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 03/02 - Bild-Sichtungen 

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Hier zeigen wir aktuelle Sichtungsbilder, die nicht älter als eine Woche sind. Ältere und umfangreichere Bildbeiträge sowie Zusammenfassungen und Jahresrückblicke bitte in die Bildberichte einstellen. ACHTUNG: Dies ist NICHT das Fotoforum, Diskussionen über Bilder sind hier fehl am Platz!
Hallo Forumskollegen!

Heute kann ich einmal einige Fotos aus dem Sauerland liefern, und zwar am 6. April in einer Pause zwischen den verschiedenen Schneestürmen dieser Tage aufgenommen.

In Neheim-Hüsten stiess ich zufällig auf die RLG 57, die gerade von einem Kokstransport mit 28 Waggons absetzte; ich war leider eine Minute zu spät, um sie noch vor dem Zug zu erwischen. Dahinter stand ein fast ebenso langer Kesselwagenzug, fotografisch nicht zu erfassen.

https://live.staticflickr.com/65535/51101527620_380f0000e5_b.jpg
RLG 57 = 185 036-5 Neheim-Hüsten 2021-04-06

Beim folgenden Güterzug ist ziemlich viel Strasse auf dem Foto, aber die Umgebung lässt keinen besseren Bildausschnitt zu. Immerhin ahnt man schon, dass gleich der nächste Schneesturm folgen wird.

https://live.staticflickr.com/65535/51101264848_11235821ac_b.jpg
Kohlezug_Neheim-Hüsten 2021-04-06

Nebenbei rauschte der Pesa-Link 633 109 als RE 17 Richtung Hagen vorbei. Das Gerümpel davor spiegelt eben die "echte" Bahn wider.

https://live.staticflickr.com/65535/51100817692_a9963e688f_b.jpg
633 109 Neheim-Hüsten 2021-04-06

In Balve war der Zweiteiler 632 101 als RB 54 nach Fröndenberg unterwegs. Auf dem ersten Foto ahnt man oben rechts noch etwas vom grossen Schneeeinbruch, der in der Nacht zuvor begonnen hatte.

https://live.staticflickr.com/65535/51101526490_0bd8ee26b4_b.jpg
632 101-1 Balve 2021-04-06-1

Derselbe Triebwagen bei der Ausfahrt biegt in die erste Kurve hinter Balve Richtung Sanssouci ein. Zwar sind Nachschüsse nicht so geschätzt, aber es war an diesem Tag die einzige Möglichkeit, die Sonne auf den Zug zu bekommen.

https://live.staticflickr.com/65535/51100722016_ac5b9f2840_b.jpg
632 101-1 Balve 2021-04-06-9

Herzliche Grüsse
Martin K.

Martin K.

https://farm8.staticflickr.com/7467/16121205656_fac9c2d50d_o.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 15:22.
Hallo Martin!
Ich war dieser Tage sicher,nochmal Schneebilder machen zu können...nur,es hat am See nicht geschneit,nichtmal geregnet,also auch keinen Schnee geregnet:=(
Nordschweiz und Mittellland,sowie Jura und Alpen sind weiss(letztere noch weisser),schmilzt schon kräftig.
Danke für Deinen Bericht mit eindrucksvollem Himmel!
Beste Grüsse vom Genfersee!
Olaf
P.S.:Habe diese Prosa VOR Deiner Antwort bei den Älplern von mir gegeben.
Um ehrlich zu sein(soll man ja):bei Schneetreiben sitze ich im(langsam abkühlenden)Auto und hüpfe(wie halt ein 77-jähriger so"hüpft":=)
bei Herannahen eines Schienenfahrzeugs aus der Kiste.
Kenne das Sauerland garnicht:bist Du sicher,dass das Neheim heisst?
Und nicht Schneeheim?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 15:46.
Hallo Olaf,

der Ortsteil heißt Neheim und war immer mal wieder ein „Schneeheim“. Ist mittlerweile ein Teil der Stadt Arnsberg, liegt direkt an der Ruhr und war bis zur Kommunalreform (1975?) zusammen mit dem weiter östlichen Stadtteil„Hüsten“ die Stadt „Neheim-Hüsten“. Achtung, die Befindlichkeit der Bewohner ist etwas speziell, wie bei Euch in der Nähe des Röstigrabens. Kenne den Landstrich, kam meine Mutter doch aus Bruchhausen (ein Dorf östlich von Hüsten) und habe in der Ecke noch etliche Verwandte wohnen.

Wolfgang Kirn oder RuhrIndianer
Hallo Olaf und Wolfgang alias "RuhrIndianer"!

Hier schreibt ein gebürtiger Neheimer, der heute direkt am schweizerischen Röstigraben wohnt und beide Befindlichkeiten - die von Neheimern und Hüstenern sowie die von Schweizern am Röstigraben - aus jahrzehntelanger Lebenserfahrung bestens kennt.

Die Stadt Neheim-Hüsten existierte von 1941 bis zum 31.12.1974. Dann schlossen sich die beiden Städte Neheim-Hüsten und Arnsberg bei der kommunalen Neugliederung zusammen. Das Ganze wurde ein grosses Geschacher: Das Rathaus steht in Neheim-Hüsten (genauer im Ortsteil Neheim), die zentrale Leitstelle der Feuerwehr ist ebendort. Damals wurde der Neheim-Hüstener Stadtdirektor auch Stadtdirektor der neuen Stadt, während der Arnsberger Bürgermeister für die neue Stadt im Amt blieb. Bei den sonstigen Ämtern und Amtsstuben wurde auf eine gleichberechtigte Verteilung geachtet. Neheim-Hüsten hatte damals 36.000 Einwohner, Arnsberg nur 22.000. Neheim ist der Einkaufsmagnet der Gegend, während Hüsten mitunter noch dörfliche Strukturen (und Denkweisen) hat (ich weiss, dass mir ein Hüstener für diesen Satz wahrscheinlich sofort ins Gesicht springen würde) und Arnsberg mehr und mehr abgehängt wurde. Beide Städte sind sehr unterschiedlich: Neheim-Hüsten ist traditionell eine Industriestadt, Arnsberg ist eine Verwaltungsstadt; das prägt auch die Mentalitäten.

Zum 1.1.1975 bekam Arnsberg dann allerdings den Vorteil des Namens, denn statt komplizierter Konstruktionen wie "Ruhrstadt" (jedoch Verwechslungsgefahr mit dem Ruhrgebiet, mit dem man nichts zu tun hat) oder "Ruhr-Möhne-Stadt" (ähnlich wie Lennestadt; die Möhne, bekannt durch ihre Talsperre, fliesst in Neheim in die Ruhr) oder "Ruhrtal" (analog zu Wuppertal) oder "Neheim-Hüsten-Arnsberg" oder "Arnsberg-Neheim-Hüsten" (oder dasselbe unter Wegfall von Hüsten, was die Hüstener aber nicht akzeptierten), entschied man sich schliesslich für den von der Geschichte, vom früheren Kreissitz sowie dem Regierungsbezirk her bekannteren gemeinsamen Stadtnamen "Arnsberg".

Die alten Kämpfe sind heute in Vergessenheit geraten, aber besondere Befindlichkeiten gibt es immer noch. Und was soll ein Neheimer schon in Arnsberg und was ein Hüstener in Neheim (obwohl sie alle zum Einkaufen dorthin fahren)?

Eisenbahnerisch interessant ist, dass der Bahnhof, der an der alten Stadtgrenze von Neheim und Hüsten auf Hüstener Gebiet liegt, seit Eröffnung der Eisenbahnstrecke (heute KBS 435) im Jahre 1870 "Neheim-Hüsten" hiess, also 70 Jahre, ehe die Doppelstadt überhaupt entstand. Das ist bis heute so geblieben. Das Schild stand hier so bis 2018 (ich habe irgendwo auch noch das frühere weisse Schild mit blauem Rand, habe es jetzt aber leider nicht gefunden).

https://live.staticflickr.com/65535/51100999781_c9e08fa9ed_b.jpg
Neheim-Hüsten Bahnhofsschild_klein

Auf dem Bahnhofsschild von Neheim-Hüsten hat man anlässlich des grossen Bahnhofsumbaus im Sommer 2018 - in kleinerer Schrift - erstmals noch ein "Arnsberg" vor den Bahnhofsnamen "Neheim-Hüsten" gesetzt. Das sieht jetzt so aus:

https://live.staticflickr.com/65535/51101098702_510b092b58_b.jpg
IMG_5305_klein

Daneben gibt es als nächsten Halt den Bahnhof "Arnsberg". Heute halten alle Züge auf der Strecke an beiden Bahnhöfen.
Vom Güterverkehrsaufkommen hatte Neheim-Hüsten früher erheblich mehr zu bieten, auch mit mehreren Zulaufstrecken von Nebenbahnen. Auch heute gibt es Güterverkehr an/ab Neheim-Hüsten, der überwiegend von der RLG (Ruhr-Lippe-Eisenbahn) betrieben wird. Jedoch kommen täglich auch ein oder zwei Züge der DB nach Neheim-Hüsten. Jedoch haben sie bei weitem nicht mehr die Länge wie in meiner Jugendzeit, als täglich mehrere beträchtliche Gz ankamen und abgingen. Bei den grossen Sturmschäden war Neheim-Hüsten ein wichtiger Holzverladeplatz, was jetzt nach der Bahnhofsumgestaltung und der Umwidmung eines Teils der DB-Gütergleise in einen P+R-Parkplatz nicht mehr möglich ist. Vom Jahr 2008 stammen aber diese Fotos:

https://live.staticflickr.com/65535/51101109074_d0c6d7c8c2_b.jpg
N-H 2008-07-30-1

https://live.staticflickr.com/65535/51101830685_089fa58047_b.jpg
N-H 2008-07-30-3_klein

Arnsberg ist derzeit ein Punkt für Holzverladung, wo zuletzt mehrfach beim Rangieren ein Waggon auf derselben Weiche entgleiste (typisch Arnsberg, würde ein Neheimer sagen) und der Hagener Hilfszug Beistand leisten musste. Einige Jahre lang versuchte man, in Arnsberg eine Containerverladung aufzubauen. Die Veltins-Brauerei war da mit im Spiel. Schade, dass sich das nicht gehalten hat! Heute hätte die RLG in Neheim-Hüsten eigentlich die Möglichkeit und das Potenzial, eine Containerverladung zu machen, zumal eine Autobahnabfahrt 200 Meter vom Bahnhof entfernt liegt. Aber so weit scheint auch die RLG nicht zu denken.
Wenn wenigstens die Röhrtalbahn von Neheim-Hüsten nach Sundern, von der wir derzeit immer wieder schöne Holzzüge präsentiert bekommen, wieder Personenverkehr bekäme, wäre schon viel gewonnen!
Das als ein wenig Heimatkunde, verbunden mit Geschichte und eisenbahnerischem Geschehen!

Das Entsprechende schreibe ich jetzt nicht über den schweizerischen Röstigraben, eisenbahnerisch die Grandfey-Brücke zwischen Fribourg und Düdingen. Das würde noch länger. Allerdings sind die Fotos von dort weitaus schöner. Deshalb stelle ich drei Fotos von der Grandfey-Brücke, die den Röstigraben (den Fluss namens Saane bzw. französisch Sarine) überquert, noch hier ein, aufgenommen im Sommer 2019.

Zunächst ein IC auf der schweizerischen Hauptlinie Genf - Lausanne - Fribourg - Bern - Zürich - St. Gallen, hier auf dem Weg zwischen Fribourg und Bern:

https://live.staticflickr.com/65535/51101552948_c561bb649f_b.jpg
IMG_0714

Dann ein Interregio Genf - Lausanne - Fribourg - Bern - Luzern:

https://live.staticflickr.com/65535/51101105132_e2de1b1af8_b.jpg
IMG_0745

Und zuletzt die S1 der Berner S-Bahn, die von Thun über Bern nach Fribourg verkehrt:

https://live.staticflickr.com/65535/51101812175_1624588467_b.jpg
IMG_0735

Das war's. Für Fragen oder Kommentare stehe ich gern bereit.

Herzlichen Gruss in alle Richtungen

Martin K.

https://farm8.staticflickr.com/7467/16121205656_fac9c2d50d_o.jpg




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.21 10:11.
Hallo Martin,

schön mal Bilder von dir aus dem Sauerland zu sehen. Der Kohlezug hat schon eine beeindruckende Länge.

Gruß

V200035
Hallo Martin und Olaf,

die Geschichte mit Neheim, Hüsten und Arnsberg kenne ich nahezu deckungsgleich mit Wanne, Eickel und Herne im Anschluss der kommunalen Neugliederung zum 01.01.1975! Und auch im Jahr 2021 streben einige Städte noch immer auseinander, siehe aktuell den Kantonswechsel von Moutier weg vom Kanton Bern hin zum Kanton Jura. Und nahezu immer war die Initialzündung für solche Bestrebungen die Arroganz der Mächtigen. Dass die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen sich bei dem ganzen Geschacher in der ersten Hälfte der 70-er dazu noch gerne hinter der Bezirksregierung Arnsberg "versteckt" hat, machte es nicht besser. Und auch heute merkt Ihr dies- und jenseits des Röstigrabens das recht seltsame Benehmen der gnädigen Herren von Bern, vor hunderten von Jahren und auch ganz aktuell. Ich bin, auch wegen meines Alters von 67 Jahren - Verzeihung, Olaf hat noch zehn Jahr mehr "Auf dem Buckel" - immer noch erschüttert, dass sich solch frühpubertierede Verhaltensweisen auch im Jahr 2021 nach Christus noch immer halten. Bin mittlerweile 16 Monate Rentner und hoffe inständig, dass sich unsere Enkeltochter mit ihren kanpp 2 Jahren nicht mehr mit den Folgen einer weiteren Radikalisierung der Gesellschaft herumschlagen muss.

War schon 18 Jahre nicht mehr in CH und muss als jetziger AHV-Rentner (nach Schweizer Sprachgebrauch) dies Jahr wohl dringend die Stellen meiner Untaten im Sommer 1971, 72 und 73 bei der damaligen Schiffsrestauration Thuner- und Brienzersee inspizieren!

Wolfgang Kirn

Wow

geschrieben von: KBS435

Datum: 07.04.21 23:10

Was für ein Beitragsbaum! Was für eine Informationsfülle, auch über den Bahnbezug hinaus. Danke, danke, danke.

Viele Grüße aus downstream Ruhrtal
KBS435
Hallo Wolfgang!
"Untaten":warst Du bei der Restauration beteiligt?Oder dürfen wir Bilder von der Restauration damals erwarten?
Der Röstigraben existiert nur bei schweizweiten Wahlen.Die oft andersdenkenden Deutschschweizer überstimmen regelmässig
die Welschen und Tessiner.Dann wird-auch lautstark-geschimpft und gut iss'.Das darf und soll man,nur verbal.Wohl das Geheimnis
des Zusammenhaltes.
Sobald aber Ausländer sich zum Röstigraben äussern,sind plötzlich Alle zuerst Schweizer.Da findet dann der Zürcher die Genfer gut
und der Berner mag die Tessiner zum Fressen gern:=)
Soviel in Kürze zum Thema
Beste Grüsse
Olaf