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Bereits im Jahr 2017 schlug der hohe Haushaltsüberschuss 2016 der Stadt Stuttgart von 231,3 Millionen Euro hohe Wellen. Der Gemeinderat kritisierte Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) scharf, dass er die Stadt jedes Jahr aufs Neue arm rechne, vor bevorstehenden Wirtschaftskrisen warne (die dann nicht eintreten) und so den Gestaltungsspielraum des Gemeinderats mit Verweis auf die schlechte Haushaltslage beschneide. In den letzten elf Jahren summierten sich die Haushaltsüberschüsse auf über zwei Milliarden Euro, auch weil Föll trotz Rekordgewinne weiterhin Sparprogramme auflegt (z.B. das Umwandeln von Blumenbeeten in Rasenflächen).

Nun verkündeten der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und Föll den Jahresabschluss 2017:
Es steht ein Haushaltsüberschuss von 382,7 Millionen Euro!

Kuhn möchte den Gewinn nutzen, um Kredite zurückzuzahlen, obwohl Strafzinsen in Höhe von 200.000 Euro anfallen, Geld für das Klinikum und für die Oper zurücklegen und für schlechte Zeiten sparen. Investitionen in den Nahverkehr erwähnt er nicht.

Es bleibt zu hoffen, dass der Gemeinderat seine Rechte einfordert und Investitionen in den Nahverkehr verlangt. Es ist bitter nötig, dass die Stadt Stuttgart den Nahverkehr neu aufstellt und auch mehr Geld investiert. Mehr Kapazitäten, bessere Takte und in einen Nachtverkehr. Die Stadt kann es sich nämlich auch leisten.
Nach erheblichem Widerstand des Gemeinderats wurden der letztjährige Haushaltsüberschuss genutzt, um weitere Stadtbahnen anzuschaffen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie ich finde.

Im Übrigen rechnet die Stadt Stuttgart für das Jahr 2018 mit einem Gewinn von knapp 300 Millionen Euro.

https://abload.de/img/unbenannt-1trcjm.png
Das ewig gleiche Theater um viel zu pessimistische Haushaltsansätze in Stuttgart muss man nicht mehr kommentieren.
Aber in der Sache hast Du recht, auf womöglich positive Auswirkungen für die SSB hinzuweisen.
Aber: Leider ist überhaupt keine Ausbaustrategie zu erkennen. Dieser Tage gab es denn offiziellen Baubeginn für den Ast zu Flughafen. Diese Planungen sind aber schon ziemlich alt. Projekte aus neuerer Zeit sind keine bekannt. Das bisschen Verlängerung von Neckarpark bis vors Daimlertor kann ja nicht alles gewesen sein, was einem im Rathaus und in der SSB-Zentrale zum Thema Ausbau einfällt. Die nun diskutierte Anbindung von Hausen ist eher zufällig zustande gekommen, da man dringend einen Standort für einen vierten Betriebshof gesucht hat. Das alles ist Stückwerk. Man würde sich eine klar erkennbare Strategie wünschen.
Herzlichen Glückwunsch Stuttgart, endlich mal eine Stadt(spitze) die rechnen kann und weiß, daß man Schulden auch mal abbauen muß.

Es ist immer wieder das "Geplärre" den ÖPNV massiv zu stärken. Liebe Freunde, wie denn, wenn es keine Fahrer mehr gibt? Es will kaum mehr einer arbeiten und schon gar nicht im Schichtdienst, und das hängt keineswegs nur mit dem Verdienst zusammen.
Ohne Rangfolge: Karlsruhe, Köln, München, und viele andere Städte mehr bekommen keine Fahrer mehr. Teilweise auch weil die Bewerber ungeeignet sind.
Bis daß die Stadtbahnen "autonom" fahren wird es noch lange dauern, und bis dahin? Was nutzt es neue Strecken und Bahnen zu haben, wenn sie niemand bedienen kann/will? Überall fallen Fahrten aus. Also auf der Schiene längere Züge fahren, da mit gleichem Fahrerstand höhere Kapazitäten da sind. Warum werden die "Straßen"bahnen wohl immer länger?
Und nun zurück zu Stuttgart. Wahrscheinlich wird ein jeder in seiner Heimatstadt "betriebsblind". Ich kann sagen, daß ich Stgt seit 1977 mehrmals jährlich besuchen muß. Es ist hervorragend, was sich dort getan hat. Von "mickerigen" Bahnen (GT4) zum DT8-Doppelzug. Das muß erst einmal jemand nachmachen.
Oepeenvau1971 schrieb:Zitat:
Herzlichen Glückwunsch Stuttgart, endlich mal eine Stadt(spitze) die rechnen kann und weiß, daß man Schulden auch mal abbauen muß.
Das können andere Städte auch - sonst hätte Duisburg heute keinen ausgeglichenen Haushalt. Man sollte aber auch die Rahmenbedingungen nicht aus den Augen verlieren: Stuttgart hat sehr hohe Steuereinnahmen und sehr geringe Sozialausgaben. In Duisburg ist das genaue Gegenteil der Fall. In Stuttgart verschaffen die Haushaltsüberschüsse der Stadt Spielräume für zusätzliche Investitionen. In Duisburg hat die "erfolgreiche" Sparpolitik den Handlungsspielraum der Stadt drastisch eingeschränkt. Solide Haushaltspolitik ist also nicht per se lobenswert, sondern muss vor dem jeweiligen lokalen Hintergrund hinterfragt werden.
Bernhard Martin schrieb:
Das können andere Städte auch - sonst hätte Duisburg heute keinen ausgeglichenen Haushalt. Man sollte aber auch die Rahmenbedingungen nicht aus den Augen verlieren: Stuttgart hat sehr hohe Steuereinnahmen und sehr geringe Sozialausgaben. In Duisburg ist das genaue Gegenteil der Fall. In Stuttgart verschaffen die Haushaltsüberschüsse der Stadt Spielräume für zusätzliche Investitionen. In Duisburg hat die "erfolgreiche" Sparpolitik den Handlungsspielraum der Stadt drastisch eingeschränkt. Solide Haushaltspolitik ist also nicht per se lobenswert, sondern muss vor dem jeweiligen lokalen Hintergrund hinterfragt werden.
Ein ausgeglichener Haushalt ist schön und gut. Aber das reicht nicht, um die 2,12 Milliarden Euro Schulden, die auf dem städtischen Haushalt Duisburgs lasten, abzubauen. Es ist erschreckend, dass Duisburg Kredite in Höhe von 1,56 Milliarden Euro aufgenommen hat, um zahlungsfähig zu bleiben.
Es bleibt die Frage, ob der kommunale Finanzausgleich gestärkt werden muss. Denn es gibt auch Städte, deren Stadtsäckel überlaufen und dann Strafzinsen in sechsstelliger Höhe zahlen müssen.

In Stuttgart profitiert man natürlich von der wirtschaftlichen Situation. Allerdings hat Finanzbürgermeister Föll Sparen zum Selbstzweck erhoben. 2016 hat die Stadt fast eine halbe Milliarde Euro übrig gehabt, weil 250 Millionen Euro, die z.B. für Sanierungen bereitgestellt wurden, mangels Kapazitäten in der Stadtverwaltung nicht ausgegeben werden konnten. Um zu sparen, weigert sich Föll, unbefristete Stellen zu finanzieren.
Jetzt will man auf Teufel komm raus alle Schulden vorzeitig zurückbezahlen, teilweise sind sogar zinslose Kredite dabei, obwohl dann erhebliche Gebühren entstehen.

https://abload.de/img/unbenannt-1trcjm.png
Zweisystemer schrieb:Zitat:
In Stuttgart profitiert man natürlich von der wirtschaftlichen Situation. Allerdings hat Finanzbürgermeister Föll Sparen zum Selbstzweck erhoben.
Das passiert bei reichen Städten öfters - in Bad Homburg ähnlich. Umso kritischer ist man dann bei Ausgaben - dort ist es die U2-Verlängerung. Erstens will man eine Luxusvariante (Tunnel mit erhöhten Eigenanteil statt regulär geförderter oberirdischer Führung), gleichzeitig gibt es heftigen Widerstand in der Bevölkerung gegen die Kosten der Maßnahme allgemein - wobei die "Billig"-Variante regulär ebenso abgelehnt wird.

Wahlkämpfe dort werden in der Regel wegen dem Programmpunkt "Haushalt sanieren" gewonnen...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Das Problem der SSB ist leider irgendwie Haus gemacht. Man hat die SSB Jahre lang zum sparen gezwungen, es war nie Geld für mehr Personal, dichteren Takt oder Neubaustrecken da! Selbst der 10 Min Takt am Sonntag bei der Stadtbahn, oder der 10 Min Takt am Samstag bei den Innenstadtbuslinien hat die SSB fast nur durch Umschichtungen gestemmt. Dafür fährt man Mo-Fr ab 21 Uhr seltener (15 Min Takt), beim Bus nur im 30 Min Takt bzw gar nicht und So früh auch nur im 15 Min Takt, bzw 30 Min Takt. Das ist für eine Stadt dieser Größe einfach nur eine Schande!!

Auch hat die SSB in den letzten Jahren bzw Jahrzehnten alle Grundstücke verkauft, die man nicht für den Betrieb braucht!! Das gesamte Gelände um den Bahnhof Möhringen wo heute Wohnhäuser stehen war bis vor ein paar Jahren Brachland mit alten Gebäuden der Fliderbahngesellschaft. Da hätte man statt das Gelände zu Geld zu machen, mehrere Abstellanlagen drauf bauen können, schön überdacht, nahe zur Hauptwerkstatt um mehr Fahrzeuge beschaffen zu können. Jetzt ist das Gelände bebaut und kann nicht mehr genutzt werden. Genau so hätte man den alten Betriebshof Zuffenhausen(altes Straßenbahnmuseum) mit etwas Kreativität und mit Geld zu einem Stadtbahn Betriebshof umnutzen können. Das hat man an die Firma Porsche verkauft.

Dazu kommt, dass das Stadtbahnsystem in Stuttgart für die Stadt völlig ungeeignet ist. Ein Dt 8 ist etwa 40m lang und ist ein adaptierter U-Bahn Wagen, die Hüllkurve der Wagen ist viel zu groß um eine normale Straßenkurve befahren zu können. Da aber große Teile der Stadt Stuttgart auf bzw im Gipskeuper/Anhydrit gebaut sind kann man dort auch keine Tunnel bauen, abgesehen davon, dass man das kaum finanzieren kann, da Gipskeuper bei Kontakt mit Wasser an fängt zu quellen(Daher ist auch der neue Engelbergtunnel der A81 bei Leonberg eine ewige Baustelle, weil dort der Gipskeuper quillt). Man muss sich nur mal an schauen welche großen Teile der Stadt Stuttgart heute nicht mehr auf der Schiene zu erreichen sind, weil dort ein Stadtbahnbau nicht möglich ist. Eigentlich müsste man in Stuttgart wieder eine meterspurige Niederflurstraßenbahn ein führen in der Innenstadt im Zug der Buslinien 40 (ehemals Straßenbahn 8/18, 2 und 4), 42(ehemals Straßenbahn 8/18), 43(ehemals Straßenbahn 3 und 10 ), 44 (ehemals Straßenbahn 14 und 10), 82 (ehemals Straßenbahn 1), 61 (ehemals Straßenbahn 4) und dann erweitern in die neuen großen Stadtteile wie Büsnau, Universität, alt-Plieningen, Hohenheim, Rohracker, Riedberg, Uhlbach,...

Danke!

geschrieben von: Peter

Datum: 16.07.18 09:45

Hallo!

Bei aller Kritik - mir ist dieser Fall lieber als umgekehrt.

Mir ist ein Finanzchef, der spart, lieber als einer, der mit vollen Haenden ausgibt.
Und wie wir alle wissen, sind die hohen Steuer-Einnahmen nicht gottgegeben - Stuttgart und Sindelfingen haben in der Vergangenheit bereits erfahren, was passiert, wenn ein Betrieb keine Steuern (in Stuttgart) mehr zahlt.
Die aktuellen Entwicklungen in der Automobil-Industrie (Diesel-Skandal, Technologie-Wandel) lassen auch befuerchten, dass das Steuer-Aufkommen zurueckgehen koennte. Und dann ist das Geheule gross...

Natuerlich muss in Stuttgart einiges getan werden (Radial-Linien statt zentraler Linien), doch relativ gesehen steht Stuttgart gut da.

Wenn man den aktuellen Stand wenigstens haelt, ist das schon viel.
Ansosnsten ist Schulden-Tilgung das Gebot der Stunde, um nachfolgende Generationen nicht vor unloesbare Probleme zu stellen.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.07.18 09:45.