geschrieben von: Bronnbach Bhf
Datum: 04.06.21 23:24
Als wirkliche Alternative zum Flugzeug gelten Bahnverbindungen aber nur bei Fahrzeiten unter der Marke von drei Stunden. Oberhalb dieser Marke liegt das Flugzeug vorn, darunter ist der Zug von Stadtmitte zu Stadtmitte meist schneller – schließlich fallen der Weg zum Flughafen sowie die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle und am Gate weg....Häufig ist die klimaschädlichere Option hierzulande also nach wie vor oft die attraktivere Reiseart. Investitionen in ein großes vom restlichen Bahnverkehr abgetrenntes Hochgeschwindigkeitsnetz haben deutsche Verkehrspolitiker versäumt – und diskutieren nun stattdessen über die mögliche Verteuerung von Kurzstreckenflügen.Das es mit dem Deutschlandtakt aber schon einen konzeptionellen Plan für die Schiene gibt, scheint man beim SPIEGEL noch nicht mitbekommen zu haben. Denn dazu fehlt jeglicher Hinweis im Artikel.
geschrieben von: andreas +
Datum: 05.06.21 00:06
Der Flughafen München Start und Ziel bei drei der fünf meist geflogenen Kurzstrecken. Das große Problem des Airports weit vor den Toren der Stadt: Er hat keinen direkten Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Bahn.Er hätte aber einen haben können: Hauptbahnhof in München
[www.spiegel.de]
geschrieben von: der pasinger
Datum: 05.06.21 00:18
geschrieben von: def
Datum: 05.06.21 00:52
- viele Kurzflüge sind Zubringer zur LangstreckeStimmt einerseits, andererseits halte ich es auch für unwahrscheinlich, dass Anschlussflüge zur Langstrecke teilweise ein solches Ausmaß an Kurzstreckenflügen erforderten. Und gerade bei Easyjet zwischen München und Berlin würde ich schon in Frage stellen, dass da wenigstens die Hälfte Anschlussreisende sind.
- Langstrecke ab MUC/FJS kann nicht mit dem ICE erreicht werden
geschrieben von: DieMurgtalbahn
Datum: 05.06.21 01:12
Egal ob wichtige Geschäftsreise oder Flug in den Urlaub, aus praktischen Gründen entscheidet sich hier vermutlich fast niemand für den Zug zum Flug. So waren 2019 laut BDL-Zahlen 21 Prozent der Fluggäste zwischen München und Berlin Umsteiger – mit einem ICE-Halt am Münchner Flughafen und speziellen Sprinter-Zügen ließe sich dieser Anteil weiter senkenDas heißt ja dann im Umkehrschluss, dass die anderen 79% keine Umsteiger sind, also tatsächlich München und Berlin als Start und Ziel der Reise hatten. Aber wie kann das sein, in Anbetracht der angeblich so großen Verlagerung hin zur Bahn durch das VDE 8? Weiß jemand, warum der Anteil dennoch so hoch ist?
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 05.06.21 02:14
geschrieben von: Traumflug
Datum: 05.06.21 03:19
[www.spiegel.de]Die häufigste Kurzstreckenflugverbindung ist München–Berlin. 2,8 Mio. Reisende im Jahr, im Schnitt 7900 pro Tag. So viel zum "Erfolg" der VDE-8.
geschrieben von: Traumflug
Datum: 05.06.21 03:36
Es fehlt auch an einem echten B-Fernverkehr.Willkommen beim (I)RE :-)
geschrieben von: Rohrbacher
Datum: 05.06.21 04:36
Zwischen dem und dem ICE braucht's nicht noch eine ProduktklasseDoch, genau die braucht's allein schon deswegen, dass die DSO-Großstadt-Motzerei über die Milchkannenhalte aufhört. Und unterschiedlich schnelle oder überhaupt Züge verstopfen das Netz nur dann, wenn man es eh schon am Anschlag fährt.
Dorf Südbayern <-> Dorf Südbaden wäre dann RB -> (I)RE -> ICE -> (I)RE -> RB, also 4x umsteigen. Oder RB -> IRE -> IRE -> RB am Bodensee entlang, also 3x umsteigen.Willkommen im Jahr 2021. So war das früher mal vor der Ver-S-Bahnung und Brechung von Zugläufen durch noch mehr Kirchturmdenken. Und du unterstellst, dass die Dörfer überhaupt noch von Zügen angefahren werden und man nicht unter Umständen bis zum (S-)Bahnhof schon zwei Busse braucht. Ich warte ja noch drauf, dass zur Verbesserung der Betriebsstabilität auf einigen Strecken um München die "S-Bahnverlängerer" wieder kommen. Regionalzüge erst ab dem letzten S-Bahnhalt. Dahinter wohnt angeblich eh keiner und wenn, dann ist sowieso der Bus das sinnvollere Verkehrsmittel, heißt es doch ständig. Dann ist der Fahrplan auch nicht mehr "kompliziert" und das ganze wohl sinnlose Mittelstrecken- und Direktverbindungsgedöns stört nicht mehr S-Bahn und ICE.
geschrieben von: Strizie
Datum: 05.06.21 05:57
geschrieben von: Alibizugpaar
Datum: 05.06.21 06:28
Weil Fliegen für viele sexy war und bleibt. Flair und Umfeld, überhaupt über den Wolken und so. Und vergleicht allein schon Sauberkeit, freie WC und Wetterschutz, die Aufenthaltsqualität bei längeren Wartezeiten an Flughäfen mit Bahnhöfen. Hier im Kölner Hbf kann man nicht einmal irgendwo gescheit sitzen, die wenigen Bänke in den Querpassagen sind immer belegt.Naja, von dem Flair ist doch nicht mehr viel übrig, es ist Massenabfertigung. Und viele Flughäfen sind doch, auch hinsichtlich der Sitzplatzanzahl, inzwischen ebenso konsumorientiert wie die meisten Bahnhöfe, wenn nicht sogar stärker.
Und beim Flug stehen muß man eigentlich auch nicht, man kriegt seinen Platz.Das würde ich nicht zwangsläufig als Vorteil des Fluges sehen - denn das geht im Umkehrschluss mit einer absoluten Unflexibilität für die Reisenden einher. Wenn die Sitzplätze voll sind, kommt niemand mehr mit, und dann stellt sich die Frage, was besser ist: gar nicht zu reisen oder halt man eine Stunde auf dem eigenen Koffer zu sitzen; zumal man ja im Zug durchaus Plätze reservieren kann. (Ich weiß, auch bei der Sitzplatzreservierung kann einiges schiefgehen, aber den verpassten Anschlusszug mit den reservierten Sitzplätzen hat man auf den hier diskutierten Strecken ja weniger - auf den Strecken, auf denen innerdeutsch geflogen wird, gibt es in der Regel direkte Züge.)
geschrieben von: Eibacher
Datum: 05.06.21 09:59
So viel zum "Erfolg" der VDE-8.Den Erfolg von VDE8 kann man nur bewerten, wenn man dazu Vergleichzahlen heranzieht. Wenn vorher nur 5% die Bahn benutzt haben, hätte man eine Vervierfachung erreicht, was durchaus ein Erfolg ist.
ZitatEs gibt es Produktklasse unterhalb des ICE die das abdecken könnte und eigentlich für 200 km/h Einzelwagen prädestiniert ist und das ist der IC. Man hat den nur stark runter kommen lassen und statt Standard Einzelwagen sich den IC2 angeschafft weil man irgendwie den Rahmenvertrag nutzen musste. Aber abgesehen von der Vernachlässigung und der falschen Einkaufspolitik hätte man hier genau die Produktklasse zwischen ICE und Regionalexpress. Kurswagen bzw Flpgelubgen wären kein Problem und ins Ausland könnte man unkompliziert mit dem gleichen Matrial als EC fahren.Zwischen dem und dem ICE braucht's nicht noch eine ProduktklasseDoch, genau die braucht's allein schon deswegen, dass die DSO-Großstadt-Motzerei über die Milchkannenhalte aufhört. Und unterschiedlich schnelle oder überhaupt Züge verstopfen das Netz nur dann, wenn man es eh schon am Anschlag fährt.
ZitatDorf Südbayern <-> Dorf Südbaden wäre dann RB -> (I)RE -> ICE -> (I)RE -> RB, also 4x umsteigen. Oder RB -> IRE -> IRE -> RB am Bodensee entlang, also 3x umsteigen.Willkommen im Jahr 2021. So war das früher mal vor der Ver-S-Bahnung und Brechung von Zugläufen durch noch mehr Kirchturmdenken. Und du unterstellst, dass die Dörfer überhaupt noch von Zügen angefahren werden und man nicht unter Umständen bis zum (S-)Bahnhof schon zwei Busse braucht. Ich warte ja noch drauf, dass zur Verbesserung der Betriebsstabilität auf einigen Strecken um München die "S-Bahnverlängerer" wieder kommen. Regionalzüge erst ab dem letzten S-Bahnhalt. Dahinter wohnt angeblich eh keiner und wenn, dann ist sowieso der Bus das sinnvollere Verkehrsmittel, heißt es doch ständig. Dann ist der Fahrplan auch nicht mehr "kompliziert" und das ganze wohl sinnlose Mittelstrecken- und Direktverbindungsgedöns stört nicht mehr S-Bahn und ICE.
Außerdem beschrieb ich Verbindungen, die mit den bekannten Zuggattungen gar nicht abgedeckt sind und sich mit den heutigen Fahrzeugen oft gar nicht mehr produzieren lassen, Stichwort Kurswagen. Kennst du noch den FD von 1983-93, wo zum Teil SFS-taugliches Material irgendwo hinter der SFS bis zum Ziel zum Teil als Einzelwagen in die hintersten Winkel Bayerns gerollt ist? Dazu bräuchte man, genauso wie für wirklich international (ohne 10 Jahre Vorlaufzeit) einsetzbare Züge relativ preiswerte 200-km/h-Einzelwagen mit Standardkupplung, die mit jeder Lok von Neapel bis Bodø gefahren werden können und auf den Nebenbahnen auch Triebwagen, um mal Kurswagen für solche Tages- und Nachtverbindungen anzuhängen. Und nein, wir reden hier nicht über Taktverkehr.
Es wäre zumindest möglich den Flughafen München besser anzubinden, indem man die NBS Nürnberg - Ingolstadt bis München entlang der A 9 fortgeführt hätte.Ich hoffe ja immer noch, dass man sich eines Tages besinnt und genau das umsetzt. Heißt natürlich, dass unter allen Umständen vermieden werden muss den in allen Belangen völlig sinnfreien Deutschlandtakt-Vorschlag eines viergleisigen Ausbaus der Bestandsstrecke Ingolstadt-Petershausen umzusetzen. Damit wären sonst die lahmarschigen jetzigen Fahrzeiten auf viele Jahrzehnte zementiert und absolut keine NBS und auch keine FV-Anbindung von MUC mehr in Aussicht.
In Höhe des Autobahnkreuz Neufahrn hätte man dann eine NBS von München bis zum Flughafen entlang der A 92 bauen können.
Das wäre alle mal besser gewesen als eine ABS-Sparvariante Ingolstadt - München, wo man nicht mal durchgehend 200 km/h fahren kann.
geschrieben von: ehemaliger Nutzer
Datum: 05.06.21 10:10
was ich nicht so ganz verstehe, ist Folgendes:Weil 'Reisen' immer noch mit Prestige aufgeladen ist und mehr dem Prestige dient als sachlichen Motiven. Eine Stufe tiefer sieht man das an der DB-Werbung für den ICE - auf Werbefotos ganz toll, real ausgeleiert und auf der gleichen Strecke mittlerweile langsamer als die Züge vor 30 Jahren. Oder sogar abgesunken auf Eilzugniveau wie auf der Main/Weser-Bahn. Der Prestigeorientierte spricht nur auf das angebotene (angebliche) Höchstniveau an; alles darunter bleibt auf der Strecke bzw. der Straße.
ZitatEgal ob wichtige Geschäftsreise oder Flug in den Urlaub, aus praktischen Gründen entscheidet sich hier vermutlich fast niemand für den Zug zum Flug. So waren 2019 laut BDL-Zahlen 21 Prozent der Fluggäste zwischen München und Berlin Umsteiger – mit einem ICE-Halt am Münchner Flughafen und speziellen Sprinter-Zügen ließe sich dieser Anteil weiter senkenDas heißt ja dann im Umkehrschluss, dass die anderen 79% keine Umsteiger sind, also tatsächlich München und Berlin als Start und Ziel der Reise hatten. Aber wie kann das sein, in Anbetracht der angeblich so großen Verlagerung hin zur Bahn durch das VDE 8? Weiß jemand, warum der Anteil dennoch so hoch ist?
geschrieben von: Patrick Rudin
Datum: 05.06.21 10:22
Bei dem Spiegel-Artikel muss man übrigens aufpassen: die dortigen Zahlen sind die Kapazitäten an Flügen und Sitzen, und nicht die Anzahl der Passagiere. München-Berlin ist halt recht großes Angebot weil dort auch EasyJet immer noch einen Markt sieht und damit in einen Preiskampf gegen die Lufthansa gegangen ist. Das spiegelt sich natürlich direkt wider.EasyJet ist doch BER-MUC nie geflogen? Meines Wissens haben die schon zu Tegel-Zeiten den Deutschen Inlandverkehr komplett aufgegeben und der Lufthansa und ihren abartigen Monopolpreisen das Feld wieder weitgehend überlassen. Mit den Lufthansa-Preisen regelt man die Nachfrage auch ein Stück weit.
geschrieben von: Thomas_Lammpe
Datum: 05.06.21 10:53
Investitionen in ein großes vom restlichen Bahnverkehr abgetrenntes Hochgeschwindigkeitsnetz haben deutsche Verkehrspolitiker versäumt.So erstrebenswert es auch ist, den umweltschädlichen Flugverkehr auf die Bahn umzuleiten: Weder der Bahnverkehr insgesamt, noch der Fern- oder Hochgeschwindigkeitsverkehr dürften alleine darauf ausgerichtet sein, dem Flugverkehr Paroli zu bieten. Was der Autor des Artikels da fordert, sind Milliarden-Investitionen, um den innerdeutschen Flugverkehr zugunsten der Bahn nahezu abzuschaffen. Es gibt aber auch noch andere Verkehre, die nicht entlang der Hauptflugrouten stattfinden, und für die die Bahn eine Alternative sein muss.
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