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Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Manfred Sandtner

Datum: 14.03.02 18:28

Da ich hier noch nichts davon gesehen habe, mal ne Meldung von der Konkurennz ;-))

Zitatanfang >>
de.etc.bahn.misc

Wed, 13 Mar 2002 23:49:29 +0100

Hallo, heute hat in Frankfurt 101-138-4 den Prellbock von Gleis 9 geknutscht. Er
steht zwar noch, aber die Blumenkuebel drauf sahen ziemlich ramponiert
aus. Der Zug wurde wohl direkt beschlagnahmt, jedenfalls ist EC25 nach
Budapest komplett ausgefallen. --
Gruss * Holger Metschulat

<<Zitatende

Gruss,
Manfred

Re: Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Alfons Grünewald

Datum: 14.03.02 19:19

So ein Knutsch kann für den Tf sehr unangenehme Folgen haben :-((

Das gibt schon Ärger, wenn überhaupt nichts passiert ist.
Ein Tf in meinem Bekanntenkreis berührte bei einer Rangierfahrt in einem Kopfbahnhof nur leicht den Prellbock, kaum dass sich die Puffer ein wenig eindrückten - was war die Folge?
Alkoholtest beim BGS und der Hinweis, dass eventuell wg. gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr gegen ihn ermittelt werde :-(

Aus diesem Grund habe ich noch nie im Forum solche Ereignisse mitgeteilt, schon gar nicht mit Fahrzeug- und Zugnummer - obwohl ich da schon Glanzleistungen gesehen habe ;-)

Wenn in dem von Dir geschilderten Fall Sachschaden entstand, ist die Sache sowieso offiziell geworden und der Tf bekommt mehr als genug Ärger :-(

Alfons



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Re: Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Bahnarchivar Alex

Datum: 14.03.02 19:30

ist nicht vor nem guten Jahr mal einer in Ffm bis in den Querbahnsteig geschossen?

Re: Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Matthias1044

Datum: 14.03.02 20:17

Wie schnell soetwas passieren kann: Im letzten Jahr bin ich beim Aufstellen einer IC Garnitur mit BR 152 mit Ach und Krach nur ein paar Zentimeter vor dem Gleisbock in der Haupthalle des Münchner Hbf zum Stehen gekommen.
Der Reisender, der die Einfahrt beobachtet hatte, sparte nicht mit Lob für dieses zielgenaue Bremsen *g*.

Matthias

Re: Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Torsten Lüddecke

Datum: 14.03.02 22:19

Hallo Alfons,

ist das Dein ernst, das die sich so anstellen!
Ist ja kaum zu glauben.

Gruß


Toto

Re: Gestern Prellbock geknutscht

geschrieben von: Alfons Grünewald

Datum: 14.03.02 23:47

Ja, leider ist es so. Wobei da noch ein bedeutender rechtlicher Unterschied zwischen einer Rangier- und einer Zugfahrt ist.
Bei einer Rangierfahrt müsste der BGS nichts machen, solange kein Schaden entstanden ist. Bei einer Zugfahrt müssen sie immer tätig werden, wenn was passiert, auch wenn niemals Menschen gefährdet waren.

Auf jeden Fall hätten sie bei meinem Bekannten keinen grund gehabt, sich so aufzuführen. Dementsprechend war seine Stimmung am nächsten Tag nicht besonders gut.

Alfons



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wie zu besten DDR-Zeiten

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 15.03.02 08:04

Ja liebe Leute,
zu DDR-Zeiten war das ein Angriff aufs Volkseigentum bzw. fahrlässiger Umgang mit Volkseigentum und die Unfallverantwortlichen hatten nix mehr zu lachen. Aber damals hieß es nicht BGS, sondern Trapo.

Wenn ich so die Bahn betrachte, wir haben nun in ganz Deutschland DDR-Verhältnisse. Wird ein Bahnübergang umgebaut, wird wochenlang eine Hauptstrecke gesperrt (SEV war früher fast ein Fremdwort im Westen), zur Elektrifizierung ebenfalls (Essen-Steele - Wuppertal - Vohwinkel). So was gab's früher zumindestens bei der uralten DB nicht. Da wurde der EF auch nur ermahnt, wenn er mal das Schienenprofil überschritt. Heute ist dank DDR und BGS gleich eine Anzeige fällig.
Mir ist nur nicht klar, wieso sich das die Bahner so gefallen lassen, gibt's denn keinen Betriebsrat oder keine Gewerkschaft mehr? Die hat doch in der DDR wenigstens gefunzt.

Re: wie zu besten DDR-Zeiten

geschrieben von: Fahrdienstleiter

Datum: 15.03.02 09:38

Moin erstmal!

Einen Betriebsrat gibts schon noch bei jeder Niederlassung, nur müssen die eben selber kuschen. Seit die DB ein gewinnorientiertes Unternehmen geworden ist, wird schon bei kleinsten Anlässen der BGS, evtl. sogar Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Kleines Beispiel? Gerne! Auf einem meiner Dienstoposten sind zwei Monitore zur Überwachung eines Bahnübergangs, die nur zur Überwachung auf Freisein da sind. Das Schließen wird vom Zug ausgelößt, ein Eingriff in den Schließvorgang selbst ist nicht möglich. Vor dem Schließen schaltet sich noch eine Lichtzeichenanlage ein, die lange in Betrieb ist, da der BÜ ziemlich breit ist. Nun meinte neulich ein Mann mit zwei kleinen Kindern, trotz des Rotlichts noch über den BÜ gehen, nicht etwa laufen, zu müssen. Es kam, wie es kommen mußte, er und seine Kinder wurden natürlich eingeschlossen. Etwa eine Stunde später erschienen bei meiner Kollegin, die zu dem Zeitpunkt Dienst hatte, zwei Herren des BGS. Es hätte jemand Anzeige erstattet wegen einer Gefährdung. Natürlich war das der Freund mit den Kindern, der dann auch prompt kurz nach dem BGS auf dem Stellwerk eintraf, um ziemlich laut und unflätig über die Kollegin herzuziehen. Nachdem die Kollegin den BGS-Beamten ersteinmal die technische Funktionsweise der Schrankenanlage erklärt hatte, wurden gleich zwei Stzrafanzeigen aufgenommen: Gegen den Mann mit den Kindern wegen Rotlichtmißachtung und gegen die Kollegin vorsorglich nochmal wegen Transportgefährdung. Eine Gerichtsentscheidung steht noch aus, Hilfe von Gewerkschaft oder Personalrat bisher NULL.

Gruß vom Fahrdienstleiter
     -> Der Beitrag wurde am 15.03.02 um 09:38 Uhr editiert.

Re: wie zu besten DDR-Zeiten

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 15.03.02 13:25

also hab' ich doch Recht, nur damals zu DDR-Zeiten übernahm der MfV oder die VoPo den Fall, der sang- und klanglos beendet worden sein wird. Das ist der einzige Unterschied.
ABER - wenn die Beteiligten noch mehr Pech haben und an einen Ossi-Richter geraten ... dann is zappe

Re: wie zu besten DDR-Zeiten

geschrieben von: Fahrdienstleiter

Datum: 15.03.02 16:42

Glaube ich kaum, daß bei Ossi-Richtern zappe ist. Alle Richter müssen sich an die selben gesetze halten. Und die Wessi-Richter sind genauso streng, ich sage nur -Schill-! Ich hatte den Fall eigentlich nicht als Bestätigung für deine Hypothesen geschrieben, sondern eher als Beispiel wie mit den Mitarbeitern der DB AG umgegangen wird. Es wird nicht mehr lange dauern, dann traut sich kein Eisenbahner mehr den Dienst aufzunehmen, weil ja etwas passieren könnte, auch wenn andere den Bock geschossen haben sollten. Irgendetwas läßt sich nämlich auf jedem Dienstposten nachweisen, ohne Ausnahme, und sei es noch so nichtig. Und dann bekommt man auf alle Fälle eine Teilschuld zugesprochen, ob die Nachlässigkeit kausal ist oder nicht spielt keine Rolle.
Und jetzt tu mir noch ein Gefallen und hör bitte mit dem Ossi-Wessi-Mist auf.

Gruß vom Fahrdienstleiter