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Mehr Sicht!

Der BVG liegt nicht nur die Sicherheit ihrer Fahrgäste am Herzen, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. In einer Versuchsphase an einer ausgewählten Straßenbahn wird ab dem 1. Dezember 2018 eine neue Technik getestet. Der Versuch dauert voraussichtlich ein Jahr.

Die Außenspiegel bleiben während des Testlaufs erhalten. Die Bilder der Kameras sind durchgehend auf den Monitoren im Fahrerstand zu sehen. Es handelt sich dabei um Echtzeitaufnahmen, die ausschließlich für den Fahrer ersichtlich sind und nicht gespeichert werden. Die Bilder sollen die Sicht des Fahrers erweitern, um einen besseren Überblick zu erhalten. Das Kamerasystem hat unter anderem den Vorteil, dass es auch bei widrigen Witterungsverhältnissen nicht gereinigt werden muss und weiterhin eine gute Sicht ermöglicht. Zudem können keine defekten Außenspiegel den Betriebsablauf stören. Die Straßenbahn, an der die Kameras angebracht sind, kommt auf verschiedenen Linien zum Einsatz, damit möglichst viele Fahrer/innen die neue Technik ausprobieren können. Während des Versuchs werden die Erfahrungen der Mitarbeiter/innen ausgewertet und gegebenenfalls nachjustiert. Dadurch sollen Unfälle verhindert und die Störzeiten verringert werden. Ziel ist es, zu testen, ob Außenkameras die Außenspiegel komplett ersetzen können.

BVG PM eingestellt von Otto Siemenz

Re: [B] BVG testet Kamerabeobachtung außen bei einer Tram

geschrieben von: Hendi

Datum: 02.12.18 12:06

Zitat
Zudem können keine defekten Außenspiegel den Betriebsablauf stören.
Dafür aber defekte Kameras. Bei der Störungssicherheit sehe ich nur einen Vorteil, wenn (auch nach dem Test) beide Systeme zusammen eingesetzt werden.
Hendi schrieb:
Zitat
Zudem können keine defekten Außenspiegel den Betriebsablauf stören.
Dafür aber defekte Kameras. Bei der Störungssicherheit sehe ich nur einen Vorteil, wenn (auch nach dem Test) beide Systeme zusammen eingesetzt werden.

Da die BVG hier keinsfalls Neuland betritt (bereits der im Jahr 2005 präsentierte Incentro, auf dessen Basis der Flexity Berlin entwickelt wurde, hatte Kameras statt Rückspiegel), gibt es doch sicher Erfahrungswerte, wie das bei den Betrieben die bereits auf Kameras statt Rückspiegel setzen mit der Zuverlässigkeit aussieht.

Und ob nun der Spiegel abgefahren wird oder die Kamera defekt ist - in beiden Fällen muss der Wagen getauscht werden.
Funktioniert in Bochum und Gelsenkirchen schon seit 2008 . Dort gibt es bei den Variobahnen keine Außenspiegel mehr.
Die BVG muss immer das Fahrrad neu erfinden. Der Testbetrieb mit dem Incentro wäre damals fast am Startsignal der Behörde gestorben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 21:59.
Hendi schrieb:
Zitat
Zudem können keine defekten Außenspiegel den Betriebsablauf stören.
Dafür aber defekte Kameras. Bei der Störungssicherheit sehe ich nur einen Vorteil, wenn (auch nach dem Test) beide Systeme zusammen eingesetzt werden.
Du vergisst dass es in Berlin einige Zweirichtungsstrecken gibt und die Außenspiegel asymmetrisch sind. Wenn also der rechte Außenspiegel weiter rausschauen darf als der linke so muss nach dem Wenden in einem Kopfgleis zwingend der Spiegel eingeklappt werden. Der ist ja auf der Rückfahrt nun auf der linken Seite und würde ins Profil ragen. Eine Straßenbahn mit Kamera hat das Problem nicht. Die kann sich auch mit kaputter Kamera oder Monitor bis zur Werkstatt fahren.
Otto Siemenz schrieb:
Während des Versuchs werden die Erfahrungen der Mitarbeiter/innen ausgewertet und gegebenenfalls nachjustiert.
Wie kann man Erfahrungen nachjustieren? ;)
Auch Gmunden hat nur noch Kameras auf den Tramlink und in Innsbruck werden die vorhandenen 32 Tw auf Kameras umgerüstet und die bestellten zwanzig neuen Tw nur noch mit Kameras ausgeliefert. Damit fahren beide Meterspurbetriebe in Österreich mit Kameras.
Jena gleichfalls. Bei den Traminos. Ich hatte bei der Vorstellung der Fahrzeuge damals auch gefragt, ob es eine Rückfallebene für defekte Kameras o.ä. gäbe. Der Verantwortliche hat aber nur mit den Schulternm gezuckt und konnte das in dem Moment nicht beantworten. Die TAB hat's jedenfalls so genehmigt.
Es ist die gleiche Rückfallebebene wie bei einem defekten Spiegel, vor allem bei solchen mit Heizung und fernbetätigter Positionierung. Es dauert immer etwas länger, sich von alten Zöpfen zu trennen. Solaris hat z.B. noch nie eine Straßenbahn mit Außenspiegeln gebaut.

Re: [B] BVG testet Kamerabeobachtung außen bei einer Tram

geschrieben von: Nemo

Datum: 03.12.18 17:19

bolusch schrieb:
Es ist die gleiche Rückfallebebene wie bei einem defekten Spiegel, vor allem bei solchen mit Heizung und fernbetätigter Positionierung. Es dauert immer etwas länger, sich von alten Zöpfen zu trennen. Solaris hat z.B. noch nie eine Straßenbahn mit Außenspiegeln gebaut.
Für mich ist es die Frage, was fällt denn häufiger aus? Und was kostet ein Spiegel im Verhältnis zu einer Kamera?

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.12.18 17:42.
bolusch schrieb:
Es ist die gleiche Rückfallebebene wie bei einem defekten Spiegel, vor allem bei solchen mit Heizung und fernbetätigter Positionierung. Es dauert immer etwas länger, sich von alten Zöpfen zu trennen. Solaris hat z.B. noch nie eine Straßenbahn mit Außenspiegeln gebaut.
Tja, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Bei weiterer Entwicklung in diese Richtung braucht man für Fahrerstände bald gar keine Fenster mehr, ein Rundumbildschirm reicht. Damit sind die Forderungen der Crashsicherheit künftig wesentlich leichter zu erfüllen, denn der Fahrerstand kann gut geschützt irgendwo im Inneren des Fahrzeugs angeordnet werden. Zwei Fahrerstände bei Zweirichtungswagen braucht man dann auch nicht mehr.
Immer weg mit alten Zöpfen ... ;-)

So long

Mario
Das Problem an den Spiegeln dürfte eher Feindkontakt mit Lkw's und Bussen sein, wenn da ein Fahrzeug unzeitig ausschert ist recht schnell der Spiegel ab gefahren, der Schaden ist zwar nicht unbedingt teuer, aber sehr ärgerlich, weil das Fahrzeug wenn der Spiegel ab ist an der nächsten Haltestelle geräumt werden muss und ohne Fahrgäste in den Betriebshof einrücken muss, da der Fahrer ohne Rückspiegel die Türen nicht einsehen kann und somit nicht sicher stellen kann, dass nicht noch ein Fahrgast in der Türe steht wenn er diese schließt. Beim abbiegen ist das weniger entscheidend, die meisten Einrichtungswagen die keine Türen links haben haben links gar keinen Rückspiegel.
Wessex Trains schrieb:
... da der Fahrer ohne Rückspiegel die Türen nicht einsehen kann und somit nicht sicher stellen kann, dass nicht noch ein Fahrgast in der Türe steht wenn er diese schließt.
Ist das nicht absolut überholt? Alle Bahnen der letzten 20 Jahre sind mit einer "grünschleife" ausgestattet, d.h. der Fahrer kann gar nicht fahren, wenn nicht alle Türen zu sind. Die Türen wiederum haben ausreichend Sensoren, um eben keine Personen / Gegenstände einzuquetschen. Wir leben ja nun wahrlich nicht mehr in Zeiten von Reko-Schiebetüren oder druckluftbetätigten Ikarus-Falttüren, wo es für Fahrgäste durchaus gesünder war, nicht in der Tür zu stehen.
KE-GP-A schrieb:
Otto Siemenz schrieb:
Während des Versuchs werden die Erfahrungen der Mitarbeiter/innen ausgewertet und gegebenenfalls nachjustiert.
Wie kann man Erfahrungen nachjustieren? ;)

Nicht die Erfahrungen - die Mitarbeiter!
Ein Spiegel mit heute üblicher Ausstattung kostet etwa das Doppelte einer Kamera!
Hallöchen

Um mal meinen Senf dazu zu geben, ich vermute dass die BVG ein ähnliches System wie bei den Bussen installieren will, in den DD ist es ja so dass auf einem Bildschirm normalerweise dass Oberdeck gezeigt wird, bei rechtem Blinker betätigt, wird die Rechtsabbiegerblindzonenkamera (über der vorderen Tür außen angebracht) und bei öffnen der Türen einer der hinteren Türbereiche angezeigt. Der Fahrer kann diese bestimmt auch gezielt ansteuern.

Auserdem sollen wir nicht vergessen, dass die neueste Mercedes Actros LKW Generation auch anstelle von Ausenspiegel Kameras verbaut hat, die in der jewailigen A-Säule eingebaut sind. Dessen vorteile sind dass sie bei Kurvenfahrten mit Auflieger den Bildausschnitt so anpassen, dass immernoch die ganze Aufliegerseite der Kurveninnenseite zu sehen ist.

Viele Grüße aus Berlin, Johannes!
der weiße bim schrieb:
bolusch schrieb:
Es ist die gleiche Rückfallebebene wie bei einem defekten Spiegel, vor allem bei solchen mit Heizung und fernbetätigter Positionierung. Es dauert immer etwas länger, sich von alten Zöpfen zu trennen. Solaris hat z.B. noch nie eine Straßenbahn mit Außenspiegeln gebaut.
Tja, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Bei weiterer Entwicklung in diese Richtung braucht man für Fahrerstände bald gar keine Fenster mehr, ein Rundumbildschirm reicht. Damit sind die Forderungen der Crashsicherheit künftig wesentlich leichter zu erfüllen, denn der Fahrerstand kann gut geschützt irgendwo im Inneren des Fahrzeugs angeordnet werden. Zwei Fahrerstände bei Zweirichtungswagen braucht man dann auch nicht mehr.
Immer weg mit alten Zöpfen ... ;-)
Der sitzt künftig mit VR-Brille anderswo, wenn der denn überhaupt gebraucht wird. Und angebunden wird das ganze mit 5G-R. Da gibt es dann in der Bahn auch nichts mehr zu schützen, ausser natürlich Beförderungsfälle. ;-)

"Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht."