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Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: The Overland

Datum: 03.08.26 21:11

Moin. Inzwischen läuft ja wohl die Generalsanierung. Könnte man diese aufgrund des Wasserstandes des Rhein noch stoppen, um mehr Güter auf der Schiene transportieren zu können.??
Gruß, the Overland.

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: 07N1

Datum: 03.08.26 21:22

The Overland schrieb:
Zitat:
Könnte man diese aufgrund des Wasserstandes des Rhein noch stoppen
Hallo,

stoppen kann man im Prinzip alles.

The Overland schrieb:
Zitat:
um mehr Güter auf der Schiene transportieren zu können?
Damit wird es schon schwieriger. Wenn du dir die hier im Forum regelmäßig erscheinenden Beiträge, die uns Einblicke in das Geschehen dort ermöglichen, anschauen würdest, würdest du die Frage hier vermutlich nicht stellen.

Meine Frage wäre: Wer will denn mehr Züge mit welchen Loks und welchem Personal wohin fahren wollen und was juckt es die DB InfraGo und beteiligte Unternehmen?

VG

Beim Bahnfahren gewinnt derjenige, der keine Geduld verliert




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 21:33.

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: KEVAGianer

Datum: 03.08.26 21:24

Dafür müsste die linke Rheinstrecke herhalten. Es wird auf der kompletten Strecke gebaut mit teils abgebrochen Bahnsteigen usw. Wie soll das funktionieren. Damit ist zwangsläufig der Zeitrahmen nicht zu halten. Es gibt Ausweichstrecken für den Güterverkehr. Und zur Not muss es halt auf die Straße.

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: frank paulsen

Datum: 03.08.26 22:23

The Overland schrieb:
Moin. Inzwischen läuft ja wohl die Generalsanierung. Könnte man diese aufgrund des Wasserstandes des Rhein noch stoppen, um mehr Güter auf der Schiene transportieren zu können.??
Es ist quasi unmöglich, die Bauarbeiten zu stoppen und die Strecke kurzfristig wieder frei zu geben, das wurde aber tatsächlich ernsthaft diskutiert.

Die Niedrigwasserverhältnisse haben wir jetzt seit dem 13.7. und die Ausweichverkehre laufen auch seitdem: die Montanindustrie fährt auf der Schiene durch Frankreich, der Containerverkehr geht überwiegend über andere Schienenstrecken in Deutschland, was lustigerweise auch nicht so gut funktioniert, wie man sich das erhoffen würde, und wir haben halt dutzende Schiffe, die einfach festliegen. Das betrifft Grossmaschinen oder Schwertransporte, aber auch landwirtschaftliche Güter und Produkte der Chemieindustrie.

Im Winter sind Verzögerungen um ein paar Wochen relativ normal, im Sommer bisher noch nicht, aber wir werden uns daran gewöhnen.

Schlimm ist das halt für die selbständigen Schiffer (Partikuliere), für die das massive finanzielle Einbussen bedeutet. Und es werden natürlich wieder einige deshalb aufgeben
frank paulsen schrieb:
Schlimm ist das halt für die selbständigen Schiffer (Partikuliere), für die das massive finanzielle Einbussen bedeutet. Und es werden natürlich wieder einige deshalb aufgeben
Geht eh alles vor die Hunde. Also unsere Art zu Wirtschaften und unser Level der Zivilisation.
Das sind alles nur die ersten, noch eher kleinen Einschläge.*

Aber wenn uns bereits bis Mitte Juli fast 10.000 Hitzetote – Edit: nach revidierten Zahlen des RKI sind es (bis 26.7.) knapp 12.000 – in Deutschland nicht zum Umdenken bringen, dann ists auch irgendwann einfach: Egal.

Ich weiß schon, weshalb *mein* Lieblingsthema im Film das Endzeitdrama ist. Also dort, wo die erschreckend dünne Firnis dessen was wir Zivilisation nennen, erst Risse bekommt und dann völlig kollabiert.
Man will ja vorbereitet sein ;-)

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*Ob die das Geld mit vollen Händen rauskübelnwollenden Schweizerischen Rheinhäfen noch rechtzeitig vor der sommerlichen de facto Unschiffbarkeit des Rheins ihr irres "Gateway Basel Nord" Projekt umgesetzt bekommen?



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 15:20.

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: Reiner Fuchs

Datum: 04.08.26 05:25

KEVAGianer schrieb:
Dafür müsste die linke Rheinstrecke herhalten. Es wird auf der kompletten Strecke gebaut mit teils abgebrochen Bahnsteigen usw. Wie soll das funktionieren. Damit ist zwangsläufig der Zeitrahmen nicht zu halten. Es gibt Ausweichstrecken für den Güterverkehr. Und zur Not muss es halt auf die Straße.
Zwischen Troisdorf- Friedrich-Wilhelms-Hütte und Bonn-Beuel gibt es zudem aktuell auch kein durchgehendes Gleis mehr. Die Signale (manche erst im letzten Sommer in Betrieb genommen) sind zum Teil abgebaut, wie ES Menden (Rheinland) bzw. die nun neu errichteten noch alle 'dunkel'.

OT Gateway Basel Nored

geschrieben von: bauigel

Datum: 04.08.26 09:02

Lenoir schrieb:
*Ob die das Geld mit vollen Händen rauskübelnwollenden Schweizerischen Rheinhäfen noch rechtzeitig vor der sommerlichen de facto Unschiffbarkeit des Rheins ihr irres "Gateway Basel Nord" Projekt umgesetzt bekommen?
Das Projekt der SRH ist "nur" das dritte Hafenbecken in Kleinhüningen - aber nicht Gateway Basel Nord. Im übrigen wird GBN vor allem vom Halbkanton Basel-Stadt vorangetrieben, damit es auch den Containerbahnhof auf dem Wolf ersetzt - und die Bebauung des Güterbahnhofs Wolf ermöglicht...

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: hsimpson

Datum: 04.08.26 09:35

Reiner Fuchs schrieb:
KEVAGianer schrieb:
Dafür müsste die linke Rheinstrecke herhalten. Es wird auf der kompletten Strecke gebaut mit teils abgebrochen Bahnsteigen usw. Wie soll das funktionieren. Damit ist zwangsläufig der Zeitrahmen nicht zu halten. Es gibt Ausweichstrecken für den Güterverkehr. Und zur Not muss es halt auf die Straße.
Zwischen Troisdorf- Friedrich-Wilhelms-Hütte und Bonn-Beuel gibt es zudem aktuell auch kein durchgehendes Gleis mehr. Die Signale (manche erst im letzten Sommer in Betrieb genommen) sind zum Teil abgebaut, wie ES Menden (Rheinland) bzw. die nun neu errichteten noch alle 'dunkel'.
Es dürften auch an diversen Stellen aktuell die Brücken fehlen...

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: hd

Datum: 04.08.26 18:28

Mein Vorschlag ist, auf dem Bett des trockengefallenen Rheins Schienen zu verlegen.
Diese werden bei Trockenheit mit Akkuzügen befahren, bei normalen Wasserständen fahren einfach Schiffe drüber.
Dies entlastet die beiden anderen Strecken.
MfG Hd
Lenoir schrieb:
Aber wenn uns bereits bis Mitte Juli fast 10.000 Hitzetote
Kurze Einordnung der Zahl: Wir reden von (Gesamt-)Übersterblichkeit. An Hitze gestorben steht bei keinem auf dem Totenschein. Der Zusammenhang, aufgrund dessen man die Toten als Hitzetote bezeichnet, ist ein rein zeitlicher, nämlich dass es im Zeitraum, in dem die Übersterblichkeit aufgetreten ist, heiß war, vgl. [www.rki.de]

Übersterblichkeit hat aber noch weitere Einflüsse. Eine ist z.B. eine ganz banale, nämlich wenn es im vorherigen Zeitraum (wie 2026 z.B. in Q1 und Q2 [www.destatis.de] ) eine Untersterblichkeit gab, aufgrund der sich die Todeskandidaten gewisserweise angesammelt haben. Die Mehrheit der Toten ist nämlich über 85 Jahre alt. Hätte es im vergangenen Winter eine schwere Grippewelle gegeben, wäre die Anzahl der Hitzetoten im hiesigen Sommer geringer ausgefallen.

Umgekehrt sind auch die sommerlichen Zeiträume nach bzw. zwischen den Hitzewellen fast immer von einer Untersterblichkeit geprägt. Gesetzt einer ausbleibenden Hitzewelle würden in den Folgewochen also mehr Menschen sterben als es unter einer vorangegangenen Hitzewelle der Fall gewesen wäre. Wie will man die dann nennen? Nichthitzetote? Menschen die gestorben sind, weil es vorigen Monat nicht heiß war?

Schon ziemlich für den @#$%& das Ganze.

Lenoir schrieb:
in Deutschland nicht zum Umdenken bringen, dann ists auch irgendwann einfach: Egal.
Genau, die Intention dahinter ist, für eine (noch) schnellere Deindustrialisierung Deutschlands Stimmung zu machen. Oder für zusätzlichen ÖPNV, der dann einfach noch mehr klimatisierte Luft durch die Gegend karrt.
Würde, was das Auftreten von Hitzewellen betrifft, natürlich alles fruchtlos bleiben, aber jeder Mensch braucht etwas, das ihn antreibt.

https://s20.directupload.net/images/user/240419/iwstugpl.jpg
Zudem sollte man auch in Betracht ziehen: wenn es doch sooooo viele Hitzetote gibt, warum werden dann für ÖPNV (Stadtgebiete) UNklimatisierte Fahrzeuge geordert? Es wäre ja nicht notwendig für die wenigen Hitzetage, oder soll das die Sterberate in die Höhe treiben?

Re: Generalsanierung rechte Rheinstrecke

geschrieben von: mb1181

Datum: 04.08.26 20:11

Hi!

Oberleitung so hoch hängen, das auch Elektroschiffe sie nutzen können!

VG
Matthias
Sehr gut dargestellt. Logische Folge staatlichen Handelns wäre also, in Zukunft Heime, Krankenhäuser und öffentliche Räume zu klimatisieren und über die KfW nicht nur den Einbau von Wärmepumpen für den Winter sondern auch von Klimaanlagen für den Sommer zu fördern.
Das Argument "Hoher Stromverbrauch" ist völlig irrelevant wenn man gleichzeitig den Umstieg auf E-Autos fordert und fördert und die von PV-Anlagen tagsüber bei hoher Sonneneinstrahlung erzeugten Stromüberschüsse nicht los wird statt damit Klimaanlagen für lau zu betreiben.

Ulrich
Papierfahrkarte schrieb:
aufgrund der sich die Todeskandidaten gewisserweise angesammelt haben.

(...)

Hätte es im vergangenen Winter eine schwere Grippewelle gegeben, wäre die Anzahl der Hitzetoten im hiesigen Sommer geringer ausgefallen.

(...)

Genau, die Intention dahinter ist, für eine (noch) schnellere Deindustrialisierung Deutschlands Stimmung zu machen.
Deine Relativierungen sind extrem zynisch.

Ja, die meisten zusätzlich Verstorbenen waren über 85. Und ja, diese hätten auch vorher oder nachher an einer Grippe oder etwas anderem sterben können.

Weil Menschen über 85 (und unter 2) eben am verletzlichsten sind. Und genau darum ist es wichtig, sie zu schützen. Vor einer Grippe - durch rechtzeitiges Impfen. Vor einem resistenten Keim - durch Hygiene in Krankenhäusern und Heimen. Vor übermäßiger Hitze - durch Klimaanpassung und Klimaschutz.

Keine dieser Schutzmaßnahmen wirkt hundertprozentig. Und selbst wenn, werden die Menschen nicht ewig leben. Das ist alles richtig, aber es macht nichts davon unnötig.

Zumal auch bei vollständiger und weltweiter "Deindustralisierung", die niemand fordert, der Klimawandel nicht zurück gehen würde. Es geht darum, den weiteren Anstieg zu bremsen. Auf die Hitze und die Extremwetterereignisse, die wir jetzt haben, können wir uns nur noch besser einstellen, verhindern können wir sie nicht mehr.

Antworten in diesem Teilfaden zeigen leider …

geschrieben von: Lenoir

Datum: 06.08.26 15:16

… daß vielzuviele das Problem bis heute nicht verstehen.

Ironischerweise sind diese Sorte Menschen dann meist auch die, die zuerst mit dem Finger auf irgendwem zeigen – es muß ja schließlich einen Schuldigen geben – wenn sie mal selbst persönlich betroffen sein werden.

Und wenn in Gesellschaften diese Sorte einen gewissen Größenanteil überschritten haben, dann gehts halt für alle schief.
Aber so ist das eben: Dann sind diese Gesellschaften nicht überlebensfähig. So dramatisch, so einfach ist das. Punkt.

Trotzdem schade um die verpassten Möglichkeiten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 15:18.
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