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Nabend zusammen,

heute möchte ich die kleine Serie der Berichte über das spannende An- und Abkuppeln von Beiwagen* bei der ÜSTRA fortführen. Nachdem ich bereits in Langenhagen und Laatzen (Rethen/Nord folgt noch) zugeschaut habe, wie auf der Linie 1 Beiwagen an- und abgekuppelt werden, geht es nun zur Linie 6. Im Fahrplanjahr 2018 fährt diese Linie tagsüber komplett mit Dreiwagenzügen, doch im letzten Fahrplanjahr waren es nur einzelne Kurse und diese haben auch nur während der Rushhour einen dritten Wagen erhalten. Nach der Rushhour wurde vom Dreiwagenzug-Betrieb wieder auf die üblichen Zweiwagenzüge geschwächt.
Doch anders als auf der Linie 1, wird auf der Linie 6 nicht immer schlicht der dritte Wagen abgekuppelt. Viel mehr werden aus den abgekuppelten Beiwagen neue Zweiwagenzüge gebildet, die dann im Tausch gegen einen Dreiwagenzug verkehren. So kann schlussendlich ein ganzer Dreiwagenzug ohne Kuppelmanöver zum Betriebshof einrücken.
Dazu sei erklärt, dass der Silberpfeil in zwei Ausführungen vorhanden ist. Der TW 2000 ist ein 25 Meter langer Zweirichtungswagen, kann also auch als Einzelwagen verkehren. Anders sieht dies beim TW 2500 aus. Dieser ist nur ein sogenannter "Eineinhalbrichtungswagen", er hat also nur einen vollwertigen Fahrerstand und am anderen Ende einen Faltenbalg. Am Wagenende mit dem Faltenbalg ist lediglich ein notdürftiges Rangierfahrpult vorhanden, um den Wagen auf Betriebshöfen rückwärts fahren zu können. Im Streckenbetrieb sind immer zwei Wagen vom Typ TW 2500 gekuppelt als Zweiwagenzug unterwegs.
Da auf dem Streckennetz der ÜSTRA größtenteils Zweiwagenzüge unterwegs sind, haben die TW 2500 in den Jahren eine deutlich höhrere Kilometerleistung erbracht, als die Einzelwagen TW 2000. Um dieses Ungleichgewicht an Laufleistungen auszugleichen, werden in den letzten Jahren, so oft es geht, zwei TW 2000 gekuppelt und eingesetzt. Im Fahrplanjahr 2017 sind morgens am Endpunkt "Messe/Ost" insgesamt vier Kurse mit Dreiwagenzügen angekommen, die als Zweiwagenzug wieder abfahren sollten. Nun hätte man einfach die vier Beiwagen abkuppeln und lediglich die TW 2500-Gespanne weiterfahren lassen können. Doch dies würde die obengenannte Problematik der ungleichen Laufleistungen nur verschärfen. Deshalb wurde am Endpunkt recht spannend gekuppelt und getauscht, um dieser Problematik entgegenzuwirken.

Vorab aber noch eine kurze Beschreibung der Anlagen am Endpunkt "Messe/Ost". Dieser ist damals für die EXPO 2000 unter dem Namen "EXPO/Ost" eröffnet worden und besteht aus einer überdachten dreigleisigen Haltestelle und einer großzügigen Wende- und Aufstellanlage mit drei Abstellgleisen. Die beiden äußeren Gleise der imposanten Haltestelle werden getrennt für Ankunft und Abfahrt genutzt. Das Mittelgleis kann in beide Richtungen befahren werden und könnte so theoretisch zur Hauptankunftszeit zusätzlich als Ankunftsgleis und bei der Abreisespitze zusätzlich zur Abfahrt genutzt werden.
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Der erste Dreiwagenzug hat den Einzelwagen hinten hängen, lässt am Endpunkt die Fahrgäste aussteigen und fährt durch die Wendeschleife ins linke der drei Abstellgleise. Dort zieht der Zug soweit auf die Weichen vor, dass der Beiwagen nach dem Abkuppeln im Abstellgleis ganz vorne steht. Der Stadtbahnfahrer kuppelt den Beiwagen ab, lässt diesen im Abstellgleis stehen und fährt als Zweiwagenzug wieder hoch zur Haltestelle.
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Zehn Minuten später kommt der nächste Dreiwagenzug am Messegelände an. Dieser hat den Beiwagen vorne hängen und wird bereits im Ankunftsgleis entkuppelt. Einzelwagen und Zweiwagenzug fahren dann hintereinanderweg in die Kehranlage. Der Einzelwagen fährt ins linke Abstellgleis, wo immer noch der TW 2000 vom vorherigen Kurs steht und kuppelt an diesen an. Ein Rangierer fährt den Zweiwagenzug ins Mittelgleis der Abstellanlage und wartet dort auf den nachfolgenden Kurs.
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Als sogenannter 20/2 fährt dieser Kurs dann als Zweiwagenzug weiter. So sammeln auch die TW 2000 ein paar Kilometer. Im Hintergrund fährt der TW 2500 ins mittlere Gleis der Aufstellanlage.
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Weitere zehn Minuten später erreicht der dritte Dreiwagenzug den Messeendpunkt. Dieser fährt ins rechte Gleis der Abstellanlage. Der Rangierer, der zuvor den Zweiwagenzug ins Mittelgleis der Anlage gefahren hat, übernimmt diesen Dreiwagenzug und fährt damit als Dienstwagen zum Betriebshof Leinhausen. Der Stadtbahnfahrer der Linie 6 übernimmt den TW 2500 im Mittelgleis und fährt mit diesem weiter.
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Nun folgt ein Szenenwechsel zur Haltestelle, denn hier wird der letzte Beiwagen des Morgens abgekuppelt und für einige Stunden stehengelassen. Damit dieser Wagen nicht dem Vandalismus zum Opfer fällt, wird er im Mittelgleis der Haltestelle bis zum Mittag abgestellt.
Dazu fährt der entsprechende Kurs abweichend ins Mittelgleis, statt wie sonst durch die Wendeanlage zu drehen.
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Gegen 14 Uhr wird der Beiwagen wieder an einen Kurs der Linie 6 angekuppelt, der dazu wieder ins Mittelgleis fährt.
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Nach dem Kuppeln verlässt dieser Kurs als Dreiwagenzug die Haltestelle wieder.
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Wer möchte, kann sich dieses Rangiermanöver aber auch nochmal im Video angucken. :)
Quelle: YouTube
* In Hannover hat sich der Begriff Beiwagen bis heute gehalten, auch wenn es bei der Stadtbahn keine Beiwagen mehr im klassischen Sinne gibt. So werden die einzelnen TW 2000, die zusätzlich an die TW 2500-Verbände angehangen werden, um so Langzüge aus drei Wagen zu bilden, als Beiwagen bezeichnet. Auch wenn es sich dabei natürlich ebenfalls um Triebwagen handelt.

Bus- und Stadtbahnvideos aus Hannover: [www.youtube.com]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.18 19:01.
Tolles Video und tolle Dokumentation! Allerdings würde ich es persönlich sinnvoll finden, wenn du die jeweile Uhrzeit der Szene einblenden würdest, damit man das Schauspiel besser einordnen kann. ;)