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RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Freddy M.

Datum: 15.03.17 21:16

... man lernt also doch aus Fehlern...


Mehr dazu hier:
[ted.europa.eu]

Locomore eine Chance geben! Nutzt den Neuling ab Betriebsstart für eine Alternative im Fernverkehrsgeschäft. Abteilwagen mit Klima oder Fenster reservierbar... für jeden das passende :)

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Kalle Grabowski

Datum: 15.03.17 21:21

Ersatz für die "Wackeldackel"?

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Tramwayman

Datum: 15.03.17 22:11

Technische Grundanforderungen an die Fahrzeuge:
- Vorgesehene Nutzungsdauer der Fahrzeuge: 36 Jahre
- Alle Fahrzeuge müssen nach BOStrab und ESBO abgenommen, zugelassen und
betrieben werden können
- Fahrzeuglänge: „30m“ / 40m“ / „601m“, Fahrzeuge der „40m“ und „60m“ Längenklasse
müssen in den Werkstätten in zwei Teile ohne den Einsatz von Hilfsfahrwerken
und Hebeanlagen leicht getrennt werden können. Die getrennten Fahrzeugteile
müssen aus eigener Kraft bewegt werden können.
- Traktionsbetrieb der “30m“ Längenklasse mit automatischer mechanischer Kupplung
und Energiepeitschen
- Fahrzeugbreite: 2,40 m
- Spurweite 1000mm
- Fahrdrahtspannung: 750V DC -20%/+30%, negative Polarität in Fahrleitung
- Kleinster Bogenradius: 15m
- Größte Längsneigung: 7%
- Zweirichtungsfahrzeug
- Drehgestellfahrzeuge mit frei ausdrehenden Fahrwerken mit einem Ausdrehwinkel
von mind. 12°
- durchgehende Achsen, hohlgebohrt aus Werkstoff A4T an allen Fahrwerken
- alle Fahrwerke angetrieben
- Adhäsionsmasse darf 75% der Gesamtmasse nicht unterschreiten
- Bei allen Beschleunigungen und Verzögerungen ist ein Reibwert von maximal
μ=0,2 zu Grunde zu legen
- Beschleunigung 1,3 m/s²
- Mindestverzögerung bei Gefahrenbremsung von 3,8 m/s²
- Achslast: max. 105 kN
- Achsstand: 1800mm
- Wagenkastenrohbau, Beplankung und Dach in Stahlbauweise geschweißt
- Strukturverklebungen unzulässig
1 Sollten die Angebote der 60M Fahrzeuge im Verhältnis zu den 30M nicht wirtschaftlich sein, behält sich der
Auftraggeber vor, die 60M Fahrzeuge durch eine höhere Anzahl an 30M Fahrzeugen zu ersetzen. Bei der
Festbestellung von 80 Fahrzeugen sind 12 x 60 M Fahrzeugen enthalten. Sollten im Vergabeverfahren alternativ
keine langen Fahrzeuge bestellt werde, beläuft sich die Festbestellung sodann auf 92 Fahrzeuge bei
Umwandlung der 12 x 60 M Fahrzeuge in 24 x 30 M Fahrzeuge.


Fenster doppelverglast und nicht mit dem Wagenkasten verklebt, Ausnahme:
Front- und Heckscheibe
- Abdichtungen jeglicher Art durch Gummidichtungen, Klebedichtfugen sind unzulässig.
Ausnahme: Versiegelung des Fußbodens
- Fahrer- und Fahrgastraum vollklimatisiert, im Fahrgastraum mit besetzungsabhängiger
Regelung
- Einstiegshöhe 300mm über SOK bei vollbeladenem Fahrzeug mit auf Minimalmaß
abgefahrenen Radreifen. Die Einstiegshöhe darf in allen anderen Beladungszuständen
350mm über SOK nicht überschreiten.
- Mindestdurchgangsbreite in Gängen, welche von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen
passiert werden können müssen: 800mm
- Rampenneigung in allen Fahrzeugbereichen: max. 6%
- Ansprechendes Fahrzeuginnenraumkonzept unter Berücksichtigung der Belange
der barrierefreien Mobilität sowie optimaler Sitzplatzkapazität:
Bei der Konzepterstellung ist insbesondere eine Variante zu entwerfen, die dem
Anforderungspapier der AG Barrierefreie Mobilität (Anhang 11 zum technischen
Lastenheft (in Anlage A enthalten) umfassend gerecht wird. Weiterhin ist eine Variante
zu erstellen, die den Anforderungen an eine maximale Sitzplatzauslegung
gerecht wird. Außerdem ist eine Variante zu erstellen, die dem optimalen Kompromiss
aus den beiden zuvor genannten Grenzwertanforderungen gerecht wird.
- aktuelle betriebliche Höchstgeschwindigkeit Vmax_regel = 80 km/h
- Auslegungsgeschwindigkeit konstruktiv Vmax_konst = 100 Km/h
- Auslegungsgeschwindigkeit laufdynamisch Vmax_ldyn = 120 km/h
- Umgebungsbedingungen
Umweltgrenztemperaturen
- 30 °C bis + 50 °C
Lufttemperatur im Fahrgastinnenraum
- 30 °C bis + 60 °C
Relative Luftfeuchte 15 bis 100 % rF
- In den Wintermonaten Beanspruchung durch Streusalze/ Streusole sowie mit Reif
belegten Oberleitungen
Weitere Anforderungen:
- Einrichtung eines Obsoleszenzmanagementsystems für die langfristige Sicherstellung
der Ersatzteilversorgung und einer hohen Verfügbarkeit der Fahrzeuge.
- in allen Phasen der Leistungserstellung muss sichergestellt sein, dass die Kommunikation
zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausschließlich auf Deutsch
erfolgt.
- Das Angebot umfasst auch die Herstellung eines Fahrzeugmodells im Maßstab
1:1 (MOCK-UP) zur Validierung aller relevanten Designelemente (u.a. Fahrerstand,
Türen, Fahrgastinnenraum)
- Der Anbieter erklärt sich bereit, die Produktion nach den von der RNV geforderten
Qualitätsmerkmalen durchzuführen und zusätzlich zu den damit verbundenen
Nachweisen jederzeit Stichproben durch die RNV bzw. durch die von der RNV beauftragten
Dritten zuzulassen.
- Für spätere Nachrüstungen und Umbauten muss sich der Auftragnehmer verpflichten
alle Schnittstellen ausreichend zu beschreiben bzw. offen zu legen.
Inhalt und Umfang der zu erbringenden Leistungen ergeben sich im Übrigen aus dem
technischen Lastenheft in Anlage A. Die Bieter haben bei der Erstellung ihrer Angebote
diese Vorgaben zwingend zugrunde zu legen. Gleiches gilt für den Lieferplan in Anlage F.

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: PL

Datum: 15.03.17 22:24

80 Stück zu 30 / 40 m ersetzen die 66 Gleisfräsen. Dann bleibt Spielraum nach obnen.


G
rüße aus Wü

TW 239

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 15.03.17 22:44

PL schrieb:

80 Stück zu 30 / 40 m ersetzen die 66 Gleisfräsen. Dann bleibt Spielraum nach obnen.

Wahrscheinlich eher nicht: Es dürften nicht nur die 50 Mannheimer und 14 Ludwigshafener 6MGT ersetzt werden, sondern auch die 5 für die RHB beschafften ET8N sowie die 12 Heidelberger MGT6D.

Dieser Lieferumfang ist m.A.n. auch sinnvoll, da in absehbarer Zeit keine Ausbauten erfolgen dürften, die den Fahrzeugbedarf signifikant erhöhen. Mit den geplanten 40 m-Fahrzeugen schafft man die erforderlichen Kapazitätssteigerungen. Sehr vernünftig ist auch die geplante Option auf 46 weitere Fahrzeuge.

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: gt670dn

Datum: 16.03.17 00:07

Bernhard Martin schrieb:

sowie die 12 Heidelberger MGT6D.


Nicht eher die M-Wagen? Die sind doch älter.

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 16.03.17 00:40

gt670dn schrieb:

Nicht eher die M-Wagen? Die sind doch älter.

Nein, die M8C sind doch erst in den Jahren 2011-2013 modernisiert worden. Diese Investition muss sich erst amortisieren.

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: National Rail

Datum: 16.03.17 00:40

Die Wagen sind vermutlich auch besser in Schuss als die Niederflurwagen aus den 90er Jahren, nicht zueletzt seit der Modernisierung.

MFG
National Rail

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: Mitteldrehgestell

Datum: 16.03.17 05:19

Ersetzt werden damit

2 Stück GT8 Heidelberg (Baujahr 1975)
8 Stück OEG-GT8 (5 Einbügler und 3 Zweibügler) (Baujahre 1974 - 1989)
6 Stück OEG-Variobahnen V6 (Baujahr 1996)
12 MGT6D aus Heidelberg (Baujahre 1994/5)
8 M8C aus Heidelberg (Baujahr 1985/6)
64 GT6N aus Mannheim und Ludwigshafen (Baujahre 1994-95)
5 ET8N die mal für die RHB beschafft wurden (Baujahre 1994-95)

In der Ausschreibung steht auch eine Vertragslaufzeit bis 2028, da fallen die M8 natürlich trotz ihrer Modernisierung mit rein. Dann wären wir bei 105 Fahrzeugen die zu ersetzen wären.

Die GT6N werden je nach Zustand dann häppchenweise fällig werden, die Instandhaltungsmaßnahmen bei den aktuell laufenden HUen beschränkte sich weitgehend auf den Karosserieteil, die Ersatzteilbeschaffung für die Leistungselektronik (mit technischem Stand von Ende der 80er bis frühe 90er) wird aber nunmal auch nicht einfacher, so dass ggfs. durch Abstellung einiger GT6N Ersatzteile für die übrigen gewonnen werden sollen, und man sich so eine sonst bald dringend nötige Modernisierung des elektrischen Teils schenken kann. Mit dem langen Beschaffungszeitraum ist man da also einigermaßen flexibel, kann in Ruhe über das Ziehen der Option nachdenken (eine mögliche Verlängerung des Vertrages ist Bestandteil der Ausschreibung), und möglicherweise in der Zwischenzeit mit den am Leben erhaltenen Düwacklern auch die eine oder andere nötig gewordene Kapazitätserweiterung abfangen.

Beispiel: Der Abriß der Hochstraße Nord und Ersatz durch eine ebenerdige "Stadtstraße" in Ludwigshafen sollte eigentlich mit einer Kapazitätserweiterung durch zusätzliche Linien (12 Rheingönheim-Friesenheim, 14 Oggersheim-Mannheim, 15 Rheingönheim-Mannheim) begleitet werden, der mit dem aktuellen Fahrzeugpark nicht wirklich zu bewerkstelligen wäre (dass LU sich den geplanten Zusatzverkehr eigentlich eh nicht leisten kann sei mal dahingestellt). Andere Bauprojekte an den beiden Rheinbrücken sowie ein Brückenneubau entlang der A6 in Sandhofen müssen jedoch zuerst abgearbeitet werden, weil der vollstumfängliche Verkehrskollaps sonst unvermeidlich wäre. Somit ist der Projektstart für die Hochstraße auf mindestens Ende 2019 geschoben, was zum einen den Vorteil hat, dass die ersten Neufahrzeuge dann schon vorhanden sind, somit die angedachten Zusatzverkehre mit dem vorhandenen Fahrzeugmaterial abgewickelt werden können, und man außerdem nun noch etwas Zeit hat die bisher noch nicht in trockene Tücher gebrachte 85%-Förderung von Bund und Land weiter auszuhandeln.

Mal schauen, ob die Traditionen gewahrt bleiben und die Thüringerwaldbahn dann in einigen Jahren von GT6N zerfräst wird, derweil die Heidelberger MGT6D in Schöneiche durch Müllautos pflügen

Mögen wir noch so viele Eigenschaften haben, die Welt achtet nur auf unsere schlechten.
(Jean-Baptiste Molière)

das Kleingedruckte vom Mitteldrehgestell...

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 16.03.17 10:11

Also grundsätzlich dürfte seitens der TWSB auch Bedarf an ZR-TW entstehen.

Schließlich wäre so ein Fahrzeug in Waltershausen ned ganz bleed und bei Bauarbeiten behält man sich eine gewisse Flexibilität. Und da die TWSB ja in Mannheim bereits 14 Straßenbahnen gekauft hat wird die RNV hier sicherlich eine Mitteilung hinterlassen wenn denn was im Angebot wäre.

Es kommt nur drauf an wie der Zustand dann ist, welche Fahrzeuge man nimmt und welche Kosten anfallen... So ganz nebenbei - was wiegt eigentlich so ein Heidelberger MGT6D leer und maximal zulässig? Die GT8N waren doch für den Hersdorfplatz zu schwer? - bei MGT6D dürfte das Problem ja nicht geringer sein, das Gewicht verteilt sich ja gar nur auf 6 Achsen. Oder hat das einen anderen Grund das die ex-Mannheimer GT8N in Gotha nur leer zum Ostbahnhof fahren dürfen?

Viele Grüße
Sebastian Woelk



*Edit hat mal Dreckfuhler, äh Druckfehler beseitigt...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.03.17 10:12.

Re: das Kleingedruckte vom Mitteldrehgestell...

geschrieben von: KT4D-Freak

Datum: 16.03.17 11:58

Sebastian Woelk schrieb:
Oder hat das einen anderen Grund das die ex-Mannheimer GT8N in Gotha nur leer zum Ostbahnhof fahren dürfen?

Das ist jetzt nur geraten, aber ich würde den Grund eher in der Steigung des Nelkenberg und der Motorisierung der GT8N suchen.

Sportlich...

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 16.03.17 12:00

Max. 35cm Einstiegshöhe, echte Drehgestelle mit durchgehenden Achsen und Allachsantrieb, und das alles mit maximal 6% Fußbodenneigung. Das klingt nach sehr langen Fahrzeugen mit sehr wenig Einstiegen. Wie man die Fenster dicht bekommen will, wenn weder Gummidichtungen noch Klebedichtverbindungen zulässig sind, ist mir auch nicht so ganz klar. Holzrahmen, Nägel und Fensterkitt sind jedenfalls nicht mehr so ganz der aktuelle Stand bei Schienenfahrzeugen.

Re: Sportlich...

geschrieben von: cu19

Datum: 16.03.17 12:40

Früherwarallesbesser schrieb:
Wie man die Fenster dicht bekommen will, wenn weder Gummidichtungen noch Klebedichtverbindungen zulässig sind, ist mir auch nicht so ganz klar. Holzrahmen, Nägel und Fensterkitt sind jedenfalls nicht mehr so ganz der aktuelle Stand bei Schienenfahrzeugen.

Ich würde die Anforderung so lesen, dass nur Klebedichtungen unzulässig sind, Gummidichtungen hingegen explizit gefordert.
Insgesamt klingt mir die Ausschreibung aber auch sehr nach Wunschzettel, mal sehen, ob sich wirklich ein Hersteller findet, der das alles erfüllen kann.

Zeichnet jemand mal einen Entwurf? (Gibt's was Ähnliches schon?) (o.w.T)

geschrieben von: Thomas Wedekind

Datum: 16.03.17 13:45

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gruß Thomas

Re: das Kleingedruckte vom Mitteldrehgestell...

geschrieben von: Lokleitung

Datum: 16.03.17 14:23

Wohl weniger in der Motorisierung, als in der Bremsausrüstung.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger

"Wenn das 'gesunde Volksempfinden' an die Macht kommt, endet das oft im Weltkrieg.
Geist addiert sich nicht. Dummheit schon." Dieter Nuhr

Re: Sportlich...

geschrieben von: KT4D-Freak

Datum: 16.03.17 15:40

cu19 schrieb:
Insgesamt klingt mir die Ausschreibung aber auch sehr nach Wunschzettel, mal sehen, ob sich wirklich ein Hersteller findet, der das alles erfüllen kann.
Ja, Wunschzettel trifft es ganz gut.

Zitat:
Fahrzeuge der „40m“ und „60m“ Längenklasse müssen in den Werkstätten in zwei Teile ohne den Einsatz von Hilfsfahrwerken und Hebeanlagen leicht getrennt werden können. Die getrennten Fahrzeugteile müssen aus eigener Kraft bewegt werden können.
Der einzige Niederflur-Wagentyp, der sich aktuell in der Werkstatt so trennen lässt, wäre der Combino Supra in Budapest:
http://www.strassenbahn-online.de/Betriebshof/LF100/GT12N.gif

Bei den kürzeren, vierteiligen AEG/ADtranz/Bombardier GT8N(2) sowie dem vierteiligen Combino Plus in Almada bin ich mir nicht sicher, ob eine Trennung vorgesehen ist, ließe sich aber fertigen. Haben aber alle nicht die geforderten Drehgestelle, sind also raus.
Alle anderen Konzepte an Voll- oder Teil-Niederflurwagen setzen auf Fahrwerklose Sänften oder stützen sich zumindest einseitig auf den nächsten Wagenteil, so dass man sie nicht ohne Einsatz von Hilfsfahrwerken trennen kann.

Es bräuchte also ein Konzept ähnlich dem TW2500 der Stadtbahn Hannover (nur in Niederflur).

Zitat:
- Drehgestellfahrzeuge mit frei ausdrehenden Fahrwerken mit einem Ausdrehwinkel von mind. 12°
- durchgehende Achsen, hohlgebohrt aus Werkstoff A4T an allen Fahrwerken
- alle Fahrwerke angetrieben
- Adhäsionsmasse darf 75% der Gesamtmasse nicht unterschreiten
- Mindestdurchgangsbreite in Gängen, welche von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen passiert werden können müssen: 800mm
- Rampenneigung in allen Fahrzeugbereichen: max. 6%

Im Technischen Lastenheft steht nirgends explizit drin, dass der Fahrgastraum stufenlos sein muss. Heißt im Umkehrschluss, dass es möglich wäre, z.B. an den Wagenenden auch hochflurige durch Stufe(n) erreichbare Bereiche anzuordnen. Diese Bereiche müssen nicht von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen passiert werden können.
Ein Drehgestell in 1000mm Spur mit einem Achs(ab)stand von 1800mm und lässt bei einer Ausdrehung von 12° auch gar keinen 800mm breiten Durchgang mehr zu.
(wenn ich mich gerade nicht total verrechnet habe, wäre das die Höhe [h] in einem rechtwinkligen Dreieck aus [b] = 1800mm und [Alpha] = 12° -> [h] = 374mm
Es blieben also ohne die Berücksichtigung der Materialstärke des Wagenbodens nur 1000mm - 374mm = 626mm , also ca. 60cm Durchgangsbreite übrig.)

Neben als Drehgestell auszuführenden Fahrwerken sind offenbar auch Laufwerke gestattet, die nicht wesentlich gegenüber dem Wagenkasten ausdrehbar sein müssen und dadurch die 800mm Durchgangsbreite gewährleisten. Anders ist die "Adhäsionsmasse min. 75%" nicht zu erklären, wenn alle Räder angetrieben wären.

Hier ein Versuch aus dem Bombardier "Flexity Classic" Baukasten. Statt Doppeltraktion als Wagenübergang auszuführen (allerdings sind auch die Laufwerke Drehgestelle und halten somit Durchgangsbreite oder 12° Ausdrehung nicht ein.)
rnv.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.03.17 16:01.

Wenn nur partielle Niederflurigkeit gefordert ist

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 16.03.17 18:38

...dann lande ich bei diesen Anforderungen bei Wagen wie den ersten Freiburger oder Würzburger Teilniederflur-GT8. Nur mit zusätzlichen Niederflurbereichen in den Endwagen. Lauftechnisch wäre das natürlich fast ideal, aber der Innenraum fiele reichlich zerklüftet aus. Andererseits ist das bei vielen Eisenbahntriebzügen mit Niederflureinstiegen auch nicht anders. Antriebslose oder gar feste Fahrwerke sind in der Ausschreibung nicht vorgesehen, denn es ist von Drehgestellfahrzeugen die Rede, bei denen alle Fahrwerke (= Drehgestelle) angetrieben sein müssen. Es sind also lediglich einzelne antriebslose Achsen zulässig.

Re: das Kleingedruckte vom Mitteldrehgestell...

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 16.03.17 19:24

Sebastian Woelk schrieb:

Es kommt nur drauf an wie der Zustand dann ist, welche Fahrzeuge man nimmt und welche Kosten anfallen...

Den Zustand kannst Du Dir leicht ausmalen, wenn Du die GT8N als Vergleichsmaßstab nimmst und gleichzeitig berücksichtigst, dass es sich seit Jahren um ungeliebte Fahrzeuge handelt. Der Zustand ist also durchaus akzeptabel, aber auch nicht sonderlich berauschend.

Zum Kaufpreis sollte man die Kosten für eine Modernisierung hinzurechnen. Für eine kleine Modernisierung des mechanischen Teils und des Fahrgastraums hat die TWSB ja ausreichend Erfahrungen gesammelt. Man wird aber sehen müssen, ob auch Investitionen in den E-Teil erforderlich sind.

Grundsätzlich sollte sich kein potentieller Übernahmebetrieb der Illusion hingeben, Niederflurwagen aus den 1990er Jahren könnte man ohne größere Investitionen einfach so einsetzen. Modernisierungen sind erforderlich, um die Wagen mittelfristig weiterbetreiben zu können, sollten aber auch deshalb getätigt werden, um den Fahrgästen das Gefühl zu vermitteln, dass man einen hochwertigen ÖPNV anbieten möchte und nicht nur ein Angebot für die berühmten A-Gruppen.

Re: Wenn nur partielle Niederflurigkeit gefordert ist

geschrieben von: KT4D-Freak

Datum: 16.03.17 22:23

Früherwarallesbesser schrieb:
...dann lande ich bei diesen Anforderungen bei Wagen wie den ersten Freiburger oder Würzburger Teilniederflur-GT8. ... Antriebslose oder gar feste Fahrwerke sind in der Ausschreibung nicht vorgesehen, denn es ist von Drehgestellfahrzeugen die Rede, bei denen alle Fahrwerke (= Drehgestelle) angetrieben sein müssen. Es sind also lediglich einzelne antriebslose Achsen zulässig.

Du denkst an diese Wagen:
http://www.strassenbahn-online.de/Betriebshof/LF010/GT8D-MNZ.gif

Aber wie willst du diese Konstruktion auf 40m verlängern und ohne Hilfsgestelle trennen können? Für 60m-Wagen sehe ich da weniger Probleme, wenn diese de facto zwei 30m-Einheiten mit Übergang sind, aber 40m? Die gewinnt man gewöhnlich durch einfügen von Laufwerk und Sänfte oder durch anhängen eines aufgesattelten Endwagens. Lässt sich aber beides nicht ohne Hilfsgestelle trennen.

Re: Wenn nur partielle Niederflurigkeit gefordert ist

geschrieben von: teile

Datum: 16.03.17 23:55

40m-die leipziger Lösung? (Solaris)
Edit: Ist natürlich Quatsch, da nicht trennbar.

Aber die Höchstgeschwindigkeit verbietet m.E. fast schon existierende Straßenbahndrehgestelle in Meterspur und verlangt mehr Eisenbahn.
Ich denke da an die meterspurigen Triebwagen von Stadler z.B. RhB Allegra und den Tango in all seinen Variationen.

Wird über den Drehgestellen Mittelflur wie beim Flexity Classic mit allen Kompromissen gefordert, oder dürfen es echte Hochflurdrehgstelle (Stadler Tango) sein? Hier entfällt dann auch das Problem, dass der Drehwinkel die Gangbreite eingrenzt da der Fußboden ohnehin über dem Drehgestell liegt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.03.17 00:09.

Re: RNV schreibt Drehgestellfahrzeuge aus...

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 16.03.17 23:56

Zwei Dinge finde ich an der Ausschreibung bemerkenswert. Zum Einen versucht man wohl den Titel der längsten Straßenbahn der Welt zurückzubekommen (dann zum dritten Mal) und zum Anderen werden scheinbar nur Zweirichtungsfahrzeuge bestellt. Das wundert mich, vor allem vor dem Hintergrund, dass selbst in Heidelberg beim letzten Streckenneubau eine Wendeschleife angelegt wurde.

Ich rate jetzt einfach mal ins Blaue rein und sage, dass Bombardier die neuen Bahnen liefern wird. Sollten die sich nicht total unfähig anstellen, dann hat man sich in Mannheim in der Vergangenheit doch immer recht loyal zur örtlichen Wirtschaft gezeigt. Und so schlecht das Image der Niederflurfahrzeuge der RNV ist, sie haben durchaus auch ihre Stärken. Der Fahrgastraum ist trotz der geringen Breite der Bahnen sehr aufgeräumt, das sieht beim Combino ganz anders aus.

Übrigens kann ich mir gut vorstellen, dass es keine 100% Niederflur gibt (finde ich auch nicht notwendig), schließlich hat man das in der Vergangenheit auch nicht so bestellt.

Re: Wenn nur partielle Niederflurigkeit gefordert ist

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 17.03.17 00:05

Wenn man einen zweiten "Vierachser" in der Mitte vorsieht, kann man das dann auch ohne Hilfsgestelle trennen. Die Drehgestelle vor der "Trennstelle" müssten dann am äußersten Fahrzeugende liegen, und der Übergang müsste zum Doppelgelenk werden, aber das hat Hannover bei den 2500ern ja auch hinbekommen.