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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Der Salzburger Stadtsenat hat einstimmig die Grundsatzentscheidung getroffen, die Salzburger Lokalbahn um 750 m vom Hbf zum Mirabellplatz zu verlängern. Man erhofft sich 1,1 Mio. neue Fahrgäste im Jahr.
[salzburg.orf.at]

Aus einem weiteren Artikel, der auf Gegenstimmen verweist, geht die Hoffnung hervor, die Fahrgastzahlen der Lokalbahn zu vervierfachen:
[salzburg.orf.at]

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Am 22. April sind in Salzburg Landtagswahlen, dann ist das Projekt wieder vergessen.
So ganz sinnvoll erscheint mir das Projekt auch nicht. Weder kann der Obusverkehr zwischen Bahnhof und Innenstadt dadurch ausgedünnt werden noch kann die Bahn eigene Nachfrage generieren. Da würden dann alle 15 min Bahnen fahren, und das taugt nicht als Angebot. Ohne Durchbindung mit einem nachfragestarken Streckenast auf der anderen Seite ist das witzlos.
kaufhalle schrieb:
So ganz sinnvoll erscheint mir das Projekt auch nicht. Weder kann der Obusverkehr zwischen Bahnhof und Innenstadt dadurch ausgedünnt werden noch kann die Bahn eigene Nachfrage generieren. Da würden dann alle 15 min Bahnen fahren, und das taugt nicht als Angebot. Ohne Durchbindung mit einem nachfragestarken Streckenast auf der anderen Seite ist das witzlos.
Ich kann Dir nur zustimmen. Es war schon eine Geldvernichtungsaktion ersten Ranges, vor 20 Jahren die Endstation am Bahnhof in den Keller zu legen - Nutzen gleich Null. Und das wäre jetzt Teil zwei dieser Aktion, nur noch viel teurer. Solange die Bahn nicht vollständig unter der Stadt durchgebunden wird, ist jeder Euro sinnlos, der da investiert wird. Und weil da damals ja Modelleisenbahner im Maßstab 1:1 am Werk waren, die den Tunnel am Bahnhof mit voller Absicht so gebaut haben, dass vom Profil her NUR die Lokalbahnzüge reinpassen und NICHT Vollbahnzüge, ist ja auch ein "Karlsruher Modell" vollständig ausgeschlossen. Das hätte die Investitionen ja noch rechtfertigen können, wenn man an den Tunnel ein ganzes Netz angebunden hätte, aber davon ist ja nirgendwo die Rede. Das kommt halt davon, wenn man die Macht in die Hand von Modelleisenbahnern gibt, die sich auf Augenhöhe mit Profis fühlen und die dann einfach so machen lässt....

Was ist dabei rausgekommen? Der modelleisenbahnerische Größenwahn, der Glaube, das ganz große Rad drehen zu können, ist jämmerlich zusammengebrochen. Vorbei, erledigt. Es durfte ja keine Straßenbahn sein, der heilige O-Bus durfte natürlich auch nicht angetastet werden. Eine Lokalbahn ganz großen Zuschnitts - das war die Wahnvorstellung, aber selbst wenn man ein ganz super gutes Kraut raucht sollte man doch nicht übersehen können, dass ohne oder gar gegen die ÖBB unter österreichischen Rahmenbedingungen gar nichts geht. Modelleisenbahner sehen so was aber eben nicht....

Und deswegen stehen die Salzburger da, wo sie stehen, und ob sie jetzt noch ein paar hundert Meter Tunnel graben oder nicht, es bleibt alles, wie es ist. Ich denke, 4076 hat völlig recht: nach der Wahl ist wieder Ruhe. In diesem Fall: Gott sei Dank!!!

Gruß Tss
kaufhalle schrieb:
[...] Ohne Durchbindung mit einem nachfragestarken Streckenast auf der anderen Seite ist das witzlos.
Aber genau das ist doch laut Artikel langfristig geplant: "Auch wenn das Projekt nur 750 Meter zusätzliche Strecke umfasst, könnte der Bau zur ersten Etappe für die lange geforderte Zugsverbindung durch das Stadtzentrum Richtung Süden werden." und gegen Ende: "Zugleich wurden auf Wunsch des Verkehrsministeriums zwei weitere Projekte in die Planungen mit aufgenommen: Die Idee eines neuen, 900 Meter langen Gleises, welche das Messezentrum samt einem Reisebusterminal ans Schienennetz anbindet („Messebahn“), sowie die Erschließung der Betriebsbahn der Brauerei Stiegl für den Öffentlichen Personennahverkehr."
Duewagraute schrieb:
Aber genau das ist doch laut Artikel langfristig geplant: "Auch wenn das Projekt nur 750 Meter zusätzliche Strecke umfasst, könnte der Bau zur ersten Etappe für die lange geforderte Zugsverbindung durch das Stadtzentrum Richtung Süden werden." und gegen Ende: "Zugleich wurden auf Wunsch des Verkehrsministeriums zwei weitere Projekte in die Planungen mit aufgenommen: Die Idee eines neuen, 900 Meter langen Gleises, welche das Messezentrum samt einem Reisebusterminal ans Schienennetz anbindet („Messebahn“), sowie die Erschließung der Betriebsbahn der Brauerei Stiegl für den Öffentlichen Personennahverkehr."

Dann muss man das auch als einheitliches Projekt planen und realisieren. Da braucht man eine innerstädtische Weiterführung, die wenigstens einen 7,5-min-Takt mit Lokalbahnzügen erfordert; und das muss man dann auch so bauen. Ansonsten wären die Ausgaben für den Tunnel nicht zu rechtfertigen. Einziger Lichtblick für die Freunde der Lokalbahn in der Salzburger Stadtmitte: In Östereich kennt man das Prinzip der standardisierten Bewertung nicht.
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Das kommt halt davon, wenn man die Macht in die Hand von Modelleisenbahnern gibt, die sich auf Augenhöhe mit Profis fühlen und die dann einfach so machen lässt....
Und das wahrscheinlich auch noch, ohne vorher das DSO-Expertengremium zu befragen. Ein absoluter Skandal!
Ich sehe in der jetzt geplanten Tunnelverlängerung eine Art "Salami-Taktik". In Salzburg ist seit Jahren ein längerer Tunnel unter der Stadt als Durchmesserlinie geplant, der bislang politisch allerdings nicht durchsetzbar war. Auch eine oberirdische Straßenbahn (Stastbahntrasse) war bzw. ist nicht vermittelbar. Insofern ist davon auszugehen, daß man sich nun in mehreren Schritten an eine Durchmesserlinie "herantastet". Im Übrigen birngt die Tunnelverlängerung den Lokalbahnfahrgästen den Vorteil näher am Stadtzentrum zu sein, vom Mirabellplatz ist es nur noch ein paar Schritte über den Markartsteg über die Salzach und schon ist man in der Altstadt.

Was ich nicht verstehe, wieso soll mit dem bereits vorhandene Tunnel kein Stadtbahnbetrieb nach dem Karlsruher Modell möglich sein? Das Lokalbahntunnel ist für Stadtbahnfahrzeuge ausgelegt, es war sogar schon ein Karlsruher Zweisystemtriebwagen im Tunnel in Salzburg. Wegen der nicht passenden Stromspannung mußte er jedoch geschleppt werden.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.04.18 12:38.
kaufhalle schrieb:Zitat:
Dann muss man das auch als einheitliches Projekt planen und realisieren. Da braucht man eine innerstädtische Weiterführung, die wenigstens einen 7,5-min-Takt mit Lokalbahnzügen erfordert; und das muss man dann auch so bauen. Ansonsten wären die Ausgaben für den Tunnel nicht zu rechtfertigen. Einziger Lichtblick für die Freunde der Lokalbahn in der Salzburger Stadtmitte: In Östereich kennt man das Prinzip der standardisierten Bewertung nicht.
Bei der Verlängerung zum Mirabellplatz sehe ich noch keinen Bedarf für einen 7,5-Min-Takt. Das wird aber anders, je weiter der Tunnel südwärts wächst. Und auch erst dann ist es wirklich möglich, andere Verkehrsleistungen zu substituieren.
Auf Grund der Kosten ist ein "BigBang" natürlich unwahrscheinlich - besser wäre tatsächlich ein gestufes Realisierungskonzept - Übrigens auch in Einklang mit einem Fahrzeugbeschaffungskonzept bzw. der Konzeption weiterer Linienäste (es gab hierfür ja bereits den Gedanken an Zweisystemfahrzeuge)...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
kaufhalle schrieb:

Dann muss man das auch als einheitliches Projekt planen und realisieren. Da braucht man eine innerstädtische Weiterführung, die wenigstens einen 7,5-min-Takt mit Lokalbahnzügen erfordert; und das muss man dann auch so bauen. Ansonsten wären die Ausgaben für den Tunnel nicht zu rechtfertigen. Einziger Lichtblick für die Freunde der Lokalbahn in der Salzburger Stadtmitte: In Östereich kennt man das Prinzip der standardisierten Bewertung nicht.
Wieso muss man das? Die schon erwähnte "Salami-Taktik" ist wahrscheinlich viel cleverer, nachdem in Salzburg schon diverse Großprojekte um Lokalbahn-Ausbau bzw. Stadtbahn nicht in einem Rutsch hat durchsetzen können. Ein Politiker kann dann immer sagen: "Jetzt haben wir schon so viel investiert, da kommt es auf die nächste Tranche auch nicht mehr an, zumal sie verkehrlich einen großen Nutzen bringen wird." Genauso hat man es in Saarbrücken und Heilbronn gemacht. In Hamburg hat u.a. auch die "Angst" vor der großen Gesamtsumme seit 25 Jahren die Wiedereinführung einer Straßen-/Stadtbahn verhindert und treibt auch schon die U5-Gegner wieder auf die Barrikaden.
Duewagraute schrieb:Zitat:
Wieso muss man das? Die schon erwähnte "Salami-Taktik" ist wahrscheinlich viel cleverer, nachdem in Salzburg schon diverse Großprojekte um Lokalbahn-Ausbau bzw. Stadtbahn nicht in einem Rutsch hat durchsetzen können. Ein Politiker kann dann immer sagen: "Jetzt haben wir schon so viel investiert, da kommt es auf die nächste Tranche auch nicht mehr an, zumal sie verkehrlich einen großen Nutzen bringen wird."
Träum weiter! Darauf wartet man seit der Eröffnung des unterirdischen Lokalbahnhofs jetzt schon 22 Jahre. Sollte die Tunnelverlängerung bis zum Mirabellplatz tatsächlich gebaut werden, darf man mit Sicherheit wieder ein Vierteljahrhundert auf die nächste Verlängerung um eine Station warten...
1432 mm schrieb:Zitat:
Und das wahrscheinlich auch noch, ohne vorher das DSO-Expertengremium zu befragen. Ein absoluter Skandal!
Vielleicht sollte man auch den Personenkult um Herrn Mackinger überdenken und sein Wirken nicht nur aus der Perspektive des Eisenbahn- und Obusfans betrachten.
Faechertram schrieb:
Was ich nicht verstehe, wieso soll mit dem bereits vorhandene Tunnel kein Stadtbahnbetrieb nach dem Karlsruher Modell möglich sein? Das Lokalbahntunnel ist für Stadtbahnfahrzeuge ausgelegt, es war sogar schon ein Karlsruher Zweisystemtriebwagen im Tunnel in Salzburg. Wegen der nicht passenden Stromspannung mußte er jedoch geschleppt werden.
Naja, klar wäre ein solcher Betrieb auch durch den Salzburger Tunnel möglich. Aber die ÖBB hatten damals für den S-Bahnverkehr Salzburg Talent-Züge beschafft, die halt nicht reinpassen. Die von mir so genannten "Modelleisenbahner" glaubten, allein über politische Verbindungen auf diesem Weg die ÖBB in die Knie zwingen zu können und sozusagen den Schienenverkehr in der Region Salzburg im Rahmen einer feindlichen Übernahme für die Salzburger Lokalbahn erobern zu können.

Dieses nun nicht gerade strategisch ausgefeilte Denken und Handeln zeugt von der maßlosen Selbstüberschätzung der Modelleisenbahner, zumal gerade die ÖBB nun ohne ihnen zu nahe zu treten als ausgesprochen wettbewerbsfeindliches bzw. im SPNV einer Betreibervielfalt nicht gerade zugeneigtes Unternehmen gelten dürfen, die alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzen, an ihrer Allmacht auf Schienen auch für die Zukunft nicht rütteln zu lassen. Und dann kommt einer daher, der glaubt, er könne unter diesen Umständen den Herrschern den Fehdehandschuh hinwerfen - mit einem Thema, das doch in der Bevölkerung kaum auf Interesse und Unterstützung stösst.

Während in Karlsruhe mit Dieter Ludwig und Horst Emmerich (BD Karlsruhe) nun wirklich ausgebuffte Profis gearbeitet haben -und zwar MITeinander und nicht wie in Salzburg GEGENeinander- NUR deswegen hat das Unternehmen "Karlsruher Modell" geklappt. Und auch das war bekanntlich eine Lebensaufgabe studierter und promovierter Fachleute, die zudem beste politische Verbindungen hatten und über viele Jahre die Grundlagenforschung des Bundes mit ihren Segnungen wie fachlich breiter Unterstützung und den gut gefüllten Forschungsfördertöpfen eingebunden hatten. Die Politik im Grunde aller Parteien, die Gebietskörperschaften vor Ort, Land und Bund standen mit den Fachbehörden alle hinter dem Projekt.

Dagegen Salzburg: eine Truppe von Fans ohne fachliche Ausbildung, KEIN politischer Rückhalt, nirgends, KEINE Fördertöpfe, beseelt von einer fixen Idee, die fachlich eben NICHT hinterlegt war und bis heute nicht ist....Der Großraum Karlsruhe, der wirtschaftlich ein solches System tragen kann -und zwar in der Ursprungsform OHNE den sündhaft teueren Tunnel, der da (leider) heute gebaut wird- ist mit ca. 2,8 Mio. Einwohnern um ein Vielfaches größer und wesentlich dichter besiedelt als Salzburg mit seinen gerade mal 155.000 Einwohnern plus einem Einzugsbereich von bestenfalls noch einmal so vielen Einwohnern. Und dafür eine "U-Bahn" bauen? Na Mahlzeit.....

Und mit dem Thema O-Bus ist es auch nicht anders. Ich habe überhaupt nichts gegen O-Busse, zumal sie in Österreich ja heute schon mit wirklich sauberem Strom gefüttert werden. Aber einen grenzenlosen Hype um O-Busse aufzuziehen, sie hochzustilisieren, als ob sie allein die Rettung des Abendlandes (in Gestalt von Salzburg) vor dem Untergang bewirken können, das ist doch völliger Käse. Wenn das so wäre, warum ist dann der Anteil des ÖPNV gerade in Salzburg und gerade während der Jahre des forcierten Ausbaus des O-Busnetzes massiv zurückgegangen, geradezu auf ratternder Talfahrt? Weil es eben in Salzburg im Verkehrsbereich an ganz anderen Sachen krankt, die ein Bus mit oder ohne Oberleitung nicht lösen kann. Und da wurden dann von den gleichen Leuten -meine "Modelleisenbahner"- abenteuerliche Erfolgsbilanzen des Obusses verbreitet wie behauptete Immobilienwertsteigerung und dergleichen. Wenn man da aber dann nachfragte, Genaueres dazu wissen wollte: wer hat da wann mit welcher Methodik und welchen Ergebnissen wissenschaftliche Erkenntnisarbeit betrieben? Ja, da gabs dann nie eine Antwort... Klar, warum....:):)

Tja, das "O-Bus-Maderl von Seite 3" in der Kronen-Zeitung mag manch einem als genialer Marketing-Streich in Sachen ÖPNV erscheinen - ich halte mich da lieber an nachprüfbare Erfolgsbilanzen. Und da schaut's halt in Salzburg schlecht aus - verdammt schlecht.....

Gruß Tss
Bernhard Martin schrieb:
Duewagraute schrieb:Zitat:
Wieso muss man das? Die schon erwähnte "Salami-Taktik" ist wahrscheinlich viel cleverer, nachdem in Salzburg schon diverse Großprojekte um Lokalbahn-Ausbau bzw. Stadtbahn nicht in einem Rutsch hat durchsetzen können. Ein Politiker kann dann immer sagen: "Jetzt haben wir schon so viel investiert, da kommt es auf die nächste Tranche auch nicht mehr an, zumal sie verkehrlich einen großen Nutzen bringen wird."
Träum weiter! Darauf wartet man seit der Eröffnung des unterirdischen Lokalbahnhofs jetzt schon 22 Jahre. Sollte die Tunnelverlängerung bis zum Mirabellplatz tatsächlich gebaut werden, darf man mit Sicherheit wieder ein Vierteljahrhundert auf die nächste Verlängerung um eine Station warten...
Genau so. Es gibt keine belastbare, realistische und politisch gewollte bzw. zumindest zur Kenntnis genommene Gesamtplanung. Und bevor es so etwas nicht gibt ist es total verantwortungslos, Geld in Stückwerk zu investieren, das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit immer Stückwerk bleiben wird.

Salamitaktik ist etwas anderes. Dieter Ludwig hätte z.B. niemals in Heilbronn eine Stadtstrecke gebaut, wenn nicht von Anfang an klar gewesen wäre, im Kontext einer Gesamtplanung, dass es später zu einer Durchmesserstrecke zumindest bis nach Öhringen kommen würde. Die allein sicherte schon die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit des Heilbronner Teilnetzes im Karlsruher Modell. Die Salamitaktik war dort die, damit dann -wenn die Erfolge erkennbar werden- die Nordstrecke später anhängen zu können und so ein immer besseres Teilnetz aufzubauen. Und zukünftig vielleicht auch mit der Zabergäubahn. Aber ein U-Bahnstummel unter Salzburg ist niemals sinnvoll und wirtschaftlich zu erweitern, wenn das Ganze nicht eine Duchgangsstrecke als Herzstück eines Salzburger Regionalbahnnetzes wird. Und das will keiner dort -ausser der Modellbahnergemeinde- , und somit ist und bleibt es mit nur einer Zulaufstrecke unverantwortliche Geldverschwendung.

Gruß Tss
Türen schließen selbsttätig schrieb:Zitat:
Und da wurden dann von den gleichen Leuten -meine "Modelleisenbahner"- abenteuerliche Erfolgsbilanzen des Obusses verbreitet wie behauptete Immobilienwertsteigerung und dergleichen.
Hinzu kam die ausschließlich jubelnde Berichterstattung in der Fachpresse. Aber was will man auch anderes erwarten, wenn die Beiträge entweder vom Betriebsdirektor selbst, seinem Sohn, einem Mitarbeiter oder von anderen Autoren stammen, die sich grundsätzlich sehr schwer tun, eine kritische Haltung zu ihrem Berichtsgegenstand einzunehmen?
Duewagraute schrieb:Zitat:
Genauso hat man es in Saarbrücken und Heilbronn gemacht.
Das Saarland als Vorbild? Guter Witz! Die Saarbahn-Linie S1 wurde erst nach massiver Verzögerung fertiggestellt. Mehrmals stand der Weiterbau bis Lebach auf der Kippe. An der Eisenbahnstrecke nach Sarreguemines wurden die bestehenden Haltepunkte auch erst nach jahrelanger Verzögerung modernisiert. Von den einst versprochenen zusätzlichen Haltepunkten ist schon lange keine Rede mehr. Die ursprünglichen Ausbauprojekte sind m.A.n. mausetot oder bestenfalls auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Eine zweite Systemwechselstelle wurde gebaut, aber nur im Messe-Gelegenheitsverkehr (noch nicht einmal bei jeder Messe!) befahren. Belastbare Planungen für eine Nutzung im Planverkehr gab es nie. Die Saarbahn taugt nie und nimmer als Vorbild. Eher als Paradebeispiel dafür, wie man ein vielsprechendes Projekt in den Sand setzen kann.

Heilbronn mit Salzburg zu vergleichen, liefe hingegen wieder auf den berühmten Äpfel-Birnen-Vergleich hinaus: Heilbronn hatte konkrete, realistische Planungen, die Politik hatte klare verkehrspolitische Ziele formuliert und mit der Stadtbahn das Instrument zur Erreichung dieser Ziele beschlossen. Eine breite politische Mehrheit stand hinter diesen Beschlüssen. Dementsprechend konnte gehandelt werden und anschließend die Früchte dieser Bemühungen ernten. In Salzburg ist nichts davon vorhanden.
1432 mm schrieb:
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Das kommt halt davon, wenn man die Macht in die Hand von Modelleisenbahnern gibt, die sich auf Augenhöhe mit Profis fühlen und die dann einfach so machen lässt....
Und das wahrscheinlich auch noch, ohne vorher das DSO-Expertengremium zu befragen. Ein absoluter Skandal!
Also bei meiner Modellbahn passt alles zueinander und der ICE kann durch den U-Bahntunnel fahren.

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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Dagegen Salzburg: eine Truppe von Fans ohne fachliche Ausbildung, KEIN politischer Rückhalt,

Also so schlimm ist es nicht, die Planungen einer unterirdische Lokalbahnverlängerung wurde von Schweizer Experten betreut. Mackinger war selbst politisch engagiert und wurde bei vielen Projekten (nicht nur) von der damaligen Landeshauptfrau mit Fördermittel unterstützt. Die jüngsten Planungen stammen von Karlsruher Verkehrsplanern . . .

Türen schließen selbsttätig schrieb:
Und mit dem Thema O-Bus ist es auch nicht anders. Ich habe überhaupt nichts gegen O-Busse, zumal sie in Österreich ja heute schon mit wirklich sauberem Strom gefüttert werden. Aber einen grenzenlosen Hype um O-Busse aufzuziehen, sie hochzustilisieren, als ob sie allein die Rettung des Abendlandes (in Gestalt von Salzburg) vor dem Untergang bewirken können, das ist doch völliger Käse. Wenn das so wäre, warum ist dann der Anteil des ÖPNV gerade in Salzburg und gerade während der Jahre des forcierten Ausbaus des O-Busnetzes massiv zurückgegangen, geradezu auf ratternder Talfahrt? Weil es eben in Salzburg im Verkehrsbereich an ganz anderen Sachen krankt, die ein Bus mit oder ohne Oberleitung nicht lösen kann. Und da wurden dann von den gleichen Leuten -meine "Modelleisenbahner"- abenteuerliche Erfolgsbilanzen des Obusses verbreitet wie behauptete Immobilienwertsteigerung und dergleichen. Wenn man da aber dann nachfragte, Genaueres dazu wissen wollte: wer hat da wann mit welcher Methodik und welchen Ergebnissen wissenschaftliche Erkenntnisarbeit betrieben? Ja, da gabs dann nie eine Antwort... Klar, warum....:):)

Ja die Elektrifizierung von Buslinien ist nicht mit einem ÖV-Ausbau gleichzusetzen. Die Fahrgastzahlen des Obus stiegen jährlich, aber der Pendlerverkehr nahm stärker zu, weshalb der ÖV-Anteil des Modal Split sank.


Bernhard Martin schrieb:
Heilbronn mit Salzburg zu vergleichen, liefe hingegen wieder auf den berühmten Äpfel-Birnen-Vergleich hinaus: Heilbronn hatte konkrete, realistische Planungen, die Politik hatte klare verkehrspolitische Ziele formuliert und mit der Stadtbahn das Instrument zur Erreichung dieser Ziele beschlossen. Eine breite politische Mehrheit stand hinter diesen Beschlüssen. Dementsprechend konnte gehandelt werden und anschließend die Früchte dieser Bemühungen ernten. In Salzburg ist nichts davon vorhanden.

In Salzburg gab es auch entsprechende politische Beschlüsse usw. Aber die politische Einigkeit hielt meist nicht lange . . .



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.04.18 19:52.
Ergänzend sollte man daraufhinweisen, daß der langjährige Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) im sogenannten Swap-Prozeß zu drei Jahren Haft, eines davon unbedingt (ohne Bewährung), verurteilt worden ist und, auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, in der Folge von seinem Amt zurückgetreten ist. Nachfolger ist Harald Preuner (seit September 2017 interimistisch und seit Dezember 2017 gewählt) von der ÖVP. Ich denke, wenn es nach 18 Jahren zu einem Wechsel an der Stadtspitze kommt, dann kann das durchaus auch dazu führen, daß Schwerpunkte neu gesetzt werden und in ein älteres Projekt wieder neuer Schwung kommt.

Was die Umsetzung des Tunnelprojekts bisher auch nicht gerade beschleunigt hat, ist die Tatsache, daß es in Österreich kein Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) gibt und Fördermittel für ein solche Projekt, salopp gesagt, individuell beim Bund in Wien verhandelt werden müssen.
Naja, die ÖVP ist aber bisher nicht gerade als Förderer des SNPV aufgetreten, um es mal freundlich auszudrücken. Weder in Salzburg noch anderswo, daher vermute ich, dass sich da gar nichts tun wird.
Früherwarallesbesser schrieb:
Naja, die ÖVP [...], daher vermute ich, dass sich da gar nichts tun wird.
Das entspricht aber ganz und gar nicht der Linie, die der türkisschwarze Studienabbrecher vorgegeben hat: Veränderungen. So wird sich bestimmt der ein oder andere, bisher für unmöglich gehaltene Straßenausbau kommen.

Dass sich die Nachhaltigkeitsministerien oder gar der Herr Mechaniker nochmal für grüne Verkehrsideen einspannen lassen, wird so schnell nicht nochmal passieren.
Veränderungen zulasten der Autofahrer? Das wäre jetzt wirklich mal neu. Im schwarzbraunen türkisblauen Umfeld steht „Veränderungen“ doch eher für Sozialabbau, rückwärtsgewandtes Denken und Verringerung von Umweltstandards. Eher schaffen die in Salzburg den Obus ab, und beschaffen, neben vielen Dieselbussen, dann als Feigenblatt noch ein, zwei Batterie- oder Brennstoffzellenbusse.
4076 schrieb:
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Dagegen Salzburg: eine Truppe von Fans ohne fachliche Ausbildung, KEIN politischer Rückhalt,
Also so schlimm ist es nicht, die Planungen einer unterirdische Lokalbahnverlängerung wurde von Schweizer Experten betreut. Mackinger war selbst politisch engagiert und wurde bei vielen Projekten (nicht nur) von der damaligen Landeshauptfrau mit Fördermittel unterstützt. Die jüngsten Planungen stammen von Karlsruher Verkehrsplanern . . .
Einverstanden, ein wenig zugespitzt habe ich schon...:)

ABER: Österreich und Gutachten, fürwahr ein Kapitel für sich! Zweck einer Begutachtung ist es in Österreich, seinen eigenen Standpunkt bestätigt zu bekommen. Es ist gang und gäbe, dass Gutachten von einer Seite -gerne einer politisch geprägten Seite- bestellt und dann postwendend von der anderen Seite mit Hohn und Spott zurückgewiesen werden: "das ist ja ein SPÖ-Gutachten" (andersrum genauso), womit ausgedrückt werden soll, es sei halt nur eine Mischung an Ergebenheitsschriftstellerei unter gröblicher Missachtung aller wirklich relevanten Aspekte, totaler Verdrehung der Realität usw. (was die eine oder andere Seite dann darunter halt so versteht....). Und, dummerweise, oft ist es auch nicht allzuweit davon entfernt, denn es IST ja zumeist eine von vornherein festgelegter Arbeitsauftrag, den die Gutachter erhalten.

Und was man bei der causa Salzburg auch sehr schön sieht: parteiliche Solidarität mag lange halten, man mag lange Rückendeckung bekommen, aber auch das hat irgendwo seine Grenzen. Ein Name ist ja schon gefallen, und "seine" SPÖ hat dann ja nach langen Jahren großer Geduld mit dem Genossen doch den Stecker gezogen und ihn fallenlassen. Und da kann man nur sagen: selbst schuld, wer Solidarität dermaßen einseitig strapaziert, den erwischt es irgendwann.

Ich denke, Herr M. hat nie verstanden, dass seine Sicht auf die Dinge aus einem ziemlich wahrnehmungsbeschränkten Blickwinkel kommt. Man könnte es auch eine Form von Autismus nennen. Man verfällt dann rasch dem Glauben, "die Bevölkerung" stehe hinter einem und es gehe wirklich um eine Weichenstellung höchstrangiger Art, zwischen Wohl und Wehe, gut und böse. Wenn man von Emotionen getrieben ist, die einen Sehnsucht danach verspüren lassen, an Landstationen Milchkannenverladung wie dereinst bei den Interurbans zu haben - in Ordnung, auf der Modelleisenbahn oder in süssen Träumen. Wenn man versucht, ähnliche Sachen in der Gegenwart umzusetzen (nein ich behaupte nicht, dass er das genannte Beispiel bei der SLB umsetzen wollte, aber es gab andere Gedanken zuhauf, wo auch wirklich realisiert oder beibehalten wurde - unter Geldvernichtung ohne Ende....), dann sollte man sich einer schonungslosen Selbstanalyse stellen, wenn nötig, mit professioneller Unterstützung.....:)
Daß die SPÖ ihren Parteigenossen und Lokalbahndirektor "hat fallen lassen", würde ich mit Blick auf die Eigentumsverhältnisse bei der Salzburg AG so nicht sagen. Die Salzburg AG gehört zu 42,56 Prozent dem Land Salzburg, zu 31,31 Prozent der Stadt Salzburg und zu 26,13 Prozent der Energie AG Öberösterreich Service und Beteiligungsverwaltungs-GmbH. Ohne die Zustimmung des großen Partners (Land Salzburg) wäre die Ablösung nicht möglich gewesen. Gegen den Willen des Landesrats für Verkehr (das entspricht dem Landesverkehrsminister in Deutschland) Hans Mayr wäre der Wechsel an der Spitze der Salzburger Lokalbahn im Jahr 2014 somit nicht möglich gewesen. Der inzwischen als Landesrat zurückgetretene Hans Mayr war zum damaligen Zeitpunkt Mitglied im Team Stronach, aus dem er im November 2015 ausgetreten ist. Zuvor war Mayr Mitglied in der ÖVP, aus der er 2012 ausgetreten ist. Im Frühjahr 2016 gründete Mayr schließlich die Salzburger Bürgergemeinschaft (SBG), mit der er zur bevorstehenden Landtagswahl 2018 antreten wollte. Grund für seinen Rücktritt ist eine Affäre um Spenden aus der Bauwirtschaft mit welchen der Wahlkampf seiner neuen Partei SBG finanziert werden sollte.
Hans Mayr bekam Medienberichten zufolge auch Wahlunterstützung finanzieller Natur von Batteriebusfirmen.
Heute gibt es HIER:

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einen ausführlichen und fundierten Beitrag zum Verkehr in und um Salzburg.