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Hallo,
jetzt kommt sie doch, die Strecke unter dem Rhein.
Habe gerade diese Meldung bekommen, dass die Verträge heute unterschrieben wurden. Doch lest selbst, ich hänge die Nachricht an.

Gruß Sven


In an einer außergewöhnlichen Sitzung des Vorstandes der Deutschen Bahn am 01.04.2021 wurde in den späten Abendstunden eine Absichtserklärung für den Bau einer Güterzugneubaustrecke auf den Rhein–Alpen-Güterverkehrskorridor unterzeichnet.
Der Bahnvorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass man mit der alten Bahnstrecke am Rhein, aus dem 19. Jahrhundert, den Verkehr der Zukunft nicht bewältigen kann und man hier schlecht aufgestellt ist.
Der Güterverkehr zwischen den Nordseehafen und dem europäischen Süden soll in Zukunft auf einer eigenen, zweigleisigen, elektrifizierten Trasse ohne Steigungen erfolgen. Das Projekt soll für künftige Generationen den europäischen Güterverkehr in der Nord-Süd-Achse bündeln und einen Betrieb ohne Beeinträchtigung der Bevölkerung ermöglichen.

https://file1.hpage.com/002870/72/bilder/rhein1.jpg

Die Bahntrasse soll in zwei Röhren mit Hilfe von Absenktunnel unter dem Rhein verlegt werden. Der Verkehr soll vollautomatische ohne Lokführer erfolgen. Erst ab Mannheim wird der Güterzug von klassischen Güterzuglokomotiven übernommen und über die bestehende Schieneninfrastruktur zu ihren Zielorten verteilt.

https://file1.hpage.com/002870/72/bilder/rhein2.jpg

Zwischen Rotterdam und Mannheim sind mehrere Anschlussstellen geplant, so wird der Hamburger Hafen über eine Zweigstrecke angeschlossen. Der Bahnbetrieb im Tunnel unter dem Rhein wird wenig mit der klassischen Eisenbahn zu tun haben. Der Unterrheintunnel ist ein hochkomplexes System, vergleichbar mit modernen Kofferlogistiksystemen an Großflughäfen. Bahnintern spricht man daher von einer Güterzug-Pipeline und nicht von einer Neubaustrecke.

Das Projekt ist ebenfalls Teil der deutschen Energiewende. Der Unterrheintunnel soll durch intelligentes Steuern der bewegten Gütermassen als kurzeitigen Energiespeicher für die Pufferung regenerativer Energie dienen.
Ein autarker, elektrischer und zentral gesteuerter Schienengüterverkehr eignet sich für das kurzfristige Speichern von elektrischer Energie. Dank des geringen Reibwertes auf der Schiene, der flachen Trassierung unter dem Rhein und der vorhandenen, direkten Stromzuführung kann die in den Zügen gespeicherte kinetische Energie im Bedarfsfall in das deutsche Stromnetz zurückgespeist werden.
Eines der größten Probleme der Energiewende ist die Speicherung von Energie. Heute ist die Energie, die im Güterstraßenverkehr steckt, für eine Speicherung verloren.

Der Unterrheintunnel arbeitet mit einer Sollsystemgeschwindigkeit von 80Km/h. Der Tunnel wird aber auf eine Maximalgeschwindigkeit von 160Km/h ausgelegt.
Falls zu viel Energie im deutschen Stromnetz vorhanden ist kann durch mehr bewegte Masse und höherer Geschwindigkeit im Tunnel die Energie in kinetische Energie der Züge überführt und kurzzeitig gespeichert werden. Ein Auslaufen der Systemgeschwindigkeit bis auf 5 Km/h gibt diese gespeicherte Energie dem Stromnetz zurück. Auf diese Weise sollen Verbraucherspitzen im deutschen Stromnetz geglättet und Energie bis zu einer Stunde gespeichert werden.

https://file1.hpage.com/002870/72/bilder/rhein3.jpg

Der Unterrheintunnel arbeitet also je nach Bedarf als Stromkraftwerk oder Stromsenke.

Der Bau des Tunnels erfolgt mit eigens entwickelten Tunnelabsenkschiffen, einer schwimmenden Tunnelbohrmaschine für Flüsse. Somit lässt sich der Tunnelbau rationell durchführen, da die Arbeitsfolge von Rotterdam bis Mannheim nahezu gleich ist.
Vorhergehende Infrastrukturprojekte haben gezeigt, dass der Bau von klassischer Eisenbahn in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nur unter erheblichen Widerstand und daraus folgenden Kosten möglich ist.
Der Tunnelbau unter einem Fluss hat einen entscheiden Vorteil: Die Bevölkerung wird vom Bau und Betrieb des Tunnel wenig mitbekommen und kein Haus muss unterfahren oder abgerissen werden. Gerade für Anwohner des Rheintales wird die Verlegung des Bahnverkehrs unter den Fluss ein Segen werden.
Durch die Wahl eines kleinere Tunnelprofil und Renaturierungsmaßnahmen soll die Belastung für die Natur so klein wie möglich gehalten werden. Im Vergleich zu alternativen Stromspeichersystemen wie Pumpspeicherkraftwerken ist der Eingriff in die Natur und Flächenverbrauch gering.
Die Bevölkerung in Deutschland will eine ökologische Energie- und Verkehrswende. Der Unterrheintunnel ist ein großer Schritt zu diesem Ziel.
Die Idee hat was! Ernsthaft, da sind so einige Warumeigentlichnicht-Ansätze drinnen. Scheint mir jedenfalls realistischer als irgendwelche Hyperloops.

Geht nicht

geschrieben von: HLeo

Datum: 01.04.21 22:05

Das geht nicht, weil Archäologen, Historiker und notfalls Denkmalschützer fürchten, dass bei den Bauarbeiten das Rheingold beschädigt werden könnte.

Re: Geht nicht

geschrieben von: Der Einbügler

Datum: 01.04.21 22:16

HLeo schrieb:
Das geht nicht, weil Archäologen, Historiker und notfalls Denkmalschützer fürchten, dass bei den Bauarbeiten das Rheingold beschädigt werden könnte.
Ja wie? Das Rheingold? Den Klimperkram braucht keiner mehr. Die Rheinlok ist viel wichtiger, die wird dann sicher in Rotterdam angespült. Meinen Segen hat das Projekt.

Da DSO mein mobiles Endgerät nicht mag, bin ich nicht als "der 1bügler", sondern grammatikalisch korrekter als "Der Einbügler" zu lesen.

Ja, aber ...

geschrieben von: HLeo

Datum: 01.04.21 22:34

Wie lange erst sucht man dieser heute völlig unbrauchbaren Lok, und wie lange sucht man schon nach dem ewig brauchbaren RheinGold?

Re: Geht nicht

geschrieben von: cloubim

Datum: 02.04.21 00:52

Der Einbügler schrieb:
HLeo schrieb:
Das geht nicht, weil Archäologen, Historiker und notfalls Denkmalschützer fürchten, dass bei den Bauarbeiten das Rheingold beschädigt werden könnte.
Ja wie? Das Rheingold? Den Klimperkram braucht keiner mehr. Die Rheinlok ist viel wichtiger, die wird dann sicher in Rotterdam angespült. Meinen Segen hat das Projekt.
Das ist ja nur das eine Problem. Im Bereich St. Goar hat der Mittelrheinische Flussgrottenolm (Olmis Lorelayis) seine Brutstätten im Erdreich unterm Fluss. Und der ist strengstens geschützt, die Tunnel bekommt man aufgrund der massiven Beeinträchtigungen in dem Bereich zumindest niemals genehmigt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.21 00:53.

Re: Geht nicht

geschrieben von: Sebastian

Datum: 02.04.21 08:09

Daran wird das Projekt wohl nicht scheitern. Vielleicht wird der Tunnel dort etwas umgelegt?

Wiso DAS?

geschrieben von: JensH

Datum: 02.04.21 09:12

Heißt das nicht DER Rheingold? :-)


Gruß
Jens

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Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Art.1(1) Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Re: Wieso DAS?

geschrieben von: 44 115

Datum: 02.04.21 09:26

DIE Rheingold!
Schöne Lok!:=)
Olaf
Mal jenseits von April April. Eher wird Scheuer noch ein Politiker meines Vertrauens, bevor in dieser Legislaturperiode überhaupt etwas zu einer Entlastungsstrecke beschlossen wird. Die BuReg hat auch hier versagt und spielt seit mindestens 4 Jahren auf Zeit, und ist nur untätig. Wo ist eine Machbarkeitsstudie. ..bei dwr Strecke MA KA wird Dampf ohne Ende gemacht. Für dem Mitelrhein passiert: nichts
papa schrieb:
Mal jenseits von April April. Eher wird Scheuer noch ein Politiker meines Vertrauens, bevor in dieser Legislaturperiode überhaupt etwas zu einer Entlastungsstrecke beschlossen wird. Die BuReg hat auch hier versagt und spielt seit mindestens 4 Jahren auf Zeit, und ist nur untätig. Wo ist eine Machbarkeitsstudie. ..bei dwr Strecke MA KA wird Dampf ohne Ende gemacht. Für dem Mitelrhein passiert: nichts
jenseits von April April ist das ganz einfach

die Mittelrhein - NBS ist seit Jahren eröffnet, das Ganze wurde KRM getauft

schlecht für die Bewohner des Mittelrheintales aber es ist nun mal so, erschwerend kommt dazu das man jede Erweiterung als Tunnel machen müsste was es richtig teuer machen würde und Deutschland hat eben an anderen Stellen (MA-KA als Beispiel) echte Kapazitätsprobleme wo man eben Geld investieren muss und wo "Dampf ohne Ende gemacht" wird
Christian_AT schrieb:
jenseits von April April ist das ganz einfach

die Mittelrhein - NBS ist seit Jahren eröffnet, das Ganze wurde KRM getauft

schlecht für die Bewohner des Mittelrheintales aber es ist nun mal so, erschwerend kommt dazu das man jede Erweiterung als Tunnel machen müsste was es richtig teuer machen würde und Deutschland hat eben an anderen Stellen (MA-KA als Beispiel) echte Kapazitätsprobleme wo man eben Geld investieren muss und wo "Dampf ohne Ende gemacht" wird
So ist es. Man wird wohl kaum, nachdem man die erste NBS aus Kostengründen als Berg- und Talbahn gebaut hat, jetzt nochmal zusätzlich eine Flachstrecke mit 100km Tunnelanteil nachlegen. Das hätte man wenn schon damals machen müssen. Die Chance wurde mit der KRM wohl für immer vertan.
Vielleicht kann man irgendwann in den höchstbelasteten Ortschaften im engsten Teil des Rheintals hier und da mal zur Seite in einen kurzen Tunnel abbiegen (à la Katzenberg). Aber die KRM II als durchgehende Tunnel-Flachbahn für den GV? Never. Ever.

Finanzierung auch geklärt

geschrieben von: Tssd43

Datum: 02.04.21 11:24

Hallo,

etwas ganz wichtiges hast Du vergessen: Die Finanzierung soll dann mit dem Rheingold" erfolgen, es ist ja klar, dass das dann gefunden wird! Das Geld wird zunächst vorfinanziert und dann mit dem Erlös aus dem Rheingold dann abgelöst!
Entenmörder schrieb:
jetzt kommt sie doch, die Strecke unter dem Rhein.

In an einer außergewöhnlichen Sitzung des Vorstandes der Deutschen Bahn am 01.04.2021 wurde in den späten Abendstunden eine Absichtserklärung für den Bau einer Güterzugneubaustrecke auf den Rhein–Alpen-Güterverkehrskorridor unterzeichnet.

Die Bahntrasse soll in zwei Röhren mit Hilfe von Absenktunnel unter dem Rhein verlegt werden.
Zweifellos eine gute Nachricht, auch für die lärmgeplagten Rheinanwohner.

Aber muß es so aufwendig gemacht werden? Kann man mit dem Bau nicht einfach warten, bis der Klimawandel den Rhein ausgetrocknet hat?

Lötschberg-Basistunnel

geschrieben von: klaus hartmann

Datum: 02.04.21 11:42

War da nicht vor kurzem etwas von einem Wassereinbruch im LBT zu hören? Stelle mir gerade vor, der Rhein verflüchtigt sich nach unten..., in Mannheim kommt die Brühe rausgeschossen und in Holland gäbe es einen Riesentsunami.
Bei der weltweit beachteten Ingenieurskunst "Made in Germany", denke da an Berlin und Rastatt, wäre dieses Projekt ein herausragendes Meisterstück von Weltrang welches alles Andere davor toppen würde!!

Schöne Osterhasentage
wünscht
Klaus Hartmann