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Landesbetrieb Mobilität Rheinland Pfalz vom Feb 2021


Antragsgegenstand ist die Erneuerung der Bahnsteige an den Gleisen 301, 302 und 303 sowie die barrierefreie Erschließung des Bahnsteigs Gl. 302 / 303 im Bf Bingen (Rhein)-Stadt mit Bahnsteigverkürzungen auf 210 m bis 240 m.


Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Abbruch der vorhandenen Bahnsteige einschl. Fundamenten auf 210, 230 bzw. 240 m Länge,
- Neubau der Bahnsteige mit einer Länge von 210 m (Gl. 301), 230 m (Gl. 302) und 240 m (Gl. 303),
- Erneuerung der Bahnsteigbeleuchtungen,
- Herstellung der Entwässerungsanlagen für die Bahnsteige,
- Neubau einer Personenüberführung mit Aufzügen und Treppen,
- Neubau einer Treppeneinhausung am Mittelbahnsteig,
- Absenkung der Oberleitung


>>> Planfeststellungsunterlagen

Einen ersten Überblick bietet der Erläuterungsbericht U01.


Gruß, Marko
Hochinteressant finde ich in den Unterlagen die U16 - Baubeschreibung. Dort werden die Bahnsteigbreiten ausgehend von den Fahrgastzahlen abgeleitet. Interessantes Detailwissen.

Wenn man sich diesen Aufwand bei so einem doch räumlich sehr begrenzten, ja beinahe kleinen, Projekt ansieht (die Nachweise sind aus 2019, also bald 3 Jahre alt), dann wundert es einen ehrlich nicht mehr, dass die Verbesserung der Bahnanlagen so viel Zeit in Anspruch nimmt. Warum ersticken wir die Verkehrswende in Bürokratie?
1.Klasse schrieb:
Warum ersticken wir die Verkehrswende in Bürokratie?
Weil wir leider dazu neigen, alles in Bürokratie zu ersticken. Es leben viel zu viele Menschen davon, ständig gänzlich neue Regeln zu erstellen oder die Verschärfung vorhandener Regeln vorzunehmen.

Ich würde mir manchmal wünschen, es gäbe ein Vorschriften-Feststellungsverfahren, in dem vor Inkrafttreten einer neuen Vorschrift erst einmal nachgewiesen werden muss, dass diese Vorschrift einen nachvollziehbaren Nutzen darstellt. :-)


Aber ich träume ....


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof
Christof_2016 schrieb:
1.Klasse schrieb:
Warum ersticken wir die Verkehrswende in Bürokratie?
Weil wir leider dazu neigen, alles in Bürokratie zu ersticken. Es leben viel zu viele Menschen davon, ständig gänzlich neue Regeln zu erstellen oder die Verschärfung vorhandener Regeln vorzunehmen.

Ich würde mir manchmal wünschen, es gäbe ein Vorschriften-Feststellungsverfahren, in dem vor Inkrafttreten einer neuen Vorschrift erst einmal nachgewiesen werden muss, dass diese Vorschrift einen nachvollziehbaren Nutzen darstellt. :-)


Aber ich träume ....
Ne, weil wir sonst immer noch Kiesbahnsteige hätten, oder ebenerdige Mittelbahnsteige mit 90 cm Breite an irgendwelchen Magistralen, weil aus Glück noch keine 3 Menschen in den letzten 50 Jahren gestorben sind.
Natürlich ist vieles überbürokratisiert, aber ich verwehre mich gegen den Eindruck, das sei generell etwas schlechtes.
Wir alle schimpfen immer auf unser Maß und Ordnung, aber in Wahrheit bereitet es uns viele Vorteile.

Es ist doch wie immer mit der Theorie und Praxis, es gibt immer einen Präzedenzfall wo man sich alle Regeln wegwünschen und nach Gutdünken agieren wollte und wahrscheinlich wäre das im Einzelfall die bessere Entscheidung.
Das lässt sich aber nicht festschreiben, also tendieren wir immer zur übersicheren Variante um wenigstens jeden Fall gleich behandeln zu können.
Hej,

Christof_2016 schrieb:
1.Klasse schrieb:
Warum ersticken wir die Verkehrswende in Bürokratie?
Weil wir leider dazu neigen, alles in Bürokratie zu ersticken. Es leben viel zu viele Menschen davon, ständig gänzlich neue Regeln zu erstellen oder die Verschärfung vorhandener Regeln vorzunehmen.
ja die Bürokratie - Ich habe z.B. ab und zu Planungsunterlagen vom EBA auf dem Tisch, obwohl ich nicht bei der Eisenbahn arbeite und mein Beruf auch nichts mit dieser zu tun hat. Trotzdem brauch es eine Stellungnahme zur Planungs- und Baurechtlichen Verträglichkeit. Das schlimme dabei, die unendliche Masse, selbst für einen einfachen BÜ sind es mehrere Ordner...

Christof_2016 schrieb:
Ich würde mir manchmal wünschen, es gäbe ein Vorschriften-Feststellungsverfahren, in dem vor Inkrafttreten einer neuen Vorschrift erst einmal nachgewiesen werden muss, dass diese Vorschrift einen nachvollziehbaren Nutzen darstellt. :-)


Aber ich träume ....
Definitiv ein Traum;)

Gruß
Tz 4683
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Siggis Malz schrieb:
Ne, weil wir sonst immer noch Kiesbahnsteige hätten, oder ebenerdige Mittelbahnsteige mit 90 cm Breite an irgendwelchen Magistralen, weil aus Glück noch keine 3 Menschen in den letzten 50 Jahren gestorben sind.
Natürlich ist vieles überbürokratisiert, aber ich verwehre mich gegen den Eindruck, das sei generell etwas schlechtes.
Wir alle schimpfen immer auf unser Maß und Ordnung, aber in Wahrheit bereitet es uns viele Vorteile.

Es ist doch wie immer mit der Theorie und Praxis, es gibt immer einen Präzedenzfall wo man sich alle Regeln wegwünschen und nach Gutdünken agieren wollte und wahrscheinlich wäre das im Einzelfall die bessere Entscheidung.
Das lässt sich aber nicht festschreiben, also tendieren wir immer zur übersicheren Variante um wenigstens jeden Fall gleich behandeln zu können.
Seit 1990 hat sich die Zahl der Bauvorschriften vervierfacht. Auch Steuern und Zoll werden ständig komplizierter. Die Digitalisierung macht vieles noch schlimmer: Da die Behörde dank Digitalisierung und Online eingereichte Formularen effizienter arbeitet, kann sie leicht vom Antragsteller verlangen ein viel längeres Formular auszufüllen.

Der technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass bei vielen wirtschaftlichen Aktivitäten nicht mehr die Kosten für Material Arbeit, Werkzeug, etc den Großteil ausmachen, sondern die Kosten für Genehmigungen und Zertifizierungen. Natürlich gibt es immer einen denkbaren Fall, in dem wohl jede Regel irgendwie sinnvoll ist oder war. Aber die Gesamtheit der Regulierung lähmt unsere Gesellschaft, und macht sie unfähig, mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft umzugehen. In der Wirtschaft schaffen Regelungen Markteintrittshürden, weil nur große Firmen überhaupt regelkonform arbeiten können. Innovation findet hierzulande nicht mehr statt, weil zwar mancher noch eine Produktidee hat, und auch die Entwicklung zum marktreifen Produkt stemmen könne, aber als Einzelunternehmer oder kleine neu gegründete Firma der Aufwand für die nötigen Genehmigungen und Bürokratie zu hoch wären.

Dass man vor hundert Jahren Bahnstrecken dreimal schneller bauen konnte, als man sie heute elektrifizieren kann ist nur ein Symptom der Überregulierung.
Man kann aber auch ohne 500 Planungsvorschriften andere Bahnsteige bauen – dann kann man auch meist besser flexibel auf die Realität reagieren. Im Zweifelsfall ist der barrierefrei hohe Bahnsteig auch dann erstrebenswert, wenn er 5cm zu schmal ist, insbesondere wenn der Schotterbahnsteig nicht nur nicht barrierefrei, sondern noch schmaler ist.

Das Problem ist, daß viele Vorschriften und Verordnungen fast schon zum Selbstzweck geworden sind, einfach gelten und gerne auch durchgeprügelt werden, egal wie unsinnig oder widersprüchlich sie in einer Situation sind – gesunder Menschenverstand zählt da dann in der Regel nicht mehr. So muß ich wegen der Corona-Verordnungen wöchentlich pendeln, auch wenn alle 2 oder 3 Wochen (und dann ist das, was ich vor Ort hauptsächlich machen muß: Zeitaufzeichnungen und Abwesenheitsanträge eigenhändig unterzeichnen – Digitalisierung ist in Deutschland ja ein Fremdwort) reichen würde. Das ist vom Ziel der Verordnung her unsinnig, aber leider durch den Wortlaut der Verordnung so vorgegeben.

Ich habe lange genug in einer nachgeordneten Landesbehörde eines Bundeslandes gearbeitet (und arbeite jetzt in einer Einrichtung eines anderen Bundeslandes, die über eigene Dienstherreneigenschaft verfügt), um solchen Fällen zu Hauf begegnet zu sein. Und meistens haben die Vorschriften dann nicht geholfen, etwas besser oder gerechter zu lösen, sondern dazu, das für jede noch so pragmatische und allen Beteiligten gerecht werdende Lösung ein Problem gefunden wurde, warum das nicht gehen zu können hat.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
und DANN erst der Stadt Bahnhof?

Mit freundlichen Grüßen
Sascha
Immerhin ist Bingen Hbf seit einigen Jahren mit Fahrstühlen versehen, so dass alle Bahnsteige erreicht werden können. Das ist in Bingen Stadt schwierig: eine enge, steile Treppe (meist mit Taubenkot garniert) ist für Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrad eine Zumutung. Menschen im Rollstuhl haben allein keine Chance.
Hier dürfte der Handlungsdruck größer sein, zumal der Bahnhof stark frequentiert wird (Nähe zur Innenstadt, zu mehreren Schulen, zu Ämtern).