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 02 - Allgemeines Forum 

Diskussionen, Fragen und Antworten zum Thema Eisenbahnen in Deutschland, soweit diese nicht Bestandteil der übrigen Foren sind wie Neuigkeiten, Betriebsstörungen, Fahrzeiten, Sichtungen, Museumsbahnen, Straßenbahnen, Wagen und historische Themen.
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Hallo,
ich ärger mich immer wieder drüber, dass die DB bei der Pünktlichkeitsstatistik die ausgefallenen Zufahrten nicht berücksichtigt, die ja schnell 1-2 Stunden faktisch spätere Ankunft bewirken können.

Seit Jahren sind die DB Echtzeitdaten ja über offene APIs verfügbar. Ist jemandem ein Projekt bekannt, bei dem genau diese Datenanreicherung um täglich ausgefallene Züge automatisiert erstellt und veröffentlicht wurde?

Danke und viele Grüße Fred

Wie willst du einen ausgefallenen Zug gewichten?

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 02.08.26 23:16

Was ist mit Zügen, die nur einmal täglich oder einmal wöchentlich oder sogar nur einmal überhaupt fahren?

Gruß Markus aus Eisenach,
Erheber für DB.RES und VMT
Fred403 schrieb:
Hallo,
ich ärger mich immer wieder drüber, dass die DB bei der Pünktlichkeitsstatistik die ausgefallenen Zufahrten nicht berücksichtigt, die ja schnell 1-2 Stunden faktisch spätere Ankunft bewirken können.

Seit Jahren sind die DB Echtzeitdaten ja über offene APIs verfügbar. Ist jemandem ein Projekt bekannt, bei dem genau diese Datenanreicherung um täglich ausgefallene Züge automatisiert erstellt und veröffentlicht wurde?

Danke und viele Grüße Fred
Dabei ergibt sich das alte Problem, dass es einen Unterschied macht, ob eine Fahrt geplant oder ungeplant ausfällt und ab wann der Ausfall bekannt ist. Liegt ein Ausfall vor, wenn er bereits im Jahresfahrplan eingearbeitet ist oder Wochen vorher bekannt ist oder erst am Tag der Reise auftritt? Durch die API wirst du wahrscheinlich nur die kurzfristigen ungeplanten Ausfälle erhalten.

Re: Ausgefallene Züge gewichten

geschrieben von: Allberto

Datum: 03.08.26 00:00

Ich schlage vor, von jedem Halt des ausgefallenen oder teilausgefallenen Zuges die nächsten tatsächlich angebotenen Direktverbindungen zu allen nicht angefahrenen Ausstiegsbahnhöfen zu ermitteln, jeweils den Unterschied zwischen der fahrplanmäßigen Ankunftszeit des ausgefallenen Zuges und der tatsächlichen Ankunftzeit der nächsten Verbindung zu errechnen und das Maximum dieser Werte als Verspätung des Zuges anzusetzen.
Für nach dem ausgefallenen Zug nicht mehr direkt angefahrene Ausstiegsbahnhöfe ist eine Maximalgrenze sinnvoll, diese sollte keinesfalls unter 24 Stunden liegen.

Ein ausgefallener Zug, bei dem 10 Minuten später der nächste Zug die selbe Relation bedient, ginge also mit 10 Minuten Verspätung in die Statistik ein. Ein Zug, bei dem ein ausgefallener Halt erst vier Stunden später wieder ohne Umstieg erreichbar ist, gilt als 240 Minuten verspätet.



ICE-T-Fan1 schrieb:
Was ist mit Zügen, die nur einmal täglich oder einmal wöchentlich oder sogar nur einmal überhaupt fahren?

Re: Ausgefallene Züge gewichten

geschrieben von: miltenberg

Datum: 03.08.26 00:30

Allberto schrieb:
Ein ausgefallener Zug, bei dem 10 Minuten später der nächste Zug die selbe Relation bedient, ginge also mit 10 Minuten Verspätung in die Statistik ein. Ein Zug, bei dem ein ausgefallener Halt erst vier Stunden später wieder ohne Umstieg erreichbar ist, gilt als 240 Minuten verspätet.
Dann sagt die Verspätungsstatistik allerdings nichts mehr über die Wahrscheinlichkeit aus, dass ein Zug auf einer bestimmten Relation verspätet ist. Hier halte ich es doch für sinnvoller, Verspätungs- und Ausfallstatistik getrennt zu führen. Angenommen, auf einer Strecke läuft der Betrieb im Regelfall sehr pünktlich - Bamberg-Coburg über die SFS ist solch ein Fall - doch dann entfallen aufgrund von Baumaßnahmen über einen gewissen Zeitraum die Züge und werden durch deutlich langsamere Busse ersetzt. Deiner Logik nach müssten all diese Züge mit ca. +40 (bzw. wenn du bis Sonneberg rechnest, nochmal deutlich mehr) in die Statistik eingehen, wodurch man die Linie folglich als eine der unpünktlichsten betrachten würde, was sie aber de facto gar nicht ist.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 00:31.

Das bringt andere Probleme mit sich.

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 03.08.26 00:31

Wenn beispielsweise zwei konkurrierende EVU dieselbe Relation bedienen. Man kann dann nicht pauschal die nächste Ankunft eines Flixtrain auf die Verspätung des ausgefallenen ICE anrechnen. Mit Italo wird das dann nochmal ne Stufe komplizierter. Im schlimmsten Fall hast du dann mehrere konkurrierende EVU mit unterschiedlichen inkompatiblen Tarifen. Da müsste man quasi Takte überspringen und den nächsten Zug des jeweiligen EVU nehmen. Könnte also bedeuten, wenn nach dem letzten ICE nur noch ein Italo von München nach Berlin fährt und der ICE ausfällt, müsste man den nächsten ICE am nächsten morgen als Referenz nehmen, was absurd hohe Verspätungen erzeugen würde.

Wir reden hier ja immernoch von betrieblicher Statistik und nicht der Reisendenverspätung.

Gruß Markus aus Eisenach,
Erheber für DB.RES und VMT
David Kriesel hat vor einigen Jahren mal eine solche Auswertung gemacht, hier auch der zugehörige Talk auf dem CCC, bei dem unter anderem diese Information inkl. weiterer Details vorkommt: [www.youtube.com]

Allerdings ist das nun schon einige Jahre her, neuere Projekte sind mir leider nicht direkt bekannt. Wobei man das vermutlich nicht allzu schwer auf die heutigen Daten um-/hochrechnen könnte.
Signalschruber schrieb:
Fred403 schrieb:
Hallo,
ich ärger mich immer wieder drüber, dass die DB bei der Pünktlichkeitsstatistik die ausgefallenen Zufahrten nicht berücksichtigt, die ja schnell 1-2 Stunden faktisch spätere Ankunft bewirken können.

Seit Jahren sind die DB Echtzeitdaten ja über offene APIs verfügbar. Ist jemandem ein Projekt bekannt, bei dem genau diese Datenanreicherung um täglich ausgefallene Züge automatisiert erstellt und veröffentlicht wurde?

Danke und viele Grüße Fred
Dabei ergibt sich das alte Problem, dass es einen Unterschied macht, ob eine Fahrt geplant oder ungeplant ausfällt und ab wann der Ausfall bekannt ist. Liegt ein Ausfall vor, wenn er bereits im Jahresfahrplan eingearbeitet ist oder Wochen vorher bekannt ist oder erst am Tag der Reise auftritt? Durch die API wirst du wahrscheinlich nur die kurzfristigen ungeplanten Ausfälle erhalten.
Ein geplant ausgelegter Zug (Baustellenfahrplan) kann ja gar nicht ausfallen. Enthalten sein dürfen nur operativ ausfallende Züge.
Ebenso trifft das auch für Früher-/Späterlegungen zu. Ein planmäßig später gelegter Zug ist nicht verspätet, wenn er genau die geänderten Fahrzeiten einhält.
Für jede ausgefallene Zugnummer sind dann 24h+Verspätung anzusetzen, wenn diese Zugnummer am folgenden Tag wieder verkehrt.
Bei längerem Ausfall entsprechend mehr.

Med venlig Hilsen

Re: Wie willst du einen ausgefallenen Zug gewichten?

geschrieben von: VT605

Datum: 03.08.26 11:09

ICE-T-Fan1 schrieb:
Was ist mit Zügen, die nur einmal täglich oder einmal wöchentlich oder sogar nur einmal überhaupt fahren?

Bei der betrieblichen Pünktlichkeit geht es doch nur darum ob die Ankunft an einem Halt mit mehr als 6 min Verspätung erfolgt (dann zählt er als unpünktlich) oder weniger als 6 min Verspätung (dann zählt er als pünktlich), also müsste man doch nur alle ausgefallenen Halte eines Zuges als unpünktlich werten.
Jørg schrieb:
Für jede ausgefallene Zugnummer sind dann 24h+Verspätung anzusetzen, wenn diese Zugnummer am folgenden Tag wieder verkehrt.
Bei längerem Ausfall entsprechend mehr.

Med venlig Hilsen
Ich schlage vor alle zugebundenen Fahrkarten automatisiert auszuwerten. Klar bildet das nicht alle Fälle ab, aussagekräftig genug dürfte es aber sein. Die Daten liegen im Unternehmen ja vor und müssten nur genutzt werden.
Bei Berücksichtigung der ersten auswählbaren Alternative wäre es denkbar einen Pünktlichkeitwert in Bezug auf die Reisenden zu berechnen. Ansonsten wäre der prozentuale Wert der aufgehoben Ziugbindungen auch schon aussagekräftig.

Es ist auch ärgerlich, dass die DB der Bahn-Vorhersage das Leben unnötig schwer macht. [bahnvorhersage.de]
Wenn Dritte die Daten auswerten können, sollte es die DB doch selber auch.
ICE-T-Fan1 schrieb:
Was ist mit Zügen, die nur einmal täglich oder einmal wöchentlich oder sogar nur einmal überhaupt fahren?
Bei uns in der Eisenbahnzivilisation ist ein Zug, der nicht innerhalb 3 Minuten nach der planmässigen Zeit fährt, nicht pünktlich. Punkt. Völlig egal, ob er verspätet ist oder ausfällt.

Würdet ihr Deutschen euch ein bisschen weniger Gedanken über solche überflüssigen Fragen machen, hättet Ihr mehr Kapazitäten für das Wesentliche.

Gruss aus Mannheim Hauptbahnhof, alle meine Vorurteile als Schweizer werden bestätigt. Gibt wenigstens Geld zurück....



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 13:09.
Fred403 schrieb:
Hallo,
ich ärger mich immer wieder drüber, dass die DB bei der Pünktlichkeitsstatistik die ausgefallenen Zufahrten nicht berücksichtigt...
Über so etwas ärgerst Du dich? Ich ärgere mich über ausgefallene und verspätete Züge, ob die in einer Statistik stehen oder nicht.

Viele Grüße

Hochgeschwindigkeitsstrecke

Re: Wie willst du einen ausgefallenen Zug gewichten?

geschrieben von: miltenberg

Datum: 03.08.26 15:01

Patrick Rudin schrieb:
ICE-T-Fan1 schrieb:
Was ist mit Zügen, die nur einmal täglich oder einmal wöchentlich oder sogar nur einmal überhaupt fahren?
Bei uns in der Eisenbahnzivilisation ist ein Zug, der nicht innerhalb 3 Minuten nach der planmässigen Zeit fährt, nicht pünktlich. Punkt. Völlig egal, ob er verspätet ist oder ausfällt.

Würdet ihr Deutschen euch ein bisschen weniger Gedanken über solche überflüssigen Fragen machen, hättet Ihr mehr Kapazitäten für das Wesentliche.

Gruss aus Mannheim Hauptbahnhof, alle meine Vorurteile als Schweizer werden bestätigt. Gibt wenigstens Geld zurück....
Und ich bemerke gerade wieder, wie desolat die Fahrgastinformation bei den SBB ist. Niemand weiß, ob EC 150 pünktlich ist oder nicht, manche Mitarbeiter sagen, es seien zusätzliche Umstiege in Basel SBB und Basel Bad nötig, andere sagen, man müsse nur zusätzlich in Basel SBB umsteigen, wieder andere, dass der Zug von Basel SBB abweichend ohne Zwischenhalte bis Frankfurt durchfahre. Es gibt zudem keine online einsehbare Live-Abfahrtstafel für Basel SBB. Da ist die Fahrgastinformation in Deutschland doch deutlich besser.
miltenberg schrieb:
Und ich bemerke gerade wieder, wie desolat die Fahrgastinformation bei den SBB ist. Niemand weiß, ob EC 150 pünktlich ist oder nicht, manche Mitarbeiter sagen, es seien zusätzliche Umstiege in Basel SBB und Basel Bad nötig, andere sagen, man müsse nur zusätzlich in Basel SBB umsteigen, wieder andere, dass der Zug von Basel SBB abweichend ohne Zwischenhalte bis Frankfurt durchfahre. Es gibt zudem keine online einsehbare Live-Abfahrtstafel für Basel SBB. Da ist die Fahrgastinformation in Deutschland doch deutlich besser.
Der verspätete hintere Zugteil des EC5 wendet in Basel SBB auf den 150.

Sofern die Abfahrtstafel stimmt:
20260803_155529.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 16:31.

Re: Wie willst du einen ausgefallenen Zug gewichten?

geschrieben von: miltenberg

Datum: 03.08.26 19:00

Patrick Rudin schrieb:
miltenberg schrieb:
Und ich bemerke gerade wieder, wie desolat die Fahrgastinformation bei den SBB ist. Niemand weiß, ob EC 150 pünktlich ist oder nicht, manche Mitarbeiter sagen, es seien zusätzliche Umstiege in Basel SBB und Basel Bad nötig, andere sagen, man müsse nur zusätzlich in Basel SBB umsteigen, wieder andere, dass der Zug von Basel SBB abweichend ohne Zwischenhalte bis Frankfurt durchfahre. Es gibt zudem keine online einsehbare Live-Abfahrtstafel für Basel SBB. Da ist die Fahrgastinformation in Deutschland doch deutlich besser.
Der verspätete hintere Zugteil des EC5 wendet in Basel SBB auf den 150.

Nachdem von dir der Aspekt der "zivilisierten SBB" in diesen Beitrag eingebracht wurde: Dank deren Unfähigkeit, für den 150 einen funktionsfähigen Triebzug bereitzustellen, verzögerte sich durch den außerplanmäßigen Parktausch die Abfahrt in Basel SBB um +20, wodurch nun in Frankfurt etliche Fahrgäste ihre Anschlüsse verpassen. Alles perfekt und wunderbar bei den SBB.
miltenberg schrieb:
Nachdem von dir der Aspekt der "zivilisierten SBB" in diesen Beitrag eingebracht wurde: Dank deren Unfähigkeit, für den 150 einen funktionsfähigen Triebzug bereitzustellen, verzögerte sich durch den außerplanmäßigen Parktausch die Abfahrt in Basel SBB um +20, wodurch nun in Frankfurt etliche Fahrgäste ihre Anschlüsse verpassen. Alles perfekt und wunderbar bei den SBB.
Hätte die Deutsche Bahn AG den EC 5 pünktlich in Basel abgeliefert, wäre der EC 150 pünktlich bereit gewesen. Wieso der Park getauscht werden musste, weiss ich nicht.

Ich danke der Deutschen Bahn für die Verspätung des EC 5, die meine Fahrgastrecht-Ansprüche nach dem unsäglichen Chaos in Mannheim (das übliche) von 25 auf 50% hochgebracht haben.

Die, die am lautesten fluchten, taten dies in Mannheim freilich in astreinem Hochdeutsch. Ich amüsiere mich mehr und freue mich auf die Erstattung.
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