Hallo zusammen,
da die Regionaltangente West bereits ab Dezember 2028 in Betrieb gehen soll, erfolgt nun die Ausschreibung zur Fahrzeugbeschaffung.
In der
Hessischen Ausschreibungsdatenbank befindet sich unter HAD-Referenz-Nr.: 5/613 die zugehörige Ausschreibung sowie Vergabeunterlagen im
Elektronisches Vergabeinformations-System mit der
ELViS-IDE58253374
Ich nenne nur kurz ein paar spannende Fakten aus der Ausschreibung:
Start Teilnahmewettbewerb:
März 2024 (Veröffentlichung 11. März 2024 bis 9. April 2024)
Vergabeentscheidung:
Ende 2024 / Anfang 2025
Betriebsstart:
Dezember 2028
Beschaffer:
Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma)
Beschreibung: Gegenstand der Ausschreibung ist ein öffentlicher
Auftrag über die
Lieferung sowie
Instandhaltung und
Bereitstellung von Schienenfahrzeugen (Zweisystemfahrzeugen) mit elektrischem Antrieb für den Einsatz im Netz der Regionaltangente West des Rhein-Main-Verkehrsverbundes im Rahmen eines
Verfügbarkeitsmodells
Verfahrensart:
Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb
Nutzungsdauer: 30 Jahre
Anzahl:
ca. 25 Fahrzeuge (Regelbetrieb inklusive Betriebsreserve)
+ Instandhaltungsreserve sowie
ggf. weitere zur Erfüllung der Verfügbarkeitsvorgaben
notwendige Fahrzeuge
Die genaue Fahrzeuganzahl wird Gegenstand der Verhandlungen sein und voraussichtlich auch vom individuellen Angebot des jeweiligen Bieters abhängen. Der Auftraggeber beabsichtigt zudem,
Nachbestelloptionen für weitere Fahrzeuge (
in untergeordneter Anzahl) vorzusehen.
Mit der zusammengefassten Beauftragung von
Lieferung und
dauerhafter Wartung, Instandhaltung, Ersatzteilversorgung und
weiterer Nebenleistungen (wie z.B. Außenreinigung) aus einer Hand sollen der Werterhalt, die betriebliche Verfügbarkeit und die Sicherheit der Fahrzeuge über deren gesamte Lebensdauer unter Nutzung der Fachkompetenz des Herstellers sichergestellt werden. Der Hersteller übernimmt für diese Zwecke einheitliche und umfassende Pflichten, so dass keine Lücken oder Schnittstellen zwischen den einzelnen Leistungen der Fahrzeugherstellung und -instandhaltung verbleiben und die Fahrzeuge für die Vertragsdauer in der vereinbarten Qualität für den Betrieb zur Verfügung stehen.
Jährliche
Fahrleistung der Flotte von voraussichtlich ca.
4,3 Millionen Kilometern
Fahrzeuganforderung:
- elektrisch betriebene Zweisystemfahrzeuge
- Nennspannung Fahrleitung: 750 Volt DC (gemäß DIN EN 50163) sowie 15kV 16 2/3 Hz AC
- Spurweite 1.435 mm
- Leit- und Sicherungstechnik (LST):
ETCS Level 2 und PZB 90
- Maximale
Radsatzlast (statisch):
12,5 t
- maximale Breite: 2.650 mm
- maximale
Länge: 50 m
- Mindestkapazität: 360 Sitz- und Stehplätze (bei 4 Personen pro m² Stehfläche)
- Türbreite: 1.400 mm
- Zweirichtungsfahrzeug
- Zweifachtraktion im Fahrgastbetrieb
- barrierefreier Zugang an
mindestens einer Fahrgasttür pro Fahrzeugseite an Bahnsteigen mit:
760 mm SOK,
800 mm SOK (im BoStrab-Bereich),
960 mm SOK
Verfügbarkeitsmodell:
Es ist vorgesehen, für die Fahrzeuge das im RMV-Teilnetz Taunus entwickelte „Verfügbarkeitsmodell“ adaptiert anzuwenden, bei dem der Hersteller neben der Lieferung der Fahrzeuge auch für die Instandhaltung und Bereitstellung schadensfreier und funktionstüchtiger Fahrzeuge verantwortlich ist.
Anforderungen:
- Ggf. Übernahme der Fahrzeughalterschaft
-
Sicherstellung und
Planung der Fahrzeug
verfügbarkeit
- Fahrzeugversicherung
- Verantwortung der Instandhaltung (im Sinne einer ECM)
- Beseitigung von Schäden
-
Fahrzeugdisposition zwecks Instandhaltung
- Werterhaltende präventive Instandhaltung (unter Verwendung von Ersatzbaugruppen und Sonderwerkzeugen des Auftraggebers)
- Korrektive Instandhaltung
- Dokumentation der Instandhaltung
- Außenreinigung
- Versorgung mit Betriebsstoffen (bei Werkstattaufenthalten).
-
Nachlieferverpflichtung von Fahrzeugen bei dauerhaft unverfügbaren Fahrzeugen bzw. untergegangenen Fahrzeugen
-
Bereitstellung von
Ersatzfahrzeugen/-verkehren bei Ausfall der Fahrzeuge
- Übergabe von
Echtzeit-Fahrzeugdaten
- Abwicklung der täglichen Verfügbarkeit mit dem Betreiber (Verkehrsunternehmen)
Werkstattstandort:
Die
Identifizierung einer geeigneten Werkstatt sowie eine
etwaige Unterbeauftragung von Instandhaltungsleistungen bei einem Dritten (d.h. insbesondere bei einer Werkstatt) liegt in der Verantwortung des Herstellers. Die Bedingungen der Zusammenarbeit sind zwischen dem Hersteller und dem Dritten/dem Werkstattbetreiber
bilateral vertraglich zu regeln. Im Verfügbarkeitsmodell bleibt der
Hersteller jedoch
alleiniger Vertragspartner mit der fahma.
Die fahma informiert darüber, dass
als möglicher Partner für einen Werkstattstandort die
Stadtwerke VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) in Frage kommen könnte. Das Gelände, auf dem sich auch die
Stadtbahnzentralwerkstatt (STZW) der VGF (Heerstraße 305, Frankfurt am Main) befindet, kann nach den Planungen der RTW Planungsgesellschaft mbH ein geeigneter Werkstattstandort sein und soll daher an die RTW-Infrastruktur angeschlossen werden. Die
Infrastruktur zur Zufahrt in die Werkstatt (soweit es das Werkstattgelände selbst betrifft) wird von der VGF allerdings nur geschaffen, wenn dies bilateral mit dem jeweiligen Hersteller abgestimmt und
die Kostenfrage geklärt ist.
Vertragskonzept:
- Fahrzeuglieferungsvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über die Herstellung und Lieferung von Schienenfahrzeugen (Zweisystemfahrzeugen)
in ausreichender Anzahl
-
Instandhaltungs- und Verfügbarkeitsvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über eine
Laufzeit von ca. 30 Jahren
- Rahmenvertrag zwischen dem Hersteller und dem Auftraggeber über eine Laufzeit von ca. 30 Jahren zu Grundzüge der Zusammenarbeit sowie grundsätzliche Punkte des Fahrzeuglieferungs sowie des Instandhaltungs- und Verfügbarkeitsvertrags
Vertragsstruktur:
RTW: Vertrag zur Infrastrukturnutzung mit VU, Zusammenarbeit mit Hersteller (Fahrzeugzulassung)
fahma: Bereitstellung Fahrzeuge an VU, Fahrzeugbeschaffung durch Hersteller
RMV: Verkehrsvertrag mit VU
VU: Abwicklungsverhältnis mit Hersteller
Verkehrsausschreibung:
Zu einem
späteren Zeitpunkt wird der RMV, nach Abschluss eines ebenfalls
europaweiten Vergabefahrens, einen
Verkehrs-Service-Vertrag mit einem Betreiber (Verkehrsunternehmen) über die
Verkehrsleistungen auf der
EBO und der
BOStrab-Infrastruktur im Netz der Regionaltangente West abschließen. Die Betriebsaufnahme der Schienenfahrzeuge im Netz der Regionaltangente West bzw. der
Beginn des Verkehrsvertrags ist für
Dezember 2028 geplant. Die
Laufzeit des Verkehrsvertrages (
vsl. 15 Jahre).
EFRE-Forderungsmittel:
Die fahma hat für das vorliegende Projekt einen
Förderantrag gemäß der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung eines innovativen, intelligenten und grünen wirtschaftlichen Wandels in Hessen aus Mitteln des
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Förderzeitraum 2021 bis 2027 (EFRE-Förderrichtlinie 21+) gestellt (sog. EFRE-Programm Hessen).
Sollte keine Förderzusage erteilt werden, behält sich die fahma vor,
das Vergabeverfahren aufzuheben.
So und nun viel Spaß beim Diskutieren. In den Unterlagen gehen auch die Qualifizierungsanforderungen an die Hersteller für den Teilnahmewettbewerb hervor.
Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen
Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [
www.youtube.com]