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Zweck der verschiedenen Elektrifizierung nicht verstanden

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 31.07.20 16:31


Flauschi schrieb:
Vor 30 Jahren wurde erstmals über eine Elektrifizierung nach Lindau nachgedacht (Aussage des Ob in Kaufbeuren), es gibt aber auch Zeitungsmeldungen aus den Dreißigern, wonach eine Elektrifizierung des Allgäus kurz bevor stünde, deshalb der Begriff "ernsthaft". Ausgehend von der Tatsache, daß das Allgäu eine autoaffine Gegend ist, wo außer München-Pendlern oder aussterbenden Alt-Urlaubern niemand freiwillig mit der Bahn fährt ergab sich die Überlegung (so der Ob), daß es wohl nur die Hälfte kostet, wenn man eine eingleisige Strecke elektrifiziert als eine zweigleisige. Also eine vollkommen sachfremde Argumentation, die für die Bahn immer nur die Mindestlösung vorsieht. (So kam auch die für den Nahverkehr unbrauchbare Verlegung der Kemptner Hbf zustande).
Es wäre bis heute kein einziger Strommast verlegt worden, wenn nicht aus der Schweiz ein ultimativer Zuschuß ausgelobt worden wäre, den man natürlich gerne mitnahm.

Endergebnis ist nach Jahrzehnten der Planung eine sündteure Elektrifizierung, die völlig am Bedarf vorbeigeht, die sich über weite Kilometer auf eingleisigem Terrain erstreckt, was einen stablilen Fahrplan in Frage stellt.
Wenn das Land Bayern nicht vorwärts macht mit der Elektrifizierung, dann krtitisiere doch bitte das und argumentiere nicht gegen andere davon unabhängige Elektrifizierung.
Auch bei vielen anderen Strecken wie in BaWü wurde viele Jahrzehnte diskutiert (teils auch schon vorm Krieg), aber irgendwann muss das Land halt erstens genug Druck aufbauen und zweitens auch selber Geld springen lassen. Meinst du, die Südbahn wäre ohne massiven Einsatz des Landes elektrifiziert worden. Oder gar Neustadt-Donaueschingen?
Solange sich Bayern da nicht deutlich bewegt, wird es mit der Elektrifizierung über Kempten nichts (und sinnvollerweise einige der abzweigenden Strecken).

Die Elektrifizierung über Memmingen ist hingegen ein völlig anderes Projekt, hier wird für den internationalen Fernverkehr elektrifiziert. Und damit selbstverständlich über die kürzere und auch schnellere befahrbare Route. Die Strecke über Kempten für den Fernverkehr zu elektrifizieren wäre Blödsinn, eine teure Elektrifizierung und dann trotzdem noch langsamer sein als mit Diesel über die frühere Strecke?

Das Geld aus der Schweiz ist nicht wirklich entscheidend, es war nur politisch bedeutend. In den schönen Sonntagsreden hiess es in der Politk immer, dass man die Strecke elektrifizieren will. Als dann die Schweiz kam und sich etwas daran beteiligen wollte, aber nur unter der Bedingung, dass man bald anfängt, begann die Zwickmühle. Das Geld einfach ablehen und sagen "nö, wir wollen doch nicht elektrifizieren" traute man sich nicht, also musste man wirklich real vorwärts machen.
Und zwar komplett die ganze Strecken und nicht nur so Alibi-Ausbauplanungen wie z.B. bei der Gäubahn, wo man sich den billigsten Abschnitt des geplanten Ausbaus herausgesucht und den sehr gemütlich vor sich hinplant. Die anderen, teureren Abschnitte, ohne den der "Billigabschnitt" keinen wirklichen Sinn ergibt, fing man noch nicht mal mit konkretem Planen an. Hauptsache man kann sagen, dass man etwas macht.

Gruss

Florian
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