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Diskussionen, Fragen und Antworten zum Thema Eisenbahnen in Deutschland, soweit diese nicht Bestandteil der übrigen Foren sind wie Neuigkeiten, Betriebsstörungen, Fahrzeiten, Sichtungen, Museumsbahnen, Straßenbahnen, Wagen und historische Themen.
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45 Jahre automatische Kupplung ...

geschrieben von: D.Herzig

Datum: 02.08.26 11:32

Hallo,
wenn es nach den Prognosen der DB gegangen wäre!
Zitat aus "Rad und Schiene" 8/1972:
Automatische Kupplung kommt 1981
Die automatische Kupplung für alle im internationalen Verkehr eingesetzten Eisenbahnfahrzeuge in Europa wird endgültig im April 1981 eingeführt. Diesen Termin vereinbarten jetzt auf einer Sitzung der Gemeinsamen Gruppe des Internationalen Eisenbahn-Verbandes (UIC, Paris) und der Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen (OSShD, Warschau) führende Vertreter beider Organisationen in Köln. Der genaue Tag, von dem an die Fahrzeuge mit automatischer Kupplung ausgerüstet sein müssen, um für den internationalen Verkehr zugelassen zu werden, wird in Kürze festgelegt.
Die Seitenpuffer werden spätestens Ende 1985, womöglich jedoch bereits zu einem früheren Termin wegfallen können. Zunächst müssen sie auch nach Einführung der automatischen Mittelpufferkupplung noch an den Fahrzeugen verbleiben, weil während der Übergangszeit im Binnenverkehr einzelner Länder noch Wagen mit der alten Schraubenkupplung eingesetzt sein werden.
Um diese Wagen in Zügen mit bereits umgestellten Wagen befördern zu können, sind die Seitenpuffer noch nötig. Spätestens 1985 werden dann auch im Binnenverkehr keine Fahrzeuge mit alter Kupplung mehr verkehren.


Und - aktuell läuft ein neuer Versuch. In 54 Jahren ist 2080. Dann haben die chinesischen Eisenbahnen die DB übernommen, die Strecke Hamburg - Hannover ist gebaut, die Wochenarbeitszeit beträgt 45 1/2 Stunden und von Nibus (deutsche NIMBYs - Nicht bei uns) redet auch niemand mehr.

Freundliche Grüße
Detlev

lev med det

Hör mal, bist du aus dem lethargischen Schlaf aufgewacht?

geschrieben von: 07N1

Datum: 02.08.26 16:21

Hallo,

oder ist das die Nostalgie?

VG

Beim Bahnfahren gewinnt derjenige, der keine Geduld verliert




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 16:22.

Yesterday's tomorrows

geschrieben von: LIW

Datum: 03.08.26 07:47

Fahrzeugstrukturseitig sind ja wohl immerhin die Aufnahmen für Mittelpufferkupplungen in allen Fahrzeugen seit Jahrzehnten installiert. Ganz früher hieß es immer, es geht nicht, weil die Ostblockbahnen noch zu viele Altbaugüterwagen im Einsatz haben. Mittlerweile ist der Güterverkehr vielerorts separiert, Altbauwagen weg, der Einzelwagenverkehr tot und der Personenverkehr fährt in Verbänden oder sowieso mit automatisch kuppelnden Triebwagen, die nur noch wenig gekuppelt und entkuppelt werden. Kurswagen, Postwagen, Packwagen, Heizwagen gibt es auch fast nicht mehr. Heute ist es eine Lösung für ein Problem, das gar nicht mehr besteht.
Wurde bereits vor einem Jahr hier gezeigt („Automatischer Streckenbetrieb, automatische Kupplung, automatische Fantasien“):

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?003,file=680491
     Deutsche Bundesbahn, Rad und Schiene, Jg. 15, Nr. 8, S. 3, August 1972.

LIW schrieb:
Heute ist es eine Lösung für ein Problem, das gar nicht mehr besteht.
Max Zughakenlast:
  •  UIC Schraubenkupplung:  850 kN,
  •  Janney grade C coupler:  1557 kN,
  •  Janney grade E coupler:  2224 kN.

Modal split:  USA 43 % des Güterverkehrs auf der Schiene, EU(15) 13 %, Tendenz abnehmend.

Ja, ich gebe Dir recht, eine vernünftige Kupplung ist die Lösung für ein Problem, das gar nicht mehr bestehen wird, wenn der letzte Rest des Güterverkehrs wegen fehlender Wettbewerbsfähigkeit von der Schiene verschwunden ist.

MfG, Dennis
Damals das Buzzword: "automatisch" , heute: "digital" ....
Da die Verantwortlichen damals wie heute nix von der Sache verstehen ("digital = kuppelt, oder kuppelt nicht") , bleibt der gute Ansatz wieder spätestens bei den Rotstiftspitzern hängen, nachdem ein mit besten Absichten begonnenes Projekt hoffnungslos mit allerlei Gimmicks und Zusatzwünschen "für unsere ganz besonderen Verhältnisse" überfrachtet wurde.
"Keep it simple, stupid!"
Wer exotische (Definition?) "Zusatzwünsche" hat, soll gefälligst selbst zwischen seine Wagen klettern und von Hand stöppseln!
Sorry.

Der Unglaeubige Thomas
dbi schrieb:
Modal split: USA 43 % des Güterverkehrs auf der Schiene, EU(15) 13 %, Tendenz abnehmend.


War zwar nicht das Eingangsthema, aber dennoch: Die Transportstrecken in den USA sind oft bedeutend größer als die in der EU und der Anteil an Massengütern ist ebenso höher. Dadurch ergeben sich freilich ganz andere Verkehrsanteile. Prinzipiell nicht viel anders, warum der ÖPNV Anteil auf dem Land niedriger ist als an der Stadt.
Felix Kaiser schrieb:
dbi schrieb:
Modal split: USA 43 % des Güterverkehrs auf der Schiene, EU(15) 13 %, Tendenz abnehmend.


War zwar nicht das Eingangsthema, aber dennoch: Die Transportstrecken in den USA sind oft bedeutend größer als die in der EU und der Anteil an Massengütern ist ebenso höher. Dadurch ergeben sich freilich ganz andere Verkehrsanteile. Prinzipiell nicht viel anders, warum der ÖPNV Anteil auf dem Land niedriger ist als an der Stadt.
Mal sehen, was wir dieses JAhr bebildert abgreifen können - es wird spannend ...

Rückblick auf 2024 - >>klick mich, ich bin ein Link<<

Grüsse, Krischan.

"Mich über Dinge aufregen, die mich ärgern, regt mich zusätzlich auf, weil es mich im Grunde ärgert, dass es mich aufregt!"

(Unbekannt)





Re: 45 Jahre automatische Kupplung ...

geschrieben von: Heinrich Veddern

Datum: 03.08.26 15:27

Es ist wohl mehr ein Wechselspiel zwischen Recht und Rechthaberei.
Die europaweite Umstellung auf AK, ist finanziell nur schwer darstellbar.
Begünstigt wurde die Vertagung des Themas, durch den "kalten Krieg",
weil die einzelnen Staaten ihre Finanzmittel anderweitig dringender brauchten.
Kooperationsvereinbarungen mit Ostblockbahnen waren in dieser Zeit kaum vorstellbar.
Es hätte sicherlich mehr als ein Jahrzehnt bedurft.
Dazu noch ein verbindlicher Beschluss, um in dieser Zeit mit Übergangskupplungen zu fahren.
Weitere Ausbaustufen zur Digitalisierung, blähen das Themenpaket zudem nur irrwitzig auf.

Wer die Bahn nicht mag, sollte an sich arbeiten.
Eisenbahn muß aber Sinn machen, sonst wird sie nicht akzeptiert.
dbi schrieb:
Wurde bereits vor einem Jahr hier gezeigt („Automatischer Streckenbetrieb, automatische Kupplung, automatische Fantasien“):
Max Zughakenlast:
• UIC Schraubenkupplung: 850 kN,
• Janney grade C coupler: 1557 kN,
• Janney grade E coupler: 2224 kN.

Modal split: USA 43 % des Güterverkehrs auf der Schiene, EU(15) 13 %, Tendenz abnehmend.

Ja, ich gebe Dir recht, eine vernünftige Kupplung ist die Lösung für ein Problem, das gar nicht mehr bestehen wird, wenn der letzte Rest des Güterverkehrs wegen fehlender Wettbewerbsfähigkeit von der Schiene verschwunden ist.
Daran hat die Kupplung keinen Anteil. Mit der AK beerdigst du die 13% nur etwas schneller...

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

Re: Yesterday's tomorrows

geschrieben von: Ralph1408

Datum: 03.08.26 19:08

LIW schrieb:
Fahrzeugstrukturseitig sind ja wohl immerhin die Aufnahmen für Mittelpufferkupplungen in allen Fahrzeugen seit Jahrzehnten installiert. Ganz früher hieß es immer, es geht nicht, weil die Ostblockbahnen noch zu viele Altbaugüterwagen im Einsatz haben. Mittlerweile ist der Güterverkehr vielerorts separiert, Altbauwagen weg, der Einzelwagenverkehr tot und der Personenverkehr fährt in Verbänden oder sowieso mit automatisch kuppelnden Triebwagen, die nur noch wenig gekuppelt und entkuppelt werden. Kurswagen, Postwagen, Packwagen, Heizwagen gibt es auch fast nicht mehr. Heute ist es eine Lösung für ein Problem, das gar nicht mehr besteht.
Hallo,

eben weil das Verbinden und Trennen von Eisenbahnwagen mit Schraubenkupplung so aufwendig ist, sind viele Verkehre aufgegeben und sonstige Rangiervorgänge wegrationalisiert worden.

Das Grundprinzip der Schraubenkupplung stammt aus den 1830er Jahren, ist also bald 200 Jahre alt! Damit wurden Kettenverbindungen abgelöst. Die Erweiterung um Luft-, Steuer-, Elektro- und Heizleitungen hat die Handhabung zusätzlich erschwert. Eine Umstellung auf AK kann natürlich nicht am Tag X zur Stunde Y erfolgen, sondern muss schrittweise durchgeführt werden, auch wenn damit zunächst Kompatibilitätspropleme verbunden sind.

Immer nur zu verbreiten, daß alles nicht geht, bringt die Sache nicht voran; dann wird auch in 200 Jahren noch konventionell gekuppelt.

Gruß
Ralph1408

Re: Yesterday's tomorrows

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 03.08.26 21:40

Ralph1408 schrieb:
eben weil das Verbinden und Trennen von Eisenbahnwagen mit Schraubenkupplung so aufwendig ist, sind viele Verkehre aufgegeben und sonstige Rangiervorgänge wegrationalisiert worden.
Immer nur zu verbreiten, daß alles nicht geht, bringt die Sache nicht voran; dann wird auch in 200 Jahren noch konventionell gekuppelt.
Welche Verkehre glaubst du denn, kämen wegen einer AK zurück? Keine. Eher bricht in ferner Zukunft auch noch der Mineralölverkehr weitestgehend ein. Wenn Einzelfrachten zumindest auf dem längeren Teilweg auf der Schiene bleiben, dann als KLV und dafür brauchst du keine DAK... Und die paar noch vorhandenen privaten Wagen von kleineren Firmen (vor allem Kesselwagen) würde eine DAK vermutlich auch hart treffen.

MfG

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."
Quelle: Stummiforum..
[www.stummiforum.de]

DAK: Zukunft oder Ende

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 03.08.26 22:49

Matthias Muschke schrieb:
Ralph1408 schrieb:
eben weil das Verbinden und Trennen von Eisenbahnwagen mit Schraubenkupplung so aufwendig ist, sind viele Verkehre aufgegeben und sonstige Rangiervorgänge wegrationalisiert worden.
Immer nur zu verbreiten, daß alles nicht geht, bringt die Sache nicht voran; dann wird auch in 200 Jahren noch konventionell gekuppelt.
Welche Verkehre glaubst du denn, kämen wegen einer AK zurück? Keine. Eher bricht in ferner Zukunft auch noch der Mineralölverkehr weitestgehend ein. Wenn Einzelfrachten zumindest auf dem längeren Teilweg auf der Schiene bleiben, dann als KLV und dafür brauchst du keine DAK... Und die paar noch vorhandenen privaten Wagen von kleineren Firmen (vor allem Kesselwagen) würde eine DAK vermutlich auch hart treffen.

MfG
Moin Matthias,

meist kann ich Dir zustimmen. Aber bei diesem Thema nicht.

Meiner Ansicht nach müsste schnellstmöglich eine automatische Kupplung eingeführt werden. In vielen Zügen gibt es immer noch Wagen welche umrangiert werden. Oder täusche ich mich am Rbf Mannheim. Was da noch tagsüber über den Rücken läuft. Der Nachtbetrieb isr mir natürlich nicht geläufig. Sicher ist es schon erheblich weniger.

Eine automatische Kupplung ohne digitalen Kram würde jedenfalls dem G-Verkehr viele Kosten ersparen. Könnte relativ schnell grenzüberschreitend umgesetzt werden. Danach oder paralell dazu könnte man sich um eine digitale Variante kümmern.

Soweit meine Meinung dazu.

Gruß aus Mannheim
Rolf

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