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Sind alle ÖPNV-Tunnel

geschrieben von: pasch

Datum: 27.01.04 17:05

Um die geführete Diskussion nochmal einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bzw. mal eine allgemein vertretbare Definition für "Bausünde" im Konsens zu finden, siehe auch mal hier:
[www.drehscheibe-online.de].

Vorneweg - meine Meinung:
Es wurde, insbesondere in den 60er Jahren des letzten Jh. und insbesondere im "Westen", sehr viel, oft auch zu viel, unter die Erde gelegt - oft ohne Not.

Aber: Kann man deshalb schon sagen, dass alles in jener Zeit im Untergrund errichtete auch "schlecht" ist?
Die Sache mit der rudimentären Stadtbahn Rhein-Neckar (die ja wohl auch mal eine richtige U-Bahn werden sollte, wenn sie groß ist) ist in dieser Hinsicht, ähnlich der "Stadtbahn Rhein/ Ruhr", wohl eher kritikwürdig.
Dem gegenüber stehen doch aber auch sehr erfolgreiche Umsetzungen: meiner meinung nach z.B. die Verbindungs-S-Bahnen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt/ Main und München; oder auch die Stadtbahn in Stuttgart - Tunnel (weitgehend) nur da, wo unbedingt nötig. Das ist doch allemal besser als Tunnel (oder Hochbahn) überall!?

Klar, die Flexibilität der Oberflächen-Schinen-Verkehrsmittel ist damit nicht möglich. Aber gerade in den Innenstädten werden sich doch die Verkehrsnachfragen bzw. - beziehungen langfristig nicht ändern.

Ich bitte um Beiträge!



Eintrag editiert (28.01.04 09:55)

Re: Sind alle ÖPNV-Tunnel "Bausünden"?

geschrieben von: Bowser

Datum: 27.01.04 17:33

Zum Ruhrgebiet steht gerade ein interesanter Artikel im Straßenbahn Magazin, das erklärt so manchen Tunnel!
Solange wie die Tunnel sinnvoll zum entflechten des Verkehrs eingesetzt werden sind sie sicher sinnvoll.



"Schatz, wir streiten nicht, es gibt nur eine Art Mangel bei der Bestätigung meiner Forderungen durch Dich."

Die Straßenbahn der Zukunft
[www.youtube.com]

Die Abzocke der EU Parlamentarier (neuer Link)
[www.youtube.com]

Re: Sind alle ÖPNV-Tunnel "Bausünden"?

geschrieben von: Anonymer Teilnehmer

Datum: 27.01.04 18:33

Diese Frage kann man nicht verallgemeinern! Es gibt Stellen, da ist ein Tunnel dringend nötig, weil sonst die Menschenmassen stören. Als Bsp. der Kölner Dom. Stellt Euch mal vor, es würden einige Straßenbahnlinien direkt vor der Tür des Doms fahren...
Unnötig z.B. ist die Untertunnelung in Karlsruhe, wenn sie denn kommt...

Re: Sind alle ÖPNV-Tunnel "Bausünden"?

geschrieben von: Stefan Hinder

Datum: 27.01.04 19:03

Hallo pasch,
ich sehe das weitgehend so wie du. Grundsätzlich hat man in den 60er/70er Jahren die "Segnungen" der Tunnels über- und die Nachteile (dünneres Schienennetz, mehr Umsteigezwang zehrt Fahrzeitgewinne auf, Angst auf nächtlichen U-Bahnhöfen..) unterschätzt. Der größte Fehschlag ist in meinen Augen die Stadtbahn Rhein-Ruhr, wo man finanzielle Möglichkeiten und Bevölkerungsentwicklung völlig überschätzt und als Ergebnis ein teueres Flickwerk geschaffen hat mit teilweise isolierten Einzellinien (U35 Bochum!), dadurch teuerer Betriebsführung und zahlreichen Umsteigezwängen (größter Hammer: trotz Umbaus auf Regelspur keine durchgehende Fahrmöglichkeit zwischen Essen und MH Stadtmitte).
Dennoch ist sicherlich nicht jeder Tunnel Mist. Relativ gut gelungen ist meiner Ansicht nach das System Hannover mit nur kurzen Tunnelabschnitten und einem dadurch weitgehend erhaltenen Oberflächennetz.
Zum Schluss noch ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn es die DDR nicht gegeben hätte und sich die Strab-Betriebe Leipzig, Dresden und Halle seit Kriegsende "westlich" entwickelt hätten? Wahrscheinlich gäbe es dort heute auch "Stadtbahn"-Netze mit stark gebündelten und teilweise im Tunnel verlegten Innenstadtabschnitten im Gegensatz zum weitgefächerten Netz, wo es fast in jeder Straße der City eine Straßenbahnlinie gibt. Was
ist besser? Ich weiß es nicht so recht.
Grüße
Stefan

Re: Sind alle ÖPNV-Tunnel "Bausünden"?

geschrieben von: Harald Tschirner

Datum: 27.01.04 23:03

Ein weites Feld....

Aber man denke auch an die Folgekosten, mit denen sich alte Tunnelsysteme herumschlagen müssen: umfangreiche Sanierungen der Tunnel stehen z.B. in Berlin an!

>Wahrscheinlich gäbe es dort heute auch "Stadtbahn"-Netze mit stark gebündelten und teilweise im Tunnel verlegten Innenstadtabschnitten im Gegensatz zum weitgefächerten Netz, wo es fast in jeder Straße der City eine Straßenbahnlinie gibt. Was
ist besser?<

Für den Straßenbahnfahrgast sicher das Fächernetz, für den Autofahrer sicher das konzentrierte und möglichst unterirdische Netz!

Hannover? Da wo die Straßenbahn heute unten fährt, sind heute größtenteils Fußgängerzonen, da würde sie oberirdisch eigentlich heute niemand stören. Aber vor dem Tunnelbau war da starker Autoverkehr! Und wo ich früher zwei Stufen in die Bahn machen musste, muss ich heute viele Stockwerke in die Erde (Kröpcke!) Und Duisburg ist auch so ein Reizthema: in der Kaiserstr. hatte die Bahn in den letzten Jahren einen schönen eigenen Bahnkörper, aber da der Tunnel schon viele Jahre vorher gebaut worden war, musste er natürlich auch benutzt werden.

Zur Titelfrage: weniger wäre oft mehr gewesen!



Gruß aus Berlin
Harald Tschirner