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Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Gernot

Datum: 04.12.18 17:11

toejam schrieb:
Gernot schrieb:
Wenn ich mir die ersten Entwürfe zum U-Bahnhof Neumarkt angucke, wird der wohl nicht im Schildvortrieb gebaut werden. Schon allein das Verzweigungsbauwerk östlich der Station ist damit nicht möglich. Und die gewünschte Viergleisigkeit auch nicht.

Gernot schrieb:
Einen Teil der Probleme am Neumarkt kriegt man meiner Meinung nach am elegantesten gelöst, wenn man die beiden Bahnsteige nicht neben, sondern übereinander baut. Dann hat man ganz nebenbei einen niveaufreien Abzweig realisiert und braucht eine deutlich schmalere (aber tiefere) Baugrube. Aber so etwas wäre für Köln ja geradezu revolutionär.
Jep, das sollte alles kein problem sein. Entweder man setzt die 4 Gleise mit 2 Mittelbahnsteigen nebeneinander (-3 Ebene) , oder 2x2 Gleise untereinander (-3/-4 Ebene).

So ungefähr, wobei man sich dabei das Unterfahren der Strecke zum Rudolfplatz sparen kann. Einfach links abbiegen und gut ist, wobei das untere Gleis dann unmittelbar nach dem Abzweig mit der Steigung beginnt.
Aber warum hast du auf deiner Skizze dem Bahnhof des Nord-Süd-Tunnels einen Knick geschenkt? War das zeichnerisch nicht anders machbar? Ich jedenfalls kenne den U-Bahnhof Neumarkt nur in gerade. Die Kurve kommt danach.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: toejam

Datum: 04.12.18 17:39

Gernot schrieb:
So ungefähr, wobei man sich dabei das Unterfahren der Strecke zum Rudolfplatz sparen kann. Einfach links abbiegen und gut ist, wobei das untere Gleis dann unmittelbar nach dem Abzweig mit der Steigung beginnt.
Habs so gemacht damit man einen ordentlich großen Radius hinbekommt.
Gernot schrieb:
Aber warum hast du auf deiner Skizze dem Bahnhof des Nord-Süd-Tunnels einen Knick geschenkt? War das zeichnerisch nicht anders machbar? Ich jedenfalls kenne den U-Bahnhof Neumarkt nur in gerade. Die Kurve kommt danach.
weils ne 5 Minuten Skizze war.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Hauptmann Mumm

Datum: 04.12.18 17:55

Zwei Gleise untereinander fände ich ja prinzipiell auch gut - abgesehen davon, dass ich den unterirdischen Abzweig Neumarkt generell für Unfug halte.

Bloß ist sowas in Köln ja offenbar verboten. Bin jahrelang diesbezüglich bei der Verzweigung Kurt-Hackenberg-Platz auf taube Ohren gestoßen. Obwohl es dort dank eingleisiger Röhren recht einfach gewesen wäre. Bei OW müsste man dann aber den Ansatz der zweigleisigen Röhre noch einmal überdenken.

Was Deine eingezeichnete Lage der OW-Station angeht: bautechnisch geht natürlich vieles. Bloß sieht mir das nach sehr teuer, Neubau Bestand und sehr langer Sperrung des zentralen Tunnels aus. M.E. nicht realistisch. Genau deshalb baut man sowas bei fehlender Vorleistung i.A. ja nebeneinander.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Plastikbomber

Datum: 04.12.18 21:43

Mittlerweile bin ich dafür, lieber gar nicht statt falsch zu bauen. Wenn eine Kapazitätserhöhung durch den Tunnel sowieso nicht gewollt ist, die Wege z.B. durch eine sehr tiefe Lage zu lang werden und die problematischen Stellen (höhengleiche Einfädelung Deutzer Freiheit z.B.) erhalten bleiben, gibt es keine Vorteile mehr, sondern nur massive Kosten.

Falls es doch noch etwas werden soll: Am Neumarkt müsste man die Bahnsteige im Innenstadttunnel an der Nordseite etwas verbreitern, um einen Gang zu Treppen zu schaffen, die auch auf Ebene -2 sind, aber die Nordeinfahrt der Haltestelle unmittelbar unterqueren. Es bestehen leider keine Vorleistungen wie etwa am Friesenplatz, aber die Gänge würden sich ca. an die Stellen anschließen, wo aktuell die Aufzüge und Treppen sind, also kann es klappen. Die Ecke Neumarkt/Fleischmengergasse ist evtl. beengt, aber unter der Cäcilienstraße müsste es genug Platz für diese Verbindung geben, selbst wenn man unten mit zwei Mittelbahnsteigen planen würde. Zusätzliche Zugänge von weiter oben würde es ebenfalls geben.

Am Rudolfplatz könnte man sich dafür eher am Friesenplatz orientieren.

INFRASTRUKTURAPOKALYPSE

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 05.12.18 20:39

Geht mir auch so, aber mir ist es mittlerweile fast egal, ob oben oder unten gebaut wird (weil es ja nicht so viel Unterschied macht), Hauptsache , es werden Bauvorleistungen mit gebaut, oder wenigstens nicht die Möglichkeit einer späteren unterirdischen Rheinquerung kaputtgebaut.
Denn der Tunnel zusätzlich zur ebenerdigen Strecke ist das einzige, das wirklich Sinn macht.
Eine nennenswerte Kapazitätserweiterung wird es auf Absehbare Zeit wohl eh nicht geben, und deswegen müssen wir uns in Köln von dem Gedanken verabschieden, den Autoverkehr drastisch verringern zu können, oder gar den Modal-Split zugunsten des ÖPNV verändern zu wollen:
Wir brauchen den Autoverkehr in Köln leider auch in Zukunft, denn die KVB ist nicht in der Lage und wird in den nächsten 10-20 Jahren nicht in der Lage sein, merklich mehr prozentuale Anteile am städtischen Verkehr (Modal Split) bewegen zu können.

Eine 1:1-Verlagerung des Status Quo auf Ost/West schafft kaum zusätzliche Kapazitäten.
Ein oder anderthalb von drei Linien auf Ost/West mit Langzügen schafft kaum zusätzliche Kapazitäten.
Eine Taktverdichtung auf der 7 ist ja laut Fenske nicht nötig, schafft also auch keine zusätzlichen Kapazitäten.
Eine Verlängerung der Züge von 60 auf 70m auf den Linien 4+13 schafft kaum zusätzliche Kapazitäten.
Die anderen geplanten Projekte locken eher noch mehr Fahrgäste an, als dass sie Kapazitäten schüfen* ...

Ergo = Status Quo 2018 bleibt Status Quo 2028 und vielleicht auch Status Quo 2038.
Die Stadt platzt und wächst, ävver et bliev alles wie et is.
Wir brauchen Autos, wir brauchen Busse, wir brauchen Fahrräder, und so halbherzig, wie die Kölner Verwaltung bisher beschlossene Fahrradprojekte (nicht) angepackt hat, so mies wie die Rheinquerungen für Radfahrer sind (und bleiben) sehe ich da wenig Licht am Ende des Tunnels.
Wir brauchen in Köln leider jeden, der gewillt ist, mit dem Auto zu fahren. Bleib drin und schimpfe, aber bleib bitte drin und fahr nicht mit der Bahn.
Danke.




* = Extra so geschrieben für des Hanswagens und anderer Hardcore-Nerds Wohlbefinden ;-)

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Plastikbomber

Datum: 05.12.18 22:54

Ich bin mittlerweile für jede Strecke dankbar, die ich z.B. mit dem Fahrrad zurücklegen darf, statt die KVB-"Dienstleistungen" (wobei die anderen Verkehrsunternehmen nicht viel besser sind) in Anspruch zu nehmen. Nur 1 von 6 Fahrten diese Woche bislang verlief nach Plan und keine davon war zur HVZ im Innenstadtbereich. Vielleicht stinkt der Fisch nicht nur vom Kopfe her?

Dennoch kann ich einen (wenn auch scheidenden) Vorstandsvorsitzenden, der sich gegen zusätzliche Kapazitäten ausspricht, einfach nicht mehr ernst nehmen und den Rest der Planungen somit auch eher nicht, wenn man bedenkt, wie viel bislang in den letzten Jahren verpfuscht wurde.

INFRASTRUKTURAPOKALYPSE

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 06.12.18 21:16

Dann präsentiere doch mal bitte eine Zeichnung, wie das mit zig Straßenabzweigungen und Anlieferverkehren oder Anwohner- und Hotelzufahrten unterirdisch klappen soll. Auf das Werk bin ich wirklich mal gespannt. Schaffst Du es noch bis zum Wochenende?

Gruß, Olaf

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_/\_

Neue Bahnfahrzeuge? System Bananenreife: Ware reift beim Kunden!
"Diese lange Variante ist jedoch auch so schon kaum förderfähig."

Mich beschleicht schon lange das Gefühl, daß die Berechnungsschlüssel dieser 'Faktor-1-Förderprogrammaktionen' nicht wirklich auf Zukunftsszenarien mit Verkehrszuwächsen ausreichend ausgerichtet und somit das eigentliche Problem sind.

Das Auto braucht Winterreifen? Nach der meiner Förderungsberechnung können wir uns erst mal nur 1 Winterreifen leisten. Danach sehen wir mal weiter.

Gruß, Olaf

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_/\_

Neue Bahnfahrzeuge? System Bananenreife: Ware reift beim Kunden!
Alibizugpaar schrieb:
"Diese lange Variante ist jedoch auch so schon kaum förderfähig."

Mich beschleicht schon lange das Gefühl, daß die Berechnungsschlüssel dieser 'Faktor-1-Förderprogrammaktionen' nicht wirklich auf Zukunftsszenarien mit Verkehrszuwächsen ausreichend ausgerichtet und somit das eigentliche Problem sind.
Das standardisierte Verfahren soll die Wirtschaftlichkeit von Infrastrukturprojekten nachweisen. Hierzu wird der Mit- und der Ohnefall verglichen. Positiv wirken in dem Vekahren insbesondere Reisezeitverkürzungen für den Fahrgast, Verlagerungen vom IV zum ÖV und geringere Betriebskosten durch weniger Umläufe. Außerdem komplett neue ÖV-Verbindungen, wobei keine Fahrgäste von anderen ÖV abgezogen werden dürfen. Künftige Bedürfnisse erfordern konkrete Zahlen, z. B. nachweisbarer Einwohnerzuwachs durch ausgewiese Neubaugebiete. Daher sind Streckenverlängerungen im Umland leichter förderfähig, als Maßnahme im Innenstadtbereich. Das bestehende System pünktlich nach Fahrplan laufen, wird unterstellt. Staus gibt es im ÖV nicht.


Das standardisierte Verfahren begünstigt ganz sicher den Straßenbau, weil Faktoren wie Stauvermeidung in die Berechnung eingehen. Stau gibt es überall auf der Straße.Und der Straßengüterverkehr hat immer zweistellige Zuwachsraten, leider.

Eine Änderung des Verfahrens kann nur politisch in Berlin entschieden werden. Aber das wird erstmal nichts. Einfach mal im Bundeshaushalt nachsehen, wo die Prioritäten des Staates liegen. Jedenfalls nicht bei der Infrastruktur. Die ist dem Staat nur etwa 12 Prozent der Ausgaben wert.

Re: [K] politisches GEschacher um die Ost-West-Achse [mL]

geschrieben von: Gernot

Datum: 07.12.18 09:54

Dass man nicht jeden Neubau quer über den Acker zum Heimatdorf des Bürgermeisters üppig fördern muss, ist klar. Was aber nur sehr unzureichend berücksichtigt wird, sind Fahrgastzuwächse auf Bestandsstrecken. Wenn man z.B. einen Außenast fördert, weil damit ein weiterer Stadtteil erschlossen wird, muss man nach meiner Meinung parallel auch den Ausbau der vorhandenen Strecke im Zentrum prüfen und ggf. fördern, denn irgendwo wollen die neuen Fahrgäste ja auch hin. Aber auch ganz ohne Neubauten werden es auch immer mehr Fahrgäste: Die Zahlen in Köln steigen nach wie vor, ohne dass es in den letzten Jahren größere Streckenneubauten gab und auch ohne dass weitere Fahrzeuge beschafft wurden. Einen ganz eklatanten Zuwachs brachte bundesweit das Semesterticket, vor allem in einer Stadt wie Köln mit ca. 80.000 Studierenden. Während der typische Student der 70er und 80er Jahre überwiegend mit dem Fahrrad unterwegs war, weil Bus oder Bahn für den knappen Etat viel zu teuer war, fährt die heutige Studigeneration auch die zwei Haltestellen zum nächsten Aldi mit der Bahn. Kost ja nix. Meine beiden studierenden Kinder haben an ihren Studienorten (Köln und Bielefeld) gar kein Fahrrad, weil sie das nicht brauchen. Zu meiner Studentenzeit in den 1980ern war die Bahn bei absolutem Sauwetter ein Luxus, den man sich nur selten leisten konnte. Das ist ja auch alles gut und in Ordnung und ich gönne allen Studierenden ihr Ticket. Aber dessen nahezu bundesweite Einführung wurde seitens Bund und Ländern eben nicht mit adäquaten zusätzlichen Fördermitteln für den deutlich stärker genutzten ÖPNV versehen. Und auch der allenthalben gewünschte und notwendige Umstieg der Pendler vom PKW in den ÖPNV soll anscheinend geschehen ohne dass der Etat für den Neu- und Ausbau sowie die Aufstockung des Fahrzeugparks mindestens verdreifacht wird, was aber nötig wäre. Wie soll denn der unerwünschte Dieselpendler noch in die volle Bahn hineinpassen?

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: _Fabian_

Datum: 08.12.18 21:18

hsimpson schrieb:
Vieleicht, damit die Stadtbahn im hochbelasteten und viel zu engen Innenstadtbereich das schnellste Verkehrsmittel bleibt?

Wenn ich mit dem Auto bequem die Stadt unterqueren kann, die Bahn sich jedoch durch das Chaos am Neu- und Heumarkt schlagen muss, dann kannste dir ausmalen, wie da die Verkehrsmittelwahl ausfallen wird.

Und komm mir nicht mit Vorrangschaltung, die kann auch nichts daran ändern, dass die Bahnen am Neumarkt mit Vmax=15km/h einfahren müssen.

In anderen Städten sind Tunnel im Innenstadtbereich vollkommen normal, aber die Millionenstadt Köln soll auf einer der höchstbelastetsten und verspätungsträchtigsten Achsen weiterhin ebenerdig durch die Innenstadt fahren? Tut mir leid, aber DAS kann mir wirklich keiner vernünftig erklären.

Das Entscheidende ist aber, dass an den drei Haltestellen Heumarkt, Neumarkt und Rudolfplatz (nach meiner Beobachtung) die deutliche Mehrheit der Fahrgäste ein- oder aussteigt, d.h. von den Fahrgästen, die auf der Deutzer Brücke in einer Bahn sind, sind hinter den Ringen nur noch wenige drin (Ausnahme ist evtl. die 9, wo doch einige von Bahnhof Deutz bis zur Uni durchfahren).

Und deshalb ist auch nicht entscheidend, dass die Stadtbahn dort das schnellste Verkehrsmittel im Sinne der Reisegeschwindigkeit ist, sondern dass die meistgenutzten Wegeketten möglichst schnell und komfortabel sind. Und da ist ein Ein- oder Ausstieg in -3(!)-Tieflage (zwangsläufig sowohl am Neumarkt als auch am Rudolfplatz, und der Ost-West-Bahnsteig am Heumarkt liegt für -2 auch ziemlich tief) reichlich kontraproduktiv. Wäre ich ein Autofahrer aus dem Kölner Umland, der bisher in Weiden West in die 1 umsteigt, um am Neumarkt schön oberirdisch auszusteigen und zu seinem Büro in der Nähe zu gehen, würde ich mir überlegen, ob ich nicht demnächst statt dem "-3-Loch" ein "Tiefgaragenloch" frequentiere (gerade abends empfinde ich beides als ähnlich ungemütlich).

Und was die 15 km/h am Neumarkt angeht: Das liegt daran, dass die Weichen dort (sowohl die beiden an der Ostseite zur Wendeschleife als auch die westlich am Abzweig der 9) keinen Spitzenverschluss haben (am Weichensignal schön zu erkennen), weshalb dort (das viel größere Problem!) auch Begegnungsverbote sind, und zwar muss (nach meiner Bobachtung) der Gegenzug (mit dem beim Umspringen bzw. Aufschneiden der Weiche Kollisionsgefahr bestünde) komplett(!) drüber sein, bis es weitergeht. Eine Nachrüstung der Spitzenverschlüsse für vermutlich einige Tausend Euro würde den Betriebsablauf dort enorm verbessern (aber vielleicht ist gerade das das Problem).

Und eine weitere Ursache für Verzögerungen sind Fahrzeuge anderer Linien vor der Bahn (insbesondere in Ostrichtung die einbiegenden 7 und 9 sowie die beiden Buslinien), und das Problem der einbiegenden Bahnen würde sich durch feste Blockabstände im Tunnel sogar noch verschlimmern und die Busse könnte man (falls gewünscht) auch jetzt von der Trasse verbannen (übrigens: soll die Busspur eigentlich bleiben, wenn der Tunnel kommen sollte? denn der tollen "städtebaulichen Neugestaltung" wäre sie sicher im Weg).

Und noch ein Aspekt: Ist die oberirdische Trasse erst einmal nach Tunnelbau stillgelegt und abgebaut, und man merkt Jahre oder Jahrzehnte später, dass die Kapazität des Tunnels allein nicht ausreicht, wird der Neubau der oberirdischen Trasse nur schwer durchsetzbar sein. Baut man jetzt keinen Tunnel und merkt Jahre oder Jahrzehnte später, dass die Kapazität der oberirdischen Strecke nicht ausreicht, lässt sich eher ein zusätzlicher(!) Tunnel durchsetzen.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.12.18 21:41.

Weichenverschluss o.ä.

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 08.12.18 21:44

Zitat
Und was die 15 km/h am Neumarkt angeht: Das liegt daran, dass die Weichen dort (sowohl die beiden an der Ostseite zur Wendeschleife als auch die westlich am Abzweig der 9) keinen Spitzenverschluss haben (am Weichensignal schön zu erkennen), weshalb dort (das viel größere Problem!) auch Begegnungsverbote sind, und zwar muss (nach meiner Bobachtung) der Gegenzug (mit dem beim Umspringen bzw. Aufschneiden der Weiche Kollisionsgefahr bestünde) komplett(!) drüber sein, bis es weitergeht. Eine Nachrüstung der Spitzenverschlüsse für vermutlich einige Tausend Euro würde den Betriebsablauf dort enorm verbessern (aber vielleicht ist gerade das das Problem).
Werter _Fabian_, wertes Forum,

vor über einem Jahr habe ich bei Herrn Fenske mit einem Brief angeregt:

" ... im Bereich heutiger Geschwindigkeitsbeschränkungen in Folge spitz befahrener Weichen Möglichkeiten umzusetzen, diese schneller befahren zu dürfen (Verschluss der Weichen – Fahrsignalanlagen – Fahrstraßensicherung)."

Was bei anderen Verkehrsbetrieben gang und gäbe ist, war Herrn Fenske noch nicht einmal eine Antwort wert!

Heute weiß ich, dass er zu dem Zeitpunkt am Strippenziehen war, damit der Parteifreund Börschel ein größeres Auskommen mit seinem Einkommen bekommen sollte.
Börschel sollte bekanntlich im Rahmen eines großen Personal-Deals als hauptamtlicher Stadtwerkekonzerngeschäftsführer installiert werden (als Gewinn für die "S"PD)
Dafür sollte Frau Blome KVB-Chefin werden (als Gewinn für die CDU - im Ausgleich zu Börschel)
Und die GRÜNEN hätten den Verkehrsdezernenten stellen sollen.

Danke Herr Fenske, für Ihre "Bürgernähe"



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.12.18 21:44.

Re: Weichenverschluss o.ä.

geschrieben von: Gernot

Datum: 08.12.18 22:35

So ähnlich ist Herr Fenske doch überhaupt zum Nahverkehr gekommen. Meines Wissens hat er ein Lehramtsstudium absolviert, wollte dann aber doch nicht Lehrer sondern Politiker werden. Sein erster hauptberuflicher Politjob war der des persönlichen Referenten beim damaligen Schleswig-Holsteinischen Wirtschaftsminister(?) Peer Steinbrück. Als Steinbrück dann nach Berlin wechselte, ihn aber nicht mitnahm, wollte man den jungen aufstrebenden Genossen nicht ganz im Regen stehen lassen und fand für ihn einen Posten in der Chefetage des landeseigenen Busbetriebs Autokraft. Da erst beginnt die Nahverkehrskarriere des Herrn Fenske.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: kmueller

Datum: 09.12.18 11:54

Plastikbomber schrieb:
Ich bin mittlerweile für jede Strecke dankbar, die ich z.B. mit dem Fahrrad zurücklegen darf, statt die KVB-"Dienstleistungen" (wobei die anderen Verkehrsunternehmen nicht viel besser sind) in Anspruch zu nehmen.
So traurig es ist: mir geht es genauso.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: kmueller

Datum: 09.12.18 12:02

_Fabian_ schrieb:
Das Entscheidende ist aber, dass an den drei Haltestellen Heumarkt, Neumarkt und Rudolfplatz (nach meiner Beobachtung) die deutliche Mehrheit der Fahrgäste ein- oder aussteigt, d.h. von den Fahrgästen, die auf der Deutzer Brücke in einer Bahn sind, sind hinter den Ringen nur noch wenige drin (Ausnahme ist evtl. die 9, wo doch einige von Bahnhof Deutz bis zur Uni durchfahren).

Und deshalb ist auch nicht entscheidend, dass die Stadtbahn dort das schnellste Verkehrsmittel im Sinne der Reisegeschwindigkeit ist, sondern dass die meistgenutzten Wegeketten möglichst schnell und komfortabel sind. Und da ist ein Ein- oder Ausstieg in -3(!)-Tieflage (zwangsläufig sowohl am Neumarkt als auch am Rudolfplatz, und der Ost-West-Bahnsteig am Heumarkt liegt für -2 auch ziemlich tief) reichlich kontraproduktiv.
Für jemanden, der von Braunsfeld (und weiter) oder Merheim/Westhoven (und weiter) in die Stadt fährt, könnte es schon ein Kriterium sein, daß im Tunnel längere Züge mit Sitzplätzen eingesetzt werden können. Vom Neubaustadteil Deutzer Hafen oder von Sülz sieht es eventuell anders aus; damit sind wir wieder bei den Punkten 'Viergleisigkeit' und 'Tram neben Stadtbahn'.

Es ist mir ein Rätsel, warum bei Bedarf an entsprechender Kapazität viergleisige unterirdische Strecken (Düsseldorf, indirekt auch Hannover) möglich sind, nicht aber ein zweigleisiger Tunnel neben einer bestehenden oberirdischen Strecke.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.18 12:04.

Teilrückblick - Köln kann auch anders

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 09.12.18 13:34

Zitat
Für jemanden, der von Braunsfeld (und weiter) oder Merheim/Westhoven (und weiter) in die Stadt fährt, könnte es schon ein Kriterium sein, daß im Tunnel längere Züge mit Sitzplätzen eingesetzt werden können. Vom Neubaustadteil Deutzer Hafen oder von Sülz sieht es eventuell anders aus; damit sind wir wieder bei den Punkten 'Viergleisigkeit' und 'Tram neben Stadtbahn'.
Einspruch Euer Ehren,

die "längeren Züge" müssen auch in den Bereich Junkersdorf - Weiden West und in den Mauritiussteinweg - Zülpicher Straße, dort bis zur Wendeanlage Universität "passen".

Ob mit oder ohne Tunnel in der Innenstadt - da ist die KVB noch längs nitt Schmitz Backes, pardong, im Besitz einer - jederzeit wiederrufbaren - Ausnahmegenehmigung der TAB in Düsseldorf.

Wenn sich die KVB so sicher wäre, dass sie diese Ausnahmegenehmigung bekommen würde, warum hat sie nur zwei 30-Meter-Züge und ansonsten nur 60-Meter-Züge ausgeschrieben.

Die Kölner Bürgerschaft wird von Blome und Fenske hinter die Fichte geführt und es war allerschönst zu sehen, wie sich am 03.12. bei der Veranstaltung von Köln kann auch anders die Gesichtszüge von Herrn Ralph Sterck, Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, verfinsterten, als ihm und uns Herr Prof. Dr.-Ing. Volker Stölting von der Technischen Hochschule zu Köln erklärte, warum im unterirdischen Tunnel nicht mehr Züge als an der Oberfläche fahren können.
Sterck versuchte noch den Pofalla zu zitieren - digital 20 Prozent mehr Züge - und der Professor sagte nur "Nützt aber nichts, wesentlich ist die Fahrgastwechselzeit an den Haltestellen." Die Fahrgäste wiederum sind nicht zu digitalisieren.

Und den höhengleichen Abzweig wollte der Professor gar nicht kommentieren - gibts in keinem Lehrbuch mehr, nur bei Lehrer Fenske und Architektin Blome. Drei mal null ist null bliev null, denn mir wohren beim Lehrer Jürgi in dr Schull ... Singen demnächst die Pänz vun dr Päädsbahn.

Über die "Köln kann auch anders"-Veranstaltung berichtete die

Kölnische Rundschau

während sich der Kölner Stadt-Anzeiger in Schweigen hüllt und (ihm) unliebsame Tatsachen nicht für berichtenswert hält. Dort wird nur über den Vortrag des Bodendenkmapflegers berichtet. Leistungsfähigkeit - interessiert keinen, Fakten stören nur.

Und ohne Leistungsfähigkeissteigerung wird der TBOAR (bt) keinen Tunnel befürworten. Und der TBOAR (bt) hat demnächst - Tagesfreizeit - er bekommt ein a.D. dabei ...

Auf die Frage, was zu tun sei, wenn denn der Tunnel an seiner Leistungsfähigkeit angekommen sei, offenbarte Sterck seine Wissenquelle hier aus dem Forum.
Man könne ja ein zweites Gleis zwischen Barbarossaplatz und Severinsbrücke bauen und dann am Neumarkt vorbeifahren.

Während wir hier "nur" das Innenstadt-H-entlasten wollen, will Sterck dies nutzen, weil er schon ahnt, dass er mit dem Ost-West-Tunnel nicht nur eine unterirdische Planung beschließt, sondern auch eine unterirdische Lösung verfolgt.
Und unterirdisch ist hier - ein Teekesselchen ...

Und so will Sterck die Fahrgäste zwingen, mit mehrfachem Umsteigen um die Ost-West-Strecke herumzufahren - ähnlich wie beim Berliner Außenring ... .

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: marc-en-voyage

Datum: 09.12.18 13:46

kmueller schrieb:
Es ist mir ein Rätsel, warum bei Bedarf an entsprechender Kapazität viergleisige unterirdische Strecken (Düsseldorf, indirekt auch Hannover) möglich sind, nicht aber ein zweigleisiger Tunnel neben einer bestehenden oberirdischen Strecke.
Das ist genau der Punkt - man will die Tram auf Teufel komm raus weg haben - allen fachlichen Argumenten zum Trotz.

Ich hoffe die "U-Bahn" fällt beim Entscheid "krachend" durch.

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In Vielfalt vereint!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.18 08:59.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: _Fabian_

Datum: 09.12.18 22:46

Hauptmann Mumm schrieb:
Da wäre ich mir nicht so sicher. Man kann sich den Neumarkt jetzt nicht als zweiten Friesenplatz vorstellen, also als Turmbahnhof mit optimal kurzen Umsteigewegen. Die Voraussetzungen sind viel ungünstiger:
- Es gibt für Ost-West keine Vorleistungen
- Ost-West muss bei Schildvortrieb sehr tief liegen (man kann mit einer TBM nicht wirklich knirsch unter der Decke vom Bestandstunnel entlangbohren)
- Station Ost-West liegt versetzt zu Nord-Süd und nicht direkt daneben/darunter (Da man die Station wohl kaum unter der Bebauung Neumarkt Südseite bauen wird)

Wie derartige Situationen heute oft bautechnisch gelöst werden, kann man sich z.B. bei der neuen Metrolinie C in Rom angucken (Verknüpfung mit der "alten" Linie A an der Station San Giovanni). Die Bestandshaltestelle liegt in recht geringer Tiefenlage mit Verteilergeschoss darüber. Aus diesem Verteilergeschoss zweigt dann eine Fußgängerpassage ab, von dort aus gibt es dann lange Rolltreppenverbindungen nach ganz unten zur Linie C. Beim Umsteigen muss man also erst hoch und dann wieder (sehr tief) runter. Das dauert schon ein paar Minuten.

Sind nicht auch die unterirdischen Haltestellen Bochum Rathaus Nord (U 35) und Süd (302 und 310) (siehe Wikipedia) ganz ähnlich? Auch wenn das m.W. von Anfang an so geplant war (nur die oberirdische Haltestelle der 306 wurde später ergänzt; ursprünglich wollte man die 306 stillegen), sind auch dort die Umsteigewege sehr lang (auch wenn das nicht ganz so schlimm ist, weil alle drei Linien auch am Hauptbahnhof halten und dort die Umsteigewege wesentlich kürzer sind; nur bei einem Umstieg z.B. von Riemke nach Wattenscheid würde so ein Umweg gefahren, ein knapper Anschluss evtl. dadurch verpaßt und einem Einzelkartenbenutzer womöglich noch ein EBE wegen verbotener "Rückfahrt" aufgehalst).

Für alle, die die Situation dort nicht kennen: Ein Tunnelbahnsteig (302 und 310) in -2-Tieflage, der andere (U 35) sehr tief (ca. -3), beide etwa im 45-Grad-Winkel zueinander, aber nicht übereinander. Der günstigste Weg vom ersten zum zweiten wie folgt: an einem Bahnsteigende zur Verteilerebene (-1) hoch, von dort durch einen unterirdischen Verbindungsgang und dann eine lange Rolltreppe runter (Treppe oder Aufzug gibt es dort nicht). Wer Aufzug oder nur Treppen (z.B. weil er einen größeren Hund dabei hat) nutzen will, muß den ersten Bahnsteig bis zur Straßenoberfläche verlassen, ein Stück oberirdisch durch die Bochumer Innenstadt und den anderen Eingang zur U 35 benutzen, der auch Aufzug und Treppen hat. Der Umstieg 302/310 zur oberirdischen Bushaltestelle ist wesentlich kürzer.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.18 22:48.

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: TW337

Datum: 10.12.18 05:03

marc-en-voyage schrieb:
kmueller schrieb:
Es ist mir ein Rätsel, warum bei Bedarf an entsprechender Kapazität viergleisige unterirdische Strecken (Düsseldorf, indirekt auch Hannover) möglich sind, nicht aber ein zweigleisiger Tunnel neben einer bestehenden oberirdischen Strecke.
Das ist genau der Punkt - man will die Tram auf Teufel komm raus weg haben - allen fälschlichen Argumenten zum Trotz.

Ich hoffe die "U-Bahn" fällt beim Entscheid "krachend" durch.
A. gab es damals noch keinen Kosten Nutzen Faktor mit standartisierter Bewertung
B. ist es die Landeshauptstadt.
C. Ist man extrem Vorsichtig soviel Geld zu verbrennen nach dem Desaster der Stadtbahn Rhein Ruhr ( teure Tunnelbauten als Torso ohne verkehrlichen Nutzen ) Ausnahme U 35
D. es fehlt der politische Wille

Re: Zeitgemäß?

geschrieben von: cinéma

Datum: 10.12.18 05:26

marc-en-voyage schrieb:
kmueller schrieb:
Es ist mir ein Rätsel, warum bei Bedarf an entsprechender Kapazität viergleisige unterirdische Strecken (Düsseldorf, indirekt auch Hannover) möglich sind, nicht aber ein zweigleisiger Tunnel neben einer bestehenden oberirdischen Strecke.
Das ist genau der Punkt - man will die Tram auf Teufel komm raus weg haben - allen fälschlichen Argumenten zum Trotz.

Ich hoffe die "U-Bahn" fällt beim Entscheid "krachend" durch.
Dann bekommst Du auf Jahre hinaus Deine Straßenbahn, mit schicken, langen Bussen als Garnierung obendrauf, sowie einen prima Ausbau der A4 nebst Anschlussstraßen. Ich hoffe, dieser Bissen schmeckt Dir dann!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.18 05:28.

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