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"Bürgerbeteildigung und Protest: Eine psychologische Analyse" (Vortragsunterlagen)

geschrieben von: maklin

Datum: 10.02.18 19:15


Hallo zusammen,
der oben genannte Vortrag wurde am 11. Januar 2018 im DLR im Rahmen des "Braunschweiger Verkehrskolloquium" von Prof. Dr. Barbara Thies gehalten. Wie ich nun entdeckt habe, sind die Folien über die folgende Seite herunterladbar:
[www.verkehrskolloquium.de]

Leider bieten die Folien nur einen unvollständigen Eindruck, daher würde ich gerne noch ergänzende Infos berichten bzw. aus dem Gedächnis abrufen (ich war damals anwesend). Die Vortragende, die übrigens auch das Dialogforum Schiene Nord mit begleitet/anaylsiert hat, hat sich das Protestverhalten von Bürgern im Kontext von Großprojekten angesehen und durch Umfragen (und entsprechender Analyse) ausgewertet.
- Folie 14: Hier fällt auf, dass die Protestbereitschaft höher liegt, als der dann eigentlich durchgeführte Protest. Sprich: Es gibt durchaus eine Anzahl Leute, die zwar meinen, dass sie protestieren würden, es aber dann doch nicht machen. Ferner wurde gesagt, dass der gewalttätige Protest tendentiell eher von Leuten ausgeht, die sich nicht vertieft politisch mit der Thematik befassen, d.h. die bereits eine "alles ist Mist"-Haltung mitbringen.
- Folie 25: Das Beispiel aus der Fleischwirtschaft soll zeigen, dass es grundsätzlich viele Faktoren gibt, die in das Vertrauensverhältnis des Kunden in die Fleischwirtschaft beeinflussen. Man könnte meinen, dass dieses sich primär auf sachlicher Ebene abspielt, also man z.B. durch Fakten zu Umweltstandards, Tierwohl etc. am meisten Vertrauen gewinnen kann. Tatsächlich, so Prof. Thies, sei aber der "Emotional Appeal" von größter Bedeutung. Man bekommt z.B. ein gutes Gefühl, weil in der Werbung/Produktpräsentation glückliche Tiere auf freier Wiese gezeigt werden (oder so etwas). Um den Bezug zur Bahn und zu Bauprojekten wieder herzustellen: Ich bin selbst in einer Gruppe aktiv, die sich für den Ausbau von Straßenbahn und ÖPNV einsetzt. Auch bei uns hat sich gezeigt, dass die Verwendung von aussagekräftigen Visualisierungen, die z.B. eine Straßenbahn in einem Straßenraum zeigt, der aktuell nicht von einer Straßenbahn bedient wird, die größte Wirkung zeigt. Zahlen und Berechnungen haben längst nicht diese Wirkung. Früher, als wir nur mit einfachen, eher schwerer verständlichen, aber technisch eigentlich viel aussagekräftigeren 2D-Zeichnungen und Zahlenwerten gearbeitet haben, waren die Leute weit kritischer.
- Folie 26: Die Vortragende meinte, dass die Vertrauenswerte nicht nur in Politik, sondern auch in die Wissenschaft nachgelassen haben. Unis und vergleichbare Einrichtungen werden mitunter als Instrumente des Staates angesehen und nicht als neutrale Forschungseinrichtungen, die eigentlich den möglichst neutralsten Input geben sollten.

Ich hoffe, dass dem einen oder anderen diese Folien zusammen mit den Infos hier etwas nützt, auch wenn leider die Folien für sich etwas unklar sind und oft auch nur auf andere Studien verwiesen wird.

Wir freuen uns, dass wir nun von Berlin über Halle, Erfurt und Nürnberg nach München (ca. 620 km) in 3h55 reisen können. Bedenkt man, dass der TGV die ca. 550 km Paris-Tours-Poitiers-Angoulême-Bordeaux mit diesen Halten in 2h51 fährt und die 70 km Differenz bei 280 km/h nur 15 Minuten kosten würden, so zeigt sich, dass die Strecke mit oben genannten Zwischenhalten auch in 3h06 machbar wäre. Wenn die Strecke durchgehend ausgebaut wäre...

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 "Bürgerbeteildigung und Protest: Eine psychologische Analyse" (Vortragsunterlagen)
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10.02.18 19:15
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