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 03/02 - Bild-Sichtungen 

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Hallo,

Anfang September wurde mir bei der Planung der Rückfahrt am 1. Advent von Bremen nach Herrenberg eine Super Sparpreis Verbindung mit dem ICE 3 über die bisher noch nicht gefahrene Schnellfahrstrecke Köln – Frankfurt angezeigt. Der IC 2311 „Nordfriesland“ von Westerland nach Stuttgart sollte in Dortmund Hbf an Gleis 16 um 15:34 Uhr ankommen. Zwanzig Minuten später sollte dann an Gleis 11 der ICE 917 zur Fahrt nach Stuttgart abfahren. Die Umsteigezeit schien ausreichend zu sein und ich buchte die Verbindung.

Am Sonntag erreichte der umgekehrt gereihte IC 2311 Bremen Hbf mit +5. Leider wuchs die Verspätung weiter an und Münster wurde mit +13 verlassen. Die Durchsage über das Warten des ICE 917 in Dortmund veranlasste mich zum Aufstehen, um mir im Türbereich eine gute Startposition für den erwarteten Sprint durch die Unterführung von Gleis 16 nach Gleis 11 zu sichern.

Wer die Nummerierung der durchgehenden Gleise 6 bis 31 in Dortmund Hbf kennt wird sich über meinen geplanten Sprint amüsieren, den wäre IC 2311 pünktlich an Gleis 16 eingefahren so hätte ich am gleichen Bahnsteig gegenüber in den IC 917 an Gleis 11 umsteigen können. Des Rätsels Lösung ist einfach: In Dortmund Hbf gibt die Gleise 12 bis 15 nicht und so ist direkt gegenüber von Gleis 16 eben das Gleis 11.

Im Lageplans der Bahnsteigebene [www.bahnhof.de] ist zu erkennen, dass es auch die Gleise 9, 17, 19, 22, 24-25 und 27-30 nicht gibt. Selbst wenn es früher mal 31 Gleise gab, wäre es doch sinnvoll alle oder wenigstens die vom Fernverkehr genutzten Gleise wie üblich numerisch aufsteigend zu benennen, um ortsfremden Reisenden das Umsteigen zu erleichtern.

Nun zurück zum IC 2311, der wegen Bauarbeiten auch noch über Hamm umgeleitet wurde. Die Transportleitung hatte inzwischen das weitere Warten des ICE 917 abgelehnt und der befürchtet Verlust meiner Platzreservierung wurde Realität. Ziemlich genervt lichtete ich den Bildschirm im Wagen 8 ab und stieg real in Dortmund Hbf in Fahrtrichtung rechts aus, weil der IC doch nicht an Gleis 11 sondern an Gleis 16 hielt.

1-2018-12-02-IC2311.JPG

Zur Vermeidung weiteren Ärgers besorgte ich mir nach Ankunft in Dortmund Hbf die offizielle Aufhebung der Zugbindung meiner Fahrkarte. Dies wurde durch die nachfolgenden Stempel dokumentiert.

2-2018-12-02-Fahrkarte-Ausschnitt.jpg

Der nächste ICE 3 von Dortmund nach Stuttgart war der um 16:37 Uhr abfahrende ICE 613 nach München. In der Hoffnung einen freien Platz zu finden stieg ich an Gleis 11 in den dritten Wagen des vorderen Zugteils. Erstaunlicherweise fand ich sogar einen meiner verfallenen Reservierung im IC 917 entsprechenden nicht reservierten Platz mit Tisch im ICE 3 „Stuttgart“.

3-2018-12-02-ICE613-1.JPG

Nach dem Halt in Siegburg/Bonn beschleunigte ICE 613 auf über 300 km/h, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist.

4-2018-12-02-ICE613-2.JPG

5-2018-12-02-IC613-3.JPG

In Frankfurt Flughafen wurde per Durchsage das Umsteigen von Fahrgäste aus der vorderen, wohl überfüllten in die hintere Zugeinheit mitgeteilt und gebeten Gepäckstücke von den Plätzen zu entfernen.

Durch das lange Warten in Mannheim auf Fahrgäste verpasste ich in Stuttgart Hbf auch noch den RE nach Freudenstadt/Rottweil mit Halt in Herrenberg. Zur Laufwegverkürzung um noch den IC 285 zu erreichen "arbeitete" ich mich rechtzeitig vor Ankunft in Stuttgart zur Spitze des hinteren ICE 3 vor. Vorbei am vorderen ICE 3 „München“ erreichte ich den IC 285 nach Zürich. Weil dieser IC aber nicht in Herrenberg hält, war nochmaliges Umsteigen in Böblingen in die S1 nötig.

Aufgrund der gemachten Erfahrungen werde ich ab sofort in Umsteigebahnhöfen sicherheitshalber eine Stunde „Verspätungsreserve“ fest einplanen, die bei pünktlicher Ankunft ja zum fotografieren genutzt werden kann.

Viele Grüße
Hans



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 21:44.
Früher gab es in Dortmund Hbf ein Gleis 15 und sogar mit Bahnsteig, aber - damit nicht weniger verwirrend - erst am Ende von Bahnsteig Gleis 16 parallel zum Gleis 11. Die Gleise 24 + 25 waren Güterzugdurchfahrgleise ohne Bahnsteig und aktuell - wie Gleise 26 - 31 - aufgrund von Bauarbeiten quasi nicht mehr existent.
Eine Neunummerierung der Gleise mit Bahnsteig wäre auch nicht unkompliziert, da die Gleise 2 - 5 als Stumpfgleise westlich vor dem EG enden (Gleis 1 auch, aber ohne Bahnsteig). Erst mit dem heutigen Bahnsteiggleis 6 beginnen die in Ost-West-Richtung durchgängig befahrbaren Bahnsteiggleise . In Essen wählte man zur Verdeutlichung dieses Unterschiedes eine vorangestellte Ziffer"2" für die Kopfgleise, während die durchgehenden Gleise die Nummerierung 1 - 12 erhielten (Ausnahme: Gleise 5, 8 + 9).
Wie stellt man es nun an, die Gleisbezeichnung für den Reisenden plausibel darzustellen?
Und wie nummeriert man die Gleise für den Reisenden folgerichtig an Bahnhöfen mit EG in Mittellage (Minden, Halle, Lünen)?
Nicht zu vergessen: Es sind neben neuen Schildern jeweils unzählige Richtlinien und örtliche Anweisungen zu ändern - das koset.


Es ist eben nicht so einfach wie es scheint.

Gruß
Detlev



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 21:55.
Danke für die Hintergrundinformationen.

In Essen [www.bahnhof.de] fehlt nur das Gleis 3.

Weil sich die Essener Kopfgleise 21 und 22 neben Gleis 1 befinden wäre die Benennung als Gleis 101 und 102 analog zu Karlsruhe Hbf oder Herrenberg eine übliche Gleisbezeichnung.

Da die Essener oder Dortmunder Kopfgleise aber vermutlich überwiegend im Nahverkehr genutzt werden ist die Benennung der Gleise für die wohl überwiegend ortskundigen Fahrgäste weniger wichtig als beim Umsteigen im Fernverkehr mit zumindest teilweise ortsunkundigen Fahrgästen.

Wie beschrieben würde die Umbenennung von Gleisen sicher einen erheblichen Schilder- und bahninternen Aufwand verursachen, aber der hoffentlich bundesdeutschen Rekord darstellende Zahlensprung von Gleis 11 nach 16 in Dortmund Hbf für zwei als planmäßigen Umsteigeort im Fernverkehr vorgesehene benachbarte Bahnsteiggleise ist keine gute Situation.

Es würde ja schon helfen Gleis 16 in 12 oder Gleis 11 in 15 umzubenennen. Dadurch würde der Zahlensprung zwischen zwei Bahnsteige verlagert. Auch der ortsunkundigte Fernverkehrsfahrgast würde beim Umsteigen von Gleis 11 nach Gleis 12 oder Gleis 15 nach Gleis 16 auf das Umsteigen am gleichen Bahnsteig hoffen und kein Umsteigen durch den halben Bahnhof mehr vermuten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 23:44.
Ich stimme zu; gerade weil es sich bei 11 / 16 um einen Korrespondenzbahnsteig handelt wäre hier eine Umbenennung sicherlich sinnvoll und würde wsl. auch von DB St&S befürwortet; aber dann müsste man auch das Gegenstück 8 / 10 anpacken. Und da das alles auch auf der Stelltafel des Stellwerks (DB Netz) steht, muss da auch alles kostenpflichtig umbeschriftet werden bei absehbar nur noch kurzer Restnutzzeit des jetzigen Relaisstwellwerkes - Dilemmata ohne Ende.


Gruß
Detlev
120 112-8 schrieb:
...
eine gute Startposition für den erwarteten Sprint durch die Unterführung von Gleis 16 nach Gleis 11 zu sichern.

Moin,

dann wärest Du seit Einführung des IC-Systems vmtl. der erste Reisende gewesen, der dies für nötig gehalten hätte. Bis jetzt hat noch jeder Umsteigende gewusst, dass der Anschluss-IC gegenüber hält, wenn er denn noch da ist. Das ist ja eher das Problem, denn die 10 Minuten Wartegarantie, die 1971 mit der Erfindung des IC-Systems obligatorisch waren, sind ja irgendwann von der Deutschen Bahn beerdigt worden, still und heimlich.

Der Gleisplan in Dortmund hat sich halt verändert seit dem Neubau 1912 und den nachfolgenden Spurplanveränderungen und man hätte spätestens bei dem letzten großen Umbau in den 80ern die Chance gehabt, diese Eigenheit glatt zu ziehen, weil man da den Gleisplan in wesentlichen Teilen eh neu zeichnen musste. Da ist ja z.B. das Gleis 8, da bis dato Jahrzehnte lang nur als Vorkopf-Stumpf zum Lokabstellen existierte, als IC-Gleis wieder auferstanden. Hat man aber nicht, und niemand ist dadurch bisher in die Irre gelaufen. Genauso existier(t)en die anderen fehlenden Gleisnummern im Bahnhof, nur eben nicht als Bahnsteiggleis.

Grüße
Frank

Zu meinen Beiträgen:
- Eisenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]
- Historisches Forum [www.drehscheibe-foren.de]
- Straßenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]
Hallo

Volle Zustimmung zu dem, was Frank zuvor ausgeführt hat . Die weitaus größere Mehrzahl der täglich über Dortmund reisenden Fernverkehrsfahrgäste kennt halt die Gleisnummern und die Korrespondenz zwischen den Gleisen 8/10 und 11/16. Wichtig ist doch in erster Linie, dass die Stellwerker und die anderen damit befassten Betriebseisenbahner mit der Nummerierung der Gleise zurecht kommen, und nicht nur gelegentlich dort vorbeikommende Fahrgäste aus entlegenen Teilen der Republik.

Beispiel Münster Hbf: Als ich dort während meiner Studien- und Referendarzeit in den 1970er-Jahren waren die acht an den vier Bahnsteigen liegenden Gleise noch als 1/2, 3/4, 5/6 und 8/9 bezeichnet. Ingendwann mal, wann, weiß ich nicht mehr so genau, wurden diese Bahnsteiggleise dann zu 2/3, 4/8, 9/12 und 14/17. Dieses wurde mit betrieblichen Erfordernissen begründet, weil das auch für den Fahrdienstleiter einfacher sei. Mit den "neuen" Gleisbezeichnungen hat in Münster kein Reisender Probleme.

Zu Essen: Die jetzigen Gleise 21 und 22 waren vor Jahrzehnten auch noch als 28 und 29 bezeichnet. Da wird man sich bei der Umbenennung auch was gedacht haben. Gleis 3 gibt es in Essen übrigens auch; es liegt bemerkenswerterweise zwischen 2 und 4 und hat lediglich keine Bahnsteigkante.

Gruß

Wolf-Dietmar



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.12.18 09:24.
Moin Frank,

nach meinem Kenntnisstand soll irgendwann im Rahmen des Neu-/Umbaus des Bahnhofs und der Bahnsteige evtl. auch
eine Umbenennung der Bahnsteige stattfinden. Ob das noch aktuell ist, weiß ich allerdings nicht.
Zuletzt hat man ja erstmal die Wände, die sowieso noch umgebaut, angepasst, abgerissen werden, alle weiß gestrichen.
Warum? Weil man noch Gelder über hatte und diese weg mussten, damit sie auch im nächsten Geschäftsjahr noch
verfügbar bleiben. Wahnsinn hoch 3!
Aber Realität in Dortmund.

Was das Umsteigen in Dortmund betrifft, es gibt aber immer noch reichlich Fahrgäste, die nicht mitbekommen, daß
11 und 16 gegenüberliegend an einem Bahnsteig zu finden sind.

Köln Messe/Deutz ist doch viel kreativer! Wer von Gleis 9/10 auf Gleis 12 muss (oder umgekehrt, muss erstmal rein in bzw.
raus aus dem Bahnhofsgebäude um via Treppe und Gleisunterführung das entsprechende Gleis zu finden.
Liegt eben auch nicht "nebeneinander" :).

Und ein Gleiswechsel in Essen von 8 nach 9 ist mit rund 400 Meter Fußweg verbunden, denn beide Gleise liegen am gleichen Bahnsteig, aber eben am jeweils komplett anderen Ende des selbigen! :). Da ist schon so mancher gerannt, weil er den Abellio bzw. die NWB noch bekommen wollte.


Gruß

Eric

Da wo die Logik aufhört, fängt die Bahn an!
https://www.bahn-im-alltag.de/touren/br103_003.gif

Gleisnummern

geschrieben von: ICE

Datum: 07.12.18 23:43

Moin,

man könnte die Bahnsteigkanten (nicht die Gleise) ja einfach nur mit Tafeln mit logisch verteilten Nummern ausstatten, egal wie die Gleise bahnamtlich" oder "bahntechnisch" heißen. Am besten nennt man sie gleich "Gate A1 - A15", das kennt man ja vom Flughafen so. Und solange Hannover bei der Bahn "HH" heißt, wird der Betriebsbahner auch damit zurechtkommen.

Grüße - Helmut (ICE)