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Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: ReneRomann

Datum: 02.05.21 22:55

nozomi07 schrieb:
Rumpelkammer schrieb:
Vollkommen richtig, aber ich verstehe nicht die Fixierung auf Elektro. Es gibt auch noch E-Fuels.
Ganz einfach: E-Fuels bedeuten enorme Energieverluste. Die muss man erst synthetisieren, und dann wieder verbrennen, jedes Mal mit Verlust. Bleiben am Ende vielleicht 25% übrig.
Das sind schon mehr als 25%...
Mal davon abgesehen, dass du bei einem Akku viel mehr Totgewicht rumschleppst, welches bei einer reinen Betrachtung "reingesteckte Energie zu entnommener Energie" nicht betrachtet wird.
Wenn du da 100t Akku durch die Gegend schaukelst statt 30t V-Motor + Tank sind das mal geschlagene 70t, die bewegt werden müssen und damit Energie fressen, die in der reinen Betrachtung reingesteckte zu entnommener Energie gar nicht vorkommen.

Zitat:
Ein direkter elektrischer Antrieb, auch aus Akku, hat solche Verluste kaum, da bringt man 90% der Energie auf die Schiene.
Nope - insbesondere dann nicht, wenn man die Akkus beim Laden aktiv kühlen muss (wie z.B. beim Tesla), damit mal keinen Thermal Runaway hat.
Und damit die Verluste beim Akku möglichst gering sind, muss man ihn langsam laden - was dann aber gerade der Idee einer längeren Nutzung ohne Oberleitungseinspeisung oder längerer Standzeit mit Ladegerät entgegenspricht.

Zitat:
E-Fuels machen also nur dort Sinn, wo man große Mengen Energie speichern muss, und eine hohe Energiedichte benötigt. Wo immer es irgendwie mit Akkus geht, ist das der bessere Weg. Bei Güterzügen kann ma sicher streiten, welcher Fall vorliegt.
Wenn wir bei den bisherigen Loks von ~3.000 l Dieselkraftstoff sprechen und diese mit ~10 kWh / Liter Energieinhalt multiplizieren und dann einen Wirkungsgrad von 50% annehmen (und das ist mit Dieselmotoren durchaus erreichbar), dann kommen wir auf die Größenordnung von rund 15 MWh verfügbarer Energie. Tankdauer ca. 30..45 min...

Willst du diese Tankzeit in Ladezeit umwandeln, sprechen wir davon, dass du 15 MWh binnen 1h in die Akkus laden willst - bei 15 kV Oberleitung wären dies 1 kA(!) Ladestrom -- das machen die heutigen Oberleitungen kaum mit.
Wenn dies nicht ein Einsatzzweck für E-Fuels ist, was denn sonst?

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: nozomi07

Datum: 02.05.21 23:09

ReneRomann schrieb:
Das sind schon mehr als 25%...
Mal davon abgesehen, dass du bei einem Akku viel mehr Totgewicht rumschleppst, welches bei einer reinen Betrachtung "reingesteckte Energie zu entnommener Energie" nicht betrachtet wird.
Wenn du da 100t Akku durch die Gegend schaukelst statt 30t V-Motor + Tank sind das mal geschlagene 70t, die bewegt werden müssen und damit Energie fressen, die in der reinen Betrachtung reingesteckte zu entnommener Energie gar nicht vorkommen.
Nur das Beschleunigen der Masse kostet Energie - bei Beharrungsfahrt ist die Masse eher unbedeutend.


Zitat:
Nope - insbesondere dann nicht, wenn man die Akkus beim Laden aktiv kühlen muss (wie z.B. beim Tesla), damit mal keinen Thermal Runaway hat.
Und damit die Verluste beim Akku möglichst gering sind, muss man ihn langsam laden - was dann aber gerade der Idee einer längeren Nutzung ohne Oberleitungseinspeisung oder längerer Standzeit mit Ladegerät entgegenspricht.
Man kann jetzt um Prozentpunkte feilschenen. Fakt ist, ein batterieelektrischer Antrieb ist sehr viel effizienter als die Umwandlung in synthetische Kraftstoffe und deren wieder-umwandlung in Strom. Jede Umwandlung kostet, und zwar ordentlich.


Zitat:
Wenn wir bei den bisherigen Loks von ~3.000 l Dieselkraftstoff sprechen und diese mit ~10 kWh / Liter Energieinhalt multiplizieren und dann einen Wirkungsgrad von 50% annehmen (und das ist mit Dieselmotoren durchaus erreichbar), dann kommen wir auf die Größenordnung von rund 15 MWh verfügbarer Energie. Tankdauer ca. 30..45 min...
Wer sagt, dass wir 3000-Liter-Tanks 1:1 durch Batterien ersetzen? Das sind Totschlag-Argumente.
Längere Strecken ohne Oberleitung gibts in Deutschland kaum. Notfalls legt man alle 100 Km einen 10-Km-Speiseabschnitt, damit dürfte man so ziemlich alles erschlagen (zumal Ostbayern elektrifiziert wird).

Dass man einen US-Güterzug mit fünf Dieselloks quer über den Kontinent nicht mal eben mit Akkus betreibt, so schlau sind wir alle.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: nozomi07

Datum: 02.05.21 23:12

Lok35 schrieb:
letzter Stromausfall beinahe flächendeckend : 08.01.2021 !!! siehe hier [youtu.be] zukünftige Möglichkeiten siehe hier [www.youtube.com] Energiewende siehe hier [www.youtube.com]
Irgendwelche Leute behaupten irgendwas auf Youtube - und du glaubst es? Irgendwo gibts bestimmt auch einen Link, dass die Erde flach ist.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: nozomi07

Datum: 02.05.21 23:15

Heizer Jupp schrieb:
Nein, nicht ICH weiß ALLES besser, sondern WIR wissen aus einer Erfahrung, die manchem Entscheidungsträger offenbar fehlt, MANCHES besser.
Was qualifiziert Dich eigentlich zur Beurteilung der Notwendigkeiten im Tfz-Einsatz? Wenn das mit der Selbstparodie mal nicht nach hinten losgeht...
In einer Diskussion ist es die Plausibilität von Sachargumenten, die einen qualifiziert. Und da sehe ich bei dir gerade so ziemlich garnichts. Lass uns auf ein 0:0 einigen.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: JoergAtDSO

Datum: 03.05.21 00:18

Hallo Rene,

ReneRomann schrieb:Zitat:
Zitat:
Ein direkter elektrischer Antrieb, auch aus Akku, hat solche Verluste kaum, da bringt man 90% der Energie auf die Schiene.
Nope - insbesondere dann nicht, wenn man die Akkus beim Laden aktiv kühlen muss (wie z.B. beim Tesla), damit mal keinen Thermal Runaway hat.
Und damit die Verluste beim Akku möglichst gering sind, muss man ihn langsam laden - was dann aber gerade der Idee einer längeren Nutzung ohne Oberleitungseinspeisung oder längerer Standzeit mit Ladegerät entgegenspricht.
Akkus von E-Autos werden im Normalbetrieb nicht gekühlt, die Wärme wird verteilt. Im Gegenteil, die meisten E-Autos beheizen die die Akkus in vielen Situationen, u.a. um schnelles Laden zu ermöglichen.
Aber die Akkus von BEMUs sind technologisch ohnehin völlig anders aufgebaut als die von E-Autos, denn sie müssen erheblich mehr Ladezüklen aushalten. Bei BEMUs kommen Lithium-Titanat-Akkus zum Einsatz die sich in einem Zeitraum von 5-10 Minuten komplett laden lassen. Dafür sind sie schwerer als PKW-Akkus.

Die Effizienz eines batterieelektrischen Strassenfahrzeugs wird übrigens inkl. der Ladeverluste und der Energie zum Beheizen des Akkublocks ermittelt. Das ist nach der in Europa vorgeschrieben WLTP-Norm alles mitenthalten. Und man liegt da trotzdem im Bereich 85-90% Effizienz.

Gruß Jörg

Verbreitet mal nicht solche Märchen!

geschrieben von: Dieselpower

Datum: 03.05.21 00:47

JoergAtDSO schrieb:
Hallo Rene,

ReneRomann schrieb:Zitat:
Zitat:
Ein direkter elektrischer Antrieb, auch aus Akku, hat solche Verluste kaum, da bringt man 90% der Energie auf die Schiene.
Nope - insbesondere dann nicht, wenn man die Akkus beim Laden aktiv kühlen muss (wie z.B. beim Tesla), damit mal keinen Thermal Runaway hat.
Und damit die Verluste beim Akku möglichst gering sind, muss man ihn langsam laden - was dann aber gerade der Idee einer längeren Nutzung ohne Oberleitungseinspeisung oder längerer Standzeit mit Ladegerät entgegenspricht.
Akkus von E-Autos werden im Normalbetrieb nicht gekühlt, die Wärme wird verteilt. Im Gegenteil, die meisten E-Autos beheizen die die Akkus in vielen Situationen, u.a. um schnelles Laden zu ermöglichen.
Aber die Akkus von BEMUs sind technologisch ohnehin völlig anders aufgebaut als die von E-Autos, denn sie müssen erheblich mehr Ladezüklen aushalten. Bei BEMUs kommen Lithium-Titanat-Akkus zum Einsatz die sich in einem Zeitraum von 5-10 Minuten komplett laden lassen. Dafür sind sie schwerer als PKW-Akkus.

Die Effizienz eines batterieelektrischen Strassenfahrzeugs wird übrigens inkl. der Ladeverluste und der Energie zum Beheizen des Akkublocks ermittelt. Das ist nach der in Europa vorgeschrieben WLTP-Norm alles mitenthalten. Und man liegt da trotzdem im Bereich 85-90% Effizienz.

Gruß Jörg
Verbreitet mal nicht solche Märchen!

85 % Wirkungsgrad erreicht gerade mal ne 15/25 kV-Wechselstromellok, 3 kV-Gleichstromloks aufgrund geringerer Umwandlungsverluste an Bord bis zu 88 %. Das ganze aber lediglich ab Stromabnehmer gerechnet!

So sieht die (schon sehr wohlwollend ausgelegte) Wirkungsgradkette eines Akku-Autos aus. Bei Schnellladung und weiten Entfernungen vom Stromerzeuger sind die Lade- und Stromtransportverluste natürlich noch deutlich höher. Da kommen dann noch bestenfalls 60 % als Gesamtwirkungsgrad bei herum. Gilt natürlich genauso für andere Akku-Fahrzeuge!

wirkungsgrad-bev.png

http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSmvawToASUUxiPnqTrVOw_BVaNPFdDQjBpGaPZTyBB7ejY_LqzPyL8HJA
Nur echt mit einem Hang zu sarkastischen und zynischen Kommentaren!





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 00:47.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 03.05.21 09:03

nozomi07 schrieb:
Heizer Jupp schrieb:
Nein, nicht ICH weiß ALLES besser, sondern WIR wissen aus einer Erfahrung, die manchem Entscheidungsträger offenbar fehlt, MANCHES besser.
Was qualifiziert Dich eigentlich zur Beurteilung der Notwendigkeiten im Tfz-Einsatz? Wenn das mit der Selbstparodie mal nicht nach hinten losgeht...
In einer Diskussion ist es die Plausibilität von Sachargumenten, die einen qualifiziert. Und da sehe ich bei dir gerade so ziemlich garnichts. Lass uns auf ein 0:0 einigen.

Dein hauptsächliches "Sachargument" in der Diskussion mit mir war bisher, daß Cargo an der Euro-Dual keinen Bedarf habe. Hinterlegt war das, wenn überhaupt, mit Allgemeinplätzen.

Ok, noch haben wir die Ludmillas, die nach den mir vorliegenden Informationen zunächst 2023, jetzt sogar erst 2030 den Dienst quittieren sollen. Nicht, daß mir das nicht recht wäre, ganz im Gegenteil sogar. Außerdem bräuchte mich die Zeit danach eigentlich recht wenig interessieren, weil die ganzen Spielchen dann längst ohne mich stattfinden.

Aber bereits jetzt ist das mit den Ludmillas immer so eine Sache. Die Loks aus Daugavpils halten meiner Ansicht nach oft nicht, was man sich davon versprochen hat. Der Reparaturbestand der Loks ist auch auf Grund von Versäumnissen in der Vergangenheit recht hoch. Werkstattpersonal, welches sich richtig gut mit den Loks auskennt, wird immer weniger. Auch die Umstrukturierung der Werke-Landschaft mit ihren wechselnden Zuständigkeiten für unterschiedliche Baureihen wirkt sich da nicht gerade förderlich aus.

Alles in allem sind die Ludmillas - wenn sie denn laufen - zwar gut und bei den altgedienten Tfz-Personalen beliebt (auch bei den Fans, wofür sich aber niemand was kaufen kann), aber sie dürften auch recht teuer in Betrieb und Unterhalt sein.

Zwischenzeitlich wurde ja so einges beschafft, als Ersatz gedacht und genutzt und z.T. auch wieder abgeschafft. Das einzige Ergebnis dieser Maßnahmen ist ein desaströser Schadstand und Reparaturaufwand bei den Gravitas und großes Kopfschütteln über diese Dinger bzw. ein Kopfschütteln über die Episode mit der Diesel-Vectron. Fakt ist, es gibt außer den "alten, lauten, durstigen und stinkenden Ludmillas" (dieses Image wird ja immer wieder kolportiert bzw. dem wird nicht widersprochen) keine leistungsfähige Streckendiesellok bei Cargo. Die "kanadischen Einbäume" kann man als Splittergattung getrost vergessen...

Der Blick in die Zukunft nach 2030 (das ist bald!) geht da irgendwie ein bißchen in ein schwarzes Loch! Na klar, man kann Cargo bis dahin so an die Wand fahren, daß man eigentlich überhaupt keine Loks mehr braucht, folglich auch keine leistungsstarken Streckendieselloks. Aber ich denke und hoffe mal nicht, daß dieses Szenario erwogen, geschweige denn geplant ist...
Also was kommt nach der Ludmilla?! Bis jetzt rein gar nichts! Die Aussage mit der bis dahin stattgefundenen Elektrifizierung der für Großdieselloks potenziellen Strecken ist ja wohl ein Witz. Und die Idee mit einer Doppeltraktion (welcher Baureihen eigentlich?) vor "den wenigen schweren Zügen auf Dieselstrecken" ist erst recht ein Witz.
Meinst Du nicht auch, daß das "Argument", man brauche keinen Ludmilla-Nachfolger ein bißchen dünn ist?

Wenn Du mehr und besser bescheidweißt, laß hören! Aber bitte richtige Argumente; und nicht nur ein mageres "braucht Cargo nicht"!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 11:28.
Zitat
ch persönlich mag die 266.4 sogar aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen. Wahrscheinlich gerade, weil sie so ein primitives Urvieh ist. Aber mit dieser Vorliebe stehe ich eben recht alleine da! Die große Mehrheit der Kollegen hasst diese Kisten regelrecht. Es gibt wohl keine andere Lok bei Cargo (nicht mal den Vectron), die unter Tfs und Werkstattpersonal gleichermaßen auch nur ansatzweise so unbeliebt ist wie die 266.4/077

Erstaunlich wie unterschiedlich die Meinungen über die Class 66 sind. Die Tfs aus meinem Lehrgang waren fast alle begeistert von der Class 66. Auf meine Frage ob das im Führerstand nicht unerträglich laut ist, wurde geantwortet man hört nichts. Es sei gut gedämmt.

Zum Thema: ich sehe hier täglich dutzende 232 richtung Polen fahren. Oft als Last Mile Diesel im Schlepptau vor Kohlezügen. Offensichtlich besteht großer Bedarf an Großdieseln.

Grüße

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ??? geht..

geschrieben von: Lok35

Datum: 03.05.21 10:09

Irgendwelche Leute können auch ganz gut das Parteiporgramm der Grünen auseinandernehmen..zufällig auch auf Youtube.[youtu.be].. Glauben tat ich nur in der Kirche !



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 10:13.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: Lok35

Datum: 03.05.21 10:12

da ziehe ich voll mit,da der Eurodual Drehstromfahrmotoren hat..und die kann man auch ohne Schaden einmal etwas überlasten.... Man sieht auch auf Youtube entsprechende Videos der EVU Captrain, HVLE, u.a.
Habe mich damals schon gewundert ,was die NS 6400 alles so weggeschleppt haben...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 10:15.
Bahnreformreform schrieb:
Zitat
ch persönlich mag die 266.4 sogar aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen. Wahrscheinlich gerade, weil sie so ein primitives Urvieh ist. Aber mit dieser Vorliebe stehe ich eben recht alleine da! Die große Mehrheit der Kollegen hasst diese Kisten regelrecht. Es gibt wohl keine andere Lok bei Cargo (nicht mal den Vectron), die unter Tfs und Werkstattpersonal gleichermaßen auch nur ansatzweise so unbeliebt ist wie die 266.4/077

Erstaunlich wie unterschiedlich die Meinungen über die Class 66 sind. Die Tfs aus meinem Lehrgang waren fast alle begeistert von der Class 66. Auf meine Frage ob das im Führerstand nicht unerträglich laut ist, wurde geantwortet man hört nichts. Es sei gut gedämmt.

Zum Thema: ich sehe hier täglich dutzende 232 richtung Polen fahren. Oft als Last Mile Diesel im Schlepptau vor Kohlezügen. Offensichtlich besteht großer Bedarf an Großdieseln.

Grüße

Begeistert, bis sie die Dinger womöglich jeden Tag fahren müssen. Einen 12h Dienst mache ich jedenfalls lieber auf einer 232. Keine Knieschmerzen durch die abnormale Bein- und Fussstellung wegen des eingebauten Sifa-Podests, kein Gedröhne bei maximaler Fahrstufe, kein Bremsgestank, keine ständigen Gedanken machen müssen, wo man die ans Kabel anschließen muss usw. usw..
Die einzigen nennenswerten Vorteile sind die Zugkraft und die Klimaanlage, sofern der Wankelmotor in der Kühlerkammer funktioniert. Und wenn man dann mal irgendwo länger in der Nacht steht und man mal schön die Beine lang und den Sitz nach hinten machen will, kann man nur hoffen, auf Führerstand 1 zu sitzen.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 11:11.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: nozomi07

Datum: 03.05.21 11:12

Heizer Jupp schrieb:
Ok, noch haben wir die Ludmillas, die nach den mir vorliegenden Informationen zunächst 2023, jetzt sogar erst 2030 den Dienst quittieren sollen. Nicht, daß mir das nicht recht wäre, ganz im Gegenteil sogar. Außerdem bräuchte mich die Zeit danach eigentlich recht wenig interessieren, weil die ganzen Spielchen dann längst ohne mich stattfinden.

Aber bereits jetzt ist das mit den Ludmillas immer so eine Sache. Die Loks aus Daugavpils halten meiner Ansicht nach oft nicht, was man sich davon versprochen hat. Der Reparaturbestand der Loks ist auch auf Grund von Versäumnissen in der Vergangenheit recht hoch. Werkstattpersonal, welches sich richtig gut mit den Loks auskennt, wird immer weniger. Auch die Umstrukturierung der Werke-Landschaft mit ihren wechselnden Zuständigkeiten für unterschiedliche Baureihen wirkt sich da nicht gerade förderlich aus.

Alles in allem sind die Ludmillas - wenn sie denn laufen - zwar gut und bei den altgedienten Tfz-Personalen beliebt (auch bei den Fans, wofür sich aber niemand was kaufen kann), aber sie dürften auch recht teuer in Betrieb und Unterhalt sein.

Zwischenzeitlich wurde ja so einges beschafft, als Ersatz gedacht und genutzt und z.T. auch wieder abgeschafft. Das einzige Ergebnis dieser Maßnahmen ist ein desaströser Schadstand und Reparaturaufwand bei den Gravitad und großes Kopfschütteln über diese Dinger bzw. ein Kopfschütteln über die Episode mit der Diesel-Vectron. Fakt ist, es gibt außer den "alten, lauten, durstigen und stinkenden Ludmillas" (dieses Image wird ja immer wieder kolportiert bzw. dem wird nicht widersprochen) keine leistungsfähige Streckendiesellok bei Cargo. Die "kanadischen Einbäume" kann man als Splittergattung getrost vergessen...

Der Blick in die Zukunft nach 2030 (das ist bald!) geht da irgendwie ein bißchen in ein schwarzes Loch! Na klar, man kann Cargo bis dahin so an die Wand fahren, daß man eigentlich überhaupt keine Loks mehr braucht, folglich auch keine leistungsstarken Streckendieselloks. Aber ich denke und hoffe mal nicht, daß dieses Szenario erwogen, geschweige denn geplant ist...
Also was kommt nach der Ludmilla?! Bis jetzt rein gar nichts! Meinst Du nicht auch, daß das ein bißchen dünn ist?
Die Frage ist: Wo braucht man konkret noch schwere Streckendieselloks? Wenn in Ostbayern alles elektrifiziert ist, sind die langen Strecken schon mal weg. Sylt ist nur Personenverkehr. Braucht die Ludmilla überhaupt einen Nachfolger? Oder ist das ähnlich wie bei den Neubaudampfloks der DB, deren Zeit auch bald um war? Eine Lok beschafft man für 30 Jahre, wir sprechen also von Einsatzperspektiven bis 2060!

Wenn die Gravita (Plural Gravitae?) unzuverlässig sind, ist das ärgerlich - aber das kann bei jeder neuen Lokbaureihe passieren. Das ist eine Frage des Projektmanagements, nicht aber der Flottenpolitik. Und die Hybrid-Vectronen sind doch für ein gut umrissenes Einsatzgebiet gedacht, von "schweren Streckendieselloks" hat da nie jemand gesprochen.
Wer sagt denn, dass die Eurodual nur auf langen Strecken Sinn macht? Oder warum nennst Du explizit die Langstrecken in Oberbayern? Auch die "Kirchturmfahrten" bspw. im Ruhrgebiet finden zum größten Teil unter Fahrdraht statt.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol
Das klingt nach einem sehr unergonomischen Führerstand. Danke, jetzt kann ich gewisse Aussagen einordnen.
Bahnreformreform schrieb:
Das klingt nach einem sehr unergonomischen Führerstand. Danke, jetzt kann ich gewisse Aussagen einordnen.

Die Sitze an sich sind gut. Ähnlich wie die der 152er. Aber nur auf Führerstand 1 kann man auch die Rückenlehne nach hinten klappen, da auf 2 direkt die Rückwand ist. Drehen kann man die Stühle überhaupt nicht. Und die Beine hängen dann immer irgendwo auf den Instrumenten, oder Buchfahrplanhalter etc.. Man weiß manchmal überhaupt nicht, wo man die noch hinstellen soll. Das ist aber alles der Konstruktion geschultet.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


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Urban Priol




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 12:02.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 03.05.21 11:41

Habe ich mir schon gedacht, daß Du genau mit dem an fünf Fingern abzählbaren, blauäugig-zweckoptimistischen und leider eben auch grundfalschen "Argument" kommst, daß man schwere Streckendieselloks nach der Ludmilla überhaupt nicht mehr brauche.
Sorry, aber wovon träumst Du nachts...?

Mir ist auch völlig egal, wes Managements Desaster die Gravitas sind; nach 2030 kannst'e die Dinger erst recht vergessen. Und selbst 2 Fischfanggitter-Vectronenzwitter ersetzen nicht annähernd eine schwere Streckendiesellok.

Sorry, aber man kann das, was Du da als "Argumente" auf den Tisch legst nur kopschüttelnd belächeln.
Aber möge es meinetwegen so kommen - nach mir die Sintflut!

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: kmueller

Datum: 03.05.21 12:39

Traumflug schrieb:
Diesel, egal ob gross oder klein oder als Behelf, hat keine Zukunft. Fossiler Diesel ist bis spätesten 2050 verboten und synthetischer Diesel viel zu teuer.

Allerdings kann man auf 6 Achsen auch eine ganze Menge Akku-Packs unterbringen. 100 t Akku, das sind so 15'000 kWh oder 5 Stunden lang 3'000 kW.
Die Wiederauferstehung des Tenders, jetzt mit Strom statt Kohle und Wasser. Spätestens bei der Dimension '100t' sollte man doch besser an eine Oberleitung denken.

An jedem Ort, wo ein solcher Tender einer Schnelladung (oder mehrere gleichzeitig einer langsameren Ladung) unterzogen werden soll, müßte man ein ausgewachsenes Unterwerk mit Hochspannungsanschluß aufstellen.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: kmueller

Datum: 03.05.21 12:41

JoergAtDSO schrieb:
Anders sieht es im Luftverkehr aus, wo das Gewicht eine überragende Bedeutung hat. Dort sind Batterien völlig untauglich und das Rennen zwischen Wasserstoff und E-Fuels ist noch nicht entschieden. Entscheidend könnten hier die Stickoxide werden, die bei den hohen Verbrennungstemperaturen der E-Fuels zwangsläufig entstehen. Wenn man ausschliesslich auf die CO2 Reduktion schaut, haben E-Fuels hier richtig Potential.
Am umweltfreundlichsten wäre es, den Strom für den Antrieb von Verkehrsmitteln zu verwenden, die ihn direkt aus einer Leitung ziehen können.

Re: Euro Dual 9000 im Dieselbetrieb als Ersatz ???

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 03.05.21 12:51

Moin Heizer Jupp,

ich finde es hier immer amüsant, wenn irgendwelche Feties und Schlaumeier altgedienten Lokführern, wie Dir, erklären wollen, was Ihr Lokführer denn so bitte unterm Hintern braucht.

Ich finde es löblich, dass Du den Versuch unternimmst, diesen oberschlauen Subjekten die Praxis Eures Berufs zu erklären.

Ich kann mir vorstellen, dass Du auch noch besseres zu tun hast. Daher kann ich Dir nur anraten, weitere Erklärungen zu lassen. Jede Tapete an der Wand ist einsichtiger, als die ganzen Möchtegernauskenner hier.

Grüße
Jens

P.S.: Dir noch viel Spaß bei Diensten auf den guten alten 132ern (die heißen bei mir so, weil die so auf die Welt gekommen sind).

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen

Re: Erfahrungs-/Beratungsresistenz bei einigen

geschrieben von: Pio

Datum: 03.05.21 13:21

Das ist mit manchen Oberschlaumeir genauso wie mit bestimmten Führungskräften in den vielen hundert (nicht) integrierten Keksfabriken.
Sie sind oft vollkommen Beratungsresistent. Haben ja irgendwann, irgendwas, irgendwo studiert.
Unsere Analena zeigt uns wie das geht, mit "ich kann das".
Simpelste physikalische Größen werden verwechselt, physikalische Grundgesetze (Das Netz speichert genug Strom) werden negiert.
Ist halt scheinbar auch eine andere Mathematik, welche Betriebswirtschaftler zum berechnen ihrer Größen, und Praktiker zum Berechnen fest vorgegebener physikalischer Gesetze und Grundlagen benutzen.
Und so manch eine hochgezüchtete Fahrzeugregelungstechnik, vermag mit vielen Sensoren und Rechnerpower nicht das zu leisten, was die Sinne eines gut ausgebildeten Lokführers, mit entsprechenden Fingerspitzengefühl können. Aber bei den gut ausgebildeten Lokomotivführer, sind wir ja schon wieder beim nächsten Thema, was von den hoch verehrten " Führungskräften" negiert wird. Schnell, billig und auswechselbar muß das Arbeitsvolk sein. Der gut ausgebildete wiederspricht, auf Grund seiner Fachkenntnisse, zu oft. Und das der Heizer.., Kabelcontainer und der mit dem Power aus dem Tank nicht nur Praktiker sind, sondern auch ein umfangreiches technisches Fachwissen besitzen, das dürfte hier doch schon zu bemerken gewesen sein.
Ach ja Class xx mit Klima. Jede Bude im Ostblock, rüstet ihre Lokomotiven bei Hauptinstandsetzungen mit Klimaanlagen aus. Auf Nachfrage in einem solchen Land, sagte man mir:"Ist doch EU Standard". Ja Deutschland im Herzen der EU scheint da nicht dazuzugehören. Oder die Manager der Keksfabriken sind mehr an ihren Boni, als an der Wertschätzung/Erhaltung ihrer Mitarbeiter interessiert. Das gleiche gilt für die Flotten-/Unterhaltungs-/Instandhaltungspolitik. Geiz ist manchmal so geil, das es richtig teuer, oder fast unbezahlbar wird.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 13:25.
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