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MOZ vom 3.5.2021


Staatssekretär - Alle Haltepunkte werden ausgebaut

Von der Übergabe einer Petition mit mehr als 2100 Unterschriften in Potsdam nahmen die drei Vertreter aus Petershagen und Schönow eine endgültige Zusicherung für den Erhalt ihrer Bahnhöfe mit. ...

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Gruß, Marko

Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: RBD-S

Datum: 04.05.21 22:34

2 Millionen Euro für 8 Fahrgäste am Tag in Schönow. Und dann noch einmal 2 Millionen Euro für 6 Fahrgäste am Tag in Petershagen. Und dann noch einmal 2 Millionen für Casekow. Das alles auf 9 Kilometern!

Wenn nur 10 Prozent der Petenten mit der Bahn fahren würden, hätte man auf diesen beiden Bahnhöfen 210 Fahrgäste und nicht 14! Das wäre es gewesen!

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: KVV323

Datum: 04.05.21 23:27

RBD-S schrieb:
2 Millionen Euro für 8 Fahrgäste am Tag in Schönow. Und dann noch einmal 2 Millionen Euro für 6 Fahrgäste am Tag in Petershagen. Und dann noch einmal 2 Millionen für Casekow. Das alles auf 9 Kilometern!

Wenn nur 10 Prozent der Petenten mit der Bahn fahren würden, hätte man auf diesen beiden Bahnhöfen 210 Fahrgäste und nicht 14! Das wäre es gewesen!
Da fragt sich tatsächlich, wozu Bahnsteige hier 2 Millionen Euro kosten müssen. Vermutlich wird auf 140m ausgebaut (wenngleich vmtl erstmal unnötig), dann kommt die Minimalausstattung mit Wartehäuschen, drei Funzeln und fünf Fahrradständern dazu. Wo kommen da 2 Mio. zusammen? Oder hab ich falsche Preisvorstellungen zum Wert eines Blindenleitstreifens?

Das Hauptproblem der Verbindung ist nicht die fehlende Strippe, sondern die mangelnde Anbindung: Zwei- bis Dreistunden-Holpertakt und die 410.000-Einwohner-Großstadt hat weniger Direktzüge nach Berlin (Gesundbrunnen) als das Kaff Schwedt (30.000 Einwohner). Stattdessen: Umsteigen. Immer. Außer zur HVZ. Außerhalb dessen ist Totentanz, nicht nur Casekow.
Man nehme es als Nutzungsbekenntnis: Gäbe es ein Angebot, würden wir es vielleicht auch nutzen.

Gruß Flo

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: def

Datum: 05.05.21 06:47

KVV323 schrieb:
RBD-S schrieb:
2 Millionen Euro für 8 Fahrgäste am Tag in Schönow. Und dann noch einmal 2 Millionen Euro für 6 Fahrgäste am Tag in Petershagen. Und dann noch einmal 2 Millionen für Casekow. Das alles auf 9 Kilometern!

Wenn nur 10 Prozent der Petenten mit der Bahn fahren würden, hätte man auf diesen beiden Bahnhöfen 210 Fahrgäste und nicht 14! Das wäre es gewesen!
Da fragt sich tatsächlich, wozu Bahnsteige hier 2 Millionen Euro kosten müssen. Vermutlich wird auf 140m ausgebaut (wenngleich vmtl erstmal unnötig), dann kommt die Minimalausstattung mit Wartehäuschen, drei Funzeln und fünf Fahrradständern dazu. Wo kommen da 2 Mio. zusammen? Oder hab ich falsche Preisvorstellungen zum Wert eines Blindenleitstreifens?

Das Hauptproblem der Verbindung ist nicht die fehlende Strippe, sondern die mangelnde Anbindung: Zwei- bis Dreistunden-Holpertakt und die 410.000-Einwohner-Großstadt hat weniger Direktzüge nach Berlin (Gesundbrunnen) als das Kaff Schwedt (30.000 Einwohner). Stattdessen: Umsteigen. Immer. Außer zur HVZ. Außerhalb dessen ist Totentanz, nicht nur Casekow.
Man nehme es als Nutzungsbekenntnis: Gäbe es ein Angebot, würden wir es vielleicht auch nutzen.
Aber die wenigen Direktverbindungen nach Berlin (und dann auch nur zum Gesundbrunnen und nicht zum Hauptbahnhof) sind ja auch Folge der fehlenden Oberleitung.

Interessant wäre auch, wie die Stationen ins Umfeld eingebunden sind - gerade, da sie ja auch ziemlich ortsfern liegen. Meines Erachtens sollten nicht nur ein paar Fahrradständer, sondern bequeme und sichere Fuß- und Radwege (nachts beleuchtet, im Winter gestreut) in die umliegenden Ortschaften Standard sein, ebenso wie ein paar Kfz-Stellplätze. Wenn dem nicht so ist (und so scheint es bei Google), hätte das Land m.E. als Gegenleistung für die Beibehaltung der Stationen eben diese Infrastruktur verlangen sollen, damit das sowieso geringe Potential wenigstens voll ausgeschöpft wird.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Die Gemeinden dort schielen nicht ausschließlich auf den Anschluß nach Berlin/Angermünde, sondern auf die exorbitante Imobilienspekulation im Raum Stettin. Die ehemals sterbenden Dörfer erleben dadurch eine Neubesiedelung. Und die Strippe kommt später oder wie geplant. Könnte durchaus sein, das perspektivisch der Verkehr XPSG-Tantow sogar noch eine ungeahnte Aufwertung erfährt.
Nicht in 5-10 Jahren, aber die Welt dreht sich weiter, schauen wir mal in 20-30 Jahren auf den Großraum Stettin. Und bei den Geld was dort angesetzt wird, sind maximal 40% die reinen Baukosten, da sind ja massenhaft Behörden, Institutionen ect.pp. beteiligt, die halten alle die Hand auf. Jeder der ein Grundstück erwirbt und dort bauen möchte, ist erstaunt, von wo überall Kostenbescheide einfliegen.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.05.21 09:57.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Global Fish

Datum: 05.05.21 10:34

KVV323 schrieb:
RBD-S schrieb:
2 Millionen Euro für 8 Fahrgäste am Tag in Schönow. Und dann noch einmal 2 Millionen Euro für 6 Fahrgäste am Tag in Petershagen. Und dann noch einmal 2 Millionen für Casekow. Das alles auf 9 Kilometern!

Das Hauptproblem der Verbindung ist nicht die fehlende Strippe, sondern die mangelnde Anbindung: Zwei- bis Dreistunden-Holpertakt und die 410.000-Einwohner-Großstadt hat weniger Direktzüge nach Berlin (Gesundbrunnen) als das Kaff Schwedt (30.000 Einwohner). Stattdessen: Umsteigen. Immer. Außer zur HVZ. Außerhalb dessen ist Totentanz, nicht nur Casekow.
Man nehme es als Nutzungsbekenntnis: Gäbe es ein Angebot, würden wir es vielleicht auch nutzen.
Exakt. Und ich sehe da auch eine gewisse argumentative Schieflage bei der Forderung nach der Schließung der Hp.

Ginge es nach den *jetzigen* Fahrgastzahlen, so hieße das:
- Schönow und Petershagen klare Schließungskandidaten
- Anbindung von Tantow (derzeit etwas über 100 Fahrgäste am Tag) mit einer RB so alle 2 Stunden
- Casekow und Passow irgendwas dazwischen.

Eine Rechtfertigung für einen Halt durchgehender RE Stettin-Berlin in Tantow geben die aktuellen Fahrgastzahlen aber niemals.

Man kann natürlich auch zukunftsorientiert denken, und mit einer erhöhten Nachfrage bei verbessertem Angebot rechnen. Davon gehe ich auch aus. Dann würde das sicher einen RE-Halt in Tantow (ggf. Casekow, Passow) rechtfertigen, aber warum nicht auch die RB-Halte in Schönow und Petershagen? Gerade, wenn das mal Stettiner Speckgürtel wird?

Eins sollte klar sein: man hat mit DB Netz vereinbart, dass dort mehr als ein Zug pro Stunde und Richtung fahren wird (wenn ich mich recht entsinne, waren das drei, in Spitzenzeiten vier Züge je zwei Stunden und Richtung). Das wird mit Sicherheit auf ein zweistufiges Angebot (RE/FR und RB) hinaus laufen. Irgendeine Unterscheidung zwischen beiden in der Haltekonzeption sollte es schon geben. Entweder RE ohne Halt und RB in Casekow, Passow, Tantow, oder RE mit Halten dort und RB mit den zwei Halten (ggf. noch zwei Halten in Polen dazu) mehr.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Gumminase

Datum: 05.05.21 12:31

Global Fish schrieb:
Man kann natürlich auch zukunftsorientiert denken, und mit einer erhöhten Nachfrage bei verbessertem Angebot rechnen. Davon gehe ich auch aus. Dann würde das sicher einen RE-Halt in Tantow (ggf. Casekow, Passow) rechtfertigen, aber warum nicht auch die RB-Halte in Schönow und Petershagen? Gerade, wenn das mal Stettiner Speckgürtel wird?
Erhöhte Nachfrage ist definitiv machbar. Aber: Was müsste geschehen, damit an diesen Stationen täglich mehr als 100(?) Leute Ein- und Aussteigen?

50-60 Einsteiger am Tag sind noch nicht viel, aber schon das wäre grob das 10-fache des heutigen Aufkommens. Ich sehe dieses Potenzial für Schönow und Petershagen nicht einmal im Ansatz. Auch nicht in 10 Jahren.
Ich denke mal, dass das der große Preistreiber sein wird. Das Verbundpflaster und die Drahtblechware kriegt man ja bei OBI oder real. Mit den drei Laternen kommt man, obwohl diese natürlich nagelneu sein müssen, auch nicht auf zwei Millionen. Bleiben noch die Bahnsteigkanten, für die von dem rumänischen Betonwerk bei der bundesweit anfallenden Menge an Bahnsteigverkürzungen vermutlich ein Großkundenrabatt von 30 Prozent gewährt wird.

http://www.bilder-hochladen.net/files/5eof-67-63dc.jpg

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Global Fish

Datum: 05.05.21 14:48

Gumminase schrieb:
Global Fish schrieb:
Man kann natürlich auch zukunftsorientiert denken, und mit einer erhöhten Nachfrage bei verbessertem Angebot rechnen. Davon gehe ich auch aus. Dann würde das sicher einen RE-Halt in Tantow (ggf. Casekow, Passow) rechtfertigen, aber warum nicht auch die RB-Halte in Schönow und Petershagen? Gerade, wenn das mal Stettiner Speckgürtel wird?
Erhöhte Nachfrage ist definitiv machbar. Aber: Was müsste geschehen, damit an diesen Stationen täglich mehr als 100(?) Leute Ein- und Aussteigen?

Und was sagt diese Zahl von 100 aus? Warum sollten 49 Leutchens da nicht auch eine sinnvolle Nachfrage sein?

Es ist eine, ich glaube bayrische, Spezialität, sich an der Zahl von 100 festzuhalten. In Brandenburg geschieht das nicht, und das ist auch gut so. Sonst wäre die Hälfte der Stationen weg.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: KVV323

Datum: 05.05.21 18:38

Global Fish schrieb:
Gumminase schrieb:
Global Fish schrieb:
Man kann natürlich auch zukunftsorientiert denken, und mit einer erhöhten Nachfrage bei verbessertem Angebot rechnen. Davon gehe ich auch aus. Dann würde das sicher einen RE-Halt in Tantow (ggf. Casekow, Passow) rechtfertigen, aber warum nicht auch die RB-Halte in Schönow und Petershagen? Gerade, wenn das mal Stettiner Speckgürtel wird?
Erhöhte Nachfrage ist definitiv machbar. Aber: Was müsste geschehen, damit an diesen Stationen täglich mehr als 100(?) Leute Ein- und Aussteigen?

Und was sagt diese Zahl von 100 aus? Warum sollten 49 Leutchens da nicht auch eine sinnvolle Nachfrage sein?

Es ist eine, ich glaube bayrische, Spezialität, sich an der Zahl von 100 festzuhalten. In Brandenburg geschieht das nicht, und das ist auch gut so. Sonst wäre die Hälfte der Stationen weg.
Dafür ist es eine brandenburgische - in dem Fall positive - Spezialität, dass man konsequent an langen Bahnsteigen festhält.

Im Falle der Zwischenhalte würde eine ein- bis zweistündlich fahrende Regionalbahn mit Fahrzeugen von der Länge eines dreiteiligen Talents dicke reichen und demzufolge ein kürzerer Bahnsteig. Man baut zukunftsorientiert - und damit auch der RE halten kann - mit längeren Bahnsteigen.
Was spricht gegen einen Halt für 10 Fahrgäste täglich? Meinetwegen wie bisher als Bedarfshalt? Regelmäßige Anschlüsse gibt es in Stettin mangels Taktfahrplan ohnehin nicht, also kann man da auch nichts zerschießen. In Brandenburg wäre eine Mindestzahl von 50 Fahrgästen schon für viele RB-Halte der Todesstoß (RB43, RB41/RE2, viele Nebenbahnen).

Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: RBD-S

Datum: 05.05.21 19:02

Petershagen und Schönow haben jeweils unter 200 Einwohner. Wo soll denn da ein Fahrgastaufkommen generiert werden?

Für 6 Fahrgäste in Petershagen (177 Einwohner) halten und 16.000 aus Stettin (406.000 Einwohner) vergraulen! Traurig, aber wahr!

beim RE3 ähnlich

geschrieben von: RE3_Schrott

Datum: 05.05.21 21:27

Ist doch beim RE3 auch nicht anders, gut die ganzen kleinen Halte bis Prenzlau kann ich da noch verstehen, dann hörts aber teilweise auf. Warum der RE3 z.B. in Jatznick anhalten muss obwohl der RE4 nach Ückermünde ca. 5 Min. später hinterherfährt verstehe ich nicht, gut ohne Halt würde sich die Fahrzeit Jatznick-Stralsund ziemlich verlängern wenn man erst mit dem RE4 nach Pasewalk müsste, aber dort steigen am Tag kaum Fahrgäste ein die Richtung Stralsund wollen, das meiste was da Ein-/Aussteigt kommt/geht zum RE4 und das geht auch in Pasewalk. Der Bahnhof liegt 2,8 km von der Dorfmitte entfernt, zum Bahnhof Pasewalk sind es 8,8 km, also nur 6 km weiter für die ca. 10 Leute die dann dort Richtung Stralsund einsteigen müssten. Der Halt in Groß Kiesow ist genauso unnötig, auch hier steigt kaum was ein/aus, warum dann also sogar jede Stunde ein Zug dort hält (RE3 & RB10) ist unbegreiflich, der nächste Bahnhof Züssow (sogar Fernbahnhof) ist auch nur 8,7 km mit dem PKW entfernt und dort gibt es auch Parkplätze im gegensatz zu Groß Kiesow.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Global Fish

Datum: 05.05.21 22:57

RBD-S schrieb:
Petershagen und Schönow haben jeweils unter 200 Einwohner. Wo soll denn da ein Fahrgastaufkommen generiert werden?

Für 6 Fahrgäste in Petershagen (177 Einwohner) halten und 16.000 aus Stettin (406.000 Einwohner) vergraulen! Traurig, aber wahr!
Nö, sorry, aber das ist eben nicht wahr. Mal abgesehen, dass die 16000 Fahrgäste aus Stettin blühende Phantasie sind:

In Schönow und Petershagen würden allenfalls RB von Stettin nach Angermünde halten; auf so einer relativ kurzen Strecke fallen die beiden Halte kaum ins Gewicht; für Umsteiger weiter nach Süden wäre die (notwendige) Umsteigezeit weit auswirkungsreicher als die beiden Halte.

Durchgehende RE werden dort so oder so nicht halten. In denen dürfte das Gros der Durchgangsreisenden Stettin-Berlin sitzen. Die können gar nicht durch die RB-Halte in Schönow und Petershagen vergrault werden, die betrifft das gar nicht. Die Gefahr bestünde nur durch mögliche RE-Halte in Tantow (satte 825 Einwohner) und Casekow (als Kernort ähnlich groß, als weit verstreute Gemeinde etwa 1800 Leute).

Man kann das ganze rein ökonomisch sehen: dann bliebe für die Halte in Deutschlands rein gar nichts, oder vielleicht RB-Halte in Passow, Casekow, Tantow. RE-Halte in Deutschland wären nicht zu rechtfertigen; mit zwei Augen zu ganz, ganz vielleicht *ein* RE-Halt unterwegs (Casekow), von dem aus Penkun, Tantow, Gartz erschlossen würden.

Oder man sieht das strukturpolitisch und will die Region aufpäppeln und vielleicht gar paar Leute ansiedeln. Dann könnte man auch über RE-Halte in Tantow nachdenken, aber eben genauso über RB-Halte in Schönow (da gibts immerhin auch ein paar Touristen) und Petershagen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.05.21 23:21.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: def

Datum: 06.05.21 07:35

Global Fish schrieb:
RBD-S schrieb:
Petershagen und Schönow haben jeweils unter 200 Einwohner. Wo soll denn da ein Fahrgastaufkommen generiert werden?

Für 6 Fahrgäste in Petershagen (177 Einwohner) halten und 16.000 aus Stettin (406.000 Einwohner) vergraulen! Traurig, aber wahr!
Nö, sorry, aber das ist eben nicht wahr. Mal abgesehen, dass die 16000 Fahrgäste aus Stettin blühende Phantasie sind:
Stimmt, das scheint wirklich ziemlich hochgegriffen. Wenn wir mal wahnsinnigerweise von einem Stundentakt zwischen Berlin und Stettin ausgehen, wären das pro Zug im Schnitt 16.000 : 2 (Richtungen) : 20 (Züge pro Tag) = 400 Fahrgäste. Das scheint mir ziemlich hochgegriffen. Gibt es eigentlich in der Region irgendwelche Regionalexpresslinien, die im berlinfernen Raum auf solche Werte kommen? Wie viele Fahrgäste sind pro Tag eigentlich zwischen Berlin und Leipzig unterwegs (bzw. waren es vor Corona)?

Zitat
In Schönow und Petershagen würden allenfalls RB von Stettin nach Angermünde halten; auf so einer relativ kurzen Strecke fallen die beiden Halte kaum ins Gewicht; für Umsteiger weiter nach Süden wäre die (notwendige) Umsteigezeit weit auswirkungsreicher als die beiden Halte.

Durchgehende RE werden dort so oder so nicht halten. In denen dürfte das Gros der Durchgangsreisenden Stettin-Berlin sitzen. Die können gar nicht durch die RB-Halte in Schönow und Petershagen vergrault werden, die betrifft das gar nicht. Die Gefahr bestünde nur durch mögliche RE-Halte in Tantow (satte 825 Einwohner) und Casekow (als Kernort ähnlich groß, als weit verstreute Gemeinde etwa 1800 Leute).

Man kann das ganze rein ökonomisch sehen: dann bliebe für die Halte in Deutschlands rein gar nichts, oder vielleicht RB-Halte in Passow, Casekow, Tantow. RE-Halte in Deutschland wären nicht zu rechtfertigen; mit zwei Augen zu ganz, ganz vielleicht *ein* RE-Halt unterwegs (Casekow), von dem aus Penkun, Tantow, Gartz erschlossen würden.

Oder man sieht das strukturpolitisch und will die Region aufpäppeln und vielleicht gar paar Leute ansiedeln. Dann könnte man auch über RE-Halte in Tantow nachdenken, aber eben genauso über RB-Halte in Schönow (da gibts immerhin auch ein paar Touristen) und Petershagen.
Und in strukturpolitischer Hinsicht wäre interessant, eben auf diesen Tourismus auch verstärkt zu setzen und die Bahn in ein Gesamtkonzept einzubinden. Eine Idee: Man entwickelt ein regionales Radwegenetz, das u.a. die beiden Stationen, wichtige Attraktionen und auf Radelnde eingerichtete Unterkünfte und Gasthöfe erschließt. An Wochenenden, in den Berliner Sommerferien täglich, gibt es dann einen besonders auf Fahrräder ausgerichteten Zug, der morgens durchgehend ab Berlin Richtung Stettin verkehrt und dabei ab Angermünde die kleinen Halte mitnimmt; abends würde es dann zurückgehen. Zusätzlich oder alternativ wäre ein Radverleihsystem, das an den Bahnhöfen Stationen hat und nicht nur Rundfahrten ermöglicht, interessant.

Mit dem regionalen Radwegenetz, das die beiden Stationen mit anbindet, könnte man außerdem zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - auch Bahnnutzende aus den umliegenden Ortschaften kämen so sicher und schnell zur Bahn.

Tourismus und eine bessere Erreichbarkeit für Pendler:innen sind natürlich nicht DIE Rettung der Uckermark, wichtig (viel mehr: essentiell) wäre z.B. auch ein schnellerer Internetzugang - wie in so vielen Teilen Deutschlands... - aber ein Beitrag wären sie schon.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Gumminase

Datum: 06.05.21 08:58

Global Fish schrieb:
Gumminase schrieb:
Erhöhte Nachfrage ist definitiv machbar. Aber: Was müsste geschehen, damit an diesen Stationen täglich mehr als 100(?) Leute Ein- und Aussteigen?

Und was sagt diese Zahl von 100 aus? Warum sollten 49 Leutchens da nicht auch eine sinnvolle Nachfrage sein?
Es geht nicht darum, dass die Stationen so weiter betrieben werden, wie sie sind. Hier scheint es um Investitionen von mehreren Millionen Euro zu gehen. Beim Einsatz solcher Steuermittelsummen möchte ich gerne, dass mehr als wenige Einzelpersonen, eine oder zwei Baufirmen und ein großer Infrastrukturkonzern etwas davon haben.

Sollte es machbar sein, die Stationen mit einer Null weniger vor dem Komma zu modernisieren, sähe eine Bewertung für ene potenziella Nutzerzahl natürlich ganz anders aus.

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 06.05.21 09:17

RBD-S schrieb:
Petershagen und Schönow haben jeweils unter 200 Einwohner. Wo soll denn da ein Fahrgastaufkommen generiert werden?

Für 6 Fahrgäste in Petershagen (177 Einwohner) halten und 16.000 aus Stettin (406.000 Einwohner) vergraulen! Traurig, aber wahr!
Ich glaube, den 16.000 aus Szczecin ist das völlig wurscht, ob die wegen 0 bis 6 Leutchen in Petershagen halten oder nicht. Vergrault wird da niemand.

Die 16.000 aus Szczecin interessiert nämlich mal grundsätzlich nur folgendes:

a) fährt was,
b) wenn ja, kommt der Zug auch am geplanten Ziel an und
c) das halbwegs pünktlich

Der Haltepunkt Petershagen oder andere Haltepunkte an der Strecke sind denen ziemlich wurscht.

Deiner Logik folgend, müssten die Züge dort nämlich jetzt schon leer sein, wenn man mit Halten in Petershagen die anderen Fahrgäste vergraulen würde.

So einfach, wie Du gestrickt zu sein scheinst, sind die 16.000 nämlich nicht gestrickt.

P.S.: an Heiko (Admin): kannst ja auch diesen Beitrag wieder löschen.

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen

Re: Reine Verschwendung von Steuergeldern!

geschrieben von: Global Fish

Datum: 06.05.21 09:27

Gumminase schrieb:
Global Fish schrieb:
Gumminase schrieb:
Erhöhte Nachfrage ist definitiv machbar. Aber: Was müsste geschehen, damit an diesen Stationen täglich mehr als 100(?) Leute Ein- und Aussteigen?

Und was sagt diese Zahl von 100 aus? Warum sollten 49 Leutchens da nicht auch eine sinnvolle Nachfrage sein?
Es geht nicht darum, dass die Stationen so weiter betrieben werden, wie sie sind. Hier scheint es um Investitionen von mehreren Millionen Euro zu gehen.
Bei den "100 müssen es sein" warst Du recht konkret, bei den "mehreren Millionen" nicht. Wieviel Millionen dürfen es denn mit bei hundert Reisenden genau sein?

Um die Zahl mal in ne Relation zu setzen. Mit DB Netz sind 3 Züge in 2 Stunden pro Richtung vereinbart, 50km deutscher Anteil. Macht so grob übern Daumen gepeilt 1 Mio Zugkm/a. Bei rund 10 Euro pro Kilometer Bestellerentgelt also 10 Mio. Euro Bestellerentgelt im Jahr. Wie sehr falllen dann 2 Stationen mit neuen 2 Mio teuren Bahnsteigen als Einmalinvestion ins Gewicht? (Dass man die 2 Mio dennoch durchaus hinterfragen kann,unbestritten).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.05.21 09:35.

"Löschen" von Beiträgen

geschrieben von: Heiko Focken

Datum: 06.05.21 14:37

DuKabina?! schrieb:
P.S.: an Heiko (Admin): kannst ja auch diesen Beitrag wieder löschen.

Hallo Jens,

wenn du den Vorgang öffentlich machen möchtest, dann antworte ich auch gerne öffentlich.

Gestern (Auszug aus dem verborgenen Beitrag):
"...dass der normale Fahrgast nicht so einfältig ist, wie Du es zu sein scheinst."

Heute:
"So einfach, wie Du gestrickt zu sein scheinst"

Wir sind uns - unabhängig vom Inhalt der Mail, auf die sich das bezieht - sicherlich einig, dass diese Ausdrucksweise gegenüber anderen Usern nicht im Sinne einer gesitteten Diskussionskultur liegt.

Drückt euch auch bei Meinungsverschiedenheiten im Forum bitte so aus, wie ihr auch im richtigen Leben gerne angesprochen werden möchtet. Dann bleiben eure Beiträge auch stehen.

Danke

Heiko

Jetzt erhältlich und manchmal sogar von der Steuer absetzbar (im Abo auch, ohne das Haus verlassen zu müssen): 218- und Skandinavien-Umläufe! / Ein Quietschie-Plan (Hurra!) / Der nächste Schritt zur Digitalen S-Bahn / Neue 218-Leistung nach Westerland? / Das alles (und noch viel mehr) gibt es in der DREHSCHEIBE 311. Viel mehr wert als sie kostet!

Einfach ist gut!

geschrieben von: RBD-S

Datum: 06.05.21 22:59

So einfach, wie Du gestrickt zu sein scheinst, sind die 16.000 nämlich nicht gestrickt.

Ja, bin ganz einfach gestrickt. Ein Haltepunkt alle 5 Kilometer für weniger als 10 Fahrgäste am Tag ist einfach unvernünftig.

Re: Einfach ist gut!

geschrieben von: Global Fish

Datum: 06.05.21 23:18

RBD-S schrieb:
So einfach, wie Du gestrickt zu sein scheinst, sind die 16.000 nämlich nicht gestrickt.

Ja, bin ganz einfach gestrickt. Ein Haltepunkt alle 5 Kilometer für weniger als 10 Fahrgäste am Tag ist einfach unvernünftig.
wenn wir mal weiter einfach stricken und die Idee ausblenden, dass ein besseres Angebot auch höhere Nachfrage erzeugen könnte, und einfach von der Ist-Nachfrage ausgehen: ja, das wäre unvernünftig.

Wenn man einfach weiter strickt: ebenfalls unvernünftig wäre es, das 16000-Leute-Potential von Stettin in den durchgehenden RE nach Berlin durch Halte in Tantow (knapp über 100 Fahrgäste am Tag), Casekow und Passow (unter 100) zu vergraulen. Dafür reichen ein paar RB nach Angermünde völlig aus.

Wie gesagt, wenn man meint, die jetzigen Fahrgastzahlen wären genügend aussagekräftig.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -