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Hamburg und mehr (Teil 34a: Bergedorf I, 20 Bilder)

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 17.02.21 16:24


Moin.

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Was wäre wohl heute für ein Geschrei, wenn ein Bahnhof nach nur viereinhalb Jahren Betriebszeit durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt werden müsste? Das passierte am 15. Dezember 1846 in Bergedorf. Da erfolgte die Verlängerung der Bahnstrecke aus Hamburg durchgehend bis Berlin und der alte Bahnhof hatte seine Daseinsberechtigung verloren. Während das Empfangsgebäude abgebaut und anderswo (in seinem Buch über Hamburgs Fernbahnhöfe nennt Benno Wiesmüller keinen Ort) wieder aufgebaut wurde, steht das einstige Kassen- und Wärterhaus auch 175 Jahre nach seiner Überflüssigwerdung später noch immer an Ort und Stelle.
Bergedorfs neuer Bahnhof erwies sich als langlebiger. Er ist mittlerweile hochgelegt (1934) und hat das dritte Empfangsgebäude (1846, 1937, 2008). Aber auch nach bald 175 Betriebsjahren deutet nichts darauf hin, dass eine weitere Verlegung bevorsteht.

Ein weiterer Bahnhof befindet sich südlich des Zentrums, ganz dicht am kurzlebigen ersten, nämlich der Bahnhof Bergedorf Süd der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE). Ihre Geschichte und die weiterer Privatbahnen der Gegend hatte ich schon im Bahnhofsportrait Billwerder-Moorfleet vorgestellt. Ihr erreicht es (wie auch alle anderen dieser Serie) über mein Beitragsverzeichnis. Es ist über den Link in meiner Signatur zu erreichen. Bis 1965 bestand eine Gleisverbindung zwischen der BGE und dem Bahnhof Bergedorf. Dort hatte sie eigene Gleise, zwischen dem Empfangsgebäude und denen der Staatsbahn. Der Reiseverkehr nach Geesthacht endete schon im Herbst 1953.


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Bergedorfs Name ist selbsterklärend. Es liegt auf der Geest, höher als die im Süden anschließenden Vier- und Marschlande. Der Ost ist 1162 erstmals erwähnt worden, 1275 erfolgte die Ernennung zur Stadt. Ab 1420 bis 1867 war das Amt Bergedorf ein hamburgisch-lübeckisches Kondominium, stand also unter Verwaltung beider Hansestädte. Zum 1. Januar 1868 ging das Amt in alleinigen hamburgischen Besitz über. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz verlor es seine Selbständigkeit und ist seitdem ein Teil der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Stadtteil Bergedorf hat heute etwa 36.000 Einwohner und ist Teil des Bezirkes Bergedorf, in dem über 130.000 Menschen leben.

Bergedorf ist Sitz der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), einem der beiden städtischen Verkehrsbetriebe Hamburgs. Der Bahnhof Bergedorf ist Endpunkt der Linie S 2 aus Altona, die nur im Berufsverkehr fährt. Bis vor einigen Jahren leiß sie einige Stationen aus. Die S 21 (Elbgaustraße - Aumühle) fährt nur im morgendlichen Berufsverkehr auf der Gesamtstrecke alle 10 Minuten, ansonsten endet der Zehnminutentakt in Bergedorf. Weiter nach Aumühle fährt dann nur jeder zweite Zug. Der S-Bahn stehen im Bahnhof Bergedorf die nördlichen drei Bahnsteiggleise zur Verfügung. Östlich von ihnen befindet sich eine größere Kehr- und Abstellanlage. Dort wird ein automatischer Betrieb erprobt. Die Fernbahn hat zwei Gleise mit Mittelbahnsteig. Neben einzelnen Fernzügen (u. a. nach Büchen, Brno und Budapest) halten hier die Regionalzüge der Linie Hamburg - Rostock. Bis Büchen fahren im Berufsverkehr zwei Züge in der Stunde, Rostock wird alle zwei Stunden erreicht.

Die Ferngleise werden vom ESTW Rof in Hamburg-Rothenburgsort bedient, der Fahrdienstleiter sitzt in der Betriebszentrale Hannover. Das S-Bahn-Stellwerk Bfs ist seit 1. Juni 1997 in Betrieb. Au dem Dach des empfangsgebäudes befindet sich der Busbahnhof, auf dem fast immer reger Betrieb herrscht. Er besitzt separate Zufahrten, die am Stellwerk vorbei hat Linksverkehr.

Die elektrische S-Bahn erreichte Bergedorf am 1. Juni 1958. Auf den Tag genau elf Jahre später ging die Verlängerung nach Aumühle in Betrieb. Bis zum Umbau zu Beginn der 1990er Jahre nutzten die wenigen Fernzüge und die S-Bahn dieselben Gleise.


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HH34-01 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

1 Die Firma gibt es noch, und auch die Telefonnummer ist laut Google noch aktuell. Bild von Christoph.




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HH34-02 by Sören Heise, auf Flickr

2 Am 5. Juli 2018 sah das Kassen- und Wärterhaus des ersten Bergedorfer Bahnhofs so aus.




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HH34-03 by Sören Heise, auf Flickr

3 Eine Ansicht, von der Stadt her kommend.




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HH34-04 by Sören Heise, auf Flickr

4 Gleich um die Ecke der Kleinbahnhof im Heimatstil. Er ist erreichbar über den Parkplatz des wohl einzigen Discounters der Welt, der einen Äquator hat.
Das Bahnhofsgebäude stammt vom Anfang der BGE, 1913 kam der im Vierländer Stil gehaltene Anbau rechts hinzu. Der Güterschuppen wurde 1939 und 1948 verlängert. Im Jahr 1994 ging der Bahnhof in andere Hände über, er beherbergte danach Künstlerwohnungen.




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HH34-05 by Sören Heise, auf Flickr

5 Ein Bahnsteigbild.




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HH34-06 by Sören Heise, auf Flickr

6 Ich weiß jetzt nicht, was ihr euch ob des Abstandes zwischen Bahnsteigkante und Gleis vorgestellt habt, aber dieses Bild zeigt, dass das Gleis offenbar jünger ist als der Bahnsteig.




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HH34-07 by Sören Heise, auf Flickr

7 In Bergedorf gibt es Karstadt, ...




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HH34-08 by Sören Heise, auf Flickr



8 ... eine Kirche, ...


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HH34-09 by Sören Heise, auf Flickr

9 ... ein Schloß und ...




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HH34-10 by Sören Heise, auf Flickr

10 ... einen Bahnhof. Und bei dem bleiben wir, in der Hoffnung, dass uns keine weiteren blöden weißen Transporter im Bild herumstehen.




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HH34-11 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

11 Der Bahnhof sah früher mal anders aus. Hier das Empfangsgebäude aus den 1930ern in einer Ansicht vom April 1991. Damals war Christoph erstmals vor Ort.

Springen wir noch einige Jahre zurück.




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HH34-12 by Wolf-Dietmar Loos via Sören Heise, auf Flickr

12 Als die S-Bahn nur bis Bergedorf fuhr, am 8. August 1967, weilte Wolf-Dietmar Loos in Bergedorf. Hier verlässt (?) gerade die 78 426, die später als Kontrollziffer eine 4 tragen sollte, den Bahnhof Bergedorf Tender voraus in Richtung Aumühle - Büchen.
Sie wurde 1923 in Stettin gebaut und am 11. Dezember 1968 in Altona ausgemustert. Mit einem Unterbruch zwischen 1931 und 1943 war sie ab 1929 eine Hamburgerin, Erst-Bw dort Hamburg Berliner Tor. Von dem habe ich noch nie etwas gehört gehabt und der Name bei revisionsdaten.de ist falsch. Das Bw hieß „Hamburg Berl” (Berliner Bahnhof) und später dann Hamburg Hbf. Das lag an den Abstellgleisen am Hbf.




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HH34-13 by Wolf-Dietmar Loos via Sören Heise, auf Flickr

13 Und auch die 78 509 lichtete er dort ab. In Stettin 1924 gebaut, kam sie nach Stationen, pardon, Bahnbetriebswerken, in Nordrhein-Westfalen Ende Januar 1967 nach Altona. Dort erfolgte am 03. März 1969 die Ausmusterung.




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HH34-14 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

14 Und wieder der 13. April 1991 in Aufnahmen von Christoph. Das ist heute der Haupt-S-Bahnsteig. Wir schauen gen Büchen. Am rechten Bahnsteig befand sich das Richtungsgleis gen Berlin. Rechts von ihm lag der Endbahnhof der BGE.




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HH34-15 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

15 Einmal umgedreht: Ausfahrende S-Bahn gen Hamburg. Es fällt auf, dass beide Signale am Mittelbahnsteig nur einen Flügel haben. Der Zug fährt laut Gleisplan aus dem Jahr 1941 auf dem Streckengleis.




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HH34-16 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

16 Stehend auf dem vorderen Bahnsteig sehen wir einen Zug aus Hamburg. An Stelle dieses Bahnsteiges befindet sich heutzutage derjenige für die Fernbahn.




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HH34-17 by Christoph Arndt via Sören Heise, auf Flickr

17 Im Jahr 1934 ging das elektromechanische Stellwerk Bgf in Betrieb. Am 1. Juni 1997 erfolgte seine Außerbetriebnahme, wenig später der Abriss.




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HH34-18 by Wolf-Dietmar Loos via Sören Heise, auf Flickr

18 Am 24. Mai 1996 war Wolf-Dietmar erneut vor Ort. Hier setzt gerade eine S 2 aus. Der Fernbahnsteig ist schon neu, auch die Elektrifizierung konnte Bgf nichts anhaben.




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HH34-19 by Wolf-Dietmar Loos via Sören Heise, auf Flickr

19 Auf demselben Gleis 218 186. Damals war die S-Bahn von hier nach Aumühle wegen Bauarbeiten außer Betrieb.




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HH34-20 by Wolf-Dietmar Loos via Sören Heise, auf Flickr

20 218 181 und 218 244 rahmen um kurz vor 16 Uhr eine endende S 21 ein. Der Kilometersteinmaler hatte offenbar keine schwarze Farbe mehr. Rechts die Autos stehen auf dem ehemaligen BGE-Bahnsteig.


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Hier unterbrechen wir. Aktuelle Bilder gibt es nächste Woche, wenn es wieder heißt Hamburg und mehr. Ihr seid hoffentlich wieder dabei.

Viele Grüße
Wolf-Dietmar, Christoph, Carsten und Sören


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