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Oschatz - ein abgehängter Bahnhof?

geschrieben von: Carsten Friese

Datum: 18.01.15 16:42


Dazu ein Link zum [www.mdr.de]





175 Jahre Ferneisenbahn Leipzig-Dresden Oschatz - ein abgehängter Bahnhof?

Der Bahnhof in Oschatz ist einer der wenigen Haltepunkte der ersten Ferneisenbahn Deutschlands zwischen Leipzig und Dresden. Der Bahnhof ist vor ein paar Jahren für den Durchgangsverkehr der ICEs umgebaut worden, neue Gleise wurden verlegt. Doch wie wichtig ist der Bahnhof heute noch? Während eines Besuchs ergibt sich ein zweigeteiltes Bild.

von Thomas Matsche, MDR INFO
Der Nachbau von Deutschlands erster Dampflokomotive "Saxonia" fährt am Samstag (12.07.2008) in Dresden während eines Eisenbahnfestes mit Gästen auf dem Führerstand. Anlass ist der 200. Geburtstag ihres Erfinders in diesem Jahr. Professor Johann Andreas Schubert gilt auch als Erbauer der Göltzschtalbrücke und des Dampfschiffes "Königin Maria". Die ursprünglische "Saxonia" wurde in Dresden gebaut und war am 8. April 1839 bei der Eröffnung der ersten deutschen Ferneisenbahn zwischen Leipzig und Dresden unterwegs.

Nur 30 Minuten brauche ich mit dem Regionalexpress von Leipzig nach Oschatz. Mein erster Eindruck vom Bahnhofsgelände ist positiv: Die Bahnsteige sind modern gestaltet. Auch der Zustieg zum Wilden Robert, der Oschatzer Schmalspurbahn, die vom Bahnhof aus viele Touristen ins Umland transportiert, sieht neu aus. Doch ein Blick auf das heruntergekommene Hauptgebäude trübt das Bild gewaltig.
"Es ist ein schlimmer Anblick"

Der Busbahnhof wurde modernisiert, das Bahnhofsgebäude verfällt.

Vor der verrammelten Eingangstür treffe ich auf den Eisenbahn-Enthusiasten Ralf Korn. Er ist Mitglied im Förderverein Wilder Robert und betreibt ein Modellbahngeschäft in Oschatz. "Unser Bahnhof ist seit 1990 immer desolater geworden. Früher war eine Mitropa drin, Fahrkartenverkauf, Gepäckannahme und so weiter, oben waren Wohnungen", schwärmt er. "Jetzt steht der komplette Bahnhof schon seit zehn Jahren leer." Das Gebäude wurde von der Bahn immer wieder verkauft. Zuletzt vor einem Jahr für 4.500 Euro an einen unbekannten Käufer, sagt Ralf Korn. Getan wurde seitdem nichts, das 130 Jahre alte Haus verkommt. Die Fassaden sind voller Graffiti, die Fensterscheiben zerschlagen, in den Räumen stehen alte Malereimer. "Es ist schon ein schlimmer Anblick. Selbst die elektrischen Anlagen. Alles wird hier eben in Mitleidenschaft gezogen."
Der alte Bahnhof - ein Schandfleck?

Dass hier seit Jahren nichts unternommen wird, macht auch diese Passantin wütend: "Ich finde das ganz ehrlich zum kotzen. Ich bin eine alte Oschatzerin und früher war's ja so schön. Man konnte rein, da war ein Serviceschalter… Das haben sie alles abgeschafft. Jetzt ist es ein Schandfleck, finde ich persönlich. Wenn man fremd ankommt, denkt man 'Oh mein Gott'." Wie aufs Stichwort laufen mir zwei britische Touristen über den Weg. Sie sind aus Dresden gekommen und wollen mit der Schmalspurbahn nach Mügeln fahren. "Ich finde es sehr schlimm, dass diese alten Gebäude, besonders an Bahnhöfen, nicht besser in Schuss gehalten werden. Sie haben oft eine wunderbare Architektur, aber man lässt einfach zu, dass sie kaputtgehen", erklärt einer der Männer.
Bürgermeister: Man kann nicht viel tun

Stimmen, die Oschatz' Oberbürgermeister Andreas Kretschmar natürlich wurmen. Denn die Stadt habe sämtliche kommunalen Flächen um den Bahnhof erneuert: Parkplätze für Autos, Taxis und Busse gebaut, Gehwege gepflastert sowie eine abschließbare Fahrradhalle errichtet. Kretschmar hat die Bahn sogar davon überzeugt, wieder einen Ticketschalter in einem Container neben dem Hauptgebäude zu errichten. Den persönlichen Kontakt zu einer Bahnmitarbeiterin wissen vor allem die älteren Reisenden zu schätzen. Doch gegen den Schandfleck kann Andreas Kretschmar gegenwärtig nichts machen. "Es ärgert uns als Stadt sehr, dass dieses Gebäude in dieser Form hier zu sehen ist. Aber es befindet sich nicht in unserem Eigentum. Wir haben auch nicht vor, dieses Gebäude zu übernehmen, da wir keine Nutzung haben. Wir können nur hoffen, dass der neue Eigentümer das nicht nur gekauft hat, damit er es gekauft hat, sondern dass er auch tatsächlich Hand anlegt."
Pendler nutzen die Verbindung durchaus

Andreas Kretschmar glaubt in jedem Fall fest an die Zukunft der Bahn und des Bahnhofs in Oschatz. Immer mehr Pendler nutzten die schnellen, stündlichen Verbindungen nach Leipzig oder Dresden. Woher er das weiß? Langsam werden die Parkplätze vor dem Bahnhof wieder knapp.


Links in MDR.DE

Spezial: 175 Jahre Ferneisenbahn Leipzig-Dresden [www.mdr.de]



© 2015 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das EG ist mehrfach verkauft,da kann die Döllnitzbahn nur wenig machen.

Gruß
Carsten

Noch 'n paar Links:

Oschatz-Strehla: [www.stillgelegt.de]

Oschatz-Mügeln: [fototagebuch.bahnfotokiste.de]





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:18:16:53:30.
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