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"Strom" aus der Luft gegriffen ...

geschrieben von: Schotterzwerg

Datum: 03.05.21 19:34

... ist heute bereits möglich und wird -sofern der Artikelinhalt zutrifft- neue Möglichkeiten für den Transport von Energie schaffen. Das kann neue Lösungsmöglichkeiten für die Elektromobilität ergeben.

Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Tunnel36

Datum: 03.05.21 19:36

[Bitte löschen, Doppeleintrag]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 20:39.

Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Node

Datum: 03.05.21 20:06

Henra schrieb:
Node schrieb:
Bei 23 Stunden Standzeit und angenommenen 4 statt 1 Nutzung des Sharing-Autos am Tag entspräche das übrigens schon 1 Million PKW.

???
Wie ersetzt ein Car Sharing Auto denn 40 'normale' PKW?
Entschuldigung. Da hatte ich in deinem Ausgangsbeitrag eine 0 zu viel gelesen.



Beim Faktor 4 wäre man übrigens bei ca. 12 Millionen PKW. Das wird wegen Dingen wie Handwerkern, Pflegediensten etc. sicher nicht so kommen, aber das Potential ist da.

Der Schnitt der Haushalte, die mindestens einen PKW haben, liegt teilweise bei 1,6 PKW und Haushalt, d.h. da ist ein massiver Zweitwagenanteil drin. Der mag ja in manchen Lebenssituationen ok sein - aber die 23h dürften da auch nicht anders sein.

Re: Nur mal so zur Einordung

geschrieben von: Tunnel36

Datum: 03.05.21 20:52

bauigel schrieb:
Tunnel36 schrieb:
Immer eine Frage der Abgrenzung - geht es um das System "Auto", "Straßenverkehr", "Verkehr allgemein", "Lebensrisiko"?
Das Ziel einer Risikoanalyse ist nicht, ein Nullrisiko zu erzwingen. Sondern nachzuprüfen, welches Risiko vorhanden ist und ob es ein (wie die Vorschrift so nett formuliert) akzeptables Niveau nicht überschreitet. Und da dient das von dir zitierte Lebensrisiko durchaus als Anhaltswert dafür, was denn so als akzeptabel gelten kann.
Im Fall des Autos wird man für die Risikoanalyse die bereits vorhandenen Autos und ihre Auswirkung auf die Umwelt als Bezugswert heranziehen, ehr nicht das Lebensrisiko.
Akzeptabel wird es dann, wenn es in einem Bereich besser wird ohne in anderen Bereichen unakzeptabel schlechter zu werden.

Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Bovist66

Datum: 03.05.21 21:26

JoergAtDSO schrieb:
Hallo Bovist66,

Bovist66 schrieb:
Ein CO2-freier Verkehr ist ohnehin eine Illusion.
das kannst Du doch heute schon haben. Kauf Dir einen VW ID.3, der kommt bilanziell CO2 neutral bei Dir an, dann muss Du ihn nur noch mit Ökostrom tanken und Du fährst vom ersten bis zum letzten Kilometer des Autolebens CO2 neutral. Und am Ende bleiben auch noch wertvolle Rohstoffe über. Ein solches Angebot gibt es im ÖPNV nicht.

Gruß Jörg

Klima- bzw. CO2-Neutralität gibt es im naturwissenschaftlichen Sinne nicht. Siehe:

[klima-der-gerechtigkeit.de]

Unter "bilanziell CO2-neutral" wiederum kann man je nach Betrachungsweise alles mögliche verstehen. Wer z.B. ständig mit dem Flugzeug unterwegs ist, als Ausgleich aber sein Geld für Projekte der CO2-Reduzierung spendet, mag gesellschaftlich als "bilanziell CO2-neutral" gelten. Dies ist aber im Zweifel eine marktwirtschaftlich sowie moralische, aber keinesfalls eine ökologische Betrachtung.

Doch selbst unter ökonomischen Gesichtspunkten passt das Beispiel mit dem "bilanziell CO2-neutralen" VW ID.3 nach meiner Auffassung nicht. Um zu einer CO2-neutralen Bilanz zu kommen, müssten wirklich alle Aspekte der Produktion einbezogen werden, was in der Praxis in Ding der Unmöglichkeit wäre. Berücksichtigt werden müsste nämlich auch die Bereitstellung der gesamten Straßen-Infrastruktur. Schon an dieser Stelle auch nur theoretisch zu einer CO2-Neutralität zu kommen, dürfte selbst die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überfordern. Ganz zu schweigen von der praktischen Umsetzung. Dasselbe gilt natürlich für den Aufwand der Herstellung von E-Autos und z.B. von Windrädern.

Treffend bringt das m.E. Ulrike Herrmann in dem folgenden Beitrag auf den Punkt:

[agora42.de]

Der ÖPNV wird bei der CO2-Bilanz in seiner Gesamtheit immer besser als das Auto abschneiden, weil die Notwendigkeit CO2-reduzierender Ausgleichsmaßnahmen hier per se niedriger ist. Und jede Ausgleichsmaßnahme wiederum beeinhaltet das Risiko des Scheiterns oder der Unwirksamkeit.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 21:31.

Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 04.05.21 01:59

Bovist66 schrieb:
Um zu einer CO2-neutralen Bilanz zu kommen, müssten wirklich alle Aspekte der Produktion einbezogen werden, was in der Praxis in Ding der Unmöglichkeit wäre.
Das hat tausende Jahre einwandfrei funktioniert. Bis ein Trottel auf die Idee kam, Kohle auszubuddeln und zu verbrennen. Später kamen dann Erdöl und Erdgas dazu.

Natürlich hat uns diese Verbrennerei einen mächtigen Technologieschub gegeben. Doch den haben wir nun, also können wir langsam auch diese Verbrennerei wieder einstellen. Da es quasi keinen Energiebedarf gibt, den man nicht mit Strom und Luft decken kann, wenn man den Aufwand nur hoch genug treibt, ist auch die CO2-neutrale Bilanz in Reichweite. Die ersten 20% sind schon geschafft, der Rest folgt jetzt eben. Die letzten 10% werden die schwersten werden, doch die müssen auch nicht gleich nächstes Jahr erfolgen.

Man darf nicht den Fehler machen, nur auf aktuelle Technologien zu schauen. Jetzt, da auch der letzten Firma die Ziele klar sind, wird noch viel kommen (und viel verschwinden). Bei der Eisenbahn ist man ja auch nicht mehr auf dem Stand von 1830.

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Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 04.05.21 02:05

Node schrieb:
JoergAtDSO schrieb:
Die 45 Millionen Autos für Deutschland sind sicherlich kein Problem. [...]
Das ist sehr wohl ein Problem, weil es unnötig ist. Wir haben heute schon deutlich zu viel Individualverkehr mit den bekannten Problemen von Flächenverbrauch, Stau und zu geringer Besetzung. Warum sollen im Extremfall 45 Millionen SUVs mit 2 t Gewicht und 1 Person irgendwie erstrebenswert sein?

Deutlich weniger PKW mit dann intensivere Nutzung sorgen weiterhin für raschen Durchsatz neuer Technologien.
Wir leben in einem freiheitlichen Staat. Da kann man den Leuten nicht vorschreiben, ohne Auto auszukommen, nur weil es (nach welcher Definition auch immer) "unvernünftig" oder "unnötig" ist. Bekanntlich sind sogar SUV erlaubt und das wird sich mit elektrischen SUV nicht ändern (eher im Gegenteil, weil das böse Argument 'CO2-Schleuder' wegfällt).

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Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 04.05.21 02:13

Tunnel36 schrieb:
in Städten werden in der heutigen Form Radfahrer und Fußgänger den Verkehr zum erliegen bringen.
Radfahrer, die sind Verkehr. Fussgänger, die sind ebenfalls Verkehr. Wie um Himmels Willen sollen die sich jetzt selbst zum "erliegen" bringen? Ein Paradoxon.

Tunnel36 schrieb:
Einfach aus dem Grund dass man zuverlässige Funktionen haben muss die das Fahrzeug zuverlässig bei Kollisionskurs rechtzeitig zum Halten bringen.
Ach, schön wär's. Endlich keine Autos in Fussgängerzonen mehr, weil Frau Autofahrer eine Tube Zahnpasta "ausliefern" muss. Strassen würden fussgängerfreundlich, einfach weil sie von Fussgängern genutzt würden. Strassenbahnen könnten fahren, weil man denen gerne Platz macht. Paradiesische Zustände.

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Re: Es muss sich rechnen!

geschrieben von: Bovist66

Datum: 05.05.21 18:36

Traumflug schrieb:
Bovist66 schrieb:
Um zu einer CO2-neutralen Bilanz zu kommen, müssten wirklich alle Aspekte der Produktion einbezogen werden, was in der Praxis in Ding der Unmöglichkeit wäre.
Das hat tausende Jahre einwandfrei funktioniert. Bis ein Trottel auf die Idee kam, Kohle auszubuddeln und zu verbrennen. Später kamen dann Erdöl und Erdgas dazu.

Natürlich hat uns diese Verbrennerei einen mächtigen Technologieschub gegeben. Doch den haben wir nun, also können wir langsam auch diese Verbrennerei wieder einstellen. Da es quasi keinen Energiebedarf gibt, den man nicht mit Strom und Luft decken kann, wenn man den Aufwand nur hoch genug treibt, ist auch die CO2-neutrale Bilanz in Reichweite. Die ersten 20% sind schon geschafft, der Rest folgt jetzt eben. Die letzten 10% werden die schwersten werden, doch die müssen auch nicht gleich nächstes Jahr erfolgen.

Man darf nicht den Fehler machen, nur auf aktuelle Technologien zu schauen. Jetzt, da auch der letzten Firma die Ziele klar sind, wird noch viel kommen (und viel verschwinden). Bei der Eisenbahn ist man ja auch nicht mehr auf dem Stand von 1830.
Was genau hat "tausende Jahre einwandfrei funktioniert"? Menschliches Wirtschaften jedenfalls hat auch ohne die Förderung von Kohle schon in früheren Jahrtausenden starke ökologische Schäden hervorgerufen. Im Mittelmeerraum etwa sind durch das Abholzen von Wäldern und der folgenden Boden-Erosion im Altertum massive Umweltzerstörungen eingetreten, deren Folgen noch heute viele Probleme bereiten:

[www.spektrum.de]

Die Bezeichnung "CO2-Neutralität" halte ich zumindest für missverständlich. Natürlich entsteht auch bei der Herstellung z.B. von E-Autos zunächst C02. Erst durch Kompensations-Maßnahmen
lässt sich die angebliche CO2-Neutralität erreichen. Dies setzt aber voraus, dass die Ausgleichsmaßnahmen

1. in der Sache wirksam sind - und zwar dauerhaft,
2. genau nachgeprüft werden kann, dass der gewünschte Erfolg auch tatsächlich eintritt, also evaluiert werden kann.

Wenn z.B. für eine Tonne CO2 als Kompensation ein Wald gepflanzt wird, mag das erst einmal gut sein (für mich als Pilzkundler sowieso :-) ). Doch wenn der Wald dann abbrennt, vertrocknet oder eingeht, wird die gewünschte CO2-Neutralität nicht erreicht, ganz im Gegenteil - egal, was vorher ggf. bilanziert wurde.

Richtig schwierig dürfte die Evaluation bei internationalen Ausgleichsmaßnahmen werden. Sind immer aussagekräftige und vergleichbare Daten vorhanden? Wer trägt die Daten zusammen?

"CO2-Neutralität" eignet sich gut als Werbe-Slogan, verschafft den Menschen ein gutes Gewissen und verspricht beinahe schon eine Art Erlösung. Das Ganze ist für meine Begriffe allemal trügerisch.

Ergänzend dazu:

[www.faz.net]
[veus-shipping.com]

Bei alledem darf man nicht vergessen, dass der Energiebedarf im weltweiten Maßstab deutlich steigt. Daher sind im Zweifel auch nicht die "ersten 20% schon geschafft", sondern allenfalls ein Bruchteil davon.

Hinzu kommt, dass man "CO2-Neutralität" nicht mit "Klima-Neutralität" gleichsetzen darf. Ist schon ersteres eine außerordentliche Herausforderung, wird es durch die zweite Aufgabe gleich nochmals schwerer. Diese Ziele sollen natürlich auch sozialverträglich umgesetzt werden. Und das mit Akteuren, die es nicht einmal schaffen, dringend notwendige Stadtbahn-Projekte durchzusetzen (Aachen, Wiesbaden) - um nur zwei Beispiele zu nennen.

Es führt m.E. kein Weg daran vorbei, dass man CO2 und andere klimabeeinflussende Emissionen von vornherein begrenzen muss und sich nicht darauf verlassen darf, dass man sie hinterher schon irgendwie und irgendwodurch durch irgendwen wieder zurückholen kann, ohne jemandem wehzutun. Ohne ein gewisses Maß an Verzicht wird es nicht gehen, meine ich. Und der SUV bleibt vor diesem Hintergrund eben auch dann ein massives Umweltproblem, wenn er voll elektrisch fährt.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.05.21 18:44.
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