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"frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: andreas +

Datum: 04.08.26 23:08

Hat jemand heute die Sendung gesehen? Falls nicht, kann man sich die via ZDF-Streaming-Portal anschauen:
https://www.zdf.de/video/dokus/frontal-die-doku-100/doku-das-deutsche-bahn-desaster-100

Es geht um Sanierung, Instandhaltung, Finanzierung, Kosten, Politik und Konzernvorstand, ... und von Frau Palla ... kein Kommentar, kein Interview

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: Ziggy

Datum: 05.08.26 06:45

Nix Neues, kann man sich sparen.

Auch vom heiligen Claus kam nur Managerschelte bzw. wurde nur solche gezeigt. Ansonsten wieder überflüssige ‚Ampel‘, alte, nicht funktionierende Stellwerke, die Schweiz mit ‚einer‘ BZ, ….
Moin

Sehr interessant finde ich das bei der Darstellung der Generalsanierung der Strecken der Nordosten wenn auch keine Generalsanierung sondern nur ein Ausbau Berlin Stralsund geplant war und auch bei anderen Darstellungen in anderen Publikationen zb. auch im Bundesverkehrswege Plan 2030 so gut wie überhaupt nicht berücksichtigt wird.

Bf. Zingst Darßbahn
Ziggy schrieb:
Nix Neues, kann man sich sparen.
[...]
Ansonsten wieder überflüssige ‚Ampel‘, alte, nicht funktionierende Stellwerke, die Schweiz mit ‚einer‘ BZ, …
Und der Professor als filmbegleitender Experte gibt seine 'Expertise' bei der Beurteilung der LST-Anlagen unter offensichtlicher Betrachtung aus seiner universitären, theroretisch geprägten Blase ab. Fazit, alles, was an Stellwerkstechnik nicht ESTW ist, muss als Schrott betrachtet werden. Klar, Ersatzteilsituation (selbst verschuldet) und Schaltverbote sind schon ein Thema, aber nicht generell.

Dank VPN habe ich mir das auch hier angetan, hätte ich mir jedoch getrost sparen können. Ein Wunder, dass nicht auch noch der berüchtigte Zugführer (auf der Lok) eine Erwähnung bekommen hat.

_____
Gruß aus der nördlichsten Hauptstadt Europas





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 11:58.
So ein Professor sitzt nur in seiner Uni und muss sich mit dummen Studenten herumschlagen. Aber hier bekommt er endlich mal Stimme und Zuhörer.
HW
Das Staatsfernsehen zieht über die Staatsbahn her - mit "Experten" die allesamt von Steuergeldern leben.

Dieses Land ist Realsatire.
Lok 22025 schrieb:
So ein Professor sitzt nur in seiner Uni und muss sich mit dummen Studenten herumschlagen. Aber hier bekommt er endlich mal Stimme und Zuhörer.
HW
Auf DSO hätte er auch noch die dummen 'Kommentare' der DB-alles-schön-Schreiber' und 'Allesbesserwisser'



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 14:01.

Bitte keine unverständlichen Schachtelsätze!

geschrieben von: Hansawagen

Datum: 05.08.26 14:18

K.Malzahn schrieb:
Moin

Sehr interessant finde ich das bei der Darstellung der Generalsanierung der Strecken der Nordosten wenn auch keine Generalsanierung sondern nur ein Ausbau Berlin Stralsund geplant war und auch bei anderen Darstellungen in anderen Publikationen zb. auch im Bundesverkehrswege Plan 2030 so gut wie überhaupt nicht berücksichtigt wird.


Hallo Kai,

dein Text mit eingeschobenen Nebensätzen zweiten Grades und völlig ohne Kommas ist leider schwer verständlich. Worum geht es dir überhaupt?



Mit freundlichen Grüßen

Peter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 14:20.
Der Professor ist kein Professor mehr, sondern emeritiert. Glücklicherweise hat ihn das ZDF temporär aus seiner Pensionärslangeweile herausgeholt.


Lok 22025 schrieb:
So ein Professor sitzt nur in seiner Uni und muss sich mit dummen Studenten herumschlagen. Aber hier bekommt er endlich mal Stimme und Zuhörer.
HW
bogrács schrieb:
Das Staatsfernsehen
Noch ist es kein Staatsfernsehen. Aus Angst davor, alsbald von Staatsfernsehen abgelöst zu werden, gibt es sich aber zunehmend "volkstümlich".

Ob ich mir nach dem Totalausfall im ZDF vor 2 Wochen auch noch das anschauen werde? Bin noch unentschlossen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 15:24.

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: Ziggy

Datum: 05.08.26 15:30

Ist bzw war genau so gut oder schlecht wie vor 2 Wochen. Nur der große Sturm bleibt auf DSO bisher aus weil der Name ‚Hayali‘ 😱 nicht involviert ist. 😆

Ganz toller Hecht

geschrieben von: Lenoir

Datum: 05.08.26 15:54

Dein Kommentar zeigt: Du scheinst ja ein ganz toller Hecht zu sein, in deinem Tümpel.

Der längst emeritierte Prof. Hecht ist sicher nicht kritikfrei bezüglich vieler seiner Aussagen. Und das ist auch der Kern dessen, was ich den Medienmachern bei solchen Reportagen vorwerfe: Die eigene Recherche ist nicht gut genug, um insbesondere ggü. der professionellen Pressemaschine der Deutsche Bahn AG bestehen zu können. Da sah man schon bei Hayalis Reportage, bei anderen zuvor und hier auch wieder

Dummerweise scheint es außer Hecht, Böttger und Leister keinen halbwegs telegenen wirklichen Bahnversteher zu geben, der den Medienmachern gut beratend zur Seite steht.
Und in diese Lücken, die die vermeidbaren Fehler der Berichterstattung geben, stößt die DB-Pressemaschinerie eben immer wieder herein.

Nicht schön.

Re: Ganz toller Hecht

geschrieben von: bauigel

Datum: 05.08.26 17:17

Lenoir schrieb:
Zitat:
Dummerweise scheint es außer Hecht, Böttger und Leister keinen halbwegs telegenen wirklichen Bahnversteher zu geben, der den Medienmachern gut beratend zur Seite steht.
Dieser "halbwegs telegene Bahnversteher" müsste ja von dem Projekt wissen - also auf der Liste sein, die von diesen Medienmachern angefragt wird.
Lenoir schrieb:
Und in diese Lücken, die die vermeidbaren Fehler der Berichterstattung geben, stößt die DB-Pressemaschinerie eben immer wieder herein.
Man möchte am liebsten kurze kompakte Aussagen - wenn das Füllen solcher Lücken zu kompliziert oder zu langatmig klingt, scheint man die ganz bewusst zu lassen. Zumindest habe ich am Rande einer VDEI-Veranstaltung von jemand Zuverlässigem im persönlichen Gespräch gehört, er habe schon zweimal auf Anfrage vor der Kamera Rede und Antwort gestanden um am Ende mit Null Sekunden Sendezeit im geschnittenen Beitrag aufzutauchen. Ein drittes Mal wird ihm das nicht passieren...

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: bauigel

Datum: 05.08.26 17:19

Ziggy schrieb:
Nur der große Sturm bleibt auf DSO bisher aus weil der Name ‚Hayali‘ 😱 nicht involviert ist. 😆
Vielleicht sollte man erwähnen, dass da mehrere "Studierte" - einer davon auch noch BWL'er - ihre Meinung zum Besten geben? 😁😂

Fachlich besser als die vorherige Doku

geschrieben von: Giovanni

Datum: 05.08.26 17:28

Um es ganz ehrlich zu sagen: Sie ist besser als die vorherige Doku "Unsere Bahn: Geliebt, verflucht - und gefährlich?".
Zumindest sind mir keine Fehler oder irreführende Schnitte aufgefallen.

Was ich an wichtigen Punkten mitnehme, auch wenn sie etwas kurz angeschnitten wurden:
- verschleißabhängige Zuschläge für Loks mit hohem Schienenverschleiß gibt es in DE nicht, obwohl sie Vorteile hätten
- manchmal wird ersetzt statt repariert, weil dann andere zahlen
- explodierende Kosten in zeitlichem Zusammenhang mit den Generalsanierungen werden mit Beispielen unterlegt

Ob jetzt der parallele Test durch zwei Reporter notwendig war? Naja.

Wo Logik aufhört, fängt das DB-Preissystem an!

Beim Zuschauer auch nicht der Brüller

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 05.08.26 17:38

Hallo!

Bei den TV-Zuschauern fand der Beitrag auch keinen riesigen Anklang. Gemessen wurden gestern rund 1,617 Millionen Zuschauer (entsprach einem Marktanteil von rund 9,1 %, damit deutlich unter Senderschnitt). Man musste sich hinter der ARD (Das Erste) und dem RTL-Krimi einrangieren. Bei den 14-49-jährigen sah es gar nicht mal so übel aus: 390.000 Zuschauer (rund 14,8 %, damit deutlich über Senderschnitt bei diesem Zuschauerkreis).

Die Sendung hatte damit weniger Zuschauer als zwei Wochen zuvor die Doku mit Dunja Hayali. Sie lief allerdings schon um 20.15 Uhr.

Ich habe gestern schon am Morgen kurz hineingelunzt, da bei der Sendung "Volle Kanne" über die Sendung gesprochen wurde. Da ging es um das Gewicht von Lokomotiven (Vectron vs. SBB-Lok). Hat mir schon gereicht.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 18:10.

Staats-Fernsehen?

geschrieben von: PeterK

Datum: 05.08.26 17:45

Hallo bogrács,

wenn das ZDF wirklich staatlich wäre, dürfte es dann über die DB AG (100% im Besitz des Bundes) so herziehen?

Gruß

Peter




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 17:46.

Re: Fachlich besser als die vorherige Doku

geschrieben von: korridor

Datum: 05.08.26 17:46

Giovanni schrieb:
- verschleißabhängige Zuschläge für Loks mit hohem Schienenverschleiß gibt es in DE nicht,

Dieses Thema wird schon lange totgeschwiegen, es darf vermutet werden aus industriepolitischen Gründen (Siemens).
Die Industrie verkauft Loks immer näher an der Reibungsgrenze, und die öffentlichen Netzbetreiber dürfen es ausbaden und häufigere Schienenwechsel bezahlen.
Die SBB werden schon wissen, warum sie den Vectron in der Bogengeschwindigkeit eingebremst haben und die Entwicklung einer gleisfreundlicheren Lok forcieren (Stadler)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 17:47.
Was wäre gewesen, wenn die Bahn den Ausbau von ETCS Level 2 ohne Signale auf Hamburg-Berlin einfach durchgezogen hätte? Dann wäre der Aufschrei noch viel größer, weil außer den ICE und Flixtrain kaum ein Zug im Güter-und Nahverkehr mehr auf der gesamten Strecke gefahren wäre.
Auf der Riedbahn hat man auch doppelt ausgerüstet (ETCS Level 2 mit Signale) und es erzählt euch keiner das das ETCS dort bis jetzt immer noch nicht richtig geht und nur von ICE genutzt werden kann und darf. Warum recherchiert keiner der Journalisten dort mal nach? Immerhin was das der Musterkandidat der ganzen "Generalsanierungen".

Es fehlt auch der Masterplan der Politik für das Thema ETCS. Nicht nur ich will haben weil "billig und es können noch mehr Züge fahren".
Sondern es muss auch im Nachgang ein gemeinsamer Plan mit den beteiligten Akuteren gefunden werden, was Neubau und Umbau der Strecken, Nachrüstung von Bestandsfahrzeuge und Ausbildung von Personal (Tf und Fdl) angeht.

Also egal wie es die Bahn macht, macht sie es falsch und die Bahn war und ist nun mal der Prügelknabe der Nation.

Eisenach–Erfurt?

geschrieben von: Lenoir

Datum: 05.08.26 18:53

Sven1066 schrieb:
Auf der Riedbahn hat man auch doppelt ausgerüstet (ETCS Level 2 mit Signale) und es erzählt euch keiner das das ETCS dort bis jetzt immer noch nicht richtig geht und nur von ICE genutzt werden kann und darf. Warum recherchiert keiner der Journalisten dort mal nach? Immerhin was das der Musterkandidat der ganzen "Generalsanierungen".
Für den Generalsquatsch mag das zutreffen, für die Doppelausrüstung PZB und ETCS L2 nicht. Da dürfte sowas wie Eisenach–Erfurt ins Spiel kommen. Wie sieht denn dort die technische Zuverlässigkeit aus?
bogrács schrieb:
Das Staatsfernsehen zieht über die Staatsbahn her - mit "Experten" die allesamt von Steuergeldern leben.

Dieses Land ist Realsatire.
Ich antworte jetzt mal allgemein auf einige Beiträge.
Dass du der Erste bist, ist eher Zufall. Weildu den direkten Zusammenhang mit dem Medium Fernsehen ("Staatsfrnsehen") gelieferst hast. Das gibt es -zumindest derzeit- noch nicht in diesem Land. Und es möge auch immer so bleiben!

Da sie sind wieder die DB-DSO-Jubelschreiber. Eine "linksgrün-versiffte" Journalistin mit ausländisch klingendem Namen als "Gegen-Argument" geht hier nicht, dann ist es das "Staatsfernsehen" (das manche Kreise auch "Lügenpresse" nennen).
Dann sind DSO-Professoren grundsätzlich schlauer als von Steuergeldern durchgefütterte Professoren, bzw. emeritierte Profs, die mal grundsätzlich gar keine Ahnung haben können, da sie nur vor uninteressierten faulen langhaarigen linken Studies ihre Hirngespinste für eine gut bezahlte C 3-4-Professur zum besten gegeben haben und nicht einmal einen Zug von innen gesehen haben.
Und dann der Claus als DB-Schreck auch noch dazu. Geht jaalles gar nicht.
Alles Schlechtmacherei und journalistische ganz grobe Fehler mit "Signal- und Weichentechnik".

Dass man bei TV-Sendungen als Experten mal nicht jeden nehmen kann, scheinen hier auch einige überhaupt nicht zu wissen. Was nutzt ein wissenschaftliches Statement von einem, der in der Öffentlichkeit vor einer Kamera nicht sprechsicher ist, so dass kein "normaler" Zuschauer versteht er sagen will? Das ist bei den Talkshows auch so.

Dass sich Fr. Palla mit ihrer neuen "Transparenz" vor dem Aufzug ziemlich untransparent, ja geradezu mehr als peinlich benommen hat, geschenkt. Dass mit der "Boni-Frage" eine regelrecht dilettantische gestocherte Antwort kam, auch böses Staatsfernsehen, das sich erdreistet so was überhaupt schriftlich anzufragen.
Auch, dass die 2 Teams (die wohl Flexpreis hatten? - weiß ich jetzt aber nicht wirklich, die Ticketart wurde nicht erwähnt) sich im Hoheitsgebiet der Deutschen Bahn im wesentlichen die Verspätungen und Unannehmlichkeiten geholt hatten, geschenkt.

Der Bericht ist für ganz normale Bahnkunde und nur sehr gelegentliche Bahnkunden gemacht, nicht für das DB-DSO-Jubelpublikum.

Was ich tatsächlich vermisst habe ist die Antwort, ob das Team ITA-Rottenburg/W. einen Taxigutschein genommen hat oder nicht. Oder ein Hotel in ROW. Irgendwas papieriges hatte sie in der Hand.

Aber freuen wir uns, dass laut Fr. Palla die DB mal die beste Bahn in Europa sein wird. Den Italienern, Schweizern und Österreichern wird das Lachen noch vergehen. Ist so. Die deutsche Automobilindustrie wird auch bald weltweit führend bei Elektroautos sein. Ist so.

Re: Fachlich besser als die vorherige Doku

geschrieben von: NbgBahn

Datum: 05.08.26 19:41

Die SBB ist halt nicht der Maßstab der Welt, wie schon das ökonomische Desaster Re460 zeigte. Ein Vectron ist dank Länderpaketen universell einsetzbar, die 120 km/h Beschränkung in der Schweiz im Güterverkehr irrelevant. Mit dem "billigen" Vectron können Hersteller, Eigentümer und Betreiber ihren Schnitt machen, das zählt.
Es gibt den Vectron auch mit zwei unterschiedlichen Drehgestelltypen, SF4 mit 1,25 Raddurchmesser und Achsstand von 3 Metern und dem gleisschonenderem SF3 mit 1,1 Raddurchmesser und 2,7m Achsstand.

Dass es auch bei Siemens Ideen zum Drehgestell der Zukunft gibt zeigt diese Publikation

Re: Fachlich besser als die vorherige Doku

geschrieben von: korridor

Datum: 05.08.26 20:12

NbgBahn schrieb:
Dass es auch bei Siemens Ideen zum Drehgestell der Zukunft gibt zeigt diese Publikation
Da geht es aber doch nur um Laufdrehgestelle und nicht um Triebdrehgestelle. Da ist schon ein Unterschied um Potenzen zur Gleisbeanspruchung.
Und nun, da tausende Einheiten vom "billigen" (viele Lokführer sagen das auch) Vectron verkauft sind, käme eine Triebdrehgestell-Neuentwicklung reichlich spät.

Re: Massive Vorwürfe...

geschrieben von: bollisee

Datum: 05.08.26 21:10

andreas + schrieb:
Hat jemand heute die Sendung gesehen? Falls nicht, kann man sich die via ZDF-Streaming-Portal anschauen:
https://www.zdf.de/video/dokus/frontal-die-doku-100/doku-das-deutsche-bahn-desaster-100

Es geht um Sanierung, Instandhaltung, Finanzierung, Kosten, Politik und Konzernvorstand, ... und von Frau Palla ... kein Kommentar, kein Interview
Das sind ja massive Vorwürfe. Gibt es hier Diskussionsteilnehmer, die die Behauptung von einem Preisaufschlag von weit über 200% für Weichen bestätigen oder entkräften können?

Neueinbau statt Wartung, das vermutet man schon lange. Auch hier, wie kommt es eigentlich dazu? Der Manager ist ja der Funktion verpflichtet und nicht der Beschaffungsabteilung.

Das mit den gesenkten Vorgaben für Boni wurde ja schon öfter bemängelt. Wenn man die Latte auf 0,2 m senkt, dann reißt auch meine Oma nicht die Latte. Offensichtlich sehen das auch Experten so.

Die andere Frage ist, kann man eigentlich die Vorwürfe des Berichts mit Nachweisen und Zahlen entkräften? Denn eigentlich wären nach sematisch korrektem Gebrauch der deutschen Sprache diese Vorwürfe von Frontal massive Korruptionsvorwürfe.

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: gezi

Datum: 05.08.26 21:44

bogrács schrieb:

Zitat
Das Staatsfernsehen zieht über die Staatsbahn her - mit "Experten" die allesamt von Steuergeldern leben.

Dieses Land ist Realsatire.


Die einen nöckeln über ein "Systemmedium", das immer mit den Regierungen der "Systemparteien" unter einer Decke stecke. Die anderen nennen es Satire, wenn das "Staatsfernsehen" Missstände bei der "Staatsbahn" thematisiert. Aber wo soll aus Deiner Sicht dann überhaupt noch seine Aufgabe sein, wenn es nicht über den Staar kritisch berichtet, nur bei "Eisenbahn-Romantik" mit und ohne Hagen von Ortloff?

Viele Grüße,
gezi

Edit: Falsche Beziehung von Zitat und eigenem Text korrigiert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 10:22.

Mit dabei

geschrieben von: Bernhard Jaschke

Datum: 05.08.26 22:22

"...Dieses Land ist Realsatire...."

Dazu trägst Du einen Teil bei ...

MfG
Bernhard Jaschke

Re: Fachlich besser als die vorherige Doku

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 06.08.26 07:30

korridor schrieb:
Giovanni schrieb:
- verschleißabhängige Zuschläge für Loks mit hohem Schienenverschleiß gibt es in DE nicht,

Dieses Thema wird schon lange totgeschwiegen, es darf vermutet werden aus industriepolitischen Gründen (Siemens).
Die Industrie verkauft Loks immer näher an der Reibungsgrenze, und die öffentlichen Netzbetreiber dürfen es ausbaden und häufigere Schienenwechsel bezahlen.
Die SBB werden schon wissen, warum sie den Vectron in der Bogengeschwindigkeit eingebremst haben und die Entwicklung einer gleisfreundlicheren Lok forcieren (Stadler)
Weil sie sich bei der Bobo 40 Jahre selbst belogen haben? Das man zulässige Grenzen dan auch nutzt ist irgendwie logisch, die gleiche SBB peitscht die zu schwere Lok ja mir völlig übertriebenen Lasten den Berg hoch...

MfG

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

Schienenfreunde?

geschrieben von: RadUndSchiene

Datum: 06.08.26 09:23

Da fielen mir spontan die Schienenfreunde ein ...

Mal den Ball flach halten

geschrieben von: NbgBahn

Datum: 06.08.26 11:07

Das Bonus-System wird bei der AG vom Aufsichtsrat (in letzter Konsequenz bei der Aktionärsstruktur der DB AG die Politik) genehmigt, Korruption ist das nicht.
Dass man die Kriterien so gestaltet, dass Prämien/Boni oder "variable Einkommensbestandteile" (Wording von Frau Palla) relativ einfach erreichbar sind, das steht auf einem anderen Blatt und mag auch an dem laschen Aufsichtsrat hängen, der im Gegensatz zu einer normalen AG nicht den Druck der Eigentümer hat. Sollte die AG Teil eines ETF-Portfolios wie etwa des MSCI world von BlackRock sein mit entsprechendem Anteil von BlackRock an der Aktionärsstruktur (das können schon mal bis zu 10% sein, bei dem europäischen Champion ASML Holding z.B. hält BlackRock ca. 7%, bei der Mercedes-Benz Group AG ca. 6%), dann weht da ein anderer Wind bei der Kontrolle durch den Aufsichtsrat. Dieser "Gefahr" dürfte eine DB AG nie ausgesetzt sein.

200% Kostensteigerung sind nicht ungewöhnlich, wenn es der Lieferant durchsetzen kann. Wollte gerade vom selben Versender eine CF Express Speicherkarte eines taiwanesischen Herstellers (Wise) kaufen, die ich dort zuletzt im Februar 2025 für 220€ kaufte. Aktueller Preis: 470€...
NbgBahn schrieb:
Das Bonus-System wird bei der AG vom Aufsichtsrat (in letzter Konsequenz bei der Aktionärsstruktur der DB AG die Politik) genehmigt, Korruption ist das nicht.
Dass man die Kriterien so gestaltet, dass Prämien/Boni oder "variable Einkommensbestandteile" (Wording von Frau Palla) relativ einfach erreichbar sind, das steht auf einem anderen Blatt und mag auch an dem laschen Aufsichtsrat hängen, der im Gegensatz zu einer normalen AG nicht den Druck der Eigentümer hat. Sollte die AG Teil eines ETF-Portfolios wie etwa des MSCI world von BlackRock sein mit entsprechendem Anteil von BlackRock an der Aktionärsstruktur (das können schon mal bis zu 10% sein, bei dem europäischen Champion ASML Holding z.B. hält BlackRock ca. 7%, bei der Mercedes-Benz Group AG ca. 6%), dann weht da ein anderer Wind bei der Kontrolle durch den Aufsichtsrat. Dieser "Gefahr" dürfte eine DB AG nie ausgesetzt sein.
In anderen Ländern wäre ein solches Setup ein klassischer Ausgangspunkt für Korruption. Der Aufsichtsrat ist ohnehin durchsetzt von Bundestagsmitgliedern


NbgBahn schrieb:
Zitat:
200% Kostensteigerung sind nicht ungewöhnlich, wenn es der Lieferant durchsetzen kann. Wollte gerade vom selben Versender eine CF Express Speicherkarte eines taiwanesischen Herstellers (Wise) kaufen, die ich dort zuletzt im Februar 2025 für 220€ kaufte. Aktueller Preis: 470€...
Im Zug der nicht lieferbaren Weiche für Freudenstadt wurde behauptet, nur das Weichenwerk in Witten könnte die liefern und hätte eine extreme Lieferfrist. Komisch, das Weichenwerk in Witten gehört InfraGo und setzt eine Kostensteigerung auf 245% des Ausgangspreises durch. Laut dem Kostenkennwertkatalog der DB von 83.500 € (2016) auf 209.300 € (jetzt, 2026?) durch? Satte 145% Inflation in 10 Jahren? Für wie dumm willst Du uns verkaufen? Und dann noch Computerspeicher während der KI-induzierten Speicherkrise vergleichen? Der Vergleich hinkt gleich doppelt. Und dann vergleichen wir mal mit der Baukosteninflation zwischen 2016 und 2026, die etwa 50% bis 80% betragen dürfte. Da sind 145% Preisaufschlag schon eine satte Hausnummer, die den einen oder anderen Beteiligten durchaus ganz gut die Taschen füllen könnte. Hmmm... grübel, grübel...

Na gut, nach dem Stichwort KI befragt man mal ebendiese nach den Lieferanten der DB für Weichen. Voestalpine, Vossloh, DB Bahnbau. Also war die Aussage zur Weiche in Freudenstadt mit dem einen Lieferanten (Weichenwerk Witten) gelogen. Aber Voestalpine tauchte ja ganz vorne bei den "Schienenfreunden" auf (Dank der Aufmerksamkeit von User RadUndSchiene).
Wikipedia zitiert hier einen Artikel im Handelsblatt von Martin Murphy.Zitat
Als Führer des Kartells, das in eine Händler- und eine Produzentenebene unterteilt war, galt Voestalpine. Die Zusammensetzung des Kartells veränderte sich im Laufe der Jahre. Wesentliche Spieler blieben Voestalpine, Thyssenkrupp und Corus (später Tata Steel).
Weselsky sagt folgendes im Frontalbericht dazu.Zitat
"Bei diesen Vollsperrungen, bei diesen Generalsanierungen, das ist ein riesengroßes schwarzes Loch, wo Geld verschwindet in einer unglaublichen Größenordnung"
Nun würde ich mal behaupten, Weselsky hat sich mit seinem Lieblingsfeind Bahnvorstand und dessen Machenschaften einige Jahre beschäftigt. Oft genug hat er erklärt, woran es hapert. War nicht seine Aufgabe als Gewerkschaftsboss, aber wahrscheinlich hat er den Abfluss von Geld stärker beobachtet als andere.

Zusammengenommen finde ich schon, dass alle Zutaten da sind, die etwa in Kalabrien oder Sizilien Bauprojekte immens verzögern und verteuern. Nur irgendwie wird das in Deutschland nie, aber auch gar nie überprüft, denn Deutschland ist ja korruptionsfrei. Es wäre also schon gut, wenn mal konkret überprüft würde, wie es sich mit dem zusätzlichen Geld für die Bahn verhält. Es könnte ja auch alles seinen korrekten Gang gehen. Dann wäre es auch kein Problem, wenn man seitens der Bahn der Transparenz fröhnt. Spätestens bei der Aufzugsszene im Frontalbericht wird klar, Frau Palla hat kein Interesse an Öffentlichkeit. Könnte sie aber ändern.

Ich bin auf die Entwicklung gespannt. Aber ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn da plötzlich oder vielleicht erst in einigen Jahren ein größerer Korruptionssumpf auftauchte, weil dann doch mal jemand recherchiert hat oder Whistleblower tätig war.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 14:12.
bollisee schrieb:
...
Nur irgendwie wird das in Deutschland nie, aber auch gar nie überprüft, denn Deutschland ist ja korruptionsfrei. Es wäre also schon gut, wenn mal konkret überprüft würde, wie es sich mit dem zusätzlichen Geld für die Bahn verhält. Es könnte ja auch alles seinen korrekten Gang gehen. Dann wäre es auch kein Problem, wenn man seitens der Bahn der Transparenz fröhnt. Spätestens bei der Aufzugsszene im Frontalbericht wird klar, Frau Palla hat kein Interesse an Öffentlichkeit. Könnte sie aber ändern.
Diese Szene hat mir 'signalisiert' resp. bei mir den Eindruck hinterlassen, daß Frau Palla die falsche Wahl für den / die Konzern-Vorstandsvorsitzende(n) war / ist: Ich habe Zweifel, ob sie wirklich gewillt ist, das, was sie so angekündigt hat, auch umzusetzen und zu realisieren ... oder ob sie nur bemüht ist, die nächsten Jahre als Konzern-Vorstandsvorsitzende möglichst unbeschadet zu überstehen.


P.S.: Selbst wenn sie da gerade 'kein Nerv' für ein Interview o.ä. gehabt hätte, hätte sie ihre Kompetenz bewiesen, wenn sie dem ZDF-Team ein Interviewtermin zugesagt (und dann gegeben) hätte.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 14:50.
bollisee schrieb:

Zitat
In anderen Ländern wäre ein solches Setup ein klassischer Ausgangspunkt für Korruption. Der Aufsichtsrat ist ohnehin durchsetzt von Bundestagsmitgliedern
Inwiefern? Ich finde unter den 20 Aufsichtsratsmitgliedern zwei MdB, Uwe Schmidt und Björn Simon. Und einen früheren, Sebastian Brehm - aber der war zur Zeit seiner Berufung in den Aufsichtsrat schon nicht mehr Abgeordneter.
Soweit ich weiß, üben die jeweiligen Regierungsfraktionen seit langen Jahren schon das Besetzungsrecht stets für drei der 20 Sitze aus.

Viele Grüße,
gezi



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 14:49.
gezi schrieb:
bollisee schrieb:

Zitat
In anderen Ländern wäre ein solches Setup ein klassischer Ausgangspunkt für Korruption. Der Aufsichtsrat ist ohnehin durchsetzt von Bundestagsmitgliedern
Inwiefern? Ich finde unter den 20 Aufsichtsratsmitgliedern zwei MdB, Uwe Schmidt und Björn Simon. Und einen früheren, Sebastian Brehm - aber der war zur Zeit seiner Berufung in den Aufsichtsrat schon nicht mehr Abgeordneter.
Abgeordnete, Staatssekretäre, sonstige Parteibuchträger... Wenn jemand vom Leder ziehen will, ist das alles das gleiche - da ist dein Vorredner nicht alleine.
107 Milliarden Euro sind heute nicht mehr viel Geld, das reicht gerade mal für vier Stuttgart 21!

Vertriebsagent für SNCF und Trenitalia
andreas + schrieb:Zitat:
P.S.: Selbst wenn sie da gerade 'kein Nerv' für ein Interview o.ä. gehabt hätte, hätte sie ihre Kompetenz bewiesen, wenn sie dem ZDF-Team ein Interviewtermin zugesagt (und dann gegeben) hätte. [size=13px][/size]

Du hast vollkommen recht.
Der Auftritt, bzw. Nichtauftritt vor der Fahrstuhltür war für Palla peinlich und unsouverän. Ihr Marketingkommitee wird entsetzt gewesen sein. Könnte ihr mit dem Transparenzgerede und "Kommunikation verbesseren" noch ziemlich auf die Füße fallen. Und wie du richtig schreibst, hätte sie souverän einfach einen zu vereinbarenden Termin mit dem ZDF vereinbaren können. Es war ja keine Livesendung.
Seltsamerweise erinnert mich die Szene vor dem Aufzug an Patricia Schlesinger im rbb-Hochhaus. Letztere fuhr dann nach unten (!) was dann kurz danach auch für sie bildlich so war. Nicht nur eine wortlose Aufzugsfahrt, sondern der Abgang.
In dem Frontal-Bericht ist leider nicht zu sehen, ob Fr. Palla oder die Begleitpersonen die Taste nach oben oder unten gedrückt hat. Schade.
Gefühlt war es die Taste nach unten.

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: rf

Datum: 07.08.26 14:40

Na ja, der Beitrag - nicht der von "frontal" - ist wohl auch etwas Realsatire und durch die blaue Perspektive gesehen.
Gell: "Man darf hier nüscht mehr soochen, sonst..."
Geh´mal nach anderswo hin, dann wirst du bald den Unterschied zum Staatsfernsehen merken. Und die vielgelobten Privatsender stoßen im Vergleich sehr viel mehr Informationsmüll, z.B. in Form von Werbung, aus.
Aber dazu braucht man vielleicht auch Fremdsprachenkenntnisse.
rf


bogrács schrieb:
Das Staatsfernsehen zieht über die Staatsbahn her - mit "Experten" die allesamt von Steuergeldern leben.

Dieses Land ist Realsatire.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.26 14:41.

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: mov

Datum: 07.08.26 20:54

Als Experten haben sie einen Prof. der TU Berlin dabei, der mit sehr einseitigen, teilweise hanebüchenen Statements aufwartet und dem Zuseher die Wahrheit zurechtbiegt. Etwa mit der Aussage, es gebe nur wenige Bahnunternehmen, die noch mechanische Stellwerkstechnik einsetzten (international). Oder damit, dass er nur mit dem Für bzgl. signalanlagenloser ETCS-Technik angeführt wird.
Da ist also einiges im Argen. Zur journalistischen Sorgfalt hätte es gehört, einen umfassenden Eindruck zu vermitteln und nicht mit Halbwahrheiten einseitig zu polarisieren. Man kann auch informativ und journalistisch sein und dabei trotzdem zum Schluss kommen, dass die DB derzeit in summa eine unsäglich schlechte Leistung abliefert, die ich als komplett schrottig bezeichnen würde. Aber Fairness in der Betrachtung muss halt schon sein, und in dieser Hinsicht scheitert das ZDF mal wieder komplett. Selektive Miesmacherei, die unterm Strich zu weniger Informiertheit führt, weil eben einseitig Stimmung gemacht wird, indem wesentliche Argumente -- wohl absichtlich -- unterschlagen werden. Und das macht halt auch die validen Punkte im Beitrag »kaputt«.

Leider einmal mehr klarer Schmierenjournalismus mit dem mutmaßlich prägenden Ziel einer (beim miesen Zustand der DB insgesamt) komplett unnötigen Skandalisierung.

andreas + schrieb:
Hat jemand heute die Sendung gesehen? Falls nicht, kann man sich die via ZDF-Streaming-Portal anschauen:
https://www.zdf.de/video/dokus/frontal-die-doku-100/doku-das-deutsche-bahn-desaster-100

Es geht um Sanierung, Instandhaltung, Finanzierung, Kosten, Politik und Konzernvorstand, ... und von Frau Palla ... kein Kommentar, kein Interview



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.26 21:05.
Habe mir mal diese Doku in der Mediathek angesehen.
Schuld sind also die exterm anfälligen, mechanischen Stellwerke. Abhilfe schafft nur die Digitalisierung.
Sehr interessant. Die Bahn war doch aber am zuverlässigsten, als es nur diese störanfälligen (elektro-) mechanischen Stellwerke gab.

Oder sind damit die störanfälligen, mechanischen Weichen gemeint? Dann warten wir mal ab, wann die ersten digitalen, elektronischen Weichen verbaut werden.
Bisher habe ich aber noch nicht von solchen Weichen gehört. Die mir bekannten Weichen sind alle mechanisch!

Übrigens, zu meiner Zeit als Fdl auf mechanischen Stellwerken gab es keine nennenswerten Störungen. Lediglich Weichen (die bei mechanischen, elektromechanischenm Gleisbildstellwerken und elektronischen Stw. ja immer die gleichen sind) machten bei Hitze gelegentlich Probleme. Und die Impulsgeber mit Reed-Kontakten waren unzuverlässig. Diese Komponenten waren / sind aber bei allen Stw. vom eigentlichen Stw. unabhängig.

MfG

"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden."
Friedrich Nietzsche

"Man muss nicht unbedingt das Licht des anderen ausblasen, um das eigene Licht leuchten zu lassen"
Phil Bosmans
Hallo,

eine Sache ist mir zum Thema dieser o.g. Doku im Geist hängen geblieben:

Der Professor ist mit dem Reporter unter einem Vectron lag gegangen und monierte den Tatzlagerantrieb, also einen ungefederten Antrieb der Achsen.
Wenn ich mich recht erinnere hat der Vectron doch aber einen Hohlwellenantrieb, der den ungefederten Anteil des Antriebs auf die Achsen spürbar verringert.

Habe ich da einen Denkfehler?

MfG

"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden."
Friedrich Nietzsche

"Man muss nicht unbedingt das Licht des anderen ausblasen, um das eigene Licht leuchten zu lassen"
Phil Bosmans
Wuhlheider schrieb:
Hallo,

eine Sache ist mir zum Thema dieser o.g. Doku im Geist hängen geblieben:

Der Professor ist mit dem Reporter unter einem Vectron lag gegangen und monierte den Tatzlagerantrieb, also einen ungefederten Antrieb der Achsen.
Wenn ich mich recht erinnere hat der Vectron doch aber einen Hohlwellenantrieb, der den ungefederten Anteil des Antriebs auf die Achsen spürbar verringert.

Habe ich da einen Denkfehler?

MfG
Beim Ritzelhohlwellenantrieb ist die Ritzelwelle als Hohlwelle ausgeführt. Das Getriebegehäuse mit Ritzel und Großrad sitzt ungefedert auf der Radsatzwelle.
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andreas + schrieb:
Wuhlheider schrieb:
Hallo,

eine Sache ist mir zum Thema dieser o.g. Doku im Geist hängen geblieben:

Der Professor ist mit dem Reporter unter einem Vectron lag gegangen und monierte den Tatzlagerantrieb, also einen ungefederten Antrieb der Achsen.
Wenn ich mich recht erinnere hat der Vectron doch aber einen Hohlwellenantrieb, der den ungefederten Anteil des Antriebs auf die Achsen spürbar verringert.

Habe ich da einen Denkfehler?

MfG
Beim Ritzelhohlwellenantrieb ist die Ritzelwelle als Hohlwelle ausgeführt. Das Getriebegehäuse mit Ritzel und Großrad sitzt ungefedert auf der Radsatzwelle.
Und trotzdem wiegt das heute nur noch einen Bruchteil im Vergleich zu früher, als das als KO-Kriterium galt. Nicht umsonst kann man damit 200 km/h fahren. Und die eigentliche Ursache der lächerlichen Einschränkung in der Schweiz versteht offenbar auch niemand.. 🤷‍♂️
Die 120 km/h ergeben sich aus der Vorschrift und nicht technisch bedingt.

MfG

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: PeterK

Datum: 08.08.26 14:31

Hallo Reiner,

typisch für solche Foristen wie "bogrács" ist das Heraushauen von abstrusen Behauptungen und das Schweigen wenn diesen
Behauptungen widersprochen wirtd. Erst frech und dann feige...

Gruß

Peter
Matthias Muschke schrieb:
Und trotzdem wiegt das heute nur noch einen Bruchteil im Vergleich zu früher, als das als KO-Kriterium galt. Nicht umsonst kann man damit 200 km/h fahren. Und die eigentliche Ursache der lächerlichen Einschränkung in der Schweiz versteht offenbar auch niemand.. 🤷‍♂️
Die 120 km/h ergeben sich aus der Vorschrift und nicht technisch bedingt.
Naja, nicht wirklich aus den echten Vorschriften bedingt, nach dem Regelwerk könnte der Vectron problemlos schneller fahren. Zusätzliche Zugreihen aufstellen ist nun wahrlich kein Hexenwerk und wurde schon öfters problemlos gemacht.
Man hatte halt einfach so ein Fahrzeug wie den Vectron vor über 60 Jahren noch nicht auf dem Schirm gehabt, als man letzmals bei A die möglichen Bremsprozente erhöht hat, später wurde nur noch bei R und N schnellere Fahrt eingeführt.
Fahrzeuge mit hohen Gleiskräften fuhren damals eh nicht schneller als 120 km/h (bzw. 125 km/h) und alle Fahrzeuge die schneller fahren konnten waren neuere Fahrzeuge mit geringeren Gleiskräften die sowieso eine R-Zulassung hatten. Da hat man vor über 60 Jahren sinnvollerweise entscheiden, dass 115 Brems-% in A ausreichend sind und verzichtet darauf, Geschwindidigkeitstafeln an der Strecke aufzuhängen, die absehbar nie von einem Zug benutzt werden würden.
Und über 50 Jahre hatte man recht, es kamen ausschliesslich gleisschonenden Fahrzeuge in dieser Zeit, die problemlos 160 km/h fahren konnten. Dass dann vor einigen Jahren die Rolle rückwärts kam und man wieder Loks baut die die Gleise deutlich mehr belasten, aber trotzdem eine hohe Vmax haben, war nicht abzusehen.
Wobei es in der Realität wohl weniger ein Problem ist als es hier im Forum immer wieder aufkocht, sonst würde man schneller als 120 km/h mit den Vectron fahren.

Fraglich ist aber schon, dass man auf das Zusammenwirken von Gleis und Schiene immer weniger rücksicht nimmt. Manche LKänder versuchen das zumindest über höherer Trassenpreise ansatzweise auszugleichen, anderen ist es einfach egal.

Gruss
Florian
gezi schrieb:
bollisee schrieb:Zitat:
In anderen Ländern wäre ein solches Setup ein klassischer Ausgangspunkt für Korruption. Der Aufsichtsrat ist ohnehin durchsetzt von Bundestagsmitgliedern
Inwiefern? Ich finde unter den 20 Aufsichtsratsmitgliedern zwei MdB, Uwe Schmidt und Björn Simon. Und einen früheren, Sebastian Brehm - aber der war zur Zeit seiner Berufung in den Aufsichtsrat schon nicht mehr Abgeordneter.
Soweit ich weiß, üben die jeweiligen Regierungsfraktionen seit langen Jahren schon das Besetzungsrecht stets für drei der 20 Sitze aus.
Der Begriff Korruption wird hier etwas beliebig verwendet. Selbst wenn der Aufsichtsrat zu 100 % mit Vertretern des einzigen Aktionärs (Bund) bestückt wäre, hat das mit Korruption nichts zu tun, wenn der Aufsichtsrat das Gehalt des Vorstands festlegt. Korruption wäre, wenn im Aufsichtsrat Verwandte und Freunde von Frau Palla sitzen würden und ihr wegen der persönlichen Nähe ein besonderes hohes Gehalt zuschanzen würden. Frau Palla ist als Ausländerin übrigens nicht mal zum Bundestag wahlberechtigt und daher wohl auch kaum Mitglied einer deutschen politischen Partei.

Gruß
X73900
Nachdem man sich 50 Jahre mit der Bobo selbst betrogen hat? 😅

MfG

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

Re: "frontal"-Dokumentation "Das Deutsche-Bahn-Desaster"

geschrieben von: Sven372

Datum: 11.08.26 04:53

Wäre es nicht einmal eine Überlegung wert, auf Strecken, die absehbar im Mischverkehr mit maximal 200 km/h befahren werden sollen, das PZB vom 160 auf 200 km/h "aufzubohren"?
Wegen des einen schneller als 160 km/h fahrenden Zuges pro Stunde und Richtung lohnt sich ein zweites Zugbeeinflussungssystem eigentlich nicht.
Das es geht, zeigt das Ausland und wohl auch eine Strecke in D.
Das ETCS L2 oS scheint mir mit der ungeklärten Zugvollständigkeitsüberwachung im Güterverkehr und einem veraltetem Funkstandard auch nicht ganz ausgegoren zu sein. Eine zukunftsfähige Endlösung für ganz Europa ist das wohl noch nicht.
Aber so etwas, oder was die Wissenschaft dazu sagt, wäre vielleicht schon ein nächstes Thema für ein Medium...
X73900 schrieb:
Der Begriff Korruption wird hier etwas beliebig verwendet. Selbst wenn der Aufsichtsrat zu 100 % mit Vertretern des einzigen Aktionärs (Bund) bestückt wäre, hat das mit Korruption nichts zu tun, wenn der Aufsichtsrat das Gehalt des Vorstands festlegt. Korruption wäre, wenn im Aufsichtsrat Verwandte und Freunde von Frau Palla sitzen würden und ihr wegen der persönlichen Nähe ein besonderes hohes Gehalt zuschanzen würden. Frau Palla ist als Ausländerin übrigens nicht mal zum Bundestag wahlberechtigt und daher wohl auch kaum Mitglied einer deutschen politischen Partei.
Ich habe nie behauptet, dass es Korruption gäbe. Ich habe geschrieben, dass alle Zutaten für Korruption in Sachen Bahn in Deutschland vorhanden sind, vom Prinzip her genauso wie in Süditalien. Da sollten die Behörden mal nicht in Tiefschlaf verfallen, bloß weil es eine Nummer zu groß scheint. Beweise müssen andere Leute finden, wenn denn die Anzeichen sich verdichten sollten. Zudem ist Deine enge Definition eben nicht das einzige, was man darunter verstehen kann. Beispielsweise waren Helmut Kohl und Verkehrsminister Wissmann nicht korrupt. Aber nachdem man seitens der Bundesregierung über 16 Jahre den Fluglärm aus Zürich ignoriert und weggelogen hat, wurden die beiden Herren in diverse Aufsichtsräte der Schweizer Luftfahrtindustrie berufen. Das ist der Job, bei dem es für eine Sitzung im Jahr eine Aufwandsentschädigung in 5-stelliger Höhe gibt. Vorteilsnahme im Amt kann man den Herren nicht vorwerfen, die gab es ja mutmaßlich nicht.

Ein gewisses Maß an Skepsis sollte durchaus nötig sein. Natürlich wäre es gut, wenn man nachweislich keine Korruption in welcher Ausprägung auch immer feststellen könnte. Das fände ich zwar unwahrscheinlich, würde aber sehr gerne mit schlagkräftigen Argumenten widerlegt werden.
bollisee schrieb:

Zitat
Beispielsweise waren Helmut Kohl und Verkehrsminister Wissmann nicht korrupt. Aber nachdem man seitens der Bundesregierung über 16 Jahre den Fluglärm aus Zürich ignoriert und weggelogen hat, wurden die beiden Herren in diverse Aufsichtsräte der Schweizer Luftfahrtindustrie berufen. Das ist der Job, bei dem es für eine Sitzung im Jahr eine Aufwandsentschädigung in 5-stelliger Höhe gibt. Vorteilsnahme im Amt kann man den Herren nicht vorwerfen, die gab es ja mutmaßlich nicht.
Und in welchen Aufsichtsräten wäre das gewesen? Zu Helmut Kohl ergeben die mir zugänglichen Quellen, er habe im Leben in einem einzigen Aufsichtsrat gesessen, dem der Generali Versicherung AG. Zu Matthias Wissmann finden sich mehrere Mandate, aber keinerlei Angabe zu irgendeinem in der Schweiz, weder in der Luftfahrt noch in einer anderen Branche. Dafür allerdings in dem der Lufthansa AG - das passt aber wohl zu dem angedeuteten Zusammenhang gerade nicht besonders.

Viele Grüße,
gezi
gezi schrieb:
bollisee schrieb:

Zitat
Beispielsweise waren Helmut Kohl und Verkehrsminister Wissmann nicht korrupt. Aber nachdem man seitens der Bundesregierung über 16 Jahre den Fluglärm aus Zürich ignoriert und weggelogen hat, wurden die beiden Herren in diverse Aufsichtsräte der Schweizer Luftfahrtindustrie berufen. Das ist der Job, bei dem es für eine Sitzung im Jahr eine Aufwandsentschädigung in 5-stelliger Höhe gibt. Vorteilsnahme im Amt kann man den Herren nicht vorwerfen, die gab es ja mutmaßlich nicht.
Und in welchen Aufsichtsräten wäre das gewesen? Zu Helmut Kohl ergeben die mir zugänglichen Quellen, er habe im Leben in einem einzigen Aufsichtsrat gesessen, dem der Generali Versicherung AG. Zu Matthias Wissmann finden sich mehrere Mandate, aber keinerlei Angabe zu irgendeinem in der Schweiz, weder in der Luftfahrt noch in einer anderen Branche. Dafür allerdings in dem der Lufthansa AG - das passt aber wohl zu dem angedeuteten Zusammenhang gerade nicht besonders.

Viele Grüße,
gezi
Du hast Recht, Helmut Kohl war ab 1999 im Credit Suisse International Advisory Board tätig, 2 Sitzungen jährlich für ca. 100.000 CHF. Ebenso war er ab 1999 ein persönlicher Berater von Leo Kirch, 12 Gespräche für 600.000 DM. Für 14 Sitzungen im Jahr das fürstliche Gehalt, das würde ich auch nehmen. Matthias Wissmann wurde Senior International Counsel der Kanzlei Wilmer, Cutler & Pickering. Dort hatte seine WCP-Tätigkeit laut der damaligen Kanzleimeldung ausdrücklich die Bereiche Luftfahrt, Verkehrsliberalisierung und Lufthansa-Privatisierung zum Schwerpunkt. Dort vertrat er den Flughafen Zürich anwaltlich gegen Deutschland. Ich schätze mal, Wissmann war der Erfolgreichere, was die Einnahmen im Anschluss an das Ministeramt angeht. Der Flughafen Zürich und Swisscontrol (heute Skyguide) hatten sich gegen Deutschland zur Wehr gesetzt, aber dann hahnebüchene Arbeit abgeliefert, was im Flugzeugunglück von Überlingen seinen Höhepunkt fand.

Natürlich ist das Alles keine Korruption, weil Vorteilsnahme im Amt nicht gegeben war. Die Vorteilsnahme fand ja zeitlich versetzt statt. Die Dinge fasst man in Deutschland einfach etwas intelligenter an, insbesondere nach den Erfahrungen der Flick-Affaire... Am Ende kann man alles sehr harmlos darstellen. Die angeblich links-versifften Presse und Fernsehstationen greifen auch höchstens Peer Steinbrück und Gerhard Schröder an, letzteren nicht zu unrecht, die andere politische Richtung darf sich ihrer Sache ziemlich sicher sein, wenn sie sich nicht ganz blöd erwischen lassen, wie etwa mit dem jüdischen Erbe zur Parteifinanzierung beim Transfer nach Liechtenstein oder unsportlich Bankdaten an ein Finanzamt verkauft werden.

Jetzt haben wir auch bei der Bahn schon wieder eine undurchsichtige Situation. Baukostensteigerungen bei nur einem Projekt von 10 Mrd €. Da fällt ein wenig abhanden gekommenes Geld sicher nicht auf. Das ist halt die Stelle, wo Prozesse, Planungen oder Bauten plötzlich wesentlich ineffizienter werden. Die vielfach verschobene Eröffnung von S21 kann (muss aber nicht) solchen Dingen zum Opfer gefallen sein. Ganz klein ist aber diese Wahrscheinlichkeit nicht.
bollisee schrieb:

Zitat
Du hast Recht, Helmut Kohl war ab 1999 im Credit Suisse International Advisory Board tätig, 2 Sitzungen jährlich für ca. 100.000 CHF. Ebenso war er ab 1999 ein persönlicher Berater von Leo Kirch, 12 Gespräche für 600.000 DM. Für 14 Sitzungen im Jahr das fürstliche Gehalt, das würde ich auch nehmen. Matthias Wissmann wurde Senior International Counsel der Kanzlei Wilmer, Cutler & Pickering. Dort hatte seine WCP-Tätigkeit laut der damaligen Kanzleimeldung ausdrücklich die Bereiche Luftfahrt, Verkehrsliberalisierung und Lufthansa-Privatisierung zum Schwerpunkt. Dort vertrat er den Flughafen Zürich anwaltlich gegen Deutschland. Ich schätze mal, Wissmann war der Erfolgreichere, was die Einnahmen im Anschluss an das Ministeramt angeht. Der Flughafen Zürich und Swisscontrol (heute Skyguide) hatten sich gegen Deutschland zur Wehr gesetzt, aber dann hahnebüchene Arbeit abgeliefert, was im Flugzeugunglück von Überlingen seinen Höhepunkt fand.

Natürlich ist das Alles keine Korruption, weil Vorteilsnahme im Amt nicht gegeben war. Die Vorteilsnahme fand ja zeitlich versetzt statt. Die Dinge fasst man in Deutschland einfach etwas intelligenter an, insbesondere nach den Erfahrungen der Flick-Affaire...
Ist es nicht vielleicht deshalb schon keine - auch nur zeitlich versetzte - Vorteilsnahme, weil ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen früherer amtlicher Befassung mit Fluglärm in Zürich und späteren Tätigkeiten im Advisory Board einer Schweizer Bank oder für einen deutschen Medienunternehmer nicht recht erkennbar ist? Und mag aber die frühere minsterielle Tätigkeit von Wissmann in Deutschland denn doch anscheinend den Interessen des Züricher Flughafens wenig gedient haben, wenn er für den Flughafen noch Jahre später gerade gegen Deutschland als Anwalt des Berliner Sitzes einer US-Sozietät mandatiert werden musste (scheint mir ziemlich fern von einem satt vergütteten zeremoniellen Beiratsposten)? Mir fällt ein beiden Fällen aus unterschiedlichen Gründen schwer, einen Zusammenhang zwischen früheren und späteren Tätigkeiten herzustellen, erst recht einen anrüchigen.

Viele Grüße,
gezi

Re: PZB "aufbohren" für Geschwindigkeiten über 160km/h?

geschrieben von: MD 612

Datum: Gestern, 13:30:53

Sven372 schrieb:
Wäre es nicht einmal eine Überlegung wert, auf Strecken, die absehbar im Mischverkehr mit maximal 200 km/h befahren werden sollen, das PZB vom 160 auf 200 km/h "aufzubohren"?
Da ist nichts mit "PZB aufbohren", weil die Grenze von 160km/h vor allem daran liegt, dass man im Betrieb mit Signalen an der Strecke und PZB auf Signalsicht fahren muss. Bei mehr als 160km/h ist nicht mehr sichergestellt, dass man alle Signale an der Strecke bei jeder Wetterlage eindeutig erkennen kann. Zudem reichen bei höheren Geschwindigkeiten die Vorsignalabstände an der Strecke nicht mehr aus, um einen Zug mit mehr als 160km/h bei "Halt erwarten!" noch rechtzeitig vor dem "Halt!" zeigenden Hauptsignal zum Stehen bekommt. Die "eine Strecke in D." war die probeweise mit dem Sk-Signalsystem ausgerüstete Strecke Augsburg - Donauwörth, was sich aber in der Praxis nicht bewährt hat. Die entsprechende Sicherheit bieten bei Geschwindigkeiten über 160km/h nur Anzeigen im Führerraum, und da sind wir bei LZB bzw. ETCS.

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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