelle Termine unter [bahnhof-mooskamp.de]

Danke für die regelmäßigen Infos (o.w.T)

geschrieben von: Mevissen4

Datum: 08.01.19 14:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: [DO] Neues vom Betriebshof Nette

geschrieben von: derasselner

Datum: 08.01.19 21:54

Das sind ja super Neuigkeiten über die Streckenverlängerung. Die Brücke Huckarder Straße wird aber auch genommen werden? Dann ist man ja quasi hinter der ehemaligen Hoesch Verwaltung direkt an der Rheinischen Straße, also innerstädtisch! Großartig!
Ideal wäre freilich ein Anschluss an das DSW Netz mit Oberleitung ein paar Meter weiter, aber das wird wohl ein Traum bleiben...

Re: [DO] Neues vom Betriebshof Nette

geschrieben von: Bär

Datum: 09.01.19 05:32

Die Strecke macht ja hinter HSP einen Bogen, läuft dann paralell zur Königsbergstraße, um Dachser herum, um dann an der Westfaliastraße zu enden. Von dort ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln.

>>Let it happen<<
Tame Impala

Re: [DO] Neues vom Betriebshof Nette

geschrieben von: Dortmundriver

Datum: 09.01.19 21:46

Anschluss an das DSW-Netz wird es wegen der verschiedenen Schienenprofile nicht geben.
Es ist auch schade, dass man sich auch nur auf Dortmunder Fahrzeuge basiert, da ist die HSM schon bunter vom Fahrzeugpark.
Nabend,

zum Aspekt "unterschiedliche Schienenprofile" von Mooskamp und DSW bräuchte ich doch nochmal etwas Nachhilfe: Wie hat das früher im Bereich Gleislager Westerholz geklappt? Wahrscheinlich sind die unterschiedlichen Spurkranzmaße von BOA- und BoStrab-Radsätzen gemeint, aber hier läßt sich ja durch entsprechende Mischprofile (z.B. Modell Karlsruhe) Abhilfe schaffen...

Unabhängig davon aber liegt der Grund in der Infrastruktur: Der Höhenunterschied des Stahlwerksgeländes zur Rheinischen Straße ist mit ca. 6 Metern zu hoch, um aus Sicht des Grundstücksinvestors zu vertretbaren Kosten und mit möglichst geringen Geländeverlusten und einem regelkonformen Gefälle eine Gleisverbindung zwischen Straßenbahn und Werksbahn zu schaffen. Umsteigemöglichkeiten mit geringem Fußweg sind dort allerdings nicht nur denkbar, sondern irgendwann auch beabsichtigt.

Zur Vielfalt: Ja, das HSM (ex DSM) hat eine deutlich breitere und inzwischen auch großteils witterungsgeschützt abgestellte Palette an Fahrzeugen zu bieten, es hat hierfür auch viel (mehr) Platz und das ist auch gut so! Eben deswegen macht es auch unseres Erachtens nach keinen Sinn, das zu kopieren, da unsere Platzverhältnisse eine solche Vielfalt nicht hergeben. Sammeln ist schön, aber witterungsgeschützte Unterstellkapazitäten schränken die Möglichkeiten einer sinnvollen Aufbewahrung von Straßenbahnen, Omnibussen und Arbeitsfahrzeugen im Maßstab 1:1 ein. Diese normative Kraft des Faktischen zwingt uns, unsere eigene Sammelleidenschaft zu zügeln. Unabhängig von Wehmingen gibt es Beispiele aus der Vergangenheit, in denen allzu ausufernde Sammlungen irgendwann nicht über Konkurs und Neustart zum großen Teil gerettet, sondern nur noch zusammengekehrt und dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden konnten.

Schließlich bieten die befreundeten, verkehrshistorischen Vereine im Ruhrgebiet und im Rheinland als Nachbarn in unserem Bundesland auch jeweils auf den eigenen Verkehrsbetrieb bezogene Oldtimer als Ausstellung oder in Bewegung. Wir halten diese dezentrale, arbeitsteilige Organisation bei der Pflege der der Nahverkehrsgeschichte in Nordrhein-Westfalen durchaus für gelungene, gelebte Vielfalt.

Aktuelle Termine unter [bahnhof-mooskamp.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.19 00:06.
Ich bin ganz Deiner Meinung. Viele Vereine übernehmen sich dadurch, dass sie querbeet alles mögliche zusammentragen ("retten"), damit dem Zugriff anderer entziehen und es dann mangels Kapazität letztendlich doch unrettbar vergammelt. Dann doch lieber bei Fahrzeugen mit lokalem Bezug bleiben, und mit Düwag Achtachser und N8 gäbe es da durchaus noch Fahrzeuge mit Dortmund-Bezug, die erhaltenswert sind...

Ciao

Eibacher

Eibacher schrieb:
Ich bin ganz Deiner Meinung. Viele Vereine übernehmen sich dadurch, dass sie querbeet alles mögliche zusammentragen ("retten"), damit dem Zugriff anderer entziehen und es dann mangels Kapazität letztendlich doch unrettbar vergammelt. Dann doch lieber bei Fahrzeugen mit lokalem Bezug bleiben, und mit Düwag Achtachser und N8 gäbe es da durchaus noch Fahrzeuge mit Dortmund-Bezug, die erhaltenswert sind...

Ciao

Eibacher
Da gehören aber immer auch zwei Seiten zu. Diejenigen denen vermeintlich der Wagen "entzogen" wird, können ja selber mithelfen 😉 Nur fordern aber selber nichts machen ist doch echt daneben.
Überschaubar, aber fein!
GT8 und sein Düwag-Nachfolger stehen bereits am Mooskamp - letzterer muss noch den nächsten Buchstaben im Alphabet beigebracht bekommen ;-) (N8C statt M8C)
Die Strecke, wenn sie denn wie vorgesehen nutzbar wird, ist der Hit und mit dem bisherigen Zustand gar nicht mehr zu vergleichen. Der Besucher musste zwar nicht weit anreisen, aber doch schon dahin, wo Dortmund so mit am ländlichsten ist. Mit Umsteigeverbindung direkt aus der Stadt erhält das Museum einen ganz anderen Kontext. In der Form gibt es das woanders wohl nicht.
Klar, ein historischer Betrieb auf den original Gleisen des Verkehrsunternehmens, wie in vielen Städten praktiziert, fehlt schmerzlich. Aber man macht das Beste draus!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.19 09:35.
...ist eben leider betrieblich nicht gewünscht. Dieser Zustand hält letztlich seit der Staffelstab-Übergabe in der Betriebsleitung 1996/97 an. Es steht und fällt halt immer mit den handelnden Personen.

Ganz unabhängig davon ist das Dortmunder Stadtbahnnetz inzwischen auf eine leistungsfähige Personenbeförderung getrimmt - alles, was den romantisierten Straßenbahnbetrieb der goldenen 1950er bis 1970er Jahre ausmachte, ist weg:
Die Innenstadt: Schienenfrei
Die Haltestellen: Barrierefrei (fast alle)
Die charakteristischen Aussenäste: Schienenfrei (Schwerter Wald, Rennbahn, Castrop, Lütgendortmund, Mengede, Derne, Alt-Scharnhorst, Unna) oder aber derart stringent hochgerüstet und auf Hochflur-Stadtbahn umgebaut (Westerfilde, Brambauer, Aplerbeck, Hörde, Hacheney, Hombruch), dass man mit einem historischen Wagen gar nicht ein- oder aussteigen, geschweige denn Signale beeinflussen oder von ihnen beeinflusst werden könnte.

Es verbliebe dann zwar (bei betrieblichem Willen) die Ost-West-Strecke mit dem Annex zur Westfalenhütte und der schönen, altmodischen Schleife in Wambel (wie lange noch?), aber auch da gelten im Tunnel III strenge Brandschutz- und elektronische Sicherungsregeln, gegen deren formale Wirkungskraft ist derzeit keine Diskussion möglich. Aus Sicht von DSW21 ist die Vorgehensweise zudem betriebswirtschaftlich nachvollziehbar und stringent: Im Bh. Dorstfeld ist wenig Platz, bald beginnt auch dort die Modernisierung der B80C, die zu einem nicht kleinen Teil auf dem eigenen Hof stattfinden soll. Warum also sollte DSW21 sich altes Geraffel auf die wertvollen Hallengleise stellen, das zudem vermeintlich keine Einsatzmöglichkeiten im Netz mehr hat?

Ende des Träumerei...

Nun ja - nicht ganz: Es bestünde - auch das derzeit nur ein frommer Wunsch - die Möglichkeit, den TW 115 für 750 Volt zu ertüchtigen. Das ist eh das modernste Fahrzueg im gesamten historischen Bestand und das kürzeste dazu, der fräße in Dorstfeld am wenigsten Gleis. Wenn der mit neuer HU wieder nach Dorstfeld käme, könnten damit sonntäglich zumindest Fahrten nach Marten und zurück gemacht werden (aber nur mit Umsetzen auf dem Hellweg, die Ein-/Ausfahrtgleise Richtung Marten sind ja auch weg...)


IMG_0594.jpg
TW 115 im Betriebshof Dorstfeld vor seiner Überstellung nach Nette im März 2012

Tut mir leid für die realistische Sichtweise, aber so sieht´s heute nunmal aus. Und so sind wir dankbar dafür, dass der Verkehrsbetrieb unser Museumsprojekt am Betriebshof in Nette unterstützt und wir bei Restaurierungen auch auf Teile oder Bezugsquellen von DSW21 zurückgreifen können.

Aktuelle Termine unter [bahnhof-mooskamp.de]

Tante Edit kassierte einen Tippfehler



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.19 21:45.
So sieht es leider aus.

Historisch ist offiziell nicht gewünscht von der DSW21. Es gäbe Möglichkeiten, wie gut beschrieben. Aber dazu braucht es Willen, auch bei der Stadt selbst. Die setzt lieber andere Schwerpunkte (welche eigentlich?), um die Vergangenheit zu erhalten.

Ich danke allen Beteiligten des Bahnhof Mooskamp, dass dennoch Stücke der Dortmunder Bahngeschichte erhalten bleiben. Und wenn bald sogar eine Verknüpfung von Netz der DSW und Museumsbahn möglich ist, wäre das eine tolle Nachricht und ergäbe neue Möglichkeiten.

Viele Grüße von einem Dortunder

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/banner20122lsyt6n79zb.jpg
Freund italienischer Fahrzeuge: [www.instagram.com]
Mein Youtube-Kanal: [www.youtube.com]
Wenn die Stadt Dortmund über die Gartenausstellung politisch den Weg für eine dauerhafte Sicherung der dann sehr attraktiven Strecke begleitet, wäre das fürs Nahverkehrsmuseum schon eine tolle Sache. Der Kontext mit dem Hansa-Gelände ist auch schon sehr stimmig.

Natürlich blicken wir neidisch auf Betriebe mit eigenem Museumsverkehr, aber wenn die Verweigerungshaltung der DSW uns auf der anderen Seite ein tolles, gut funktionierendes Nahverkehrsmuseum mit Fahrbetrieb einbringt ist das ja auch schon was.

(Beitrag überarbeitet)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am heute, 17:46:40.