DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Münchner Merkur 28.04.2021:
Zitat
DISKUSSION UM LÄRM UND BARRIEREFREIHEIT
Nach heftiger Kritik: Fahrgastbefragung zu neuen Zügen der BRB bringt überraschende Ergebnisse

von Sebastian Grauvogl

Geht es nach manchen Kritikern, sollte für die neuen Lint-Züge der BRB bald Endstation sein. Doch was sagen eigentlich die Fahrgäste? Die Ergebnisse einer Umfrage überraschen.


Landkreis – Mitte Oktober 2020 hatte die Bayerische Regiobahn (BRB) eine groß angelegte Fahrgastbefragung zu den seit Mitte Juni verkehrenden Lint-Triebwagen gestartet. Mehr als 700 Personen machten mit. Freizeitreisende und Pendler, Vielfahrer und Gelegenheitsnutzer, Neu- und Stammkunden. In Fragebögen und Interviews, die im gesamten Netz im Oberland verteilt beziehungsweise durchgeführt wurden, konnten sich die Fahrgäste zu Pünktlichkeit, Fahrgastinformation, Sitzkomfort, Fahrgeräusche, Sauberkeit, Service und weiteren Themen äußern. Da die Befragungen sowohl unter der Woche wie auch am Wochenende stattgefunden haben und die Teilnehmerzahl hoch sei, könne man von einer repräsentativen Umfrage sprechen, betont die BRB.

Dementsprechend zufrieden ist der Zugbetreiber mit den Ergebnissen. 95 Prozent der Stammkunden finden den Lint besser oder mindestens genauso gut wie den Integral, Gesamteindruck ist bei 94 Prozent der Stammkunden und 97 Prozent der Neukunden sehr gut bis neutral. Als größte Kritikpunkte tauchen bei den Stammkunden die WLAN-Stabilität (46 Prozent schlecht) und die Fahrgeräusche (19 Prozent schlecht) auf.

[...] FORTSETZUNG

Einen regelrechten Aufwärtsschub hat die BRB bei den fortlaufenden Qualitätsmessungen der BRB erfahren. Seit dem Start der neuen Lint-Flotte im vergangenen Jahr ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen. „Das Oberlandnetz erreicht historische Höchstwerte», sagt Amini erfreut.

[...]

Die Pünktlichkeit ist trotz eines dichteren Takts im Ausflugs- und Berufsverkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember sukzessive gestiegen.
„Unsere Pünktlichkeitsrate von 94 Prozent in den letzten Monaten ist schon recht ordentlich, ohne Infrastrukturstörungen lägen wir bei über 98 Prozent“, betont der technische Geschäftsführer der BRB, Arnulf Schuchmann. „Das ist ein Spitzenwert.“
Zum gleichen Thema auf der Homepage der BRB:
Zitat
[/b] BRB: Starker Aufwärtstrend im Oberland[b]
28.04.2021

Neue Fahrzeugflotte überzeugt die Fahrgäste. Befragungen zeichnen positives Bild. Lint-Züge bekommen hohe Werte bei Sauberkeit, Pünktlichkeit, Fahrgastinformation und weiteren Kriterien auf den Strecken im Oberland.

Das Oberland bietet herrliche Aussichten auf die Berge. Gerade im Zug kann man diese genießen. Da trifft es sich gut, dass die Lint-Züge, die die BRB seit vergangenem Sommer im Einsatz hat, große Panoramafenster haben. Aber nicht nur der Blick aus dem Fenster freut die Fahrgäste, es ist auch die hohe Pünktlichkeit, die sie schätzen, die Sauberkeit in den Fahrzeugen, das moderne Fahrgastinformationssystem und nicht zuletzt die engere Taktung im Berufsverkehr an den Werktagen und im Ausflugsverkehr an den Wochenenden seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020.

Zwei Monate zuvor hatte die BRB eine groß angelegte Fahrgastbefragung mit über 700 Teilnehmenden durchgeführt. Beteiligt haben sich Freizeitreisende, Pendler, Vielfahrer, Gelegenheitsnutzer, Neukunden und Stammkunden. Weit über 90 Prozent der Befragten finden den Lint besser oder zumindest gleich gut wie den Integral, das Vorgänger-Zugmodell der BRB. Sitzkomfort, Fahrgeräusche, Temperatur, Service und Sanitäreinrichtungen bekamen beste Werte. Als größter Kritikpunkt verblieb die Stabilität des WLANs.

Auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) führt tagtäglich punktuell in allen Streckennetzen bayernweit Tests durch, um sich einen Überblick über die Qualität der Eisenbahnverkehrsunternehmen zu verschaffen. Die Ergebnisse fließen in das sogenannte Qualitätsmesssystem (QMS) der BEG ein. Bei Nichteinhaltung der Qualitätsstandards drohen Maluszahlungen. « Seit dem Start der neuen Lint-Flotte im vergangenen Jahr ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen und das Oberlandnetz erreicht historische Höchstwerte», freut sich BRB-Geschäftsführer Fabian Amini mit einem Blick auf die vielen Zahlen und Grafiken, die ein unabhängiges Institut für die BEG erhebt.

Wer mit dem Zug fährt, will pünktlich und sicher an sein Ziel kommen. Doch auch der Komfort muss stimmen. Gerade die Sauberkeit in den neuen Zügen wird von den Fahrgästen sehr positiv bewertet. Jede Nacht werden die Züge gereinigt und tagsüber, während der Wenden in München, sind ebenfalls Reinigungskräfte am Werk. In den alten Integralen war eine Biotoilette verbaut, die zu Geruchsbildung führte, in den modernen Lint-Fahrzeugen ist dies nicht der Fall, sie sind geruchsfrei. Somit kommt es auch zu keiner Geruchsbelästigung der umliegenden Plätze mehr, wie etwa denen für Rollstuhlfahrer. In dem Zusammenhang weist Amini auf den viel kritisierten Einstieg in die Züge für Rollstuhlfahrer hin, der den Vorgaben der BEG zu hundert Prozent entspricht, aber nicht barrierefrei im Sinne von « ohne fremde Hilfe » ist: « Ich kann den Unmut verstehen, aber beim Vorgängermodell war der Einstieg für viele genausowenig ohne Unterstützung möglich. Eine leicht auch von unseren Fahrgästen zu bedienende Rampe wurde von uns zusätzlich in allen Zügen nachgerüstet, um den Komfort für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu erhöhen. »

In die Qualitätsmesssysteme der BEG fließen offene und verdeckte Tests ein, nicht aber die Kritikpunkte einzelner Anwohner an den Bahnstrecken. Doch auch diese nimmt die BRB sehr ernst. Die Türsignale konnten inzwischen so eingestellt werden, dass sie sich dem Umgebungslärm anpassen, was besonders nachts angenehm auffällt, weil sie dann leiser sind. Mit dem testweisen Einbau der Spurkranzschmieranlage in Gmund konnte das Quietschgeräusch reduziert werden. Ende April wird wahrscheinlich der Test mit den Absorberringen an einem Fahrzeug beginnen können. Die BRB erhofft sich, dass das Quietschen dadurch verschwindet, dass die Absorberringe die Schwingungen unterdrücken und damit für bessere Nachtruhe sorgen. « Sollte der Test die gewünschte Verbesserung erzielen, bleibt allerdings die Frage, wer den Einbau der Absorberringe in unseren Fahrzeugen finanziert », betont Arnulf Schuchmann, der technische Geschäftsführer der BRB, « da reden wir sicher von einem Betrag über eine Million Euro. »

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit konnten im Oberland ebenfalls deutlich gesteigert werden. « Unsere Pünktlichkeitsrate von 94 Prozent in den letzten Monaten ist schon recht ordentlich, ohne Infrastrukturstörungen lägen wir bei über 98 Prozent, das ist ein Spitzenwert », betont Schuchmann. Da die Zugausfälle und Reihungsänderungen stark zurückgegangen sind, weil weniger Störungen im Betrieb auftreten, sind viel weniger Eingriffe in den Betriebsablauf mehr notwendig. Auch das erhöht die Pünktlichkeit und Stabilität.

Verbesserungen an der Infrastruktur werden sich genauso positiv auf den täglichen Zugbetrieb auswirken: Erneuerung der Bahnübergänge in Holzkirchen und Schaftlach, Auflassung von Bahnübergängen in Miesbach und Hausham, Einbau von elektronischen statt der bisherigen mechanischen Stellwerke in Schliersee und Bayrischzell. Für Bahnübergänge, Auflassungen und Stellwerke ist allerdings die DB Netz AG zuständig und nicht die Bayerische Regiobahn, die hierzu immer wieder die Gespräche mit der DB und den Gemeinden sucht.

Zu guter Letzt bleibt noch das Signal, das bei ungesicherten Bahnübergängen an den dort aufgestellten Pfeiftafeln vom Triebfahrzeugführer ausgelöst werden muss. Die beste und sicherste Alternative sind beschrankte Bahnübergänge oder die Auflassung, das heißt Schließung, von Bahnübergängen, die nicht stark frequentiert sind. Zusammen mit der DB Netz AG und den betroffenen Gemeinden werden Lösungen gesucht. So gibt es zum Beispiel im Bereich Fischbachau sehr vielversprechende Ansätze und Gespräche mit den betroffenen Anliegern.

Alle Verbesserungen liegen im Interesse der BRB. « Der Fahrgast fragt nicht, wer zuständig ist, der Fahrgast will pünktlich, sicher und komfortabel an sein Ziel kommen und dafür arbeiten wir Tag für Tag mit unseren über 750 Mitarbeitenden in unseren vier Netzen in Bayern », fasst Fabian Amini getreu dem BRB-Motto « Wir lieben, leben und bewegen Bayern » zusammen.

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 28.04.21 18:15

Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.

Gruß
Tz 4683
___________________

Mein Youtube-Kanal: [www.youtube.com]

Mein Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de]

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: 642 642-3

Datum: 28.04.21 18:42

Tz 4683 schrieb:
Umfragen sind halt so eine Sache...
Nicht nur die Umfragen, sondern auch die Rückschlüsse (der Presse). Die LINT-Züge haben, anders als es im Teaser vermittelt wird, ja keinen nennenwerten Beitrag zu Sauberkeit und Fahrgastinformation geleistet. Welche Software auf dem FIS läuft und und wie häufig die Züge gereinigt werden hat ja nichts mit dem "tollen" neuen Fahrzeug zu tun. Hätte man die Umfrage im Hochsommer mit Klimabetrieb unternommen, wäre der Komfort-Punkt für die Fahrgäste an den Fensterplätzen mit Sicherheit nicht so gut bewertet worden. Und dass die Züge in Sachen Barrierefreiheit den Anforderungen der BEG entsprechen... gut. Bei den beiden Vorgängerfahrzeugen gab es diese Kritik ja scheinbar nicht - obwohl der Herr BRB ja sagt, dass es auch hier zu Problemen gekommen ist. Da müssen sich wohl die Fahrgäste, die aktuell davon betroffen sind, einfach irren.

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: Ober-Rodener

Datum: 28.04.21 19:30

Tz 4683 schrieb:
Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.

Ach komm. Die alten Integral waren schon lange nicht auf der Höhe der Zeit. Soweit ich das in Erinnerung habe, nicht
mal mit Toiletten ausgestattet. (kann aber auch eine Erinnerungslücke sein, dann bitte korrigieren!)
Und ja, LINT sind nicht unbedingt das gelbe vom Ei, aber immer noch wesentlich besser als z.B. die PESA Link (die in NRW
immer noch Probleme zu machen scheinen). Und die LINT sind etablierte Fahrzeuge, die die meisten Kinderkrankheiten hinter sich
haben. In wie weit die Klima im Sommer für Ungemach sorgt, wird sich zeigen. In IC-Wagen zieht es am Fenster auch kalt aus
den Lüftungsschlitzen, genauso unangenehm wie im LINT.
Letztlich wurden abgeranzte Fahrzeuge einer richtigen Splittergattung endlich ausgetauscht und durch moderne und
zeitgemäße Fahrzeuge ersetzt. Mehr nicht.

Gruß

-OR

P.S: Eine freundliche Anrede bei Threaderöffnung und ein Gruß tun keinem weh, erhöhen aber die Chancen auf gute Antworten erheblich!
Ebenso halbwegs ordentlich formulierte Texte, die auch einen Sinn ergeben, statt nur hingeschmierter Texte im Whatsapp-Stil!

Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: Packwagen

Datum: 28.04.21 19:53

Tz 4683 schrieb:
Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.
Hallo,

ja, solche Risiken bestehen immer bei Umfragen. Es wäre nach den Zitaten sogar möglich, dass ein Teilnehmer 1.000 Fragebögen abgegeben hat.

Geschenkt.

Aber wir kennen auch die verzerrten Wahrnehmungen. Sehr oft erleben wir das, wenn kleine Gruppen lautstark in den Medien Radau machen. Oder wenn es darum geht, dass irgendwas Neues kommt. Dann sind alle auf einmal überrascht, dass die Breite, stille Masse das viel entspannter sieht. Ein bekanntes Phänomen.

Hier schließe ich mich dem Vorredner an. Für jeden normalen Fahrgast sind die neuen Triebwagen eine sichtbare und erkennbare Verbesserung. Da liest niemand DSO, wo man gerne die Dampfloks wieder hätte.

Unbestritten ist neue Technik bei der Eisenbahn anfälliger als in allen anderen Bereichen. Man stelle sich die Performance von Bombadier etc. bei Autos, Handys, Robotern vor. Es ist schade, dass das Eisenbahnwesen so sensibel auf neue Technik reagiert wie Bahnfans auf neue Züge ;-) Und ja, das ist ein schwerwiegendes Problem.

Aber nun diese Umfrage anzugreifen, die so offenkundige Informationen wiedergibt, finde ich daneben. Um zu den in der Umfrage genannten Ergebnis zu kommen, braucht man nicht einmal ein Umfrage, so sehr liegt das auf der Hand. Zu den Details hat mein Vorredner alles gesagt.

Gerade wir als Eisenbahn-Fans sollten dich froh sein über jede gute News zu Eisenbahnen!!

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: kbs956

Datum: 28.04.21 20:11

Ober-Rodener schrieb:
Tz 4683 schrieb:
Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.
Ach komm. Die alten Integral waren schon lange nicht auf der Höhe der Zeit. Soweit ich das in Erinnerung habe, nicht
mal mit Toiletten ausgestattet. (kann aber auch eine Erinnerungslücke sein, dann bitte korrigieren!)
[...]
Letztlich wurden abgeranzte Fahrzeuge einer richtigen Splittergattung endlich ausgetauscht und durch moderne und
zeitgemäße Fahrzeuge ersetzt. Mehr nicht.
Ganz genau, aber mit Toiletten waren sie zwar schon ausgestattet (was man ab und zu auch roch), dafür hatten sie durchaus folgende "Mängel":

Integral:
- gegen Ende oft defekte Türen (z.B. VT XX "Gaißach" mehr als 5 Jahre lang 1 Tür unbenutzbar)
- bei einzelnen Zügen tropfte es von den Decken ("Tropfsteinhöhle" hieß es in der Presse)
- die Klimaanlage hat gerne mal lautstark gearbeitet bzw. sich auch mal überarbeitet (sodass dann vom Zugpersonal die Klappfenster geöffnet wurden)
- erhebliche Lautstärke und Vibrationen an den Enden (d.h. über den Motoren) der Züge (lauter als 612)
- bei längerer Schnellfahrt (d.h. München - Holzkirchen) v.a. im Bereich der Motoren Abgasgeruch
- bei o.g. Schnellfahrten mit mehreren (v.a 3-4) Garnituren "Schlingern" der hinteren Garnituren (begünstigt durch Achsstand) v.a. südwärts im Tegernseer Zugteil ab Südkopf Bf Deisenhofen bzw. nordwärts im Lenggrieser Zugteil zwischen Deisenhofen und Großhesselohe.
- gegen Ende immer mehr Flachstellen
- kein W-Lan
- als Anwohner schon von Weiten aus zu hören (Aufheulen bei Abbremsen bzw. Anfahrt)

Talent:
- eigentlich 55er-Fahrzeuge, nachgerüstet mit Podesten
- keine Spaltüberbrückung, sehr großer Spalt zwischen Zug und Bahnsteig (v.a. an alten 76er-Bahnsteigen wie München Hbf)
- Klimaanlage funktionierte auch nicht immer bzw. wurde auch mal im Hochsommer in einer Hälfte des VT eingeheizt.
- Lautsprecher deutlich leiser eigestellt als im Integral
- Zugvereinigung bzw. -teilung funktionierte nicht so reibungslos
- kein W-Lan

Die Pünktlichkeitswerte sprechen des Weiteren für sich. Ein solch anspruchsvoller Fahrplan wie jetzt wäre mit Integral und Talent nicht so pünktlich möglich. Da hätte es wieder ein großes Chaos gegeben, wie zu Beginn des neuen Verkehrsvertrages 2013.

Man muss bei der Diskussion um die Lint-Züge immer bedenken, dass von Seiten der Politik mehr oder weniger darauf gedrängt wurde, die Region ja nicht schon wieder "Versuchskaninchen" werden zu lassen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.04.21 20:21.

Re: Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: 642 642-3

Datum: 28.04.21 20:14

Packwagen schrieb:
Es ist schade, dass das Eisenbahnwesen so sensibel auf neue Technik reagiert wie Bahnfans auf neue Züge ;-)
Zumindest unter Bahnfans - bei allen Sympathien zum Integral - dürften dessen Probleme durchaus bekannt und "anerkannt" sein. Wie (gut) die Teile bei der Regiobahn laufen sieht man ja. Ich denke, dass das die wenigsten Fans anzweifeln.

Die Frage ist halt nur, wie groß der Qualitätssprung wirklich ist. Die Fahrzeuge sind aufgrund ihres Alters natürlich weniger von Störungen betroffen und es ist eben alles neu. Eine Klimaanlage, ein Fahrgastinformationssystem, Barrierefreiheit (im Sinne von dem, was man darunter versteht) hat das alte Fahrzeug auch besessen. Eine Modernisierung hätte für "frischen Pep" gesorgt... also alles Dinge, die in den Komfort-Bereich fallen, und den Fahrgästen am neuen gefallen - man mit dem alten aber auch gehabt hat, nur eben mit den Störungen, was aber nicht wirklich zum Komfort im engeren Sinne gehört. Die größte Errungenschaft dürfte daher die gestiegene Zuverlässigkeit und weniger die als "toll" beworbenen Einrichtungen/Komfortmerkmale am LINT sein. Dass man hier ganz billig einen zu niedrigen Zug mit Rampen ausstattet statt wirklich den Sprung zu machen direkt richtige Fahrzeuge zu besorgen... das ist dem Laden zurecht anzukreiden. Solche Kanten im Fahrzeug empfinde ich selbst als nicht eingeschränkter Fahrgast als störend und es fällt bei Messen, wo sich verschiedene Fahrzeuge von allen möglichen Herstellern ausprobieren lassen, auch (zumindest mir) direkt negativ auf.

Re: Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: Fahrleitung

Datum: 28.04.21 20:26

Diese Umfrage hätte nicht die BRB selbst in Auftrag geben sollen, sondern vielleicht die BEG. Mein rein subjektiver Eindruck deckt sich aber mit dem Ergebnis der Umfrage -mindestens. Der Knackpunkt an der ganzen Angelegenheit ist doch die einheitliche erweiterte Flotte. Jetzt sind die Kurzwenden in München Hbf weg. Das schafft enorme Stabilität. Und immer wenn es jetzt mal Verspätung gibt ist wieder irgendwo die Infrastruktur ausgefallen. Das ist jetzt richtig auffällig wie oft das passiert und wie marode die Technik im Netz ist. Die Fahrzeuge selbst sind schon angenehmer als die Integral und Talent. Aber Top kann man jetzt nicht sagen. Die Sitze finde ich nicht bequem bei mehr als 45 Minuten Reisezeit. Und es fehlen Tische wie in den Flirt beim ehem. Meridian.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.04.21 20:27.

Re: Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: bollisee

Datum: 28.04.21 20:58

Packwagen schrieb:
Tz 4683 schrieb:
Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.
Hallo,

ja, solche Risiken bestehen immer bei Umfragen. Es wäre nach den Zitaten sogar möglich, dass ein Teilnehmer 1.000 Fragebögen abgegeben hat.

Geschenkt.

Aber wir kennen auch die verzerrten Wahrnehmungen. Sehr oft erleben wir das, wenn kleine Gruppen lautstark in den Medien Radau machen. Oder wenn es darum geht, dass irgendwas Neues kommt. Dann sind alle auf einmal überrascht, dass die Breite, stille Masse das viel entspannter sieht. Ein bekanntes Phänomen.

Hier schließe ich mich dem Vorredner an. Für jeden normalen Fahrgast sind die neuen Triebwagen eine sichtbare und erkennbare Verbesserung. Da liest niemand DSO, wo man gerne die Dampfloks wieder hätte.
Klar, wenn ich alleine reise, kletter ich meinetwegenm auch mit der Leiter in den Zug, wenn ich pünktlich reise und der Motor oder irgendwelche Aggregate oder Klimaanlagen klanglich nicht dauerpräsent sind, man vielleicht noch ohne Kreuzweh sitzen kann, dann vergebe ich gute Noten.

Inklusion kommt aber leider nicht dadurch zustande, dass die Mehrheit ordentliche Bedingungen vorfindet. Und war nicht genau das die kleine laute Gruppe? Immer diese bösen Rollstuhlfahrer... gell?

Re: Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: Packwagen

Datum: 28.04.21 21:21

bollisee schrieb:
Packwagen schrieb:
Tz 4683 schrieb:
Hej,

Umfragen sind halt so eine Sache...

Da kommt meist das raus, was das Unternehmen will - Anderseits würde man ja zugeben, das man "Schrott" gekauft hat.
Hallo,

ja, solche Risiken bestehen immer bei Umfragen. Es wäre nach den Zitaten sogar möglich, dass ein Teilnehmer 1.000 Fragebögen abgegeben hat.

Geschenkt.

Aber wir kennen auch die verzerrten Wahrnehmungen. Sehr oft erleben wir das, wenn kleine Gruppen lautstark in den Medien Radau machen. Oder wenn es darum geht, dass irgendwas Neues kommt. Dann sind alle auf einmal überrascht, dass die Breite, stille Masse das viel entspannter sieht. Ein bekanntes Phänomen.

Hier schließe ich mich dem Vorredner an. Für jeden normalen Fahrgast sind die neuen Triebwagen eine sichtbare und erkennbare Verbesserung. Da liest niemand DSO, wo man gerne die Dampfloks wieder hätte.
Klar, wenn ich alleine reise, kletter ich meinetwegenm auch mit der Leiter in den Zug, wenn ich pünktlich reise und der Motor oder irgendwelche Aggregate oder Klimaanlagen klanglich nicht dauerpräsent sind, man vielleicht noch ohne Kreuzweh sitzen kann, dann vergebe ich gute Noten.

Inklusion kommt aber leider nicht dadurch zustande, dass die Mehrheit ordentliche Bedingungen vorfindet. Und war nicht genau das die kleine laute Gruppe? Immer diese bösen Rollstuhlfahrer... gell?
Nein. Darum geht es nicht. Denn die wurden in der Umfrage nicht gefragt. Deshalb sagte ich, dass man diese Erkenntnisse alle auch ohne Umfrage gewonnen hätte. Das sind Allgemeinplätze, die wenig überraschend sind - aber so manchen Nörgler erschüttern. Der Vorwurf lautete schließlich „Schrott“, nicht „keine Inklusion“.

Gibt es dagegen scharfe gesetzliche Normen für mobiltätseingeschränkte Reisende, wird doch genau so geschumpfen auf DSO. Zu beobachten im Alpenlandforum bei den Folgen für die Züge der SBB.

Es geht darum, auch die Vorteile von Neuerungen zu sehen. Das ist gerade hier bei DSO nicht so einfach, werter bollisee. Nicht wahr?

Also. Entspannen wir uns. Freuen uns über das, was gut ist. Und alles andere geht nicht unter.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: nozomi07

Datum: 28.04.21 22:22

Erstmal, alle sind froh dass es die neuen Fahrzeuge gibt! Eine einzige Baureihe, zuverlässiger, und es gibt genug davon! Die Integrale waren immer unzuverlässig und zu wenige.

Zwei Dinge gibt es aber, wo ich den Integralen nachtrauere: Erstens waren sie geräumig, die größere Breite merkte man einfach! Vor allem in den Einstiegsräumen bei viel Andrang machte sich das positiv bemerkbar. Und dann der ebenerdige Einstieg, wenig Spalt, das war sehr bequem! Ich bin da oft mit Fahrrad mitgefahren, diesen Komfort vermisse ich (Fahrrad-Stellplatz war dann wieder so ein Minuspunkt...)

Hoffen wir, dass man sich mit der künftigen Elektrifizierung hier wieder was großzügigeres mit ebenen Einstiegen gönnt. Und dass das überhaupt in absehbarer Zeit passiert.

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 28.04.21 22:48

kbs956 schrieb:
Ganz genau, aber mit Toiletten waren sie zwar schon ausgestattet (was man ab und zu auch roch), dafür hatten sie durchaus folgende "Mängel":

[...]
Talent:
- eigentlich 55er-Fahrzeuge, nachgerüstet mit Podesten
- keine Spaltüberbrückung, sehr großer Spalt zwischen Zug und Bahnsteig (v.a. an alten 76er-Bahnsteigen wie München Hbf)
[...]
Und genau diese Probleme hat man mit den Lint ja jetzt auf die ganze Flotte ausgeweitet. Das ist ja der Grund für die Kritik.

Re: Fahrgastbefragungen

geschrieben von: kbs956

Datum: 29.04.21 10:43

MrEnglish schrieb:
kbs956 schrieb:
Ganz genau, aber mit Toiletten waren sie zwar schon ausgestattet (was man ab und zu auch roch), dafür hatten sie durchaus folgende "Mängel":

[...]
Talent:
- eigentlich 55er-Fahrzeuge, nachgerüstet mit Podesten
- keine Spaltüberbrückung, sehr großer Spalt zwischen Zug und Bahnsteig (v.a. an alten 76er-Bahnsteigen wie München Hbf)
[...]
Und genau diese Probleme hat man mit den Lint ja jetzt auf die ganze Flotte ausgeweitet. Das ist ja der Grund für die Kritik.
Wobei die Talente der BOB überhaupt keine Spaltüberbrückung hatten. Die Lint-Züge haben Spaltüberbrückung, aber halt auch auf falscher Höhe (für 55er-Bahnsteige). Der Spalt war bei den Integralen schon deutlich kleiner - und das ohne Spaltüberbrückung -, in München Hbf Starnberger Bf erschien mir der Abstand von Zug und Bahnsteig aber trotzdem recht groß - egal bei welchem Zug.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 10:44.
Persönlich kann ich sagen: ich find die neuen Lint-Triebwagen tatsächlich gut. Es ist zwar nicht alles perfekt, z.B. die Fensterteiler passen nicht immer zur Sitzanordnung, aber für jemanden dessen Handy-Akku mittlerweile oftmals schwächelt, sind die Steckdosen (inkl. USB-Steckdosen) auch ein Segen. Da kann die Powerbank zu Hause bleiben. Auch die Sitze find ich bequem und die Toiletten sind sehr gepflegt. Man muss aber auch sagen: ich fahr nur selten und dann eher gegen die Lastrichtung, d.h. gerade momemtan ist es wirklich leer, wenn ich fahr.

Witzigerweise hatte ich auch gerade am Samstag mit ner Freundin drüber geredet, die jetzt nicht besonders bahnaffin ist. Sie wohnt mit ihrem Freund in Schaftlach recht nah am Bahnhof, beide fahren aber meistens mit dem Auto (die Bahn muss ja auch in die "richtige Richtung" fahren...). Außer es geht in die Münchner Innenstadt, dann wird auch schon mal die Bahn genommen. Ohne dass ich überhaupt gefragt hatte, meinte sie dann am Samstag doch zu mir, dass die neuen Züge doch wirklich sehr schön und bequem wären. Also irgendwas scheint da schon dran zu sein an so ner Umfrage.

Nur die Preise fürs Ticket wurden kritisiert, was ich sogar nachvollziehen kann. Da ist man für ne Hin- und Rückfahrt nach München, wenn man innerhalb Münchens noch weiter fahren muss, schon mal über 20€ los, insbesondere wenn man sich nicht mit allen Möglichkeiten vertraut macht. Wenn man stur auf der BRB-Seite kauft, zahlt man allein für Hin- und Rückfahrt 25,80€, und braucht dann noch das MVV-Ticket in München. Immerhin gibts zu manchen Zeiten für 14,20€ den Bayern-Hopper, aber auch da kommen noch mindestens 5,84€ für den MVV hinzu (Streifenkarte), wenn man Einzelfahrten bucht, sogar noch mehr. Sofern man keine BahnCard hat wäre aber wohl am günstigsten (wenn man an einem Tag hin und zurück fährt) eine MVV-Tageskarte M+3 von Holzkirchen nach München (10,80€) + 8,80€ für Schaftlach - Holzkirchen hin und zurück. Diese Möglichkeit geht zumindest immer, und nicht nur wie beim Bayern-Hopper ab 9h an Werktagen und nur am Wochenende ganztags. Gut, ich finde an sich selbst knapp 20€ teuer für solch eine Hin- und Rückfahrt, und kann echt verstehen, wenn jemand sich darüber beschwert, und dann als Gelegenheitsfahrer doch lieber das Auto nutzt. Sollte mal die MVV-Integration der Landkreise südlich von München kommen, sähe die Sache wohl wieder etwas anders aus. Der minimal mögliche Preis wär zwar wahrscheinlich ähnlich wie heute, aber man müsste dann nicht mehr viele verschiedene Möglichkeiten durchexerzieren, um diesen überhaupt erstmal zu finden.
Welche Erkenntnis hat man sich von dieser Umfrage erhofft? Meines Wissens nach ist der große Kritikpunkt an den Fahrzeugen die mangelhafte Barrierefreiheit. Nun ist es aber so, das die weit überwiegende Mehrheit der Bahnfahrer (ein stück weit wohl auch aus gutem Grund) nicht schwer gehbehindert ist und diesem Aspekt daher keine sehr hohe Bedeutung zumisst. Die Frage ist ist aber. Ist das jetzt die Rechtfertigung dafür, die grundlegenden Bedürfnisse vom Rest komplett zu ignorieren? Kann man so sehen aber ich meine, wir hätten uns als Gesellschaft anders entschieden. Das wäre in etwa so, als ob man sagen würde: Mobbing ist völlig ok, weil laut einer Umfrage 9 von 10 angestellten Mobbing total gut finden. Bei der Argumentation: Die Bahnfahrer vermissen nicht die Barrierefreiheit, beißt sich jedoch auch die Katze selber in den Schwanz, weil wer die Barrierefreiheit vermisst, ist wahrscheinlich aus gutem Grund kein Bahnfahrer (mehr). Letztendlich wir da auch suggeriert, man könne und müsse die einzelnen Aspekte gegeneinender Abwägen, aber Pünktlichkeit ersetzt z.B. keine Barrierefreiheit und man hätte sich auch bei den entsprechenden Fahrzeugen nicht zwischen Pünktlichkeit und Barrierefreiheit entscheiden müssen.
Felin schrieb:
[...]
Sollte mal die MVV-Integration der Landkreise südlich von München kommen, sähe die Sache wohl wieder etwas anders aus. Der minimal mögliche Preis wär zwar wahrscheinlich ähnlich wie heute, aber man müsste dann nicht mehr viele verschiedene Möglichkeiten durchexerzieren, um diesen überhaupt erstmal zu finden.
Die MVV-Integration würde sehr viel bringen. Allein die MVV-Tageskarten sind unschlagbar und v.a. einfach verständlich (ohne 9.00-Grenze).
Da Bad Tölz ja bereits auf der Zonengrenze 5/6 angesiedelt ist - die Busse im Altlandkreis Wolfratshausen sind ja in der Verlängerung bis Tölz (Ausnahme Dietramszell) im MVV - wäre Schaftlach wohl in Zone 5 - oder vielleicht sogar Zonengrenze zu 4 - anzusiedeln.

Das würde für den Fahrpreis München - Schaftlach bedeuten: M-5 (M-4)

Einzelfahrt: 11,90 (10,20) - statt 12,90
- m. Streifenkarte: 10,22 (8,76)
Hin- und Rückfahrt-->Tageskarte Single: 13,20 (12,00) - statt 25,80 bzw. W(Sa) ab 9 Uhr 22,00/24,00
Tageskarte 5 Personen: 24,70 (22,30) - statt nur W(Sa) ab 9 Uhr 39,00

Auch in Sachen Zeitkarten böte der MVV-Tarif erhebliche Vorteile für die Fahrgäste.

Die Platzierung auf der Zonengrenze würde irgendwie Sinn ergeben Ich würde es so aufteilen:
Holzkirchen: 3/4
Warngau: 4
Schaftlach: 4/5
Reichersbeuern: 5
Bad Tölz: 5/6
Gaißach: 6
Obergries: 6
Lenggries: 6

bzw.
Schaftlach: 4/5
Moosrain: 5
Finsterwald: 5/6
Gmund: 5/6
Tegernsee: 6

Die oben erwähnte tarifliche Uneinheitlichkeit im Landkreis TÖL-WOR führt dazu, dass es Busse von Bad Tölz Bahnhof Richtung Bad Tölz ZOB/Isarkai gibt, die zwar alle vom RVO (DB) betrieben werden, auf den Linien 377 und 379 aber nur der MVV-Tarif, und auf den Linien 9553, 9557, 9565, 9570, 9591, 9612 aber nur der RVO-Haustarif gilt. Wenn man dann umsteigen muss, zahlt man halt doppelt bzw. wenn man auch noch vom Zug kommt dreimal - außer man nimmt gleich ein Bayern-Ticket.
@kbs956: Danke für die Aufstellung, die Einteilung in die Zonen klingt schlüssig und gerade auch preislich wäre das n sehr schöner Sprung nach unten.

kbs956 schrieb:
Zitat:
Einzelfahrt: 11,90 (10,20) - statt 12,90

Für die meisten Fahrgäste müsste man wohl sogar ansetzen: Einzelfahrt heute 12,90 + 2,92 (Streifenkarte) bzw. 3,40 (Einzelfaht), wenn man noch innerhalb Münchens weiter fahren möchte. Das Zone-M-Ticket wäre ja in den 11,90€ bzw. 10,20€ beim neuen System schon drin. Die 12,90€ heutzutage lassen sich in dem Fall noch etwas drücken, wenn man das BRB-Ticket nur ab/bis Siemenswerke bzw. Solln kauft und für den Innenraum das MVV-Ticket nutzt. Das spart gut 2€.

Was ist uns Inklusion wert?

geschrieben von: Packwagen

Datum: 29.04.21 13:51

Anbeku schrieb:
Welche Erkenntnis hat man sich von dieser Umfrage erhofft? Meines Wissens nach ist der große Kritikpunkt an den Fahrzeugen die mangelhafte Barrierefreiheit. Nun ist es aber so, das die weit überwiegende Mehrheit der Bahnfahrer (ein stück weit wohl auch aus gutem Grund) nicht schwer gehbehindert ist und diesem Aspekt daher keine sehr hohe Bedeutung zumisst. Die Frage ist ist aber. Ist das jetzt die Rechtfertigung dafür, die grundlegenden Bedürfnisse vom Rest komplett zu ignorieren? Kann man so sehen aber ich meine, wir hätten uns als Gesellschaft anders entschieden. Das wäre in etwa so, als ob man sagen würde: Mobbing ist völlig ok, weil laut einer Umfrage 9 von 10 angestellten Mobbing total gut finden. Bei der Argumentation: Die Bahnfahrer vermissen nicht die Barrierefreiheit, beißt sich jedoch auch die Katze selber in den Schwanz, weil wer die Barrierefreiheit vermisst, ist wahrscheinlich aus gutem Grund kein Bahnfahrer (mehr). Letztendlich wir da auch suggeriert, man könne und müsse die einzelnen Aspekte gegeneinender Abwägen, aber Pünktlichkeit ersetzt z.B. keine Barrierefreiheit und man hätte sich auch bei den entsprechenden Fahrzeugen nicht zwischen Pünktlichkeit und Barrierefreiheit entscheiden müssen.
So ist es. Und die Frage richtet sich an uns alle. Denn es sind unsere Volksvertreter, die die Gesetze machen. Und offenbar gibt es keine klaren Regelungen. Jedenfalls nicht so klar, als dass Kosten- und betriebliche Bequemlichkeit hinter die Inklusion zurück treten müssten. Da geht der Vorwurf weniger an die BOB, sondern an uns alle.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg

Re: Was ist uns Inklusion wert?

geschrieben von: Kalle W.

Datum: 29.04.21 16:03

Es ging ja eigentlich um die Umfrage. Und bei aller Skepsis gegen solche ist der schon zu entnehmen, dass eine Mehrheit zufrieden ist. Schnell ging es aber wieder zur Allgemeindiskussion Lint-Integral, die hier schon mehrfach geführt wurde. Dass der Lint das Gelbe vom Ei ist, wird keiner behaupten. (und bei entsprechender Bestellung gibt es ihn auch mit bequemerer Bestuhlung) Und das mangelhafte Barrierefreiheit heute noch hinnehmbar ist, auch nicht. Das ist nicht das Problem einer Minderheit, sondern von uns allen, denn wir alle werden einmal alt und ich möchte auch noch mit Rollator mobil sein. Das Problem ist aber weniger am Fahrzeug festzumachen, sondern eher daran, dass es Barrierefreiheit auf mindestens drei Bahnsteighöhen geben soll. Und so wird viel Geld für Bahnsteigerhöhung und wieder -erniedrigung ausgegeben, ohne dass eine klare Linie erkennbar ist.

Re: Wenn man die Umfrage-Ergebnisse nicht mag...

geschrieben von: Torsten83

Datum: 30.04.21 10:16

Hallo.

642 642-3 schrieb:
Zumindest unter Bahnfans - bei allen Sympathien zum Integral - dürften dessen Probleme durchaus bekannt und "anerkannt" sein. Wie (gut) die Teile bei der Regiobahn laufen sieht man ja. Ich denke, dass das die wenigsten Fans anzweifeln.

Gegenüber den Prophezeiungen finde ich den Betrieb eigentlich erstaunlich stabil, aber...

- einzelne Züge schaukeln extrem, glaube der 116 war Sonntag ein ganz schlimmer Wackeldackel. Dabei ist die Strecke zwischen Rheinpark-Center und Am Kaiser ja ziemlich gerade und die Geschwindigkeit ja nun auch nicht besonders hoch.
- die Zuverlässigkeit der Toiletten ist stark verbesserungswürdig (im Talent gab es einfach keine, ist also nur ein weicher Minuspunkt - da die Regio-Bahn aber gerade mit dem Pluspunkt geworben hatte, muss sie nun auch abliefern)
- die Wende am Kaarster See muss dringend überdacht werden. Regelmäßig fahre ich pünktlich in Düsseldorf HBF ab und warte dann in Neuss HBF auf den Gegenzug (wodurch mein Zug dann auf der Rückfahrt garantiert auch zu spät sein wird - ich fahre meistens Abends oder am Wochenende im 30-Min.-Takt)
- Teilweise sammeln sich recht ordentliche Verspätungen auf. Ich glaube letzte Woche hatte mein Vater einen Integral in Neuss HBF wenden sehen und wenige Tage später fand die Wende bei IKEA statt.

So ganz rund läuft es noch nicht. Für die Pünktlichkeit wäre es aus meiner Sicht aktuell am einfachsten zu regeln, wenn es einen Umlauf mehr geben könnte, der am Kaarster See die Wendezeit +20/30 verlängert oder bei starker Verspätung aus Wuppertal schon bei IKEA die Zugkreuzung hat (beim 30-Min.-Takt). Sowas kostet aber natürlich...

Was ist besser geworden?
+ die Züge sind im Normalfall nun wieder sauber unterwegs. Die letzten Tage habe ich nur noch einen verschmierten gesehen. Die Züge im Inneren sind analog den Talenten vorher, im Vergleich zu den DB Fahrzeugen auf der S8/S11 weiterhin deutlich sauberer
+ Zugausfälle sind zu meinen Fahrzeiten so selten geworden, dass ich nicht mehr vorab in der App schaue, ob der Zug überhaupt fahren wird (dieser Pluspunkt sollte allerdings eigentlich halt normal sein).

LG
Torsten