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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Am Sonnabend haben die Kreisverbände von SPD, Grünen und FDP mit jeweils deutlichen Mehrheiten für die Rathaus-Kooperation gestimmt. Teil des Kooperationsvertrags ist ein klares Bekenntnis zur Stadtbahn (Rn. 230):
Zitat:
Wir werden möglichst zeitnah die Entwicklung eines Konzeptes für eine Stadtbahn Kiel (Basis und mögliche Ausbaustufen, Linienführung, Querschnittsgestaltung, Förderung, Finanzierbarkeit etc.) auf den Weg bringen. Der Prozess soll bereits 2018 angeschoben und durch Haushaltsmittel im Jahr 2019 sichergestellt werden.
Unbedingt zu begrüßen ist auch die Vereinbarung, dass die Tram zu einer attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raums führen soll. Die Tram wird nicht nur das attraktive und leistungsfähige Rückgrat des kommunalen Nahverkehrs sein, sondern im Rahmen einer integrierten Planung am Ende auch zu mehr Platz für Radverkehr und Fußgänger führen. Und von einer Abnahme des PKW-Verkehrs und lebenswerteren Einkaufsstraßen profitieren auch Wirtschaft und Einzelhandel.
Zitat:
Die Stadtbahn soll zu einer attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raumes führen und sich ins Stadtbild integrieren. Deshalb müssen alle Planungen zur Stadtbahn gemeinsam mit den Plänen zur Stadtentwicklung gedacht werden (Rn. 235).
Um die Akzeptanz der Kielerinnen und Kieler zu erreichen, wurde vereinbart, schon sehr frühzeitig eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung zu beginnen. Hierbei könnte man sich an den vielen erfolgreichen Beispielen anderer Städte aus dem In- und Ausland orientieren. Und mit der neuen Tram in Odense haben wir ein Musterbeispiel ganz in der Nähe.
Zitat:
Um bei der Realisierung der Stadtbahn eine hohe Akzeptanz bei Kieler*innen und der umliegenden Gewerbetreibenden zu erreichen, muss schon frühzeitig eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen. Dazu sind Online-Beteiligung, Workshops, ein Infopavillon, Broschüren und weitere Kommunikations- und Beteiligungsmittel zu entwickeln (Rn. 235).
Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung soll die Entwurfsplanung begonnen werden, die unmittelbar in den Bau münden wird.

Kieler Nachrichten: Die Kieler Ampel leuchtet

Tram für Kiel: Die Kieler Ampel leuchtet in allen Farben für die Tram
Die zehneinhalb Zeilen im Koalitionsvertrag sind doch erst mal auch nur ein frommer Wunsch aus netten Worthülsen aus dem Satzbaukasten der Politikersprache. Inhaltlich ist nichts dagegen zu sagen, klingt sogar ein bisschen nach dem "französischen Weg", wo Verkehrswende und Stadtumbau untrennbar voneinander geplant und umgesetzt werden. Aber in Kiel (und drumherum) wird schon seit über zehn Jahren rumgeplant: bis Mai 2015 als Stadtregionalbahn (SRB) nach Karlsruher Modell (mit fachlicher Beratung von Dr. Dieter Ludwig), danach als städtische Straßenbahn und bereits im Januar 2016 beschloss die Kieler Ratsversammlung Planungen für eine innerstädtische Straßenbahn aufzunehmen. Was ist seitdem passiert?

Sein wir doch mal ehrlich: das ganze Projekt köchelt auf GANZ kleiner Flamme. Ein, zwei Mal im Jahr wird für Schlagzeilen gesorgt, danach wieder Dornröschenschlaf ... den Verkündungen der letzen Bürgermeister/Bürgermeisterin ist nichts Wesentliches gefolgt, weder der alte, noch der aktuelle Ministerpräsident hat sich nachdrücklich positioniert und dass gerade ein FDP-Verkehrsminister in die Schlacht für eine Straßenbahn ziehen wird, kann ich mir nicht vorstellen.

Es liegt doch eigentlich seit Jahren eine Entwurfsplanung vor, nämlich der innerstädtische Teil der SRB. Ob ich die Strecken nun auf den letzten Metern Eisenbahngleisen zuführe oder in den betreffenden Stadtteilen erstmal nur eine Stumpfendstelle bzw. Wendeschleife plane, macht doch keinen Unterschied. Die Verkehrsachsen, in die man eine förderfähige, unabhängige Trasse implementieren kann, liegen auf der Hand, die Fahrgastzahlen sind bekannt, aus denen sich stark nachgefragte, "straßenbahnwürdige" Strecken ableiten lassen; niemand hat doch Zweifel, dass im Wesentlichen die alte Linie 4 die erfolgversprechendste Pilotstrecke ist, idealerweise mit einem Abzweig am Schauspielhaus zur Uni (mit Verlängerungsoptionen Richtung Suchsdorf oder Projensdorf, auch wenn es da mit unabhängigen Trassen schon schwierig wird). Mettenhof wird man im nächsten Schritt nicht vergessen dürfen (ein Kardinalfehler der alten Straßenbahnplanung!) und am besten auch Elmschenhagen, weil dort weite Teile der Wohnbebauung nicht im Einzugsbereich des Bahn-Haltepunkts liegen.

Nach "der Öffentlichkeitsbeteiligung soll die Entwurfsplanung begonnen werden, die unmittelbar in den Bau münden wird". Wie niedlich naiv das klingt! Ob die Beteiligten ahnen, welche Sprengkraft in diesem Satz steckt? Letztlich haben doch Neubaumaßnahmen in anderen Städten gezeigt, dass sich erst mal Bürgerinitiativen der Nimby-Fraktion gründen und dass im Zweifelsfall fast bis aufs Blut um Besitzstände (z.B. Parkflächen) und Einzelinteressen (z.B. Bäume) gekämpft wird, bis schlimmstenfalls Gerichte eingeschaltet werden müssen. Und by the way: fehlt da nicht noch der Förderantrag?

Im ersten Link taucht nicht mal das Wort Stadtbahn auf!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.18 00:22.
Duewagraute schrieb:
Die zehneinhalb Zeilen im Koalitionsvertrag sind doch erst mal auch nur ein frommer Wunsch aus netten Worthülsen aus dem Satzbaukasten der Politikersprache. Inhaltlich ist nichts dagegen zu sagen, klingt sogar ein bisschen nach dem "französischen Weg", wo Verkehrswende und Stadtumbau untrennbar voneinander geplant und umgesetzt werden. Aber in Kiel (und drumherum) wird schon seit über zehn Jahren rumgeplant: bis Mai 2015 als Stadtregionalbahn (SRB) nach Karlsruher Modell (mit fachlicher Beratung von Dr. Dieter Ludwig), danach als städtische Straßenbahn und bereits im Januar 2016 beschloss die Kieler Ratsversammlung Planungen für eine innerstädtische Straßenbahn aufzunehmen. Was ist seitdem passiert? ...[bgcolor= rgb(229, 229, 225)][/bgcolor]
Hallo Duewagraute,

Du sprichst mir aus der Seele.
Was haben wir nicht schon alles auf die Beine gestellt, angeschoben usw.
Trotzdem geben wir nicht auf. Ja es sind dicke Bretter, die wir da noch bohren müssen.
Aber stehter Topfen höhlt den Stein...

Nach der Komunalwahl ist die derzeitige Ratsversammlung um Jahre verjüngert worden. So keimt doch die Hoffnung auf, das mit diesem neuen "Potential" sich auch eine
neue Politik machen lässt. Wir geben jedenfalls nicht auf.
Denn wer nicht kämpft hat schon verloren...

Gruß vom vierachser
Auf der Seite von "Tram für Kiel" findet sich folgendes Zitat aus dem Kooperationsvertrag: "Wir werden möglichst zeitnah die Entwicklung eines Konzeptes für eine Stadtbahn Kiel (Basis und mögliche Ausbaustufen, Linienführung, Querschnittsgestaltung, Förderung, Finanzierbarkeit etc.) auf den Weg bringen. Der Prozess soll bereits 2018 angeschoben und durch Haushaltsmittel im Jahr 2019 sichergestellt werden."

Für mich klingt das nicht schlecht. Klar: Im Haushaltsauschuss sollte es natürlich schon immer zwei, drei Mitglieder geben, die sich für die vorgesehene finanzielle Absicherung im Haushalt einsetzen,

meint Marienfelde.