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[K] Bonner Straßenbahn brennt in Köln

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 13.11.17 19:33

Auf der Luxemburger Straße hat ein K5000-Plastikbomber der SWB gebrannt. "Aufgrund eines technischen Defekts" habe das Drehgestell Feuer gefangen.
Ich wusste gar nicht, dass ein Drehgestell Feuer fangen kann, aber gut, dass es nicht 5min früher im Tunnel passiert ist.
Gerade der Kölner Innenstadttunnel hat ja immer noch keine vernünftige Brandschutztechnik, dann hätte das ganz, ganz übel ausgehen können...

[www.ksta.de]

Re: [K] Bonner Straßenbahn brennt in Köln

geschrieben von: 1418

Datum: 13.11.17 19:40

Moin,
Zitat:
Ich wusste gar nicht, dass ein Drehgestell Feuer fangen kann
Der stählerne Rahmen bestimmt nicht. Aber der ganze darin eingebaute elektrische Quatsch wie Motoren z.B., oder deren Anschlußkabel, oder dar Teile der elektrohydraulischen Feststellbremse... Vielleicht war letztere auch nur fest. Erstens qualmt das sehr stark, zweitens kann die dabei entstehende Hitze so manchen Schmodder im Fahrwerksbereich zum brennen bringen, und drittens übler Gestank...
1418

Doppelt. Bitte löschen. (o.w.T)

geschrieben von: HLeo

Datum: 13.11.17 20:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.17 20:13.

Dramatischer Einsatz für die Feuerwehr

geschrieben von: HLeo

Datum: 13.11.17 20:11

"Dramatisch". Klar: Express. Erklärt aber nicht, was dramatisch war.
Nach WDR-Berichten ließ der Fahrer die Fahrgäste an der Haltestelle aussteigen und fuhr den Zug dann an eine Stelle, wo er nicht so sehr störte und die Feuerwehr in Ruhe löschen konnte.
Dramatisch?

Betreff angepasst



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.17 21:19.

Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Mevissen4

Datum: 13.11.17 20:13

Hallo zusammen,

gleiches ist uns heute auf der Linie 66 von Siegburg Richtung Bonn passiert. Im Bereich des erstens Drehgestells hat es wegen einer defekten Bremse (so die Ansage des Fahrers) auch gequalmt. Nach zwei Stationen war Schluss und die Bahn ist leer Richtung Bonn gefahren.
Die Nummer habe ich mir leider nicht gemerkt, war aber ein grüner B-Wagen mir den grün gemusterten Sitzpostern. Bild leider auch nicht.

Gruß Ingo

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 13.11.17 20:45

Also ein anderer Wagentyp als der K5000er in Köln.
An der Sache heute war wahrscheinlich nicht viel ernsthaft dramatisch, höchstens, dass "Feuer" schon 'ne Nummer brenzliger klingt als "Rauch" z.B. von einer festgefahrenen Bremse. Ich denke, dass das schon eine andere Nummer war, als die Linie 3 die mit einer festgefahrenen Bremse vor etwa einem Monat den Ehrenfelder Tunnel blaugestunken hat. Die Stationen waren für 1-2 Std. gesperrt und wurden ohne Halt durchfahren, am nächsten Tag stank es noch, nach zwei Tagen war alles wie immer.

Es ist aber, wie gesagt, nicht auszudenken, wie das "Feuer fangen" mit der entsprechenden Rauchentwicklung 5-10min früher ausgesehen hätte. 10min früher fuhr die betreffende Doppeltraktion wahrscheinlich gerade im U-Bahn-Bereich in die Station Neumarkt ein...

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Plastikbomber

Datum: 13.11.17 21:19

Kölnbahner schrieb:
Also ein anderer Wagentyp als der K5000er in Köln.
An der Sache heute war wahrscheinlich nicht viel ernsthaft dramatisch, höchstens, dass "Feuer" schon 'ne Nummer brenzliger klingt als "Rauch" z.B. von einer festgefahrenen Bremse. Ich denke, dass das schon eine andere Nummer war, als die Linie 3 die mit einer festgefahrenen Bremse vor etwa einem Monat den Ehrenfelder Tunnel blaugestunken hat. Die Stationen waren für 1-2 Std. gesperrt und wurden ohne Halt durchfahren, am nächsten Tag stank es noch, nach zwei Tagen war alles wie immer.
Ich hatte ja mal von einem qualmenden 2400er im Tunnel berichtet, aber da wurden die Stationen normal angefahren, trotz des üblen Gestanks. War vielleicht nicht die beste Idee, sodass man daraus gelernt hat.

Und qualmende K5000 aus Bonn kenne ich auch. Vermutlich keine so große Sache, aber ich bezweifle, dass man auf vielen Abschnitten auf einen wirklichen Ernstfall vorbereitet ist - sowohl bei der KVB, als auch bei der SWB.

INFRASTRUKTURAPOKALYPSE

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: StadtbahnFreak

Datum: 13.11.17 21:30

Der Zug wurde heute um ca. 19:50 Uhr mit dem Bauzug in den Betriebshof West abgeschleppt. Der Zug war wie ich mitbekommen habe vorher auf der Stammstrecke und wurde dann durch die Leitstelle in die Neuenhöfer Allee geschickt. Die Zugnummer habe ich leider nicht mehr sehen können. Aber es war ein Zug mit irena.org Werbung

Re: 0370

geschrieben von: cd345

Datum: 13.11.17 23:01

http://www.repage6.de/memberdata/strabkoeln/631213.11.20171k.JPG
KVB Robel Gleiskraftwagen 6312 mit dem defekten Bonner Stadtbahnwagen 0370 an der Haltestelle Gleueler Str./Gürtel am 13.11.2017.


http://www.repage6.de/memberdata/strabkoeln/631213.11.20172k.JPG
KVB Robel Gleiskraftwagen 6312 mit dem defekten Bonner Stadtbahnwagen 0370 an der Haltestelle Gleueler Str./Gürtel am 13.11.2017.


http://www.repage6.de/memberdata/strabkoeln/037013.11.20172k.JPG
Der defekte Bonner Wagen 0370 gezogen von KVB Robel 6312 an der Haltestelle Gleueler Str./Gürtel am 13.11.2017.


http://www.repage6.de/memberdata/strabkoeln/037013.11.20171k.JPG
Der defekte Bonner Wagen 0370 gezogen von KVB Robel 6312 an der Haltestelle Gleueler Str./Gürtel am 13.11.2017.

http://www.repage6.de/memberdata/strabkoeln/037013.11.20173k.JPG
Der defekte Bonner Wagen 0370 gezogen von KVB Robel 6312 auf dem Gürtel am 13.11.2017.

Und welches ist DEIN Kölner Lieblingsfahrzeug?

http://www.repage3.de/memberdata/mvogelf1/BannerStadtbahnkoeln.jpg

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.17 06:46.

Danke an Markus für den Nachtbericht

geschrieben von: Der Bahns

Datum: 14.11.17 13:14

.


Moin Forum, zuallererst denke ich bei Bränden im Drehgestellbereich, dass die Ursache mangelde Lagerschmierung ist ,
die dann aufgrund der dicht gedrängten Umgebung von Elektrik / Elektronik zu erweiterten Auswirkungen führt.

.



Gruß von Wolfgang

Re: Danke an Markus für den Nachtbericht

geschrieben von: luas3001

Datum: 14.11.17 20:47

Oder doch nur fester Federspeicher.
Dieser Rauch und Gestank kann auch leicht in die Kategorie Brand gesteckt werden.

Pay the fare or pay the price.
LUAS

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Hauptmann Mumm

Datum: 15.11.17 00:45

Mevissen4 schrieb:
Die Nummer habe ich mir leider nicht gemerkt, war aber ein grüner B-Wagen mir den grün gemusterten Sitzpostern.

Es war ein 93er-Wagen.

Die Kommunikation über die Leitstelle war recht aufschlussreich (ich saß direkt hinter der Fahrerkabine).

Tenor Leitstelle: Bitte Fahrgäste rauswerfen, und dann nicht mehr bremsen, Strecke ist frei. Dann nach Dransdorf kommen und Zug tauschen. Ist aber nur noch ein Einzelwagen da, aber der reicht dann für die 68...

Der Wagenmangel und -Zustand in BN ist inzwischen nur noch skandalös. Man kann nur hoffen, dass das mit der neuen SWBV-Geschäftsführung besser wird.

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: cinéma

Datum: 16.11.17 05:04

Wo gibt es eigentlich keinen Wagenmangel? Ich höre nur: In Bonn herrscht Wagenmangel, in Berlin herrscht Wagenmangel, in Köln herrscht Wagenmangel, in Düsseldorf herrscht Wagenmangel, in Essen hakt es auch, von Duisburg ganz zu schweigen. Ist das der Preis für die Schwarze Null?

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Gernot

Datum: 16.11.17 09:05

cinéma schrieb:
Wo gibt es eigentlich keinen Wagenmangel? Ich höre nur: In Bonn herrscht Wagenmangel, in Berlin herrscht Wagenmangel, in Köln herrscht Wagenmangel, in Düsseldorf herrscht Wagenmangel, in Essen hakt es auch, von Duisburg ganz zu schweigen. Ist das der Preis für die Schwarze Null?

Du hast die Betriebe in Ostdeutschland vergessen, die immer noch einen großen Teil ihrer Leistungen mit fast 30 Jahre alten Tatras fahren, bis die Dinger irgendwann mal auseinanderfallen oder wegen Ersatzteilmangel stillgelegt werden müssen. Auch die Eisenbahnunternehmen haben wenig Reservebestände, ganz zu schweigen von dem eklatanten Mangel an Lokführern bei vielen Gesellschaften.
Aber zu deiner (vermutlich rhetorischen) Frage: Ja, das ist eine der Folgen der Schwarzen Null. Der Bund streicht und wälzt Leistungen auf die Länder ab, die hingegen streichen freiwillige Leistungen und wälzen Kosten auf die Kommunen ab und die Kommunen stehen da und haben fast nur noch Geld für ihre Pflichtleistungen. Dazu gehört aber nicht der Nahverkehr. Dem hingegen werden Kostengrenzen aufgedrückt und jeder Cent Zuschuss wird von Kämmerer und Rat hinterfragt.
Dabei wäre Geld da, man will es nur nicht haben weil das Steuererhöhungen, bzw. die Streichung von Steuervergünstigungen bedeuten würde. Allein die Streichung der Steuervorteile für Dieselkraftstoff würde ein Plus von mindestens 6 Milliarden/Jahr bedeuten. Weder ist diese Subvention heute noch nachvollziehbar, weil Dieselmotoren eben nicht fast ausnahmslos in gewerblich genutzten Fahrzeugen eingebaut sind noch ist sie umweltpolitisch zu verantworten. Die Besteuerung von Flugbenzin allein für Inlandsflüge wären nochmals gut eine Milliarde, was je Flugticket eine Preissteigerung von noch nicht mal 2 Euro bedeutet. Das Ende von Air Berlin hat erheblich höhere Preissprünge ergeben, wenn die Meldungen der Medien stimmen. Die halten die Leute aber auch nicht vom Fliegen ab. Und was ist mit der LKW-Maut für Fern- und Reisebusse? Die fahren umsonst auf den Autobahnen!
Aber das hatten wir ja alles schon...

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: maex

Datum: 16.11.17 10:53

cinéma schrieb:
Wo gibt es eigentlich keinen Wagenmangel? Ich höre nur: In Bonn herrscht Wagenmangel, in Berlin herrscht Wagenmangel, in Köln herrscht Wagenmangel, in Düsseldorf herrscht Wagenmangel, in Essen hakt es auch, von Duisburg ganz zu schweigen. Ist das der Preis für die Schwarze Null?

Warum sollte dies der Preis für die schwarze Null sein? Generell sollte es doch so sein, dass du nur so viel ausgegeben wird, wie eingenommen wird. Das können ich und du privat auch nicht anders machen. Anderenfalls hätten wir irgendwann ein Problem.
Das Problem bei den Kommunen, Bundesländern und beim Bund ist doch, dass seit Jahren bzw. Jahrzehnten zu viel konsumiert und zu wenig investiert wird. Das rächt sich jetzt sowohl im Bereich Schiene als auch im Bereich Straße.
Gerade die Kosten im sozialen Bereich sind aus diversen Gründen angstiegen (z.B. durch die unkontrollierte Zuwanderung in unsere Sozialsysteme).

Die Lösung kann also nicht sein, die schwarze Null in Frage zu stellen und sich für anstehende Investitionen weiter zu verschulden (der Schuldenstand ist schon jetzt immens hoch), sondern es muss in allen Bereich geschaut werden, wo gespart werden kann (vor allem im Bereich "Konsum", z.b. unnötige Subventionen, Transferleistungen...)

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Gernot

Datum: 16.11.17 11:55

maex schrieb:
cinéma schrieb:
Wo gibt es eigentlich keinen Wagenmangel? Ich höre nur: In Bonn herrscht Wagenmangel, in Berlin herrscht Wagenmangel, in Köln herrscht Wagenmangel, in Düsseldorf herrscht Wagenmangel, in Essen hakt es auch, von Duisburg ganz zu schweigen. Ist das der Preis für die Schwarze Null?

Warum sollte dies der Preis für die schwarze Null sein? Generell sollte es doch so sein, dass du nur so viel ausgegeben wird, wie eingenommen wird. Das können ich und du privat auch nicht anders machen. Anderenfalls hätten wir irgendwann ein Problem.
Das Problem bei den Kommunen, Bundesländern und beim Bund ist doch, dass seit Jahren bzw. Jahrzehnten zu viel konsumiert und zu wenig investiert wird. Das rächt sich jetzt sowohl im Bereich Schiene als auch im Bereich Straße.
Gerade die Kosten im sozialen Bereich sind aus diversen Gründen angstiegen (z.B. durch die unkontrollierte Zuwanderung in unsere Sozialsysteme).

Die Lösung kann also nicht sein, die schwarze Null in Frage zu stellen und sich für anstehende Investitionen weiter zu verschulden (der Schuldenstand ist schon jetzt immens hoch), sondern es muss in allen Bereich geschaut werden, wo gespart werden kann (vor allem im Bereich "Konsum", z.b. unnötige Subventionen, Transferleistungen...)

Wenn man mehr Geld benötigt als man hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Die eine ist die Ausgaben zu verringern. Da stößt der Staat schon seit längerem an seine Grenzen, man könnte auch sagen: Er spart sich in einigen Bereichen kaputt, z.B. bei der Infrastruktur, zu der auch der ÖPNV gehört. Die andere Möglichkeit, welche von den meisten Parteien sicherheitshalber nicht erwähnt wird, weil man den Verlust von Wählerstimmen befürchtet, ist die Erhöhung der Einnahmen. Das muss nicht immer die Erhöhung von Einkommen- oder Mehrwertsteuer sein, obwohl dies den meisten Wählern und Politikern als erstes einfällt. Wie bereits geschrieben gibt es einige Steuervergünstigungen, die ich für fragwürdig halte. Dazu kommen noch die zahlreichen legalen und halblegalen Möglichkeiten, in Deutschland verdientes Geld zu deutlich niedrigeren Sätzen im Ausland zu versteuern. Ich weiß nicht, wie viele Milliarden Steuerzahlungen Apple, amazon, IKEA und Co. in Europa auf diese Art jährlich einsparen. Aber das ist eine politische Entscheidung: Man will weder die internationalen Großkonzerne mitsamt ihren Heimatländern vergrätzen noch die innereuropäischen Steueroasen wie Niederlande, Irland, Malta oder Luxemburg, über die mittels Briefkastenfirmen vieles abgewickelt wird. Schon vor Jahren wurde ausgerechnet, dass die Einnahmeverluste durch Sozialbetrug jeglicher Art gegenüber denen durch Steuerhinterziehung und halblegaler Steuervermeidung marginal sind. An dieser Rechnung dürfte sich nichts geändert haben. Von daher ist der Verweis auf illegale Einwanderer - die im übrigen kein Anrecht auf Sozialleistungen haben - reichlich deplatzierte Propaganda aus der rechten Ecke. Die wirklichen Verhinderer eines finanziell ausreichend ausgestatteten Staates sitzen im Kreis der Besserverdienenden und des internationalen Großkapitals, welche ihre berechtigte Steuerlast schon immer mit allen Mitteln verrringern. Das mag sich für manchen nach kommunistischen (Huch!) Parolen anhören, aber es ist leider die Realität. Würden alle Firmen und Privatpersonen ihre in Deutschland erwirtschafteten Geschäfts- und sonstigen Einnahmen ordnungsgemäß nach den hier gültigen Steuersätzen versteuern, hätten wir mit der Finanzierung eines hervorragenden öffentlichen Nah- und Fernverkehrs überhaupt keine Probleme ohne dass man dafür an anderer Stelle einsparen müsste.

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 16.11.17 14:01

Gernot schrieb:

Wenn man mehr Geld benötigt als man hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Die eine ist die Ausgaben zu verringern. Da stößt der Staat schon seit längerem an seine Grenzen, man könnte auch sagen: Er spart sich in einigen Bereichen kaputt, z.B. bei der Infrastruktur, zu der auch der ÖPNV gehört. Die andere Möglichkeit, welche von den meisten Parteien sicherheitshalber nicht erwähnt wird, weil man den Verlust von Wählerstimmen befürchtet, ist die Erhöhung der Einnahmen. Das muss nicht immer die Erhöhung von Einkommen- oder Mehrwertsteuer sein, obwohl dies den meisten Wählern und Politikern als erstes einfällt. Wie bereits geschrieben gibt es einige Steuervergünstigungen, die ich für fragwürdig halte. Dazu kommen noch die zahlreichen legalen und halblegalen Möglichkeiten, in Deutschland verdientes Geld zu deutlich niedrigeren Sätzen im Ausland zu versteuern. Ich weiß nicht, wie viele Milliarden Steuerzahlungen Apple, amazon, IKEA und Co. in Europa auf diese Art jährlich einsparen. Aber das ist eine politische Entscheidung: Man will weder die internationalen Großkonzerne mitsamt ihren Heimatländern vergrätzen noch die innereuropäischen Steueroasen wie Niederlande, Irland, Malta oder Luxemburg, über die mittels Briefkastenfirmen vieles abgewickelt wird. Schon vor Jahren wurde ausgerechnet, dass die Einnahmeverluste durch Sozialbetrug jeglicher Art gegenüber denen durch Steuerhinterziehung und halblegaler Steuervermeidung marginal sind. An dieser Rechnung dürfte sich nichts geändert haben. Von daher ist der Verweis auf illegale Einwanderer - die im übrigen kein Anrecht auf Sozialleistungen haben - reichlich deplatzierte Propaganda aus der rechten Ecke. Die wirklichen Verhinderer eines finanziell ausreichend ausgestatteten Staates sitzen im Kreis der Besserverdienenden und des internationalen Großkapitals, welche ihre berechtigte Steuerlast schon immer mit allen Mitteln verrringern. Das mag sich für manchen nach kommunistischen (Huch!) Parolen anhören, aber es ist leider die Realität. Würden alle Firmen und Privatpersonen ihre in Deutschland erwirtschafteten Geschäfts- und sonstigen Einnahmen ordnungsgemäß nach den hier gültigen Steuersätzen versteuern, hätten wir mit der Finanzierung eines hervorragenden öffentlichen Nah- und Fernverkehrs überhaupt keine Probleme ohne dass man dafür an anderer Stelle einsparen müsste.

Amen.

Re: Bonner Straßenbahn qualmt auch auf der 66

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 16.11.17 14:58

Gernot schrieb:
>> Du hast die Betriebe in Ostdeutschland vergessen, die immer noch einen großen Teil ihrer Leistungen mit fast 30 Jahre alten Tatras fahren, bis die Dinger irgendwann mal auseinanderfallen oder wegen Ersatzteilmangel stillgelegt werden müssen. Auch die Eisenbahnunternehmen haben ..... <<

Auch hierzulande gibt es inzwischen (wie auch bei ostdeutschen Betrieben) 20 jahre alte Niederflurwagen von AEG oder Düwag bzw. Siemens, teils noch ältere, bis an die 30 Jahre alte, M/N- und B-Wagen. Letztere werden häufig ertüchtigt.

Es ist also kein Phänomen von Ostdeutschland alleine.
Neubeschaffungen scheitern doch häufig an der Politik, siehe das Gezänk im

Land Brandenburg, Städte Brandenburg, Cottbus und Frankfurt / Oder .....
  

>> Aber zu deiner (vermutlich rhetorischen) Frage: Ja, das ist eine der Folgen der Schwarzen Null. Der Bund streicht und wälzt Leistungen auf die Länder ab, die hingegen streichen freiwillige Leistungen und wälzen Kosten auf die Kommunen ab und die Kommunen stehen da und haben fast nur noch Geld für ihre Pflichtleistungen. Dazu gehört aber nicht der Nahverkehr. Dem hingegen werden Kostengrenzen aufgedrückt und jeder Cent Zuschuss wird von Kämmerer und Rat hinterfragt. <<

Ein wenig anders läuft das System Stadt- bzw. Nahverkehr schon:
Die Betriebe werden - in aller Regel - beauftragt bestimmte (häufig von ihnen selbst
vorgeschlagene) Leistungen zu fahren, dafür wird eine bestimmte Summe vereinbart.
Haben sie mehr Kosten, bleiben sie meistens darauf sitzen.

Komplizierter ist es bei den Verbünden, wo die Einnahmen NUR nach bestimmten schlüsseln verteilt werden: da muss die Kommune meist weitere Summen übernehmen!!!
  

>> Dabei wäre Geld da, man will es nur nicht haben weil das Steuererhöhungen, bzw. die Streichung von Steuervergünstigungen bedeuten würde. Allein die Streichung der Steuervorteile für Dieselkraftstoff .... <<

Was soll diese "Vermischung" von unterschiedlichen Finanzierungen????

Für den Nahverkehr ist/sind die Kommune/n zuständig.

Für Investionen, die gefördert werden können, gibt es Landeszuschüsse.
Diese werden aus verschiedenen Töpfen des Bundes (mit)finanziert.

NUR: Wenn das Land die Förderungen NICHT weitergibt (siehe die 3 Städte oben), dann kommt im Betrieb nichts für neue Fahrzeuge und/oder Baumaßnahmen an!!!

UND DAS KANN ES NICHT SEIN !!!!

Gruß aus Köln
Rolf Hafke