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[F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 15.03.24 10:33

Hallo zusammen,

da die Regionaltangente West bereits ab Dezember 2028 in Betrieb gehen soll, erfolgt nun die Ausschreibung zur Fahrzeugbeschaffung.
In der Hessischen Ausschreibungsdatenbank befindet sich unter HAD-Referenz-Nr.: 5/613 die zugehörige Ausschreibung sowie Vergabeunterlagen im Elektronisches Vergabeinformations-System mit der ELViS-IDE58253374
Ich nenne nur kurz ein paar spannende Fakten aus der Ausschreibung:

Start Teilnahmewettbewerb: März 2024 (Veröffentlichung 11. März 2024 bis 9. April 2024)
Vergabeentscheidung: Ende 2024 / Anfang 2025
Betriebsstart: Dezember 2028

Beschaffer: Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma)
Beschreibung: Gegenstand der Ausschreibung ist ein öffentlicher Auftrag über die Lieferung sowie Instandhaltung und Bereitstellung von Schienenfahrzeugen (Zweisystemfahrzeugen) mit elektrischem Antrieb für den Einsatz im Netz der Regionaltangente West des Rhein-Main-Verkehrsverbundes im Rahmen eines Verfügbarkeitsmodells
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb
Nutzungsdauer: 30 Jahre
Anzahl: ca. 25 Fahrzeuge (Regelbetrieb inklusive Betriebsreserve) + Instandhaltungsreserve sowie ggf. weitere zur Erfüllung der Verfügbarkeitsvorgaben notwendige Fahrzeuge
Die genaue Fahrzeuganzahl wird Gegenstand der Verhandlungen sein und voraussichtlich auch vom individuellen Angebot des jeweiligen Bieters abhängen. Der Auftraggeber beabsichtigt zudem, Nachbestelloptionen für weitere Fahrzeuge (in untergeordneter Anzahl) vorzusehen.

Mit der zusammengefassten Beauftragung von Lieferung und dauerhafter Wartung, Instandhaltung, Ersatzteilversorgung und weiterer Nebenleistungen (wie z.B. Außenreinigung) aus einer Hand sollen der Werterhalt, die betriebliche Verfügbarkeit und die Sicherheit der Fahrzeuge über deren gesamte Lebensdauer unter Nutzung der Fachkompetenz des Herstellers sichergestellt werden. Der Hersteller übernimmt für diese Zwecke einheitliche und umfassende Pflichten, so dass keine Lücken oder Schnittstellen zwischen den einzelnen Leistungen der Fahrzeugherstellung und -instandhaltung verbleiben und die Fahrzeuge für die Vertragsdauer in der vereinbarten Qualität für den Betrieb zur Verfügung stehen.

Jährliche Fahrleistung der Flotte von voraussichtlich ca. 4,3 Millionen Kilometern

Fahrzeuganforderung:
- elektrisch betriebene Zweisystemfahrzeuge
- Nennspannung Fahrleitung: 750 Volt DC (gemäß DIN EN 50163) sowie 15kV 16 2/3 Hz AC
- Spurweite 1.435 mm
- Leit- und Sicherungstechnik (LST): ETCS Level 2 und PZB 90
- Maximale Radsatzlast (statisch): 12,5 t
- maximale Breite: 2.650 mm
- maximale Länge: 50 m
- Mindestkapazität: 360 Sitz- und Stehplätze (bei 4 Personen pro m² Stehfläche)
- Türbreite: 1.400 mm
- Zweirichtungsfahrzeug
- Zweifachtraktion im Fahrgastbetrieb
- barrierefreier Zugang an mindestens einer Fahrgasttür pro Fahrzeugseite an Bahnsteigen mit: 760 mm SOK, 800 mm SOK (im BoStrab-Bereich), 960 mm SOK

Verfügbarkeitsmodell:
Es ist vorgesehen, für die Fahrzeuge das im RMV-Teilnetz Taunus entwickelte „Verfügbarkeitsmodell“ adaptiert anzuwenden, bei dem der Hersteller neben der Lieferung der Fahrzeuge auch für die Instandhaltung und Bereitstellung schadensfreier und funktionstüchtiger Fahrzeuge verantwortlich ist.
Anforderungen:
- Ggf. Übernahme der Fahrzeughalterschaft
- Sicherstellung und Planung der Fahrzeugverfügbarkeit
- Fahrzeugversicherung
- Verantwortung der Instandhaltung (im Sinne einer ECM)
- Beseitigung von Schäden
- Fahrzeugdisposition zwecks Instandhaltung
- Werterhaltende präventive Instandhaltung (unter Verwendung von Ersatzbaugruppen und Sonderwerkzeugen des Auftraggebers)
- Korrektive Instandhaltung
- Dokumentation der Instandhaltung
- Außenreinigung
- Versorgung mit Betriebsstoffen (bei Werkstattaufenthalten).
- Nachlieferverpflichtung von Fahrzeugen bei dauerhaft unverfügbaren Fahrzeugen bzw. untergegangenen Fahrzeugen
- Bereitstellung von Ersatzfahrzeugen/-verkehren bei Ausfall der Fahrzeuge
- Übergabe von Echtzeit-Fahrzeugdaten
- Abwicklung der täglichen Verfügbarkeit mit dem Betreiber (Verkehrsunternehmen)

Werkstattstandort:
Die Identifizierung einer geeigneten Werkstatt sowie eine etwaige Unterbeauftragung von Instandhaltungsleistungen bei einem Dritten (d.h. insbesondere bei einer Werkstatt) liegt in der Verantwortung des Herstellers. Die Bedingungen der Zusammenarbeit sind zwischen dem Hersteller und dem Dritten/dem Werkstattbetreiber bilateral vertraglich zu regeln. Im Verfügbarkeitsmodell bleibt der Hersteller jedoch alleiniger Vertragspartner mit der fahma.
Die fahma informiert darüber, dass als möglicher Partner für einen Werkstattstandort die Stadtwerke VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) in Frage kommen könnte. Das Gelände, auf dem sich auch die Stadtbahnzentralwerkstatt (STZW) der VGF (Heerstraße 305, Frankfurt am Main) befindet, kann nach den Planungen der RTW Planungsgesellschaft mbH ein geeigneter Werkstattstandort sein und soll daher an die RTW-Infrastruktur angeschlossen werden. Die Infrastruktur zur Zufahrt in die Werkstatt (soweit es das Werkstattgelände selbst betrifft) wird von der VGF allerdings nur geschaffen, wenn dies bilateral mit dem jeweiligen Hersteller abgestimmt und die Kostenfrage geklärt ist.

Vertragskonzept:
- Fahrzeuglieferungsvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über die Herstellung und Lieferung von Schienenfahrzeugen (Zweisystemfahrzeugen) in ausreichender Anzahl
- Instandhaltungs- und Verfügbarkeitsvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über eine Laufzeit von ca. 30 Jahren
- Rahmenvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über eine Laufzeit von ca. 30 Jahren zu Grundzüge der Zusammenarbeit sowie grundsätzliche Punkte des Fahrzeuglieferungs sowie des Instandhaltungs- und Verfügbarkeitsvertrags

Vertragsstruktur:
RTW: Vertrag zur Infrastrukturnutzung mit VU, Zusammenarbeit mit Hersteller (Fahrzeugzulassung)
fahma: Bereitstellung Fahrzeuge an VU, Fahrzeugbeschaffung durch Hersteller
RMV: Verkehrsvertrag mit VU
VU: Abwicklungsverhältnis mit Hersteller

Verkehrsausschreibung:
Zu einem späteren Zeitpunkt wird der RMV, nach Abschluss eines ebenfalls europaweiten Vergabefahrens, einen Verkehrs-Service-Vertrag mit einem Betreiber (Verkehrsunternehmen) über die Verkehrsleistungen auf der EBO und der BOStrab-Infrastruktur im Netz der Regionaltangente West abschließen. Die Betriebsaufnahme der Schienenfahrzeuge im Netz der Regionaltangente West bzw. der Beginn des Verkehrsvertrags ist für Dezember 2028 geplant. Die Laufzeit des Verkehrsvertrages (vsl. 15 Jahre).

EFRE-Forderungsmittel:
Die fahma hat für das vorliegende Projekt einen Förderantrag gemäß der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung eines innovativen, intelligenten und grünen wirtschaftlichen Wandels in Hessen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Förderzeitraum 2021 bis 2027 (EFRE-Förderrichtlinie 21+) gestellt (sog. EFRE-Programm Hessen). Sollte keine Förderzusage erteilt werden, behält sich die fahma vor, das Vergabeverfahren aufzuheben.


So und nun viel Spaß beim Diskutieren. In den Unterlagen gehen auch die Qualifizierungsanforderungen an die Hersteller für den Teilnahmewettbewerb hervor.

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Re: [F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: andreas +

Datum: 15.03.24 12:09

Danke für die Info! - Wirklich spannend, wer (und ob) da jemand etwas anbietet resp. zu welchem Preis ... *

Zitat
barrierefreier Zugang an mindestens einer Fahrgasttür pro Fahrzeugseite an Bahnsteigen mit: 760 mm SOK, 800 mm SOK (im BoStrab-Bereich), 960 mm SOK
Gibt dann (mind.) drei Fahrgasttüren mit jeweils unterschiedlicher Fußbodenhöhe pro Fahrzeugseite?


*Nachtrag: Zitat
Sollte keine Förderzusage erteilt werden, behält sich die fahma vor, das Vergabeverfahren aufzuheben.
Wäre dann evtl. das Ende der RTW im nördlichen Abschnitt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:03:15:12:13:53.

Re: [F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: Uwe-FF

Datum: 15.03.24 12:32

andreas + schrieb:
Zitat
barrierefreier Zugang an mindestens einer Fahrgasttür pro Fahrzeugseite an Bahnsteigen mit: 760 mm SOK, 800 mm SOK (im BoStrab-Bereich), 960 mm SOK
Gibt dann (mind.) drei Fahrgasttüren mit jeweils unterschiedlicher Fußbodenhöhe pro Fahrzeugseite?
Ich denke nicht, dass das notwendig ist.
Als barrierefrei gilt ein Höhenunterschied bis 50mm ("VDV-Würfel").
Wenn der Fußboden im Türbereich eine Höhe von 800mm erhält, passt das zum U-Bahnsteig.
Am Eisenbahnbahnsteig mit 760mm Höhe muss ohnehin eine Spaltüberbrückung genutzt werden. Diese befindet sich geringfügig unter dem Fußboden, ca. 20 bis 30mm. Damit passt das auch.
Die Tür für die S-Bahnsteige wird man sicherlich mit 2 Schiebetritten ausstatten, einer Spaltüberbrückung und einer Stufe auf 800mm Höhe.
Sollte es im Eisenbahnbereich noch 550er Bahnsteige geben, müsste die niedrige Tür zusätzlich noch einen zweiten Schiebetritt auf dieser Höhe erhalten.
Gruß Uwe

Re: [F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 15.03.24 12:47

>>> Gibt dann (mind.) drei Fahrgasttüren mit jeweils unterschiedlicher Fußbodenhöhe pro Fahrzeugseite? <<<

800 zu 960 mm könnte eine Stufe werden (16 cm ideal),
760 mm mit ausfahrbarem Brett auf 800 mm überbrücken.

R H

Re: [F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 15.03.24 13:44

Uwe-FF schrieb:
Sollte es im Eisenbahnbereich noch 550er Bahnsteige geben, müsste die niedrige Tür zusätzlich noch einen zweiten Schiebetritt auf dieser Höhe erhalten.
550 mm über SOK gibt es in diesem Netz nicht. Das Problem sind tatsächlich die 960 mm-S-Bahnbahnsteige.
Ich gehe auch davon aus, dass man die Türen auf mindestens 800 mm setzen muss, damit man die BoStrab einhält (Fußbodenhöhe nicht unter Bahnsteigoberkante).

Im Fahrzeug selbst erwarte ich Rampen und damit größere sitzplatzfreie Mehrzweckräume...
Es wird daher eher ein Stehplatzfahrzeug - zumal Rollstühle bei 2+2 kaum durchkommen (Giruno als breiter Eisenbahntriebwagen hat ja dort auch reduzierte Plätze). Und die Strategie der S-Bahn RheinMain geht zu Stehplatzfahrzeugen über, um die Kapazität weiter zu erhöhen.
Takte lassen sich bei der RTW nicht verdichten, dazu ist die Infrastruktur zu sparsam geplant.

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Also so in etwa? Ich mache bei Ausschreibungen öfter solche Zeichnungen.
Gut, die 3 Türen pro Seite ist vielleicht zu wenig.
Dachte wenn man den Flughafen anfährt, könnte man die 8 extra Sitzplätze gebrauchen.
Man könnte es aber auch bei den 4 pro Seite lassen.
Bei der Türhöhe (4 pro Seite) wäre ich für
2 mal 960 und 2 mal 800.

Gruß Lukas



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:03:16:15:48:04.

Re: [F] Ausschreibung RTW-Zweisystemstadtbahnwagen

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 17.03.24 20:27

Lukas Ketel Juric schrieb:
Zitat:
Also so in etwa? Ich mache bei Ausschreibungen öfter solche Zeichnungen.
Ich denke die Führerstände müssten massiver sein, um alle Anforderungen der TSI Crashnormen einzuhalten. Da reicht dann schon eher ein Blick zu den Citylinks oder zu den Flexity Swift Karlsruhe.

Lukas Ketel Juric schrieb:
Zitat:
Gut, die 3 Türen pro Seite ist vielleicht zu wenig.
Dachte wenn man den Flughafen anfährt, könnte man die 8 extra Sitzplätze gebrauchen.
Man könnte es aber auch bei den 4 pro Seite lassen.
Ich würde nicht zu wenig Türen annehmen. Die Strecke wird sehr dicht befahren und die RTW wird langsamer unterwegs sein (90 bzw. 100 km/h maximal statt 120 km/h) - da sind gute Fahrgastwechselzeiten wichtig, zumal es auch eine größere Spaltüberbrückung bedarf.

Sitzplätze - das ist wohl ein Witz?! Bei der S-Bahn überlegt man viele Sitze zu entfernen, um mehr Personen und Gepäck transportieren zu können...


Lukas Ketel Juric schrieb:
Bei der Türhöhe (4 pro Seite) wäre ich für
2 mal 960 und 2 mal 800.
Das wäre meine Prognose. Zwischen beiden Türen entsprechende Rampen mit Mehrzweckabteil.

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