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Jährlich 1 Mrd. für Trassenvollkosten + 1 Mrd. dezidierte Investitionen für Engpassbeseitigung = 2 mal so viel Anteil im Modal Split?

geschrieben von: heirei

Datum: 16.12.15 02:04


Einmal eine Formel, ähnlich wie andere Interessenverbände, als möglicher Lösungsweg, mit dem man vielleicht einmal „politisch steilgehen“ sollte (gerade nach dem programmatischen Wochende in Paris). Ich hoffe dass dieser für poltische Diskussion kurz genug ist:

Jährlich 1 Mrd. mehr für Trassenvollkosten + 1 Mrd. dezidierte Investitionen für echte Engpassbeseitigung = 2 mal so viel Anteil im Modal Split?

Man kann gut erkennen, dass der Rahmen eben auch nach 20 Jahren Bahnreform noch nicht stimmt, da für „eigenwirtschaftlichen Verkehr“ schlicht immer noch kein Markt existiert: So kann sich der Bund selbst auf dieser Seite des Grundgesetzartikels 87e nicht herausreden, endlich seiner gesetzgeberischen Pflicht nachzukommen.

Das Trassenpreissystem 17 wäre mit seinen Grenzkosten wäre noch viel interessanter (1,70 EUR) und vor allem paritätischer gegenüber der Strasse organisiert wenn der Staat sich dazu entscheiden könnte den dortigen Mehrbedarf zwischen Grenz- und Vollkosten endlich dazuzuschießen. Dass würde der Strassenfinanzierung entsprechen und wäre durchaus EU-rechtskonform. Ich habe hier von einem Volumen von 0,6 - 1 Mrd gehört.
Dann muss es möglich sein, aus dem vorhandenen Netz erst einmal das herauszuholen was noch drinnen steckt. Für die wirklichen Engpässe liegt ja schon eine Studie des Bundesumweltamtes vor, die den Bedarf für Investitionen zur Ertüchtigung der echten Engpässe, die bei guter Fahrplaplanung trozdem knirschen auf 11 Mrd für die nächsten 10 Jahre beziffert [www.umweltbundesamt.de].
In einer politischen Milchmädchenrechnung komme ich so etwa auf einen jährlichen Mehrbedarf von 2 Mrd EUR aus der Staatskasse der allen Akteuren auf den Schienen erst einmal Luft verschafft, so dass eine Grundlage geschaffen ist, dass im sportlichen Miteinander (!) der Akteure beispielweise der Anteil des Schienverkehrs am modalen Kuchen in den nächsten 10 Jahren mindestens verdoppelt werden sollte. (Bei unserem niedrigen Ausgangswert durchaus zu schaffen, aber eben nicht nur gegen Flugzeuge oder gar Wasserwege, sondern vor allem gegenüber der Strasse)

Offensichtlich ist allerdings, wie hierzulande man nur die „Elektromobilität“ (vor allem automobile) als Player des am Wochenende verabschiedeten Klimaprogrammes in deutschen Verlautbarungen findet, trotz erster zaghafter Gehversuche der UIC Bahnen (Trains to Paris [www.uic.org]) endlich auch einmal die medien-politische Schlachten zu schlagen.

Schattenkassen von Schäuble im Haushalt der DB AG, weitere Prestigeprojekte für Politiker zur allgemeinen Förderung der Tiefbauindustrie und die Normenkonflikte die sich Systemanbieter in quasiStaatsunternehmen innerhalb Europas liefern (dass nicht mehr das zusammen passt, was zusammen gehört) sollten meiner Meinung (teuer) abgeschrieben, aber endlich zu Ende gebracht werden. Diese Schattenkriege, die die Eisenbahn mit ihren bundeseignen Gleisen wie vor 1994 als Quasi-Sondervermögen weiterbehandeln, müssen aufhören. Noch ist die Eisenbahn das politische Spielzeug, mit dem man vor allem seine Klientel bedienen kann und dabei die Bahn so schwach macht dass es vor allem der staatspolitisch ja ach so relvanten Gummifraktion nützt.

[Ich sehe den allgemeinen MIV hier lange nicht so im Vorteil wie hier schon dargestellt (@rollo), auch wenn jemals aus den Ankündigungen Realität werden sollte, eigentlich ein vollkommen neues Produkt (automatisiertes Auto), gegenüber der heute nur noch mit Gimmiks jährlich aufgepimpten Statussymbolen mit eigentlicher Uralttechnik (Autos) auf die Strasse zu stellen, bleibt die Strasse für unsere mobile Gesellschaft im Prinzip ineffizient. Solange sauteure Autos (wird durch auromatisierung nicht besser), die vor allem einer Konsumindustrie nutzen jeweils einzeln Personen transportieren sollen, werden wir die steigenden Emmisionen nicht senken können. Neben umweltpolitischen Zielen, haben wir auch längst in der Stadtplanung begriffen, dass solche motorisierten Individualverkehrsuntersätze zahlreiche weitere Folgeprobleme mit sich bringen: Entmischung wird als zunhemend negativ empfunden, vollkommen autogerecht gestaltete Siedlungen erleiden häufig schon nach einer Generation Nutzung erhebliche Attraktivitätseinbußen, die "Strasse" will rückerobert werden, nachhaltige Wirtschaftstrukturen fallen zunhemend hochlabilen, vor allem Ressourcenverbrauchenden Distributionsystemen zum Opfer, Flächenverbrauch, etc]

Derweil lassen wir ein System der Bahn links liegen welches nicht alle Probleme der Mobilität lösen kann, aber einen wesentlichen Beitrag in S t a d t und L a n d bieten könnte, durchaus auch eben gerade aus dem Grunde, weil es einen höheren Organistionsgrad bedarf, damit allerdings auch sozielen Kitt in der Gesellschaft bieten kann. Dass heißt nicht, dass ich nicht auch eine technolgische Weiterentwicklung für die Eisenbahn begrüße und durchaus auch einfordern wollen würde. Allerdings sollten wir nicht glauben, ohne einen Quantensprung in der Technik wäre das System Bahn verloren, diesen sehe ich auch nach 2 Jahrzehnten im hochkaptalisierten Automobilmarkt eben gerade immer noch nicht. Und vor allem sollten wir nicht auf noch viel utopischere Finanzspritzen warten, als ich sie hier schon formuliere. Vor allem aber sollten wir nicht glauben, diese Art der individuellen Mobilität wie die des Autos wäre immer noch die allgemein gültige: Man entdeckt eben durchaus die noch viel indivudellere Art der intramodalen Mobilität zunhemend wieder und befreit sich zunehmend von Großinvestitionen, die dann vor allem einen auch daran auf lage Zeit exklusiv binden (Auto, Einfamilienhaus, etc)

Wenn allerdings der Staat die Vollkosten abzüglich der EU gesetzten Grenzkosten übernehmen würde dann wäre Strasse und Schiene zumindest bei den Trassen einigermaßen paritätisch. Steuern, Abgaben und weitere überbordende Regularien -vor allem auf Seiten der Schiene- wären dann wieder andere Baustellen.

Wenn sich die verschieden Akteure nicht wie derzeit auf dem Hindenburgdamm verkeilen, sondern statt dessen jetzt einen sportlichen Betrieb gemeinsam für die Schiene hinlegen würden könnte man aus dem Netz noch eine Menge herausholen (Man höre von Schweizer Systemtrassen und viel besser ausgelasteten Trassen in den Niederlanden...) Auch sollte man sich in solchen Fällen einfach einmal an Bekundungen erinnern, dass vor einigen Jahren die Zweigleisigkeit zwischen DB Netz und Land SH schon einmal beschlossene Sache war.

Politisch dran bleiben und nicht hoffen das etwas "einfach so" besser wird, ist glaube ich das wichtigste (Auf "die da oben" zu schimpfen bringt recht wenig, wenn der Souverän vor allem durch Abwesenheit in Inhalten und Engagement auffällt), deshalb danke für Deinen kleinen Aufruf!

[Edit: Titel, Links und der Versuch einige Passagen lesbarer und deutlicher zu machen]



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