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Tschüß Friedenshall (20 Bilder)

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 18.08.19 08:54


Moin,

am heutigen 18. August 2019 halten letztmals Reisezüge am Haltepunkt Bernburg-Friedenshall (der allerletzte ist laut Fahrplanauskunft die Regionalbahn 80440/75648 von Halle nach Halberstadt um 00:22 Uhr in der Nacht auf morgen). Das möchten Christoph und ich zum Anlass nehmen, diese unscheinbare Station hier vorzustellen. Zur Geschichte der Bahnstrecke dürfte ich in meinem Bahnhofsportrait Bernburg schon alles gesagt haben. Der Zugverkehr wird allerdings seit Dezember 2018 durch Abellio abgewickelt. Das Unternehmen hat sowohl DB Regio als auch Veolia abgelöst.


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Der Haltepunkt Bernburg-Friedenshall befindet sich an der Bahnstrecke Köthen - Aschersleben im Strecken-Kilometer 17,6. Gelegen zwischen den Bahnhöfen Baalberge und Bernburg findet er ab Fahrplanwechsel jetzt im Dezember (2019) einen Nachfolger im Haltepunkt Bernburg-Roschwitz. Der liegt einen Kilometer weiter nördlich in einem Wohngebiet, während der Hp. Friedenshall nur einige Wohnhäuser und ein Gewerbegebiet erschließt, denn er liegt einige 100 Meter außerhalb von Roschwitz. Hier hielten zuletzt alle Züge, sowohl die der Verbindung Dessau - Köthen - Bernburg - Güsten - Aschersleben (derzeit SEV) als auch die der Linie Halle - Könnern - Bernburg.


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In Betrieb genommen wurde der Haltepunkt Friedenshall am 1. Oktober 1897. Damals hieß er allerdings Solvayhall, benannt nach dem Konzern, der direkt am Haltepunkt ein Kaliwerk betrieb. Viele der dort Beschäftigten lebten in Bernburg. Der Konzern hatte nun ein Interesse, diese zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen. Dafür favorisierte er eine Straßenbahn, diese wurde jedoch nicht gebaut. So trat man an die Eisenbahn heran und kam überein, dass Solvay auf eigene Kosten einen Haltepunkt baut. Dieser diente nur dem Werksverkehr. Das fand die Bevölkerung nicht gut. Und so kam es, dass der Haltepunkt am 1. Mai 1911 für die Allgemeinheit geöffnet wurde. Er verfügte nun über ein Abfertigungsgebäude mit Fahrkartenschalter und Expressgutannahme, ferner eine Wartehalle. Daneben gab es ein Wärterwohnhaus und eine Schrankenwärterbude.
Nachdem nicht nur die Eisenbahn, sondern auch die Bernburger Fabriken „in Volkes Hand” gekommen waren, erschien die Benennung des Haltepunkt nicht mehr zeitgemäß. Daher erfolgte am 10. Februar 1951 die Umbenennung in Friedenshall. 1963 endete die Expressgutabfertigung, 1968 schloss der Fahrkartenschalter.
Im Zusammenhang mit dem Bau des Steinsalzwerkes in Bernburg-Gröna wurde der Bahnhof Baalberge komplett umgebaut. Das Anschlussgleis läuft bis Friedenshall parallel zur Hauptstrecke. Daher wurde der Bahnübergang in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre umgebaut. Hier befindet sich eine Halbschrankenanlage. Diese ist für die Hauptstrecke als Besonderheit aus Richtung Bernburg zugbedient, aus Richtung Baalberge jedoch signalabhängig (Bedienung durch Fahrdienstleiter Baalberge). 1973 schloss dann das ehemalige Solvaywerk. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte der Abbruch des Stationsgebäudes. Das Wärterwohnhaus war am Besuchstag in ruinösem Zustand noch erhalten.
Nach der Außerbetriebnahme des Haltepunkts erfolgt die Modernisierung des Bahnübergangs Schachtstraße. Diese nutzt man zum Abbruch des Haltepunkts. Für die Übergangszeit bis zur Inbetriebnahme von Roschwitz verweist die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH die Reisenden auf den Bahnhof Baalberge oder auf die zum Verbundtarif fahrenden Busse.
(Schilderung nach Rainer Dill, Eisenbahnen in Bernburg und Umgebung, Berlin 2015)


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LBGF01 by ccar via Sören Heise, auf Flickr

1 Beginnen wir mit vier Übersichtsaufnahmen, die Christoph am 14. August 2003 anfertigte. Stehend auf dem Bahnsteig Richtung Baalberge schauen wir gen Bernburg. Etwas speziell war der Haltepunkt durch das Gleis zum Werk in Gröna, das wir links im Bild sehen (also das Gleis).




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LBGF02 by ccar via Sören Heise, auf Flickr

2 Vom Ende des Bahnsteiges schauen wir in Richtung Baalberge.




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LBGF03 by ccar via Sören Heise, auf Flickr

3 Eine Gesamtansicht vom Bahnübergang.




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LBGF04 by ccar via Sören Heise, auf Flickr

4 Abschließend eine Ansicht hin zum Bahnübergang. Vielen Dank für die Aufnahmen, Christoph!


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LBGF05 by Sören Heise, auf Flickr

5 Bei meinem Besuch am 30. April 2019 widmete ich die erste Aufnahme der schönen Schrankenanlage aus dem Hause WSSB. Man könnte auch sagen, ich fertigte eine Aufnahme des Bahnübergangs an.




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LBGF06 by Sören Heise, auf Flickr

6 Zum Bahnsteig in Richtung Baalberge muss man das Gleis zum neuen Werk queren.




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LBGF07 by Sören Heise, auf Flickr

7 Es schwenkt kurz hinterm BÜ gen Westen.




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LBGF08 by Sören Heise, auf Flickr

8 Das Wärterwohnhaus ist nur noch eine Ruine.




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LBGF09 by Sören Heise, auf Flickr

9 Die Frontalansicht bestätigt das.




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LBGF10 by Sören Heise, auf Flickr

10 Blick Richtung Baalberge. Wer weiß, wo sie stehen, erkennt beide Stellwerke des Bahnhofs.




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LBGF11 by Sören Heise, auf Flickr

11 Gesamtansicht mit Reisenden. Diese hatten gut zu warten, denn aufgrund eines defekten Güterzuges war der Fahrplan ziemlich durcheinander.




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LBGF12 by Sören Heise, auf Flickr

12 Bahnsteigausgang.




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LBGF13 by Sören Heise, auf Flickr

13 Der Blick hinüber nach Gleis 1.




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LBGF14 by Sören Heise, auf Flickr

14 Andreaskreuz und Wecker.




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LBGF15 by Sören Heise, auf Flickr

15 Nummer drei.




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LBGF16 by Sören Heise, auf Flickr

16 Das Wärterwohnhaus. Das Abfertigungsgebäude steht nicht mehr.




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LBGF17 by Sören Heise, auf Flickr

17 Seinen Zielbahnhof Güsten sollte 1648 422 nicht erreichen, der Zug wendete ob seiner Verspätung schon in Bernburg.




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LBGF18 by Sören Heise, auf Flickr

18 Ein Reisender stiegt trotzdem zu.




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LBGF19 by Sören Heise, auf Flickr

19 Ein letzter Blick hinüber nach Gleis 2.




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20 Tschüß, Friedenshall!


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Viele Grüße
Sören


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