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Re: Erfolgreiche "Mitnahmeeffekte" von solo hervorgebrachten KLV-Verbindungen?

geschrieben von: Pleus Dieter

Datum: 12.01.21 18:37


« . . . andere regionale Versender wortwörtlich auf den Zug aufgesprungen sind? »

Ich weiss nicht, was mit dem Begriff «regionaler Versender» gemeint ist. Bekannt ist mir ein internationaler Versender, die grösste Kühlschrankfabrik Europas, das Unternehmen firmiert als BSH Hausgeräte GmbH, in Giengen an der Brenz. Es ist an der Bahnlinie Aalen - Ulm gelegen. Dort stellte man zuerst den Containerverkehr in den Nahen Osten von der Strasse auf die Schiene mit dem Zielbahnhof Çerkezköy westlich von Istanbul um, dann den Seehäfenverkehr nach und von (Hamburg-) Waltershof und, glaube ich, Bremerhaven. Zuletzt kamen Intermodal-Züge nach Trieste hinzu, von dort mit dem Schiff weiter ebenfalls in die Türkei. Der regionalen Wirtschaftspresse zu Folge will das Unternehmen die Auslastung der Züge gleichmässiger gestalten. Jeden Falls für die Italien-Züge soll es einige Interessenten geben, die ihre Produkte ebenfalls auf diesem Weg exportieren wollen. Ob es da trotz der Covid-19 Seuche im letzten Jahr Erfolge gab, weiss ich nicht. Ich sehe nur äusserlich, dass diese Züge im Gegensatz zur Anfangszeit verschiedenste Container der unterschiedlichsten Unternehmen fahren. Diese können natürlich gemietet sein, ohne damit eine bestimmte Spedition oder Produktion zu kennzeichnen.

Die genannte Bahnlinie ist durchgängig eingleisig und erlaubt Höchstgeschwindigkeiten von 160 km/h. Laut Presseberichten in der Zeitung «Wirtschaft Regional» aus Aalen/Württ. sind die aus dem Norden (über Würzburg - Ansbach) kommenden Züge zu lang für die Ausweichgleise zwischen Aalen und Giengen und müssen deshalb in Aalen geteilt werden. Das führt zu einer glatten Verdoppelung der Güterzugfahrten auf der ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit angekommenen Bahnstrecke. Eine Ausweitung dieser Intermodal-Verkehre, die über die Lückenfüllung der vorhandenen Züge hinaus geht, dürfte schwierig werden oder den Güterverkehr auf die Nachtzeiten verlagern. Den Transportkosten dürften diese seit mehr als hundert Jahre bestehenden Verhältnisse auch nicht besonders förderlich sein. Eine Verlängerung der Ausweichgleise in den Bahnhöfen steht jeden Falls nicht zur Debatte. Der Strassen(aus)bau dagegen blüht ungehemmt weiter, obwohl sich der Strassenverkehr doch gerade selbst in das Abseits befördert, in dem der Bahnverkehr schon seit sechzig Jahren steht.

Ob ein auf Effektivität angewiesenes Unternehmen bei diesen Verhältnissen nicht doch lieber jeden Vierzig-Fuss-Container einzeln mit dem Sattelschlepper transportiert, Autostau hin, Autostau her, ist damit fast schon beanwortet.
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 Re: Erfolgreiche "Mitnahmeeffekte" von solo hervorgebrachten KLV-Verbindungen?
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